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B978-3-437-22301-3.10026-4

10.1016/B978-3-437-22301-3.10026-4

978-3-437-22301-3

Injektion von Vistabel/Bocouture, Injektionspunkte und Dosis in MU.

  • a:

    Im Bereich der Zornesfalte.

  • b:

    Im Bereich der Stirnfalten.

  • c:

    Im Bereich der Augenbrauen.

  • d:

    Im Bereich der orbitalen Falten

Peeling-Tiefe und Peeling-Substanzen.

(in Anlehnung an M.G. Rubin)

Tab. 26.1
Eindringtiefe Substanzen (Beispiele)
Sehr oberflächlich
(Str. corneum)
  • -Hydroxysäuren: Glykolsäure 20–50%, für 1–2Min.

  • -Hydroxysäuren: Z.B. Milchsäure, Glykolsäure 8–15% (gepuffert, partiell neutralisiert), längerfristige, meist tgl. Anw.

  • Jessner-Lsg., 1–3 auftragen (Rp.: Resorcin 14,0, Acid. sal. 14,0, Milchsäure 85% 14,0ml, Ethanol 95% q.s. ad 100ml)

  • Resorcin 20–30%, für 5–10Min.

  • Trichloressigsäure (TCA) 10%, einmaliges Auftragen

  • Tretinoin 0,01–0,1%, längerfristige, meist tgl. Anw.

  • 5-FU, wiederholte Anw.

Oberflächlich
(Str. granulosum bis Str. basale)
  • -Hydroxysäuren: Glykolsäure 50–70%, für > 2Min.

  • Jessner-Lsg.: 4–10 auftragen

  • Resorcin 40–50%, für 30–60Min.

  • TCA 10–35% (bei mehrfacher Anw. von TCA 35% dermale Penetration)

  • Salizylsäure 50% unter Okklusion (nur außerhalb des Gesichts, cave: Salizylismus)

Mitteltief
(Str. papillare)
  • -Hydroxysäuren: Glykolsäure 70%, für >3Min.

  • Jessner-Lsg. + anschließend TCA 35%

  • Trockeneis + anschließend TCA 35%

  • Glykolsäure 70% + anschließend TCA 35%

  • -Ketosäuren (Beispiel): Brenztraubensäure 50–100%

  • TCA 35–50%

Ästhetische Dermatologie

Thomas Dirschka

Marcus Freitag

  • 26.1

    Voraussetzungen 986

    • 26.1.1

      Rechtliche Voraussetzungen und Abrechnung986

    • 26.1.2

      Räumliche und logistische Voraussetzungen986

  • 26.2

    Epilation 988

    • 26.2.1

      Thermolyse988

    • 26.2.2

      Galvanische Elektrolyse988

    • 26.2.3

      Wachsepilation989

    • 26.2.4

      Weitere Epilationsmethoden989

  • 26.3

    Faltentherapie 989

    • 26.3.1

      Botulinumtoxin989

    • 26.3.2

      Faltenaugmentation993

    • 26.3.3

      Mikrodermabrasion995

  • 26.4

    Chemical Peeling 996

    • 26.4.1

      Peeling mit Alpha-Hydroxysäuren997

  • 26.5

    Camouflage 999

  • 26.6

    Ästhetische Chirurgie 1000

    • 26.6.1

      Lidplastik1000

    • 26.6.2

      Fettabsaugung (Liposuktion)1000

Voraussetzungen

Rechtliche Voraussetzungen und Abrechnung

Dermatologie, ästhetische"\t"Siehe Ästhetische DermatologieÄsthetische Dermatologie:VoraussetzungenÄsthetische DermatologieÄsthetische Dermatologie:AbrechnungÄrzte dürfen ärztliche Leistungen nur in einer Klinik oder Praxis erbringen.
  • Leistungen in der Praxis: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 14.9.2000 (Rs C-384/98) sind Leistungen eines Arztes nur dann nach Art.13 TeilA Abs.1 Buchstabec der 6.EG-Richtlinie steuerfrei, wenn sie der medizinischen Betreuung von Personen durch das Diagnostizieren und Behandeln von Krankheiten oder anderen Gesundheitsstörungen dienen.

    • Die heilkundliche Tätigkeit eines Arztes unterliegt nach 4 Nr.14 Umsatzsteuergesetz (UStG) nicht der Umsatzsteuerpflicht. Laut Europäischem Gerichtshof fallen hierunter jedoch nur medizinische Leistungen, die in der medizinischen Betreuung von Personen durch Diagn. und Behandlung einer Krankheit oder einer anderen Gesundheitsstörung bestehen.

    • In Fortführung dieser Rechtsprechung unterwirft der Bundesfinanzhof Schönheits-OPs, deren Zweck nicht der Schutz der Gesundheit ist, und alle damit verbundenen ärztlichen Leistungen der Umsatzsteuerpflicht.

    • Nach 19 UstG wird die Umsatzsteuer nicht erhoben, wenn der steuerpflichtige Umsatz zuzüglich der darauf entfallenen Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17500 nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50000 voraussichtlich nicht übersteigen wird.

    • Eine Trennung in einen umsatzsteuerpflichtigen und -freien Bereich ist nicht möglich; im Zweifelsfall wird die Gesamtpraxis zur Umsatzsteuer veranlagt.

  • Leistungen in der Klinik: Leistungen in einer Klinik können frei vereinbart werden; Umsatzsteuer muss abgeführt werden. Weiterer Vorteil der Klinik: Eine Klinik darf werben.

  • Sogenannte Institute: Viele Ärzte betreiben neben ihrer Praxis von der Praxis unabhängige Institute. Hier dürfen z.B. kosmetische Leistungen (auch vom Arzt) erbracht werden. Ärztliche Leistungen (d.h. Leistungen, die nur durch einen Arzt erbracht werden können) dürfen hier nicht erbracht werden (sind an Klinik oder Praxis gebunden!).

Räumliche und logistische Voraussetzungen

Die Ausstattung des Behandlungsbereichs richtet sich nach Art und Umfang der Behandlung. Kosmetische Maßnahmen erfordern keinen OP-Saal oder Eingriffsraum.
Empfehlung: Einen speziellen, abgetrennten Bereich in der Praxis/Klinik für kosmetische Maßnahmen einrichten. Der Bereich kann in der behandlungsfreien Zeit des Arztes von einer Helferin/Kosmetikerin auch für kosmetische Behandlungen genutzt werden.

Kosmetische Maßnahmen in adäquatem Ambiente anbieten.

Mögliche Behandlungen
  • Kosmetische Behandlungen,

  • Peeling-Behandlungen,

  • Mikrodermabrasion,

  • Faltenunterspritzungen,

  • Botulinumtoxin-Behandlungen,

  • Epilationsbehandlungen,

  • phlebologische Leistungen 21.2 (z.B. Verödung von Besenreisern),

  • Laser (wenn Raumanforderungen der Laser-Schutzverordnung erfüllt sind 25.12).

Ausstattung des Behandlungsbereichs
Personelle Ausstattung: Kosmetikerin/Arzthelferin, Arzt.
Raumausstattung: Einrichtungsstücke und Instrumentarien eines kosmetischen Behandlungsbereichs können von verschiedenen Lieferanten komplett zusammengestellt und bezogen werden (z.B. Fa. CNC, Bruchstücker 9, 76661 Philippsburg, Tel. 07256/93200).
  • Flüssigkeitsfest verfugter Boden oder Fliesen,

  • Tageslicht und helle Raumbeleuchtung,

  • Waschbecken/Spüle,

  • OP-Leuchte oder kleine Standleuchte,

  • Kosmetikliege (variabel verstellbar),

  • Behandlungshocker (2),

  • Lupenlampe (v.a. für Unterspritzungen sinnvoll),

  • Raumspiegel/Handspiegel,

  • Instumententisch, fahrbar,

  • Instrumentenwanne 2Liter Fa. Braun (Abwurf von OP-Instrumenten),

  • Medibox Kanülensammler,

  • anatomische und chirurgische Pinzetten,

  • Splitterpinzetten,

  • Blutlanzetten,

  • Komedonenquetscher,

  • Kühlschrank mit 3-Sterne-Gefrierfach,

  • geschlossene Schränke als Stauraum für Bedarfsartikel,

  • ausreichend breite Arbeitsplatte (80–90cm),

  • Steckdosen (am besten als Steckdosenleiste mit mind. 5Anschlüssen),

  • Drehstromanschluss, z.B. für Anschluss eines leistungsstarken Lasers,

  • Einrichtung zur Händedesinfektion.

  • Optional:

    • Glasschrank/Vitrine für Ausstellungsartikel (z.B. spezielle Cremes etc.),

    • Hintergrundmusik,

    • Klimaanlage.

Einrichtung einer kleinen Küchenzeile mit ausreichendem Stauraum für Bedarfsartikel (inkl. Spüle und Kühlschrank) oft preisgünstiger als Einzelstücke!

Verbrauchsartikel
  • Pat.-Umhang,

  • Handtücher,

  • Holzspatel,

  • Watteträger,

  • Reinigungsschwämmchen,

  • Abschminktücher,

  • Vlies-Pantoffeln,

  • Vlies-Tanga,

  • Mundschutz,

  • Stirnband mit Klettverschluss,

  • Stoppuhr,

  • Spiegel,

  • Kompressen,

  • Kühlkompressen (z.B. Hei-Ka-Komp),

  • Watte,

  • Augenkompressen,

  • Relax-Maske (Augen-Kühlmaske),

  • H2O2, 3%ige Lsg.,

  • Eisen-III-Chlorid, 10%ige Lsg. (z.B. zur Blutstillung).

Epilation

EpilationDef.: Entfernung von Haaren. Permanent (durch Zerstörung von Haarmatrix und dermaler Papille) oder temporär.

Thermolyse

ThermolyseEpilation:ThermolyseZiel: Dauerhafte Zerstörung der Haarpapille durch Applikation von hochfrequentem Wechselstrom (Thermolyse) schmerzhaft. Entfernung von 50–100Haaren pro Sitzung möglich.
  • Geeignete Geräte: Z.B. Erbotom, Fa.Erbe; Ellman Hochfrequenzkauter Surgiton, Fa.Ellman.

  • Mögliche KO: Persistierende Erytheme, kleine weißliche Narben im Bereich des Follikelostiums.

Vorgehen: Erst Probesitzung und Ausprobieren an kleinem Testareal in wenig sichtbarer Lokalisation Verfahren funktioniert nicht immer; gelegentlich Erytheme und kleine Narben möglich.
  • Schmerzlinderung: Behandlungsareal 1h vor Ther. mit Emla-Creme dick einreiben und unter Tegaderm-Pflaster okklusiv einschließen.

