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B978-3-437-41654-5.00028-1

10.1016/B978-3-437-41654-5.00028-1

978-3-437-41654-5

Interpretation von Laborwerten anhand von Referenzbereichen

C.M. Niederau

LaborwerteLaborwerteInterpretationLaborwerteReferenzbereiche stellen im Krankenhaus ca. 70 % aller objektiven Daten innerhalb einer Krankenakte dar. Auch ist eine moderne Diagnostik ohne Laborwerte nicht mehr vorstellbar. Die sachgerechte Bewertung von Labordaten ist daher eine unabdingbare Voraussetzung für eine gute Diagnostik und Therapie.

Für eine sachgerechte Bewertung von Labordaten wird in erster Linie der Referenzbereich eines Parameters herangezogen, um eine Erhöhung oder eine Erniedrigung des Patientenwerts in Bezug auf ein gesundes Referenzkollektiv festzustellen. Die International Federation of Clinical Chemistry (IFCC) hat eine Empfehlung für die Ermittlung und Anwendung von Referenzbereichen erarbeitet. Diese Referenzbereiche, oftmals auch Normalbereiche genannt, leiten sich aus mathematisch-statistischen Überlegungen ab. Definitionsgemäß stellen die Referenzbereiche die zentralen 95 % der bei einer Referenzgruppe erhobenen Messwerte dar. Die Vorstellung ist dabei, mit einem Fehler von ≤ 5 % einen „normalen“ Probanden als „nicht normal“ oder umgekehrt klassifizieren zu können. Bei der Berechnung müssen verteilungsunabhängige statistische Methoden verwendet werden, um das 2,5 %- und 97,5 %-Perzentil festzulegen, da im Allgemeinen biologische Parameter nicht normal verteilt sind. Bei Parametern, die nur erhöht oder nur erniedrigt gefunden werden, verwendet man das jeweilige 95 %-Perzentil. Zur Erstellung eines Referenzbereichs sollten ein möglichst großes Kollektiv (mindestens 120) von Referenzindividuen untersucht werden und alle relevanten, unveränderlichen und unbeeinflussbaren (z. B. Geschlecht, Alter, Hautfarbe, zirkadiane Rhythmen) wie auch veränderlichen und beeinflussbaren Einflussfaktoren (z. B. Körpergröße und -gewicht) kontrolliert werden. Grundsätzlich darf ein Referenzbereich nur für die Messmethode bzw. die Standardisierung gelten, mit der er erstellt bzw. mit der die Methode kalibriert wurde. Im Allgemeinen wird sogar empfohlen, dass jedes Labor seine eigenen Referenzbereiche erstellt. Da diese Forderung oftmals nicht zu erfüllen ist, kann hilfsweise auf Werte zurückgegriffen werden, die vom Reagenzhersteller angegeben wurden oder die mit der gleichen Standardisierung erstellt wurden. Insbesondere bei den sog. Tumormarkern sind die meisten Labors dazu übergegangen, mit der Ergebnisübermittlung auch die Messmethode bzw. die Standardisierung mitzuteilen.

Die vorstehend beschriebene Herleitung der Referenzbereiche bedeutet definitionsgemäß, dass der jeweilige Labortest eine Falsch-positiv-Rate von 5 % aufweist. Hieraus und aus der Prävalenz einer Erkrankung von z. B. 1:1.000 lässt sich eine Wahrscheinlichkeit von nur 2 % berechnen, dass bei positivem, d. h. pathologischem, Testergebnis die Erkrankung auch tatsächlich vorliegt. Bei bestimmten Erkrankungen kann es daher sinnvoll sein, die Falsch-positiv-Rate auf 1 % zu senken, wodurch der Referenzbereich auf die zentralen 99 % erweitert werden muss. Bei der serologischen Diagnostik des Myokardinfarktes geben die aktuellen Leit-/Richtlinien vor, dass ein Troponinwert erst dann als pathologisch erhöht gilt, wenn er größer ist als der Wert des 99. Perzentils einer gesunden Referenzgruppe.

Einige Laborparameter werden nicht nur anhand von Referenzbereichen bewertet. Insbesondere für die sog. Tumormarker werden gemeinhin „Cut-off-Werte“ angegeben. Hierbei orientiert sich dieser Grenzwert an der Möglichkeit, mit optimaler Sensitivität und Spezifität zwischen Tumorkranken und Nicht-Tumorkranken zu differenzieren. Die „Nicht-Tumorkranken“ müssen dabei nicht gesund sein, sondern können oftmals auch benigne Erkrankungen haben. Cut-off-Werte liegen daher im Allgemeinen Cut-off-Wert(e)höher als die zugehörigen Referenzbereichsgrenzen. Über die Methode zur Festlegung dieses Grenzwerts wird häufig gestritten. Optimale Sensitivität, höchstmögliche Spezifität oder maximale diagnostische Effizienz sind am häufigsten als Kriterien verwandt worden. Um eine Vergleichbarkeit verschiedener Tests oder Assays zu gewährleisten, wird heute meistens der Grenzwert angegeben, bei dem eine 95-prozentige Spezifität (Anteil der „richtig Gesunden“) gegeben ist. Es muss aber davor gewarnt werden, aus erhöhten „Tumormarker“-Messwerten ein Karzinom zu diagnostizieren. Auch für den Parameter HbA1c ist ein „Cut-off-Wert“ publiziert worden. Aus den Ergebnissen großer internationaler Studien (DCCT, UKPDS) konnte abgeleitet werden, dass ab einem HbA1c-Wert > 7 % (> 53 mmol/mol nach der Referenzmethode der IFCC) die Wahrscheinlichkeit für Spätkomplikationen des Diabetes mellitus erheblich zunimmt. Dieser Grenzwert wird hier als Therapieziel definiert. Ähnliches gilt auch für einige Parameter des Fettstoffwechsels. Hier werden heute meist risikoadaptierte Therapieziele angegeben.

