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B978-3-437-22301-3.10001-X

10.1016/B978-3-437-22301-3.10001-X

978-3-437-22301-3

BtM-RezeptBetäubungsmittelrezept.

Rezepturbeispiele.

Tab. 1.1
Beispiel 1: Clioquinol 2,0
Ungt. emulsificans aquosum ad 100,0
Sign.: 2% Clioquinol-Salbe 2 tgl. dünn auftragen
Zu (ad) insgesamt 100 g Salbengrundlage (Ungt. emulsificans aquosum) wird der Wirkstoff (Clioquinol) mit 2 Anteilen gemischt Salbe mit 2%iger Konzentration
Beispiel 2: Ichthyol pur 1,0
Ungt. molle
Pasta zinci mollis aa ad 50,0
Sign.: 2% weiche Ichthyol-Paste zur Nacht dünn auftragen

Das Präp. setzt sich zu gleichen Teilen (aa) aus zwei verschiedenen Grundlagen (Ungt. molle und Pasta zinci mollis) zusammen. Der Wirkstoff (Ichthyol) wird mit einem Anteil zur Gesamtmenge von 50 g Grundlage gemischt auch hier 2%ige Konzentration

GiftinformationszentralenGiftinformationszentralen.

Tab. 1.2
Ort Telefon Fax Internet E-Mail
Berlin 030/19240 bzw. 45063555 030/30686721 bzw. 45053909 www.giftnotruf.de mail@giftnotruf.de oder berlintox@giftnotruf.de
Bonn 0228/19240 oder 2873211 0228/2873314 www.med.uni-bonn.de/giftzentrale gizbn@ukb.uni-bonn.de
Erfurt 0361/730730 0361/7307317 www.ggiz-erfurt.de info@ggiz-erfurt.de
Freiburg 0761/19240 oder 2704361 0761/2704457 www.ukl.uni-freiburg.de/kinderkl/viz/homede oder www.giftberatung.de giftinfo@kkl200.ukl.uni-freiburg.de oder giftinfo@uniklinik.freiburg.de
Göttingen 0551/19240 oder 383180 (Fachpersonal) 0551/3831881 www.giz-nord.de giznord@giz-nord.de
Homburg/Saar 06841/19240 oder 162800 06841/1628438 www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/andere/giftzentrale info@uniklinikum-saarland.de
Mainz 06131/19240 oder 232466 06131/232469 www.giftinfo.uni-mainz.de mail@giftinfo.uni-mainz.de
München 089/19240 089/41402467 www.toxinfo.org tox@lrz.tum.de
Nürnberg 0911/3982451 0911/3982999 www.giftinformation.de giftnotruf@klinikum-nuernberg.de
Wien (0043) 14064343 (0043) 1404004225 www.meduniwien.ac.at/viz viz@meduniwien.ac.at
Zürich (0041) 12515151 (0041) 12528833 www.toxi.ch info@toxi.ch

Tipps für Station, Ambulanz und Praxis

Jörg Braun

Claus Oster-Schmidt

Thomas Dirschka

  • 1.1

    Erfordernis stationärer Behandlungen 2

  • 1.2

    Patientenaufnahme 2

  • 1.3

    Rezept 2

    • 1.3.1

      Rezeptausstellung2

    • 1.3.2

      Magistrale dermatologische Rezeptur3

    • 1.3.3

      Betäubungsmittelrezept3

    • 1.3.4

      T-Rezept (Sonderformular)5

  • 1.4

    Entlassung des Patienten 5

  • 1.5

    Sterben und Tod eines Patienten 5

    • 1.5.1

      Der sterbende Patient5

    • 1.5.2

      Totenbescheinigung (Leichenschauschein)6

    • 1.5.3

      Obduktion6

  • 1.6

    Aufklärungspflicht 6

  • 1.7

    Probleme im Arbeitsalltag 7

    • 1.7.1

      Nadelstichverletzung7

    • 1.7.2

      Der psychisch Kranke8

  • 1.8

    Die häufigsten ICD-Nummern 9

  • 1.9

    Die wichtigsten OPS-Ziffern 11

  • 1.10

    Giftinformationszentralen 11

Erfordernis stationärer Behandlungen

Grundsatz: Ambulant vor stationär!
Indikationen für die stationäre Aufnahme:Patientenaufnahme, stationäre:Indikationen
  • Schwere generalisierte Hauterkr., die ambulant nicht mehr beherrschbar sind, z.B. Ps. pustulosa generalisata [14.6.5],

  • Schwere Erkr. (z.B. akute/subakute Blutung und/oder interventionsbedürftiger Hämoglobinabfall,

  • Notwendigkeit einer intensiven Behandlung (z.B. kontinuierliche oder intermittierende i.v. Medikamentengabe),

  • Ausbleiben des Erfolgs, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit der amb. Ther.,

  • schwerwiegende Systemerkr. bei Diagn. und Ther.-Beginn (z.B. beim SLE [8.13.4]),

  • geplante umfangreiche diagn. Maßnahmen, z.B. zur Aufdeckung einer Systemerkr.,

  • Notwendigkeit operativer, invasiver Maßnahmen, die unstrittig nicht ambulant erbracht werden können (z.B. freie Lappenplastiken bei Gerinnungsstörungen),

  • Komorbiditäten in Verbindung mit OPs oder krankenhausspez. Maßnahmen (z.B. manifeste Herzinsuff. NYHA III/IV),

  • Notwendigkeit intensiver Betreuung in Verbindung mit OPs oder anderen krankenhausspez. Maßnahmen (z.B. kathetergestützte Schmerzther.),

  • allergologische Testungen in Notfallbereitschaft, z.B. Medikamententestung,

  • Einleitung einer Insektengifthyposensibilisierung,

  • soziale Faktoren, aufgrund derer eine medizinische Versorgung des Pat. nicht möglich wäre, in Verbindung mit OPs oder krankenhausspez. Maßnahmen (z.B. fehlende Kommunikationsmöglichkeit, da Pat. z.B. alleine lebt und kein Telefon erreichen kann).

Patientenaufnahme

Nach der Aufnahmeuntersuchung müssen festgelegt werden
  • Patientenaufnahme, stationäreBettruhe (absolute Ind.), z.B. Lungenembolie, TEN,Patient:stationäre Aufnahme"\t"Siehe Patientenaufnahme, stationäre

  • Diät (z.B. Diab. mell., Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Hypertonie, Niereninsuff., Urtikaria),

  • parenterale Ernährung (z.B. TEN),

  • Thromboseprophylaxe 24.16,

  • besondere Medikation (z.B. Schmerz-, Schlaf-, Abführmittel, Psychopharmaka, Magenschutz),

  • Pat. oder Angehörige fragen, ob eine Patientenverfügung besteht.

Anamnese 2.1.2.

Rezept

Rezeptausstellung

RezeptausstellungRezeptVerschreiben dürfen Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte. Rezepte sind Urkunden. Eigenmächtige Änderungen können als Urkundenfälschung geahndet werden.
Ein Rezept umfasst:
  • Name, Anschrift und Berufsbezeichnung des Verschreibenden (Stempel) und Datum,

  • das Kürzel Rp. (üblich, jedoch nicht vorgeschrieben),

  • Name des Präp., Arzneiform (z.B. Tbl., Supp.), Menge (z.B. 1 mg) pro abgeteilter Arzneiform und Stückzahl (z.B. N 1 kleinste Packung),

  • Anweisungen zur Einnahme (z.B. 3/d),

  • Vor-, Zuname, Krankenkasse und Adresse des Pat.,

  • Gültigkeitsdauer der Verschreibung (bei Fehlen dieser Angabe ist die Gültigkeit automatisch 3 Mon. ab Ausstellungsdatum),

  • eigenhändige Unterschrift.

  • Vordrucke nur für gesetzliche Krankenkassen- und BtM-Rezepte Vorschrift.

Magistrale dermatologische Rezeptur

Rezeptur(en):magistraleVom Apotheker hergestellte Arzneimittel. Genaue Angaben über Wirkstoffe, Grundlagen, Konzentrationen bzw. Mischungsverhältnisse und Anweisung zum Gebrauch des Präp. (Sign.) erforderlich.
Rezepturbeispiele Tab. 1.1.

