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B978-3-437-42502-8.00028-0

10.1016/B978-3-437-42502-8.00028-0

978-3-437-42502-8

Abb. 6

Makulöses Exanthem.

Abb. 7

Papulöses Exanthem.

Abb. 8

Schuppiges Exanthem.

Abb. 9

Vesikulöses Exanthem.

Abb. 10

Urtikarielles Exanthem.

Exantheme

U. Raap

J. Weiß

(†)

Definition

Exantheme ExanthemeEnanthemesind durch das Auftreten gleichförmiger Effloreszenzen charakterisiert, die oftmals generalisiert und meist symmetrisch am Integument vorkommen. An den Schleimhäuten werden diese als Enantheme bezeichnet. Es werden urtikarielle, vesikulöse makulöse, papulöse und schuppige Effloreszenztypen unterschieden.

Anamnese

Die Anamneseerhebung ist bei Exanthemen neben der körperlichen Untersuchung wichtig, um zwischen infektiösen und nichtinfektiösen Auslösern zu unterscheiden. Virale Infektionen sind die häufigsten Auslöser von Exanthemen. Allergische Reaktionen über die Einnahme von Arzneimitteln kommen ebenso als Auslöser eines Exanthems in Frage. Die Differenzierung eines arzneimittelbedingten von einem infektbedingten Exanthemmedikamenteninduzierte(r)ExanthemeExanthememedikamenteninduzierte ist oftmals nicht leicht, da Infekte häufig mit Arzneimitteln behandelt werden.
Das arzneimittelbedingte allergische Exanthem tritt meist zwischen dem 7. und 12. Tag nach Therapiebeginn auf, kann aber auch erst Wochen nach dem Absetzen zum Ausdruck kommen, wenn die Substanz noch nicht abgebaut ist. Arzneimittel wie Allopurinol, ACE-Hemmer sowie Carbamazepin/Phenytoin sind klassische Auslöser für verzögerte Arzneimittelexantheme.
Die Lokalisation hat für das fixe ArzneimittelexanthemArzneimittelexanthem eine diagnostische Aussagekraft, da Rezidive in loco nach erneuter Einnahme auftreten. Die Ausbreitung der allergischen Exanthemeallergische ExanthemeExanthemeallergischeExanthemeparainfektiöseparainfektiöse Exantheme ist meist zentrifugal mit Beginn am oberen Stamm, während parainfektiöse Exantheme eher in der Peripherie der Extremitäten beginnen.

Untersuchungen

Die Ganzkörperinspektion mit der sorgfältigen Analyse von Infektzeichen gehört zum wichtigsten Schritt , um zwischen einem infektiösen und einem nichtinfektiösen Exanthem zu differenzieren. Die Infektserologie ist in der Akutphase des Exanthems oftmals noch nicht positiv und daher nicht wegweisend. Hauttests können nach Abklingen des Exanthems zum Nachweis einer Sensibilisierung gegenüber Arzneimitteln hilfreich sein. Der Nachweis von spezifischen IgE-Antikörpern gegenüber Medikamenten kann bei urtikariellen Exanthemen (Abb. 10) zur Sicherung der Diagnose führen. Expositionstestungen müssen sorgfältig abgewogen werden, da diese zur Anaphylaxie führen können. Weitere Laboruntersuchungen wie der Lymphozytentransformations- und Basophilenstimulationstest sind bislang nicht in der Routinediagnostik etabliert. Hautbiopsien sind diagnostisch wegweisend bei exanthematischen Dermatosen (z. B. Psoriasis, Lichen ruber, allergische Vaskulitis).
Mit der rasanten Ausbreitung der Syphilis, die Exantheme und Enantheme induziert, sollte bei unklarer Ursache eines Exanthems die serologische Untersuchung auf eine Syphilis Syphilisserologische Untersuchungserologische Untersuchung, Syphiliserfolgen.

Differenzialdiagnosen

  • 1.

    makulöse Exantheme (Abb. 6): makulöse Exanthemepapulöse Exanthemeknotige Exanthemeschuppige Exanthemevesikulöse Exanthemebullöse Exanthemeurtikarielle Exanthemeausgelöst durch Virus-, bakterielle Infekte oder Arzneimittel

  • 2.

    papulöse oder knotige Exantheme (Abb. 7): exanthematischer Lichen ruberLichen ruber, exanthemischer, PrurigoPrurigo, KrätzeKrätze

  • 3.

    schuppige Exantheme (Abb. 8): SchuppenröschenSchuppenröschen (Pityriasis roseaPityriasisrosea), PsoriasisPsoriasis, Psoriasis guttataPsoriasisguttata, TineaTinea oder Pityriasis versicolorPityriasisversicolor (Kleiepilzflechte)Kleiepilzflechte

  • 4.

    vesikulöse/bullöse Exantheme (Abb. 9): WindpockenWindpocken, Hand-Mund-Fuß-ExanthemHand-Mund-Fuß-Exanthem (Coxsackie-Viren), selten arzneimittelbedingt

  • 5.

    urtikarielle Exantheme (Abb. 10): starker Juckreiz, Kratzspuren aber selten; UrtikariaUrtikaria im Gegensatz zu urtikariellen Arzneimittel-/InfektexanthemenInfektexantheme mit schubförmigem Verlauf.

Erytheme

Abb. 1

Lupus erythematodes

Abb. 2

Gesichtserysipel

Abb. 3

Rosacea

Abb. 4

Erythema migrans

Abb. 5

Erythema exsudativum multiforme

Exantheme

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