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B978-3-437-42502-8.00037-1

10.1016/B978-3-437-42502-8.00037-1

978-3-437-42502-8

Gelenkschwellung, Gelenkschmerz

P. Wagener

Definition

GelenkschwellungenGelenkschwellungen und GelenkschmerzenGelenkschmerzen können unterschiedlicher Natur sein. Die Schmerzanamnese, die Anzahl der befallenen Gelenke, das Muster der Gelenkschwellungen und die extraartikulären Manifestationen sind für die jeweiligen Erkrankungen typisch. Erkrankungen des Bewegungsapparates haben eine charakteristische Zeitgestalt.

Anamnese

Der Patient wird konkret nach Ort und Anzahl der betroffenen Gelenke bzw. funktionellen Einheiten befragt. Bei der ersten Anamnese interessieren alle Gelenke! Ebenso wichtig sind vorausgegangene Episoden längerer Beschwerden und auslösende Momente: Belastung-, Spät- oder Ruheschmerzen. Die Familienanamnese gibt Hinweise auf entzündlich-rheumatische, systemische Polyarthrosen und metabolische Erkrankungen. Die tageszeitliche Abhängigkeit der Hauptbeschwerden ist differenzialdiagnostisch wichtig (z. B. nächtliche Schmerzen bei rheumatischer Ursache) .
Belastungsabhängige Beschwerden weisen auf mechanische Ursachen hin. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen bis rheumatische Erkrankungenrheumatische Erkrankungenentzündlicheentzündliche rheumatische Erkrankungenzeigen dagegen einen langsamen, schleichenden Beginn und einen schubweisen Verlauf. Bestehen Morgensteifigkeit der Fingergelenke oder nächtliche Schmerzen? Gibt es Hinweise auf infektiöse Ursachen, z. B. Enteritis, Adnexitis, Zeckenbisse (reaktive Arthritis )? Der plötzlich auftretende, heftigste Schmerz einzelner Gelenke ist das Merkmal der metabolischen Arthritiden . ArthritismetabolischeMuskelkaterartige Dauerschmerzen des Schulter- und Beckengürtels sind ein Zeichen entzündlicher Muskelerkrankungen (Poly- und Dermatomyositis) .Muskelerkrankungen, entzündlicheentzündliche Muskelerkrankungen
Der diffuse, undifferenzierte Schmerz, ohne klare Angabe einer bestimmten Region oder eines bestimmten Rhythmus („immer und überall“) weist auf ein funktionelles Syndromfunktionelles Syndrom (Fibromyalgie-Syndrom) hin .Fibromyalgie-Syndrom

Untersuchungen

Bei degenerativen Erkrankungen sind Schwellungen durch Osteophyten, Ergüsse oder Ausbildung von Pannusgewebe derb und nur wenig dolent tastbar. Bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind sie eher weich und druckschmerzhaft .
Wenn möglich, ist eine diagnostische Punktion vorzunehmen . Das Verteilungsmuster der betroffenen Gelenke ist diagnostisch bedeutsam .
Die Untersuchung der Haut und Augenveränderungen iAugenveränderungenGelenkschwellungen/-schmerzenst für das Erkennen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung wichtig, bis . Erkrankungen der Adnexe, Urethritis, Balanitis gehören zu den Spondylarthritiden, Reiter-Syndrom (ankylosierende Spondylitis, reaktive Arthritis).ankylosierende SpondylitisSpondylitis, ankylosierendeReiter-SyndromSpondylarthritis
Die Erstdiagnostik bei V. a. Vorliegen einer rheumatischen Erkrankung soll die Frage nach einer entzündlichen Genese klären. Das Basislabor umfasst BSG, CRP, Rheumafaktor, Citrullin-(CCP-)Antikörper, Differenzialblutbild, Harnsäure. Die Indikation zur speziellen bildgebenden Diagnostik ist während der weiteren rheumatologischen Klärung zu stellen.

Differenzialdiagnosen

Mögliche Ursachen von Gelenkschmerzen/-schwellungenmetabolische ArthritisArthritismetabolischeGichtChondrokalzinoseHämochromatoseApatitrheumatismusPseudogichtPsoriasisarthritisArthritisPsoriasisrheumatoide ArthritisArthritisrheumatoideArthritispostinfektiösepostinfektiöse Arthritisreaktive ArthritisArthritisreaktiveKollagenosensystemischer Lupus erythematodesLupus erythematodes, systemischerSjögren-Syndromsystemische SkleroseSklerose, systemischePolymyalgia rheumatica

Erkrankung Häufigkeit (Prävalenz) Diagnostische Befunde
degenerative Erkrankungen > 50 % Röntgenbild; unauffälliges Labor
funktionelle Syndrome 2 % Klinik
rheumatoide Arthritis 1 % Labor: Rheumafaktor, Citrullin-AK (CCP-AK)
reaktive/postinfektiöse Arthropathien 5/100 000 Mikrobiologie-Serologie: Yersinien, Chlamydien, Borrelien
metabolische Arthropathien
Gicht 10 % Labor: Harnsäure, im Punktat Uratkristalle
Chondrokalzinose (genetische und sporadisch isolierte Form) (altersabhängig) bis zu 30 % Röntgenbild; im Punktat Kalzium-Pyrophosphat-Kristalle
Hämochromatose 0,25 % genetische Form Labor: Ferritin, genetische Assoziation
Apatitrheumatismus/Pseudogicht < 0,1 % Punktat: Apatitkristalle
Psoriasisarthritis und Sonderformen 1 % Röntgenbild
Kollagenosen
systemischer Lupus erythematodes 5/100 000 ANA, dsDNA
Sjögren-Syndrom 1–3 % (bei über 50-Jährigen) ENA (SS-A, SS-B)
systemische Sklerosen 300/1000 000 ENA
Polymyalgia rheumatica 1 % (bei über 50-Jährigen) BSG, CRP

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