In der Normalwerttabelle sind grundsätzlich die Referenzbereiche für Erwachsene angegeben und die jeweilige Standardisierung, soweit vorhanden, ergänzt. Auf einige signifikante Abhängigkeiten von Einflussfaktoren wird verwiesen. Für fast alle Parameter sind neben den konventionellen Maßeinheiten auch die Einheiten nach dem Systems International d' Unites (SI-Einheiten) aufgelistet, da es in Deutschland bisher keine verbindliche Empfehlung für die Verwendung eines Maßeinheitensystems gibt.

Folgende Informationen sind online zu finden:

(1)Tab. 28.1: Referenzbereiche wichtige Laborparameter für Erwachsene.

(2)Tab. 28.2: Therapeutische Bereiche ausgewählter Medikamente.

(3)Tab. 28.3: Wichtige Autoantikörper in der Inneren Medizin.

(4)Tab. 28.4: Formeln zur Berechnung der glomerulären Filtrationsrate bei Erwachsenen.

(5)Tab. 28.5: Molekulargenetische Parameter, die Eingang in die Routinediagnostik gefunden haben.

Im Anschluss sind folgende Informationen zu finden:

(1)Referenzbereiche wichtige Laborparameter für Erwachsene (Tab. 28.1)

(2)Therapeutische Bereiche ausgewählter Medikamente (Tab. 28.2)

(3)Wichtige Autoantikörper in der Inneren Medizin (Tab. 28.3)

(4)Formeln zur Berechnung der glomerulären Filtrationsrate bei Erwachsenen (Tab. 28.4)

(5)Molekulargenetische Parameter, die Eingang in die Routinediagnostik gefunden haben (Tab. 28.5)

Referenzbereiche wichtiger Laborparameter für Erwachsene

([B] = Blut, [E] = EDTA-Blut, [P] = Plasma, [S] = Serum, [U] = Urin, [L] = Liquor). Falls keine Angaben zur SI-Einheit gemacht wurden, entspricht die SI-Einheit der konventionellen Benennung.

