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B978-3-437-21521-6.00005-8

10.1016/B978-3-437-21521-6.00005-8

978-3-437-21521-6

Dosierungsempfehlungen für urologische SpasmolytikaMittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzDosierungTrospiumchloridDosierungDarifenacinDosierungFesoteridinDosierungOxybutyninDosierungSolifenacinDosierungTolterodinDosierung

Tab. 5.1
Dosisintervall Dranginkontinenz Häufige Miktion und Harndrang Neurogene Blasenstörung Einnahme zu den Mahlzeiten
Trospiumchlorid 8 h 30–45 mg 30–45 mg 40 mg
Darifenacin 24 h 7,5–15 mg 7,5–15 mg Ohne Einfluss
Fesoterodin 24 h 4–8 mg 4–8 mg Ohne Einfluss
Oxybutynin, Tablette 8–12 h 7,5–15 mg 7,5–15 mg 10–15 mg Ohne Einfluss
Oxybutynin, Depotpflaster 3–4 d 3,9 mg alle 3–4 d 3,9 mg alle 3–4 d
Solifenacin 24 h 5–10 mg 5–10 mg Ohne Einfluss
Tolterodin 12–24 h 2–4 mg 2–4 mg Ohne Einfluss

Pharmakologische Angaben für urologische SpasmolytikaMittel b. häufiger Blasenentleerung u. Harninkontinenzpharmakologische AngabenTrospiumchloridpharmakologische AngabenDarifenacinpharmakologische AngabenFesoteridinpharmakologische AngabenOxybutyninpharmakologische AngabenSolifenacinpharmakologische AngabenTolterodinpharmakologische Angaben

Tab. 5.2
Halbwertszeit Funktionseinschränkung der Schwangerschaft Stillzeit Aktiver Metabolit
Leber Niere
Darifenacin 13–19 h Vorsichtig dosieren Vorsichtig dosieren B:3 IVa Nein
Fesoterodin 7 h Vorsichtig dosieren Vorsichtig dosieren B:3 IVa Ja
Oxybutynin 2–3 h Vorsichtig dosieren Vorsichtig dosieren B:3 III Ja
Solifenacin 45–68 h Vorsichtig dosieren Vorsichtig dosieren B:3 IVa Ja
Tolterodin 2–3 h Vorsichtig dosieren vorsichtig dosieren B:3 IVa Ja

Anticholinerge Arzneimitteleffekte auf das ZNS

Tab. 5.3
Leichte Trägheit Müdigkeit Leichte Vergesslichkeit
Mittelschwere Reizbarkeit Ungeduld Verwirrtheit Gedächtnisprobleme
Starke Agitation Halluzinationen Delir Muskelkrämpfe Koma

Dosierungsempfehlungen für α-1-Rezeptorblocker und 5-α-ReduktasehemmerMittel b. benigner ProstatahyperplasieDosierungFinasteridDosierungDutasteridDosierungAlfuzosinDosierungTerazosinDosierungDoxazosinDosierungTamsulosinDosierung

Tab. 5.4
Dosisintervall BPH > 30 ml Akuter Harnverhalt Hypertonie Einnahme zu den Mahlzeiten
Finasterid 24 h 5 mg Kein Einfluss
Dutasterid 24 h 0,5 mg 0,5 mg Kein Einfluss
Alfuzosin 24 h 10 mg 10 mg Kein Einfluss
Terazosin 24 h 2–10 mg 2–10 mg Kein Einfluss
Doxazosin 24 h 4–8 mg 4–8 mg Kein Einfluss
Tamsulosin 24 h 0,4 mg Kein Einfluss

Pharmakologische Angaben für α-1-Rezeptorblocker und 5-α-ReduktasehemmerMittel b. benigner Prostatahyperplasiepharmakologische AngabenFinasteridpharmakologische AngabenDutasteridpharmakologische AngabenAlfuzosinpharmakologische AngabenTerazosinpharmakologische AngabenDoxazosinpharmakologische AngabenTamsulosinpharmakologische Angaben

Tab. 5.5
Halbwertszeit Bei herabgesetzter Funktion der Aktiver Metabolit
Leber Niere
Finasterid 4–12 h Keine Angaben Ohne Einfluss Ja, aber mit schwachem Effekt
Dutasterid 3–5 Wo. Vorsichtig dosieren Ohne Einfluss Keine Angaben
Alfuzosin 9,1 h (Depotpräparat) Nicht bei Leberinsuffizienz geben Nicht bei GFR < 30 ml/min geben Nein
Terazosin 12 h Keine Angaben Ohne Einfluss Keine Angaben
Doxazosin 22 h Vorsichtig dosieren Ohne Einfluss Keine Angaben
Tamsulosin 10 h Keine Anpassung bei gering- bis mittelgradiger Leberinsuffizienz Ohne Einfluss Ja

Urogenitalsystem

Uwe Popert

  • 5.1

    Mittel bei häufiger Blasenentleerung und Harninkontinenz G04BD220

    • 5.1.1

      Indikationen220

    • 5.1.2

      Wirkmechanismus220

    • 5.1.3

      Empfohlene Tagesdosen und Dosisbereiche220

    • 5.1.4

      Nebenwirkungen221

    • 5.1.5

      Wichtige Interaktionen221

    • 5.1.6

      Kontraindikationen224

    • 5.1.7

      Warnhinweise224

    • 5.1.8

      Pharmakologische Angaben224

    • 5.1.9

      Therapiekontrolle225

    • 5.1.10

      Alternative Behandlungen225

    • 5.1.11

      Beschwerden beim Absetzen226

    • 5.1.12

      Behandlung beenden226

    • 5.1.13

      Am Lebensende226

    • 5.1.14

      Sonstiges226

  • 5.2

    Mittel bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) G04C228

    • 5.2.1

      Indikationen228

    • 5.2.2

      Wirkmechanismus228

    • 5.2.3

      Empfohlene Tagesdosen und Dosisbereiche229

    • 5.2.4

      Nebenwirkungen230

    • 5.2.5

      Wichtige Interaktionen230

    • 5.2.6

      Kontraindikationen231

    • 5.2.7

      Warnhinweise231

    • 5.2.8

      Pharmakologische Angaben232

    • 5.2.9

      Therapiekontrolle233

    • 5.2.10

      Alternative Behandlungen233

    • 5.2.11

      Beschwerden beim Absetzen234

    • 5.2.12

      Behandlung beenden234

    • 5.2.13

      Am Lebensende234

    • 5.2.14

      Sonstiges234

Mittel bei häufiger Blasenentleerung und Harninkontinenz G04BD

Trospiumchlorid, Darifenacin, Fesoterodin, Oxybutynin, Solifenacin, Tolterodin

Indikationen

  • Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzIndikationenHäufiger und starker Harndrang oder Dranginkontinenz bei Instabilität der Harnblase. Neurogene Blasenstörungen, z. B. Reflexblase oder hyperaktive Blase.

