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B978-3-437-42502-8.00027-9

10.1016/B978-3-437-42502-8.00027-9

978-3-437-42502-8

Erytheme

U. Raap

J. Weiß

(†)

Definition

Als ErythemErytheme wird eine umfassende Rötung der Haut bezeichnet, die durch eine vermehrte lokale Durchblutung im Rahmen einer Gefäßerweiterung bei einer Entzündung zustande kommt. Es werden umschriebene, figurierte, multiforme und großflächige Erytheme unterschieden.

Anamnese

Anamnestisch sollten bakterielle oder virale Infekte, maligne Tumoren, Arzneimittelunverträglichkeiten und Autoimmunerkrankungen eruiert werden, die als Auslöser für Erytheme in Frage kommen.

Untersuchungen

Durch den Glasspateldruck lässt sich das Erythem entfärben, was für die Differenzialdiagnose einer Einblutung ein wichtiges Kriterium darstellt. Ein dunkelroter Farbton ist ein Zeichen für tiefe Entzündungsprozesse und für Stauungen oder Stasen. Generell sind Erytheme nicht druckdolent, mit Ausnahme des Erythema nodosum, der Pannikulitis und des Erysipels, die eine Druckdolenz vorweisen . Das Rezidiverysipel kann auch ohne Druckdolenz einhergehen.
Laboruntersuchungen sind zur Differenzialdiagnostik meist nicht erforderlich. In der Tabelle ist die weiterführende Labordiagnostik aufgeführt. Biopsien werden bei der diagnostischen Einordnung von figurierten oder knotigen Erythemen häufig benötigt.

Differenzialdiagnostische Befunde häufiger ErythemeSchmetterlingserythemWangenerythemGesichtserythemLupus erythematodes, systemischersystemischer Lupus erythematodesLichtdermatose, polymorpheErysipelRubeosis facieiGesichtserythemgeneralisiertesWangenerythemchronischeschronisches Wangenerythemchronisches PalmarerythemPalmarerythemchronischesRosaceaFußerythemUnterschenkelerythemStauungsekzemErythemamigransPalmarerythemErythemeanuläreanuläres ErythemErythemeknotigeknotige ErythemeWanderrötemultiforme ErythemeErythememultiformeErythemaexsudativum multiformeAlterserythrodermienErythrodermien, akuteSweet-SyndromErythemefigurierteSweet-SyndromMyxödemPannikulitisplaqueförmige ErythemeErythemeplaqueförmige

Lokalisation Mögliche Erkrankung Häufigkeit Weiterführende Diagnostik
1. umschriebene Erytheme
Schmetterlingserythem (Gesicht; Abb. 1) systemischer Lupus erythematodes ++ Arthritis, Organmanifestationen (Herz, Niere, ZNS), Serologie: ANA, ENA, dsDNA-AK
Wangenerythem polymorphe Lichtdermatose ++ im Frühjahr bei jungen Frauen, Lupus-Serologie negativ
Gesichtserythem (Abb. 2) Erysipel ++++ akuter Beginn mit Fieber, Malaise, Druckdolenz, Lymphadenitis
generalisiertes Gesichtserythem Rubeosis faciei ++++ gehäuft bei Hypertonie, COPD, Diabetes; familiäre Variante: Erythema faciale perstans
chronische Wangenerytheme (Abb. 3) Rosacea +++++ zusätzlich Papeln, Pusteln und Teleangiektasien; Lupus-Serologie: negativ
chronische Palmarerytheme Palmarerythem +++ kaum Symptome; gehäuft bei Hepatopathien, Diabetes, Rheuma und in der Schwangerschaft; familiäre Form bekannt
Unterschenkel/Fußerytheme (einseitig) Erysipel ++++ Rezidiverysipele sind zuweilen symptomfrei! Kompression wird nicht toleriert
Unterschenkel Stauungsekzem ++++ schleichender Beginn, nicht druckdolent; Kompression führt zur Besserung
2. figurierte und knotige Erytheme
anuläre Erytheme: gesamtes Integument Erythema migrans(Wanderröte; Abb. 4) +++ Borreliose-Stadium 1, kaum Symptome, Serologie nur in 50 % der Fälle positiv
knotige Erytheme:
  • oberer Stamm, Oberarmstreckseiten

  • Tibiakanten

Sweet-Syndrom
  • Erythema nodosum

++
+++
  • münzförmige erythematöse dermale Infiltrate; typisch Druckdolenz sowie pseudovesikulöse Oberfläche; meist hohes Fieber im Schub, im Blutbild Neutrophilie; sehr häufig mit Leukämien assoziiert

  • extrem druckdolente Infiltrate; meist durch Infekte (Streptokokken, Yersinien, Mykobakterien), bei Sarkoidose und Schwangerschaft

plaqueförmige Erytheme:
  • Beine

  • Unterschenkel

  • Pannikulitis

  • Myxödem

+++
++
  • Herde großflächiger und nicht so druckdolent wie E. nodosum; Auslöser: Infekte, Pankreatopathien, α1-Antitrypsinmangel; meist Biopsie erforderlich

  • flächige erythematöse dermale Infiltrate; bei Schilddrüsenerkrankungen und Paraproteinämien

3. multiforme Erytheme
Arme, Beine, oft disseminiert, Schleimhäute Erythema exsudativum multiforme (Abb. 5) +++ münzförmige, kissenartige, oft zentral bullöse Erytheme (schießscheibenartig), meist postherpetisch
4. großflächige Erytheme (Erythrodermien)
generalisiert, oft Prädilektionsstellen Dermatosen (Psoriasis, Ekzeme) +++++ meist chronischer Verlauf, Familienanamnese, Verteilungsmuster
großflächig, stammbetont Alterserythrodermien +++ chronisch, Blutbild und Biopsie zur Abgrenzung eines kutanen T-Zell-Lymphoms oder Sézary-Syndroms
großflächig disseminiert akute Erythrodermien ++ akuter Verlauf, meist Medikamente

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