  • Hautdesinfektion und Beginn der Epilation unter Schrägbeleuchtung.

  • Auswahl der Nadelgröße angepasst an Größe des Follikels.

  • Spreizen der Haut (zur Öffnung der Follikelostien) und Einführen der Epilationsnadel im Winkel des Haarverlaufs, bis leichter Widerstand erreicht ist (Follikelgrund). Nadel etwas zurücknehmen und kurz Strom applizieren; Nadel in gleichem Winkel zurückziehen.

Galvanische Elektrolyse

Epilation:Elektrolyse, galvanischeElektrolyse, galvanischeZiel: Dauerhafte Zerstörung der Haarpapille durch Applikation von Gleichstrom in den Gewebebereich um den Haarfollikel. Durch entstehende Ionenströme (chemische) Zerstörung des Follikels.
  • Vorteil: Geringe Gefahr der Verbrennung und Narbenbildung.

  • Nachteil: Sehr langwierig (Multi-Nadelgeräte beschleunigen den Prozess nur geringfügig).

Vorgehen: Einbringen einer Nadel in den Bereich um den Follikel (nicht in den Follikel). Nach ca. 1Min. leichte Weißfärbung des Areals. Dann Nadel herausnehmen.

Wachsepilation

WachsepilationEpilation:Wachs-Ziel: Temporäre, aber im Vergleich zur Zupfepilation (26.2.4) längerfristigere Enthaarung.
  • Vorteil: Behandlung auch größerer Areale (Beine, Leiste, Abdomen, N.pigmentosus et pilosus) möglich.

  • Nachteil: Schmerzhaft, funktioniert nur bei Haaren, die länger als 1,5mm sind. Nach der Behandlung kurzzeitig Erytheme und Follikulitiden möglich.

Vorgehen
  • Desinfektion des Behandlungsareals (z.B. mit Spitacid).

  • Auftragen kalter Wachssubstanzen (Kaltwachsmethode; erhältlich z.B. bei Fa. CNC 26.1.2). Dann Vlies-Streifen aufbringen und Wachs mit anhängenden Haaren epilieren.

  • Anschließend eine Feuchtigkeitsemulsion (z.B. Bepanthol-Roche-Lotio) auftragen.

Weitere Epilationsmethoden

Zupfepilation
ZupfepilationEpilation:Zupf-Herauszupfen der Haare mit (armierter) Pinzette.
  • Gut geeignet für: Augenbrauen, Gesichtshaare (nicht für größere Areale!).

  • Vorteil: Lange Nachwachszeiten.

  • Nachteil: Schmerzhaft, oft Einwachsen der nachwachsenden Haare, Follikulitiden.

Laserepilation
LaserepilationEpilation:Laser-Festkörperlaser im Langpulsbetrieb 25.12.8, hochenergetische Blitzlampe (Photoderm) 25.12.9.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Epilationsmethoden nicht funktionieren, nicht erwünscht oder zu teuer Bleichen der Haare mit 5% H2O2 (nicht in Augen- und Schleimhautnähe anwenden). Erst kleines Testareal behandeln und ästhetisches Ergebnis abwarten.

Faltentherapie

Botulinumtoxin

FaltentherapieFaltentherapie:BotulinumtoxinBotulinumtoxin:FaltentherapieBotulinumtoxin hemmt die Freisetzung von Acetylcholin an neuromuskulären (cholinergen) Synapsen zeitlich begrenzte Lähmung des Muskels Abschwächung von Falten, die durch Spannung des Muskels entstehen.
Wirkungseintritt nach 1–3d (selten auch später). Durchschnittliche Wirkung: 3–6Mon., danach Reaktivierung des Muskels, wahrscheinlich durch Neubildung von Synapsen.
Rechtliche Voraussetzungen
In D sind die Präp. Vistabel (Fa.Allergan), Bocouture (Fa.Merz) und Azzalure (Fa. Galderma) zur Behandlung der Zornesfalte zugelassen. Andere ästhetische Behandlungen (z.B. Krähenfüße) sind möglich, jedoch außerhalb der Zulassung. Pat. schriftlich über diesen Umstand aufklären! Aufklärung auch über alternative Behandlungsmöglichkeiten, Risiken und NW. Die Einheiten des Wirkstoff werden für Vistabel und Bocouture in mouse-units (MU) und für Azzalure in Speywood Units klassifiziert.

Schriftliche Aufklärung und Einwilligung des Pat. vor Ther. empfohlen!

Kontraindikationen
Absolute Gegenanzeigen
Botulinumtoxin:Kontraindikationen
  • Störungen der Muskelaktivität bei Systemerkr. (z.B. Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Rooke-Sy.),

  • Überempfindlichkeit gegen Bestandteile der Substanz,

  • Anw. von Aminoglykosid-Antibiotika oder Spectinomycin in den letzten 3d vor. Ther.,

  • Inf. der Injektionsareale,

  • Schwangerschaft und Stillzeit.

Relative Gegenanzeigen
  • Gerinnungsstörungen,

  • Incompliance,

  • psychische Auffälligkeiten des Pat.,

  • unrealistische Erwartungen über Behandlungserfolg.

Therapieplanung
  • Beurteilung des Ther.-Wunsches der Pat. Ist Botulinumtoxin überhaupt indiziert?

