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B978-3-437-42502-8.00154-6

10.1016/B978-3-437-42502-8.00154-6

978-3-437-42502-8

Diabetes mellitus Typ 2

K. Müssig

B. Gallwitz

Zur Orientierung

Der Typ-2-DiabetesTyp-2-Diabetes (> 90 % der Patienten mit Diabetes)Diabetes mellitusTyp 2 ist durch einen relativen Insulinmangel Insulinmangelmit gestörter Insulinsekretion bei Insulinresistenz definiert. Es besteht eine genetische Disposition. Oft ist die Erkrankung mit abdominaler AdipositasAdipositas, DyslipidämieDyslipidämie und arterieller Hypertoniearterielle HypertonieHypertoniearterielle assoziiert (metabolisches Syndrom).metabolisches Syndrom

Da ein Typ-2-Diabetes lange asymptomatisch verlaufen kann, ist die Diagnose nicht selten ein Zufallsbefund oder erfolgt erst aufgrund des Bestehens von Komplikationen. Die laborchemischen Kriterien entsprechen denen des Typ-1-Diabetes. Zusätzlich kann ein Typ-2-Diabetes auch anhand eines erhöhten HbA1c-Wertes diagnostiziert werden (HbA1c > 6,5 % oder 48 mmol/mol).

Stadien

Bei vielen Patienten besteht zu Beginn der Erkrankung infolge des Übergewichts eine Insulinresistenz. Nach anfänglicher Kompensation der Insulinresistenz durch vermehrte Insulinsekretion kommt es zur Erschöpfung der Beta-Zellen und zur Einschränkung des Glukosestoffwechsels:
  • Abnorme NüchternglukoseNüchternglukoseabnorme (IFG = impaired fasting glucose): Nüchternglukose 100–125 mg/l

  • Gestörte Glukosetoleranz Glukosetoleranz, gestörte(IGT = impaired glucose tolerance): 2 h-Wert im OGTT 140–199 mg/l.

Hier können nichtmedikamentöse Maßnahmen (körperliche Bewegung, ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung) das Fortschreiten zum Typ-2-Diabetes aufhalten. Mit zunehmendem Beta-Zell-Versagen im Pankreas kommt es zur Manifestation der Erkrankung.

Therapie

Therapieziele umfassen eine Stoffwechselnormalisierung und die Risikoreduktion für mikro- und makrovaskuläre Erkrankungen . Die Ernährungs- und Bewegungstherapie sowie eine eventuelle Raucher-Entwöhnung, die im Rahmen einer strukturierten Schulung vermittelt werden sollten, sind von entscheidender Bedeutung . Die kurzfristige Therapieüberwachung erfolgt durch Blutglukoseselbstkontrolle, der HbA1c-Wert sollte alle 3–6 Monate bestimmt werden und dient der langfristigen Stoffwechselkontrolle.
Sollten die Therapieziele durch die zuvor genannten Maßnahmen nicht erreicht werden (individuelles HbA1c-Ziel 6,5–7,5 %), HbA1c-Wertist zunächst eine Pharmakon-Monotherapie möglichst mit Metformin anzuwenden . Bei erneutem Nichterreichen der individuellen Therapieziele nach 3–6 Monaten kommt eine Pharmaka-Zweifachkombination zum Einsatz . Ist nach 3–6 Monaten wiederum keine Besserung erkennbar, sollte zusätzlich zu den oralen Antidiabetika eine Insulintherapie erfolgen .

Komplikationen

Die Komplikationen entsprechen denen bei Typ-1-Diabetes. Aufgrund des lediglich relativen Insulinmangels tritt allerdings bei einer hyperglykämischen Dekompensation eine diabetische Ketoazidose selten auf, vielmehr kann es zu hyperosmolares KomaKomahyperosmolareseinem hyperosmolaren Koma kommen.
Kardiovaskuläre Erkrankungen treten bei Patienten mit Typ-2-Diabetes viel häufiger auf und sind die Haupttodesursache dieser Patienten. Auch das diabetische Fußsyndrom diabetisches Fußsyndromist hier eine schwerwiegende vaskuläre und neurologische Komplikation und führt zu einer hohen Amputationsrate der unteren Extremitäten.
Nur durch einen umfassenden Behandlungsansatz, der die Kontrolle von Blutglukose, Blutdruck und Blutfetten, eine Ernährungs- und Bewegungstherapie sowie eine Raucherentwöhnung mit einschließt, ist den mikro- und makrovaskulären Risiken zu begegnen.

Ökonomische Aspekte

Bis zu ein Drittel aller stationären Patienten leiden an Diabetes. Eine adäquate Stoffwechseleinstellung verringert unter anderem Krankenhausmortalität und -verweildauer.

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