Betäubungsmittelrezept

Abb. 1.1.
  • BetäubungsmittelrezeptListe der BtMVV-(Betäubungsmittelverschreibungsverordnung-)pflichtigen Medikamente z.B. in den violetten Seiten der Roten Liste.

  • Die Verordnung für einen Pat. ist als Praxisbedarf und Stationsbedarf möglich.

  • 3-teiliges amtliches Formular des BfArM bei Bundesopiumstelle, Postfach 330013, 14191 Berlin anfordern; bei Erstanforderung Approbationsurkunde beilegen.

  • Auf allen 3 Durchschlägen des BtM-Rezepts muss dauerhaft (Hand- oder Maschinenschrift) und übereinstimmend, aber nicht eigenhändig vermerkt werden:

    • Name, Vorname und Anschrift des Pat., Datum (Rezept ist innerhalb von 7 d einzulösen),

    • Name des Verschreibenden, Berufsbezeichnung, Anschrift (mit Tel.-Nr., Stempel möglich); ggf. Name bzw. Bezeichnung des Krankenhauses bzw. der anfordernden Station; vollständige Anschrift; Ausstellungsdatum,

    • Handelsname, Darreichungsform (z.B. Tabl., Supp.),

    • BtM-Menge pro Packungseinheit (in g oder mg) und die Stückzahl (in arab. Ziffern und in Worten wiederholt),

    • Gebrauchsanweisung (z.B. 3 1), alternativ: Gemäß schriftlicher Anweisung.

  • Handschriftlich muss erfolgen: Unterschrift des Arztes; ggf. der Zusatz: In Vertretung.

  • Für einen Pat. dürfen 2 verschiedene BtM bis zur Höchstmenge auf einem BtM-Rezept verschrieben werden (max. der Bedarf für 30 d, Ausnahmen möglich), in begründeten Einzelfällen auch mehrere.

  • Besonderen Einzelfall durch den Buchstaben A kennzeichnen, eine Substitution durch S, ein Notfall durch N (kann zunächst auf Normalrezept mit Vermerk Notfall-Verschreibung verordnet werden; BtM-Rezept aber baldmöglichst nachreichen).

  • Verbleib des BtM ist auf Karteikarten nach amtlichem Formblatt nachzuweisen; die Unterlagen sind 3 J. aufzubewahren.

T-Rezept (Sonderformular)

  • Für T-RezeptVerordnung thalidomid- oder lenalidomidhaltiger Fertigarzneimittel u. Rezepturen.

  • Wird durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, www.bfarm.de) ausschließlich an Ärzte mit ausreichender Sachkenntnis abgegeben, die zudem versichern, alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

  • Gültigkeit: 6 d nach Ausstellung.

  • Arzt muss auf Rezept angeben, ob die Verordnung innerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete oder im Off-label use erfolgt.

  • Das Formular trägt eine fortlaufende T-Rezeptnummer, Apotheken müssen die Durchschriften vierteljährlich an das T-Register beim BfArM übermitteln.

  • Andere Arzneimittel dürfen auf dem T-Rezept nicht verordnet werden.

Entlassung des Patienten

Folgende Probleme müssen geklärt sein:Patientenentlassung
  • Transportmöglichkeit (auf Verkehrstüchtigkeit achten),

  • Angehörige oder ggf. Heimleitung verständigen,

  • rechtzeitige Organisation eines Heimplatzes oder einer häuslichen Pflege bei entsprechender Notwendigkeit,

  • Medikamentenversorgung,

  • Arztbrief, mind. Kurzarztbrief, an den direkt weiterbehandelnden Arzt, ggf. auch telefonische Rücksprache bzw. ggf. Termin mit der weiterbehandelnden Sprechstunde im Haus.

Bei Entlassung zum Wochenende auf ausreichende Versorgung des Pat. mit Medikamenten und Verbandsmaterialien achten!

Sterben und Tod eines Patienten

Der sterbende Patient

Patient:sterbenderLiegt ein Pat. im Sterben, folgende Fragen überprüfen:
  • Wünsche des Pat. (z.B. Testament, Angehörige noch einmal sehen, zu Hause sterben).