  • Besprechung des zu erwartenden Ergebnisses abhängig von Faltentiefe, Hautelastizität, aktinischer Elastose,

  • Besprechung der gewünschten Ther.-Stärke (Dosiswahl),

  • Aufklärung über Risiken, NW, alternative Behandlungsmöglichkeiten, fehlende Zulassung der Präp.,

  • Einverständniserklärung,

  • Fotodokumentation,

  • Aufstellen eines Injektionsplans (Skizze zu Injektionspunkten und geplanten Injektionsmengen).

Vorgehen: Alle folgenden Informationen beziehen sich auf die Präp. Vistabel und Bocouture (Azzalure muss anders dosiert werden!).
Vorbereitung der Substanz
  • Vistabel und Bocouture werden als Trockensubstanz geliefert. Lagerung bei Raumtemp.

  • Aufziehen von 1,25ml (Vistabel)/2,5ml (Bocouture) 0,9% steriler (nicht konservierter) NaCl-Lsg. (Einmalamp.) in Injektionsspritze und Durchstechen des Gummiverschlusses der Flasche mit 1er-Kanüle (gelb) durch Unterdruck in der Flasche zieht sich der Inhalt selbst ein. Auflösen der Trockensubstanz durch leichtes Drehen der Flasche. Cave: Schütteln führt zur Denaturation des Wirkstoffs!

  • Aufziehen der Substanz mit Insulin-Spritze; 1IE entspricht 1MU Botulinumtoxin.

  • Haltbarkeit der zubereiteten Lsg.: Nach Herstellerinformationen bei 2–8 C max. 24h, wahrscheinlich jedoch wesentlich länger (inoffizielle Angaben von Anwendern).

Vorbereitung der Patienten
  • Lagerung der Pat. mit leicht erhobenem Oberkörper.

  • Kühlung der Behandlungsregion mit Cool-Packs Hämatome und Injektionsgefühl.

  • Sterilisation mit geringen Mengen Spitacid Cave: Alkohol kann Botulinumtoxin denaturieren, Areal erst trocknen lassen!

  • Bei Injektion soll Pat. Augen schließen.

  • Injektion mit 30-G-Nadel in den Zielmuskel.

Indikationen und Therapie
Zornesfalte/Glabellafalte
Zornesfalte, BotulinumtoxinGlabellafalte, BotulinumtoxinBotulinumtoxin:IndikationenBotulinumtoxin:AnwendungSehr gut geeignete Lokalisation mit deutlichem Injektionseffekt. Keine Injektion unterhalb des Orbitarands wegen Gefahr der intraseptalen Injektion.
  • Spezifische KO: Hämatome, leichte Kopfschmerzen nach Injektion, Levatorlähmung bei intraseptaler Injektion.

  • Injektion von 25MU gemäß Injektionsplan (Abb. 26.1a).

Stirnfalten
Stirnfalten, BotulinumtoxinGut geeignete Lokalisation mit deutlichem Injektionseffekt.
  • Spezifische KO: Gefahr der Hebung der lat. Augenbraue (Spock-Augenbraue) möglich, Brauensenkung.

  • Injektion von 16MU gemäß Injektionsplan (Abb. 26.1b).

Augenbrauen
Augenbrauen, BotulinumtoxinGut bis mäßig geeignete Lokalisation; v.a. zum leichten Anheben der Augenbrauen (chemisches Augenbrauenlifting, chemical browlift) und rundlichem Ausformen der Augenbrauen bei zu geraden Brauen geeignet.

Keine Injektion unterhalb des Orbitarands wegen Gefahr der intraseptalen Injektion.

  • Spezifische KO: Hämatome, leichte Kopfschmerzen nach Injektion, Levatorlähmung bei intraseptaler Injektion.

  • Injektion von 12MU gemäß Injektionsplan (Abb. 26.1c).

Periorbitale Falten
periorbitale Falten, BotulinumtoxinSehr gut geeignete Lokalisation mit deutlicher Besserung der Krähenfüße.

Keine Injektion medial des Orbitarands wegen Gefahr der intraseptalen Injektion. Keine Injektion unterhalb des M.zygomaticus.

  • Spezifische KO: Hämatome, Levatorlähmung bei intraseptaler Injektion, Tiefertreten des unteren Augenlids, Doppelbilder bei Überdosierung durch Lähmung des M.rectus lateralis.

  • Injektion von 15MU je Seite gemäß Injektionsplan (Abb. 26.1d).

  • Pat. vor Ther. Augen zukneifen lassen und Festlegung der Injektionspunkte außerhalb der Orbita (Abstand zur Orbita >1cm!) im Abstand von ca.1cm.

Mund-Halspartie
Injektionen in dieser Region nur durch erfahrene Behandler.
Spezifische KO: Mund kein Pfeifen oder Lippenspitzen mehr möglich; Hals Dysphagie, Tonhöhenänderungen der Stimme, Halsheberschwäche.

Faltenaugmentation

FaltenaugmentationFaltenaugmentation:FüllmaterialienFaltenaugmentationen dienen der Beseitigung des Substanzdefekts, der der Falte zugrunde liegt.
  • Permanente Füllmaterialien, z.B. Silikon. Methacrylathaltige Präp.Füllmaterialien:permanente haben den Nachteil, dass NW (z.B. Granulombildungen) bestehen bleiben können, Überbehandlungen irreversibel sind und bei Atrophie der Umgebung im Rahmen der Alterung Hügel zurückbleiben können. Von ihrem Einsatz wird heute abgeraten.