Tab. 28.1
Parameter SI-Einheit Konventionelle Benennung
Enzyme/Messtemperatur 37 °C
Aspartataminotransferase (ASAT/GOT)1 Männer < 0,85 μkat/L < 50 U/L
Frauen < 0,60 μkat/L < 35 U/L
Alaninaminotransferase (ALAT/GPT)1 Männer < 0,85 μkat/L < 50 U/L
Frauen < 0,60 μkat/L < 35 U/L
Kreatinkinase (CK)1 Männer < 3,20 μkat/L < 190 U/L
Frauen < 2,85 μkat/L < 170 U/L
γ-Glutamyl-Transferase (γ-GT)1 Männer < 1,00 μkat/L < 60 U/L
Frauen < 0,65 μkat/L < 40 U/L
Alkalische Phosphatase (AP)1 Männer 0,65–2,2 μkat/L 40–105 U/L
Frauen 0,60–1,75 μkat/L 35–105 U/L
Glutamatdehydrogenase (GLDH) Männer ≤ 0,12 μkat/L ≤ 7 U/L
Frauen ≤ 0,08 μkat/L ≤ 5 U/L
Lactatdehydrogenase (LDH)1 < 4,2 μkat/L < 250 U/L
Cholinesterase (CHE) Männer 76,9–190 μkat/L 4.620–11.500 U/L
Frauen 65,7–180 μkat/L 3.920–10.800 U/L
α-Amylase2 < 1,85 μkat/L < 110 U/L
α-Amylase [U]2 < 7,7 μkat/L < 460 U/L
CK-MB < 0,42 μkat/L < 25 U/L
2-Hydroxy-Hydroxybutyrat-Dehydrogenase (α-HBDH) < 3,03 μkat/L < 182 U/L
Lipase Kolorimetrie < 1,0 μkat/L < 60 U/L
Stoffwechsel
Blutglukose [B] 3,89–5,55 mmol/L 70–100 mg/dl
Plasmaglukose [P] 3,89–6,38 mmol/L 70–115 mg/dl
Laktat [P] < 2,4 mmol/L < 22 mg/dl
Laktat [L] 1,2–2,1 mmol/L 11–19 mg/dl
Gesamtcholesterin Wünschenswert < 5,16 mmol/L < 200 mg/dl
Grenzwertig erhöht 5,16–6,16 mmol/L 200–239 mg/dl
Hoch ≥ 6,16 mmol/L ≥ 240 mg/dl
LDL-Cholesterin
(Therapieziele nach ESC/EAS-Guidelines 2016)
Sehr hohes Risiko < 1,8 mmol/L oder 50% Reduktion von einem Ausgangswert zwischen 1,8 und 3,5 mmol/L < 70 mg/dl oder 50 % Reduktion von einem Ausgangswert zwischen 70 und 135 mg/dl
Hohes Risiko < 2,6 mmol/L oder 50 % Reduktion von einem Ausgangswert zwischen 2,6 und 5,2 mmol/L < 100 mg/dl oder 50 % Reduktion von einem Ausgangswert zwischen 100 und 200 mg/dl
Niedriges oder moderates Risiko < 3 mmol/L < 115 mg/dl
HDL-Cholesterin
(erhöhtes Risiko unter den Grenzwerten)
Männer > 1, mmol/L > 40 mg/dl
Frauen ≥ 1,2 mmol/L ≥ 48 mg/dl
Triglyzeride Normal < 1,69 mmol/L < 150 mg/dl
Grenzwertig erhöht 1,69–2,25 mmol/L 150–199 mg/dl
Hoch ≥ 2,26 mmol/L ≥ 200 mg/dl
Apo A1 (IFCC Sp 1–01) Männer 1,05–1,75 g/L 105–175 mg/dl
Frauen 1,05–2,05 g/L 105–205 mg/dl
Apo B (IFCC SP 3–07) Männer 0,6–1,4 g/L 60–140 mg/dl
Frauen 0,55–1,3 g/L 55–130 mg/dl
Apo-B/Apo-A-Ratio Männer 0,4–1,15
Frauen 0,35–1,05
Lp(a) < 75 nmol/L (Isoformen- unabhängiger Assay) < 30 mg/dl
Lipide gesamt 3–11 g/L 300–1.100 mg/dl
Ammoniak [E, P] 12–47 µmol/L 20–80 µg/dl
Bilirubin, gesamt < 18,8 µmol/L < 1,1 mg/dl
Bilirubin, direkt < 5,1 µmol/L < 0,3 mg/dl
Harnsäure Männer < 420 µmol/L < 7,0 mg/dl
Frauen < 340 µmol/L < 5,7 mg/dl
Stoffwechsel
Eisen Männer 10,6–28,3 µmol/L 59–158 µg/dl
Frauen 6,6–26 µmol/L 37–145 µg/dl
Transferrinsättigung 0,16–0,45 16–45 %
Ferritin3 30–200 µg/L 30–200 ng/ml
Löslicher Transferrinrezeptor 0,81–1,75 mg/L 0,81–1,75 mg/L
Kupfer [S] Männer 11–22 µmol/L 70–140 µg/dl
Frauen 13,4–24,4 µmol/L 85–155 µg/dl
Kupfer [U] 0,06–1,26 µmol/24 h 0,4–70 µg/24 h
Zink [S] 8,4–23,1 µmol/L 55–150 µg/dl
Zink [U] 2,14–12,2 µmol/24 h 140–800 µg/24 h
HbA1c
DCCT/NGSP-Standardisierung6 4,8–6,0 %
IFCC-Standardisierung 29–42 mmol/mol 2,9–4,2 %
Interventionsgrenze DCCT/NGSP 7,0 %
IFCC 53 mmol/mol
Therapieziel Diabetes Typ 1 DCCT/NGSP < 7,0 bis 7,5 %
IFCC < 53 bis 58 mmol/mol
Mittlere Blutglukose 9,3 mmol/L 169 mg/dl
Therapieziel Diabetes Typ 2 DCCT/NGSP < 6,5 %
IFCC < 48 mmol/mol
Mittlere Blutglukose 7,7 mmol/L 140 mg/dl
Niere und Elektrolythaushalt
Kalzium, gesamt [S] 2,15–2,55 mmol/L 8,6–10,2 mg/dl
Kalzium [U] 2,5–8,0 mmol/24 h 100–320 mg/24 h
Chlorid [S] 98–106 mmol/L 98–106 mval/L
Chlorid [U] 85–170 mmol/24 h 85–170 mval/24 h
Harnstoff 1,8–9,2 mmol/L 11–55 mg/dl
Harnstoff-N 1,7–8,6 mmol/L 4,7–24 mg/dl
Kalium [S] 3,5–5,1 mmol/L 3,5–5,1 mval/L
Kalium [U] 35–80 mmol/24 h 35–80 mval/24 h
Kreatinin (S) < 97 µmol/L < 1,1 mg/dl
Niere und Elektrolythaushalt
Kreatinin-Clearance3 1,3–2,8 ml/s 80–170 ml/min
Natrium [S] 134–150 mmol/L 134–150 mval/L
