© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-42502-8.00162-5

10.1016/B978-3-437-42502-8.00162-5

978-3-437-42502-8

Gastroösophageale Refluxkrankheit

E. Endlicher

J. Schölmerich

GERD (gastroösophageale Refluxkrankheit)

Zur Orientierung

Nach der Montreal-Klassifikation wird die gastroösophageale Refluxkrankheitgastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)Refluxkrankheitgastroösophageale (GERD) als ein Zustand definiert, bei dem der Reflux von Mageninhalt störende Symptome u./o. Komplikationen verursacht. Man unterscheidet die erosive (Refluxösophagitis) Refluxösophagitisund nichterosive Form. Leitsymptom ist Sodbrennen (Sodbrennen).Sodbrennen

Die Diagnose kann durch probatorische Therapie mit PPI, ÖGD oder pH-Metrie gestellt werden.

Therapie

Wichtigste Ziele der Therapie sind die Beschwerdefreiheit des Patienten, bei endoskopisch nachgewiesener Refluxösophagitis die Abheilung der Läsionen und die Verhinderung von Komplikationen (z. B. Blutung, Stenose, Karzinom).
Die medikamentöse Therapie stellt sowohl bei der Akuttherapie als auch bei erforderlicher Langzeittherapie die wichtigste Therapieform dar. Bei typischen Refluxbeschwerden (Sodbrennen, Regurgitation) ohne Alarmsymptome kann ohne Endoskopie eine empirische Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI) erfolgen (Sodbrennen) . Darüber hinaus werden Allgemeinmaßnahmen empfohlen, z. B. Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, Gewichtsreduktion, Vermeiden fetter Mahlzeiten, Verzicht auf Rauchen.
Spricht der Patient auf eine empirische Therapie an, kann „Step-down“ die Therapie beendet und der Spontanverlauf abgewartet werden oder auf eine Bedarfstherapie oder auch eine niedrigdosierte Dauertherapie umgestellt werden . Kommt es zu einem frühen Rezidiv (innerhalb von 3 Monaten) oder spricht der Patient schlecht auf die Therapie an, sollte eine ÖGD durchgeführt werden, da Patienten mit schwerer Ösophagitis durch rasche Rezidive nach Absetzen einer PPI-Akuttherapie gekennzeichnet sind . Kommt es zu einem späten Rezidiv (3 Monate nach Absetzen der Therapie oder später), erfolgt eine Therapie wie initial .
Bei schlechtem Ansprechen auf erneute Therapie oder Weiterbestehen von Beschwerden wird eine ÖGD erforderlich, sofern sie nicht bereits zur Diagnosestellung durchgeführt wurde, um die Diagnose einer Ösophagitis zu stellen, andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen (u. a. Karzinom, Divertikel) oder Komplikationen aufzuspüren.
Wird kein pathologischer Befund erhoben, kann die pH-Metrie/Impedanzmessung eine Refluxkrankheit nachweisen .

Klassifikationen und Stadieneinteilung

Wird die Diagnose Ösophagitis gestellt, erfolgt die Stadieneinteilung nach unterschiedlichen Klassifikationen.
Die Einteilung nach der Los-Angeles-KlassifikationLos-Angeles-KlassifikationÖsophagitisÖsophagitisLos-Angeles-Klassifikation ist einfach, zeigt die geringste interindividuelle Variabilität und wird international verwendet. Sie unterteilt die Refluxösophagitis nach dem Ausmaß der Schleimhauterosionen in 4 Stadien.

Einteilung nach Los-Angeles-Klassifikation

Stadium Schleimhautbefund
A eine oder mehrere Schleimhautläsionen
B eine Läsion länger als 0,5 cm, Läsionen überschreiten noch nicht zwei Mukosafalten
C mehrere Mukosafalten werden von den Läsionen überschritten, aber noch keine zirkulären Defekte
D Nachweis zirkulärer Defekte
Alle Formen werden mit PPI behandelt (s. o.). Die Dauer der Therapie und die Dosis sind abhängig vom Schweregrad. Erst wenn die medikamentöse Therapie versagt, stellt die chirurgische Therapie (Fundoplikatio) eine alternative Therapiemöglichkeit dar . Die Entscheidung zur Fundoplikatio wird durch das Vorliegen anatomischer Veränderungen wie einer Hernie erleichtert. Zur Entscheidungsfindung werden ein Röntgen-Breischluck in Kopftieflage und ggf. eine Manometrie herangezogen.

Komplikationen und deren Behandlung

Die wichtigsten Komplikationen sind Barrett-ÖsophagusBarrett-Ösophagus, peptische Stenosenpeptische Stenosen und Blutungen. Der Barrett-Ösophagus wird wegen des Karzinomrisikos in Abhängigkeit von seiner Ausdehnung und Histologie per ÖGD überwacht. Peptische Stenosen, die zu Schluckbeschwerden führen, werden bevorzugt endoskopisch dilatiert. Die Therapie von Blutungen erfolgt endoskopisch interventionell.

Ökonomischer Aspekt

Bei nichterosiver Refluxkrankheit ist eine PPI-Bedarfstherapie die beste Langzeitstrategie.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen