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B978-3-437-42502-8.00070-X

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978-3-437-42502-8

Kopfschmerzen

H.-J. Welkoborsky

Definition

KopfschmerzenKopfschmerzen können bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten. Sie gehören zusammen mit SchwindelSchwindel, RückenschmerzenRückenschmerzen und Infekten zu den häufigsten Beschwerden in allgemeinmedizinischen Praxen.

Anamnese

Die Anamnese bringt in vielen Fällen bereits entscheidende Hinweise auf die Genese. Erfragt wird: wann die Kopfschmerzen erstmals auftraten und in welcher Intensität sie auftreten, ob vegetative Begleiterscheinungen (z. B. Vomitus) oder ein Zusammenhang mit Änderungen der Kopf- oder Körperposition bzw. psychischer Belastung („Stress“) bestehen. Weitere Fragen beziehen sich auf zuvor erlittene Unfälle oder Begleitsymptome (Sehstörungen etc.). Charakter (dumpf, stechend, bohrend), Dauer (anhaltend, anfallsartig etc.) und Lokalisation des Schmerzes sind weitere wichtige Aspekte. Eventuell berichtet der Patient von einer Aura oder anderen Symptomen wie Nackensteifigkeit, Bewegungsstörungen.
Weiterhin interessieren mögliche schmerzauslösende Mechanismen (Trigger) sowie bekannte Erkrankungen (entzündlich, kardiovaskulär, vaskulär, neurologisch) oder die Einnahme von Medikamenten.

Differenzialdiagnosen

Ursachen von KopfschmerzenMigräneCluster-KopfschmerzBing-Horton-SyndromTrigeminusneuralgieMeningitisSpannungskopfschmerzintrazerebrale BlutungenBlutungenintrazerebralepostpunktionelle Kopfschmerzenposttraumatische Kopfschmerzenzerebrale TumorenHirntumorenSubarachnoidalblutungenBlutungensubarachnoidalearterielle HypertonieHypertoniearteriellezervikogene KopfschmerzenKopfschmerzenzervikogeneArteriitis temporalisGlaukomanfall, akuterakuter Glaukomanfallsinugene Kopfschmerzenotogene KopfschmerzenKopfschmerzensinugeneKopfschmerzenotogeneKopfschmerzenzervikogeneKopfschmerzenpostpunktionelle

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
wiederholt anfallsartig
Migräne +++ Anamnese, klinischer Befund (oft Aura, die dem Kopfschmerz vorausgeht), neurologische Untersuchung, EEG, MRT
Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom) + Anamnese; klinische Symptomatik; neurologischer, HNO-ärztlicher und ophthalmologischer Befund, MRT unauffällig
Trigeminusneuralgie + Anamnese; klinische Symptomatik; evtl. pathologische Trigeminus-SEP, MRT, neurologische Untersuchung
schlagartig auftretend
Subarachnoidal-, intrazerebrale Blutung + Anamnese, klinischer Befund, Liquorpunktion, MRT, Angiographie; umgehende neuroradiologische oder -chirurgische Intervention
Meningitis + Anamnese, klinischer Befund, neurologische Untersuchung, Lumbalpunktion, CT NNH bzw. Mastoide zum Ausschluss Ausgangsherd bzw. Eintrittspforte
chronisch, meist diffus
Spannungskopfschmerz +++ Anamnese, klinischer Befund, internistische Untersuchung zum Ausschluss z. B. einer arteriellen Hypertonie, neurologischer Befund, EEG, MRT
posttraumatisch ++ Anamnese (Z. n. Schädeltrauma oder SHT), neurologische Untersuchung, MRT, Hörprüfungen, ENG
postpunktionell + Anamnese (meist Z. n. Lumbalpunktion), neurologische Untersuchung
zerebrale Tumoren + Anamnese, neurologische und ophthalmologische Untersuchung (Stauungspapille?), MRT
arterielle Hypertonie +++ Anamnese, klinischer Befund, Blutdruck, Ausschluss Phäochromozytom, Augenhintergrund (Fundus hypertonicus?)
chronisch lokalisiert
zervikogen ++ Anamnese, neurologische, orthopädische Untersuchung der HWS, Audiogramm, ENG, Röntgen, CT bzw. MRT der HWS
Arteriitis temporalis + Anamnese, klinische Untersuchung, BSG, Probeexzision der Arteria temporalis mit histologischer Untersuchung
akut, „nichtneurologische“ Ursachen
sinugen ++++ Anamnese (Infekt der oberen Luftwege?), HNO-ärztliche Untersuchung mit Nasenendoskopie, Röntgen bzw. CT der Nasennebenhöhlen
otogen ++++ Anamnese, HNO-ärztliche Untersuchung mit mikroskopischer Beurteilung der Trommelfelle, Audiogramm
akuter Glaukomanfall ++ Anamnese, klinischer Befund, ophthalmologische Untersuchung mit Messung des Augeninnendrucks

Untersuchungen

Da vielfältige Ursachen zugrunde liegen können, erstreckt sich die Diagnostik auf unterschiedliche Fachgebiete. Hierbei sind Anamnese und Symptomeinordnung besonders wichtig. Im Einzelfall werden folgende Untersuchungen erforderlich :
  • neurologische, internistische (Blutdruck!), HNO-ärztliche und/oder ophthalmologische Untersuchung

  • CT bzw. MRT des Gehirns, der Nasennebenhöhlen und der Schädelbasis zum Ausschluss einer Raumforderung bzw. einer vaskulären Malformation

  • funktionelle Untersuchung der Halswirbelsäule

  • orientierende Untersuchung des Gebisses und der Kiefergelenke.

Ggf. sind noch zusätzliche Untersuchungen notwendig , z. B. Lumbalpunktion (Subarachnoidalblutung, Meningitis), Doppler-Sonographie, Angiographie (Aneurysmen), EEG, SNP (sensorisch evozierte Potenziale), ENG und/oder Labordiagnostik (BSG, Blutzucker, Blutfette, Schilddrüsenhormone oder Borreliose-Serologie) sowie mitunter eine psychologische Untersuchung.

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