Natrium [U] 100–200 mmol/24 h 100–200 mval/24 h
Phosphor, anorganisch [S] 0,87–1,45 mmol/L 2,7–4,5 mg/dl
Phosphor, anorganisch [U] 13–42 mmol/24 h 0,4–1,3 g/24 h
Blutgase und Säure-Basen-Haushalt [B]
pH 7,35–7,45 7,35–7,45
pCO2 4,67–6,00 kPa 35–45 mmHg
pO2 8,66–13,3 kPa 65–100 mmHg
Basenüberschuss (BE) −3 bis +3 mmol/L −3 bis +3 mmol/L
Standardbikarbonat 22–26 mmol/L 22–26 mmol/L
O2-Sättigung 0,9–0,96 90–96 %
COHb (Nichtraucher) < 0,022 < 2,2 %
COHb (Raucher) < 0,105 < 10,5 %
Hämatologie [E]
Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) [Zitrat-B] 1. h Männer
< 50 J. < 15 mm
> 50 J. < 20 mm
Frauen
< 50 J. < 25 mm
> 50 J. < 30 mm
Hämoglobin (Hb) Männer 8,1–11,2 mmol/L 13–18 g/dl
Frauen 7,4–9,9 mmol/L 12–16 g/dl
Erythrozytenzahl Männer 4,5–5,9 × 1012/L 4,5–5,9 × 106/µl
Frauen 4,0–5,2 × 1012/L 4,0–5,2 × 106/µl
Hypochrome Erythrozyten < 0,05 < 5 %
Hämatokrit (Hkt) Männer 0,41–0,53 [L/L] 41–53 Vol.%
Frauen 0,36–0,46 [L/L] 36–46 Vol.%
Mittlerer Hämoglobingehalt der Erythrozyten (MCH) 0,4–0,53 fmol 26–34 pg
Mittlere Hämoglobinkonzentration des Einzelerythrozyten (MCHC) 4,81–5,74 mmol Hb/L Erythrozyten 31–37 g Hb/dl Erythrozyten
Mittleres Erythrozytenvolumen (MCV) 80–94 fl 80–94 μm3
Hämatologie [E]
Erythrozytenverteilungsbreite (EVB/RDW) CV 11,6–14,6 %
Retikulozyten3 0,008–0,022 8–22 ‰
Mittlere Hämoglobinkonzentration der Retikulozyten (CHr/RetHE) 25–30 pg
Leukozytenzahl3 4,3–10,0 Gpt/L 4,3–10,0×103/µl
Thrombozytenzahl 150–350 Gpt/L 150–350×103/µl
Gerinnung [Zitrat-Plasma]
Thromboplastinzeit (Quick) 0,7–1,2 70–120 %0,9–1,1 INR
Partielle Thromboplastinzeit (PTT)2 < 40 s
Plasmathrombinzeit (PTZ)2 < 20 s
Batroxobinzeit 16–22 s
Fibrinogen 2–4 g/L 200–400 mg/dl
Antithrombin III (AT III) 0,8–1,2 80–120 %
Protein C 0,7–1,4 70–140 %
Protein S 0,7–1,4 70–140 %
D-Dimer Bei älteren Menschen/ Schwangeren höherer cutoff! < 0,5 mg/L < 0,5 µg/ml
Faktor II 0,7–1,2 70–120 %
Faktor V 0,7–1,4 70–140 %
Faktor VII 0,7–1,2 70–120 %
Faktor VIII 0,7–1,5 70–150 %
Faktor IX 0,7–1,2 70–120 %
Faktor X 0,7–1,2 70–120 %
Faktor XI 0,7–1,5 70–150 %
Faktor XII 0,7–1,5 70–150 %
Faktor XIII 0,7–1,4 70–140 %
Faktor VIII-Ristocetin-Cofaktorv
WF:RCo; vWF-Aktivität
Blutgruppe 0 50–140 %
Blutgruppen A, B, AB 70–180 %
Von-Willebrand-Faktor-Antigen Blutgruppe 0 51–133 %
Blutgruppe A,B, AB 69–179 %
Von-Willebrand-Faktor Aktivität/Antigen-Ratio 0,7–1,3
aPC-Resistenz Normal: > 2,3
Graubereich: 2,0–2,3 heterozygot: 1,4–1,9 homozygot: 1,1–1,3
Anti-Faktor Xa7 Gilt nicht für DOAK (NOAK) Thromboseprophylaxe: 0,1–0,4 U/ml
Thrombosetherapie: 0,5–1,0 U/ml
Serumproteine
Albumin4 35–52 g/L 3,5–5,2 g/dl
α1-Antitrypsin4 0,9–2,0 g/L 90–200 mg/dl
β2-Mikroglobulin < 0,002 g/L < 2,0 mg/L
C34 0,9–1,8 g/L 90–180 mg/dl
C44 0,1–0,4 g/L 10–40 mg/dl
CDT (Carbohydrate deficient Transferrin) < 0,06 < 6 %
Coeruloplasmin5 0,2–0,6 g/L 20–60 mg/dl
Cystatin C (ERM®-DA471/IFCC) 0,62–1,11 mg/L 62–111 µg/dl
Haptoglobin4 0,3–2,0 g/L 30–200 mg/dl
IgA4 0,7–4,0 g/L 70–400 mg/dl
IgG4 7–16 g/L 700–1.600 mg/dl
IgM4 0,4–2,3 g/L 40–230 mg/dl
α2-Makroglobulin4 1,3–3,0 g/L 130–300 mg/dl
Präalbumin4 0,2–0,4 g/L 20–40 mg/dl
α1-saures Glykoprotein4 0,5–1,2 g/L 50–120 mg/dl
Transferrin4 2,0–3,6 g/L 200–360 mg/dl
Löslicher Transferrinrezeptor2 0,81–1,75 mg/L 0,81–1,75 mg/L
IgE3 < 240 µg/L < 100 U/ml
Eiweiß, gesamt [S] 62–80 g/L 6,2–8,0 g/dl
Eiweiß, gesamt [L] < 0,45 g/L < 45 mg/dl
C-reaktives Protein (CRP)4 < 5 mg/L < 0,5 mg/dl
Interleukin-6 (IL-6)2 < 3,4 ng/L < 3,4 pg/ml
Lipopolysaccharid-bindendes Protein (LBP) < 15,2 mg/L < 15,2 µg/ml
Prokalzitonin (PCT) < 0,5 µg/L < 0,5 ng/ml
Elektrophorese (Celluloseacetat/Ponceau S)
Albumin 0,58–0,70 58–70 %
α1-Globuline 0,013–0,035 1,3–3,5 %
α2-Globuline 0,05–0,1 5–10 %
β-Globuline 0,08–0,13 8–13 %
γ-Globuline 0,1–0,19 10–19 %
Kardiale Marker/Risikomarker
Troponin T hochsensitiv 99. Perzentil eines normalgesunden Referenzkollektives < 0,014 ng/ml < 14 pg/ml