  • Symptomatische Behandlung von Dranginkontinenz und/oder Pollakisurie und (imperativem) Harndrang, wie sie bei Patienten mit instabiler Blase auftreten können.

  • Symptomatische Behandlung von Dranginkontinenz und/oder häufige Miktion und Harndrang, wie sie bei erwachsenen Patienten mit hyperaktiver Blase auftreten können (Darifenacin, Fesoterodin, Solifenacin, Tolterodin, Trospiumchlorid)

Wirkmechanismus

Die Harnblase ist parasympathisch cholinerg innerviert. Urologische Spasmolytika sind kompetetive Antagonisten zu Acetylcholin an den postganglionären Muskarinrezeptoren und wirken relaxierend auf die glatte Muskulatur des Detrusormuskels der Harnblase. Dadurch wird die max. Kapazität der Harnblase erhöht, die Frequenz der ungehemmten Kontraktion des Detrusormuskels verringert und der Drang zur Blasenentleerung verzögert. Auf diese Weise verringern sich die Beschwerden der Harninkontinenz

Empfohlene Tagesdosen und Dosisbereiche

Trospiumchlorid, Darifenacin, Fesoterodin und Tolterodin sind als Tabletten erhältlich. Tolterodin kann als Tablette auch auf 2 Dosen pro Tag aufgeteilt werden; die Depottablette ist aber wirkungsvoller, um einen gleichmäßigen Effekt über den Tag und damit auch eine bessere Adhärenz des Patienten zu erzielen. Oxybutynin als Depotpflaster kann in manchen Fällen Vorteile gegenüber der Tablettenform haben, allerdings zu einem höheren Preis (Tab. 5.1).

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzNebenwirkungenMundtrockenheit, Obstipation, Übelkeit, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen, trockene Augen, Kopfschmerzen, Schwindel.

Ernsthafte Nebenwirkungen

Halluzinationen, Kolonobstruktion, Harnverhalt, Angioödeme.

Wichtige Interaktionen

Antibiotika

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzInteraktionenMittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAntibiotikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Darifenacin beschrieben:
ClarithromycinClarithromycin, ErythromycinErythromycin, TelithromycinTelithromycinDie Serumkonzentration von Darifenacin kann sich erhöhen. Als Anfangsdosis werden 7,5 mg empfohlen. Azithromycin und Roxithromycin neigen weniger zu Interaktionen und können alternativ zu Erythromycin, Clarithromycin oder Telithromycin gegeben werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Fesoterodin beschrieben:
ClarithromycinClarithromycin, ErythromycinErythromycin, TelithromycinTelithromycinDie gleichzeitige Gabe erhöht die Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Fesoterodin und kann so zu unerwünschten anticholinergen Effekten führen, besonders zu kognitiven Defiziten bei Älteren. Die max. Tagesdosis von Fesoterodin sollte bei gleichzeitiger Gabe von potenten CYP3A4-Hemmern 4 mg nicht übersteigen. Hier bieten sich Roxithromycin oder Azithromycin als Alternativbehandlung an.

Antidepressiva

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAntidepressivaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Darifenacin beschrieben:
FluoxetinFluoxetin, ParoxetinParoxetinDie Serumkonzentration von Darifenacin erhöht sich bei gleichzeitiger Einnahme. Die Anfangsdosis sollte bei 7,5 mg/d liegen. Die Gabe eines anderen SSRI wie z. B. Escitalopram, Citalopram oder Sertralin sollte erwogen werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Tolterodin beschrieben:
DuloxetinDuloxetinDie Plasmakonzentration von Tolterodin kann sich bei gleichzeitiger Behandlung erhöhen; bei manchen Patienten können verstärkt anticholinerge Effekte auftreten. Diese sollten gut überwacht und die Tolterodin-Dosis bei Bedarf gesenkt werden.

Antiemetika

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAntiemetikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Fesoterodin beschrieben:
AprepitantAprepitantDie gleichzeitige Gabe beider Substanzen kann die Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Fesoterodin erhöhen. Vorsicht wird empfohlen, ggf. muss die Dosis von Fesoterodin gesenkt werden.

Antiepileptika

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAntidepileptikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Darifenacin beschrieben:
CarbamazepinCarbamazepin, PhenobarbitalPhenobarbital, PhenytoinPhenytoinDie Serumkonzentration von Darifenacin verringert sich vermutlich markant, sodass die Überwachung der Wirkung von Darifenacin notwendig wird. Gegebenenfalls muss die Dosis von Darifenacin erhöht werden. Alternativ kann die Behandlung mit einem anderen Anticholinergikum fortgesetzt werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Fesoterodin beschrieben:
CarbamazepinCarbamazepin, PhenobarbitalPhenobarbital, PhenytoinPhenytoinDie gleichzeitige Gabe verringert die Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Fesoterodin und kann somit zu einem Therapieversagen führen. Diese Kombination sollte vermieden werden. Andere Antiepileptika, die keine Enzyminduktoren sind wie Valproat, Gabapentin, Pregabalin oder Lamotrigin, sollten vorrangig gegeben werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Oxybutynin beschrieben:
CarbamazepinCarbamazepinDie Plasmakonzentration von Carbamazepin und damit das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen sich. Die Plasmakonzentration von Oxybutynin kann sich verringern. Der Carbamazepin-Spiegel sollte kontrolliert und die Carbamazepin-Dosis ggf. gesenkt werden. Alternativ kann auf Oxcarbazepin umgestellt werden. Auch die Wirkung von Oxybutynin sollte gut überwacht werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Tolterodin beschrieben:
CarbamazepinCarbamazepin, PhenobarbitalPhenobarbital, PhenytoinPhenytoin, RifampicinRifampicin, RifamycinRifamycinDie Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Tolterodin verringert sich und führt wahrscheinlich zu einem Therapieversagen. Diese Kombination sollte vermieden werden. Ist eine gleichzeitige Gabe dennoch notwendig, sollte die Tolterodin-Dosis auf mind. das Doppelte erhöht werden. Trospium kann als anticholinerge Alternativbehandlung gegeben werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Solifenacin beschrieben:
CarbamazepinCarbamazepin, PhenobarbitalPhenobarbital, PhenytoinPhenytoinDie Serumkonzentration von Solifenacin kann deutlich absinken: Die klinische Wirkung sollte überwacht, ggf. muss die Solifenacin-Dosis erhöht werden. Trospium kann als alternatives Anticholinergikum gegeben werden.

Antimykotika

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAntimykotikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Darifenacin beschrieben:
FluconazolFluconazolEine Erhöhung der Darifenacin-Konzentration ist zu erwarten (etwa 88 %). Darifenacin sollte initial mit 7,5 mg gegeben und danach langsam aufdosiert werden.
ItraconazolItraconazolDie gleichzeitige Einnahme von Darifenacin und Itraconazol kann eine deutliche Erhöhung der Darifenacin-Serumkonzentration bewirken. Diese Kombination sollte vermieden werden.
Ketoconazol/eKetoconazolDie gleichzeitige Gabe von Darifenacin und Ketoconazol bewirkt eine starke Erhöhung der Darifenacin-Serumkonzentration. Diese Kombination sollte vermieden werden. Alternativ kann Terbinafin statt Ketoconazol gegeben werden. In diesem Fall sollte die Darifenacin-Dosis bei 7,5 mg/d liegen.
PosaconazolPosaconazol, VoriconazolVoriconazolDie Serumkonzentration von Darifenacin erhöht sich erheblich. Diese Kombination sollte vermieden werden. Statt Posaconazol oder Voriconazol sollte Fluconazol gegeben, die Darifenacin-Dosis initial bei 7,5 mg/d liegen und danach langsam auftitriert werden. Alternative Antimykotika sind Amphotericin B oder Caspofungin.
TerbinafinTerbinafinDie Serumkonzentration von Darifenacin erhöht sich. Darifenacin sollte mit 7,5 mg/d dosiert, mögliche anticholinerge Nebenwirkungen sollten aufmerksam beobachtet werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Fesoterodin beschrieben:
FluconazolFluconazolDie gleichzeitige Gabe kann die Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Fesoterodin erhöhen. Vorsicht wird empfohlen, ggf. muss die Dosis von Fesoterodin gesenkt werden.
ItraconazolItraconazol, KetoconazolKetoconazol, PosaconazolPosaconazol, VoriconazolVoriconazolDie gleichzeitige Gabe erhöht die Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Fesoterodin und kann so zu unerwünschten anticholinergen Effekten führen, besonders kognitive Defizite bei Älteren. Bei gleichzeitiger Gabe eines potenten CYP3A4-Hemmers sollte die max. Tagesdosis von Fesoterodin 4 mg nicht überschreiten und muss ggf. gesenkt werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Solifenacin beschrieben:
Ketoconazol/eKetoconazolBei gleichzeitiger Gabe von Ketoconazol kann sich die Solifenacin-Konzentration etwas erhöhen, die Tagesdosis Solifenacin sollte in diesem Fall 5 mg nicht überschreiten. Bei Hautmykosen kann Terbinafin eine sinnvolle antimykotische Alternative darstellen.

Anxiolytika

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAnxiolytikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Fesoterodin beschrieben:
DiltiazemDiltiazem, VerapamilVerapamilDie gleichzeitige Gabe kann die Serumkonzentration des aktiven Metaboliten von Fesoterodin erhöhen. Vorsicht wird empfohlen, ggf. muss die Dosis von Fesoterodin gesenkt werden.

Urologika

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzUrologikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Tolterodin beschrieben:
TrospiumchloridTrospiumchloridDa sich Trospiumchlorid nicht wie die anderen oben erwähnten Substanzen in der Janusmed Interaktionsdatenbank befindet, werden im Folgenden die wesentlichen Interaktionen aus der Fachinformation beschrieben:
  • Wirkungsverstärkung von Substanzen mit anticholinergen Eigenschaften (Amantadin, trizyklische Antidepressiva),

  • Verstärkung der tachykarden Wirkung von ß-Sympathomimetika und

  • Abschwächung der Wirkung von Prokinetika (z. B. Metoclopramid).

  • Da Trospiumchlorid die gastrointestinale Motilität und Sekretion beeinflussen kann, ist die Möglichkeit einer Veränderung der Resorption anderer gleichzeitig verabreichter Arzneimittel nicht auszuschließen.

  • Pharmakokinetische Wechselwirkungen: Eine Hemmung der Resorption von Trospiumchlorid durch Arzneimittel wie Guar, Colestyramin und Colestipol ist nicht auszuschließen. Deshalb wird die gleichzeitige Gabe dieser Arzneimittel mit Trospiumchlorid nicht empfohlen.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)Johanniskraut (Hypericum perforatum) wirkt ebenfalls als CYP3A4-Induktor und kann somit zu subtherapeutischen Serumspiegeln aller urologischen Spasmolytika führen.

Kontraindikationen

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzKontraindikationenIn folgenden Situationen ist eine Behandlung mit urologischen Spasmolytika kontraindiziert:
  • Harnverhalt (Restharnmenge > 130 ml)

  • Magenretention

  • Unbehandeltes Engwinkelglaukom

  • Myasthenia gravis

  • Schwere Leberfunktionsstörung

  • Gleichzeitige Behandlung mit einem CYP3A4-Hemmer bei Patienten mit mäßig bis stark reduzierter Leber- oder Nierenfunktion

  • Schwere Colitis ulcerosa

  • Toxisches Megakolon

Warnhinweise

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzWarnhinweiseWeitere Ursachen des häufigen Harndrangs (z. B. Herzinsuffizienz, Diabetes, Nierenerkrankung) müssen ausgeschlossen sein, bevor eine Behandlung mit einem urologischen Spasmolytikum begonnen wird. Bei Vorliegen eines Harnwegsinfekts muss dieser vorrangig behandelt werden.
Urologische Spasmolytika sollten zurückhaltend verschrieben werden bei Patienten mit
  • Blasenentleerungsstörung mit der Gefahr eines Harnverhalts,

  • obstruktiver Erkrankung im Magen-Darm-Kanal, z. B. Pylorusstenose,

  • eingeschränkter Nierenfunktion,

  • Lebererkrankung,

  • Hiatushernie,

  • autonomer Neuropathie,

  • Risiko für eine gastrointestinale Motilitätsstörung oder Obstipation,

  • kognitivem Defizit sowie

  • Morbus Parkinson.