  • Besteht eine Patientenverfügung? Inhalte der Patientenverfügung stellen eine Willensbekundung des Pat. dar, der Folge zu leisten ist.

  • Besteht eine ausreichende Schmerzmedikation?

  • Sind unnötige diagn. Untersuchungen und Ther. abgesetzt?

  • Ist ein Hinweis, keine Reanimation vorzunehmen, schriftlich in der Krankenakte oder am Bett fixiert?

  • Sind die Angehörigen und ggf. der Hausarzt informiert?

  • Ist der Beistand durch einen Seelsorger erwünscht?

  • Ist alles getan, damit der Pat. in Ruhe (Einzelzimmer) und würdevoll sterben kann?

Diagnosekriterien des klinischen Todes
  • Tod, klinischer, DiagnosekriterienPulslosigkeit, Atemstillstand, Bewusstlosigkeit, weite reaktionslose Pupillen.

  • Sichere Todeszeichen: Totenflecken (nach 0–4 h, rotviolette Flecken, v.a. in abhängigen Körperpartien, die nach spätestens 24 h nicht mehr wegdrückbar sind), Leichenstarre (nach 2–6 h, schreitet vom Kopf zur Peripherie hin fort und löst sich nach 2–3 d).

Totenbescheinigung (Leichenschauschein)

TotenbescheinigungLeichenschauscheinLandesrechtliches Dokument. Wird von dem Arzt ausgefüllt, der die Leichenschau (möglichst innerhalb von 24 h nach dem Tod) vornimmt. Das Formular besteht aus einem offenen Teil für amtliche Zwecke und einem vertraulichen Teil mit medizinischen Angaben zur Todesursache (Grundlage der amtlichen Todesursachenstatistik).
Inhalt:
  • Personalien des Toten, Todesfeststellung, Todeszeitpunkt.

  • Todesart (erfordert Kenntnisse der Vorgeschichte). Falls eine übertragbare Krankheit im Sinne des Infektionsschutzgesetzes vorlag, muss der Amtsarzt im örtlichen Gesundheitsamt benachrichtigt werden.

  • Todesursache: Ist diese unklar (z.B. unbekannter Pat.) oder haben Gewalt, Verletzungen, Suizid, Alkohol, Vergiftung, Vernachlässigung, OP oder Anästhesie eine Rolle gespielt (V.a. unnatürliche Todesursache), Staatsanwalt informieren.

Totenschein nur unterschreiben, wenn mind. ein sicheres Todeszeichen vorhanden ist und eine Untersuchung am komplett unbekleideten Körper möglich war!

Obduktion

ObduktionEine Obduktion erfolgt nur nach Einwilligung der Angehörigen, evtl. auch nach Ablauf einer 24-h-Frist, innerhalb derer die Angehörigen Einspruch erheben können. Näheres regelt der Krankenhausbehandlungsvertrag zwischen Pat. und Krankenhausträger. Erzwingbar ist die Obduktion bei Seuchenverdacht (nach amtsärztlichem Gutachten!) und vor einer Feuerbestattung, sofern die Todesursache nicht anders geklärt werden kann. Die gerichtliche Sektion wird vom Staatsanwalt beantragt. Berufsgenossenschaften können zur Klärung eines Kausalzusammenhangs zwischen Arbeitsunfall und Tod eines Versicherten eine Obduktion verlangen. Eine versorgungsrechtlich begründete Obduktion kann auch vom Stationsarzt im Einverständnis mit den Angehörigen angeordnet werden, um die spätere Beweislage der Hinterbliebenen zu verbessern.

Aufklärungspflicht

AufklärungspflichtPat. muss grundsätzlich über alle relevanten Umstände seiner Erkr. und deren Ther.-Möglichkeiten aufgeklärt werden. Hiervon hängt die juristische Wirksamkeit der Einwilligung zu einem ärztlichen Eingriff ab. Es ist notwendig, mit Ausnahme von Notfällen, mind. 24 h vor dem Eingriff die Aufklärung vom Pat. (durch einen Erziehungsberechtigten bzw. den gesetzlichen Vertreter) durch Unterschrift bestätigen zu lassen oder vor Zeugen vorzunehmen, da in fast allen Arzthaftungsprozessen der Arzt beweisen muss, dass der Pat. hinreichend aufgeklärt wurde (25.1.2)!

