© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-42502-8.00043-7

10.1016/B978-3-437-42502-8.00043-7

978-3-437-42502-8

Halsschmerzen

Ch. Wrede

Definition

Schmerzen, HalsschmerzenKratzen, Brennen und Trockenheitsgefühl im Hals- und oberen Kehlkopfbereich, insbesondere beim Schlucken, werden als Halsschmerzen bezeichnet.

Anamnese

Durch die Anamnese können Halsschmerzen weiter abgeklärt werden: Eine akute Pharyngitis Pharyngitisakuteakute Pharyngitischronische Pharyngitisund Tonsillitis Tonsillitis gehen oft mit FieberFieber einher, weiterhin ist die Frage nach Erkrankungen im Umfeld des Patienten hilfreich. Eine raue Stimme raue Stimmebis zur Aphonie zeigt eine Laryngitis Laryngitisoder Epiglottitis Epiglottitisan. Begleiterkrankungen und deren medikamentöse Therapie können auf einen reduzierten Immunstatus oImmunstatus, reduzierterder eine AgranulozytoseAgranulozytose hinweisen.
Eine Dauer der Beschwerden über 3 Monate ist pathognomonisch für eine chronische Pharyngitis, Tonsillitis oder einen Tumor. Die chronische Pharyngitischronische PharyngitisPharyngitischronische ist meist mit geringen Schluckbeschwerden, aber einem Trockenheits- und Globusgefühl mit häufigem Räuspern und unproduktivem Husten vergesellschaftet. Anamnestisch weiterführend sind Fragen nach Nikotin- und Alkoholabusus (chronische Pharyngitis, Tumor), Staubbelastung oder Exposition gegenüber chemischen Reizen (chronische Pharyngitis), Trockenheit der Schleimhäute und reduzierte Tränenproduktion (Sjögren-Syndrom) oder gleichzeitiges Brennen der Zunge (Plummer-Vinson-SyndromPlummer-Vinson-Syndrom bei Eisenmangel).
Eine einseitige Lokalisation der Beschwerden weist auf eine neoplastische Genese hin, hierbei finden sich häufig auch stechende, ins Ohr ziehende Schmerzen und eine kloßige Sprache.

Körperliche Untersuchung

Bei der akuten Pharyngitisakute Pharyngitis findet sich eine Rötung und Schwellung des Pharynx . Wenn eine Rötung und Schwellung der Gaumenmandeln nachgewiesen werden, handelt es sich um eine Tonsillitis (Angina catharralis). Angina catharralisFibrinbeläge der Krypten werden als Angina lacunaris Angina lacunarisbezeichnet. Klinisch finden sich häufig vergrößerte und druckschmerzhafte Halslymphknoten.
Konfluierende und auf die Gaumenbögen übergreifende Beläge weisen auf eine TonsillitisStreptokokkentonsillitis durch Streptokokken hin . Eine begleitende Laryngitis, weißliche, leicht blutende Beläge und ein süßlicher Geruch können durch eine DiphtherieKruppDiphtherie (Krupp) verursacht sein . Flache Ulzera mit granulierenden Rändern sind pathognomonisch für eine Tuberkulose Tuberkulose. Weißliche Beläge auf Tonsillen und Mundschleimhaut sprechen für einenSoor Soorbefall ; wenn diese etwa 8 Wochen nach einer Primärinfektion auftreten, sollte an eine Lues LuesLuess. a. Syphilis;bSyphiliss. a. Luesgedacht werden .
Ein Peritonsillarabszess Peritonsillarabszessmit einseitiger Schwellung und Beschwerden kann als Komplikation einer akuten Tonsillitis, in der Regel durch Streptokokken , auftreten.
Fibrinöse Beläge zusammen mit einer Tonsillenschwellung, generalisierter Lymphadenopathie und Splenomegalie weisen auf ein Pfeiffer'sches DrüsenfieberPfeiffersches Drüsenfieber durch eine EBV-Infektion hiEBV-Infektionn. Aphthenähnliche Läsionen auf den Gaumenbögen können durch eine HerpanginaHerpangina im Rahmen einer Coxsackie-A-Infektion Coxsackie-A-Infektionverursacht sein . Häufig sind Pharyngitiden im Rahmen grippaler Infekte durch Rhino-, Corona- und Adenoviren verursacht.
Bei der chronischen Pharyngitis chronische Pharyngitischronische TonsillitisTonsillitischronischePharyngitischronische findet sich oft eine trockene, blasse, atrophe Schleimhaut. Eine chronische Tonsillitis geht mit geringen Rötungen, aber auch zerklüfteten Tonsillenoberflächen und Vernarbungen einher, Foetor ex ore kann auftreten.
Tonsillen- oder Oropharynxtumoren,Oropharynxtumoren Tonsillentumorenmeist Plattenepithelkarzinome, selten LymphomeLymphom(e) oder lymphoepitheliale Tumorenlymphoepitheliale Tumoren, zeigen bei der Inspektion einseitige, ulzerative Veränderungen oder polypoides Wachstum und Vergrößerungen der Kieferwinkellymphknoten bei Metastasierung.

Differenzialdiagnosen

Ursachen für Halsschmerzenakute PharyngitisPharyngitisakuteakute TonsillitisTonsillitisakutechronische PharyngitisPharyngitischronische

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
akute Pharyngitis ++++ Untersuchung, ggf. Abstrich, Serologie
akute Tonsillitis +++ Untersuchung, ggf. Punktion
chronische Pharyngitis + Anamnese, ggf. Biopsie
Malignome + Biopsie, Staging

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen