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B978-3-437-26914-1.00013-7

10.1016/B978-3-437-26914-1.00013-7

978-3-437-26914-1

Laborwerte

Nicole Menche

Thomas Stadlbauer

  • Sortierprinzip: alphabetisch (griechische Buchstaben und Ziffern ignorierend)Laborwerte

  • Berücksichtigt werden auch Werte, die einen 24-h-Sammelurin erfordern

  • Material: Angaben zu Probemenge und -transport. Bei Sammelurin immer 24-h-Menge messen, dokumentieren und mitteilen

  • Angabe der Enzymwerte für Messtemperatur 37 °C.

Activated Clotting Time (ACT)

ACT (Activated Clotting Time)
Normwerte Je nach Zielwert der Antikoagulation unter unfraktioniertem Heparin: 120 bis 350 Sek.
Funktion Gerinnungsparameter zur Überprüfung des intrinsischen Wegs der sekundären Hämostase, „PTT-Wert für hohe Dosen von unfraktioniertem Heparin, die die PTT auf über 120 Sek. verlängern“; die Bestimmung dient der Überwachung der Antikoagulation
Material 1 ml Zitratplasma oder frisches Vollblut

ALAT (Alaninaminotransferase) ALT
Albumin
Albumin
Normwert Serum 60,6–68,6 % des Serumeiweißes bzw. 35–50 g/l
Liquor < 0,7 % des Serumalbumins. Sammelurin < 30 mg/24 h
Funktion Mengenmäßig bedeutendstes Bluteiweiß (Bindungs-, Transportprotein), erzeugt 80 % des kolloidosmotischen Drucks im Blut
(Serum) ↓ Hypoproteinämie (→ Gesamteiweiß)
(Serum) ↑ Hyperproteinämie (→ Gesamteiweiß)
Material 1 ml Serum/Heparinplasma, 1 ml Liquor oder 10 ml Sammelurin
Alkalische Phosphatase (AP)
Normwert ♀< 105 U/l,♂< 130 U/l
Im Wachstumsalter bis 370 U/l
Funktion Enzym für Reaktionen mit organischen Phosphaten
Leber- und Gallenwegserkrankungen, v. a. solche mit Cholestase (z. B. Hepatitis, Verschlussikterus). Knochenerkrankungen, z. B. M. Paget, Osteomalazie, Akromegalie, Frakturen, primäre Knochentumoren, Knochenmetastasen
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Phosphatase, alkalische (AP)
ALT (ALAT, Alaninaminotransferase, früher GPT, Glutamat-Pyruvat-Transaminase)
Normwert ♀< 35 U/l, ♂< 50 U/l
Funktion Enzym im Aminosäurestoffwechsel
Lebererkrankungen (z. B. Hepatitis, toxische Leberschäden, Verschlussikterus, Leberzirrhose)
Material 1 ml Serum/Plasma
α-Amylase (Alpha-Amylase)
Normwert Methodenabhängig, meist Gesamt-α-Amylase < 107 U/l, Pankreas-α-Amylase < 53 U/l
Funktion Stärke spaltendes Enzym aus Mund- und Bauchspeicheldrüse
Akute Pankreatitis oder Schub einer chronischen Pankreatitis, Pankreasbeteiligung bei anderen abdominalen Erkrankungen (z. B. akutes Abdomen), nach ERCP; Speicheldrüsenerkrankungen (nur Gesamt-α-Amylase)
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Antithrombin (AT)
Normwert 70–120 % (0,14–0,39 g/l)
Funktion Natürliche gerinnungshemmende Substanz
↓ (erhöhtes
Thromboserisiko)
Familiärer AT-III-Mangel, Lebererkrankungen, nephrotisches Syndrom, Sepsis, Einnahme der „Pille“, nach großer OP oder Trauma
Material 1 ml Zitratplasma
AP Alkalische Phosphatase
Alpha-Amylase
AST (ASAT, Aspartataminotransferase, früher GOT, Glutamat-Oxalazetat-Transaminase)
Normwert ♀< 35 U/l, ♂< 50 U/l
Funktion Enzym im Aminosäurestoffwechsel
Lebererkrankungen, v. a. mit Leberzellnekrosen (z. B. Hepatitis, Leberzirrhose, Verschlussikterus, toxische Leberschäden), Herzinfarkt, Skelettmuskelschädigungen
Material 1 ml Serum/Plasma
AT Antithrombin
Basophile Granulozyten
Normwert < 0,05/nl entsprechend 0–1 % der Leukos
Funktion Leukozytenuntergruppe, die bei Bedarf die Blutbahn verlässt und sich im Gewebe ansiedelt; beteiligt u. a. an der Parasitenabwehr und der allergischen Typ-I-Reaktion
Allergien, bestimmte Infektionen (z. B. parasitäre), einige Bluterkrankungen (myeloische Leukämie, myeloproliferative Syndrome) Schwangerschaft, Hypothyreose, nach Milzentfernung
Material 2 ml EDTA-Blut
Bilirubin
Normwerte Gesamt-Bilirubin: < 1,1 mg/dl (18,8 μmol/l)
Direktes Bilirubin: < 0,3 mg/dl (5,1 μmol/l)
Indirektes Bilirubin (= Gesamt-Bili – direktes Bili): < 0,8 mg/dl (13,7 μmol/l)
Funktion Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin: Wasserunlösliches Abbauprodukt des Hämoglobins, im Blut an Albumin gebunden (bevor es in der Leber konjugiert wird)
Direktes (konjugiertes) Bilirubin: Durch Umwandlung (Konjugation) in der Leber wasserlösliches Abbauprodukt des Hämoglobins, wird sodann mit der Galle in den Darm ausgeschieden Ikterus sichtbar, wenn Gesamt-Bili > 2 mg/dl (34 μmol/l). Im Urin nachweisbares Bilirubin ist immer direktes Bilirubin, da indirektes nicht nierengängig ist
Prähepatischer Ikterus: Hämolytische Anämie, bestimmte Infektionen, Hämatomresorption
Intrahepatischer Ikterus: Leberschäden (z. B. Virushepatitis, toxisch, Lebertumoren, Leberzirrhose), erbliche Störungen des Bilirubinstoffwechsels
Posthepatischer Ikterus: Gallenwegsverschluss (Verschlussikterus)
Material 1 ml Serum/Plasma (EDTA-, Heparin-Blut)
Blutgasanalyse (BGA)
Normwerte pH: 7,37–7,45
paO2: altersabhängig > 70 mmHg (9,5 kPa)
Sauerstoffsättigung: 95–98,5 % – Oxyhämoglobinfraktion (Anteil des oxygenierten Hämoglobins am Gesamt-Hb) liegt normalerweise ca. 1 % niedriger (mehr z. B. bei Rauchern)
paCO2: 32–46 mmHg (4,3–6,1 kPa)
Standardbikarbonat (HCO3-): 21–26 mmol/l
BE (Baseexcess, Basenüberschuss):−2 bis +3 mmol/l
Diagn. Funktion Erkennung von Störungen der Lungen, Nieren- und/oder Stoffwechselleistungen; Kontrolle bei maschinell beatmeten Patienten
Material 1–2 ml arterielles Blut, aufgezogen in zuvor mit Heparin benetzter Spritze oder speziellem Entnahmeröhrchen, ggf. auch arterialisiertes Kapillarblut (Kapillare vollständig und „blasenfrei“ füllen, beidseits verschließen). Analyse sofort, bei Kühlung innerhalb einer Stunde
Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG, BKS, BSR)
Normwert Unter 50 Jahre: ♀< 20 mm/1. h, ♂< 15 mm/1. h
Über 50 Jahre: ♀< 30 mm/1. h, ♂< 20 mm/1. h
Diagn. Funktion Messung der Sedimentationsgeschwindigkeit von Erythrozyten zum Screening auf (systemische) Entzündungen
Polyglobulie, Polyzythämie
Infektionen (v. a. bakterielle), Vaskulitis, chronisch-entzündliche (z. B. rheumatische) Erkrankungen, Schock, Nekrosen, postoperativ, Anämie, (metastasierende) Tumoren, nephrotisches Syndrom, Schwangerschaft. Besonders stark erhöht beim Plasmozytom (Sturzsenkung)
Material 2 ml Zitratblut (0,4 ml Zitrat + 1,6 ml Blut)
B-Typ-natriuretisches Peptid (BNP) und aminoterminales proBNP (NT-proBNP)
Normwerte Stark alters- und testabhängig
NT-proBNP < 125 ng/l
Funktion Marker der Herzinsuffizienz
BNP wird bei Patienten mit Herzinsuffizienz zur Verlaufskontrolle und Risikostratifizierung eingesetzt. Die BNP und NT-proBNP Werte sind bei Herzinsuffizienz erhöht und korrellieren direkt mit dem NYHA-Stadium und der Prognose. Kann zur Steuerung einer Herzinsuffizienz-Therapie eingesetzt werden
Rechts- und/oder Linksherzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Tachyarrhythmia absoluta, Kardiomyopathien, Lungenembolie, pulmonale Hypertonie, Beeinflussung durch Niereninsuffizienz
Material 2 ml EDTA-Blut
BZ Glukose
Bilirubin Blutgasanalyse (BGA)
CDT (Carbohydrate-deficient Transferrin)
Normwert Methodenabhängig, z. B. < 2,7 % des Gesamt-Transferrins
Diagn. Funktion Transferinformen mit weniger Kohlenhydraten als normal, bei (ausgeprägter und länger dauernder) Alkoholzufuhr verstärkt gebildet
Alkoholabusus (mindestens 50–80 g Alkohol über mindestens eine Woche). Eher selten andere Lebererkrankungen, genetische Varianten
Material 1 ml Serum
Chlorid (Cl )
Normwert Serum 95–105 mmol/l; Urin abhängig von Serumelektrolyten und Säure-Basen-Haushalt
Funktion Mengenelement, häufigstes Anion im Extrazellulärraum; entscheidend für die Wasserbilanz zwischen den Zellen. Veränderungen meist gleichsinnig mit Natrium
Im Wesentlichen → Hyponatriämie (Tab. 6.12)
Im Wesentlichen → Hypernatriämie (Tab. 6.12)
Material 1 ml Serum/Heparinplasma oder 5 ml Sammelurin
Cholesterin
Normwert Normgrenze strittig, meist < 200 mg/dl (5,2 mmol/l)
Relevante Subgruppen:
LDL-Cholesterin: Normgrenzen strittig, bei Gesunden meist < 130 mg/dl (3,4 mmol/l), bei Risikofaktoren oder Atherosklerose< 70 mg/dl (2,7 mmol/l)
HDL-Cholesterin: Normgrenzen strittig, mindestens > 40 mg/dl (1,0 mmol/l), besser > 60 mg/dl (1,6 mmol/l)
Funktion Eines der Hauptblutfette, unterteilt in HDL- und LDL-Cholesterin
Primäre Fettstoffwechselstörungen, sekundäre Fettstoffwechselstörungen z. B. bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, Hypothyreose, nephrotischem Syndrom
Material 1 ml Serum/Plasma
CK Kreatinphosphokinase
C-reaktives Protein (CRP)
Normwert CRP in der Entzündungsdiagnostik: < 5 mg/l
hs-CRP (high-sensitivity CRP, gemessen mit besonders empfindlichen Verfahren) zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos: < 1 mg/l geringes, > 3 mg/l hohes Risiko
Funktion Akute-Phase-Protein
Infektionen (bakterielle mehr als virale, ein normaler CRP-Wert schließt eine systemische bakterielle Infektion praktisch aus), nichtinfektiöse Entzündungen (z. B. rheumatische Erkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen), Tumoren, Gewebenekrosen
Bei der Arteriosklerose und durch sie bedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt eine geringe, lokale Gefäßentzündung (low grade inflammation) eine Rolle, daher kann hs-CRP als Risikoindikator genutzt werden (falls keine entzündliche Erkrankung vorliegt!)
Material 1 ml Serum/Plasma
D-Dimere Fibrinspaltprodukte
Cholesterin
Differenzialblutbild
Normwerte Neutrophile (segmentkernige) Granulozyten: 50–70 % der Leukos (3–5,8/nl)
Lymphozyten: 25–45 % der Leukos (1,5–3,0/nl)
Eosinophile Granulozyten: 1–4 % der Leukos (< 0,25/nl)
Basophile Granulozyten: < 1 % der Leukos (< 0,05/nl)
Monozyten: 3–7 % der Leukos (0,3–0,5/nl)
Material 2 ml EDTA-Blut
Eosinophile Granulozyten (Eos)
Normwert < 0,25/nl entsprechend 1–4 % der Leukos
Funktion Zur Phagozytose fähige Untergruppe der Leukozyten, die v. a. an Parasitenbekämpfung und Allergien beteiligt ist
Einige schwere akute Infektionen, Cushing-Syndrom, Glukokortikoidtherapie
Allergische und Parasitenerkrankungen, abklingende Infektionen, einige Autoimmunerkrankungen, Nebennierenrindeninsuffizienz, CML, M. Hodgkin
Material 2 ml EDTA-Blut
Erythrozyten (Erys)
Normwert ♀ 3,5–5,0/pl, ♂ 4,3–5,9/pl
Funktion O2-transportierende Blutzellen
Anämie, Hyperhydratation
Polyglobulie, Polyzythämie, Dehydratation
Material 1 ml EDTA-Blut oder 50 μl Kapillarblut
Erythrozyten-Indizes
Normwerte MCV = mittleres Erythrozytenvolumen: 81–96 fl (μm3)
MCH = mittlerer Hb-Gehalt des Erythrozyten: 27–34 pg (1,7–2,1 fmol)
MCHC = mittlere Hb-Konzentration des Erythrozyten: 32–36 g/dl Ery (19,9–22,3 mmol/l)
% HYPO = Prozentsatz hypochromer Erythrozyten (mit zu niedrigem MCH): 1–5 %
RDW = Erythrozytenverteilungsbreite = Maß für die Größenverteilung der Erythrozyten: < 15 %
Diagn. Funktion Errechnete Größen zur Einteilung von Anämien:
Normozytäre normochrome Anämie (MCV und MCH normal): akuter Blutverlust und Hämolyse, renale Anämie, Anämie bei Tumoren/chronischen Entzündungen, aplastische Anämie
Mikrozytäre hypochrome Anämie (MCV und MCH ↓): am häufigsten Eisenmangelanämie
Makrozytäre hyperchrome Anämie (MCV und MCH ↑): Vit.-B12- und Folsäuremangel-Anämie
RDW↑= Anisozytose = sehr ungleich große Erythrozyten: Retikulozytose, Vit.-B12-, Eisenmangelanämie
Material 1 ml EDTA-Blut
Faktor Xa
Normwerte Zielwerte bei prophylaktischer Antikoagulation:
0,1–0,4 U/ml (3–4 Stunden nach Applikation)
Zielwerte bei therapeutischer Antikoagulation:
0,5–1,5 μg/ml (3–4 Stunden nach Applikation)
Funktion Aktivierte Form des Faktor X in der Gerinnungkaskade. Faktor Xa verursacht zusammen mit Faktor Va die enzymatische Spaltung von Prothrombin an zwei Stellen zu Thrombin, welches weitere Reaktionen in der Blutgerinnung auslöst. Kann durch niedermolekulare Heparine und NOAKs gehemmt werden. Die Bestimmung dient der Überwachung der Antikoagulation
Einsatz von niedermolekularen Heparinen zum Zweck der Antikoagulation
Material 1 ml Zitratplasma
Ferritin
Normwert Alters-, geschlechts- und methodenabhängig, z. B. ♀ 9–140 μg/l, ♂ 18–360 μg/l
Funktion Eisen speicherndes Protein, Akute-Phase-Protein
Eisenmangel. Zur Beurteilung des Eisenmangels ist der klinisch relevante bzw. sensitivste Parameter die Berechnung der Transferrin-Sättigung (Eisen im Serum/Transferrin im Serum, Referenzbereich 18–45 %)
Eisenüberladung (z. B. Hämochromatose, viele Transfusionen), Eisenverteilungsstörung (z. B. chronische Entzündungen, Tumoren, Lebererkrankungen), Eisenverwertungsstörung, Entzündungen
Material 1 ml Serum/Plasma
Fibrinogen
Normwert 1,8–4,0 g/l (stark methodenabhängig)
Funktion Faktor I der Blutgerinnungskaskade. Akute-Phase-Protein
Schwere Lebererkrankungen (verminderte Synthese), Verbrauchskoagulopathie (erhöhter Verbrauch), fibrinolytische Therapie (erhöhter Abbau)
Infektionen und nichtinfektiöse Entzündungen, Tumoren, postoperativ, nach Trauma. Kardiovaskulärer Risikoindikator
Material 1 ml Zitratplasma
Fibrin(ogen)spaltprodukte (FSP) und D-Dimere
Normwert FSP: < 0,5 mg/l
D-Dimere: < 150 μg/l
Funktion Entstehen bei Spaltung von Fibrinogen und Fibrin (FSP) bzw. Fibrin (D-Dimere) durch Plasmin
Verbrauchskoagulopathie, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Verlaufskontrolle bei Lysetherapie
Klinische Anmerkung:
Bei ca. 50 % aller ambulanten Patienten ist der D-Dimer-Wert positiv, bei hospitalisierten Patienten ist er meist positiv. Daher besitzt nur ein negatives D-Dimer einen positiven prädiktiven Wert zum Ausschluss einer tiefen Beinvenenthrombose oder Lungenembolie. Ein positiver Wert ist diesbezüglich diagnostisch nicht zu verwerten, hat jedoch forensische Implikationen
Material 1 ml Zitratplasma
Folsäure
Normwert > 4 μg/l (Normgrenze strittig)
Funktion Coenzym v. a. im Protein- und DNA-Stoffwechsel (Blutzellbildung)
Vermehrter Bedarf (z. B. Schwangerschaft), Mangelernährung, Malabsorption, bestimmte Medikamente (z. B. Methotrexat)
Material 1–2 ml Serum/EDTA-Plasma
Differenzialblutbild
Gesamteiweiß
Normwert Serum 66–83 g/l. Liquor < 400 mg/l
Sammelurin < 150 mg/24 h
↓ (Serum) Mangelernährung, Malabsorption, schwere Lebererkrankungen, erhöhte Verluste (z. B. bei nephrotischem Syndrom, chronischen Durchfällen)
↑ (Serum) Chronisch-entzündliche Erkrankungen (γ-Globulin-Erhöhung), Paraproteinämien
Material 1 ml Serum/Heparinplasma, 1 ml Liquor oder 10 ml Sammelurin
GGT → γ-Glutamyltransferase
Erythrozyten-Indizes
Glukose
Normwert Plasma nüchtern 70–100 mg/dl (3,8–5,6 mmol/l), Vollblut (kapillar, venös) gut 10 % weniger
Urin < 150 mg/l (0,84 mmol/l), Teststreifen negativ
Funktion Wichtigster Energieträger des Körpers
↓ (Blut) Alkoholabusus, Insulinom, Nebennierenrindeninsuffizienz, schwere Leber- und Nierenschäden, große Tumoren, Sepsis, Überdosierung von Antidiabetika
↑ (Blut) Diabetes mellitus, Cushing-Syndrom, Medikamente (z. B. Diuretika, Glukokortikoide, „Pille“)
↑ (Urin) Hyperglykämie, wenn die Nierenschwelle (ca. 180 mg/dl) überschritten wird. Ohne erhöhte Blutglukose bei Nierenerkrankungen, evtl. Schwangerschaft
Material 1 ml Serum/Plasma, 10–50 μl Kapillarblut oder 5 ml Urin
γ-Glutamyltransferase (γ-GT, GGT)
Normwert ♀< 40 U/l, ♂< 60 U/l
Funktion Enzym im Aminosäurestoffwechsel
Cholestase, Alkoholabusus, Leberzellschäden (z. B. Hepatitis, Zirrhose, Tumoren, toxisch), bestimmte Medikamente (v. a. Antiepileptika)
Material 1 ml Serum/Plasma (Heparin-, EDTA-Blut)
GOT (Glutamat-Oxalazetat-Transaminase) AST
GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) ALT
Gesamteiweiß
Hämatokrit (Hkt)
Normwert ♀ 34–44 %, ♂ 36–48 %
Funktion Anteil der festen Bestandteile (Erythro-, Leuko-, Thrombozyten) im Blut
Anämien, Hyperhydratation
Polyglobulie, Polyzythämie, Dehydratation
Material 1 ml EDTA-Blut oder 50 μl Kapillarblut
Hämoglobin (Hb)
Normwert ♀ 12–15 g/dl (7,5–9,3 mmol/l), ♂ 13,6–17,2 g/dl (8,4–10,7 mmol/l)
Funktion O2-bindendes und -transportierendes Protein im Erythrozyten
Anämien, Hyperhydratation
Polyglobulie, Polyzythämie, Dehydratation
Material 1 ml EDTA-Blut oder 50 μl Kapillarblut
Glukose
Harnsäure
Normwert ♀< 6 mg/dl (357 μmol/l), ♂< 7 mg/dl (416 μmol/l)
Funktion Endprodukt des Purinstoffwechsels
Gicht, Leukämien (erhöhter Zellabbau), Niereninsuffizienz, Fasten, Alkohol, Medikamente
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Harnstoff (Urea)
Normwert 10–50 mg/dl (1,7–8,3 mmol/l)
Funktion Harnpflichtiges Endprodukt des Eiweißstoffwechsels
Niereninsuffizienz (Anstieg erst bei 75-prozentiger Reduktion der Nierenfunktion), erhöhte Eiweißzufuhr/-abbau
Material 1 ml Serum/Plasma
HbA 1c
Normwert Gesunde < 5,7 % (39 mmol/mol), HbA1c ≥ 6,5 % (48 mmol/mol) sichert Diabetesdiagnose. Zielwert bei Diabetikern < 6,5–7,5 % (48–58 mmol/mol, individuelle Festlegung)
Funktion Diagnostisch wichtigste Glykohämoglobin-Untergruppe. Glykohämoglobine = Hb mit irreversibel angelagerter Glukose
Diabetes mellitus
Material 1 ml EDTA-/Heparin-Blut
HBDH (Hydroxybutyrat-Dehydrogenase, LDH1) LDH
HDL-Cholesterin
Normwert Normgrenzen strittig, mindestens > 40 mg/dl (1,0 mmol/l), besser > 60 mg/dl (1,6 mmol/l)
Funktion „Gutes“ Cholesterin, das von Proteinen mit hoher Dichte (high density lipoprotein) transportiert wird. Hohes HDL-Cholesterin hat Schutzeffekt vor Arteriosklerose
Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Material 1 ml Serum/Plasma (nüchtern)
INR (international normalizedratio) Quick
Kalium (K+)
Normwert Serum 3,7–5,1 mmol/l, Plasma 3,5–4,6
Funktion Häufigstes Mengenelement in den Zellen; entscheidend u. a. für die Erregbarkeit von Muskel- und Nervenzellen
Renale Verluste: Diuretika, Glukokortikoide, Cushing-Syndrom, Hyperaldosteronismus
Enterale Verluste: Diarrhö, Erbrechen, Laxanzien
Verteilungsstörung: Alkalose, Initialbehandlung des diabetischen Komas
Verminderte renale Ausscheidung: Niereninsuffizienz, kaliumsparende Diuretika, Nebennierenrindeninsuffizienz
Verteilungsstörung: Azidose, massive Hämolyse, Zellzerfall
Material 1 ml Serum/Heparinplasma (hämolysefrei)
Kalzium (Ca2+, Gesamt-Kalzium)
Normwert 8,6–10,3 mg/dl (2,2–2,6 mmol/l)
Funktion Mengenelement, wichtig für Zahn- und Knochenaufbau sowie die neuromuskuläre Erregungsübertragung
Hypoparathyreoidismus, Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom, Leberzirrhose, akute nekrotisierende Pankreatitis, Diuretika, Vit.-D-Mangel
Endokrin (v. a. primärer Hyperparathyreoidismus), Immobilisation, Sarkoidose, Vit.-D- oder -A-Überdosierung, Tumoren
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Kardiale Troponine (cTn)
Normwert Methodenabhängig, z. B. hs-cTnT (high sensitivity kardiales Troponin T) < 0,014 ng/l, Herzinfarkt sehr wahrscheinlich bei > 0,1 ng/l, cTnI bislang nicht standardisiert
Funktion Nur im Herzmuskel vorkommende Unterformen der Troponine (Muskeleiweiße)
Herzinfarkt (Frühmarker, Anstieg nach 3–8 h) und andere HerzmuskelschädigungenDer Anstieg von TnT oder TnI ist nicht spezifisch für eine koronare Ischämie!
Andere kardiale Erkrankungen wie Vorhofflimmern, Aortenklappenstenose, Myokardititis, Lungenembolie und schwere Herzinsuffizienz können auch zum Anstieg der kardialen Troponine führen. Bei Niereninsuffizienz kommt es ebenfalls aufgrund der verminderten renalen Ausscheidung zu einem Anstieg der kardialen Troponine
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Kreatinin (Krea)
Normwert ♀< 0,8 mg/dl (71 μmol/l), ♂< 1,1 mg/dl (97 μmol/l)
Funktion Harnpflichtiges Endprodukt des Muskelstoffwechsels
Chronische Niereninsuffizienz (erhöht erst bei 50-prozentiger Reduktion der Nierenfunktion), akutes Nierenversagen
Material 1 ml Serum/Plasma
Kreatinin-Clearance
Normwert 25-jähriger ♂ 95–140 ml/Min. × 1,73 m2 Körperoberfläche, 25-jährige ♀ 70–110 ml/Min. × 1,73 m2 Körperoberfläche, dann mit dem Alter abnehmend
Diagn. Funktion Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate; kann auch anhand von verschiedenen Formeln errechnet werden ohne das Sammelurin vorliegt (Cockcroft-Gault-Formel, MDRD-Formel)
(Beginnende) Niereninsuffizienz. Bei Serum-Kreatinin > 3 mg/dl (260 mmol/l) wenig aussagekräftig
Material 1 ml Serum/Plasma und 5 ml Sammelurin (zusätzlich Gewicht und Größe des Patienten mitteilen)
Kreatinphosphokinase (Kreatinkinase, CK)
Normwert Gesamt-CK: ♀ < 170 U/l, ♂ < 190 U/l
CK-MB: < 10 μg/l
Funktion Enzym im Muskelstoffwechsel. Mehrere Isoenzyme mit den Untereinheiten M (muscle) und B (brain): CK-MM (v. a. im Muskel); CK-BB (v. a. im Gehirn); CK-MB (v. a. im Herzmuskel)
Herzmuskelschäden: Herzinfarkt (Frühmarker, Anstieg nach 4–8 h), entzündliche Herzerkrankung, Herzoperation, -massage
Skelettmuskelschäden: i. m.-Injektion, körperliche Anstrengung, Operationen, Verletzungen, Muskelentzündungen, toxische Muskelschädigungen, akute Extremitäten-Ischämie
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
LDH (Laktatdehydrogenase), LDH1 (Hydroxybutyrat-Dehydrogenase, HBDH)
Normwerte LDH: < 250 U/l
LDH1: < 50 U/l
Funktion Enzym der Glykolyse. Mehrere Isoenzyme: LDH1 (= Hydroxybutyrat-Dehydrogenase, HBDH) und LDH2 v. a. in Herzmuskel und Erythrozyten, LDH5 v. a. in Leber und Skelettmuskulatur
Herzinfarkt (Spätmarker), Herzmuskelentzündung, Skelettmuskelerkrankungen, Hepatitis, toxische Leberschäden, Tumoren, Lungenembolie, megaloblastäre und hämolytische Anämien
Material 1 ml Serum/Plasma
LDL-Cholesterin
Normwert Normgrenzen strittig, bei Gesunden meist < 130 mg/dl (3,4 mmol/l), bei Risikofaktoren oder Atherosklerose < 70 mg/dl (2,7 mmol/l)
Funktion Cholesterin, das von Proteinen mit niedriger Dichte (low density lipoprotein) transportiert wird, großteil des Gesamt-Cholesterins; beschleunigt Arteriosklerose
Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Je höher das LDL-Cholesterin bzw. je größer der Quotient von LDL-Cholesterin zu HDL-Cholesterin, desto größer das kardiovaskuläre Risiko
Material 1 ml frisches Serum/Plasma (nüchtern)
Leukozyten (Leukos) und neutrophile (segmentkernige) Granulozyten
Normwerte (Gesamt-)Leukozyten: 4–10/nl
Neutrophile (segmentkernige) Granulozyten: 3–5/nl (50–70 % der Leukos)
Funktion der neutrophilen Granulozyten Phagozytose und Vernichtung von Mikroorganismen und Fremdantigenen. Veränderung der Gesamtleukozyten- und der neutrophilen Granulozytenzahl in der Regel gleichsinnig
Neutrophile↓ Virusinfektionen, einige bakterielle Infektionen (z. B. Typhus), Medikamente, Knochenmarkschädigung (z. B. Zytostatika-, Strahlentherapie), systemischer Lupus erythematodes
Neutrophile↑ Die meisten (bakteriellen) Infektionen, Sepsis, nichtinfektiöse Entzündungen (z. B. rheumatische Erkrankungen), Nekrosen, Glukokortikoide, Stress, bestimmte Leukämien
Material 2 ml EDTA-Blut
Lipase
Normwert Methodenabhängig, z. B. < 60 U/l
Funktion Triglyzeride spaltendes Enzym des Pankreas
Akute und chronische Pankreatitis, akutes Abdomen, nach ERCP
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Lipoprotein (a), Lp(a)
Normwerte Lp(a) < 300 mg/l bzw. < 75 nmol/l
Funktion Lp(a) ist ein Bestandteil der Blutfette und ein von allen anderen Lipidparametern unabhängiger Risikofaktor für die Manifestationen einer Atherosklerose wie koronare Herzerkrankung oder periphere arterielle Verschlusskrankheit. Die Risikovorhersage vor allem bei gleichzeitiger Erhöhung von LP(a) und LDL ist groß
Hyperthyreose
Hypothyreose, nephrotisches Syndrom, Urikämie unter Hämodialyse
Risikofaktor für Atherosklerose. Daher Indikation zur „aggressiven Lipidtherapie“. Therapeutisch lässt sich Lp(a) nicht beeinflussen.
Material 1 ml Serum/evtl. Plasma je nach Methode
Löslicher Transferrinrezeptor (sTfR)
Normwert Stark methodenabhängig, z. B. 0,8–1,8 mg/l
Funktion Molekül auf der Oberfläche v. a. von Erythrozyten-Vorläuferzellen, das in einem gewissen Ausmaß ständig ins Blut gelangt
Verminderte Erythrozytenbildung, z. B. aplastische, renale Anämie
