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B978-3-437-42502-8.00240-0

10.1016/B978-3-437-42502-8.00240-0

978-3-437-42502-8

Ulkuskrankheit

M. Ebert

M. Mayr

Zur Orientierung

Das peptische Ulkuspeptisches UlkusUlkuspeptisches ist ein Ulkuskrankheitbegrenzter Schleimhautdefekt, der im Gegensatz zur Erosion über die Muscularis mucosae hinaus die Magenwand penetriert. Meist liegt eine Schädigung der Schleimhaut durch verschiedene Noxen vor, eine Gastritis muss jedoch nicht zwingend vorausgehen.

Leitsymptome sind epigastrische Schmerzenepigastrische SchmerzenSchmerzenepigastrische, teils mit Übelkeit, Inappetenz oder Erbrechen. Bis zu 30 % der Ulzera bleiben klinisch stumm und die Diagnose wird erst beim Auftreten von Komplikationen gestellt.

Die Diagnose wird mittels Gastroduodenoskopie mit Biopsien gesichert . Endoskopisch können das Ulkusstadium (aktiv, Heilung, Narbe), die Größe sowie der Ulkusgrund (evtl. Blutungsstigmata) und der Ulkusrand (glatter Randwall ohne Faltenabbruch bei benignem Ulkus) beurteilt werden. Jedes Magenulkus muss wiederholt kontrolliert werden, um ein Magenkarzinom auszuschließen.

Klassifikationen und Formen

Magenulzera werden nach Lokalisation in 3 Typen eingeteilt:MagenulkusUlcusventriculi
  • Typ I (60 %): an kleiner Kurvatur gelegen, hypoazid

  • Typ II (20 %): Magenulkus distal des Angulus und DuodenalulkusDuodenalulkusUlcusduodeni, normo- bis hyperazid

  • Typ III (ca. 20 %): präpylorisches Magenulkus, hyperazid.

Nach Ätiologie können HP-positive und HP-negative Ulzera unterschieden werden. HP-Infektionen liegen bei 99 % der Duodenalulzera und bei 75 % der Magenulzera vor. Da sich die Prävalenz der HP-Infektionen mit zunehmendem Lebensalter erhöht, spielen zusätzliche exogene Faktoren und die genetische Disposition eine wichtige Rolle. Als Ursache HP-negativer Ulzera sind vor allem nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bekannt. Weitere exogene Risikofaktoren stellen Alkohol- und Nikotinabusus wie auch Stressfaktoren (akutes Stressulkus) Stressulkus, akutesakutes Stressulkusdar. Zu den endogenen Risikofaktoren gehören Durchblutungsstörungen (postoperativ, Vaskulopathien), galliger Refluxgalliger RefluxRefluxgalliger, HyperparathyreoidismusHyperparathyreoidismus, Malignome , systemische Erkrankungen (z. B. Morbus CrohnMorbusCrohnCrohn-Krankheit) und das seltene Zollinger-Ellison-Syndrom Zollinger-Ellison-Syndrom(Säurehypersekretion),
Sonderformen: Nach Magenoperationen entstehen u. a. durch den Gallereflux häufig Ulzera im Anastomosenbereich (Anastomosenulkus).Anastomosenulkus Wegen des erhöhten Karzinomrisikos sind ausgiebige Biopsien nötig. Das Ulcus Dieulafoy UlcusDieulafoybeschreibt eine meist nur kleine Läsion, die aufgrund atypisch großer submuköser Arterien zu bedrohlichen Blutungen führen kann. Unter denkissing ulcers „kissing ulcers“ versteht man 2 gegenüberliegende Duodenalulzera der Bulbusvorderwand.

Therapie

Die Therapie des Ulkus richtet sich nach der Ätiologie.
Bei HP-positiver Ulkuskrankheit HP-positive Ulkuskrankheiterfolgt die Eradikation entweder mit einer Tripletherapie (7–14 Tage) aus 1 Protonenpumpeninhibitor (PPI) und 2 Antibiotika oder mittels Quadrupeltherapie (je nach lokaler Resistenzlage). Der Therapieerfolg kann z. B. mittels Atemtest nach 6–8 Wochen überprüft werden. Therapieversager sollten zur Resistenzbestimmung des Keims erneut biopsiert und dann testgerecht behandelt werden.
Auch HP-negative Ulzera werden nach Möglichkeit entsprechend der zugrunde liegenden Erkrankung behandelt. Beim häufigen NSAR-induzierten Ulkus sNSAR-induziertes Ulkusollte ein Wechsel der Medikation geprüft werden. Diätetische Empfehlungen sind weitgehend verlassen worden, mögliche exogene Risikofaktoren wie u. a. Nikotin oder Stress sollten reduziert werden.
Wichtiger Therapiebestandteil ist die Säureblockade mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) , H2-Rezeptorantagonisten spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle (z. B. bei PPI-Unverträglichkeit). Die chirurgische Intervention ist lediglich bei Komplikationen wie der Perforation oder bei Malignomen sinnvoll.

Evidenz der Therapieempfehlungen bei H.-pylori-bedingtem Ulkus

Evidenzgrad Empfehlungsstärke
Dreifachtherapie (PPI + 2 Antibiotika) Ia A
Quadrupeltherapie Ia A

Komplikationen

Bei der Ulkuskrankheit können Früh- und Spätkomplikationen unterschieden werden. Akut spielen vor allem Blutungen GastrointestinalblutungenobereUlkuskrankheiteine Rolle, die bei 20 % der Ulkuspatienten auftreten und deren Aktivität nach der Forrest-Klassifikation beurteilt wird (obere gastrointestinale Blutung). Seltener sind Perforationen oder die Penetration von Ulzera in benachbarte Organe. Zu den Spätkomplikationen zählen die narbige Magenausgangs- oder DuodenalstenoseDuodenalstenoseMagenausgangsstenose sowie die maligne Entartung chronischer Magenulzera.

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