  • Nichtpermanente Füllmaterialien: Füllmaterialien:nicht-permanenteDurch Abbau der Substanz verlieren sich Überbehandlungen, NW nicht irreversibel. Durch standardisierte Herstellung insgesamt gut geeignet zur Faltenaugmentation und sicher in der Anw.

Nicht-permanente Füllmaterialien und deren Anwendung
Auswahl der Füllsubstanz: Faltenaugmentation:FüllmaterialienFüllmaterialien:nicht-permanenteAuswahlkriterien: Faltenstärke (-tiefe) und -lage. Die Substanzen werden in verschiedene Lagen des Koriums gespritzt.
KO: Können durch alle nichtpermanenten Füllsubstanzen auftreten.
  • Hämatom,

  • vorübergehende Rötung und Schwellung,

  • Wundinfekt (selten),

  • allergische Reaktion (unterschiedlich häufig),

  • chronische granulomatöse Entzündung (selten).

Hyaluronsäure
Hyaluronsäure, FaltenaugmentationFaltenaugmentation:HyaluronsäureKommt als Substanz der interzellulären Matrix in der Haut vor. Abnahme mit zunehmendem Alter. Nach Augmentation Effekte für 6–8Mon.
Handelspräparate (nichtanimalische stabilisierte Hyaluronsäure [NASHA]): Z.B. Restylane, Juvederm ULTRA, Belotero Basic.
Ind.: Periorale Falten, Nasolabialfalte, flache (Akne-)Narben, Lippenaugmentationen.
Vorgehen
  • Aufkärung der Pat. über Risiken und KO, Fotodokumentation.

  • Ther. der liegenden Pat., Desinfektion der Behandlungsregion (z.B. mit Spitacid).

  • Ther.-Prinzip: Je weniger tief die Falte, desto oberflächlicher ins Korium spritzen. Injektion mit 30-G-Nadel.

    • Perioralfalten: Punkttechnik (mehrere oberfl. Injektionen ins oberflächl. Korium) oder Strichtechnik (Injektion nach horizontalem Einstich während des Zurückziehens der Kanüle). Falte genau ausfüllen, keine Überther.! Nach der Behandlung Kühlen (z.B. mit Cool-Packs), aber nicht massieren.

    • Nasolabialfalten: Bedingt geeignet; Injektion mit Perlane ins mittlere bis tiefe Korium in Strichtechnik.

    • Lippenaugmentationen: LA, da Injektionen schmerzhaft. Injektionen ins tiefe Korium in serieller Punkttechnik.

Präparatespezifische KO: Sehr selten Hypersensitivität, lokale Entzündungen.
Polysaccharid aus Meeresalgen (Novabel, Fa.Merz)
Polysaccharid, aus Meeresalgen, FaltenaugmentationFaltenaugmentation:Polysaccharid aus MeeresalgenInd. und Anwendung: Wie Hyaluronsäurefiller.
Mögliche Vorteile: Geringerer Injektionsschmerz, leichterer Stempeldruck bei Injektion, längere Haltbarkeit des Behandlungsergebnisses (ca. 1J.).
Kristalline Polymilchsäure (Sculptra)
Polymilchsäure, kristalline, FaltenaugmentationFaltenaugmentation:kristalline PolymilchsäureLyophilisiertes Implantat aus Polylaktat-Mikrosphären, Mannitol und Carboxymethylcellulose. Granulombildung in seltenen Fällen möglich.
Handelspräparate: Polylaktat (Sculptra) wird als Lyophilisat in steriler Amp. geliefert. Lagerung bei Raumtemp. Rekonstitution mit 3ml sterilem Wasser (Aqua ad injectionem).
Ind.: Tiefe Falten und Substanzverluste (v.a. Nasolabialfalten, Wangenatrophie). Gut geeignet zur Volumenauffüllung.
KI: Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe.
Vorgehen
  • Aufkärung der Pat. über Risiken und KO, Fotodokumentation.

  • Ther. der liegenden Pat., Desinfektion der Behandlungsregion (z.B. mit Spitacid).

  • Intensives Schütteln der Amp. vor Ther.

  • Anästhesie mit punktförmig gesetzter LA im Bereich der geplanten Injektionsstellen bzw. Regionalblock (schmerzhaft).

  • Gleichmäßige Injektion. Wichtig: Strichtechnik. Zuerst Einbringen der Kanüle in ganzer Länge, beim Zurückziehen nur leichter Stempeldruck. Zu starker Druck auf den Spritzenstempel oder Druck während des Einbringens der Kanüle Verlegung der Kanüle möglich, Massage des augmentierten Areals nach Ende der Injektion.

Präparatespezifische KO: Möglichkeit der reversiblen Knötchenbildung bei zu oberflächlicher Injektion oder durch zu viel eingebrachte Substanz am Injektionsort.
Nachsorge: Kühlung oder lokaler Druck direkt post injectionem.
Kollagen
Kollagen, FaltenaugmentationFaltenaugmentation:KollagenInjizierbares Kollagen besitzt die Gefahr allergischer Reaktionen auf tierische Eiweiße und Lidocain Testung 4Wo. vor Ther. erforderlich. Guter Ther.-Effekt für 6–12Mon.
Handelspräparate: ZydermI, ZydermII, Zyplast.
Indikation
  • Zyderm I: Feine Fältchen perioral, periorbital, Stirnfalten, Aknenarben.

