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B978-3-437-22301-3.10003-3

10.1016/B978-3-437-22301-3.10003-3

978-3-437-22301-3

Nicht-vernarbende Alopezien (Follikelostien erhalten) – DifferenzialdiagnosenBeinschmerz, DDnicht-vernarbende Alopezie(n):DD.

Tab. 3.1
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweis
Allmählich fortschreitende Haarlichtung über J. Bei M: Geheimratsecken, TonsurbildungBei F: Scheitel Androgenetische Alopezie 18.3.6 Häufigste Ursache des Haarausfalls (95%), oft Seborrhö und Schuppenbildung; bei F oft psychische Beeinträchtigung. Diagn.: Bei F hormonbildenden TU (Nebennierenrinde, Ovar) ausschließen
Plötzlich einsetzender (vollständiger) Haarverlust möglich An allen behaarten Körperregionen Akute diffuse Alopezie (anagen dystrophisches Effluvium 18.3.6) Auslöser: Medikamente, Intoxikationen (Schwermetalle, Pflanzengifte) Rö.-Strahlen. Oft ca. 3 Mon nach größeren OPsDiagn.: Medikamentenanamnese (Zytostatika, Antikoagulanzien), Suche nach Intoxikationen
Ein/mehrere runde oder ovale Alopezieherde; im Herd Ausrufezeichenhaare am Rand, Haare schmerzlos ausziehbar, Haut elfenbeinartig, keine Atrophie An allen behaarten Körperregionen möglich, v.a. Kapillitium und Bartregion Alopecia areata 18.3.6 (kreisrunder Haarausfall) Häufig; eher bei Kdr. und jungen Menschen, oft familiäre Häufung, oft psychische Beeinträchtigung, mögliche Assoziation mit Autoimmunerkr.
Diffuses Effluvium Kapillitium Häufige Ursache: Eisenmangel (vegetarische Ernährung, sehr schlanke F) Bestimmung von Ferritin!
Diffuses Effluvium, schleichender Verlauf, ggf. kombiniert mit vernarbendem Effluvium (v.a. bei LE) Kapillitium Kollagenosen 8.13 (PSS, LE, Dermatomyositis) Weitere klin. Zeichen einer Kollagenose (Fingerrückenerytheme, pathol. Lichtreaktion, Organbefall), Auto-AK (ANA, AMA, ASMA, ENA)
Im alopezischen Areal sind Haarstümpfe erhalten (Haare abgebrochen!), ggf. pityriasiforme Schuppung Kleinfleckig disseminiert Mikrosporie 9.5.1 Meist bei Kdr., Grünfluoreszenz im Woodlicht, hochkontagiös, Kdr. aus der Umgebung untersuchen!
Unscharf begrenzte, mottenfraßartige Herde Diffuse kleine Herde parietal und okzipital Alopecia areolaris syphilitica 9.4.6 Bei Syphilis II, andere klin. Zeichen der Syphilis II (Exanthem?); sehr selten

Vernarbende Alopezien (Follikelostien zerstört) – Differenzialdiagnosenvernarbende Alopezie(n):DD.

Tab. 3.2
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Haarloses Areal, meist straffe Atrophie Am Ort des Traumas Traumatische Narbe Oft ausgedehnte Haarlosigkeit nach Verbrennungen
Vernarbender Haarausfall, Ausbildung einer größeren und progredienten Narbenplatte Meist paramedian, tumorbedingte Alopezie am Ort der Tumorausbreitung Atrophisierende Alopezie (Status pseudopeladicus) 18.3.7
  • Ohne Grunderkr.: Pseudopelade Brocq

  • Bei Grunderkr.: LE, Sklerodermien, Lichen planus

  • Hereditär: Incontinentia pigmenti, Ichthyosen, Epidermolysen, M. Darier

  • Bei TU (z.B. BCC, Plattenepithel-Ca, Metastasen)

  • Bei Tinea amiantacea

  • Bei Pilzinf.: Favus, Tinea profunda

Vernarbende Plaques mit peripherem Erythemsaum Kapillitium, Gesicht Diskoider LE 8.13.2 Typisches klin. Bild
Kleine konfluierende Herde mit Pustel- und Krustenbildung, nachfolgend Haarverlust, Zerstörung der Follikel Meist Scheitel und Hinterkopf Folliculitis decalvans (Folliculitis et perifolliculitis abscedens et suffodiens) 18.3.7 Hoch-chron., Assoziation mit Störungen der zellulären Immunität möglich
Follikuläre Hornstacheln Kapillitium, Gesicht, Extremitätenstreckseiten, gluteal Keratosis follicularis spinulosa decalvans 17.5.3 XD, selten, oft auch Hornhauttrübungen

Knoten – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.3
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweis
Prallelastische verschiebliche, kugelige TU, erbs- bis taubeneigroß, oft zentraler Porus Einzeln oder multipel am Kapillitium, evtl. auch an anderen Körperstellen Epidermoidzysten/Trichilemmalzysten 11.1.2 Harmlos, Verletzung kann zu Fremdkörpergranulomen oder Abszessen führen, oft pos. Familienanamnese
Meist weiches, hautfarbenes Papillom Alle Lokalisationen Pigmentnaevi 11.1.1 Verändert sich mit zunehmendem Alter; zunächst flach, später papillomatös
Hautfarbene Knoten mit weicher Oberfl., oft turbanartig aggregiert Solitär oder multipel am Kapillitium Zylindrome 11.1.8 AD, oft rez., wenn multipel, oft Entstehung von sog. Turbantumoren, selten maligne Entartung
Verdrängend wachsende Knoten, nicht verschieblich Alle Lokalisationen möglich Metastasen 11.11 Oft Haarverlust, Suche nach Primär-TU (oft Mamma-Ca)
Meist leicht verschiebliche, druckschmerzhafte TU Im Bereich der Abflusswege LK Suche nach entzündlichem Fokus oder TU 2.1.3

Schuppung, gerötete Kopfhaut – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.4
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Weißliche, kleieförmige Schuppung, oft leichtes Kopfhautekzem Diffus auf dem Kapillitium Einfache Schuppen, Pityriasis simplex M > F, Verwendung milder Haarshampoos mit Zinkpyrithion günstig (z.B. Head&Shoulders)
Kleieförmige Schuppung auf gerötetem Grund, meist fettige Haare, mäßiger Pruritus Diffus, retroaurikulär akzentuiert Seborrhoisches Ekzem 12.12 Kleine Schwester der Ps.
Grob lamelläre Schuppung auf erythematösem Grund Herdförmig betont, v.a. retroaurikulär, 1 cm über Stirn-Haar-Grenze hinausreichend Ps. 14.6 Meist weitere psoriatische Läsionen (Prädilektionsstellen: Ellenbogen, Knie, Os sacrum, Analfalte)
Panzerartige Schuppenauflagerung, Haarumscheidung, oft Haarausfall Diffus Tinea amiantacea 12.17.1 Maximalvariante eines seborrhoischen Kopfekzems, (vernarbende) Alopezie möglich, wichtigste Maßnahme: Entschuppung
Trockene Kopfhaut und Haare, kleieartige Schuppung, oft Nässen, Superinf., Kratzspuren Diffus Atopisches Kopfekzem 12.17.1 Starker Pruritus, andere Zeichen des atopischen Ekzems (z.B. Beugenekzem); Typ-I-Diagn. (Anamnese, Prick, CAP-FEIA/RAST)
Pityriasiforme Schuppung, im alopezischen Areal sind Haarstümpfe erhalten, Haare sind abgebrochen Centgroße, regellos verteilte Herde Mikrosporie 9.5.1 Meist Kdr. betroffen, Grünfluoreszenz im Woodlicht; hochkontagiös, Kdr. aus der Umgebung untersuchen!
Kratzspuren, Krusten, Superinf., Nissen an den Haarschäften, oft Nackenekzem, LK-Schwellung V.a. retroaurikulär Pediculosis capitis 9.6.1 Starker Pruritus, v.a. bei verwahrlostem Habitus an Alkoholismus denken!
Plattenartige Hyperkeratosen, berührungsempfindlich, leichte Blutungsinduktion V.a. in alopezischen Arealen bei anamnestisch starker UV-Exposition Aktinische Keratosen 11.2.1 Oft diffus und flächenhaft (reibeisenartiger Tastbefund)

Entzündungen mit follikulärer Bindung – DifferenzialdiagnosenEntzündung(en):mit follikulärer Bindung, DD.

Tab. 3.5
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Komedonen (talggefüllte Follikel), Papeln und Pusteln, Abszesse möglich Wangen, Nase und Stirn am stärksten betroffen Acne vulgaris 18.1.1 Meist im Jugendalter, seltener auch später; Komedonen nur bei Akne!
Grobporige Haut, Teleangiektasien, flächige Rötungen, Papeln und Pusteln, Rhinophym möglich Zentrofazial Rosazea 18.1.2 Mittleres Erw.-Alter. Verstärkt durch Alkoholgenuss, Temperatureinflüsse, genetische Faktoren
Helles Erythem, (selten) follikuläre Papovesikeln, selten Pusteln Um Mund und (selten) Augen unter Aussparung eines schmalen Saums Periorale Dermatitis 18.1.4 F mittleren Alters, auch Kdr., oft ausgeprägtes Spannungsgefühl, häufig bei übermäßigem Kosmetikgebrauch (Stewardessenkrankheit) und atopischer Diathese
Follikuläre Pusteln Wangen und Stirn Gramneg. Follikulitis 9.3.1 Oft mit Akne verwechselt! Häufig nach topischer antibiotischer Vorbehandlung, keine Komedonen; bakt. Abstrich
Vielgestaltig, aber intraindividuell monomorph Seitliches Gesicht, auch andere belichtete Areale (z.B. Hals, Unterarme) Polymorphe Lichtdermatose Meist einige d nach Besonnung, Pat. geben Zusammenhang mit Licht oft selbst an

Flächige Rötung im Gesicht – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.6
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Flammende Rötung, scharf begrenzt, Überwärmung, Schwellung In der Nähe von Eintrittspforten Erysipel 9.3.7 Oft Fieber, AZ , LK-Schwellung, nach Eintrittspforte (z.B. Erosion, Insektenstich) suchen
Akut: Bläschen, Nässen.
Chron.: Schuppung, Lichenifikation
An Kontaktstellen; evtl. Streureaktion in der Umgebung Kontaktallergisches Ekzem 12.9 Nach Kontaktstoffen (Kosmetika, Berufsstoffe) fahnden, Epikutantest
Kleieförmige Schuppung auf gerötetem Grund, meist fettige Haut V.a. nasolabial, Augenbrauen Seborrhoisches Ekzem 12.12 Oft auch Kopfschuppung
Segmental gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund Im Verlauf Trigeminus I–III Herpes zoster 9.1.3 Beginnt oft mit flächiger Rötung und Dysästhesien, später Krustenauflagerungen, meist einseitig und segmental, gehäuft bei älteren Menschen (> 60 J.) Zosterneuralgie möglich
Kleieförmige Schuppung, Kratzeffekte Lippen, Lider, Ohren am stärksten betroffen Atopisches Ekzem 12.10 Starker Pruritus, Symptome meist auch an Prädilektionsstellen
Livide Erytheme, weinerlicher Gesichtsausdruck, AZ , Muskelschwäche Periorbital und Wangen Dermatomyositis 8.13.8 Hyperkeratotische Fingerrückenerytheme, Systembeteiligung
Flächiges Erythem, rheumatische Beschwerden Schmetterlingserythem (Nasenrücken und Wangen) LE 8.13.4 Systembeteiligung, Lichtempfindlichkeit
Krusten und Erosionen auf erythematösem Grund, selten Blasen, aktinische Elastose Belichtete Areale, v.a. temporal und Wangen, auch Unterarmaußenseiten, Handrücken Porphyria cutanea tarda 8.11 Meist schwere aktinische Elastose, auch bei terminaler Niereninsuff., Dialysepat.
Flächige Rötung, Schuppung und Infiltration Belichtete Areale, v.a. Gesicht, auch Arme und Dcollet Chron. aktinische Dermatitis 10.3.10 Fotodiagn. 10.3.2, schwierige Ther.
Kleine, berührungsempfindliche Hyperkeratosen, oft Kontaktblutungen Aktinisch belastete Areale Aktinische Keratosen 11.2.1 Oft als Ekzem verkannt

Umschriebene Rötung im Gesicht – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.7
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweis
Infiltriertes, umschriebenes, oft kissenartiges Erythem Meist solitär im Gesicht (Wange, Ohrläppchen) Lymphocytic infiltration 11.12.5 Oberfl. unverändert (keine Schuppung, keine Krusten), M mittleren Alters, am häufigsten einem LE tumidus gleichzusetzen
Initial: Umschriebenes Erythem.
Spät: Trizonaler Aufbau Zentral: Hypopigmentierte Narbe. Mitte: Schuppensaum. Rand: Erythem
Solitär oder multiple Herde im Gesicht, auch außerhalb möglich Diskoider LE 8.13.2 Dysästhesien, Schmerz bei Berührung, schmerzhafte follikuläre Hyperkeratosen (Tapeziernagelphänomen)
Dunkelrote, später bräunliche Plaque Meist solitär im Gesicht Granuloma eosinophilicum faciei 16.4 Orangenartige Oberfl.