Pharmakologische Angaben

Therapiekontrolle

In den ersten Wochen der Behandlung sollten mögliche Nebenwirkungen beim Patienten erfragt werden. Ihren max. Effekt erreichen urologische Spasmolytika i. d. R. nach etwa 3 Monaten, weshalb die Auswertung der Therapie frühestens nach 2–3 Monaten erfolgen sollte. Scheint der medikamentöse Effekt unsicher, ist ein probatorisches Absetzen sinnvoll. Ein Miktionsprotokoll ist für spätere Therapiekontrollen hilfreich; der Patient sollte hierfür auch zu eigenen Aktivitäten wie z. B. Beckenbodengymnastik animiert werden.
Die folgende Einteilung der Inkontinenz ist die Grundlage für die Wahl der geeigneten Behandlungsmaßnahme und deren Verlaufskontrolle:
  • Belastungsinkontinenz = Harnverlust im Zusammenhang mit erhöhtem Bauchinnendruck durch Husten, Niesen, Lachen oder Anstrengung.

  • Dranginkontinenz = plötzlicher und imperativer Harndrang mit Harnverlust als Folge; sie beschreibt auch ein Teilsymptom der hyperaktiven Blase.

  • Hyperaktive Blase = häufiger Harndrang, mit oder ohne Harnverlust, der häufig assoziiert ist mit Nykturie und erhöhter Miktionsfrequenz.

  • Mischinkontinenz = Kombination von Belastungsinkontinenz und hyperaktiver Blase.

  • Nykturie = Miktion mind. 1 × pro Nacht

Alternative Behandlungen

Die Behandlung mit anderen Medikamenten kann zur Entstehung einer Inkontinenz beitragen und sollte vor einem eventuellen Behandlungsbeginn abgeklärt werden. Ein ursächlicher Faktor kann z. B. eine intensive diuretische Therapie sein. ACE-Hemmer können Reizhusten verursachen und damit eine Belastungsinkontinenz auslösen oder verschlechtern. Medikamente, die Verwirrtheit verursachen können (z. B. Schlafmittel, Neuroleptika, Opioide), erhöhen bei Älteren das Risiko der Inkontinenz. Neuroleptika, SSRI und Anticholinergika erhöhen das Risiko eines Harnverhalts und einer Überlaufinkontinenz. Symptomlindernde Medikamente bei Atemwegsinfektionen wie Phenylpropanolamin und Ephedrin können ebenfalls eine Überlaufinkontinenz begünstigen.
Mithilfe eines Miktionsprotokolls kann die Flüssigkeitszufuhr und -ausfuhr (Miktion) besprochen werden. Eine allzu große Zufuhr sollte reduziert werden. Bei häufigem Harndrang wird zunächst empfohlen, die Menge an Kaffee und Tee zu reduzieren.
Beckenbodengymnastik ist eine nebenwirkungsfreie Therapie. 60–70 % der Frauen mit Belastungsinkontinenz konnten durch Beckenbodentraining gute Resultate erzielen, auch bei allen anderen Formen der Inkontinenz wird dieses Training empfohlen. Das Blasentraining ist die Methode der ersten Wahl bei Dranginkontinenz. Häufige Toilettengänge bei problematischem frühem Dranggefühl verringern jedoch nicht das Risiko des Harnverlusts, sondern können die Beschwerden eher noch unterhalten. Erst 6 Wochen nach erfolglosem Blasentraining sollte eine medikamentöse Therapie diskutiert werden. In der Inkontinenzbehandlung haben Hormone keinen vorbeugenden oder kurativen Effekt. Die WHI-Studie konnte zeigen, dass Frauen mit systemischen Hormonen eher eine Inkontinenz entwickelten als diejenigen Frauen ohne Hormonbehandlung. Lokale Beschwerden in Form von Brennen oder trockenen Schleimhäuten können hingegen gut auf eine lokale Östrogenbehandlung ansprechen. In der Therapie der Belastungsinkontinenz bei postmenopausalen Frauen ergänzt die lokale Östrogenbehandlung andere Verfahren wie z. B. chirurgische Verfahren.
Das SSRI-Präparat Duloxetin, das die Serotonin- und Noradrenalinaufnahme hemmt, ist zur Behandlung von mittlerer und schwerer Belastungsinkontinenz zugelassen. Die Wirkung scheint über eine Erhöhung des urethralen Schließmuskeltonus während der Füllungsphase der Blase zustande zu kommen. Bei leichter Belastungsinkontinenz (< 14 Harnverlustepisoden pro Woche) wird jedoch keine Verbesserung erzielt, während störende Nebenwirkungen häufig auftreten und zudem bisher keine Langzeitergebnisse einer Duloxetin-Therapie vorliegen.
Bei nächtlicher Polyurie kann Desmopressin erwogen werden, auch wenn diese Therapie mit einigen Risiken behaftet ist. Dies gilt im Besonderen bei Älteren mit Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz und mit der Tendenz zu Störungen im Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt.
In der medikamentösen Behandlung der hyperaktiven Blase mit oder ohne Harninkontinenz sind Anticholinergika die Mittel der ersten Wahl.

Beschwerden beim Absetzen

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzAbsetzenEs liegen keine Angaben zu Absetzbeschwerden bei urologischen Spasmolytika vor.

Behandlung beenden

Mittel b. häufiger Blasenentleerung u. HarninkontinenzTherapieendeDie Behandlung mit urologischen Spasmolytika kann bei Bedarf direkt beendet werden.

Am Lebensende

Im finalen Stadium einer schweren Erkrankung führt die Therapie mit einem urologischen Spasmolytikum selten zu einer palliativen Linderung und sollte abgesetzt werden, da die anticholinergen Nebenwirkungen den Nutzen überwiegen. Leidet der Patient an schmerzhaften Blasenkrämpfen, ohne dass Morphin eine vollständige Linderung bewirkt, kann jedoch ein Medikament mit anticholinerger Wirkung wie Oxybutynin oder am ehesten Butylscopolamin (i. v./s. c.) gegeben werden und häufig eine gute Linderung erzielen.