Observationszone 0,014–0,05 ng/ml 14–50 pg/ml
Mykokardialer Schaden > 0,05 ng/ml > 50 pg/ml
Troponin I Methodenabhängig < 0,05 µg/L
CK-MB Masse Methodenabhängig < 5–8 µg/L
Myoglobin2 Methodenabhängig < 60–116 µg/L
Homocystein < 10 µmol/L < 1,35 mg/L
NT-pro BNP Männer 18–29 Jahre < 15,3 pmol/L < 130 ng/L
Männer 30–39 Jahre < 15,6 pmol/L < 132 ng/L
Männer 40–49 Jahre < 27,3 pmol/L < 231 ng/L
Männer 50–59 Jahre < 31,9 pmol/L < 270 ng/L
Männer ≥ 60 Jahre < 30,9 pmol/L < 262 ng/L
Männer: klinischer Cut-off < 11,8 pmol/L < 100 ng/L
Frauen 18–29 Jahre < 7,6 pmol/L < 64,7 ng/L
Frauen 30–39 Jahre < 10,4 pmol/L < 88,1 ng/L
Frauen 40–49 Jahre < 11,2 pmol/L < 94,6 ng/L
Frauen 50–59 Jahre < 21,1 pmol/L < 179 ng/L
Frauen ≥ 60 Jahre < 32,8 pmol/L < 278 ng/L
Frauen: klinischer Cut-off < 17,7 pmol/L < 150 ng/L
Kardiale Marker/Risikomarker
BNP2 Klinischer Cut-off < 28,9 pmol/L < 100 ng/L
Männer 45–54 Jahre < 13,9 pmol/L < 48 ng/L
Männer 55–64 Jahre < 20,8 pmol/L < 72 ng/L
Männer 65–74 Jahre < 44,8 pmol/L < 155 ng/L
Männer ≥ 75 Jahre < 37,6 pmol/L < 130 ng/L
Frauen 45–54 Jahre < 30,9 pmol/L < 107 ng/L
Frauen 55–64 Jahre < 39,9 pmol/L < 138 ng/L
Frauen 65–74 Jahre < 40,5 pmol/L < 140 ng/L
Frauen ≥ 75 Jahre < 76,9 pmol/L < 266 ng/L
Vitamine
Vitamin A (Retinol) 1,05–3,84 µmol/L 0,3–1,10 mg/dl
Vitamin B1 (Thiamin) 5,65–22,3 nmol/L 1,7–6,7 µg/L
Vitamin B2 (Riboflavin) 15,9–31,9 nmol/L 6–12 µg/L
Vitamin B6 (Pyridoxalphosphat) 20,2–72,8 nmol/L 5–18 µg/L
Vitamin B12 (Cobalamin) 243–730 pmol/L 330–990 ng/L
B12-Mangel: < 110 pmol/L < 150 ng/L
Vitamin C (Ascorbinsäure) 34,1–141 µmol/L 6,0–25,0 mg/L
Vitamin D3 (25-Hydroxycholecalciferol) Sommer: 22,5–122 nmol 9–49 ng/ml
Winter: 18,7–99,8 nmol/L 7,5–40 ng/ml
Vitamin D3 (1,25-Dihydroxycholecalciferol) 75–175 pmol/L 30–70 ng/L
Vitamin E (Tocopherol) 13,9–41,8 µmol/L 6–18 mg/L
Vitamin H (Biotin) > 818 pmol/L > 200 ng/L
Folsäure 11,3–47,6 nmol/L 5–21 ng/ml
Folsäuremangel: < 4,5 nmol/L < 2 ng/ml
Tumormarker 95 % Spezifität „Cut-off“-Werte
AFP (WHO 72/225) < 7 U/ml (8,5 ng/ml) < 8,5 U/ml (10,3 ng/ml)
β2-Mikroglobulin (WHO 80/12/3200) < 2 mg/L
CA 19-9 < 22 U/ml < 37 U/ml
CA 125 < 35 U/ml < 35 U/ml
CA 15-3 < 22 U/ml < 22 U/ml
CA 72-4 < 6,7 U/ml
CEA (WHO 73/601) < 4,6 ng/ml < 4,6 ng/ml;Raucher < 10 ng/ml
Cyfra 21-1 < 3,3 µg/L < 3,3 ng/ml
HCG (WHO 75/537) < 5 IU/L
HE4 (humanes Epididymis-Protein 4) Prämenopausal < 70 pmol/L < 70 pmol/
Postmenopausal < 140 pmol/L < 140 pmol/L
hPLAP (humane plazentare alkalische Phosphatase) < 100 mU/L
NSE < 12,5 µg/L < 12,5 ng/ml
S-100 < 0,105 µg/L
pro-GRP (pro-Gastrin-Releasing Peptide) Serum < 63 pg/ml < 63 pg/ml
Plasma < 65 pg/ml < 65 pg/ml
SCC < 1,5 ng/ml
PSA < 40 Jahre < 1,3 ng/ml
41–50 Jahre < 2,0 ng/ml
51–60 Jahre < 3,0 ng/ml
61–70 Jahre < 4,0 ng/ml
> 71 Jahre < 4,5 ng/ml
Freies PSA (Stanford-Standard) < 15 % des Gesamt-PSA = Hinweis auf Prostatakarzinom
Komplexiertes PSA (cPSA) 40–49 Jahre < 1,5 ng/ml
50–59 Jahre < 1,9 ng/ml
60–69 Jahre < 2,5 ng/ml
70–79 Jahre < 2,8 ng/ml
Thyreoglobulin (BCR RM 457)5 < 5 µg/L < 5 ng/ml
TPA < 80 U/L
Endokrinologie
Thyreotropin (TSH) Basal: 0,27–4,2 mU/L 0,27–4,2 μU/ml
TRH-Test 30 min nach TRH-Injektion Anstieg um:
Euthyreot 2,0–25 mU/L 2,0–25 μU/ml
Hyperthyreot < 0,3 mU/L < 0,3 μU/ml
Hypothyreot > 25 mU/L > 25 μU/ml
Freies Thyroxin (FT4) 10–26 pmol/L 0,8–2,0 ng/dl
Freies Trijodthyronin (FT3) 3,8–9,2 pmol/L 2,5–6,0 pg/ml
Thyreoglobulin (BCR RM 457) < 85 ng/ml
Parathormon intakt (PTH 1–84) 1,2–4,5 pmol/L 11,3–42,5 ng/L
Insulin (WHO 1st IRP 66/304) 36,6–183 pmol/L 5–25 mU/ml
C-Peptid (WHO 1st IRR 84/510) 0,3–1,3 nmol/L 0,9–4,0 µg/L
Vanillinmandelsäure (VMS) [U] 16,5–32,5 µmol/24 h 3,3–6,5 mg/24 h
5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES) [U] 10,5–47,1 µmol/24 h 2–9 mg/24 h
Gesamtporphyrine [U] < 120 nmol/24 h < 100 µg/24 h
δ-Aminolävulinsäure (δ-ALA) [U] < 49 µmol/24 h < 6,4 mg/24 h
Erythropoetin (WHO 2nd IRP MRC 67/343) 1,6–29,5 mU/ml