Rote Nase – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.8
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Grobporige Haut, Bindegewebsvermehrung (Rhinophym), flächige Infiltration, Teleangiektasien, Papeln und Pusteln möglich Nase, zentrofazial Rosazea 18.1.2 Mittleres Erw.-Alter, verstärkt durch UV-Licht, Alkoholgenuss und scharfe Speisen, genetische Prädisposition, SIBO (small intestinal bacterial overgrowth [?])
Flächige Rötung und kleieförmige Schuppung Nase, nasolabial Seborrhoisches Ekzem 12.12 Meist fettige Haut, oft auch Kopfschuppen
Beginn mit Erythem, später zentrale, hypopigmentierte Narbe, Follikelkeratosen Scheibenartiger Herd, solitär oder weitere Herde meist im Gesicht Diskoider LE 8.13.2 Dysästhesien, Berührungsschmerz
Bläulich-rotes Infiltrat, umschrieben, oft mit Teleangiektasien Nasenspitze, seltener Ohren akrale Lokalisation Lupus pernio 16.1 Lungenbeteiligung, anerge Tuberkulinreaktion, oft ACE
Bläuliches, teigiges Ödem, oft brennende Schmerzen Nase, oft auch Zehen- und Fingerstreckseiten Perniones 10.1.3 Nach extremer Kälteexposition, Blasenbildung und Ulzeration möglich
Flächiges bräunlich-rötliches Infiltrat, Erosion und Ulzeration möglich Gesicht, Kapillitium Hämangioendotheliom 11.9.1 Übergang in multizentrisches Wachstum

Pigmentierungen im Gesicht – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.9
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Scharf begrenzte hellbraune Maculae Mittleres Gesicht, Arme, Schultern Epheliden 10.4.1 AD, harmlos
Flächige Hyperpigmentierung, scharf begrenzt Stirn, Schläfen, Wangen Chloasma 10.4.1 Oft durch Kontrazeptiva oder Schwangerschaft, auch idiopathisch
Scharf begrenzte braune Maculae, dunkler als Epheliden Variabel, unabhängig von Belichtung Lentigines 10.4.1 Im Kindesalter beginnend, zunehmende Anzahl
Bräunliche Maculae oder Papeln, oft vergröbertes Hautrelief Variabel NZN 11.1.1 Im Laufe des Lebens zunehmende Anzahl
Solitäre schwärzliche Macula, glatte Oberfl., unscharfe Begrenzung Belichtete Areale Lentigo maligna, Lentigo maligna Melanom 11.6 Im höheren Lebensalter auf aktinisch geschädigter Haut
Glänzende bräunlich-schwarze Papeln, Teleangiektasien Belichtete Areale Pigmentiertes BCC 11.3 Auf aktinisch geschädigter Haut
Hyperkeratotische bräunlich-schwarze Papel Variabel Seborrhoische Keratose 11.1.3 Auflichtmikroskop: Typisch: Pseudohornzysten und pseudofollikuläre Ostien

Lippenschwellung – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.10
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Monströse Schwellung der Lippen, bizarre Schwellung übriger Gesichtspartien Ober- und Unterlippe symmetrisch betroffen, weitere Anteile des Gesichts ebenfalls Angioödem 12.19 Plötzlicher Beginn, meist schneller Rückgang, oft rez., durch Larynxödem Lebensgefahr, oft durch ACE-Hemmer ausgelöst
Initial tiefe Infiltration, später Ödem Asymmetrischer Befall Melkersson-Rosenthal-Sy. 16.6 Auch periphere Fazialisparese und Lingua plicata möglich, rez. Verlauf, gehäuft prämonitorische Migräneattacke
Zunächst umschriebene Schwellung; später gruppierte Bläschen Umschriebenes Areal an der Lippe Herpes labialis 9.1.2 Dysästhesien, oft Schmerzen, rez. Verlauf
Schwellung, flammende Rötung, Überwärmung, scharf begrenzt Meist im Bereich von Eintrittspforten; über die Lippe hinausreichend Erysipel 9.3.7 Meist Fieber, Abgeschlagenheit, Sanierung der Eintrittspforte
Schwellung, Einblutung, Verletzung von Zähnen und Kiefer möglich, Schmerz Schwellung, die über traumatisiertes Areal hinausgeht, oft Hämatom, Kollateralschwellung Trauma 10.1.6 Genaue Untersuchung von Zähnen und Kiefer, Fachkonsil!
Schwellung, Schmerz, Überwärmung, Hämorrhagie Akzentuiert an Kontaktstelle, oft gesamte Lippe geschwollen Insektenstich 9.6.4 Oft Einstichstelle sichtbar, diese kann Eintrittspforte für Bakterien sein Erysipel 9.3.7

Lippenekzem – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.11
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Schwellung, schmerzhafte aufgesprungene Lippen, ausgetrocknetes Lippenrot Unterlippe stärker betroffen als Oberlippe, über das Lippenrot hinausgehend Cheilitis simplex 19.1.1 Meist durch habituelles Belecken der Lippen oder bei atopischer Diathese. Lippen fetten und Pat. aufklären
Schwellung, Bläschen, Nässen, Streureaktion Meist Ober- und Unterlippe Kontaktekzem 12.9 Nach Kontaktstoffen fragen (z.B. Lippenstift, Lippencreme, Zahnpasta, Haftpaste für Zahnprothese, Bleistiftende, Blasinstrument)
Rötung, Schuppung, Rhagaden, oft Nässen Auf die Mundwinkel begrenzt Cheilitis angularis (Perlche) 19.1.1 Oft bei atopischem Ekzem, Candidose, bakt. Inf., häufigem Belecken, Anämie, Riboflavinmangel, konsumierender Grunderkr. Bakt. Abstrich, Pilzkultur anlegen, BB, bei Persistenz über Wo. Riboflavinbestimmung und TU-Suche
Aufgesprungene Lippen, oft Rhagaden, trockenes Lippenrot Ober- oder Unterlippe Cheilitis atopica 12.10 Atopische Diathese, meist schlecht ther. zu beeinflussen, rückfettende Pflege
Schmerzhafte Rhagaden und Blutungen, Ödem V.a. Unterlippe Cheilitis actinica 19.1.2 Histologische Sicherung durch PE z.A. Plattenepithel-Ca, Nikotinabusus?
Livide Rötung, Lippenrot verstrichen, schmerzhafte Rhagaden Variabel, beide Lippen können befallen sein Diskoider LE 8.13.2 S.o.

Pigmentierung der Lippen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.12
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Umschriebene bräunliche Flecken, regelmäßige Pigmentierung Eher an der Unterlippe Lentigo simplex 10.4.1 Weitere Lentigines in UV-belasteten Regionen, immer Zeichen einer zu starken UV-Belastung, Gefahr der malignen Entartung
Multiple Lentigines Perioral, labial, oral Peutz-Jeghers-Sy. 10.4.1 AD, abdominelle Symptome bei intestinaler Polypose; gastroenterologisches Konsil
Unscharf begrenzt, dunkelbraun bis schwarz, unregelmäßig pigmentiert Eher an der Unterlippe MM 11.6 Oft auf dem Boden einer präexistenten Lentigo; Auflichtmikroskopie

Lippenulkus – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.13
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Schmerzhafter Einriss an der Lippe Variabel, meist zentral Rhagade Oft bei atopischem Ekzem, Leckcheilitis
Ulzerierender meist brettharter TU mit aufgeworfenem Rand Meist Unterlippe, paramedian Plattenepithel-Ca 11.5 Meist auf dem Boden einer aktinischen Cheilitis oder bei Rauchern
Zunächst glasige, hautfarbene Papel, später knotiger TU mit prominentem Randsaum, Ulkus möglich Eher Oberlippe, paramedian Ulzeriertes BCC 11.3 Oft ausgedehntes subepitheliales Wachstum
Induriertes schmerzloses Ulkus, Schwellung der regionalen LK Solitär, gesamte Lippe und intraoral möglich Syphilitischer Primäraffekt 9.4.6 Meist rasche, narbenlose Abheilung. Infektionsgefahr! Meldepflicht!

Erosion der Mundschleimhaut – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.14
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Flächig erosives hochentzündliches Areal, oft am Rand netzige weißliche Streifung Lokalisiert, meist Wangenschleimhaut Lichen planus erosivus 15.1.2 Klin. DD zu Pemphigus sehr schwer, Lichen planus auch an anderen Stellen möglich. PE und DIF durchführen
Erosives, oft fibrinbedecktes Areal Lokalisiert, meist Wangenschleimhaut und Gingiva Pemphigus vulgaris 13.3.2 Sehr schmerzhaft, PE und DIF
Erosive Schleimhautveränderungen, narbige Schrumpfung V.a. Konjunktiva, seltener oral, pharyngeal, ösophageal, genital Vernarbendes Schleimhautpemphigoid 13.3.4 Gefahr der Lidektropionierung, ggf. Hornhauttrübung
Großflächige flache Erosion Großflächig, Wangen- und Lippenschleimhaut EEM 12.20.8, TEN 12.20.9 Eher bei jungen Erw., schnell entstanden, oft nach vorangegangener Herpes-simplex-Inf., Allgemeinsymptome, ggf. andere Schleimhäute und Konjunktiven betroffen

Ulzerationen der Mundschleimhaut – Differenzialdiagnosen.Mundschleimhaut:Ulzeration, DD

Tab. 3.15
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
2–4 mm große, ovale, fibrinbedeckte Ulzerationen, meist mehrere Läsionen Meist Lippen-, Wangen- und Zungenschleimhaut, Mundboden, Umschlagfalten Habituelle Aphthen 19.3.7 Sehr schmerzhaft. Idiopathisch
Wie habituelle Aphthen Wie habituelle Aphthen Symptomatische Aphthen 19.3.7 Im Rahmen von Grunderkr. (M. Behet, M. Crohn, Colitis ulcerosa, HIV-Inf.); meist Aphthen in der Anamnese
4–10 mm große Ulzerationen Mundschleimhaut, ggf. genital, Augen (Uveitis), ZNS, Haut M. Behet 14.8 Achten auf Pathergiephänomen, Kriterien der Behet-Study-Group
Induriertes, schmerzloses Ulkus, Schwellung der regionären LK Solitär, gesamte Mundhöhle möglich Syphilitischer Primäraffekt 9.4.6 Narbenlose Abheilung nach 3–5 Wo. Cave: kontagiös
Bretthart induriertes Ulkus, meist schmerzlos, langer Bestand Alle Lokalisationen möglich, bevorzugt Zunge, Mundboden, Wange Plattenepithel-Ca 11.5 Fast ausschließlich bei Rauchern
Buntes Bild: Erosionen, Ulzera und Hämorrhagien Variabel M. Reiter 14.7 Auf Begleitsymptome achten
Plaqueartige Ulzera Variabel SLE 8.13.4 Auf weitere Kriterien achten

Leukoplakie – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.16
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Scharf begrenzte, kleine Leukoplakie Meist an irritierten Kontaktstellen (z.B. Prothese) Leukoplakia simplex (Schleimhautschwiele) 19.3.2 Keine Entartungstendenz
Umschriebene warzenartige oder z.T. erosive Weißverfärbung der Schleimhaut Mundboden, Zungenrand, Wange Leukoplakia verrucosa/erosiva 19.3.2 Meist im höheren Lebensalter, Entartungstendenz , bei chron. Nikotin- oder Alkoholabusus. Sofortige Ausschaltung der Noxe erforderlich
Warzige oder haarähnliche Keratosen Ränder des vorderen Zungendrittels Orale Haarleukoplakie 9.2.4 In > 50% wenige Mon. nach Ausbruch von AIDS
Netzartige weißliche Zeichnung, oft auch weißliche Papeln Wangenschleimhaut (90%), seltener Zunge, Lippen, Gingiva, Gaumen Lichen planus mucosae 15.1.2 HV oft auch an anderen Prädilektionsstellen
Weißliche Stippen, die zu abstreifbaren Belägen konfluieren, nach Abstreifen tief erythematöser Grund Zunge, Gaumen, Wange Candidainf. 9.5.2 Bei Kdr., alten Menschen, Immungeschwächten (Zytostatikather., Steroidgabe), Antibiotikather., oft unter Prothesen (Prothesenstomatitis)
Unscharf begrenzte weißliche, längliche Schleimhautschwielen In Höhe der Zahnschlussleiste Morsicatio buccarum Durch habituelles Kauen oder Ansaugen der Wangenschleimhaut
Pflastersteinartig gefelderte weiße Plaques Meist Wange White sponge nevus Kongenital, familiär, harmlos

Zungenbeläge – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.17
Befund/Epidemiologie Ätiologie Therapie
Variable gräuliche bis bräunliche Auflagerungen, Foetor ex ore Mangelnde Mundhygiene, Parodontopathien, akute Inf.-Erkr., Gastritiden, Pneumonien Ther. der Grunderkr., Belag mit einer spez. Zungenbürste reinigen, Spülung mit 3% H2O2-Lsg., Vitamin-C-Tbl. lutschen (z.B. Cebion-Tbl.)
Halbseitige gräuliche bis bräunliche Verfärbung, Spitze und Ränder belagfrei Periphere und zentrale Nervenstörungen, z.B. nach Apoplex Ther. der Grunderkr.; symptomatisch wie Zungenbelag (s.o.)
Lingua villosa nigra (Abb. 19.6) Bakt. und mykot. Inf., Nikotinabusus, insuff. Mundhygiene, GI-Erkr., Antibiotika, Kortikosteroide Beseitigung des Auslösers, mehrfach tgl. Zunge bürsten, Vit.-C-Lutschtbl. (z.B. Cebion-Tbl.)

Zungenverfärbung – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.18
Befund/Epidemiologie Ätiologie Therapie
Dunkelrote bis blaurote Farbe Polyzythämie, Eisenmangelanämie, Vit.-B12-Mangel Ther. der Grunderkr.
Zungenbrennen (Glossodynie): Oft rötliche Schwellung der Papillen; evtl. scharf begrenzte rundliche Nekrosen Perniziöse Anämie, Eisenmangelanämie, Lymphogranulomatose, Vit.-B12-Mangel, hormonelle Dysregulationen (Postmenopause), chron. Gastritis, Colitis ulcerosa, Leber- und Gallenblasenerkr., chron. Pyelonephritis, Diab. mell., arteriosklerotische Gefäßprozesse Ther. der Grunderkr.,Cave: Bei Vit.-B12-Mangel ist Glossodynie Frühsymptom der Möller-Hunter-Glossitis angiospastische Attacken an der Zunge beim plötzlichen Herausstrecken (Arndt-Zeichen)

Veränderungen von Zungenrelief oder -konsistenz – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.19
Befund/Epidemiologie Ätiologie Therapie
Exfoliatio areata linguae (Lingua geographica; Abb. 19.5), häufig, harmlos, erythemartige Areale mit girlandenartigen, gut abgrenzbaren weißlich erhabenen Rändern. Form und Ausdehnung wechseln rasch (d bis Wo.). Leichtes Zungenbrennen Desquamation der filiformen Papillen unbekannter Ursache Scharfe Speisen meiden, Spontanheilung
Indurationen der Zunge Zungenpressen, scharfe Zahnkanten, Makroglossie, Amyloidose Grunderkr. behandeln, mechanische Ursachen durch Zahnarzt beseitigen, bei umschriebener Induration PE Ca ausschließen
Lingua plicata (Abb. 19.4) Idiopathisch oder Symptom des Melkersson-Rosenthal-Sy. (16.6) Ggf. Melkersson-Rosenthal-Sy. behandeln (16.6); sonst Pat. über Harmlosigkeit aufklären. Cave: Häufig Entzündungen
Glossitis rhombica mediana: Median vor dem Foramen caecum scharf begrenzte längliche, glänzende Veränderung, Papillen fehlen Unbekannt, Prävalenz bei Pat. mit psychiatrischen Erkr., Stress Über Harmlosigkeit aufklären