  • Zyderm II: Nasolabialfalten, Glabella (Zornesfalten), Mundwinkel, Lippenaugmentation.

  • Zyplast: Tiefere Defekte und Narben, Mundwinkel.

KI: Allergische Reaktion auf Inhaltsstoffe (bovines Kollagen oder Lidocain) 4Wo. vor geplanter Behandlung Injektion einer Testamp. (0,1ml) intradermal am Unterarm, um allergische Reaktionen auszuschließen.
Vorgehen
  • Aufklärung der Pat. über Risiken und KO, Fotodokumentation.

  • Ther. der liegenden Pat., Desinfektion der Behandlungsregion (z.B. mit Spitacid).

  • Injektionstechnik:

    • Zyderm I mit Überkorrektur in die oberflächliche Dermis einbringen Blanching Effect (Abblassen der Haut durch Vasokompression der oberflächlichen Gefäße).

    • Zyderm II mit geringer Überkorrektur in die mittlere Dermis einbringen, mildes Blanching.

    • Zyplast ohne Überkorrektur in die tiefe Dermis einbringen.

Mikrodermabrasion

MikrodermabrasionTherapieprinzip: Aluminiumsilikatkristalle werden in einem Handstück unter hohem Druck auf die Haut gesprüht und mit demselben Handstück direkt wieder abgesaugt (Prinzip Sandstrahlung).
Intensität der Behandlung variabel; bei stärkstem Sprühdruck ist prinzipiell eine Eröffnung des Stratum papillare möglich.

Mittlere und tiefe Falten können nicht therapiert werden.

Geeignetes Gerät: Abrasonic, Bezug z.B. über Fa. Laserpoint GmbH, 45731 Waltrop.
Indikationen
  • Glättung des Mikroreliefs der Haut (feinste Fältchen),

  • Beseitigung kleiner Hautrauheiten,

  • Beseitigung kleiner Hautunreinheiten (Mikrokomedonen),

  • Verbesserung des Teints.

KI: Akute und chron. Dermatitiden, stark entzündliche Akne.
NW: Leichtes bis mäßiges Erythem nach der Behandlung für 1–2d. Pat. bleibt gesellschaftsfähig.
Vorgehen
  • Vor Ther. abschminken und Haut mit milder Seife waschen, gut abtrocknen.

  • Ther. der liegenden Pat., Augen geschlossen, Kosmetikumhang, OP-Haube (wegen kleiner Aluminiumsilikatkristalle, die nicht eingesaugt werden).

  • Behandlung mit höherem Sprühdruck an seitlicher Wange, Kinnbereich, Stirn (Stufe2–5) und niedrigem Sprühdruck im Augen-, Halsbereich (Stufe1–2).

  • Handstück in gleichmäßigen Bewegungen entlang der Hautspaltlinien führen, dann 2.Zyklus senkrecht dazu (Criss-Cross-Technik).

  • Nach der Behandlung Auftragen einer Feuchtigkeitslotion (z.B. Bepanthol Körperlotion).

  • Lichtschutz für 1–2Wo.

KO: Erzeugung punktförmiger Blutungen bei zu langem Verharren des Handstücks auf einer Stelle.

Chemical Peeling

Chemical PeelingPeeling:chemicalAnwendung eines oder mehrerer exfoliativ bzw. ätzend wirkender Stoffe auf die Haut und Zerstörung von Anteilen der Epidermis und ggf. Dermis, damit sich normale Schichten regenerieren können.
Peeling-Tiefe (Tab. 26.1) abhängig von Peeling-Substanz, Konz., Anwendungswiederholung, Auftragetechnik, Art der vorherigen Hautreinigung/Entfettung, Art der Vorbehandlung, Hauttyp, Talgdrüsendichte, Grad der aktinischen Schädigung, Hautlokalisation, Einwirkzeit, Okklusion.

Peeling mit Alpha-Hydroxysäuren

Alpha-Hydroxysäuren, PeelingPeeling:Alpha-HydroxysäurenSyn.: AHA"\t"Siehe Alpha-HydroxysäurenAHA, Alpha Hydroxy Alpha Hydroxy Acids"\t"Siehe Alpha-HydroxysäurenAcids: Glykolsäure-Glykolsäure, PeelingPeeling:GlykolsäurePeeling.
Indikationen (Auswahl)
  • Aktinisch geschädigte Haut: Feine Falten, Lentigines, aktinische Keratosen.

  • Hyperkeratosen aller Art, seborrhoische Keratosen, Verrucae vulgares.

  • Akne comedonica, flache Aknenarben.

  • Hyperpigmentierungen, z.B. Chloasma, postinflammatorisch.

Kontraindikationen (relativ)
  • Rez. HSV-Inf. (Aciclovir-Prophylaxe über ca. 5–7d; Beginn 2–3d vor Peeling-Behandlung mit 5200mg/d, z.B. mit Zovirax Tbl.), andere Hautinf.

  • Isotretinoin-(Aknenormin-)Vorbehandlung Gefahr der Narbenbildung , Intervall 6Mon.

  • OP, tiefe Peeling-Behandlungen, Dermabrasionen, Bestrahlungen in den letzten 3–6Mon.

  • Anamnestisch hypertrophe Narben bzw. Keloidbildung.

  • Neigung zu Hypo-/Hyperpigmentierungen.

  • Orale Kontrazeptiva, Hormonsubstitution (Risiko für Hyperpigmentierungen).

