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B978-3-437-42502-8.00044-9

10.1016/B978-3-437-42502-8.00044-9

978-3-437-42502-8

Halsschwellungen

P. Staib

Definition

Schwellungen im Halsbereich sindHalsschwellungen Veränderungen, die durch äußere Inspektion oder Palpation erfasst werden können. Sie entstehen durch Volumenzunahme von Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Speicheldrüsen, Lymphknoten, Haut, Gefäßen, Muskulatur, Skelettsystem und/oder aus Resten embryonaler Strukturen (z. B. branchiogene Zyste).branchiogene ZystenZystenbranchiogene

Anamnese

Das Augenmerk in der Anamnese richtet sich auf Dauer, Dynamik der Größenzunahme, Schmerzhaftigkeit der Halsschwellung sowie auf Begleitsymptome wie Infektionszeichen (z. B. Fieber) und Allgemeinsymptome (z. B. Müdigkeit, Leistungsknick, Gewichtsverlust) .

Untersuchungen

Durch Inspektion und Palpation lässt sich oft bereits eine Organzuordnung erreichen . Vergrößerte Lymphknoten und eine Struma stellen die häufigsten Befunde dar. Bei der Palpation vergrößerter Lymphknoten ergeben sich wichtige Hinweise aus Konsistenz, Verschieblichkeit und Druckempfindlichkeit. Derbe, druckindolente und wenig verschiebliche sowie große (> 2 cm) Lymphknoten sind malignomverdächtig . Schmerzhafte, akut auftretende Lymphknotenschwellungen weisen auf eine regionäre akute Lymphadenitisakute Lymphadenitisakute LymphadenitisLymphadenitis, akuteobere Einflussstauungobere EinflussstauungEinflussstauung, obere hin . Kopfschmerzen, eine Zyanose von Kopf, Hals und/oder oberen Extremitäten sowie gestaute Halsvenen im Sitzen bzw. Stehen deuten auf eine obere Einflussstauung hin . Eine Struma Strumaist inspektorisch und palpatorisch in der Regel gut abzugrenzen . Eine weitergehende Differenzierung von Halsschwellungen erfolgt im Bedarfsfall durch zusätzliche Untersuchungen wie Sonographie, Computertomographie sowie Magnetresonanztomographie , Szintigraphie und Histologie bzw. Zytologie .

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Halsschwellungenthyreoglossale Zystebranchiogene ZystenKarotisglomustumorKarotisglomustumorNebenschilddrüsentumorHalsrippeMadelung-FetthalsZystenthyreoglossaleZystenbranchiogenebranchiogene Zysten

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Lymphknotenschwellung:akute Lymphadenitis, Infektionen (Viren, Bakterien, Protozoen), Sarkoidose, maligne Lymphome, Karzinommetastasen ++++ bei Malignomverdacht: Bildgebung (Sonographie, CT u./o. MRT), ggf. Punktionszytologie, Histologie
Struma +++ Sonographie, Szintigraphie, SD-Hormonparameter, Antikörperprofil, ggf. Punktionszytologie
Speicheldrüsenschwellung (Tumor, Stein, Entzündung) ++ Bildgebung (Sonographie, CT u./o. MRT), ggf. Punktionszytologie, Histologie
obere Einflussstauung (Thrombose oder tumorbedingte Kompression der Vena cava superior [VCS]) + Inspektion: gestaute Halsvenen, Zyanose; Bildgebung: (Röntgen Thorax, CT u./o. MRT)
andere: Zysten (branchiogene oder thyreoglossale Zyste), Karotisglomustumor, Nebenschilddrüsentumor, Halsrippe, Madelung-Fetthals, Verletzungen/Trauma (+) Bildgebung (Sonographie, CT u./o. MRT)

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