Schuppung am Körperstamm – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.20
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Scharf begrenzte erythematosquamöse Plaques Prädilektionsstellen (Streckseiten, Os sacrum, Kapillitium, Analfalte) Ps. vulgaris 14.6 Ps.-Phänomene auslösbar, auf Befall der Prädilektionsstellen achten, Familienanamnese
Nässende oder lichenifizierte Ekzemplaques Prädilektionsstellen (Beugeseiten, Kapillitium, Hals, Gesicht) Atopisches Ekzem 12.10 Starker Pruritus, auf Kratzartefakte (meist strichförmig) achten, Familienanamnese
Zentral heilende, rötliche Herde, randständige Schuppung Variabel, oft intertriginös beginnend Tinea corporis 9.5.1 Schuppenmaterial entnehmen, Nativpräp. und mykologische Kultur anlegen
In Hautspaltlinien gelegene Erytheme mit randständiger Schuppung, Primärmedaillon Stamm, Hals, proximale Extremitäten Pityriasis rosea 14.4 Meist jüngere Erw., wenig Pruritus, Primärmedaillon geht Exanthem voraus; selbstlimitierend
Plaqueartige Herde, zigarettenpapierartige Fältelung (Pseudoatrophie) In den Hautspaltlinien Parapsoriasis en plaques 14.3.1 Herde können in kutanes T-Zell-Lymphom übergehen
Disseminierte Erytheme mit oblatenartiger Schuppung Stamm, proximale Extremitäten Pityriasis lichenoides chronica 14.3.4 Meist infektallergisch; unter Schuppen normale Haut, buntes Bild, da unterschiedliche Entwicklungsstufen der Herde
Variable schuppende Plaques, oft zigarettenpapierartige Fältelung, später Knoten und Ulzera Variabel, zunächst entlang der Hautspaltlinien akzentuiert Kutanes T-Zell-Lymphom 11.12.1 Meist ältere Menschen, Ther.: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Schuppung an Händen und/oder Füßen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.21
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Scharf umschriebene Plaques, Rhagaden Palmae und Plantae Ps. palmoplantaris 14.6 Psoriatische Plaques an anderen Prädilektionsstellen (Streckseiten, Os sacrum), nie Streuphänomene
Unscharf begrenzte schuppende Erytheme, Streureaktionen Hand- und ggf. Fußrücken Kontaktallergisches Ekzem 12.9 An Arbeitshand akzentuiert, auf Streuphänomene achten; Berufsanamnese, Epikutantest
Flächige Schuppung, Rhagaden, ausgeprägte Hyperkeratose Palmar, interdigital, Hände häufiger als Füße Kumulativ-toxisches Handekzem 12.17.3 Meist Feuchtarbeiten (Berufsanamnese), oft jahrelange Sensibilisierungsphase
Plaques, oft randständige Schuppung Palmae und Plantae Tinea 9.5.1 Oft einseitig, meist auch ZZR-Mykose
Erosive HV, feine Schuppung und Mazeration Fingerzwischenräume, meist III/IV Candidose 9.5.2 Meist besteht intestinale Candidose Stuhl auf Hefen; Nativpräp., Kultur; oft in Feuchtberufen
Bräunliche, helle, flächige Plaques Palmae und Plantae Die Syphilis wird in die Hand geschrieben Syphilis II 9.4.6 Meist auch Exanthem, LK-Schwellung, kein Pruritus. Diagn.: Anamnese, TPPA/TPHA, VDRL
Flächige, oberflächl., halskrausenartige Schuppung V.a. akral akzentuiert Dyshidrosis lamellosa sicca 12.17.3 Heilt nach rückfettender Ther.
Variable Ausdehnung, meist gelbliche Keratose mit erythematösem Randsaum Palmar, plantar, ggf. weitere Lokalisationen je nach Typ Palmoplantarkeratosen 17.5.2 Keratolytische Ther., keine Kausalther. bekannt

Bläschen an Händen und/oder Füßen – DifferenzialdiagnosenHände:Bläschen, DDFüße:Bläschen, DD.

Tab. 3.22
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise/Maßnahmen
Wasserklare Bläschen, später oft Schuppung Finger-(Zehen-)kanten Atopisches Ekzem 12.10 Oft Pruritus, oft andere Zeichen der Atopie; Prick-Test, CAP-FEIA/RAST
Bläschen, Erosion, Schuppung; oft Streureaktionen Hand-, Fußrücken und -kanten Kontaktallergisches Ekzem 12.9 Oft Pruritus. Nach Kontaktstoffen fragen; Berufsanamnese, Epikutantest
Bläschen und Pusteln inmitten scharf begrenzter Erytheme Palmar (plantar) akzentuiert Ps. (dyshidrotische Form) 14.6 Auf Ps. an anderen Prädilektionsstellen achten, Familienanamnese
Sagokornartige Bläschen Palmar pustulosa Tinea 9.5.1 Nativpräp., Kultur anlegen, bei klin. Zweifel Histologie (PAS-Färbung)
Wasserklare Bläschen, später ggf. Pyodermisierung Palmar (plantar) und Finger-(Zehen-)kanten Id-Reaktion Oft bei Arzneimittelexanthemen, mikrobiellem Ekzem. Suche nach anderen Ekzemerkr.
Kleine Bläschen, ggf. strichförmige Papeln, ggf. zentrale Hämorrhagie Finger-(Zehen-)seiten und -rücken Skabies 9.6.2 Meist auch Skabies an anderen Prädilektionsstellen (Brust, Rücken, Penisschaft), infernalischer Pruritus, v.a. bei Bettwärme
Kleinere und größere Blasen, oft hämorrhagisch Finger- und Handrücken Porphyria cutanea tarda 8.11 Auch Gesichtsbefall, aktinische Elastose, Hypertrichose im Gesicht, Abheilung unter Milienbildung
Schmerzhafte bis linsengroße Bläschen mit erythematösem Saum Palmar und plantar Hand-Fuß-Mund-Krankheit 9.1.7 Mundschleimhaut: Kleine Bläschen und Pusteln, wenig Allgemeinsymptome

Nagelveränderungen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.23
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Weißliche Streifen, oft Nagelverdickung, oft krümeliger Nagel Distales Nagelende, nach proximal wachsend Onychomykose 9.5.1 Oft auch Tinea interdigitalis pedum
Nagelwallentzündung, Nagelverdickung und -verfärbung, Nagel aufgequollen Proximal beginnend, Einbeziehung des Nagelwalls Candidamykose 9.5.2 Meist bei Feuchtarbeit (Friseusen, Pflegepersonal)
Totale Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett möglich Distal oder seitlich beginnend Onycholyse 18.4.5 Häufigste Nagelveränderung; physikalische/chemische Ursachen, Traumen, bei Entzündungen (z.B. Ps., Ekzem), als Arzneimittelschädigung
In kleinen Fragmenten abbrechende Nagelplatten über verdicktem Nagelbettepithel Distales (freies) Nagelende Brüchige Nägel (Onychorrhexis) 18.4.8 V.a. im Alter, bei Atopie und trockener Haut, seltener: Bei Ps. vulgaris, Pityriasis rubra pilaris, M. Darier, Ekzemen. Häufige Verwechslung mit Onychomykose
Punktförmige oberfl. Substanzdefekte, einzeln oder in großer Zahl Tüpfelnägel 14.6.7 Bei Ps., Alopecia areata, idiopathisch
Querverlaufende Nageldefekte, alle Nägel befallen syst. Ursachen, einzelne Nägel befallen lokale Ursachen Querfurchen/Kerben 18.4.8 Meist Intoxikationen (Gifte, Medikamente), Inf., Mangelschäden, Traumen, Kälteschäden
Längsfaserige Aufsplitterung der Nagelplatten Onychorrhexis 18.4.8 (brüchiger Nagel, Lichen-planus-Nagel) Bei Lichen planus (häufigste Ursache), Hepatopathien, Amyloidosen, Anämien, Gicht, idiopathisch
Längs verlaufende tiefe Defekte, unter Lunula hervorwachsend Spaltbildung (Onychodystrophia mediana canaliformis 18.4.8) Im Alter häufig, auch nach akutem Trauma der Nagelmatrix

Subunguale Pigmentierung – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.24
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Umschriebene bläulich-schwärzliche Verfärbung, oft ohne Kontakt zur Nagelmatrix Variabel Nagelhämatom 18.4.6 Akut entstanden, schiebt sich als Ganzes nach distal, oft schmerzhaft, Haemoccult-Test Auflichtmikroskopie, wenn nicht eindeutig, oder bei längerem Bestand PE z.A. Malignität
Umschriebene schwärzliche Verfärbung, oft mit Kontakt zur Nagelmatrix, Pigmentierung des Nagelhäutchens und ggf. des periungualen Gewebes Variabel MM 18.4.6 Langsame Entstehung, meist nicht schmerzhaft, bei Verdacht PE

Schmerzhafter Nagel – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.25
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Je nach Traumatisierungsmechanismus Verschieden Trauma 18.4.6 Anamnese, Suche nach Fremdkörpern
Rötung und Druckschmerz des Paronychiums, Nagel eingewachsen Paronychium, v.a. mediale Großzehe Unguis incarnatus 18.4.3 Granulationsgewebe, Paronychie, Rundschneiden der Nägel vermeiden
Subungual verruköser Tumor, meist den Nagel distal überragend Variabel, meist multipler Befall Subunguale Warze 18.4.7
Blauroter Knoten, erhebliche Druckdolenz Meist subungual Glomustumor 11.1.5 Umschriebene Druckdolenz, deutliche Temperaturempfindlichkeit
Derbe Papel, erythematöser Saum Variabel Maligner TU (z.B. M. Bowen, Plattenepithel-Ca 18.4.7) Akrale Ca wachsen meist sehr aggressiv, klin. häufig nur Spitze des Eisbergs zu sehen
Mäßig schmerzhafte Schwellung einer oder mehrerer Finger Variabel, multipel Enchondrom 18.4.7 Rö. der kleinen Röhrenknochen zystische Auftreibung
Schmerzhafte petechiale Blutungen Variabel Vaskulitis 21.6 Meist im Rahmen von Kollagenosen (PSS, SLE) oder rheumatoider Arthritis

Rötliche Veränderungen der Glans penis – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.26
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Flächige Rötung, Pruritus möglich Glans, oft Übergang auf Präputium Balanitis simplex 19.4.2 Meist bei Atopie oder kumulativ-toxischen Noxen, Prick-Test, Gesamt-IgE bestimmen
Kleine fleckige tiefrote Erosionen, die konfluieren, oft randständige Schuppung, Pruritus Glans, v.a. Sulcus coronarius Candida-Balanitis 19.4.2 Meist durch Candida albicans. Nativpräp. und mykologische Kultur anlegen, Stuhl auf Hefen
Erytheme, Ödem Glans, v.a. Sulcus coronarius Bakt. Balanitis 19.4.2 Geruch, bakt. Abstrich
Samtartiges Erythem Glans, Übergang auf Präputium möglich Erythroplasie Queyrat (19.4.5) Immer PE
Flächiges Erythem, spiegelnde Oberfl. Glans, oft auch Präputium Balanitis plasmacellularis Zoon 19.4.2 Meist bei älteren M. PE
Kleinfleckige, scharf begrenzte polyzyklische Erytheme, randständige Schuppung Glans Balanitis erosiva circinata 19.4.2 Im Rahmen eines M. Reiter
Erythematöse, ggf. randständig schuppende Plaque Glans, andere Prädilektionsstellen Ps. 14.6 Ps. auch an anderen Prädilektionsstellen
Weißliche Streifung auf erythematösen Grund, Pruritus Glans, Präputium, andere Prädilektionsstellen Lichen planus 15.1 Lichen planus, Befall auch an anderen Prädilektionsstellen möglich (Mundschleimhaut, Analschleimhaut, Handbeugen)
Zunächst Rötung, später Erosionen, selten herpetiforme Bläschen auf erythematösem Grund Meist an der Glans Herpes genitalis 9.1.2 Schmerzhaft
Düster-rote Färbung, starke Schwellung Glans (meist total befallen) Fixes toxisches Arzneimittelexanthem 12.20.5 Meist binnen Stunden entstanden, Arzneimittelanamnese
Großflächige Erosion Glans, ggf. weitere Stellen EEM 12.20.8, TEN 12.20.9 Sehr schmerzhaft, akuter Beginn, oft nach Herpesinf. Arzneimittelanamnese
Solitärer Herd mit samtartiger Oberfl., oft polyzyklisch begrenzt Verschieden Erythroplasie Queyrat 19.4.5 Meist ältere M. Wachstumstendenz, oft Mon. bestehend. PE
Solitärer Herd, samtartige, oft exophytische Oberfl., evtl. Ulzeration Verschieden Plattenepithel-Ca 19.4.5 Wie Erythroplasie Queyrat, Penisamputation oft nicht vermeidbar
Beginn mit rosafarbenem Erythem, später weißlicher Plaque mit atrophischer Oberfl. Glans u./od. Präputium Lichen sclerosus 19.4.3 Phimose und Urethraverlegung möglich

Veränderungen im Anal- und Perianalbereich – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.27
Befunde Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Rötung, Schuppung, Pruritus; meist ringförmig Ekzematisation, zirkulär perianal Ekzem 20.3.4 Oft bei Hämorrhoidalleiden, Kontaktallergie, Atopie, Pilzinf. Variierende Lokalther. führt oft zu weiteren Sens., auf Atopiezeichen achten
Erythematöse Plaque, Mazeration, Schuppung ggf. weniger ausgeprägt Perianal, meist in die Analfalte übergehend Ps. 14.6 Kontrolle anderer Prädilektionsstellen
Weißliche Mazeration, starker Pruritus Perianal Lichen planus mucosae 15.1.2 Lichen planus an anderen Lokalisationen?
Rötung, Kratzspuren, Erosionen Perianal Oxyuriasis 9.7.1 V.a. Kdr.; Tesafilmabriss
Zunächst gruppierte Bläschen, später Erosionen und Schuppenkrusten, Fissuren, starkes Brennen, Pruritus Perianal, öfter zervikal, axillär, inguinal Pemphigus chronicus benignus familiaris 13.2.2 Querverlaufende Fissuren im Herd (typisch)
Beginn mit rosafarbenen Erythemen, später weißlicher Herd mit zigarettenpapierartiger Oberfl. Perianal,M: Öfter Glans penis und Präputium.F: Große und kleine Labien, Perineum, seltener Körperstamm Lichen sclerosus 19.4.3 Perianale Schrumpfung möglich
Schmierige Ulzeration mit Granulationen, Fistelbildung möglich, schmerzhafte blutige Durchfälle Perianal M. Crohn 20.5 Evtl. zeitgleich Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum. Immer Darmuntersuchung!
Braunrötlicher, scharf begrenzter Herd mit Schuppen und Krustenauflagerung Variabel, auch übriges Integument möglich M. Bowen 11.4 Keine Besserung bei antiekzematöser Ther. PE z.A. Malignität, Übergang in invasives Ca möglich
Langsam wachsender rötlicher Herd mit Schuppenkruste; später Knoten Variabel Extramammärer M. Paget 11.10.4 Keine Besserung bei antiekzematöser Ther. PE z.A. Malignität, in 20% besteht Ca anderer Organe (v.a. Rektum, Urethra, Cervix uteri)

