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B978-3-437-42502-8.00058-9

10.1016/B978-3-437-42502-8.00058-9

978-3-437-42502-8

Hypokaliämie

R. Brunkhorst

Definition

Von einer HypokaliämieHypokaliämie spricht man bei Serumwerten unter 3,5 mmol/l. Sie lässt sich klassifizieren als:

  • leicht: Serum-Kalium 3–3,5 mmol/l, Ganzkörper-KaliumdefizitGanzkörper-Kaliumdefizit 130–300 mmol/l

  • mäßig: Serum-Kalium 2,5–3,0 mmol/l, Ganzkörper-Kaliumdefizit 300–500 mmol/l

  • schwer: Serum-Kalium < 2,5 mmol/l, Ganzkörper-Kaliumdefizit > 500 mmol.

Anamnese

Die überwiegende Zahl der Ursachen einer Hypokaliämie, wie ErbrechenErbrechen, DiarrhöDiarrhö, EssstörungenEssstörungen und Medikamenteneinnahme sind anamnestisch eruierbar .

Untersuchungen

Klinische Befunde wie AdynamieAdynamie, ObstipationObstipation oder sehr selten abgeschwächte MuskeleigenreflexeMuskeleigenreflexe, abgeschwächte sind uncharakteristisch. Typische Veränderungen finden sich im EKG. Gegebenenfalls muss die Kaliumausscheidung über 24 Stunden bestimmt werden . Im Weiteren erfolgen eine Erfassung des Säure-Basen-Status, um herauszufinden, ob eine metabolische Azidosemetabolische AzidoseAzidosemetabolischeAlkalosemetabolischemetabolische Alkalose oder Alkalose vorliegt , oder eine Bestimmung von Plasma- und Urinosmolarität, Chloridausscheidung und Serum-Natriumkonzentration . Hilfreich bei der Differenzialdiagnose ist die Bestimmung des transtubulären Kaliumkonzentrationsgradienten (TTKG). Die Formel hierfür lautet:transtubulärer Kaliumkonzentrationsgradient (TTKG)TTKG (transtubulärer Kaliumkonzentrationsgradient)Kaliumkonzentrationsgradient, transtubulärer (TTKG)
Ein TTKG > 4 spricht für eine renale (z. B. HyperaldosteronismusHyperaldosteronismus), ein TTKG < 2 für eine extrarenale Ursache der Hypokaliämie, Ausnahme (Flowchart): TTKG < 2 bei osmotischer Diurese etc. trotz Hyperaldosteronismus.
In Abhängigkeit des TTKG-Werts und der Chloridausscheidung erfolgt eine Erhebung des Säure-Basen-Status .

Seltene Ursachen der Hypokaliämie

Das Bartter-Syndrom Bartter-Syndromwird autosomal-rezessiv oder autosomal-dominant vererbt. Durch eine Störung der Rückresorption von Natriumionen entsteht ein hyperrenämischer Aldosteronismus. Wegweisend sind die hohen Urinchloride. Das Liddle-Syndrom Liddle-Syndrom ist durch eine HypertonieHypertonie charakterisiert. Durch eine genetische Mutation kommt es zu einer übermäßig gesteigerten Natriumrückresorption in der Niere. Dies hat einen renalen Kaliumverlust und eine metabolische Alkalose zur Folge.
Bei den vier Typen der renal-tubulären Azidose (RTA) renal tubuläre AzidoseAzidoserenal tubulärehandelt es sich um angeborene tubuläre Funktionsstörungentubuläre Funktionsstörungen, angeborene. Von klinischer Relevanz sind Natrium- und Kaliumverlust, Volumendepletion und Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. In allen Fällen ist der Urin-pH stets über 5,8 angehoben. Weitere Symptome sind NephrolithiasisNephrolithiasis und NephrokalzinoseNephrokalzinose (RTA Typ 1), OsteoporoseOsteoporose, OsteomalazieOsteomalazie und WachstumsstörungenWachstumsstörungen (RTA Typ 2).

Differenzialdiagnosen

Ursachen einer HypokaliämieAnorexia nervosaLiddle-SyndromBartter-SyndromAlkoholismus/AlkoholmissbrauchHypokaliämieHyperaldosteronismusprimärerHyperaldosteronismussekundärerosmotische DiureseDiureseosmotischeDiarrhöosmotischeLaxanzienabususErbrechenanhaltendesIleusdiabetische KetoazidoseKetoazidosediabetischemedikamenteninduzierte(r)Hypokaliämie

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
renale Verluste
medikamenteninduziert (Diuretika, Kortikoide) +++ Anamnese, Urinkalium, Säure-Basen-Status, TTKG
primärer und sekundärer Hyperaldosteronismus + Urinkalium, TTKG, Säure-Basen-Status
osmotische Diurese + Urinkalium, TTKG, Säure-Basen-Status
enterale Verluste
anhaltendes Erbrechen + Anamnese, Urinkalium, TTKG, Säure-Basen-Status, Chloridausscheidung
Diarrhö, chronischer Laxanzienabusus +++ Anamnese, Urinkalium, Säure-Basen-Status
Verschiebungen nach intrazellulär
Ileus ++ Anamnese, Röntgen Abdomenübersicht, Abdomensonographie
Insulinbehandlung bei diabetischer Ketoazidose + Anamnese, Urinkalium, Säure-Basen-Status, TTKG
medikamenteninduziert (β2-Agonisten, Theophylline) + Anamnese
mangelnde Zufuhr
Anorexia nervosa + Anamnese
Alkoholismus ++ Anamnese
seltene Ursachen
Bartter-Syndrom (+) Urinkalium, TTKG, Säure-Basen-Status
Liddle-Syndrom (+) Urinkalium, TTKG, Säure-Basen-Status
RTA (+) Urinkalium, TTKG, Säure-Basen-Status

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