1

Referenzmethoden IFCC (ASAT und ALAT mit Pyridoxalphosphat).

2

Normwerte unterscheiden sich je nach verwendeter Methode.

3

Normwerte sind alters- und/oder geschlechtsabhängig.

4

Neue Normbereiche für 14 Serumproteine auf Basis der Referenzpräparation CRM 470.

5

Werte nach Thyroidektomie.

6

DCCT = Diabetes Complications and Control Trial, NGSP = National Glycohemoglobin Standardization Program.

7

Monitoring der Therapie mit niedermolekularen Heparinen.

Therapeutische Bereiche ausgewählter Medikamente

Tab. 28.2
Medikament SI-Einheit Konventionelle Benennung
Acetylsalicylsäure 1,1–2,2 mmol/L 150–300 µg/ml
Carbamazepin 17–43 µmol/L 4–10 µg/ml
Chinidin 6–15 µmol/L 2–5 µg/ml
Clobazam 0,3–1,3 µmol/L 100–400 µg/L
Clozapin 0,2–2,1 µmol/L 50–700 µg/L
Ciclosporin A1 (Erhaltungstherapie) 83–207,5 nmol/L 100–250 µg/L
Digitoxin 17–33 µmol/L 13–25 ng/ml
Digoxin 1,0–2,6 µmol/L 0,8–2,0 ng/ml
Disopyramid 6–15 µmol/L 2–5 µg/ml
Ethosuximid 283–708 µmol/L 40–100 µg/ml
Everolimus 3,1–8,3 nmol/L 3–8 µg/L
Flecainid 0,48–1,44 µmol/L 0,2–0,6 µg/ml
Gabapentin 17,5–23,4 µmol/L 3–4 µg/ml
Gentamicin 11–22 µmol/L 5–10 µg/ml
Lamotrigin 3,9–19,5 µmol/L 1–5 µg/ml
Lidocain 6–21 µmol/L 1,5–5,0 µg/ml
Lithium2 0,3–1,3 mval/L 0,3–1,3 mmol/L
Mycophenolat-Mofetil 3,5–6,9 nmol/L 1,5–3,0 µg/L
Phenobarbital 65–172 µmol/L 15–40 µg/ml
Phenytoin 20–80 µmol/L 5–20 µg/ml
Primidon 23–69 µmol/L 5–15 µg/ml
Rapamycin 4,4–10,9 nmol/L 4–10 µg/L
Risperidon 4,9–24,4 nmol/L 2–10 µg/L
Sultiam 20,7–34,4 µmol/L 6–10 µg/ml
Tacrolimus (FK 506) 12,4–24,9 nmol/L 10–20 ng/ml
Theophyllin 44–111 µmol/L 8–20 µg/ml
Tiagabin 53–213 nmol/L 20–80 µg/L
Tobramycin 9–21 µmol/L 4–10 µg/ml
Valproinsäure 347–693 µmol/L 50–100 µg/ml
Vancomycin 14–28 µmol/L 20–40 µg/ml
Vigabatrin 23,2–193,5 µmol/L 3–24 µg/ml

1

Werte methodenabhängig, z. T. wurden höhere Werte gefunden, wenn Metaboliten miterfasst wurden.

2

Rezidivprophylaxe affektiver Erkrankungen: 0,6–0,8 mmol/L, Behandlung akuter Manien: 1,0–1,2 mmol/L.

Wichtige Autoantikörper in der Inneren Medizin

Tab. 28.3
Autoantikörper in der Rheumatologie
Autoantikörper gegen nukleäre Antigene (ANA/ANF) 1:< 10
Autoantikörper gegen extrahierbare nukleäre Antigene (ENA)
  • Jo1

Negativ
  • nRNP (U1-RNP)

Negativ
  • PM-1 (Laux)

Negativ
  • Scl 70 (Topo-I)

Negativ
  • SM-Antigen

Negativ
  • SSA-Antigen (Ro)

Negativ
  • SSB-Antigen (La)

