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B978-3-437-26164-0.00016-0

10.1016/B978-3-437-26164-0.00016-0

978-3-437-26164-0

RasurplanOP-VorbereitungRasurplanPläne zur Haarentfernung

[L190]

NahttechnikenNahttechniken

[L106]

Beispiel für einen MobilisationsplanMobilisationsplan

Tab. 16.1
OP-Tag 1. Tag post OP 2. Tag post OP
Kleinere Operationen, z. B. Appendektomie
6–8 h nach OP mit Hilfe aufstehen und evtl. um das Bett gehen
  • Gehen im Zimmer ohne Hilfe

  • Waschen und andere Aktivitäten, z. B. Toilettengang wieder selbstständig

Volle Wiederherstellung der Mobilität
Größere Operationen, z. B. Cholezystektomie, Hernienoperation
6–8 h nach OP mit Hilfe aufsetzen, Beine baumeln Aufstehen, evtl. um das Bett herumgehen
Abends: Zum Waschbecken gehen
Zum Waschbecken, im Zimmer umhergehen
Große Operationen, z. B. Darmteilresektion mit Stomaanlage, Lungenteilresektion
  • 6–8 h nach OP Bewegungsübungen im Bett durchführen

  • Evtl. Aufsetzen

  • Bei Lungenteilresektion Husten üben

  • Im Bett aufsetzen

  • Evtl. vor dem Bett stehen

  • Auf der Stelle treten

  • Bewegungsübungen im und vor dem Bett durchführen

  • 3 × tgl. um das Bett gehen

  • Bewegungsübungen mit Physiotherapie

  • Evtl. zum Waschbecken gehen, Körperpflege selbstständig durchführen

Operationen an Extremitäten, z. B. Amputationen, Osteosynthesen am Bein
Keine Mobilisation Physiotherapeutische Übungen durchführen, z. B. Spannungsübungen im Bett
  • Gesunde Extremität bewegen

  • Nach ärztl. Anordnung auch die operierte Extremität

Beim Aufstehen kinästhetische Richtlinien beachten (Kap. 2.2.3): Kopfteil des Bettes hochstellen, Kopf auf die Brust, Hand auf die Wunde legen lassen, Patienten unterstützen, Beine anzuziehen, sich auf die Seite zu drehen und Beine über die Bettkante hinauszubewegen. Pflegende unterstützt das Aufsetzen des Patienten mit einer Hand am Rücken. Patient drückt sich auf der Bettkante ab und richtet sich auf. Kreislaufstabilisierung abwarten (Puls, Gesichtsfarbe), zum Stand aufrichten.

Prä- und postoperative Pflege

Ulrich Kamphausen

  • 16.1

    Hygiene und Asepsis auf operativen Stationen560

  • 16.2

    Präoperative Pflege561

    • 16.2.1

      Ziele561

    • 16.2.2

      Operationsvorbereitung563

    • 16.2.3

      Pflege565

  • 16.3

    Postoperative Pflege566

    • 16.3.1

      Übernahme des Patienten566

    • 16.3.2

      Pflegeschwerpunkte567

    • 16.3.3

      Postoperative Wunddrainagen569

    • 16.3.4

      Postoperative Komplikationen571

    • 16.3.5

      Entfernung von Nahtmaterial573

Hygiene und Asepsis auf operativen Stationen

PflegeHygieneHygieneoperative StationDas Immunsystem operierter Patienten ist mehrfach belastet: geschwächter Allgemeinzustand durch den präoperativen Krankheitsverlauf, ggf. Invasion nosokomialer Keime während der Operation, Schwächung des Organismus durch die Operationsbelastung, postoperative Immobilität.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Jeder Tag, den der Patient im Krankenhaus auf die Operation warten muss, erhöht das Risiko einer nosokomialen Infektion. Möglichkeiten der ambulanten OP-Vorbereitung sollten geprüft werden

  • Auch postoperativ ist die Infektionsgefahr groß: Wunden, Drainagen, Katheter, venöse Zugänge stellen eine permanente Verbindung ins Körperinnere dar.

Allgemeine Hygienemaßnahmen Kap. 1.8
Hygienische Arbeitsorganisation
  • Patienten mit aseptischen Wunden und Patienten mit septischen Wunden in verschiedenen Bereichen unterbringen

  • Abwehrgeschwächte Patienten im aseptischen Bereich unterbringen

  • Zuerst die „sauberen“ Arbeiten, dann die mit Kontaminationsgefahr verbundenen Arbeiten erledigen

  • Zuerst Patienten mit aseptischen, dann Patienten mit septischen Wunden versorgen

  • Pflegehilfsmittel getrennt für aseptische und septische Arbeiten einsetzen, Verbandwagen nicht in die Patientenzimmer mitnehmen, Pflegetablett individuell für einzelne Patienten richten

  • Bei Patienten mit durch resistente Keime infizierten Wunden, sind zusätzliche Hygienemaßnahmen (Kap. 1.8.4) zu berücksichtigen:

    • Strikte Isolierung des Patienten (Quellenisolierung)

    • Beachten der Vorschriften zur Pflege in Isoliereinheiten, z. B. spezielle Schutzkleidung während des Aufenthaltes in der Isoliereinheit, Benutzung von speziell auf den Erreger getesteten Hände-, Flächen- und Instrumentendesinfektionsmittel.

Aseptisches Arbeiten
  • AsepsisPflegemaßnahmen mit erhöhtem Infektionsrisiko, z. B. Katheterisieren und größere Verbandswechsel, nicht im Patientenzimmer, sondern in speziellen Behandlungsräumen durchführen

  • Möglichst zu zweit arbeiten: ein Ausführender und ein Assistent

  • Bei invasiven Maßnahmen Arbeitsfeld desinfizieren, sterile Ablagefläche schaffen, Umgebung des Arbeitsfeldes steril abdecken, sterile Instrumente und Materialien benutzen. Sterile Materialen patientenfern, unsterile Materialen patientennah ablegen

  • Hygienische Händedesinfektion (Kap. 1.8.3) durchführen, Einwirkzeit abwarten, ggf. sterile Handschuhe anziehen

  • Bei infektionsgefährdeten Patienten (z. B. Abwehrschwäche) sterile Schutzkleidung, Mundschutz und Kopfhaube tragen

  • Sterilgut erst unmittelbar vor Benutzung aus der Verpackung entnehmen

  • Zwischen einzelnen Arbeitsgängen, z. B. Wundinspektion/-reinigung und Anlegen des neuen Verbands, sterile Handschuhe wechseln, Hände desinfizieren

  • Benutzte Materialien direkt entsorgen, Instrumentarium in Desinfektionslösung einlegen, Verbrauchsmaterial in verschließbares Abwurfgefäß, z. B. Plastikbeutel, abwerfen.

Tipps, Tricks und Fallen

Auch bei der Versorgung von Patienten mit septischen Wunden sind die Regeln des aseptischen Arbeitens zu beachten.

Präoperative Pflege

Ziele

Geplante Operation
Optimale Vorbereitung des gesamten Organismus
Arzt
  • OperationgeplanteDiagnostik: Herz-Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel, Allgemeinzustand

  • Therapie: medikamentöse Herz-/Kreislaufunterstützung, Verbesserung der Lungenfunktion, optimale Einstellung der Stoffwechselvorgänge, Gewichtsreduktion bei Adipositas

  • Eigenblutspende anordnen (Kap. 3.5.4).

Pflege
  • PflegepräoperativeDiagnostische Maßnahmen organisieren: z. B. Labor-, Röntgen-, EKG-, Sonografie-Anmeldungen, Untersuchungsmaterialien bereitstellen (Blut, Urin, Stuhl, Sputum); Befunde dokumentieren

  • Therapie unterstützen, z. B. Lungenkapazität und Lungenfunktion durch Atemtraining, Atemgymnastik, Inhalation und Maßnahmen zur Beseitigung von Obstruktionen verbessern

  • Blutzuckerwerte, z. B. bei Diabetes mellitus durch angepasste Ernährung und Verabreichen der verordneten Medikamente, z. B. Antidiabetika, Insulin stabilisieren

  • Herz-/Kreislauffunktion, z. B. durch Gewichtsreduktion und Mobilisation, unterstützen

  • Operationsrelevante Symptome, wie z. B. Allergieanzeichen, Kreislaufunregelmäßigkeiten, Fieber und Verhalten mit negativen Auswirkungen (z. B. Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenabusus) beobachten, dokumentieren und an den Arzt weitergeben

  • Eigenblutspende organisieren.

Positive, angstfreie Einstellung des Patienten zur Operation
Arzt
  • Patienten rechtzeitig, ausführlich und verständlich über Operationsart, geplanten Verlauf, Risiken und Prognosen informieren; ggf. Vertrauensperson des Patienten einbeziehen

  • Informationsmaterial zur Operation aushändigen und erläutern

  • Patienten Zeit zur Entscheidung und Möglichkeit zum Nachfragen geben.

Pflege
  • Patienten mit Ablauf vertraut machen: prä-, intra-, postoperative Phase

  • Ggf. mit Patienten zusammenbringen, die die gleiche oder eine ähnliche Operation mit positivem Verlauf hatten

  • Auf Nachfrage den Patienten über Abläufe in OP, Anästhesie, Aufwachraum und Intensivstation informieren

  • Ersten Kontakt (telefonisch) und Besuch von nahen Angehörigen/Lebenspartnern nach der Operation planen.

Tipps, Tricks und Fallen

Damit Pflegepersonen auf Nachfragen der Patienten zum ärztlichen Informations- und Aufklärungsgespräch adäquat antworten können

  • Sollte die Bezugspflegperson beim ärztlichen Aufklärungsgespräch anwesend sein (Zustimmung des Patienten erforderlich)

  • Muss der Arzt diese „Informationskompetenz“ an die Pflegeperson schriftlich delegieren

  • Zur administrativen Vereinfachung: Delegation der „Informationskompetenz“ in einem entsprechenden Stationsstandard fixieren.

Einüben postoperativ notwendiger Maßnahmen
  • Geräte vorstellen, z. B. Inhalator, Sauerstoffgerät, Atemtrainer, Überwachungsgeräte, Infusionspumpen, Lagerungshilfsmittel

  • Handhabung üben, z. B. Rollstuhl, Gehhilfen, Atemtrainer, Stomaversorgung

  • Kooperationsmöglichkeiten aufzeigen und üben: z. B. Drehen im Bett, Benutzen des Steckbeckens, en-bloc-Aufstehen.

Notfall-Operation
Im lebensbedrohenden Notfall bestimmt die Lebensgefahr den Umfang der präoperativen Maßnahmen; ggf. müssen alle Maßnahmen zugunsten der Aufrechterhaltung von Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion zurückstehen.
Minderung des Operationsrisikos
Arzt
  • Notfall-OperationOperationNotfallNotfalldiagnostik: Labor, EKG, Röntgen: Thorax und ggf. verletzte Region

  • Blutgruppe bestimmen

  • Venöse/zentralvenöse Zugänge legen

  • Volumen substituieren

  • Sedieren, Schmerzen bekämpfen, ggf. intubieren.

Pflege
  • Diagnostische Maßnahmen organisieren

  • Medikamente applizieren, Infusionstherapie vorbereiten und überwachen

  • Ggf. Transfusionen vorbereiten

  • ZVD-Messung einrichten und durchführen

  • Ggf. Sonden/Katheter legen, z. B. Magen, Dünndarm, Harnblase

  • Operationsfeld rasieren.

Aufrechterhaltung der wichtigsten Organfunktionen
Arzt
  • Medikamentöse Herz-/Kreislaufunterstützung, Infusionstherapie sowie ggf. Diuretikagabe und Elektrolytausgleich sicherstellen

  • Sauerstoffgabe, ggf. Beatmung verordnen.

Pflege
  • Vitalzeichen nach Anordnung kontrollieren, ggf. EKG kontinuierlich ableiten, ggf. Monitoring, Blutgasanalyse durchführen

  • Medikamentenapplikation, Infusionstherapie, Sauerstoffgabe vorbereiten und überwachen

  • Patienten in geeignete Lage bringen, z. B. Schocklage, sitzende Position, Seitenlage.

Operationsvorbereitung

Nahrungskarenz
  • OP-VorbereitungNahrungskarenz, präoperativeOP-VorbereitungNahrungskarenzOperationVorbereitungAuf ärztliche Anweisung; allgemeine Regel: 12 h vor OP keine feste Nahrung, 2 h vor OP keine Flüssigkeit, nicht rauchen, kein Kaugummi kauen

  • Bei Kindern, insbesondere Säuglingen und Kleinkindern, Gefahr der Dehydratation → Nahrungskarenz nach Arztabsprache verkürzen, Flüssigkeitskarrenz ggf. ganz aufheben

  • Patienten über Sinn und Umfang der Nahrungskarenz informieren, Mitarbeiter und Angehörige in Kenntnis setzen; Kennzeichnung am Bett und in der Dokumentation; nicht kooperative Patienten überwachen, ggf. Nahrungsmittel und Getränke entfernen.

Abführmaßnahmen
  • Abführmaßnahmen, präoperativeOP-VorbereitungAbführmaßnahmenNach ärztlicher Anordnung

  • I. d. R. orale bzw. rektale Abführmittel oder eine Kombination

  • Bei intraabdominalen Eingriffen: Dickdarm gründlich entleeren, z. B. hoher Einlauf oder Darmspülungen (Kap. 2.8.4)

  • Vor Darmoperationen Darmspülung oder medikamentöse Darmsterilisation

  • Patienten über Sinn, Umfang und Art des Abführens informieren.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Richtigen Zeitpunkt für Abführmaßnahme wählen, Nachtruhe des Patienten sichern

  • Am Abend vor der OP keine oralen Abführmittel mehr geben!

  • Zur Vorbeugung extremer postop. Stuhleindickung bis zur präop. verordneten Nahrungseinschränkung bzw. -karenz viel trinken, gut kauen, ballaststoffreiche Kost anbieten (Kap. 2.7).

Haarentfernung
  • RasurOP-VorbereitungHaarentfernungDie zu rasierenden Körperstellen hängen v. a. von der Schnittführung der jeweiligen OP ab. Typische Schnittführungen sollten bekannt sein

  • Großflächige Haarentfernung (Abb. 16.1). Ausnahme: Augenbrauen, Haupthaar

  • Atraumatische Durchführung mittels elektrischem Rasierer (Clipper): Mikroläsionen sind eine Infektionsquelle

  • Günstiger Zeitpunkt für die Rasur: unmittelbar vor der Operation im OP → geringe Kontaminationszeit bis zur OP; alternativ am Operationstag vor der Körperreinigung auf der Station

  • Haarentfernungscreme (Depilation) nur nach Verträglichkeitstest (kleine Salbenmenge an der Unterarminnenseite auftragen), keinesfalls für den Intimbereich. NW: Schleimhautreizungen, Allergiegefahr.

Körperreinigung
  • OP-VorbereitungKörperreinigungKörperpflegepräoperativePatienten Zeit zur ungestörten Körperpflege geben

    • Ganzkörperwaschung am Morgen des OP-Tages (Kap. 2.3.3)

    • Patienten duschen lassen (mobile Patienten Kap. 2.3.3)

    • Finger- und Fußnägel gründlich mit einer Nagelbürste reinigen (Kap. 2.3.3)

    • Bei bauchchirurgischen Eingriffen Nabel reinigen: Wasser, Seife und Stieltupfer benutzen, desinfizieren und mit einem getränkten Tupfer steril abdecken, z. B. Braunol®

    • Nagellack an Hand- und Fußnägeln entfernen (lassen) z. B. mit Azeton

    • Patienten zur Hautpflege nicht eincremen

    • Bettwäsche erneuern oder neues Bett aus der Bettenzentrale anfordern

  • Schmuck ablegen lassen, evtl. Wertsachen unter Verschluss nehmen

  • Patienten OP-Bekleidung (OP-Hemd, Haube, Einmalslip) anziehen (lassen).

Tipps, Tricks und Fallen

  • Zahn-, Augenprothesen, Hörgerät und Brille/Kontaktlinsen erst kurz vor dem Einschleusen entfernen

  • Anästhesiepersonal über entfernte Augenprothese informieren: Pupillenreaktion!

Prämedikation
  • Anästhesievisite am OP-Vortag durch PrämedikationOP-VorbereitungPrämedikationAnästhesisten

    • Patienten über Narkoseverfahren, Risiken und Ablauf informieren

    • Dauermedikation anpassen

    • Prämedikation → schriftlich verordnen: Medikament, Dosierung, Applikationsart, Zeitpunkt

  • Am Abend vor der OP: Anxiolyticum und/oder Sedativum nach Anordnung verabreichen, z. B. Rohypnol®, Dormicum®, Tranxilium®, Atosil®, Valium® (oral)

  • Am OP-Tag auf Abruf (meist ca. 30 min vor Operationsbeginn) nach Anordnung verabreichen

    • Parasympatholytikum, z. B. Atropin®, Scopolamin®

    • Analgetikum mit sedierender Wirkung, z. B. Thalamonal®, Dipidolor®, Dolantin®

    • Bei Aspirationsgefahr Antazidum 60–90 min vor Narkose mit Prämedikation verabreichen, z. B. Tagamet® 400 mg.