Perianaler Knoten – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.28
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Rötliche Knoten (Grad I–IV), auf Stuhl hellrote Blutauflagerungen möglich Typisch: Bei 3, 7, 11 Uhr in Steinschnittlage Hämorrhoiden 20.2.3 Inspektion, Palpation, Proktoskopie; stadiengerechte Ther.
Linea dentata sichtbar, radiäre Schleimhautfältelung Analprolaps 20.2.4 Bei Palpation dünn, v.a. bei F
Prolaps mit zirkulärer Fältelung Rektumprolaps 20.2.5 Bei Palpation dick
Mit Haut überzogene Falten, selten symptomatisch Am äußeren Analrand in Ein- oder Mehrzahl Mariske 20.2.1 Idiopathisch, seltener sek., z.B. bei chron. Analfissuren, oft Analhygiene erschwert
Bläulich-livider Knoten, akut einsetzender Schmerz Analrand Analvenenthrombose 20.2.2 Stichinzision oder Exzision, größenabhängig
Papeln, unterschiedlicher Form, Größe und Zahl Perianal, ggf. auch intraanal, Penisschaft und Glans Condylomata acuminata 9.4.2 Proktoskopie, Partnerunters., bei Verdacht Syphilis- bzw. HIV-Serologie; selten Entartung
Flache, ggf. erosive, konfluierende Papeln Perianal Condylomata lata 9.4.6 Auf weitere klin. Zeichen der Syphilis II achten (Exanthem, Plaques muqueuses), TPPA/TPHA VDRL
Flacher oder knotiger, meist schwärzlicher TU, mit glänzender Oberfl. Variabel MM 11.6 Meist rasche Metastasierung; Staging
TU, oft ulzeriert, ggf. peranale Blutung, Schmerz Analrand Analrand-Ca 20.4.1 Inspektion, Palpation, Proktoskopie, LK-Status
Peranale Blutung, falscher Freund Variabel Rektum-Ca 20.4.2 Rekto-Koloskopie, Staging

Veränderungen in Intertrigines – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.29
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweis
Umschriebene Erosion, oft Mazeration und Rhagadenbildung, schmerzhaft Intertrigines Intertrigo Sammelbezeichnung, ätiologisch unklar; meist bei stark schwitzenden (adipösen) Pat.; ggf. bakt. oder mykotische Superinf.
Scharf begrenzte hellrote Erosion, ggf. mit Pustelsaum Intertrigines Candidaintertrigo 9.5.2 Typische kleine Satellitenerosionen in der Umgebung
Scharf begrenzte bräunliche Erytheme, wenig Schuppung Intertrigines, v.a. inguinal, axillär Erythrasma 9.3.11 Karminrote Fluoreszenz im Woodlicht
Ps.-Phänomene auslösbar Intertrigines Ps. inversa 14.6.4 Auch Befall der Prädilektionsstellen möglich
Zunächst gruppierte Bläschen, später Erosionen und Schuppenkrusten, Fissuren, starkes Brennen und Pruritus Zervikal, axillär, inguinal, seltener perianal Pemphigus chronicus benignus familiaris 13.2.2 Typische querverlaufende Fissuren im Herd
Schmutzige, papillomatöse bräunliche Hyperpigmentierung V.a. axillär, ggf. auch zervikal und perioral Acanthosis nigricans 8.12.1 Maligne Variante obligate Paraneoplasie

Hautveränderungen in lichtexponierten Arealen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.30
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Erythematöse, infiltrierte Herde, Neigung zu zentraler Vernarbung, ggf. erythematöse Knoten Lichtexponierte Areale, v.a. Gesicht LE (DLE, SCLE, SLE) 8.13.2, 8.13.3, 8.13.4 Oft nach Sonnenexposition, jedoch mit Latenz von 1–3 Wo. (im Gegensatz zur polymorphen Lichtdermatose)
Von Pat. zu Pat. verschieden, beim einzelnen Pat. jedoch monomorphe Effloreszenzen V.a. Dekollet (90%) Polymorphe Lichtdermatose 10.3.4 F:M 4:1, oft im Sommerurlaub erworben, erste Hauterscheinungen bereits nach d. Bei allen Fototypen, v.a. I und II
Follikuläre Papeln und Pusteln V.a. lichtexponierte talgdrüsenreiche Areale (Gesicht, Oberarme, Dekollet, Rücken) Acne aestevalis (Mallorca-Akne) 10.3.5 Oft nach Auftragen öliger Lichtschutzpräp.
Bläschen und Blasen auf gerötetem Grund, Hämorrhagien, Ulzerationen, narbige Abheilung Zentrofazial, v.a. Nasenrücken, Wangen Hidroa vacciniformia 10.3.6 Im frühen Kindesalter, spontanes Abklingen in der Pubertät
Erhabene bläuliche Erytheme, ggf. Bläschenbildung Handrücken, Unterarme, Ohren Frühjahrsperniones V.a. bei Kdr. u. Jugendlichen
Flächenhafte Rötung, Bläschen, Schuppung Lichtexponierte Areale, die zuvor mit Allergen Kontakt hatten Fotoallergisches Kontaktekzem 10.3.9 Ödem und Bläschen stehen im Vordergrund, Reaktion erst nach mehrfachem Kontakt, wichtige Fotoallergene (Tab. 9.4)
Flächenhaftes, meist düsteres Erythem Lichtexponierte Areale, die mit fototoxischer Substanz Kontakt hatten Fototoxische Dermatitis 10.3.8 Erythem steht im Vordergrund, Reaktion bereits nach Erstkontakt, häufige fototoxische Substanzen: Tetrazykline, 8-MOP
Erythematöse, meist streifige HV, oft Blasenbildung An belichteten Kontaktstellen des Fotoallergens Wiesengräserdermatitis 10.3.8 Postinflammatorische Hyperpigmentierung; Fotoallergene: Verschiedene Pflanzen
Chron. Ekzem mit Lichenifikation, starkem Pruritus, ggf. nässend Stirn, Wange, Ohrmuscheln, Nacken, Hals, Handrücken Chron. aktinische Dermatitis 10.3.10 Bei stärkerer Infiltration Facies leontina, Übergang in kutanes T-Zell-Lymphom möglich
Chron. Ekzem mit Lichenifikation, ggf. Papeln, starker Pruritus Gesicht, Arme, belichtete Prädilektionsstellen des atopischen Ekzems Fotoaggraviertes atopisches Ekzem 12.10 Lichtdiagn. 10.3.2, Prick-Test, Gesamt-IgE, spez. IgE
Pralle Blasen, die mit Narbenbildung und De- oder Hyperpigmentierung heilen, im Gesicht Hypertrichose, aktinische Elastose Hand-, Fingerrücken, Gesicht, Wangen Porphyria cutanea tarda 8.11 Vulnerabilität der Haut , oft bei Alkoholabusus, östrogenhaltigen Kontrazeptiva; Suche nach Hepatitis C, Diab. mell., Hämochomatose

Figurierte Erytheme – DifferenzialdiagnosenErythem(e):figurierte, DD.

Tab. 3.31
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Bogenförmige urtikarielle Erytheme, Pruritus Stamm, proximale Extremitäten Erythema anulare centrifugum 14.1.1 Häufig infektallergisch oder bei Nahrungsmittelunverträglichkeit, Tastbefund wie nasser Faden
Zebrahaut, urtikarielle Erytheme, randständige Schuppung Stamm, proximale Extremitäten Erythema gyratum repens Gammel 14.1.1 Sehr selten, obligate Paraneoplasie, v.a. bei Mamma-, Pharynx-, Lungen-, ZNS-TU, Lymphome
Typische Ps.-Phänomene Variabel Erythema-anulare-centrifugum-artige Ps. 14.6 Seltene Variante der Ps.
Zentrale Vernarbung, randständiger Erythemsaum Belichtete Areale, oft Extremitätenstreckseiten Subakut kutaner LE 8.13.3 Oft milde syst. Beteiligung (z.B. arthritische Beschwerden), auf Lichtschutz achten

Multiforme Erytheme – DifferenzialdiagnosenErythem(e):multiforme, DD.

Tab. 3.32
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
AZ , Erytheme mit zentralen Bläschen, ggf. Erosionen Beginn an Handrücken und Streckseiten, ggf. Generalisation und Schleimhautbefall Erythema exsudativum multiforme 12.20.8 Oft nach HSV-Inf. oder medikamentenallergisch, bei Generalisation lebensbedrohlich, starke Infektgefahr
AZ , scheibenförmige Erytheme, ggf. schmerzhaft, illusion of vesiculation Gesicht, Hals, Extremitätenstreckseiten Akute febrile neutrophile Dermatose 14.1.2 Infektallergisch, selten bei myeloproliferativen Erkr.

Urtikarielles Exanthem – DifferenzialdiagnosenExanthem:urtikarielles, DD.

Tab. 3.33
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Kleine oder größere, ggf. landkartenartig konfluierende Urticae, starker Pruritus Wechselnd, HV bleiben meist nur für wenige h an einem Ort Urtikaria 12.18 Pat. reibt (streicht) über juckende Hautareale (kein Kratzen!), ggf. Atemnot durch Larynxödem, ggf. anaphylaktischer Schock
Meist kleinfleckiges makulopapulöses, an Urtikaria erinnerndes Exanthem, ggf. purpurische Komponente Disseminierte einzelne HV sind über d ortsständig Urtikariavaskulitis 21.6.1 Oft mit Arthralgien. Cave: Vaskulitis, keine Urtikaria
Anuläre urtikarielle Erythemstreifen, ggf. leichte colleretteartige Schuppung V.a. Stamm, proximale Extremitäten. Oft über Wo. bis Mon. persistierend Erythema anulare centrifugum 14.1.1 Häufig infektallergisch (z.B. Candida-Inf.)
Neben Urticae Papeln, Papulovesikel, Lichenifikationen Meist disseminiert Hypereosinophilie-Sy. 14.11.1 Infernalischer Pruritus, Blut-, Gewebe- und Knochenmarkeosinophilie. Herzbeteiligung durch Echo ausschließen

Vesikulöses/bullöses Exanthem – DifferenzialdiagnosenExanthem:vesikulöses, DDExanthem:bullöses, DD.

Tab. 3.34
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Zunächst Vesikel (ggf. hämorrhagisch), die eintrüben und schließlich austrocknen Beginn am Stamm (oft Gesicht und Kopfhaut) Varizellen 9.1.3 Pruritus, Mundschleimhaut und Kapillitium befallen, Nebeneinander aller Effloreszenzen (Sternenhimmel). Kratzen führt zu narbiger Heilung
Wie Varizellen (s.o.), > 30 aberrierende Bläschen Gesamtes Integument Zoster generalisatus 9.1.3 Nur bei zugrunde liegender Abwehrschwäche (z.B. Lymphom, AIDS)
Kleine disseminierte Bläschen, die eintrüben V.a. Gesicht, Hals, Brust, Arme, ekzematisierte Haut Ekzema herpeticatum 9.1.2 Bei zugrunde liegendem Ekzem, meist atopisches Ekzem (12.10), Gefahr der Impetiginisierung
Beginn mit scheibenartigen Erythemen mit zentraler Blase, ggf. Konfluenz, fetzenartige Ablösung der Haut V.a. Extremitätenstreckseiten oder disseminiert EEM 12.20.8, TEN 12.20.9 Bullös, oft Schleimhautbeteiligung, oft nach HSV-Infektion oder medikamentenallergisch, gehäuft bei HIV-Pat.
Infiltrierte urtikarielle Plaques und Knoten, druckdolent, starkes Ödem, das zu kleinen Pseudobläschen im Herd führt (Illusion of vesiculation) V.a. Gesicht, Hals, Streckseiten der Arme Akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Sy.) 14.1.2 Selten Schleimhautbeteiligung, neutrophile Leukozytose
Disseminierte Bläschen und Erosionen V.a. Stamm (Os sacrum), Extremitätenstreckseiten Dermatitis herpetiformis Duhring 13.3.6 Typischer brennender Schmerz, PE, DIF
Schlaffe Blasen auf unveränderter Haut. Erosionen (krustös belegt, schmerzhaft) dominieren Gesicht, Stamm, Axillen, Leisten (selten symmetrisch) Pemphigus vulgaris 13.3.2 Oft Schleimhautbefall, ggf. Kopfhautbefall, PE, DIF (2.1.3)
Pralle Blasen auf erythematösem Grund Seitliche Halspartien, Axillen, Beugeseiten der Oberarme, ggf. palmoplantar (selten symmetrisch) Bullöses Pemphigoid 13.3.3 Kein Schleimhautbefall, PE, DIF, TU-Suche (2.1.3)

Makulöses Exanthem – DifferenzialdiagnosenExanthem:makulöses, DD.

Tab. 3.35
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Variabel (9) Generalisiert, meist Ausbreitung vom Stamm auf Extremitäten Virusexanthem (v.a. Röteln, Masern, Mononukleose, HIV), Scharlachexanthem 9.1 Abgeschlagenheit, Temp. , oft Schleimhautbefall, Diff.-BB: Leukopenie mit relativer Lymphozytose
Variabel (12) Oft generalisiert, meist Ausbreitung von Extremitäten auf den Stamm Arzneimittelexanthem 12.20 Ggf. in Kombination mit Infekt, spätere Medikamententestung erforderlich (Ausweichpräp. suchen)
Schwaches, bräunliches Exanthem, kaum sichtbar Stamm Syphilis I (Primärexanthem) 9.4.6 Primäraffekt suchen
Schwache, flächige Erytheme Meist Extremitäten, lichtexponierte Areale Kollagenosen (v.a. SLE, Dermatomyositis) 8.13 Weitere Symptome einer Kollagenose (z.B. Arthralgien)?
Petechien in ockerfarbenen Herden Zunächst Unterschenkel, später Oberschenkel, Bauch, Arme Purpura pigmentosa et progressiva 21.6.1 Medikamente, Kontaktstoffe, Nahrungsmittel

Makulosquamöses Exanthem – DifferenzialdiagnosenExanthem:makulosquamöses, DD.

Tab. 3.36
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Erythematosquamöse Plaques, ggf. Krustenauflagerungen Meist Unterschenkel, ggf. Streuherde Nummuläres Ekzem (streuend) 12.13 Oft bei Varikosis und/oder infektallergisch
Ekzematisierte HV, abnehmende Dichte vom Ort des Primärkontakts Variabel Kontaktallergisches Ekzem 12.9 Meist bei starker Typ-IV-Sens.
Centgroße Herde mit kleieförmiger Schuppung, kein/kaum Pruritus V.a. Stamm (Hautspaltlinien). Gesicht und distale Extremitäten i.d.R. ausgespart, Ausnahme: Kdr. Pityriasis rosea 14.4 Initial Primärmedaillon; klin. Bild steht im Kontrast zur Harmlosigkeit der Erkr.
Buntes Bild, v.a. Papeln mit fest anhaftender Schuppung Stamm und proximale Extremitäten Pityriasis lichenoides 14.3.4 Allgemeinsymptome fehlen; bei Hämorrhagien HV schmerzhaft
Konfluierende rötliche Plaques, zigarettenpapierartige Oberfl., wenig Pruritus Seitlicher Stamm, Extremitäten; in den Hautspaltlinien angeordnet Parapsoriasis en plaques 14.3.1 Großherdige Form kann sich zu kutanem T-Zell-Lymphom entwickeln
Atrophische, gering schuppende, ekzemähnliche Herde, meist starker Pruritus V.a. Axillen, Oberarme, Oberschenkelinnenseiten Kutanes T-Zell-Lymphom (Ekzemstadium) 11.12.1 Antiekzematöse Ther. bleibt meist erfolglos. PE (Histologie und Immunhistologie)
Polymorph, meist makulös oder papulös, in den Hautspaltlinien gelegen Generalisiert, Hand- und Fußflächen, Kapillitium, Mundschleimhaut mitbefallen Syphilis II 9.4.6 Nicht juckend, nie vesikulös oder bullös. Haarausfall, Pigmentstörungen, Schleimhautbefall, Anamnese, auf andere STD achten

Papulöses Exanthem – Differenzialdiagnosen.Exanthem:papulöses, DD

Tab. 3.37
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Lichenoide Papeln, stark juckend, ggf. mit netzartiger weißlicher Streifung Beugeseitig betont; Mundschleimhautbefall Lichen planus 15.1.1 Köbner-Phänomen pos.
Oft generalisierte, konfluierende Papeln, starker Pruritus Wie Lichen planus (s.o.) Lichenoides Arzneimittelexanthem Tab 14.1 Oft Pigmentinkontinenz mit bräunlicher Verfärbung. Genaue Medikamentenanamnese, v.a. Goldpräp., Antibiotika
Konfluierende bräunliche Papeln, z.T. schmierig belegt V.a. große Schweißrinnen (z.B. Rücken) Dyskeratosis follicularis Darier 17.5.4 Penetranter bakt. Geruch, UV- u. hitzegetriggert
Buntes Bild, v.a. Papeln mit fest anhaftender Schuppung Stamm und proximale Extremitäten Pityriasis lichenoides 14.3.4 Allgemeinsymptome fehlen, bei Hämorrhagien sind HV schmerzhaft
Kleine rötliche Papeln, bräunlich-rot Variabel Sarkoidose (kleinknotige Form) 16.1 Apfelgeleeartige Eigenfarbe bei Diaskopie, Systembeteiligung ausschließen
Follikulär gebundene Papeln und Pusteln Disseminiert, v.a. an follikelreichen Arealen (Gesicht, Schweißrinnen) Follikulitiden 9.3.1 Bakt. Abstrich
Kleine genabelte Papeln Variabel, in ekzematisierten Arealen akzentuiert Mollusca contagiosa 9.1.4 V.a. bei Kdr. Bei Erw. Immundefekt ausschließen

Disseminierte Pusteln – DifferenzialdiagnosenPustel(n):disseminierte, DD.

Tab. 3.38
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Pusteln und Schuppung auf erythematösem Rand, stabile Pusteln Disseminiert Ps. pustulosa generalisata 14.6.5 Pos. Familienanamnese, schubartiger Verlauf, Nagelveränderungen
Pusteln und Schuppung auf erythematösem Grund, schlaffe Pusteln Stamm, proximale Extremitäten; Gesicht, Hände, Füße ausgespart Subkorneale Pustulose 14.10.1 Chron. rez.; DADPS meist wirksam
Pusteln auf erythematösem Grund; oft Fieber, AZ Gesamtes Integument; Hände, Füße ausgespart Pustulosis acuta generalisata 14.10.2 Medikamenten- oder infektallergisch
Großflächige Erytheme mit Pustulation Große Beugen, Intertrigines Toxisches Pustuloderm 12.20.6 Meist medikamentenallergisch
Fieber, AZ , scheibenartige, ödematöse HV, Pseudovesikel; Druckdolenz Gesicht und Extremitäten Akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Sy.) 14.1.2 Infektallergisch, 1–4 Wo. nach bronchialen oder GI-Inf.

Umschriebene Pusteln – DifferenzialdiagnosenPustel(n):umschriebene, DD.

Tab. 3.39
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Plaqueförmig, scharf begrenzt Palmar und/oder plantar Ps. pustulosa palmoplantaris 14.6.5 HV an anderen Prädilektionsstellen
Konfluierende Pusteln, Erosion/Ulzeration, ggf. Mutilation An den Endphalangen, periungual akzentuiert Akrodermatitis continua suppurativa 14.9.1 Variante der Ps.
Psoriasiforme Erytheme mit Bläschen und Pusteln Perioral, perigenital, Endphalangen, Knie Akrodermatitis enteropathica 8.10.2 Bei Zinkmangel (Mangelernährung, Alkoholabusus, künstliche Ernährung, spezielle Diäten)
Randständige Schuppung, ggf. Pusteln im Randbereich, zentrale Heilung Variabel Tinea 9.5.1 Mykologische Kultur, Nativpräp.
Komedonen, Papeln und Pusteln, Abszesse möglich Wangen, Nase und Stirn am stärksten betroffen Acne vulgaris 18.1.1 Meist im Jugendalter, ggf. auch später. Komedonen nur bei Akne!
Grobporige Haut, Teleangiektasien, flächige Rötungen, Papeln und Pusteln, ggf. Rhinophym Zentrofazial Rosazea 18.1.2 Mittleres Erw.-Alter. Verstärkt durch Alkoholgenuss, Temperatureinflüsse
Helles Erythem, ggf. follikuläre Papulovesikel, selten Pusteln Um Mund und Augen unter Aussparung eines schmalen Saums Periorale Dermatitis 18.1.4 F mittleren Alters, oft ausgeprägtes Spannungsgefühl, bei übermäßigem Kosmetikgebrauch (Stewardessenkrankheit), oft atopische Diathese
Follikuläre Pusteln Wangen und Stirn Gramneg. Follikulitis 9.3.1 Oft mit Akne verwechselt, häufig nach topischer antibiotischer Vorther., keine Komedonen, bakt. Abstrich

Pruritus bei extrakutanen ErkrankungenStoffwechselerkrankungen, Pruritus, DDmaligne Erkrankung(en), Pruritus, DDpsychische Erkrankungen:Pruritus, DDPruritus:Stoffwechselerkrankungen, DDPruritus:psychische Erkrankungen, DDPruritus:maligne Erkrankungen, DD.

Tab. 3.40
Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Stoffwechselerkrankungen – DD
Diab. mell. 8.1 BZ-TP durchführen, optimale Einstellung des BZ
Hyperthyreose 8.2 fT3, fT4, TSH bestimmen
Hyperurikämie 8.5 Harnsäure bestimmen
Organerkrankungen – DD
Nierenerkr. 8.4, Dialysepflicht Typisch: Kein Ansprechen auf Antihistaminika. Lichtempfindlichkeit der Haut , lehmgraue Hyperpigmentierungen, Urinunters., Krea und Harnstoff bestimmen. UV-Ther. oft wirksam
Lebererkr. 8.3 Typisch: Kein Ansprechen auf Antihistaminika. Ther. mit Colestyramin 8–12 g/d ggf. erfolgreich
Maligne Erkrankungen – DD
M. Hodgkin 11.12.4 LK-Vergrößerung, Fieber, B-Symptomatik
Non-Hodgkin-Lymphome 11.12.3 Diff.-BB, Blutausstrich, ggf. LK-Vergrößerung
Leukämien 8.12.2 Diff.-BB, Blutausstrich, ggf. LK-Vergrößerung
Paraneoplastischer Pruritus TU-Suche 2.1.3
Psychische Erkrankungen – DD
Depressionen Auf Antriebslosigkeit des Pat. achten (wichtig: Interesse an Hobbys verloren), psychiatrisches Konsil
Neurosen Psychiatrisches Konsil
Dermatozoenwahn 6.3.1 Pat. zeigt Tierchen vor, die aus der Haut kommen; subjektive Gewissheit des Pat. nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Psychiatrisches Konsil. Meist Besserung durch Neuroleptika

Pruritus bei Hauterkrankungen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.41
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Knotige Papeln, die löffelartig ausgekratzt werden Extremitäten, proximaler Stamm Prurigoerkr. 15.2 Wenn es blutet, juckt die HV typischerweise nicht mehr Pat. löffelt, bis es blutet
Kleine konfluierende Papeln, netzartige Streifung der Oberfl., ggf. Schleimhautbefall: Hier Streifung gut erkennbar Beugeseitig betont, verruköse Formen an Unterschenkeln, oft Schleimhautbefall Lichen planus 15.1.1 Herde werden oft blutig gekratzt
Kleine herpetiform gruppierte Bläschen, kleine Erosionen V.a. am unteren Rücken Dermatitis herpetiformis Duhring 13.3.6 Qualität des Pruritus: Starkes Brennen oder brennender Schmerz
Asymmetrisch verteilte HV (buntes Bild), v.a. Papeln, Exkoriationen V.a. periareolär, Fingerzwischenräume, Penisschaft, Handgelenke Skabies 9.6.2 Pruritus in Bettwärme verstärkt, oft Partnerbefall
Schuppende Plaques Streckseiten, Os sacrum, Analfalte, Kapillitium Ps. 14.6 Pruritus v.a. am Kapillitium
Urticae variabler Größe Variabel, einzelne HV wechseln den Ort Urtikaria 12.18 Flächiger Pruritus (typisch: Pat. streicht über HV), Fokussuche 2.1.3
Rötung, Nässen, Schuppung V.a. an Kontaktstellen Ekzemerkr. 12
Stecknadelkopfgroße Papeln und Papulovesikel Stamm und Extremitäten, Kopf ausgespart Hypereosinophilie-Sy. 14.11.1 Diff.-BB (Bluteosinophilie), PE (Gewebeeosinophilie)
Variabel (s.u.) Generalisiert, symmetrisch Exantheme 9.1, 12.20 Exantheme jucken meist relativ wenig, bei Syphilis II typischerweise gar nicht
Trockene, ichthyosiforme Schuppung, Pruritus Variabel, je nach Typ Ichthyosen 17.5.1 Auf Begleitsymptome achten (z.B. Hornhauttrübungen)

Pruritus am weiblichen Genitale – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.42
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Leichte Rötung und Sekretion Vulva Psychogener Pruritus 6.4.6 Sehr häufig, oft bei Partnerkonflikt oder fehlendem Partner, ggf. leichte Sekretion (Sy. der weinenden Vagina)
  • Akut: Rötung, Bläschen, Nässen.

  • Chron.: Lichenifikation

Vulva Vulvaekzem 19.4, atopisches Ekzem 12.10 Nach Kontaktstoffen fragen, nach Typ-I/IV-Allergien suchen
Erosion, Nässen, selten Schuppung Variabel, außerhalb der Schleimhaut Ps. 14.6 Weitere Stigmata der Ps.
Plaqueartiger lichenifizierter Herd Variabel, außerhalb der Schleimhaut Lichen Vidal 12.11 Stärkster, umschriebener Pruritus, Herd wird zerkratzt
Weißliche, wegwischbare Beläge Variabel Candidose 9.5.2 Kontrazeptiva? Antibiotika? Diab. mell.? Bei langer Persistenz nach Immundefekt suchen
Weißliche, porzellanartige Schleimhautveränderungen V.a. Vulva Lichen sclerosus 19.4.3 Bei langem Bestand Übergang in Kraurosis vulvae; maligne Entartung

Pruritus in der Anal-/Perianalregion – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.43
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
  • Akut: Rötung, Bläschen, Nässen

  • Chron.: Lichenifikation

Perianal Analekzem 20.3.4 Hämorrhoiden? Quälender Pruritus, Kontaktstoffe abklären (Analhygiene?), nach Typ-I/IV-Allergien suchen
Erosion, Nässen, selten Schuppung Variabel, außerhalb der Schleimhaut Ps. 14.6 Nach weiteren Stigmata der Ps. suchen
Oft Kratzeffekte Perianal Oxyuriasis 9.7.1 V.a. bei Kdr. Mikroskopischer Nachweis von Wurmeiern im Tesafilmabriss. Typisch: Bei Kdr. Stuhl unter den Fingernägeln
Gruppierte Bläschen, Erosionen, oft schmerzhaft Auch Axillae, Leisten Pemphigus chronicus benignus familiaris 13.2.2 Beginn nach Pubertät, Nagelveränderungen (weiße Längsstreifung)

Makulöse/noduläre dunkel pigmentierte Hautveränderungen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.44
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Scharf begrenzte verruköse HV, wirkt wie aufgesetzt, gepunzte Oberfl. Variabel, nie Leistenhaut Seborrhoische Keratose (pigmentiert) 11.1.3 Meist ab 50. LJ. Auflichtmikroskopie: Pseudohornzysten erkennbar. 20-MHz-Sono: Dorsale Schallschatten
Knötchenartiger TU mit perlschnurartigem Randsaum, Teleangiektasien, glänzende Oberfl. Meist an Sonnenterrassen im Gesicht BCC (pigmentiert) 11.3 Auflichtmikroskopie: Teleangiektasien. 20-MHz-Sono: Subtumorale Schallverstärkung
Derbes Knötchen, rötlich-bräunliche Farbe Meist am Unterschenkel von F Histiozytom (pigmentiert) 11.1.4 Bei seitlichem Druck zieht sich TU ein (Pastillenphänomen). Oft nach Insektenstich (Anamnese)
Bläulich-schwärzlicher Knoten, oft bizarrer Rand Variabel Thrombosiertes Hämangiom 11.1.5 Oft brombeerartiges Aussehen im auflichtmikroskopischen Bild
Rötlich-bläulicher TU mit keratotischer Oberfl. Variabel Angiokeratom 11.1.5
Bräunliche, meist gleichmäßige Pigmentierung, Hautrelief erhalten, scharfe Begrenzung Variabel NZN 11.1.1 Lange Anamnese, keine Veränderung seit J., Auflichtmikroskopie: Netzmuster erkennbar
Bläulich-schwärzliches Knötchen, oft glatt glänzende Oberfl. Variabel, oft an Extremitäten N. bleu 11.1.1
Meist tiefschwarze HV, glatte glänzende Oberfl., polyzyklische Begrenzung, Regressionen möglich Variabel MM 11.6 Auf Größenzunahme und Farbveränderung achten, ABCDE-Regel, Auflichtmikroskopie: z.B. radiäre Ausläufer, Black Dots, weiße Schleier

Papeln – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.45
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Meist multiple kleine hautfarbene gestielte Papeln Hals, Axillae, Leisten Fibroma pendulans 11.1.4 Mit zunehmendem Alter gehäuft, harmlos, Diab. mell.? Adipositas?
Knötchenartiger TU mit perlschnurartigem Randsaum, Teleangiektasien, glänzende Oberfl. Meist an Sonnenterrassen im Gesicht BCC 11.3 Auflichtmikroskopie: Teleangiektasien. 20-MHz-Sono: Subtumorale Schallverstärkung
Derbes Knötchen, oft rötlich-bräunliche Farbe Meist am Unterschenkel von F Histiozytom 11.1.4 Bei seitlichem Druck Tumoreinziehung (Pastillenphänomen); oft nach Insektenstich (Anamnese)
Bräunliche, meist gleichmäßige Pigmentierung, Hautrelief erhalten, scharfe Begrenzung Variabel NZN 11.1.1 Lange Anamnese, keine Veränderung seit J. Auflichtmikroskopie: Netzmuster erkennbar
Rötliche Papel mit zentralem Hornpfropf Oft im Gesicht, meist Nase Keratoakanthom 11.5.2 Schnelles Wachstum binnen Wo.
Gelbliche kleine Papel mit zentralem Porus Gesicht, meist Stirn, Nase Talgdrüsenhyperplasie 11.1.8 Auf kleine zentrale Öffnung (Porus) achten. Oft mehrere hyperplastische Talgdrüsen vorhanden
Kleines Knötchen, oft rötlich-bräunlich Meist am Stamm Neurogener TU 11.1.4

Ulzera am Unterschenkel bzw. Fuß – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.46
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Flaches, nicht schmerzhaftes Ulkus, oft mit Granulation V.a. Innenknöchel, selten Außenknöchel Ulcus cruris venosum 21.5 Meist zusätzliche Zeichen der CVI: Purpura jaune d'ocre, Beinödeme, Dermatoliposklerose
Meist tiefes, schmerzhaftes Ulkus, oft schmierig belegt V.a. Fußaußenkanten, oft auch Zehen Ulcus cruris arteriosum 21.5 Oft verminderte Gehstrecke oder sogar Ruheschmerz
Kleine, wie ausgestanzt wirkende Ulzera Meist distaler Unterschenkel Ecthyma 9.3.6 Bakt. Abstrich (oft Strept., Staph.), CVI, mangelnde Hygiene (oft bei Nichtsesshaften)
Tiefe, sehr schmerzhafte Ulzeration(en), aufgeworfener livider Randwall, am Rand oft petechiale Einblutungen Variabel; meist Unterschenkel Pyoderma gangraenosum 21.6.5 In 2/3 assoziiert mit Grunderkr. (Colitis ulcerosa, M. Crohn, chron. Hepatitis, PCP) Köbner-Phänomen pos.
Ulkus mit hyperkeratotischem Randwall, nicht schmerzhaft, oft unterminiert Druckbelastete Regionen, v.a. Großzehenballen Ulkus bei Diab. mell. (Malum perforans) 21.3.4 Wenig Beschwerden (diabetische Neuropathie), sehr schlechte Heilung (Angiopathie); Druckentlastung entscheidend
Kleine ausgestanzte Ulzera in direkter Nachbarschaft von weißlich-atrophischen Hautarealen, sehr schmerzhaft Variabel am Unterschenkel Atrophie blanche (ulzerierend) 21.5 Bei lange bestehender CVI
Wachsende Ulzeration, oft schmierig belegt Variabel Ulzerierender maligner TU (BCC, MM) 11.3, 11.6 Typisch: Keine Heilungstendenz, frustrane Behandlungen, PE erforderlich
Flächige Ulzeration, am Rand bräunliche Atrophie V.a. Unterschenkelvorderseite Necrobiosis lipoidica 16.5 Gehäuft bei Diab. mell., oft nach Trauma ulzeriert

Knoten am Unterschenkel – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.47
Befund Lokalisation Erkrankung Besonderheiten/Hinweise
Schmerzhafte hellrote bis livid-rote glatte, tiefe Knoten, Überwärmung später ggf. bläulich Meist Unterschenkelstreckseiten, selten obere Extremität Erythema nodosum 14.1.2 Allgemeinsymptome, Fieber. Oft nach vorausgegangenem Inf. oder medikamentenallergisch
Schmerzhafte kutane und subkutane livide Knoten, bis pflaumengroß, Ulzerationen möglich Meist Unterschenkelstreckseiten Panarteriitis nodosa 21.6.4 Fieber, schweres Krankheitsgefühl. Cave: Systemerkr. mit Multiorganbefall
Schmerzhafte kutane und subkutane livide Knoten, bis pflaumengroß, Ulzerationen möglich Meist Unterschenkelstreckseiten Periarteriitis nodosa cutanea benigna 21.6.4 Isolierter Hautbefall, schubweiser Verlauf, günstige Prognose
Asymptomatische, braunrote, scharf begrenzte, plattenartige Infiltrate mit zentraler Atrophie Meist Unterschenkelstreckseiten Necrobiosis lipoidica 16.5 Hohe Assoziation mit Diab. mell., Kompressionsther.
Harte, ggf. flächig konfluierende Knoten, sehr schmerzhaft, Ulzerationsneigung Wade Erythema induratum Bazin 9.3.16 Id-Reaktion bei Tbc. Auf weitere Symptome achten
Schwellung, Verhärtung, Berührungsschmerz, Überwärmung, lokale Rötung Meist im Verlauf varikös erweiterter Venen Thrombophlebitis superficialis 21.2.3 Oft bei CVI, rez.
Isolierte oder gruppierte follikuläre Papeln Hyperkeratosis follicularis et parafollicularis in cutem penetrans 17.5.3 Hände, Füße, Kapillitium bleiben frei
Eingesunkene schmerzhafte Knoten in der Subkutis; AZ Untere Extremität, ggf. andere Lokalisationen Pannikulitis 21.7 Ggf. medikamenten- oder infektallergisch, oft Genese unklar
Polsterartige Herde, apfelsinenartige Oberfl. Symmetrisch an den Unterschenkelstreckseiten Prätibiales Myxödem 8.8.1 Hyperthyreose, weitere Zeichen der Hyperthyreose
Akral betonte kleine rötliche Knoten Meist bilateral symmetrisch an den Unterschenkeln Pseudo-Kaposi-Sarkom 11.9.4 Fast immer besteht eine ausgeprägte CVI
Kleine rötliche bis schwärzliche Knoten, die konfluieren und ggf. ulzerieren
  • Klassisch: Meist distal an den Beinen

  • HIV-assoziiert: Variabel, ggf. Schleimhaut betroffen

Kaposi-Sarkom 11.9.4 Ggf. HIV-Assoziation: Anamnese, HIV-Test; Infektionsgefahr. Klassisches Kaposi-Sarkom: Oft Pat. aus Mittelmeerraum
Subkutaner Knoten, wenig schmerzhaft, wenig verschieblich, ggf. später Ulzeration Variabel Lymphom (v.a. B-Zell-Lymphom 11.12.3) KM-Punktion
Verbackener, meist derber Knoten, nicht verschieblich, ggf. multipel Variabel Metastase 11.11 Suche nach Primär-TU

Lichenoide, juckende Plaque – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.48
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Juckende, ggf. konfluierende Papeln, weißliche Oberflächenstreifung Streckseitig betont Lichen planus 15.1.1 Ggf. Befall der Mundschleimhaut, hier ist weißliche Streifung besonders gut zu erkennen
Stark juckende, meist solitäre lichenifizierte Plaque Variabel, oft am Bein Lichen simplex chronicus (Vidal) 12.11 Schlechtes Ansprechen auf Ther.
Braunrote Papeln, extremer Pruritus Variabel, oft Unterschenkelstreckseite Lichen amyloidosus 8.9 Schlechtes Ansprechen auf Ther.

Hypo- und depigmentierte Hautveränderungen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.49
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Anfangs linsen- bis 1 Euro große, später konfluierende, ggf. bizarr geformte, scharf begrenzte weiße Maculae; meist symmetrische Verteilung. Haare normal oder weiß Variabel Vitiligo 10.4.7 Meist symptomlos, familiär gehäuft häufiger mit anderen Autoimmunerkr. assoziiert (z.B. Autoimmunthyreoiditis). Auslösbar durch bestimmte Medikamente (z.B. -Blocker, Statine)
Bei Geburt oder nach erster Bräunung umschriebene, scharf und oft bizarr begrenzte, pigmentfreie Flecken; centgroß Abdomen, seitlicher Rumpf oder Extremitätenmitte, ggf. Beteiligung der Augenbrauen und Wimpern Piebaldismus 10.4.5 AD. In 90% weiße Stirnlocke (Poliosis circumscripta), pigmentfreie Areale mit hyperpigmentierten Flecken innerhalb dieser Areale und auf normaler Haut
Atrophisches Epithel (glänzend), fehlendes Hautrelief Variabel Narbe Nach Trauma (genaue Anamnese wichtig)
Rundliche Plaque, zentrale hypopigmentierte Narbe, erythematöser Randsaum, druckdolent Meist Gesicht und belichtete Areale LE 8.13.2 Zentral narbige Heilung des LE, oft peripher fortschreitend
Flächige, bräunliche Hypopigmentierung Am Ort einer stattgehabten chron. Entzündung Postinflammatorische Hypopigmentierung Tab. 9.11 Meist nach chron. entzündlichen Dermatosen, oft bei zirkumskripter Sklerodermie, bleibt meist über J. bestehen
Netzartige Hypopigmentierungen Lichtexponierte Areale, v.a. Unterschenkelstreckseiten Hypomelanosis guttata idiopathica 10.4.8 Im höheren Lebensalter, F > M
Scharf begrenzte Hypopigmentierung Variabel (solitär, segmental oder systematisiert) N. depigmentosus Tab. 10.13 Seit Geburt bestehend, keine Größenprogredienz
Konfettiartig verstreute weißliche, porzellanartige Herde, Pruritus Meist am Stamm, oft genital lokalisiert (Glans, Vulva) Lichen sclerosus 8.13.11 Herde können selten bullös oder hämorrhagisch sein, cave: Entartungsgefahr in ca. 5%

Subkutane Knoten – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.50
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Weicher, gut verschieblicher Knoten, in Subkutis tastbar Variabel Lipom 11.1.4 Ggf. multipel (Lipomatose)
Prall-elastischer Knoten Oft am Kapillitium Atherom 11.1.2 Epidermoidzyste oder Trichilemmalzyste (histologische DD)
Schmerzhafte hellrote bis livid-rote glatte, tiefe Knoten, Überwärmung, später ggf. bläulich Meist Unterschenkelstreckseiten, selten obere Extremität Erythema nodosum 14.1.2 Allgemeinsymptome, Fieber. Oft nach vorausgegangenem Inf. oder medikamentanallergisch
Derber erbsgroßer Knoten, oft bräunlicher Rand Oft bei F an den Unterschenkeln Histiozytom 11.1.4 Oft nach Insektenstichen entstanden, dann meist nicht mehr rückbildungsfähig. Beim Zusammendrücken weicht Knoten in die Tiefe aus
Sehr mannigfaltig, oft gelblich-braun bei Diaskopie Variabel, oft akral Sarkoidose 16.1 Meist Systembeteiligung (v.a. Pulmo), anerge Tuberkulinreaktion, ggf. ACE
Bis pflaumengroße druckdolente rötlich-livide Knoten V.a. Unterschenkelstreckseiten Periarteriitis nodosa 21.6.4 Ggf. Multisystembeteiligung (z.B. Niere, Darm, Herz, ZNS)
Narbenähnliche, bräunliche Hautverdickung, ggf. knotig Rumpf, Schultergürtel Dermatofibrosarcoma protuberans 11.8.1 Rezidive gehäuft, mikrografische Chirurgie 25.2.3

Ulzerierte Knoten – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.51
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Perlschnurartiger Randsaum, Teleangiektasien Meist Gesicht oder andere lichtexponierte Areale BCC 11.3
Brettharte Induration, schuppig-erythematöser Rand Meist Gesicht oder andere lichtexponierte Areale Plattenepithel-Ca 11.5
Bräunlich-schwärzlich, meist knotig Variabel MM 11.6
Schnell wachsender Knoten mit sek. Ulzeration Variabel Metastase
Rotbraune ulzerierende Papel, ggf. schmierig belegt Meist Gesicht Leishmaniose 9.7.3 Heilung binnen Wo. bis 1 J., i.d.R. narbig
Gelblich krustös belegte Ulzerationen Variabel Pyodermie
Druckdolenter, ggf. ulzerierender Knoten, Fluktuation Variabel Furunkel/Karbunkel 9.3.2 Ggf. Entleerung von Eiter
Knotige, nach außen perforierende Schwellung Meist Hals Tuberculosis cutis colliquativa 9.3.16 Glasspateldruck apfelgeleeartige Farbe
Schuppige, krustige Ulzeration Variabel, oft Finger Nichttuberkulöse (atypische) Mykobakteriose 9.3.16 Glasspateldruck apfelgeleeartige Farbe

Atrophie der Haut – DifferenzialdiagnosenHautatrophie:DD.

Tab. 3.52
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Flächiges Erythem, Schuppung, Atrophie, Teleangiektasien, ggf. Follikulitiden V.a. im Gesicht bei F Kortikoderm Bei Steroidabusus über Mon.
Zigarettenpapierartige Haut, Verlust von Haaren, durchscheinende Gefäße V.a. Extremitäten Borreliose (Akrodermatitis chronica atrophicans) 9.3.20 Oft nach entzündlichem Vorstadium mit flächiger Lividverfärbung. Auf Allgemeinsymptome (Arthralgien, Herzbeschwerden, Neuropathien) achten
Fleckförmige Atrophie der Haut, ggf. Wulstbildung oder Einsenkung V.a. Stamm Anetodermie 17.3.4 Entstehung nach entzündlichem (ggf. erythematösem, urtikariellem oder bullösem) Vorstadium
Übermäßige Dehnbarkeit des Bindegewebes, Gesicht wirkt durch Schlaffheit alt Variabel, auch innere Organe betroffen Cutis laxa 17.4.1 Erblich oder erworben, lokalisiert oder generalisiert oft auch Lungenemphysem, Hernienbildung
Herde mit atrophisch glänzendem, sklerotischem Zentrum und rötlichem Randsaum (Lilac-Ring) Variabel, oft an druckexponierten Stellen oder über Varizen Zirkumskripte Sklerodermie 8.13.6 Borrelioseausschluss
Akral: Sklerodaktylie, Raynaud-Anfälle, kapillarisiertes NagelhäutchenStamm: Meist rasch fortschreitende großflächige Sklerosierung Meist akral, seltener Stamm PSS 8.13.7 Allgemeinsymptome (Dyspnoe, Herzbeschwerden, Arthralgien, Dysphagie)
Konfettiartige weißliche Skleroseherde, konfluierend Meist Stamm, häufig genitaler Befall Lichen sclerosus 8.13.11 Genital, auch im Kindesalter
Trizonal aufgebaute Herde mit zentral atrophischem Zentrum, peripherer Erythem- und Schuppensaum V.a. Gesicht, belichtete Areale Diskoider LE 8.13.2
Rot-bräunlicher Herd, zentral weißlich atrophische Aufhellung V.a. Unterschenkelstreckseiten Necrobiosis lipoidica 16.5 V.a. F, gehäuft bei Diab. mell.

