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B978-3-437-42502-8.00063-2

10.1016/B978-3-437-42502-8.00063-2

978-3-437-42502-8

Ileus

A. Stallmach

C. Schmidt

Definition

Der Begriff „Ileus“ IleusIleusparalytischerparalytischer Ileusmechanischer IleusIleusmechanischerbezeichnet eine teilweise oder vollständige Unterbrechung der Transportfunktion für den Darminhalt. Unterschieden wird zwischen mechanischem und paralytischem Ileus. Charakteristisch für den mechanischen Ileus ist eine Verlegung des Darmlumens von außen (Okklusion) oder von innen (Obturation). Der StrangulationsileusStrangulationsileus geht als eine Sonderform des mechanischen Ileus mit einer primären Durchblutungsstörung einher. Beim paralytischen Ileus findet sich kein Passagehindernis.

Weitere Einteilungen basieren auf der Lokalisation, Dünndarm- vs. Dickdarmileus, oder dem Patientenalter: Ileus beim Neugeborenen (Mekoniumileus),Mekoniumileus beim Kind und beim Erwachsenen.

Als lebensbedrohliches Krankheitsbild bedarf der Ileus im Allgemeinen einer sofortigen Krankenhauseinweisung und oft einer chirurgischen Intervention.

Anamnese

Bei Verdacht auf einen Ileus hilft die Erhebung der Symptome und Vorgeschichte, eine für die Therapie wichtige Unterscheidung der verschiedenen Ileusformen vorzunehmen. Das gelingt nicht immer, aber Entstehung und Verlauf der Beschwerden bieten doch meist ausreichende Hinweise für die Differenzialdiagnose. Fragen zur Vorgeschichte adressieren insbesondere Voroperationen, entzündliche Vorerkrankungen oder stumpfe Bauchtraumata. Bei Symptomen sollte nach Beginn der Beschwerden (allmählich oder plötzlich), Art der Schmerzen (kolikartig vs. mäßiger Dauerschmerz), Art des Erbrechens (langsam zunehmendes ÜberlauferbrechenÜberlauferbrechen vs. reflektorisches ErbrechenErbrechenreflektorisches), Stuhl- und WindverhaltungWindverhaltungStuhlverhaltung, OligurieOligurie, erhöhter Temperatur und Schüttelfrost gefragt werden .

Untersuchungen

Beim mechanischen Ileus finden sich bei der körperlichen Untersuchung eine Asymmetrie des Abdomens, gelegentlich Darmsteifungen, typischerweise hochgestellte, klingende Darmgeräusche und „Druckspritzgeräusche“. Beim paralytischen Ileus kommt es zur sogenannten „Totenstille im Abdomen“ . Ein hoher DünndarmverschlussDünndarmverschluss, hoher führt zu frühzeitigem Erbrechen mit den klinischen Zeichen des Flüssigkeitsverlustes; diese sind beim distalen Verschluss abgeschwächt, sodass gelegentlich erst die klinischen Zeichen der Durchwanderungsperitonitis wie hohes Fieber, bretthartes Abdomen, Zeichen des SIRS bzw. der Sepsis auffallen. In diesen Situationen ist in der Regel eine sofortige Probelaparotomie notwendig .
Röntgen-Abdomenübersicht, Sonographie und Labor helfen ebenfalls, zwischen mechanischem und paralytischem Ileus zu unterscheiden . Ist beim mechanischen Ileus keine sofortige Probelaparotomie notwendig, kann sowohl beim Dünndarm- als auch beim Dickdarmileus eine Gastrographin-Passage Gastrographin-Passage, Ileus durchgeführt werden. Ein positiver Befund weist auf eine Paralyse hin , ein negativer Befund erfordert je nach Symptomatik eine frühzeitige Probelaparotomie oder spezielle Diagnostik . Besteht ein paralytischer Ileus , können eine CT oder bei Verdacht auf eine mesenteriale Ischämie eine sofortige Probelaparotomie bzw. eine Angiographie weiterhelfen.

Differenzialdiagnosen

Ursachen des IleusStrangulationsileusfunktioneller Ileusparalytischer IleusIleusparalytischerVolvulusInvaginationMalrotationKoprostaseBridenGallensteineHypokaliämiePeritonitisUrämie

Ileusform Ursachen (Häufigkeit) Weiterführende Untersuchungen (soweit im Flowchart nicht aufgeführt)
mechanischer Ileus
Strangulationsileus (mit Störung der Blutzirkulation)
  • inkarzerierte Hernien (+++)

  • Volvulus

  • Invagination

  • Malrotation

Obstruktion/Obturation (ohne Störung der Blutzirkulation)
  • Briden (+++)

  • Tumoren (+++)

  • Adhäsionen (+++)

  • Gallensteine

  • Askariden

  • Koprostase

  • Stenosen

  • Atresie

  • Sonographie

  • Stuhluntersuchungen

paralytischer/funktioneller Ileus
metabolisch
  • Elektrolytstörung (z. B. Hypokaliämie)

  • ketoazidotisches Coma diabeticum

reflektorisch
  • postoperativ (+++)

  • Koliken

  • Pankreatitis (+++)

  • Trauma

  • Myokardinfarkt

  • Apoplex

nerval
  • Querschnittslähmung

  • neurologische Erkrankungen

infektiös-toxisch
  • Peritonitis

  • Urämie

  • Pneumonie

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