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B978-3-437-42502-8.00107-8

10.1016/B978-3-437-42502-8.00107-8

978-3-437-42502-8

Sodbrennen

E. Endlicher

J. Schölmerich

Definition

SodbrennenSodbrennen beschreibt ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, oft verbunden mit Regurgitation von Magensäure, ausgelöst durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Es wird verstärkt u. a. durch Bücken, Stress, bestimmte Medikamente und Nahrungsmittel.

Sodbrennen ist das sensitivste Symptom der gastroösophagealen Refluxerkrankung. Bis zu 25 % der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Monat an Sodbrennen.

Anamnese

Hinweise auf die Ursache des Sodbrennens gibt die Anamnese, wobei insbesondere nach weiteren Symptomen und auslösenden Faktoren zu fragen ist.
Typische Refluxbeschwerden sind Sodbrennen, saures Aufstoßen und Regurgitation von Mageninhalt. Daneben sollte gezielt nach Husten, morgendlichem Räuspern, Heiserkeit, Asthma und Schmerzen beim Schlucken gefragt werden. Alarmierend sind Angaben wie Dysphagie, Gewichtsverlust, Hämatemesis DysphagieGewichtsverlustHämatemesisRefluxkankheitund eine positive Familienanamnese für Karzinome des oberen GIT. Hier ist eine endoskopische Abklärung durch Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) notwendig.
Häufige auslösende Ursachen sind: AdipositasAdipositas, SchwangerschaftSchwangerschaft, MagenausgangsstenoseMagenausgangsstenose, SklerodermieSklerodermie, Z. n. Eingriffen am unteren Ösophagussphinkter, MagenentleerungsstörungenMagenentleerungsstörungen, diabetische Neuropathiediabetische NeuropathieNeuropathiediabetische, Medikamente, die zu einer Drucksenkung des unteren Ösophagussphinkters führen (z. B. Progesteron, Theophyllin, Anticholinergika, Benzodiazepine, Sympathomimetika, Kalziumantagonisten, Nikotin).

Untersuchungen

Besteht Sodbrennen bei Patienten unter 40 Jahren ohne Alarmsymptome oder Risikofaktoren , sind weitere Untersuchungen nicht zwingend erforderlich. Es kann zunächst eine Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) durchgeführt werden. Je nach Schwere der Symptomatik sind eine bedarfsorientierte oder bei ausgeprägter oder schwerer Symptomatik eine regelmäßige Einnahme (1–2-mal/d) nötig. Bei Ansprechen auf die Therapie und Verschwinden der Symptome geht man von dem Vorliegen einer Refluxkrankheit aus. In vielen Fällen ist eine Langzeitbehandlung erforderlich. Im Mittel ist dabei eine PPI-Dosis alle 2–3 Tage zur Aufrechterhaltung der Beschwerdefreiheit notwendig.
Eine Endoskopie sollte jedoch auch frühzeitig in Erwägung gezogen werden, da die Endoskopie die primäre Diagnose der Refluxösophagitis sowie die Erfassung von Komplikationen und anderen Erkrankungen ermöglicht.
Wird durch die medikamentöse Behandlung keine Besserung erreicht , ist der Patient älter als 40 Jahre oder bestehen Alarmsymptome oder Risikofaktoren , ist eine Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD)erforderlich. Hierbei werden entzündliche Schleimhautveränderungen, die die Diagnose einer erosiven Refluxösophagitis sichern , sowie ein Barrett-Ösophagus, ein Ösophaguskarzinom dokumentiert. Je nach Befund werden Biopsien entnommen.
Findet sich endoskopisch ein unauffälliger Befund, so sollte sich eine pH-Metrie, bei gegebener Verfügbarkeit in Kombination mit einer Impedanzmessung, anschließen , um die Diagnose einer nichterosiven Refluxösophagitis stellen zu können. Beträgt die Gesamtdauer der Refluxepisoden mit einem Grenzwert pH < 4 innerhalb eines Messzeitraums von 24 h mehr als 5 %, liegt ein pathologischer Reflux vor . Gibt die pH-Metrie/Impedanzmessung keine Hinweise auf einen Reflux, kann mit Hilfe der Manometrie eine Ösophagusmotilitätsstörung quantifiziert werden.

Differenzialdiagnosen

Ursachen von SodbrennenÖsophagitisAngina pectorisÖsophagusmotilitätsstörungenÖsophaguskarzinomÖsophagusdivertikelPerikarditis

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Refluxkrankheit ++++ probatorische medikamentöse Therapie
Ösophagitis mit/ohne Komplikationen +++ ÖGD, Biopsie
Angina pectoris +++ EKG
Ösophagusmotilitätsstörungen + Manometrie
Ösophaguskarzinom (+) ÖGD u. Biopsie
Ösophagusdivertikel (+) ÖGD
Perikarditis (+) EKG

Ökonomische Aspekte

Eine Probetherapie mit einem PPI mit diagnostischer Zielsetzung kann bei unklaren Symptomen kosteneffektiv sein, wird jedoch nach der aktuellen S2k-Leitlinie „Refluxkrankheit“ nicht empfohlen.

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