Schmerzhafte Hautveränderungen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.53
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Hautfarbenes Knötchen, manchmal bräunlich Im Bereich von Amputationsstümpfen, tiefen Verletzungen Neurom 11.1.4
Blaurotes Knötchen Im Bereich von Finger- oder Zehennägeln Glomustumor 11.1.5 Kälte-, lanzinierender Berührungsschmerz
Rötlich-braunes Knötchen V.a. proximale Extremitäten Leiomyom 11.1.4 Druck-, Berührungs-, Kälteschmerz
Schmerzhafte Lipome (s.o.), unscharf begrenzt Stamm und Extremitäten, symmetrisch Lipomatosis dolorosa V.a. bei älteren F mit Depressionen
Solitäre oder flächenhafte Hyperkeratose Sonnenterrassen der Haut, v.a. Gesicht, Handrücken Aktinische Keratose 11.2.1 Berührungsempfindlichkeit, schmerzhaft bei Besonnung
Umschriebenes Knötchen Meist Kapillitium Ekkrines Spiradenom Berührungsempfindlichkeit

Weitere schmerzhafte HV: Erysipel 9.3.7, Phlegmone 9.3.9, Furunkel 9.3.2, Paronychie 9.5.2, Verruca plantaris 9.1.1, Hidradenitis suppurativa 18.2.1, Ulcus cruris arteriosum 21.5, vaskulitisches Ulkus 21.5, Ecthyma 9.3.6, Pyoderma gangraenosum 21.6.5, Aphthen 19.3.7, Calcinosis cutis 8.10.1, Druckurtikaria 12.18.5, perianale Thrombose 20.2.2

Teleangiektasien – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.54
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Disseminierte Teleangiektasien Variabel Generalisierte essenzielle Teleangiektasien Selten, Beginn im jugendlichen Alter
Teleangiektasien in aktinisch geschädigter Haut Lichtexponierte Hautareale, v.a. Gesicht Chron. Lichtschaden Meist zusätzlich aktinische Elastose, Lentigines
Teleangiektasien in atrophischem Hautgebiet, ggf. pergamentdünne Haut, ggf. Sugillationen An Arealen chron. Steroidgebrauchs, meist im Gesicht Kortikoderm Meist besteht Grunderkr., wegen derer Kortikoid angewendet wird
Teleangiektasien neben Papeln und Pusteln, Haut wirkt aufgequollen V.a. zentrofazial Rosazea 18.1.2 Alkohol und UV-Licht wirken verschlechternd
Teleangiektasien in gespannter Haut mit glänzend-atrophischer Oberfl. Gesicht, Akren Sklerodermie/CREST-Sy. 8.13.7 Deutliche Zeichen der Grunderkr.
Kleinfleckige Erytheme mit Teleangiektasien Teleangiectasia macularis eruptiva perstans 11.1.7 Sonderform der Urticaria pigmentosa, Teleangiektasien persistieren über J.
Kleine Teleangiektasien (punktartig), große Blutungsneigung Gesicht (v.a. Lippen, perioral), Zunge, Hand-, Finger-, Fußrücken Teleangiectasia hereditaria haemorrhagica (M. Osler) 21.10.1 AD. Meist im Erw.-Alter manifestierend. Beginn oft mit Nasenbluten
Teleangiektasien, Intelligenzdefekt, Kleinhirndefekt V.a. Kopf, Ellenbogen, Kniekehle, Hand- und Fußrücken Ataxia teleangiectatica 21.10.2 Manifestation im frühen Kindesalter

Trockener Mund – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.55
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Trockenheit, beginnende Verhornung der Schleimhäute, Unfähigkeit zu weinen, Hypohidrose, Sebostase, schütteres Haar, schuppende Haut Mund, Augen, Genitalschleimhäute Primäres Sicca-Sy. 8.13.10 Keine Assoziation mit weiteren Beschwerden
Wie primäres Sicca-Sy. Wie primäres Sicca-Sy. Sek. Sicca-Sy. 8.13.10 Assoziation mit PCP, PSS, SLE, Periarteriitis nodosa
Trockenheitsgefühl und mangelhafter Speichelfluss Mund, Augen Xerostomie, Xerophthalmie Assoziation mit Arzneimitteln (z.B. Antidepressiva, Antihistaminika, Hormonersatzther. bei F, Antiandrogene bei M wegen Prostata-Ca)

Erythrodermie – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.56
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Uniforme, meist schuppende Hautrötung mit generalisierter LK-Schwellung, häufig Haar- und Nagelverlust. Ps. oder Lichen planus oft noch an Nagelveränderungen zu erkennen Generalisiert, ggf. Nagelbefall oder Nagelverlust Szary-Sy., kutanes T-Zell-Lymphom 11.12.2 Ggf. Pigmentierungsneigung, Nagelverlust, Alopezie.Typisch: Hyperkeratosen an Palmae und Plantae
Ps. 14.6 Anamnese, Familienanamnese, auf Nagelveränderungen achten (Ölfleck, Tüpfelnägel, Krümelnägel)
Pityriasis rubra pilaris 14.5 Unberechenbarer Verlauf
Lichen planus 15.1.1 Auf Nagelveränderungen achten (Längsriffelung, Grübchen und Dellen, subunguale Keratosen, ggf. weißliche Streifung der Schleimhaut zu erkennen)
Ichthyosis 17.5.1
Atopisches Ekzem 12.10
Arzneimittelexanthem 12.20 Medikamentenanamnese, neu eingenommene Medikamente?
Kontaktekzem 12.9 Frage nach Kontaktstoffen, neue Salben
Alterserythrodermie 5.2 Bei alten Menschen aus dem Nichts entstandene Erythrodermie
Scabies crustosa (norvegica) 9.6.2 Nach gangartigen Strukturen suchen, Auflichtmikroskopie: Milbe als kleine dunkelbraune dreieckige Struktur sichtbar

Beinschmerz, Fußschmerz, Empfindungsstörungen – Differenzialdiagnosen.

Tab. 3.57
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Diffuse Schwellung einer Extremität Schmerzen in Wade und Fuß Phlebothrombose 21.2.4 Linderung bei Beinhochlagerung
Isolierter Schmerz, kleines Areal, Rötung, tastbarer druckdolenter Strang Im Verlauf einer oberfl. Vene Thrombophlebitis 21.2.3 Pat. sollte mit Kompressionsverband gehen
Lividverfärbung, ggf. Gangrän Zehenspitzen, Wade AVK 21.3.2 Bei Diab. mell., oft schmerzlos
Strumpfförmige Parästhesien, ggf. schmerzlose Ulzera an belasteten Arealen Unterschenkel Polyneuropathie
Anlaufschmerz in den Gelenken Gelenknah Rheumatoide Arthritis Rheumafaktor in 80% pos.
Anfallsartige Schwellung von Gelenken V.a. Großzehengrundgelenk (Podagra) Gicht 8.5 Hyperurikämie
Schmerzhafte Bewegungseinschränkung Gelenknahe Schmerzen Arthrose

Rhinitis (12.2) – DifferenzialdiagnosenRhinitis:DD.

Tab. 3.58
Befund Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Wässriges Sekret, heftiger Niesreiz, attackenartig Rhinitis allergica Saisonal (Pollen) oder perennial (z.B. Hausstaub), Typ-I-Diagn. (Prick-Test, Gesamt-IgE, spez. IgE)
Zunächst wässrig, später oft grünlich Inf. Rhinitis Kurze Anamnese, oft mit Erkältungssy. (Kopfschmerz bei NNH-Entzündung)
Wässriges Sekret Vasomotorische Rhinitis Ganzjährig, Verstärkung nach dem Aufstehen
Wie Rhinitis allergica (s.o.) Medikamentöse Rhinitis Oft nach Einnahme von ASS
Dauernde Sekretion Anatomisch bedingt Oft bei Muscheldysplasie oder Septumdeviation; sehr häufig Inf. auch der Nebenhöhlen

Konjunktivitis (12.2) – DifferenzialdiagnosenKonjunktivitis:DD.

Tab. 3.59
Befund Lokalisation Erkrankung Bemerkungen/Hinweise
Mäßige wässrige Sekretion Meist beide Augen betroffen Conjunctivitis simplex Häufigste Form, meist physikalische Ursachen oder durch Überanstrengung
Starke wässrige Sekretion Beide Augen betroffen Conjunctivitis allergica Meist durch Pollen, Tierhaare, (Augen-)Medikamente, Typ-I-Diagn. (Prick-Test, Gesamt-IgE, spez. IgE)
Wässriges Sekret, ggf. Bildung von Pseudomembranen Beginn meist an einem Auge Conjunctivitis epidemica Hochkontagiös, gestörtes Allgemeinbefinden
Bläschenbildung, Membranenbildung Beide Augen betroffen Arzneimittelreaktion 12.20 Genaue Medikamentenanamnese
Eitrige Sekretion, Symblepharon Beide Augen betroffen EEM 12.20.8, TEN 12.20.9 Hornhautbeteiligung möglich mit irreversibler Schädigung, Mundhöhle meist mitbeteiligt
Konjunktivitis, Arthritis Beide Augen betroffen M. Reiter 14.7 Auch Iritis möglich, v.a. junge M, psoriasiforme HV
Kleine Knötchen im Lidspaltenbereich, oft als Reizung empfunden Beide Augen betroffen Rosazea 18.1.2 Geschwüriger Zerfall der entzündlichen Knötchen möglich, Papulopusteln zentrofazial
Narbige Schrumpfung der Bindehaut, Symblepharonbildung Beide Augen betroffen Vernarbendes Schleimhautpemphigoid 13.3.4 Meist isolierter Schleimhautbefall

Häufige Leitsymptome und ihre Differenzialdiagnosen

Claus Oster-Schmidt

Thomas Dirschka

Roland Hartwig

  • 3.1

    Differenzialdiagnosen nach Lokalisationen 52

    • 3.1.1

      Kapillitium52

    • 3.1.2

      Gesicht56

    • 3.1.3

      Mundschleimhaut63

    • 3.1.4

      Zunge66

    • 3.1.5

      Körperstamm68

    • 3.1.6

      Hände und Füße69

    • 3.1.7

      Nägel71

    • 3.1.8

      Genitalbereich73

    • 3.1.9

      Anal- und Perianalbereich75

    • 3.1.10

      Intertrigines77

    • 3.1.11

      Lichtexponierte Areale78

  • 3.2

    Differenzialdiagnosen nach Symptomen 80

    • 3.2.1

      Erytheme80

    • 3.2.2

      Exanthem81

    • 3.2.3

      Pusteln85

    • 3.2.4

      Pruritus86

    • 3.2.5

      Dunkel pigmentierte Hautveränderungen89

    • 3.2.6

      Papel90

    • 3.2.7

      Ulkus am Unterschenkel/Fuß91

    • 3.2.8

      Knoten am Unterschenkel92

    • 3.2.9

      Lichenoide, juckende Plaque94

    • 3.2.10

      Hypo- und depigmentierte Hautveränderungen94

    • 3.2.11

      Subkutane Knoten95

    • 3.2.12

      Ulzerierter Knoten96

    • 3.2.13

      Atrophie97

    • 3.2.14

      Schmerzhafte Hautveränderungen98

    • 3.2.15

      Teleangiektasien98

    • 3.2.16

      Trockener Mund (Xerostomie)99

    • 3.2.17

      Erythrodermie100

    • 3.2.18

      Beinschmerz, Fußschmerz, Empfindungsstörungen101

    • 3.2.19

      Rhinitis/Konjunktivitis101

Differenzialdiagnosen nach Lokalisationen

Kapillitium

Haarausfall

Diagnostische Tipps (18.3.2)

  • Besteht wirklich Haarausfall oder handelt es sich nur um eine Empfindung des Pat. (Haarwechsel)? Was versteht der Pat. unter Haarausfall? Ausgefallene Haare an 5 aufeinanderfolgenden Tagen zählen lassen.

  • Ist der Haarausfall diffus oder umschrieben?

  • Familienanamnese (v.a. bei androgenetischer Alopezie); auch nach Großeltern fragen; bei F: Virilisierung, Zyklusunregelmäßigkeiten?

  • Welcher Teil des Kapillitiums ist betroffen?

  • Körperhaare ebenfalls betroffen?

  • Ist der Haarausfall vernarbend (Follikelostien zerstört, Tab. 3.1) oder nicht vernarbend (Follikelostien erhalten, Tab. 3.2)?

  • Wie sieht die Kopfhaut aus (Entzündung, Schuppung) Untersuchung im Woodlicht (Pilzinf.)?

  • Bestehen weitere Keratinisierungsdefekte (z.B. Keratosis follicularis, Ulerythema ophryogenes, Nageldefekte, Lichen planus)?

  • Besteht Haarlosigkeit seit der Geburt (N. sebaceus 11.1.1, Aplasia cutis 18.3.3, Atrichie 18.3.3)?

  • Medikamentenanamnese (z.B. Heparin, Cumarine, -Blocker, Retinoide). Berufsanamnese (Intoxikationen), Z.n. OPs, schwere Inf.

  • Schilddrüsen- und Sexualhormondiagn.

  • Ernährungsgewohnheiten (z.B. Effluvium durch Radikaldiäten).

Knoten
Tab. 3.3.

Diagnostische Tipps

  • Ist der Knoten hart (z.B. Trichilemmalzyste, Epithelioma calcificans (Pilomatrikom), Trichoepitheliom, maligner TU, Metastase) oder weich (z.B. Epidermoidzyste, Lipom)?

  • Ist ein zentraler Porus vorhanden (Epidermoidzyste)?

  • Alter des Pat. berücksichtigen (Zysten und papillomatöse Pigmentnaevi erst postpubertär).

  • Führt der Knoten zu Effluvium (Druckatrophie oder möglicher Hinweis auf infiltratives Wachstum)?

  • DD seltener knötchenartiger HV:

    • Mastozytom: Schwillt beim Reiben oder Pressen an und wird rot (Darier-Zeichen).

    • Ekkrines Spiradenom: Schmerzhaftes Knötchen, fällt v.a. beim Abtrocknen der Kopfhaut auf.

    • Leiomyom: Schmerzhaftes Knötchen mit deutlicher Kälteempfindlichkeit.

Schuppung, gerötete Kopfhaut
Kapillitium:Haarausfall, DDDifferenzialdiagnosen:nach LokalisationHaarausfall:Kapillitium, DDTab. 3.4.

Diagnostische Tipps

  • Geht Rötung über Kopfhaut hinaus (Hals, Gesicht?) Hinweis auf kontaktallergisches Ekzem, z.B. durch Haarfärbemittel, Haarshampoo.

  • Auf Retroaurikulärregion achten (hier v.a. Ps. und seborrhoisches Ekzem; Nissen? LK-Schwellung, Ekzematisation).

  • Lokalisierte schuppende Herde bei Kdr. an Mikrosporie, Favus und atopisches Kopfekzem denken.

  • Nach HV an anderen Körperstellen suchen (z.B. Prädilektionsstellen der Ps.).

  • Bei schuppenden HV stets mykologische Kultur anlegen (Haar ausreißen und ins Nährmedium einbringen), zusätzlich Nativpräp.

  • Typ-I-Diagn. (Prick-Test, CAP-FEIA/RAST-Test, IgE-Bestimmung), bei V.a. atopisches Kopfekzem.

  • Typ-IV-Diagn. (Epikutantest), bei V.a. kontaktallergisches Kopfekzem.

Gesicht

Entzündungen
Knoten:Kapillitium, DD Kapillitium:Knoten, DD

Diagnostische Tipps

  • Immer nach Kontaktstoffen fragen (welche Cremes/Salben werden weshalb angewendet?).

