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B978-3-437-42502-8.00141-8

10.1016/B978-3-437-42502-8.00141-8

978-3-437-42502-8

Asthma bronchiale

F.J.F. Herth

Zur Orientierung

Asthma bronchialeAsthma bronchialeAsthma bronchialeextrinsischesAsthma bronchialeintrinsischesintrinsisches Asthma bronchialeextrinsisches Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Man unterscheidet:

  • Extrinsisches Asthma bronchiale: Es manifestiert sich oft in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter und ist eine mit Umweltallergenen assoziierte Erkrankung, die saisonal rezidivierend auftritt.

  • Intrinsisches Asthma bronchiale: Es manifestiert sich im mittleren Erwachsenenalter ohne relevante allergische Diathese.

Leitsymptom ist die anfallsweise auftretende Atemnot, eine gefürchtete Komplikation der Status asthmaticusStatusasthmaticus.

Die Diagnose wird mittels Lungenfunktionstest (Spirometrie, Diffusionskapazität), Peak-flow-Protokoll, Allergietests und RAST-Testung gestellt.

Einteilung

Die Deutschen Atemwegsliga empfiehlt eine Einteilung in vier Schweregrade:

Schweregrade des Asthma bronchialeAsthma bronchialeSchwerdegrade

Schweregrad Anfälle nachts Anfälle tagsüber FEV 1
I intermittierend ≤ 2 × pro Monat ≤ 2 x pro Woche ≥ 80 %
II geringgradig persistierend > 2 x pro Monat < 1 x pro Tag ≥ 80 %
III mittelgradig persistierend > 1 x pro Woche täglich 60–80 %
IV schwergradig persistierend häufig ständig ≥ 60 %

Therapie

Die Therapie des Asthma bronchiale erfolgt üblicherweise als Stufentherapie, die sich am Schweregrad des Asthmas orientiert. Je nach Stufe unterscheidet man Bedarfs- und Dauertherapie. Grundsätzlich erhalten alle Patienten als Bedarfsmedikation inhalative kurz wirksame β2-Sympathomimetika für den Fall der akuten Atemnot: Jeder Asthmapatient sollte einem Schulungsprogramm zugeführt werden .
Stufe I – intermittierendes Asthma: Hier gibt es keine Dauertherapie .
Stufe II – geringgradig persistierendes Asthma: Als Dauertherapie können inhalative Kortikosteroide in niedriger Dosierung oder in begründeten Fällen Leukotrienantagonisten gegeben werden .
Stufe III – mittelgradig persistierendes Asthma: Als Dauertherapie werden in erster Linie niedrig/mittelgradig dosierte inhalative Kortikosteroide eingesetzt. Diese können mit einem langwirksamen β2-Sympathomimetikum kombiniert werden (auch als feste Kombination). Gemäß den aktuellen Leitlinien kommt als nächster Schritt bei bleibender Symptomatik ein langwirksames Anticholinergika zum Einsatz. Als weitere Optionen kommen Leukotrienantagonisten oder Theophyllin in Betracht. Bezüglich des inhalativen Kortikosteroids sollte die niedrigste noch wirksame Dosis austitriert werden .
Stufe IV – schwergradig persistierendes Asthma: Die dauerhafte Therapie kann mit einem inhalativen Kortikosteroid in mittlerer/hoher Dosierung erfolgen in Kombination mit einem langwirksamen β2-Sympathomimetikum und langwirksamen Anticholinergika. Bei Patienten mit erhöhtem IG-E-Spiegel kommt Omalizumab zum Einsatz. Zusätzlich können Leukotrienantagonisten, Theophyllin oder Kortikosteroide in der kleinsten noch wirksamen Dosis eingesetzt werden . In Einzelfällen wird eine endoskopische Intervention (Thermoplastie) vorgenommen.

Komplikationen

Der akute AsthmaanfallAsthmaanfall, akuter kann dramatisch verlaufen. Die Maximalvariante, der sog. Status asthmaticus, stellt eine unmittelbare Lebensbedrohung dar . Patienten mit Status asthmaticus haben ein verlängertes Exspirium bei exspiratorischem Stridor. Symptome des Status asthmaticus sind Dyspnoe mit hechelnder, beschleunigter Atmung und Abschwächung des Atemgeräusches. Durch die Hypoxie kommt es zu Blässe und Zyanose der Lippen, Finger und Zehen sowie kompensatorischer Tachykardie. Weitere Symptome sind Unruhe, Pupillenweite und Inkontinenz. Bei längerem Verlauf kann es zur Atemerschöpfung, Bradykardie und Somnolenz kommen.
Für den Status asthmaticusStatusasthmaticus ist eine sofortige intensivmedizinische Überwachung und Behandlung indiziert. Initial werden 4–8 l O2/min über eine Nasensonde appliziert, im weiteren Verlauf entsprechend der Blutgasanalyse. Ein intravenöser Zugang zur Applikation der Medikamente und die Kontrolle der Blutgaswerte mittels Blutgasanalyse sind zur Therapieüberwachung Grundvoraussetzung. Die medikamentöse Therapie erfolgt mittels:
  • β2-Sympathomimetika als Dosieraerosol (2 Hübe ggf. Wiederholung); bei Unfähigkeit zur Inhalation des Patienten ist auch die subkutane Gabe möglich.

  • Theophyllin i. v.

  • Kortikosteroide i. v.

  • Sedierung (nur wenn nicht vermeidbar)

  • ggf. Intubation und maschinelle Beatmung.

Evidenz der Therapie bei Asthma

Therapie Evidenzgrad Empfehlungsstärke
ICS als Basistherapie Ia A
Körperliche Aktivität Ib A
Rauchstopp Ia A
Patientenschulung Ib A

Ökonomische Aspekte

Asthmatiker, die eine Schulung durchlaufen haben und mittels Peak-flow-Kontrollen eine Therapieanpassung gemäß Vorgaben durchführen, erleiden weniger akute Asthmaexazerbationen.

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