Über 50% der Schadensersatzprozesse gegen Ärzte begründen sich darauf, dass dem Arzt der Vorwurf einer unzureichenden/nicht ordnungsgemäßen Aufklärung gemacht wird!

Die Aufklärung betrifft:
  • Dermatochirurgische Eingriffe (OP, Laser- oder Kryochirurgie),

  • ästhetische Maßnahmen (z.B. Botulinumtoxin, Faltenther.),

  • Systemther. (z.B. Chemotherapeutika, Retinoide),

  • diagn. Maßnahmen (z.B. CT, Gastroskopie),

  • Beratung bzgl. Behandlungsalternativen.

Bei ästhetischen Maßnahmen und Eingriffen wird ein erhöhtes Maß an Beratung und Aufklärung gefordert. Pat. muss hinreichend Zeit gegeben werden, sich mit weiteren Personen (Angehörigen, Ärzten) zu beraten.

Probleme im Arbeitsalltag

Nadelstichverletzung

Vorgehen nach Verletzung mit kontaminierter Nadel (Hepatitis oder HIV)
Nadelstichverletzung(en)

Jede Praxis/Klinik sollte über eine schriftlich fixierte Behandlungsrichtlinie und einen verantwortlichen Ansprechpartner verfügen.

Vermeidung von Nadelstichverletzungen
  • Einsatz stichsicherer Nadeln (z.B. Safety-Kanüle für S-Monovette Sarstedt [Nümbrecht]), Butterfly-Kanülen (z.B. ECOFLO), Venenverweilkanülen etc.,

  • Tragen von Nitril-Schutzhandschuhen (kein Latex wegen Allergierisiko),

  • Nadelabwurfbehälter in der Nähe der Anwendung entsorgungspflichtiger Systeme.

Übertragungsrisiken
Übertragungswahrscheinlichkeit für
  • HBV: 30%,

  • HCV: 3%,

  • HIV: 0,3%.

Vorgehen
  • Einstichstelle gründlich mit Wasser und Seife oder alkoholischer Lsg. reinigen.

  • Blutfluss durch Druck auf das umliegende Gewebe fördern.

  • Chir. Wundversorgung, großzügige Desinfektion (z.B. Fingerbad in alkoholischer Lsg.), Nadel ggf. für mikrobiologische Unters. asservieren. Immer D-Arzt-Bericht.

  • Blutabnahme bei Pat. und Betroffenem; Hepatitis-Serologie, HIV-Test (Impfstatus des Empfängers und Infektiosität des Spenders).

  • Infektionsdosis (blutgefüllte Nadel >> Lanzette >> Spritzverletzung) ermitteln; Krankheitsstadium des Pat. dokumentieren (höheres Übertragungsrisiko bei aktiver Hepatitis B/C bzw. AIDS-Vollbild).

  • Nach Inokulation (penetriertem Kontakt) HIV-pos. Materials möglichst schnell mit Kombinationsther. beginnen.

  • Hepatitis-B-Impfstatus erfragen.

  • Impfung existiert nicht ggf. simultane Aktiv-Passiv-Immunisierung innerhalb von 24 h.

  • Anti-HBc, Anti-HCV-AK sofort, nach 6 und 12 Wo. kontrollieren.

  • D-Arztverfahren und ggf. Meldung beim Betriebsarzt.

Prophylaxe
  • Konsequentes Tragen von virusdichten Handschuhen bei jedem möglichen Kontakt mit Körpersekreten.

  • Mundschutz und ggf. Schutzbrille bei möglicher Entstehung von Spritzern.

  • Kein Zurückstecken gebrauchter Nadeln in die Schutzkappe, sondern sofortiges Abwerfen in geeignete Container, kein Biegen oder Brechen gebrauchter Nadeln oder Skalpelle.

  • Auch wenn Speichel zu keiner HIV-Übertragung führen dürfte, Notwendigkeit zur Mund-zu-Mund-Beatmung, z.B. durch Gesichtsmasken, Ambu-Beutel, minimieren.