Sonstiges

Klinische Studien zeigen, dass jüngere Personen ähnliche kognitive Nebenwirkungen bekommen können wie ältere; ältere Personen sind jedoch anfälliger für Nebenwirkungen von Anticholinergika und die Beschwerden sind ausgeprägter. Bis zentrale anticholinerge Nebenwirkungen auftreten, können 4–6 Wochen nach Beginn der Therapie vergehen, weshalb diese Beschwerden möglicherweise nicht mit der Medikation in Verbindung gebracht werden (Tab. 5.3).
Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass ältere Patienten weitere anticholinerg wirkende Medikamente einnehmen, wodurch diese Art von Nebenwirkungen zusätzlich unterstützt wird. Es gibt keine Evidenz für ein erhöhtes Demenzrisiko durch die Behandlung mit anticholinergen Substanzen wie z. B. urologischen Spasmolytika. Allerdings liegen Daten vor, die eine raschere Verschlechterung einer bestehenden Demenz durch die kombinierte Gabe eines Cholinesterasehemmers mit einem urologischen Spasmolytikum andeuten.
Außerdem liegen Studienergebnisse vor, die dafür sprechen, dass es innerhalb dieser Substanzgruppe Unterschiede in der Beeinträchtigung der kognitiven Funktion gibt. In einigen randomisierten und kontrollierten Studien zeichnet sich Darifenacin durch einen geringeren Einfluss auf die kognitive Funktion als Oxybutynin aus. Über Unterschiede zu anderen Substanzen dieser Gruppe liegen keine veröffentlichten Studien vor.
Eine nächtliche Polyurie liegt dann vor, wenn das nächtliche Urinvolumen inklusive der ersten Urinmenge am Morgen > ⅓ der Menge während 24 Stunden ist.
Urologische Spasmolytika bewirken bei hyperaktiver Blase eine signifikante Verbesserung der Symptomatik. Dies ist mit einer mäßigen Verbesserung der Lebensqualität assoziiert, wenn auch nicht bei allen Betroffenen. Einige Patienten beenden die Therapie wegen anticholinerger Nebenwirkungen.
In den meisten RCT zu Drang-, Belastungs- und Mischinkontinenz mit urologischen Spasmolytika wurde ein Placeboeffekt von 30–50 % festgestellt. Die Verbesserung durch den eigentlichen medikamentösen Effekt liegt bei 10–30 %.
Empfehlungen zur wirtschaftlichen Verordnungweise finden sich in Wirkstoff aktuell Ausgabe 4/2013(KBV in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zum Thema urologische Spasmolytika, Anticholinergika).

Referenzartikel und andere Quellen

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A.A. Alhasso J. McKinlay K. Patrick L. Stewart Anticholinergic drugs versus non-drug active therapies for overactive bladder syndrome in adults Cochrane database of Systematic Reviews 4 2006 Oct 18 CD003193

Leitlinie 084/001, 2017

AWMF Leitlinie 084/001 S2e Leitlinie – Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, Diagnostik und Therapie www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/084-001.html 2016 (letzter Zugriff: 12. November 2017)

Hay-Smith et al., 2005 20

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G.G. Kay U. Ebinger Preserving cognitive function for patients with overactive bladder: evidence for a differential effect with darifenacin Int J Clin Pract 62 11 2008 Nov 1792 1800 Epub 2008 Aug 11

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M.J. Kennelly A comparative review of oxybutynin chloride formulations: pharmacokinetics and therapeutic efficacy in overactive bladder Rev Urol 2010 Winter; 12(1): 12–19

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N. Lechevallier-Michel M. Molimard J.F. Dartigues C. Fabrigoule A. Fourrier-Réglat Drugs with anticholinergic properties and cognitive performance in the elderly: results from the PAQUID Study Br J Clin Pharmacol 59 2 2005 Feb 143 151

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G. Nabi J.D. Cody G. Ellis P. Herbison J. Hay-Smith Anticholinergic drugs versus placebo for overactive bladder syndrome in adults Cochrane Database Syst Rev 4 2006 Oct 18 CD003781

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K.M. Sink J. Thomas 3rd H. Xu B. Craig S. Kritchevsky L.P. Sands Dual use of bladder anticholinergics and cholinesterase inhibitors: long-term functional and cognitive outcomes J Am Geriatr Soc 56 5 2008 May 847 853 Epub 2008 Apr 1

Västra Götalandsregionen, 2009

Västra Götalandsregionen Urininkontinens, Regionalt Vårdprogram 2009

Wirkstoff,

Wirkstoff aktuell Ausgabe 4/2013(KBV in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zum Thema Urologische Spasmolytika, Anticholinergika). (www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/WA/Archiv/Urologische-Spasmolytika.pdf [letzter Zugriff: 12. November 2017]).

Mittel bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) G04C

5-α-Reduktasehemmer (Finasterid, Dutasterid), α-1-Rezeptorblocker (Alfuzosin, Terazosin, Tamsulosin)

Außer den oben genannten Substanzen wird auch DoxazosinDoxazosin (C02CA04) besprochen, eine antihypertensive Substanz mit zugelassener Indikation bei BPH.

Indikationen

5-α-ReduktasehemmerMittel b. benigner ProstatahyperplasieIndikationenWerden in der Behandlung der BPH gegeben, um
  • die Rückbildung der vergrößerten Prostata zu fördern, den Urinfluss zu verbessern und mit BPH assoziierte Symptome zu lindern.

  • das Risiko des akuten Harnverhalts und den Bedarf an chirurgischen Interventionen zu minimieren.

α-1-RezeptorblockerSind indiziert bei
  • symptomatischer Behandlung der BPH.

  • vorübergehend zur Behandlung von symptomatischer BPH, solange der Patient auf eine definitive Behandlung wartet oder wenn keine chirurgische Therapie möglich ist.

  • transurethraler Katheterisierung bei akutem Harnverhalt bei BPH und zur weiteren Behandlung nach Entfernen des Katheters.

DoxazosinDoxazosin, TerazosinTerazosinSind auch zur Behandlung der Hypertonie zugelassen.