Gesteigerte Erythrozytenbildung, z. B. Polyzythämie, hämolytische Anämie, Eisenmangel (vor Auftreten einer Eisenmangelanämie, im Gegensatz zum Ferritin nicht durch Entzündungen beeinflusst)
Material 1 ml Serum/Plasma
Lymphozyten
Normwert 1,5–3,0/nl entsprechend 25–45 % der Leukos
Funktion Zweitgrößte Fraktion der Leukozyten mit Schlüsselstellung bei der spezifischen Abwehr
Strahlen-, Zytostatika-, Glukokortikoidtherapie, Urämie, HIV-Infektion/AIDS
Bestimmte Infektionskrankheiten (z. B. Keuchhusten), bestimmte Leukämien (ALL, CLL)
Material 2 ml EDTA-Blut
Magnesium (Mg2+)
Normwert 0,7–1 mmol/l (1,7–2,6 mg/dl)
Funktion Mengenelement, beteiligt an muskulärer Erregungsübertragung
Alkoholabusus, Diarrhö, Erbrechen, renale Verluste (z. B. bei Diuretikatherapie, Hyperaldosteronismus)
Niereninsuffizienz, Überdosierung magnesiumhaltiger Antazida oder „Substitutionspräparate“ v. a. bei Niereninsuffizienz
Material 1 ml Serum/Plasma
Monozyten
Normwert 0,3–0,5/nl entsprechend 3–7 % der Leukos
Funktion Phagozytosefähige Teilfraktion der Leukozyten, verlassen die Blutbahn und werden zu Gewebemakrophagen
Einige Infektionen und Autoimmunerkrankungen, Sarkoidose, nach Agranulozytose, bestimmte Leukämien
Material 2 ml EDTA-Blut
Natrium (Na+)
Normwert 135–145 mmol/l
Funktion Häufigstes Mengenelement im Extrazellulärraum, entscheidend für dessen osmotischen Druck
Erbrechen, Durchfall, längere Magensaftabsaugung, Herz-, Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, Nebennierenrindenunterfunktion, Medikamente (z. B. Diuretika)
Diarrhö, Fieber oder Schwitzen bei zu geringer Wasserzufuhr, Diabetes insipidus, primäre (d. h. durch Störungen der Nebennierenrinde bedingte) Aldosteronüberproduktion, bestimmte Medikamente
Material 1 ml Serum/Plasma
Neutrophile Granulozyten Leukozyten
Harnstoff Harnsäure Hämoglobin (Hb) Urea Cholesterin Kalium (K[+])
Partielle Thromboplastinzeit (PTT)
Normwert 28–40 Sek.
Diagn. Funktion Maß für das endogene Gerinnungssystem
Standard-Parameter zur Steuerung einer i. v. Therapie mit unfraktioniertem Heparin (Ziel bei therapeutischer Antikoagulation 60 Sek.)
Hämophilie A und B, Verbrauchskoagulopathie, Heparintherapie (bei Vollheparinisierung ca. 1,5- bis 2-fache Verlängerung angestrebt)
Material 1 ml Zitratplasma
Kardiale Troponine (cTn)
Phosphat (anorganisch)
Normwert 2,6–4,5 mg/dl (0,84–1,45 mmol/l)
Funktion Mengenelement, pH-Puffer im Blut, Baustein von ATP, Zellmembran und Knochen
Hyperparathyreoidismus, Vit.-D-Mangel, Alkoholabusus, Malabsorption, renaltubuläre Erkrankungen
Niereninsuffizienz, Hypoparathyreoidismus, Akromegalie
Material 1 ml Serum/Heparinplasma
Plasmathrombinzeit (PTZ) Thrombinzeit
Kreatinin (Krea) Kreatinin-Clearance Kreatinphosphokinase (CK) Laktatdehydrogenase (LDH)
PSA (Prostataspezifisches Antigen)
Normwert < 4 μg/l
Funktion Tumormarker des Prostatakarzinoms
Prostataadenom, Prostatakarzinom
Material 1 ml Serum/Plasma
PTT Partielle Thromboplastinzeit
Cholesterin Leukozyten
Quick (Prothrombinzeit, Thromboplastinzeit, TPZ) und INR (international normalized ratio)
Normwert Quick: 70–130 %
INR: 0,85–1,15
Diagn. Funktion Maß für das exogene System der Gerinnung. INR besser standardisiert
Mangel an Fibrinogen oder den Gerinnungsfaktoren II, V, VII, X, z. B. bei: Lebererkrankungen, Verbrauchskoagulopathie, Vit.-K-Mangel, orale Antikoagulation mit Vit.-K-Antagonisten (z. B. Marcumar®). Deshalb eingesetzt zur Kontrolle einer Marcumar®-Therapie (therapeutischer Bereich je nach Indikation Quick 15–30 % bzw. INR 2–3,5). Je stärker die Blutgerinnungshemmung, desto niedriger der Quick und desto höher die INR
Material 1 ml Zitratplasma
Retikulozyten
Normwert 0,5–2 % der Erys
Funktion Junge, noch Reste von RNA tragende Erythrozyten
Erythrozytenbildungsstörung, z. B. bei aplastischer Anämie, Erythropoetinmangel
Erhöhte Erythrozytenbildung, z. B. bei hämolytischer Anämie, nach Blutverlust
Material 2 ml EDTA-Blut
Serumeiweißelektrophorese
Normwerte Albumin: 60,6–68,6 %