  • Kollagenosen, Fotosensibilität, sehr empfindliche Haut.

  • Zu verzögerter Wundheilung oder Wundinf. prädisponierende Erkr.

  • Rauchen (verschlechterte Wundheilung).

  • Allergien gegenüber der Peeling-Substanz.

  • Externe (Iso-)Tretinoin-Behandlung 1Wo. vor AHA-Peeling absetzen.

  • Unrealistische Erwartungen, mangelnde Compliance.

  • Starke UV-Exposition (Peeling möglichst nicht im Sommer!).

Vorgehen

Cave: Behandlung nur durch Erfahrenen.

Vor Ther.-Planung: Genaue Aufklärung über zu behandelnde Krankheit, Ther.-Alternativen, Peeling-Methode, notwendiges Verhalten vor und nach Ther., Erfolgsaussichten, NW, KO; schriftliches Einverständnis, Honorarvereinbarung.
Vorbehandlungsphase (2 Wo.)
  • Gepufferte, partiell neutralisierte Glykolsäurezubereitungen in unterschiedlicher Konz. (8–15%) und Formulierung (z.B. Neostrata Creme/Lotion/Gel/Lösung) 1–2/d applizieren. Ziele: Abschätzung der individuellen Tolerabilität, Gewöhnung der Haut an niedrigen pH-Wert, Verdünnung der Hornschicht mit später gleichmäßigerer Penetration der Peeling-Lsg. (Angleichung verschiedener Hauttypen).

  • Wenn vorhanden, zusätzliche Behandlung aktinischer Keratosen mit 5-FU.

  • Cave: 1 Wo. vor Durchführung des Peelings keine Enthaarungsmittel, Gesichtsmasken, exfoliative Schwämme, Wachsbehandlung und Elektrolyse. Am Behandlungstag kein Make-up/keine Kosmetika, keine Rasur, kein Aftershave.

Praktische Durchführung
  • Hautreinigung mit Chlorhexidin, Ethanol 70%, alkoholischer Salizylsäure-Lsg. oder für tiefere Peelings mit Aceton oder Jessner-Lösung. Entfernung von Zelldetritus, Fett und Hornschichtanteilen. Starkes Reiben mit Gaze erhöht ebenfalls Penetration der Peeling-Substanz.

  • Auftragen von Vaseline oder Pasta zinci mollis im Bereich tiefer Falten Vermeidung einer dort intensiveren Einwirkung der Peeling-Lsg. Augen abdecken.

  • Wässrige, nicht neutralisierte Glykolsäure-Lsg. (z.B. NeoStrata) mit Wattebausch, Wattestäbchen oder Pinsel im Uhrzeigersinn auftragen:

    • Zu Beginn 20, evtl. 35(–50)%ige Lsg. verwenden.

    • Einwirkdauer nach Verträglichkeit (Stechen, Brennen, Juckreiz) und Auftreten eines Erythems (leichte Weißfärbung zeigt dermale Penetration an!).

    • Cave: Anfangs max. 2Min. (Wecker stellen!).

  • Auf bestimmte HV (z.B. aktinische Keratosen) auch mehrschichtig auftragen.

  • Neutralisation mit 1%iger Natriumbikarbonat-Lsg. (Vorteil: Schaumbildung, die bei vollständiger Neutralisation aufhört) oder Wasser im Uhrzeigersinn.

  • Kühlung z.B. mit gekühlten feuchten Handtüchern, bei Missempfindungen aufhören.

  • Behandlung nach 1–4Wo. wdh., zuerst Einwirkdauer schrittweise auf ca. 6–7Min. (außerhalb des Gesichts auch länger), dann Konz. (max. 70%) mit anfangs erneut kurzer Einwirkdauer. Steigerungen und Anzahl der Behandlungen von individueller Tolerabilität, Ansprechen und Hauterkr. abhängig machen.

  • Behandlungsdauer: Ca. 4–8Peeling-Behandlungen.

Stark lichtgealterte Haut sowie dicke, seborrhoische Haut vertragen i.d.R. längere Expositionszeiten und höhere Konz., weniger tolerant ist die helle bis rötliche, sehr empfindliche Haut der Fototypen I und II nach Fitzpatrick.

Nachbehandlung/Intervallbehandlung zwischen den Sitzungen
  • Hydratisierende Creme ggf. nach Peeling und für die ersten Tage.

  • Kein Make-up, milde seifenfreie Reinigungslotion.

  • UV-Bestrahlung meiden, tgl. breitbandige Lichtschutz-Creme mit mind. LSF15 für ca.6Mon. (z.B. Daylong ultra 25 Lotion).

  • Nach ca. 5d abends wieder gepufferte, partiell neutralisierte Glykolsäurezubereitungen anwenden.

Komplikationen
  • Persistierende Erytheme (Cave: Narbenentwicklung Hydrokortison-Creme. Normal: Erythem, leichte Desquamation, auch Krusten für h bis wenige d).

  • Postinflammatorische Hyperpigmentierungen, Persistenz vorbestehender Dyschromien.

  • Narbenbildung, hypertrophe Narben, Keloide ( frühzeitige Ther. z.B. mit Kortikosteroiden topisch oder intraläsional).

  • Inf.: HSV ( Ther. z.B. mit Aciclovir), bakt. Inf. (topische/interne Antibiose).

  • Sehr selten: Postinflammatorische Hypopigmentierungen, persistierender Pruritus, Hautatrophie, Milien.