Negativ
Autoantikörper gegen Histone 1:< 10
Autoantikörper in der Rheumatologie
Autoantikörper gegen Zentromere 1:< 10
Autoantikörper gegen zyklisches citrulliniertes Peptid (CCP) < 5 RU/ml
Autoantikörper gegen Doppelstrang-DNA < 13 U/ml
Autoantikörper gegen Granulozytenzytoplasma (p- und c-ANCA) 1:< 10
Autoantikörper gegen Myeloperoxidase (MPO) 1:< 10
Autoantikörper gegen Proteinase 3 (PR3) 1:< 10
Rheumafaktor (Autoantikörper gegen das Fc-Fragment von IgG) < 60 IU/ml
Autoantikörper bei Schilddrüsenerkrankungen
Autoantikörper gegen thyreoidale Peroxidase (TPO) < 100 kU/L
Autoantikörper gegen Thyreoglobulin (TAK) < 100 kU/L
Autoantikörper gegen TSH-Rezeptor (TRAK) < 1 U/L
Autoantikörper bei Diabetes mellitus
Autoantikörper gegen Glutaminsäure-Decarboxylase (GAD II) < 0,9 kU/L
Autoantikörper gegen Inselzellantigen 2 (IA2) Negativ < 0,75 kU/L
Kontrollbedürftig 0,75–1,0 kU/L
Positiv > 1,0 kU/L
Autoantikörper gegen Inselzellen (ICA) Negativ
Autoantikörper gegen Zinktransporter 8 < 10 Ak-Ratio
Grauzone 10–15
Autoantikörper in der Gastroenterologie
Autoantikörper gegen Gewebstransglutaminase (tTG) IgG Negativ < 5 U/ml
Grenzwertig positiv 5–8 U/ml
Positiv > 8 U/ml
Autoantikörper gegen Gewebstransglutaminase (tTG) IgA Negativ < 5 U/ml
Grenzwertig positiv 5–8 U/ml
Positiv > 8 U/ml
Gliadin-IgA-Antikörper (keine Autoantikörper) < 14 U/ml
Gliadin-IgG-Antikörper (keine Autoantikörper) < 14 U/ml
Autoantikörper gegen glatte Muskulatur (ASMA) 1:< 10
Autoantikörper gegen Liver-Kidney-Mikrosomen 1 1:< 10
Autoantikörper gegen Mitochondrien (AMA) 1:< 10
Autoantikörper gegen lösliches Leberzellantigen (SLA)/Leber-Pankreas (LP) < 20 U/L
Autoantikörper gegen Liver Zytosol Typ 1 (LC-1) Negativ
Autoantikörper in der Nephrologie
Autoantikörper gegen glomeruläre Basalmembran (GM) Negativ < 7 kU/L
Grenzwertig positiv 7–10 kU/L
Positiv > 10 kU/L
Autoantikörper gegen Granulozytenzytoplasma (p- und c-ANCA) 1:< 10
Autoantikörper gegen Myeloperoxidase (MPO) 1:< 10
Autoantikörper gegen Proteinase 3 (PR3) 1:< 10
Autoantikörper gegen Phospholipase A2-Rezeptor (PLA2R) 1:< 10
Autoantikörper gegen Thrombospondin Type 1 Domain-Containing 7A (THSD7A) 1:< 10
Autoantikörper in der Hämatologie
Autoantikörper gegen Intrinsic-Faktor Negativ < 0,75
Grenzwertig 0,75–1,0
Positiv > 1,0
Autoantikörper gegen Parietalzellen 1:< 10
Sonstige Autoantikörper
Cardiolipin-IgG-Antikörper < 12 U/ml
Cardiolipin-IgM-Antikörper < 6 U/ml
Autoantikörper gegen Nebennierenrinde 1:< 10
Autoantikörper gegen quergestreifte Muskulatur 1:< 10

