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B978-3-437-42502-8.00100-5

10.1016/B978-3-437-42502-8.00100-5

978-3-437-42502-8

Schlafstörungen

D. Dellweg

B. Schönhofer

Definition

Ein gestörter Schlaf Schlafstörungenkann vielfältige Ursachen haben. Zu den Krankheitsbildern zählen Ein- und DurchschlafstörungenEin- und Durchschlafstörungen (Insomnie),Insomnie Störungen mit vermehrter (Tages-)Müdigkeit (Hypersomnien, Tagesschläfrigkeit) sTagesschläfrigkeitowie Verhaltensstörungen im Schlaf (Parasomnien, wie z. B. AlbträumeAlbträume, SchlafwandelnSchlafwandeln).ParasomnienHypersomnien

Anamnese

In der Anamnese ist herauszuarbeiten, ob ein Problem des Ein- oder Durchschlafens , vermehrte Tagesmüdigkeit trotz ausreichenden Schlafes oder ein auffälliges Verhalten im Schlaf vorliegt. Der Fokus liegt hier auf einer detaillierten Schlafanamnese . Erfragt werden sollten die Zeiten, die der Patient im Bett verbringt aufgeteilt nach Schlaf und Wachzeiten. Ein Schlafprotokoll das vom Patienten über 14 Tage geführt wird, kann hier sehr hilfreich sein. Begleiterkrankungen vor allem aus dem neuropsychiatrischen Bereich, schlafstörende Medikamente, Ess- und Trinkgewohnheiten und Drogenkonsum sind zu erfragen. Besteht Tagesmüdigkeit, so sollte diese mit Hilfe von Fragebögen oder einem Maintenance-of-wakefulness-Test (MWT) Maintenance-of-wakefulness-Test (MWT)quantifiziert werden. Hierbei wird der Patient in einem abgedunkelten Raum in halbsitzender Position mehrfach aufgefordert wach zu bleiben. Schläft er dabei ein, so wird dies als pathologisch gewertet. Bei Störungen der Atmung im Schlaf sowie bei auffälligem Verhalten (z. B. Schlafwandeln, Bewegungen, Handlungen, Geräusche und Sprache) ist eine Fremdanamnese von großem Wert.
Es sollte gezielt nach Symptomen einer Depression, einer Schizophrenie, von Angst- oder bipolaren Störungen geforscht werden.
Schlafzeiten während des Tages (geplant und ungeplant), Aktivitätsgrad und Lichtverhältnisse am Tag sind ebenfalls zu erfragen.
Plötzliche imperative Schlafattacken mit Tonusverlust der Muskulatur (Kataplexie), Schlaflähmung und hypnagoge (= beim Einschlafen geschehende) Halluzinationen weisen auf eine Narkolepsie hin.

Untersuchungen

Neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung sollten der Hals-Rachen-Bereich sowie der Zahnstatus (Abnutzung der Zähne z. B. durch Zähneknirschen) inspiziert werden. Eine gründliche Erfassung neurokognitiver Defizite ist unabdingbar.
Die Diagnose Insomnie lässt sich in der Regel durch eine sorgfältige Anamnese auch ohne Polysomnographie (PSG) stellen. Die Ursachen können vielfältig sein und erfordern oft eine interdisziplinäre Zusammenarbeit . Lässt sich eine Insomnie klinisch nicht sicher abgrenzen, kann eine PSG durchgeführt werden. Die PSG (Tagesschläfrigkeit) ist der Goldstandard für die endgültige Abklärung der unten aufgeführten Erkrankungen. In der PSG werden neben respiratorischen Parametern mittels elektrophysiologischer Messungen die verschiedenen Schlafstadien, z. B. REM-(= rapid eye movement) und Nicht-REM-Schlaf, quantifiziert. So lässt sich in der Regel die Form der schlafbezogenen Atmungsstörung direkt benennen . Bei Patienten mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit kann ein multipler Schlaflatenz-Test (MSLT)Schlaflatenz-Test, multipler (MSLT) durchgeführt werden . Hier wird der Patient mehrfach aufgefordert einzuschlafen. Erfasst wird dabei die Zeit bis zum polysomnographisch gemessenen ersten Schlaf sowie das Vorkommen von REM-Schlaf. Gesunde Menschen haben eine Schlaflatenz von mehr als 10 Minuten. Eine verringerte Schlaflatenz zusammen mit früh auftretendem REM-Schlaf während der Messungen spricht für eine Narkolepsie .
Finden sich in der PSG Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf , so kann durch das Erscheinungsbild der Verhaltensauffälligkeit und des Schlafstadiums währenddessen (, , ) oft eine genaue Diagnose gestellt werden.

Differenzialdiagnosen

Ursachen für Schlafstörungenobstruktives Schlafapnoe(-Syndrom)zentrales Schlafapnoe(-Syndrom)Schlafapnoe(-Syndrom)zentralesSchlafapnoe(-Syndrom)obstruktivesObesitas-Hypoventilations-SyndromNarkolepsie

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Diagnostik
Insomnie 10–15 %, Zunahme im Alter Schlafanamnese, Schlaftagebuch
obstruktive Schlafapnoe 3–6 % Schlafanamnese, Schlaftagebuch, PSG
zentrale Schlafapnoe < 1 % Schlafanamnese, Schlaftagebuch, PSG
Obesitas-Hypoventilations-Syndrom < 1 % Schlafanamnese, Schlaftagebuch, PSG, Lungenfunktion, CO2-Bestimmung
Narkolepsie < 1 % Schlafanamnese, Schlaftagebuch, PSG, MSLT
Parasomnie im Kindesalter bis 12 %, bei Erwachsenen 1–4 % Schlafanamnese, Schlaftagebuch, PSG

Ökonomische Aspekte

Bei einer streng Rückenlage-assoziierten Schlafapnoe kann alternativ zur Therapie mit CPAP oder anderen Behandlungsformen ein Therapieversuch mit einem Hilfsmittel zur Vermeidung der Rückenlage (wie z. B. einer speziellen Weste) unternommen werden. Falls sich hierunter ein gutes Therapieergebnis erreichen lässt, sind im Einzelfall andere Therapieformen verzichtbar.

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