Camouflage

CamouflageMinimierung kosmetisch störender kutaner Farb-, Kontur- und Texturveränderungen (meist Gesicht) durch abdeckende, wasserfeste, schweißbeständige, abriebfeste und lichtschutzbietende Spezial-Make-ups mit langer Haltbarkeit. Kostenübernahme durch Krankenkasse nach Rücksprache möglich.
Indikationen (Auswahl)
  • N. flammeus, Hämangiome, HIV-assoziierte Kaposi-Sarkome, Teleangiektasien, Rosazea, Besenreiser, Varikosis (Purpura jaune docre, Atrophie blanche), Hämatome.

  • Chloasma, Lentigines, Epheliden, Naevi, Tätowierungen, andere Hyperpigmentierungen.

  • Vitiligo, Albinismus, N.depigmentosus und andere erworbene De-/Hypopigmentierungen, kongenitale Hypo-/Amelanosen.

  • Atrophische oder hypertrophe Narben, Striae distensae/gravidarum; Radioderm (Cave: regelmäßige Kontrollen mögliche maligne Entartung), Narben durch Akne, CDLE u.a.

  • Aktinische Elastose, Xanthelasmen, Halo-Augenringe.

KI: Offene Wunden, Hautinf., akut-entzündliche Hauterkr. (z.B. Dermatitis solaris), Veränderungen mit fraglicher Malignität (Ausnahme: Als ultima ratio z.B. bei Kaposi-Sarkomen).
Camouflage-Techniken
  • Gründliche Reinigung der Haut.

  • Bei zu trockener Haut Applikation einer hydratisierenden Tagescreme.

  • Bei Tageslicht Auswahl des zur Haut passenden Farbtons (Farbkarte).

  • Auftragen der Camouflage:

    • Wichtig: Schulung durch in der Camouflage-Technik erfahrene Kosmetikerin!

    • 1. Methode: Vollständiges Abdecken des gesamten Gesichts alle Farbstörungen werden überdeckt. Beginn an Stirn, Nase und Kinn. Auftragen bis hinter die Haarlinie und unterhalb des Kinns.

    • 2. Methode: Abdecken nur der Läsion. Beginn im Zentrum. Abdeckung bis zu 2cm über den Rand der HV hinaus. An den Rändern Camouflage sanft auslaufen lassen.

    • 3. Methode: Zusätzliche Verwendung von Komplementärfarben zur HV als Grundlage zur Erzeugung von Brauntönen (rötliche HV wie N. flammeus Grün als Grundfarbe, gelbe HV Purpur, weiße HV Braun, braune HV Weiß). Anschließend nur noch dünnes Auftragen der getönten hautfarbenen Abdeckcreme. Schlechterer Effekt bei großen Farbunterschieden (z.B. Vitiligo bei dunklem Hauttyp).

    • 4. Methode: Abdeckung von Konturunregelmäßigkeiten: Helle Farbtöne (lassen Oberflächen hervortreten) z.B. für atrophische Narben, dunkle Farbtöne (lassen Oberflächen in der Hintergrund treten) z.B. für hypertrophe Narben.

  • Wasserfestigkeit und Abriebfestigkeit (auch nach dem Auftragen einer Grundlage) durch Fixiermittel erhöhen (Puder, Spray), sollten 5–10Min. einwirken. Überschüssiges Puder mit weichem Pinsel entfernen.

  • Maskenhaftes Aussehen durch Nachbildung gewisser Hautmerkmale (Pigmentflecken, Bartstoppeln, Poren u.a.) verhindern, z.B. durch Druck bestimmter Schwämme, spitze Eyeliner u.a.

  • Entfernung der Camouflage (hoher Fettgehalt!) mit speziellen Reinigungsmitteln.

KO: Evtl. Komedonen und Akne, irritatives und allerg. Kontaktekzem (Cave: Duftstoffe, Konservierungsstoffe wie Parabene).
Präparatebeispiele
  • Dermacolor Dermacolor(r)Classic (für Gesicht und Hände, 18Farbtöne, Auftupfen mit angefeuchtetem Schwamm oder Fingerspitze, erforderliches Fixiermittel: Dermacolor Fixierpuder, Entfernung mit Dermacolor Removing Cream).

  • Dermacolor Face & Body Cover (für großflächige Anwendung an Körper, Armen, Beinen, 17Farbtöne, evtl. zusätzliche Fixierung mit Dermacolor Fixierspray, Entfernung mit Dermacolor Cleansing Gel).

  • Ebenfalls einsetzbar (bei passendem Farbton): Tolriane abdeckende Creme (3Farbtöne, ähnliche Eigenschaften wie klassische Camouflage, kein Fixierpuder notwendig, duft- und konservierungsstofffrei).

Ästhetische Chirurgie

Lidplastik

LidplastikÄsthetische ChirurgieLidplastiken können bei entsprechenden Ausbildungsvoraussetzungen auch in der Praxis erbracht werden. Zu ausführlichen Informationen muss spezielle Literatur herangezogen werden (z.B. Leitfaden der Ästhetischen Chirurgie).

Fettabsaugung (Liposuktion)

LiposuktionFettabsaugungFettabsaugungen können bei entsprechenden Ausbildungsvoraussetzungen auch in der Praxis erbracht werden. Zu ausführlichen Informationen muss spezielle Literatur herangezogen werden (z.B. Leitfaden der Ästhetischen Chirurgie).

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