  • Nach Nadelstich muss bis zum Beweis des Gegenteils von potenzieller Infektiosität ausgegangen werden Safer Sex, keine Blut- oder Organspenden.

Der psychisch Kranke

Patient:psychisch krankerDie rechtliche Möglichkeit der sofortigen Unterbringung eines psychisch Kranken ohne vorherige Anordnung des Amtsgerichts erfolgt nach dem Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG). Ohne den Willen des Betroffenen erfolgt die Unterbringung, wenn dieser zur Bildung eines natürlichen Willens nicht fähig ist oder Selbst- bzw. Fremdgefährdung vorliegt. Die materiellen und verfahrensrechtlichen Grundlagen differieren innerhalb der einzelnen Bundesländer, mitunter bestehen erhebliche praktische Unterschiede in Städten desselben Bundeslandes!

Die fehlende Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, rechtfertigt nicht die Zwangseinweisung.

Die Durchführung obliegt meist dem Ordnungsamt oder der Polizei, gelegentlich auch dem Bereitschaftsdienst des sozialpsychiatrischen Dienstes. Dabei sind regionale Ausnahmen möglich. Die Polizei ist verpflichtet, der zuständigen Behörde Amtshilfe zu leisten. Meist wird von den Behörden ein (fach-)ärztliches Gutachten vom selben Tag verlangt.
Mögliche Diagnosen (Vordruck für die sofortige Unterbringung nach 17 PsychKG): Psychische Störung, Psychose, Suchtkrankheit, Schwachsinn; außerdem Aussage über Eigen- oder Fremdgefährdung eintragen.
Die Ländergesetze sehen vor, dass diese Regelung max. bis 24.00 Uhr des der Ausstellung folgenden Tages gilt, es sei denn, ein Richter verfügt eine einstweilige oder befristete Unterbringung. Ansonsten ist der Pat. zu entlassen.