Wirkmechanismus

Eine symptomatische BPH sollte dann behandelt werden, wenn sie die alltägliche Lebensführung und die Lebensqualität beeinträchtigt. Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS)Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS) sind unspezifisch und nicht diagnoseweisend für eine zugrunde liegende Erkrankung. LUTS bestehen aus häufigem Harndrang, verzögertem Beginn des Wasserlassens, schwachem Harnstrahl, unvollständiger Blasenentleerung und Nachtröpfeln. Hat ein Patient eine „symptomatische BPH“, liegt per Definition eine vergrößerte Prostata und eine mechanische Obstruktion der Harnblase und/oder Prostata vor.
5-α-ReduktasehemmerBlockieren die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) in den Prostatazellen. DHT ist unter den Wachstumshemmern der Prostata das potenteste Steroid. 5-α-Reduktasehemmer hemmen das Wachstum v. a. im die Harnröhre umgebenden Prostatagewebe, wodurch sich der Harnfluss und die Symptomatik verbessern; dieser Effekt ist jedoch weniger deutlich als nach einer chirurgischen Intervention. Die Gabe dieser Substanzen ist indiziert bei einer palpabel vergrößerten Prostata oder bei einem im transrektalen Ultraschall gemessenen Prostatavolumen > 30 ml. Die Behandlung mit einem 5-α-Reduktasehemmer senkt den PSA-Wert um etwa die Hälfte des Ausgangswerts vor Behandlungsbeginn. Sowohl DutasteridDutasterid als auch FinasteridFinasterid reduzieren DHT in der Prostata um 90 %; beide haben einen gleichwertigen Effekt auf den Harnfluss und die Symptomatik.
Langzeitstudien konnten zeigen, dass dieser Effekt bestehen bleibt (> 4 Jahre) und bei kontinuierlicher Behandlung kein weiteres Wachstum der Prostata erfolgt. Auch konnte gezeigt werden, dass diese Substanzen das Risiko der Harnretention und den Bedarf an einer Prostataoperation um mehr als 50 % verringern.
α-1-RezeptorblockerWirken im Gegensatz zu 5-α-Reduktasehemmern über Relaxation der glatten Muskulatur im Blasenhals und in der Prostata. Dies verbessert den Harnfluss und verringert die bestehende LUTS-Symptomatik. Diese Effekte sind jedoch deutlich geringer ausgeprägt als nach einer chirurgischen Intervention. Der Effekt ist unabhängig von der Größe der Prostata. α-1-Rezeptorblocker verringern nur während der ersten 2 Jahre der Behandlung das Risiko für Komplikationen; nach diesen beiden ersten Jahren ist das Risiko für Komplikationen und Operation jedoch vergleichbar mit dem von unbehandelten Patienten. Zwischen den zugelassenen Substanzen (Alfuzosin, Terazosin, Doxazosin, Tamsulosin) gibt es keine gesicherten Unterschiede, außer dass bei Tamsulosin und Alfuzosin orthostatische Probleme geringer ausgeprägt sind als bei den anderen Substanzen. α-1-Rezeptorblocker werden einmal täglich verabreicht.
Die Kombinationsbehandlung mit α-1-Rezeptorblockern und 5-α-Reduktasehemmern weist gegenüber einer Einzelbehandlung aus beiden Substanzgruppen Vorteile auf. Um eine max. Symptomlinderung zu erreichen und um das Risiko für spätere Komplikationen und ein Fortschreiten der Symptomatik zu verringern, können Patienten mit einer palpabel vergrößerten Prostata (Volumen > 30 ml) mit dieser Kombinationsbehandlung behandelt werden.

Empfohlene Tagesdosen und Dosisbereiche

Um einen Blutdruckabfall und Schwindel zu vermeiden, sollte Terazosin vorsichtig eindosiert werden, von 1 mg 1 ×/d auf 5 mg 1 ×/d (Tab. 5.4).

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

5-α-ReduktasehemmerMittel b. benigner ProstatahyperplasieNebenwirkungenImpotenz, verringerte Libido, Ejakulationsstörungen, Mastodynie.
α-1-RezeptorblockerHerzklopfen, Brustschmerzen, Schwindel, Benommenheit, periphere Ödeme, Obstipation, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Übelkeit, Dyspnoe, Nasenschleimhautschwellung, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Somnolenz, Apathie, vermehrte Miktion, verzögerte bzw. retrograde Ejakulation, Impotenz, Akkomodationsstörungen.

Ernsthafte Nebenwirkungen

Angina pectoris, Herzinfarkt, Larynxödem sind in der Behandlung mit α-1-Rezeptorblockern beschrieben.

Wichtige Interaktionen

Antiepileptika

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieInteraktionenMittel b. benigner ProstatahyperplasieAntiepileptikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Tamsulosin beschrieben:
CarbamazepinCarbamazepin, PhenobarbitalPhenobarbital, PhenytoinPhenytoin, RifampicinRifampicinDie Plasmakonzentration von Tamsulosin kann sich verringern, die Kombination sollte vermieden werden.
Für Terazosin oder Finasterid sind keine Interaktionen vom Typ C oder D beschrieben. Bei Kombination von Terazosin mit einem anderen Antihypertensivum ist jedoch Vorsicht geboten, hier kann ein starker Blutdruckabfall auftreten.

Antimykotika

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieAntiemykotikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Tamsulosin beschrieben:
KetoconazolKetoconazol, VerapamilVerapamil und weitere Azol-Antimykotika, ClarithromycinClarithromycin, ErytromycinErythromycinDie Plasmakonzentration von Tamsulosin kann sich erhöhen, die Kombination sollte vermieden werden.

Anxiolytika

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieAnxiolytikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Dutasterid beschrieben:
DiltiazemDiltiazemDie Plasmakonzentration von Dutasterid erhöht sich bei gleichzeitiger Gabe von Diltiazem. Die Dosierung von Dutasterid sollte um 25–50 % gesenkt werden.
Folgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Doxazosin beschrieben:
DiltiazemDiltiazemBei gleichzeitiger Gabe kann sich die Plasmakonzentration beider Substanzen erhöhen, wodurch sich die blutdrucksenkende Wirkung beider Substanzen verstärken kann. Regelmäßige Kontrollen und die Beobachtung eventueller posturaler Hypotension werden empfohlen.

Kalziumkanalblocker

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieKalziumkanalblockerFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Dutasterid beschrieben:
VerapamilVerapamilDie Plasmakonzentration von Dutasterid erhöht sich bei gleichzeitiger Gabe von Verapamil. Die Dosierung von Dutasterid muss ggf. um 25 % gesenkt werden.

Urologika

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieUrologikaFolgende Interaktionen vom Typ C und D sind für Doxazosin beschrieben:
SildenafilSildenafil, TadalafilTadalafilBei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil/Tadalafil und Doxazosin kann der Blutdruck synergistisch gesenkt werden. Vorsicht ist geboten. Bevor Sildenafil/Tadalafil angesetzt werden, sollte die Doxazosin-Dosis stabil eingestellt sein. Mit Sildenafil/Tadalafil sollte in einer geringen Dosis begonnen werden.
VardenafilVardenafilWerden Vardenafil und Doxazosin zusammen gegeben, kann der Blutdruck synergistisch gesenkt werden. Vardenafil sollte erst 6 Stunden nach der Einnahme von Doxazosin eingenommen und nur bei Patienten gegeben werden, die bereits stabil auf Doxazosin eingestellt sind. Die Tagesdosis von Vardenafil sollte 5 mg nicht übersteigen.

