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B978-3-437-42502-8.00078-4

10.1016/B978-3-437-42502-8.00078-4

978-3-437-42502-8

Mediastinalverbreiterung

M. Pfeifer

Definition

Der Begriff umfasst Vergrößerungen im Bereich des MediastinalverbreiterungMediastinums und des paravertebralen Raums von der oberen Thoraxapertur bis hin zum Zwerchfell.

Anamnese

Klinisch sind die Prozesse im Mediastinum häufig lange asymptomatisch, was die frühe Diagnose erschwert. Oft werden Veränderungen der Hilusregion und des Mediastinums zufällig im Rahmen einer Röntgen-Thoraxaufnahme bemerkt . Als führende Symptome und Befunde einer Mediastinalerkrankung gelten Schmerzen sowie Husten oder retrosternales Druckgefühl. Eine Einflussstauung mit gefüllten Halsvenen oder Zungengrundvenen und das Horner-Syndrom sollten immer zu einer sofortigen weiterführenden Diagnostik führen.

Untersuchungen

Das diagnostische Vorgehen umfasst als ersten Schritt die konventionelle Thoraxübersichtsaufnahme in zwei Ebenen .
Die Röntgen-Thoraxaufnahme ist jedoch allgemein nicht sehr sensitiv und spezifisch – daher ist heute die CT-Untersuchung mit Kontrastmittel der Standard der bildgebenden Diagnostik . Diese erlaubt die Größenbestimmung und die Zuordnung zum vorderen (entspricht anatomisch dem vorderen Mediastinum), mittleren (entspricht dem anatomischen mittleren und hinteren Mediastinum) oder hinteren (entspricht anatomisch dem paravertebralen Raum) Kompartiment , , . Raumforderungen im vorderen Kompartiment sind zu einem hohen Anteil maligne, im mittleren lediglich noch zu einem Drittel und im hinteren selten maligne (bis zu 16 %).
Die MRT ist ergänzend bei neurogenen Tumoren mit Infiltration des Spinalkanals sinnvoll und in speziellen Fragstellungen bei vaskulären Prozessen.
Die Echokardiographie ist bei aortalen Gefäßprozessen eine wesentliche ergänzende Untersuchungsmethode. Das Ausmaß eines AortenaneurysmasAortenaneurysma sowie die genaue Abgrenzung des pathologischen Prozesses zum Klappenapparat des Herzens lassen sich mit der transthorakalen und insbesondere transösophagealen Echokardiographie sehr sicher darstellen.
Die Bildgebung muss durch endoskopische und operative Verfahren ergänzt werden, wenn eine zytologische oder histologische Sicherung der Diagnose erforderlich ist. Bronchoskopien mit endobronchialem Ultraschall (EBUS) erlauben die gezielte Punktion von mediastinalen Lymphknoten sowie die Probengewinnung bei endoluminalen Prozessen der Trachea und der zentralen Bronchien. Ebenso ist mit einer Ösophagoskopie Ösophagoskopiemit und ohne Ultraschall die Diagnostik des mittleren und hinteren Kompartiments möglich. Die Mediastinoskopie ist Mediastinoskopieheute nur noch in Ausnahmenfällen erforderlich, es kann jedoch ausreichend Biopsiematerial gewonnen werden und daher besitzt sie bei fehlender Diagnosesicherung durch die endoskopischen Verfahren weiterhin einen Stellenwert. Prozesse des vorderen und hinteren Kompartiments sind nur über eine CT-gesteuerte Punktion erreichbar, die, wenn nicht möglich oder nicht klärend, durch eine chirurgische und damit offene Biopsie ergänzt werden muss. Zusätzlich kann das PET-CT bei soliden Prozessen des Mediastinums differenzialdiagnostische Hinweise, insbesondere zur Größenausdehnung liefern.

Differenzialdiagnosen

Ursachen für eine MediastinalverbreiterungThymuskarzinomKleinzelltumorenintrathorakales StrumaStrumaintrathorakalesNebenschilddrüsenadenomeLipomeLiposarkomeLymphangiomeHämangiomeextraossäre OsteosarkomeOsteosarkome, extraossärebronchogene ZystenZystenbronchogeneHilusverbreiterungZystenperikardialeperikardiale Zystenextrapulmonale LungensequesterLungensequester, extrapulmonalePankreaspseudozystenPseudozysten, pankreatitischeAchalasieneurogene Tumoren, paravertebrale

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Aortenaneurysma ++ Röntgen, CT, Echokardiographie (TEE)
vorderes Kompartiment (= vorderes Mediastinum)
Thymome ++ Röntgen, CT, MRT, Biopsie
maligne Tumoren wie Thymuskarzinom, Kleinzelltumoren, Lymphome +++ Röntgen, CT, MRT, PET, Biopsie
intrathorakale Strumen ++++ Röntgen, CT, Strumektomie
Nebenschilddrüsenadenome ++ Röntgen, CT, Biopsie, Operation
Weichteiltumoren wie Lipome, Liposarkome, Lymphangiome, Hämangiome ++ Röntgen, CT, PET, Biopsie
extraossäre Osteosarkome + Röntgen, CT, PET, Biopsie
mittleres Kompartiment (= mittleres und hinteres Mediastinum)
perikardiale und bronchogene Zysten ++ Röntgen, CT
Lymphome, Lymphadenopathien ++++ Röntgen, CT, PET, EBUS, Mediastinoskopie, EUS mit Nadelpunktion
Hilusverbreiterung, z. B. durch maligne Erkrankungen (Metastasen), Infektionen oder entzündliche Ursachen ohne Erregernachweis +++++ Röntgen, CT, PET, EBUS, Mediastinoskopie
Ösophagusprozesse +++ Röntgen, CT, PET, EBUS, Mediastinoskopie, EUS mit Nadelpunktion
extrapulmonale Lungensequester + Röntgen, Angio-CT
pankreatische Pseudozysten + Röntgen, CT
Achalasie ++ Röntgen, CT, Endoskopie
hinteres Kompartiment (= paravertebraler Raum)
neurogene Tumoren ++ Röntgen, CT, MRT, PET, Biopsie

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