α1-Globuline: 1,4–3,4 %
α2-Globuline: 4,2–7,6 %
β-Globuline: 7,0–10,4 %
γ-Globuline: 12,1–17,7 %
Diagn. Funktion Elektrochemische Auftrennung der Bluteiweiße mit dem Ziel, durch Anteilsveränderungen oder zusätzliche pathologische Eiweißfraktionen (Paraproteine) differenzialdiagnostische Hinweise zu bekommen
Material 1 ml Serum
Thrombinzeit (Plasmathrombinzeit, PTZ, TZ)
Normwert 17–24 Sek.
Diagn. Funktion Maß für „gemeinsame Endstrecke“ der Gerinnung
Fibrinogenmangel, Fibrinolyse, Heparintherapie (Ziel: 2- bis 3-fach verlängerte TZ)
Material 1 ml Zitratplasma
Thromboplastinzeit (TPZ) Quick
Magnesium (Mg2+)
Thrombozyten (Thrombos, Blutplättchen)
Normwert 150–400/nl
Funktion Leiten Blutgerinnung im endogenen System ein
Verbrauchskoagulopathie, toxisch (Alkohol, Medikamente, z. B. Zytostatika), immunologisch, Leukämie
Myeloproliferative Erkrankungen, nach Infektionen, Blutungen oder Milzentfernung
Material 1 ml EDTA-Blut oder 50 μl Kapillarblut
Thyreoidea stimulierendes Hormon (TSH)
Normwert 0,3–2,5 mU/l, Grauzone bis 4,2 mU/l
Funktion Hypophysenvorderlappen-Hormon, das die Schilddrüse stimuliert
Primäre Hyperthyreose, sekundäre Hypothyreose, Schilddrüsenhormonüberdosierung
Primäre Hypothyreose
Material 1 ml Serum/evtl. Plasma je nach Methode
Thyroxin (T4)/Freies Thyroxin (fT4)
Normwerte Gesamt-Thyroxin (T4): 55–110 μg/l (71–141 nmol/l)
Freies Thyroxin (fT4): 8–22 ng/l (10–28 pmol/l)
Funktion Schilddrüsenhormon
Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden fT3 und fT4 bestimmt. Bei T3- und T4-Bestimmungen ist zur konklusiven Beurteilung die zusätzliche Bestimmung von Thyroxin-bindendem Globulin (TBG) indiziert
Hypothyreose
Hyperthyreose
Material 1 ml Serum/evtl. Plasma je nach Methode
Transferrinsättigung
Normwerte 15–45 %
Funktion Beladungszustand des Transferrins (Transportprotein für freies Eisen im Serum) mit Eisen, zur Beurteilung des Eisenhaushalts
TfS ↓ Eisenmangel, oft auch bei Eisenverteilungsstörung (z. B. bei Infektionen, chronischen Entzündungen, Tumoren)
TfS ↑ Hämolyse, Eisenüberladung, -verwertungsstörung, z. B. bei bestimmten Anämieformen
Material 1 ml Serum/Plasma (ohne EDTA)
Triglyzeride (Neutralfette)
Normwert < 150 mg/dl (1,7 mmol/l)
Funktion Eines der Hauptblutfette
Primäre Fettstoffwechselstörungen, falsche Ernährung, Alkoholabusus, Leber- und Nierenerkrankungen, Hypothyreose, unzureichend eingestellter Diabetes mellitus
Material 1 ml Serum/Plasma
Natrium (Na+)
Trijodthyronin (T3)/Freies Trijodthyronin (fT3)
Normwerte Gesamt-Trijodthyronin (T3): 1–1,7 μg/l (1,5–2,6 nmol/l)
Freies Trijodthyronin (fT3): 3,2–7,8 ng/l (5–12 pmol/l)
Funktion Schilddrüsenhormon; entsteht im Blut durch Abspaltung eines Jodanteils aus T4, schneller und stärker wirksam als T4
Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden fT3 und fT4 bestimmt. Bei T3- und T4-Bestimmungen ist zur konklusiven Beurteilung die zusätzliche Bestimmung von Thyroxin-bindendem Globulin (TBG) indiziert
Hypothyreose, Umwandlungshemmung von T4 in T3, z. B. bei Schwerkranken oder bestimmten Arzneimitteln
Hyperthyreose
Material 1 ml Serum/evtl. Plasma je nach Methode
TSH Thyreoidea stimulierendes Hormon
Vitamin B12
Normwert Methodenabhängig, z. B. > 250 ng/l, Grauzone 150–250 ng/l
Funktion Coenzym v. a. im Zellaufbau
Chronisch-atrophische Gastritis (sog. perniziöse Anämie), Mangelernährung, Malabsorption, nach Magenresektion
Material 1–2 ml Serum/Plasma
Partielle Thromboplastinzeit (PTT) Quick INR (international normalized ratio) Serumeiweißelektrophorese Thrombinzeit (Plasmathrombinzeit, PTZ, TZ)

Literatur

Dietel et al

M. Dietel N. Suttrop M. Zeitz Harrisons Innere Medizin 18. A. 2012 ABW Wissenschftsverlag Berlin

Neumeister et al., 2015

B. Neumeister I. Besenthal B.O. Böhm Klinikleitfaden Labordiagnotik 5. A. 2015 Elsevier München

Thomas, 2012

L. Thomas Labor und Diagnose 8. A. 2012 TH-Books Frankfurt

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