Kontraindikationen

5-α-ReduktasehemmerMittel b. benigner ProstatahyperplasieKontraindikationen
  • Bei Frauen, Kindern und Jugendlichen

  • Patienten mit deutlich herabgesetzten Leberfunktionswerten

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen 5-α-Reduktasehemmer

α-1-Rezeptorblocker
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Chinazoline (Alfuzosin, Terazosin, Doxazosin)

  • Hypotension oder anamnestisch orthostatische Hypotension

  • Anamnestisch gastrointestinale oder ösophageale Obstruktion

  • BPH und gleichzeitig Abflusshindernis der oberen Harnwege, chronische Harnwegsinfektion oder Blasensteine

  • Überlaufinkontinenz, Anurie oder progrediente Niereninsuffizienz

  • Leberinsuffizienz

Warnhinweise

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieWarnhinweiseVor und während einer medikamentösen Behandlung muss ein Prostatakarzinom ausgeschlossen sein. Aus diesem Grund sind eine rektale Palpation und die Bestimmung des S-PSA vor und während einer medikamentösen Therapie der BPH sinnvoll.
5-α-ReduktasehemmerBisher liegen keine überzeugenden Anhaltspunkte dafür vor, dass Patienten mit einem Prostatakarzinom von der Behandlung mit einem 5-α-Reduktasehemmer profitieren würden. Finasterid und Dutasterid reduzieren den PSA-Wert um etwa 50 % nach 6 Monaten, auch bei gleichzeitig vorliegendem Prostatakarzinom. Diese PSA-Reduktion bei der Behandlung mit Finasterid/Dutasterid schließt jedoch ein gleichzeitiges Vorliegen eines Prostatakarzinoms nicht aus. Die Reduktion des PSA um 50 % ist unabhängig von der Höhe des PSA-Werts stets zu erwarten, auch wenn es individuelle Unterschiede gibt. Verbleibt der PSA-Wert dennoch unter einer Behandlung mit einem 5-α-Reduktasehemmer erhöht, sollte dies sorgfältig abgeklärt werden. Der Anteil des freien PSA (Verhältnis zwischen freiem und totalem PSA) wird durch diese Substanzgruppe nicht signifikant verringert, sondern bleibt während der Behandlung konstant. Wird der Anteil des freien PSA zur diagnostischen Abklärung eines Prostatakarzinoms verwendet, muss der Wert nicht wie oben beschrieben korrigiert werden.
Dutasterid wird über die Haut resorbiert. Frauen, Kinder und Jugendliche sollten daher den Kontakt mit undichten Kapseln vermeiden und im Fall eines Kontakts die Kontaktstelle unbedingt mit Seife und Wasser reinigen.
α-1-RezeptorblockerDiese Substanzgruppe sollte bei antihypertensiv behandelten Patienten mit Vorsicht gegeben werden. Einige Stunden nach Verabreichung kann eine posturale Hypotension mit oder ohne Beschwerden (Schwindel, Müdigkeit, Schwitzen) auftreten. Die Wirkung ist meist vorübergehend, tritt i. d. R. zu Beginn der Einnahme auf und ist meist kein Grund, die Behandlung abzubrechen.
Wie bei anderen vasodilatierenden Substanzen ist auch bei der Behandlung mit einem α-1-Rezeptorblocker bei Patienten mit folgenden akuten Herzerkrankungen Vorsicht geboten:
  • Lungenödem bei Aorta- oder Mitralklappenstenose

  • Herzinsuffizienz mit hyperkinetischem Herzsyndrom

  • Rechtsherzinsuffizienz durch Lungenembolie oder Perikarderguss

  • Linksherzinsuffizienz mit geringem Füllungsdruck

Bei Patienten mit stabiler Herzinsuffizienz bedarf es bei einer Behandlung mit einem α-1-Rezeptorblocker besonderer Vorsicht. Treten Angina-pectoris-Beschwerden erneut auf oder verschlechtern sich diese, muss die Behandlung abgebrochen werden.
Bei einigen Patienten, die zuvor mit Tamsulosin oder einem anderen α-1-Rezeptorblocker behandelt und einer Kataraktoperation unterzogen worden waren, konnte eine diffuse Komplikation an der Iris (Floppy-Iris-Syndrom) beobachtet werden. Ein Klasseneffekt kann daher nicht ausgeschlossen werden. Veränderungen der Irismuskulatur können eine Kataraktoperation erschweren, weshalb der behandelnde Augenarzt vor einer solchen Operation über die laufende oder vorherige Behandlung mit einem α-1-Rezeptorblocker informiert werden sollte.
Eine gleichzeitige Gabe eines α-1-Rezeptorblockers und eines PDE-5-Hemmers (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) kann bei manchen Patienten eine symptomatische Hypotension hervorrufen. Um das Risiko einer posturalen Hypotension zu minimieren, sollte die Behandlung mit einem α-1-Rezeptorblocker vor Beginn mit einem PDE-5-Hemmer gut eingestellt sein.
Patienten mit einer angeborenen oder einer früher bekannten erworbenen QTc-Verlängerung oder solche, die Medikamente einnehmen, die eine QTc-Verlängerung verursachen können, sollten vor der Behandlung mit Alfuzosin untersucht werden.
Patienten mit stark herabgesetzter Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min) sollten kein Alfuzosin erhalten, da für diese Gruppe keine klinischen Sicherheitsdaten vorliegen. Ist die GFR hingegen > 30 ml/min oder ist der Patient jung, kann die normale Dosierung verabreicht werden.

Pharmakologische Angaben

Eine einmalige Dosis mit 5 mg Dutasterid hat eine Halbwertszeit von 3–9 Tagen. Bei therapeutischen Konzentrationen (0,5 mg/d) überwiegt der langsamere, lineare Eliminationsweg und die Halbwertszeit erreicht 3–5 Wochen (Tab. 5.5).

Therapiekontrolle

Zur Auswertung von BPH-Beschwerden wird die IPSS-Skala empfohlen (International Prostatic Symptom Score). Diese Bewertungsskala ist sowohl zur primären Diagnostik als auch zur Verlaufskontrolle oder bei abwartendem Offenlassen geeignet. Wird zunächst abgewartet oder der Patient medikamentös behandelt und weist der Patient initial eine Restharnmenge auf, sollte die Restharnmenge sonografisch bestimmt werden. Klare Grenzwerte der Restharnmenge existieren nicht; diese variiert interindividuell, sowohl ohne Harnwegsbeschwerden als auch z. B. bei BPH. Bei bestehender LUTS sollte jedoch eine Restharnmenge > 100 ml weiter abgeklärt oder zumindest beobachtet werden.
Die Wirkung der 5-α-Reduktasehemmer tritt nach einer Behandlungsdauer von 1–2 Monaten ein, eine abschließende Therapieauswertung sollte jedoch erst nach 6 Monaten erfolgen. Mögliche Nebenwirkungen zeigen sich sukzessive, können aber auch nach einer gewissen Behandlungsdauer wieder zurückgehen.
Die Wirkung der α-1-Rezeptorblocker tritt rasch ein und die meisten Patienten können bereits nach 4 Wochen einen Unterschied feststellen. Auch eventuelle Nebenwirkungen zeigen sich nach einigen Tagen und sistieren bei Beendigung der Therapie.