Die häufigsten ICD-Nummern

Online-Recherche von ICD-Nummern über www.lumrix.de
ICD-Nummern
Diagnose (alphabetisch) ICD-10
Abszess (n. n. bez.) L02.9
AIDS B24.X
Acne vulgaris L70.0
Akrozyanose I73.8
Allergie (n. n. bez.) T78.4
Alopecia areata L63.9
Analekzem L30.8
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, z.B. kutane Dysästhesien (Glosso-, Vulvo, Trichodynie u.a.) F45.4
Artefakt L98.1
art. Verschlusskrankheit I73.9
Arzneimittelallergie T88.7
Arzneimittelexanthem L27.0
Asthma bronchiale J45.9
Atherom L72.1
atopische Dermatitis L20.9
atopisches Ekzem L20.9
Balanitis N48.1
Basalzellkarzinom C44.L
Besenreiservarizen I83.9
Bienen-/Wespengiftallergie T78.8
Borreliose A69.2
bullöses Pemphigoid L12.0
B-Zell-Lymphom C85.1
Caf-au-Lait-Fleck L81.3
Candidose, intertriginöse B37.2
Candidose, intestinale B37.8
Candidose, orale B37.0
chron. venöse Insuff. I87.2
Condylomata acuminata A63.8
Dermatitis herpetiformis Duhring L13.0
Dermatomyositis M33.9
Dyskeratosis follicularis Darier Q82.8
Ekzema herpeticatum B00.0
Erysipel A46.0
Erythema anulare centrifugum Darier L53.1
Dyshidrosis L30.1
Erythema chronicum migrans A69.2
Erythema exsudativum multiforme L51.9
Erythema nodosum L52.X
Erythrodermie (n. n. bez.) L53.9
Exsikkationsekzem L30.8
Fremdkörpergranulom L92.3
Gonorrhö A54.9
gramnegativer Fußinfekt L08.8
Granuloma anulare L92.0
Granuloma pyogenicum L98.0
Hämangiom (n. n. bez.) D18.0
Hämorrhoiden (n. n. bez.) I84.9
Handekzem L30.9
Herpes simplex B00.9
Herpes zoster B02.9
Hidradenitis suppurativa L73.2
HIV-Infektion B24.X
Hypochondrische Störungen, z.B. überbewertete Angst vor Inf. (Bakterien, Parasiten u.a.) und Neoplasien F45.2
Impetigo contagiosa L01.0
Kaposi-Sarkom C46.9
Kontaktdermatitis, allergische L23.9
Kontaktdermatitis, toxische L24.9
Lentigo simplex L81.4
Leukoplakie K13.2
Lichen ruber L43.9
Lichen sclerosus et atrophicans L90.0
Lichen simplex chronicus Vidal L28.0
Livedo racemosa L95.8
Livedo reticularis I73.8
Lupus eryth. discoides L93.0
Lupus eryth. subakut kutaner L93.1
Lupus eryth. systemischer M32.9
Lupus vulgaris A18.4
Lyell-Sy., medikamentöses L51.2
Lyell-Sy., staphylogenes L00.0
Lymphödem I89.0
malignes Melanom C43.L
Malum perforans L98.4
mikrobielles Ekzem L30.0
Mollusca contagiosa B08.1
Mononukleose, infektiöse B27.0
Morbus Behet M35.2
Morbus Bowen D04.L
Morbus Hodgkin C81.9
Morbus Paget C50.0
Morphea L94.0
Mycosis fungoides C84.0
Nahrungsmittelunverträglichkeit T78.1
Naevus bleu D22.L
Naevus flammeus Q82.5
Naevuszellnaevus D22.L
Necrobiosis lipoidica L92.1
Neurodermitis L20.9
Pemphigus vulgaris L10.0
Phlegmone L03.9
Pityriasis lichenoides chronica L41.1
Pityriasis lich. et variol. acuta L41.0
Pityriasis versicolor B36.0
Plattenepithelkarzinom C44.L
polymorphe Lichtdermatose L56.4
Pompholyx L30.1
Porphyria cutanea tarda E80.1
postthrombotisches Sy. I87.0
Prurigo simplex subacuta L28.2
Pruritus L29.9
Psoriasis arthropathica L40.5
Psoriasis vulgaris L40.0
Purpura pigmentosa progressiva L81.7
Purpura Schönlein-Henoch D69.0
Pyoderma gangraenosum L88.X
Pyodermie L08.9
Quincke-Ödem T78.3
Raynaud-Sy. I73.0
Rhinitis allergica J30.4
Rosazea L71.9
Sarkoidose D86.9
seborrhoisches Ekzem L21.9
Sicca-Sy. M35.0
Skabies B86.X
Sklerodermie, en coup de sabre L94.1
Sklerodermie, progressive syst. M34.0
Sklerodermie, zirkumskripte L94.0
Sonstige somatoforme Störung, z.B. sensorische Beschwerden (Pruritus sine materia, Kribbeln, Brennen, Stechen) F45.8
Somatisierungsstörung, z.B. Umweltsy. u. Sonderformen, z.B. Nahrungsmittelallergie F45.0
Somatoforme autonome Funktionsstörung, z.B. Erythrophobie,
Hyperhidrose F45.3
spinozelluläres Karzinom C44.L
Stammvarikosis (V. saphena magna) I83.9
Stomatitis aphthosa K12.0
Sweet-Sy. L98.2
Syphilis A53.9
Talgdrüsenadenom Q85.1
Thrombophlebitis I80.9
Tinea capitis B35.0
Tinea corporis B35.4
Tuberculosis cutis A18.4
T-Zell-Lymphom C85.9
Ulcus arteriosum L98.4
Ulcus cruris L97.X
Ulcus venosum I83.0
Unguis incarnatus L60.0
Urtikaria L50.9
Varizellen B01.9
Varizen I83.9
Vasculitis allergica D69.0
Verruca seborrhoica L82.X
Verruca vulgaris B07.X
Vitiligo L80.X
Wegener-Granulomatose M31.3
Windeldermatitis L22.X
Xanthelasma H02.6
Zeckenstich B88.8

Die wichtigsten OPS-Ziffern

Die Operations- und Prozedurenschlüssel unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. Onlinerecherche unter www.dimdi.de.

Giftinformationszentralen

GiftinformationszentralenZu den Giftinformationszentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Tab. 1.2.

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