Formeln zur Berechnung der glomerulären Filtrationsrate bei Erwachsenen

Tab. 28.4
Name der Formel Formel
Formel nach Cockroft-Gault GFR [ml/min] = ([140−Alter] × Gewicht/(72× Serumkreatinin))
Bei Frauen Ergebnis mit 0,85 multiplizieren
Alter in Jahren; Gewicht in kg, Serumkreatinin in mg/dl
GFR [ml/min] = ([140−Alter] × Gewicht/(0,813× Serumkreatinin))
Bei Frauen Ergebnis mit 0,85 multiplizieren
Alter in Jahren; Gewicht in kg, Serumkreatinin in µmol/L
Berechnung nach Ergebnissen der MDRD-Formel (MDRD = Modification of diet in renal disease) „Verkürzte“ MDRD-Formel:
GFR [ml/min/1,73 m2] = 186 × Serumkreatinin−1,154 [mg/dl] × Alter−0,203 [Jahre]. Bei Verwendung einer Kreatinin-Methode, die an der Referenzmethode standardisiert ist (ID-MS), gilt eine angepasste Formel: GFR [ml/min/1,73 m2] = 175 × Serumkreatinin−1,154 [mg/dl] × Alter−0,203 [Jahre]. Bei Frauen wird das Ergebnis der Berechnung noch mit 0,742 multipliziert. Bei Farbigen wird das Ergebnis der Berechnung noch mit 1,212 multipliziert. Generell sollte die Formel nur bei Erwachsenen angewandt werden. Da die Formel die GFR-Werte für Nierengesunde „unterschätzt“, wird empfohlen, errechnete GFR-Werte größer 60 ml/min/1,73 m2 als „> 60 ml/min/1,73 m2“ zu reporten
„Komplette“ MDRD-Formel:
GFR [ml/min/1,73 m2] = 170 × Serumkreatinin−0,999 [mg/dl] × Alter−0.176 [Jahre] × Serum-Harnstoff-N−0,170 [mg/dl] × Serum-Albumin0,318 [g/dl]. Bei Frauen wird das Ergebnis der Berechnung noch mit 0,762 multipliziert. Bei Farbigen wird das Ergebnis der Berechnung noch mit 1,180 multipliziert
Berechnung nach der CKD-EPI-Formel (CKD-EPI = Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration) GFR [ml/min/1,73 m2] = a × (Serum-Kreatinin/b)c × (0,993)Alter
a Weiße/andere Männer
Frauen
141
144
Farbige Männer
Frauen
163
166
b Männer
Frauen
0,9
0,9
c Männer Serum-Krea ≤ 62 µmol/L
(≤ 0,7 mg/dl)
–0,411
> 62 µmol/L (> 0,7 mg/dl) –1,209
Frauen Serum-Krea (SKrea)
≤ 62 µmol/L (≤ 0,7 mg/dl)
–0,329
> 62 µmol/L (> 0,7 mg/dl) –1,209
Berechnung der GFR aus dem Cystatin-C-Wert GFR [ml/min/1,73 m2] = 77,24 × (Cystatin C × 0,851)−1,2623 (Kalibration Fa. Siemens); Cystatin C in mg/L; Standardisierung: ERM®-DA471/IFCC
Zu beachten ist, dass die Formeln nur für Cystatin-C-Werte bis ca. 3 mg/L evaluiert sind
CKD-EPI-Cystatin-C-Formel
Basis der Formel und Geschlecht Serumkreatinin [mg/dl] Serum-Cystatin-C [mg/L] Formel zur Berechnung der GFR
Frauen oder Männer ≤ 0,8 133 × (SCys/0,8)−0,499 × 0,996Alter [× 0,932 für Frauen]
Frauen oder Männer > 0,8 133 × (SCys/0,8)−1,328 × 0,996Alter [× 0,932 für Frauen]
CKD-EPI-Kreatinin-Cystatin-C-Formel
Basis der Formel und Geschlecht Serumkreatinin [mg/dl] Serum-Cystatin-C [mg/L] Formel zur Berechnung der GFR
Frauen ≤ 0,7 ≤ 0,8 130 × (SKr/0,7)−0,248 × (SCys/0,8)−0,375 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
> 0,8 130 × (SKr/0,7)−0,248 × (SCys/0,8)−0,711 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
Frauen > 0,7 ≤ 0,8 130 × (SKr/0,7)−0,601 × (SCys/0,8)−0,375 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
> 0,8 130 × (SKr/0,7)−0,601 × (SCys/0,8)−0,711 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
Männer ≤ 0,9 ≤ 0,8 135 × (SKr/0,9)−0,207 × (SCys/0,8)−0,375 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
> 0,8 135 × (SKr/0,9)−0,207 × (SCys/0,8)−0,711 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
Männer > 0,9 ≤ 0,8 135 × (SKr/0,9)−0,601 × (SCys/0,8)−0,375 × 0,995Alter [× 1,08 für Farbige]
> 0,8 135 × (SKr/0,9)−0,601 × (SCys/0,8)−0,711 × 0,995Alter [× 1.08 für Farbige]

Molekulargenetische Parameter, die Eingang in die Routinediagnostik gefunden haben

Tab. 28.5
Parameter (Erkrankung) Beurteilung Aminosäurentausch/ [Nukleotidaustausch]
Faktor-V-Leiden (Gerinnungsstörung) Der Nachweis einer homozygoten Mutation R506Q ist mit einem deutlich erhöhten Thromboserisiko verbunden R506Q [G1691A]
Prothrombin-Faktor II (Gerinnungsstörung) Der Nachweis einer homozygoten Mutation G20210A ist mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden [G20210A]
HFE (Hämochromatose-Gen) Der Nachweis einer homozygoten Mutation C282Y und/oder H63D sichert die Diagnose einer hereditären Hämochromatose C282Y [845A] und H63D [187G]
Morbus Wilson Nachweis einer in Europa häufigen von mindestens 30 bekannten Mutationen im ATP7B-Gen H1069Q
Hyperhomocysteinämie Nachweis einer Mutation im Gen der N5,10-Methylentetrahydrofolat-Reduktase. Der Aminosäurenaustausch führt zu einem thermolabilen Enzym mit reduzierter Aktivität und nachfolgend zur Hyperhomocysteinämie [C677T]
α1-Antitrypsin-Genotypisierung Differenzierung der Allele PiM (Wildtyp), PiS und PiZ; PiZZ-Genotyp hat eine stark verminderte α1-Antitrypsinkonzentration PiS [A264T] PiZ [G342A] 75 allelische Varianten
Zystische Fibrose/Mukoviszidose Zahlreiche Mutationen im CTFR-Gen (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator), Untersuchung der ΔF508-Mutation hat eine Sensitivität von ca. 70 %, die zusätzliche Testung weiterer ca. 20–30 häufigerer Mutationen steigert die Sensitivität auf ca. 80 %. Die komplette Sequenzierung des Gens ist sehr aufwändig, bei einer Sensitivität von > 90 %. ΔF508, 20–30 weitere Mutationen oder Komplettsequenzierung
Apo E Die Isoform E2 hat eine Rezeptorbindung von ca. 2 %. Es findet sich eine Dysbetalipoproteinämie (HLPIII). E3 ist die häufigste Isoform (Wildtyp). Träger des E4-Allels haben ein erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Der homozygote E4-Status ist überzufällig häufig bei Alzheimer-Patienten zu finden. Pos. 112 158 E2 Cys Cys E3 Cys Arg E4 Arg Arg
Laktoseintoleranz – autosomal rezessiv vererbter Laktase-Phlorizin Hydrolase-Mangel Dimorphismus (T→C) im Promotor (-13910) des Laktase-Gens (LCT) LCT-13910 TT,
LCT-13910 TC,
LCT-13910 CC

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