Alternative Behandlungen

Asymptomatische Patienten mit BPH bedürfen keiner Behandlung. Etwa die Hälfte aller Männer, die auf ihre BPH-Beschwerden untersucht werden, entscheidet sich gegen eine medikamentöse Behandlung.
Absolute Behandlungsindikationen bei Patienten mit einer symptomatischen BPH, denen auch eine operative Behandlung empfohlen werden sollte, sind:
  • Harnverhalt mit Katheterisierungsbedarf

  • Ernste Infektionen

  • Blasensteine und relevante Restharnmenge

  • Chronische Restharnmenge mit Beeinträchtigung der Nieren

Beschwerden beim Absetzen

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieAbsetzenZu Medikamenten für die BPH-Behandlung sind bisher keine problematischen Beschwerden direkt nach deren Absetzen beschrieben. Es liegen jedoch Studienergebnisse vor, die ein erneutes Wachstum der Prostata mit darauffolgender zunehmender Symptomatik nach Absetzen von 5-α-Reduktasehemmern zeigen. Das Prostatavolumen verringert sich um 25 % während einer einjährigen Behandlung mit einem 5-α-Reduktasehemmer. Nach einem weiteren Jahr ohne fortgesetzte Behandlung vergrößert sich das Prostatavolumen laut einer Untersuchung wieder um 20 %. Der PSA-Wert erreicht nach etwa 6 Monaten nach Absetzen eines 5-α-Reduktasehemmers wieder den Ausgangswert vor Behandlungsbeginn.
Wird ein α-1-Rezeptorblocker abgesetzt, kann sich der Blutdruck leicht erhöhen, was jedoch kaum als Symptom wahrgenommen wird. Die LUTS-Problematik verstärkt sich jedoch innerhalb einiger Tage, vorausgesetzt, der α-1-Rezeptorblocker konnte während der Behandlungsphase zuvor diese Symptome lindern.

Behandlung beenden

Mittel b. benigner ProstatahyperplasieTherapieendeDie Behandlung mit einem BPH-Medikament kann und sollte direkt beendet werden. Treten Beschwerden im Zuge einer Kombinationsbehandlung auf, kann es ratsam sein, zunächst den α-1-Rezeptorblocker abzusetzen und den 5-α-Reduktasehemmer allein weiterzugeben. Auch bei unproblematischer Kombinationsbehandlung sollte der α-1-Rezeptorblocker nach 6–9 Monaten abgesetzt werden.

Am Lebensende

Liegt am Lebensende eine schwere und nicht heilbare Krankheit vor, bieten BPH-Medikamente nur sehr geringen oder keinen Nutzen zur Verbesserung der Lebensqualität. Bei starken LUTS-Beschwerden kann ein Katheter einen verringerten Harnfluss entlasten und symptomlindernd wirken. Gegen Schmerzen oder Krämpfe in den unteren Harnwegen bieten Opioide gute Linderung. Butylscopolamin als Injektion ist häufig effektiv gegen schweren Harndrang und Blasenkrämpfe, sowohl mit als auch ohne vorhandenen Katheter. Bereitet eine große Prostata Probleme mit Schmerzen oder bei der transurethralen Katheterisierung, kann ein frühzeitig geplanter und suprapubisch gelegter Katheter eine bessere Alternative darstellen als ein transurethraler Katheter.

Sonstiges

Der stärkste einzelne Indikator für eine spätere Entwicklung eines Harnverhalts in Abwesenheit eines Prostatakarzinoms ist der PSA-Wert. Ein Wert von 1,4 µg/ml entspricht in Bezug auf die Risikoeinschätzung einem Prostatavolumen von 30 ml. Der PSA-Wert ist nicht tumorspezifisch und kann nur schlecht zwischen einer symptomatischen BPH und einem Prostatakarzinom unterscheiden, besonders wenn der Tumor klein und lokalisiert ist. Auch korreliert der PSA-Wert mit dem Alter des Patienten und dessen Prostatavolumen, wobei Letzteres wiederum mit dem Alter des Patienten korreliert.
Die Adhärenz in der medikamentösen BPH-Behandlung ist häufig nicht allzu gut, da ein relativ großer Teil (etwa 25 %) die Behandlung bereits in einem frühen Stadium abzubrechen scheint. Dies geschieht häufiger bei jüngeren Patienten, wenn keine anderen Erkrankungen, sondern nur ein einzelnes Symptom und ein normaler PSA-Wert vorliegen. Die mediane Behandlungsdauer lag bei nur 3 Monaten!
5-α-Reduktasehemmer haben keinen Einfluss auf die spätere Zuverlässigkeit einer Diagnostik eines Prostatakarzinoms und auf den Quotienten zwischen freiem und totalem PSA.
Die α-1-Rezeptorblocker Alfuzosin, Terazosin und Doxazosin zeigten in Studien verglichen mit Placebo ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von gefäßassoziierten Ereignissen.
Tamsulosin, Doxazosin und Terazosin haben keinen oder nur einen sehr kleinen Effekt auf den Blutdruck bei normotensiven Patienten mit BPH.

Referenzartikel und andere Quellen

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AWMF Leitlinie 015/005 S2e Leitlinie – Belastungsinkontinenz der Frau www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/084-001.html 2013 (letzter Zugriff : 20. Dezember 2017)

Leitlinie 084/001, 2017

AWMF Leitlinie 084/001 S2e Leitlinie – Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, Diagnostik und Therapie www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/084-001.html 2016 (letzter Zugriff : 20. Dezember 2017)

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Vårdprogram för Akademiska sjukhuset och primärvården i Uppsala län, 2005

Vårdprogram för Akademiska sjukhuset och primärvården i Uppsala län Symtomgivande Benign Prostatahyperplasi. Utarbetat av Urologkliniken, Akademiska sjukhuset 2005

Verhamme et al., 2003

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Wilt et al., 2008 16

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