  • Besteht eine epidermale Beteiligung (Schuppung, Bläschen)? Hinweis auf Ekzemerkr.

  • Besteht ein Ödem der Dermis und des Unterhautgewebes? Hinweis auf Urtikaria oder Quincke-Ödem.

  • Besteht eine randständige Betonung? Hinweis auf Tinea.

  • Wird die Erkr. durch Licht ausgelöst oder verschlimmert? Hinweis auf Lichtdermatose (10.3).

  • Augenlider, Retroaurikulärregion betroffen? Hinweis auf atopisches, seborrhoisches Ekzem, allergisches Kontaktekzem Prick-Test, Bestimmung Gesamt-IgE/spez. IgE, Epikutantest.

  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Teleangiektasien an Nagelfalzgefäßen Hinweis auf Kollagenose (SLE, Dermatomyositis) 8.13.

Entzündungen mit follikulärer Bindung (Entzündung spielt sich am Haarfollikel ab)
Schuppung:Kapillitium, DDKapillitium:Schuppung, DDTab. 3.5.
Flächige Rötung im Gesicht
Kapillitium:gerötete Kopfhaut, DDTab. 3.6.
Umschriebene Rötung im Gesicht
Gesicht:Entzündungen, DDEntzündung(en):Gesicht, DDTab. 3.7.
Rote Nase
Tab. 3.8.

Diagnostische Tipps

  • Genaue Analyse der Farbe (rot/rosa LE, Rosazea; livid Lupus pernio, braun/gelb Lupus vulgaris).

  • Glasspateldruck apfelgeleeartige Eigenfarbe bei granulomatöser Erkr., aber oft auch bei Rosazea.

  • Wurden Steroide angewendet, wenn ja, wie lange? kaschieren oft das Bild; Verschlimmerung nach Absetzen.

  • BCC versteckt sich oft in Rosazea-Nase.

Pigmentierungen im Gesicht
Gesichtsrötung:flächige, DDTab. 3.9.
Lippenschwellung
Tab. 3.10.

Diagnostische Tipps

  • Einseitig (eher Melkersson-Rosenthal-Sy.) oder beidseitig (eher Quincke-Ödem)?

  • Ist das Epithel verändert (Rötung, Schuppung, Nässen)? Hinweis auf Ekzemerkr.

Lippenekzem
Gesichtsrötung:umschriebene, DDTab. 3.11.

Diagnostische Tipps

  • Immer mykologische Kultur anlegen und bakt. Abstrich anfertigen.

  • Diagn. auf Typ-I-Allergie (Prick-Test, Bestimmung Gesamt-IgE/spez. IgE); Diagn. auf Typ-IV-Allergie (Epikutantest).

  • Auf Lichtschäden im Gesicht achten.

Lippenpigmentierung
Nase, rote, DDTab. 3.12.
Lippenulkus
Gesichtspigmentierungen, DDTab. 3.13.

Diagnostische Tipps

  • Akut: Herpes simplex, EEM, Impetigo, syphilitischer Primäraffekt.

  • Chron.: BCC, Plattenepithel-Ca, Lichen planus.

Mundschleimhaut

Lippenschwellung, DD

Diagnostische Tipps

  • Optimale Beleuchtung sicherstellen.

  • Schleimhaut, Zunge, Zähne und Rachen inspizieren (vorher Zahnprothese erausnehmen lassen).

  • Submentale LK palpieren.

Erosion
Lippenekzem:DDTab. 3.14.
Ulzeration
Lippenpigmentierung, DDTab. 3.15.
Weißliche Schleimhautveränderung (Leukoplakie)
Lippenulkus, DDMundschleimhaut:Erosionen, DDErosion(en):Mundschleimhaut, DDTab. 3.16.

Diagnostische Tipps

  • Wegwischbar? Hinweis auf Candidose.

  • Tastbefund erheben. Brettharte Induration spricht für Ca.

  • Streifige Veränderungen: Lichen planus.

Zunge

Zungenbeläge
Ulzeration(en):Mundschleimhaut, DDTab. 3.17.
Zungenverfärbung
Schleimhautveränderung, weißliche"\t"Siehe LeukoplakieTab. 3.18.
Veränderungen des Zungenreliefs oder der -konsistenz
Mundschleimhaut:Leukoplakie, DDTab. 3.19.

Körperstamm

Schuppung
Zungenbeläge, DDZungenverfärbung, DDTab. 3.20.

Hände und Füße

Diagnostische Tipps

  • Berufsanamnese,

  • immer Schuppen für mykologisches Nativpräp. und mykologische Kultur entnehmen,

  • Diagn. auf Typ-I-Allergie (Prick-Test, CAP-FEIA/RAST, Gesamt-IgE), Diagn. auf Typ-IV-Allergie (Epikutantest),

  • PE erbringt meistens keinen Beitrag zur DD.

  • Kommt Pat. wegen HV an den Händen, auch immer Füße ansehen und umgekehrt. Beides betroffen: Spricht für endogenen Auslöser.

Schuppung
Zungenreliefveränderungen, DDZungenkonsistenzveränderungen, DDTab. 3.21.
Bläschen
Körperstamm, Schuppung, DDTab. 3.22.

Nägel

Tab. 3.23.

Diagnostische Tipps

  • Immer Nagelmaterial z.A. einer Nagelmykose abnehmen, Nativpräp. und mykologische Kultur anlegen (cave: Bei Anbehandlung sind Tests erst nach 14 d Behandlungsfreiheit aussagekräftig und sinnvoll).

  • Berufsanamnese: Feuchtarbeit begünstigt Nagelerkr.

  • Auf Erkr. achten, die mit Nagelveränderungen assoziiert sein können: Ps., Pityriasis rubra pilaris, Lichen planus, Alopecia areata, M. Darier, TEN (Tab 18.7, Tab. 18.8, Tab. 18.9).

  • Auf interne Erkr. achten: Z.B. Eisen-, Vitaminmangel.

Subunguale Pigmentierung
Hände:Schuppung, DDFüße:Schuppung, DDSchuppung:Hände, DDTab. 3.24.

Diagnostische Tipps

  • Auflichtmikroskopie, wenn kein sicherer Ausschluss eines MM.

  • Bei längerem Bestand ( 6 Wo.) einer schwärzlichen Nagelverfärbung immer PE durchführen. Hinweise auf MM: Unregelmäßige braune bis schwarze Längsstreifen, braune bis schwarze Pigmentierung des Nagelfalzes (Mikro-Hutchinson-Zeichen).

  • Longitudinale bräunliche Streifung bis zum (histologischen) Beweis des Gegenteils immer als MM ansehen, unbedingt durch PE abklären.

Schmerzhafter Nagel
Bläschen:Hände, DDTab. 3.25.

Genitalbereich

Rötliche Veränderung an der Glans penis
Tab. 3.26.

Diagnostische Tipps

  • Mykologisches Nativpräp. und Kultur anlegen; bakt. Abstrich; Stuhl auf Hefen untersuchen.

  • Diagn. auf Typ-I-Allergie (Gesamt-IgE/spez. IgE bestimmen); Diagn. auf Typ-IV-Allergie (Anamnese, Epikutantest).

  • Bei nicht heilenden Veränderungen immer PE z.A. Malignität vornehmen.

  • Partneruntersuchung.

Anal- und Perianalbereich

Pigmentierung(en):subunguale, DDNagel:schmerzhafter, DDTab. 3.27.
Perianaler Knoten

Intertrigines

Glans penis, rötliche Veränderung, DDTab. 3.29.

Diagnostische Tipps

  • Mykologisches Nativpräp. und Kultur anlegen, bakt. Abstrich, Stuhl auf Hefen untersuchen.

  • Bei nicht heilenden Veränderungen PE z.A. Malignität vornehmen.

Lichtexponierte Areale

Perianalregion:Veränderungen, DDAnalbereich:Veränderungen, DDTab. 3.30.

Diagnostische Tipps

  • Lichttreppe und Fotoprovokation durchführen, bei pos. Reaktion (z.B. Rötung, Schuppung, Infiltration) PE.

  • Medikamentenanamnese (fotosensibilisierende Präp.?).

  • Kollagenose (8.13) ausschließen.

Differenzialdiagnosen nach Symptomen

Erytheme

Knoten:perianaler, DDBzgl. Intertrigines:Veränderungen, DDfigurierter Erythme Tab. 3.31, bzgl. mulitiformer Erytheme Tab. 3.32.

Exanthem

Areal(e):lichtexponierte, Hautveränderungen, DD

Diagnostische Tipps

Ein Exanthem ist stets symmetrisch angeordnet und endogen (also nie durch äußere Kontaktstoffe) ausgelöst; es tritt generalisiert oder großflächig disseminiert auf. Es kann sämtliche Effloreszenzen (makulös, papulös, pustulös) umfassen. Ätiol.: Viral, bakt., infekt-, medikamentenallergisch, durch Nahrungsmittel.

Diagnostisches Vorgehen

  • Anamnese (v.a. Arzneimittel, Kinderkrankheiten), AZ?

  • Körperliche Unters. (Ausdehnung, Mundraum Enanthem? Temp.-Kontrolle):

    • Virusexanthem: Ausbreitung eher vom Stamm auf Extremitäten.

    • Arzneimittelexanthem: Ausbreitung eher von Extremitäten auf Stamm.

  • Diff.-BB: Virusexanthem Leukopenie bei relativer Lymphozytose.

  • Bei V.a. infektiöse Mononukleose Abdomen-Sono (Splenomegalie?).

Nach den Effloreszenzen unterscheidet man urtikarielle (Tab. 3.33), vesikulöse/bullöse (Tab. 3.34), makulöse (Tab. 3.35), makulosquamöse (Tab. 3.36) und papulöse Exantheme (Tab. 3.37).

Pusteln

Exanthem:DDMan unterscheidet disseminierte (Tab. 3.38) und umschriebene Pusteln (Tab. 3.39).

Pruritus

Diagnostische Tipps

  • Wie kratzt der Pat.?

    • Herauslöffeln der HV, bis es blutet Prurigo simplex subacuta,

    • flächiges Reiben auf der Haut Urtikaria,

    • Kratzen mit den Fingernägeln oder Werkzeugen atopisches Ekzem,

    • unerträglicher Pruritus, der in ein schmerzhaftes Brennen übergeht Dermatitis herpetiformis Duhring (Bläschen werden meist sofort vom Pat. exkoriiert).

  • Heller Pruritus bei mehreren eng zusammenlebenden Personen Skabies.

  • Pruritus ohne HV innere Auslöser (v.a. Leber, Niere untersuchen), Medikamente.

  • Bei unklarem Pruritus nach malignem TU suchen.

Pruritus, generalisiert
Pruritus bei Hauterkrankungen
Pustel(n):DDTab. 3.41.
Pruritus am weiblichen Genitale
Pruritus:DDPruritus:generalisierter, DDTab. 3.42.
Pruritus in der Anal-/Perianalregion
Pruritus:Hauterkrankungen, DDHauterkrankung(en):Pruritus, DdTab. 3.43.

Dunkel pigmentierte Hautveränderungen

Pruritus:weibliches Genitale, DDGenitale:weibliches, Pruritus, DDTab. 3.44.

Diagnostische Tipps

  • ABCDE-Regel konsequent anwenden (11.6.2).

  • Hautrelief erhalten? Benignitätskriterium.

  • Glänzt die Oberfl.? Hinweis auf Atrophie, Zerstörung der Reteleisten.

  • Auflichtmikroskopie durchführen (2.1.4).

  • Anamnestische Angaben des Pat. sind oft nicht sehr zuverlässig (z.B. über zeitlichen Verlauf, Befundänderungen).

  • !

    Bei V.a. MM möglichst keine PE durchführen Gefahr der Tumorzellverschleppung.

Papel

Pruritus:Analregion, DDTab. 3.45.

Ulkus am Unterschenkel/Fuß

Pruritus:Perianalregion, DDPerianalregion:Pruritus, DDAnalbereich:Pruritus, DDTab. 3.46.

Diagnostische Tipps

  • Lokalisation beachten (medial eher venöse Genese, lateral oder akral eher art. Genese).

  • Schmerzhaftigkeit (venös nicht/wenig, art. sehr schmerzhaft, vaskulitische Ulzera oft unerträgliche Schmerzen).

  • Rand beachten: Livider, leicht erhabener Rand oft bei vaskulitischen Ulzera.

  • Schmerzlose Ulzera z.B. in (fehl)belasteten Arealen (Malum perforans), oft bei Diab. mell. (Polyneuropathie, Mikroangiopathie).

Knoten am Unterschenkel

Hautveränderung(en):dunkel pigmentierte, DDPapel(n):DDTab. 3.47.

Lichenoide, juckende Plaque

Ulkus:Fuß, DDUlkus:Unterschenkel, DDTab. 3.48.

Hypo- und depigmentierte Hautveränderungen

Unterschenkel:Ulkus, DDFüße:Ulkus, DDKnoten:Unterschenkel, DDUnterschenkel:Knoten, DDTab. 3.49.

Subkutane Knoten

Plaque, lichenoide, juckende, DDTab. 3.50.

Ulzerierter Knoten

Atrophie

Hautveränderung(en):hypopigmentierte, DDHautveränderung(en):depigmentierte, DDTab. 3.52.

Schmerzhafte Hautveränderungen

Knoten:subkutane, DDTab. 3.53.

Teleangiektasien

Knoten:ulzerierter, DDTab. 3.54.

Trockener Mund (Xerostomie)

Atrophie:DDTab. 3.55.

Diagnostische Tipps

  • Diagnosesicherung durch Schirmer-Test (8.13.10).

  • Ausschluss einer Kollagenose (Anamnese, Klinik, Auto-AK ANA, AMA, ASMA, ENA, anti-Doppelstrang-DNA); v.a. SS-A (Ro), SS-B (La) pos.

  • Speicheldrüsen-TU ausschließen.

  • Medikamentenanamnese (z.B. Antidepressiva).

Erythrodermie

Hautveränderung(en):schmerzhafte, DDDef.: Generalisierte Rötung der Haut durch Ausbreitung zuvor bestehender Teleangiektasien:DDDermatosen (von Kopf bis Fuß). Gemeinsame Endstrecke ätiol. verschiedenartiger Erkr. (Tab. 3.56). Auch idiopathisch möglich. Bild der Xerostomie:DDggf. zugrunde liegenden Erkr. ist unter der generalisierten Hautrötung verschleiert und Erythrodermie(n):DDdie Erkr. deshalb i.d.R. nicht mehr nachweisbar. Schweres, ggf. vital bedrohliches Krankheitsbild durch Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste. Übergang in EEM möglich. Bei vorbestehender Dermatose günstiger als bei hämatologischer Grunderkr.

Beinschmerz, Fußschmerz, Empfindungsstörungen

Tab. 3.57

Diagnostische Tipps

  • Art. und venösen Doppler durchführen.

  • Bei V.a. tiefe Beinvenenthrombose Duplex-Sono oder Pressphlebografie durchführen.

  • Bei unklarem Beinschmerz immer Beine röntgen.

Rhinitis/Konjunktivitis

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