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B978-3-437-42502-8.00071-1

10.1016/B978-3-437-42502-8.00071-1

978-3-437-42502-8

Leberherd

F.v. Weizsäcker

Definition

Leberherde sindLeberherd fokale Strukturveränderungen des Leberparenchyms.

Anamnese

Die Anamneseerhebung umfasst u. a. Fragen nach Symptomen, Medikamenteneinnahme, vorbestehenden Lebererkrankungen, Tumorleiden und Infektionserkrankungen inklusive Reiseanamnese.

Untersuchungen

Bei der körperlichen Untersuchung sollte u. a. auf Druckschmerz, tastbare Raumforderungen und Zeichen einer chronischen Lebererkrankung geachtet werden .
Wegweisend ist die Abdomensonographie . IAbdomensonographien unklaren Fällen kann sie durch Kontrastmittelgabe (KMUS), CT, MRT, spezifische Laboruntersuchungen und ggf. eine Leberbiopsie ergänzt werden.
Die häufigsten echofreien Leberherde sind benigneLeberzysten Zysten . Bei klassischem Befund (echofrei, dorsale Schallverstärkung) ist eine weitere Diagnostik selten notwendig. Ist der Zysteninhalt nicht komplett echofrei, kommen differenzialdiagnostisch u. a. komplizierte, parasitäre und maligne Zysten in Betracht .
Eine nicht raumfordernde fokale Verfettungsstörung der Leberfokale LeberverfettungLeberverfettungfokale ist ein häufiger sonographischer Befund. Oft liegen Übergewicht, eine Fettstoffwechselstörung und/oder ein DiabetesDiabetes mellitus mellitus vor. Die fokale Minderverfettung stellt sich echoarm dar und bedarf meist keiner weiteren Diagnostik. Zur Sicherung einer fokalen Mehrverfettung können ein KMUS oder eine MRT indiziert sein.
Kavernöse Hämangiome kavernöse HämangiomeHämangiomekavernösesind häufige solide benigne LebertumorenLebertumoren, benigne und als homogene, echoreiche, scharf begrenzte Struktur sonographisch gut zu diagnostizieren. Große Hämangiome können abdominale Schmerzen und Druckgefühl verursachen. Spontanrupturen sind selten.
Die fokal noduläre Hyperplasie (FNH) fokal noduläre Hyperplasie (FNH) ist der zweithäufigste solide benigne Tumor der Leber. Die FNH ist in der Regel solitär, meist asymptomatisch und findet sich vorwiegend bei 30- bis 50-jährigen Frauen. In der KMUS zeigt sich die typische Radspeichenstruktur der Gefäßarchitektur, nach deren Obliteration sich ein zentraler Narbenstern ausbildet.
Bei Adenomen liegtLeberzelladenomAdenome, Leber häufig eine Kontrazeptivaeinnahme > 2 Jahre vor. In > 50 % der Fälle sind Adenome symptomatisch (Schmerzen, Druckgefühl, spontane Blutungsneigung). Eine Differenzierung zur FNH kann mittels KMUS durch die fehlende portale KM-Aufnahme erfolgen. Eine atypische FNH von einem Adenom und einem differenzierten HCC zu unterscheiden kann schwierig sein.
Abszesse können LeberabszessAbszessLeberLebermetastasenbakteriell oder durch AmöbenAmöben verursacht sein. Anamnestisch ist besonders auf Fieber und Oberbauchschmerzen zu achten. Das sonographische Bild zeigt eine hohe Varianz, sodass zusätzlich oft eine CT notwendig wird.
Metastasen sind die häufigsten malignen Leberherde. Das sonographische Bild reicht von echoarm bis echogen. Bezüglich der Detektion haben CT und MRT ebenfalls eine hohe Sensitivität und Spezifität.
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) hepatozelluläres Karzinomentsteht in Europa meist auf dem Boden einer LeberzirrhoseLeberzirrhose und ist die zweithäufigste maligne Leberläsion. Das höchste Erkrankungsrisiko besteht bei Zirrhose aufgrund einer chronischen Hepatitis B, C oder einer Hämochromatose. Das primäre Screening erfolgt mittels Sonographie und AFP-Bestimmung. Die sonographische Diagnose eines HCC in der zirrhotischen Leber kann schwierig sein und weitere Untersuchungsmethoden erforderlich machen. Ein Leberherd > 2 cm in einer zirrhotischen Leber bei einem AFP-Wert von > 200 µg/l sichert die Diagnose eines HCC.
Das cholangiozelluläre Karzinom (CCC) cholangiozelluläres Karzinom imponiert meist durch einen schmerzlosen IkterusIkterus. Sonographisch zeigen sich indirekte Tumorzeichen wie intrahepatische GallenwegsobstruktionGallenwegsobstruktion und eine PfortaderthrombosePfortaderthrombose. Oft ist eine multimodale Bildgebungsstrategie zur Diagnosesicherung notwendig.

Differenzialdiagnosen

Ursachen eines Leberherds

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
benigne
Veränderungen
fokale Minder-/Mehrverfettung +++ Ultraschall, ggf. MRT
Zyste +++ Ultraschall
Hämangiom +++ Ultraschall
FNH ++ Ultraschall, KMUS, ggf. MRT
Abszess + Ultraschall, ggf. CT
Leberzelladenom + Ultraschall, KMUS, ggf. MRT
maligne
Veränderungen
Metastasen +++ Ultraschall, ggf. CT, MRT
HCC ++ Ultraschall, KMUS, ggf. CT, MRT
CCC + Ultraschall, ggf. Cholangio-MRT, ERC

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