Pflege

Am Tag vor der OP
  • Körpergröße und -gewicht feststellen

  • Patientenunterlagen, Einverständniserklärung und aktuelle Untersuchungsergebnisse bereitlegen

  • Den Anästhesisten auf Besonderheiten hinweisen, z. B. Kreislaufunregelmäßigkeiten, erhöhte Körpertemperatur, Atemprobleme: Hyperventilation, Bronchospasmus, Obstruktionen; Allergien, Alkohol-, Nikotin-, Medikamentenabusus, Menstruationsblutung

  • Prämedikation verabreichen, Einnahme überwachen und dokumentieren: Zeit, Unterschrift

  • Wirkung der Prämedikation beobachten; Komplikationen, z. B. Verwirrtheitszustände, Kreislaufunregelmäßigkeiten, Atemdepression, Allergie, Übelkeit, Erbrechen dokumentieren und den Arzt informieren.

Am Operationstag
  • Operationsgebiet rasieren (Kap. 16.2.2), alternativ erst im Einleitungsraum

  • Körperreinigung ermöglichen, ggf. Hilfestellung anbieten (Kap. 16.2.2)

  • Ggf. medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe anziehen (KI beachten)

  • Medikamentöse Thromboseprophylaxe (Arztverordnung) einleiten, bei immobilen Patienten am Aufnahmetag

  • Nach telefonischem Abruf, ca. 30–40 min vor der OP:

    • Patienten Toilettengang ermöglichen

    • Prämedikation (Kap. 16.2.2) verabreichen, Patienten auf mögliche NW hinweisen, z. B. trockener Mund, Herzklopfen, Sehstörungen, Müdigkeit

    • Vitalzeichen kontrollieren

    • Patienten nicht mehr (alleine) aufstehen lassen, erreichbar und gesprächsbereit bleiben, Rufanlagen ans Bett, für ruhige Umgebung sorgen

  • Patienten zum OP fahren, Angst durch Anwesenheit und ggf. durch Körperkontakt begegnen

  • Patientenunterlagen und Röntgenbilder dem OP-Personal übergeben. Besonderheiten, z. B. allergische Reaktionen, Menstruationsbeginn, Fieber, Kreislaufveränderungen, mitteilen

  • Ggf. Zahn-/Augenprothese, Brille, Kontaktlinsen, Hörgerät entfernen und entsprechend aufbewahren

  • Bis zum Einschleusen beim Patienten bleiben.

Postoperative Pflege

Übernahme des Patienten

Vorbereiten
PflegepostoperativeMitpatienten informieren (Ruhe, Besuch einschränken), Zimmer herrichten, z. B. Überwachungsgeräte, Infusionsständer, Infusionspumpe, Vakuumpumpe, Sauerstoffgerät, Luftbefeuchter, Inhalationsgerät, Toilettenstuhl, Sichtschutz, frisches Bett bereitstellen, ggf. Bett anwärmen (Wärmflasche, Wärmedecke), Beatmungsbeutel für Transport mitnehmen, Hilfsmittel bereitstellen, z. B. Nierenschale und Zellstoff, Urinflasche, Patientenruf, OP-Hemd, Dokumentationsbogen.
Durchführen
  • Patienten begrüßen und informieren, dass er abgeholt wird

  • Informationen einholen:

    • Operationsverlauf, Narkoseverlauf, Zwischenfälle, Verordnungen

    • Vitalwerte (Kreislaufparameter, Atmung, Bewusstseinslage)

    • Befinden (Schmerzen, Frieren, Übelkeit)

    • Lagerung, Verband, Infusionen, Drainagen, Katheter, Schienen

    • Begleitpapiere (Kurve, Verordnungsblatt, Röntgenaufnahmen, Befunde)

  • Patienten auf den Transport zur Station vorbereiten: flache Rückenlage, auf ärztliche Anordnung spez. Lagerung; Verbände kontrollieren, zudecken; Infusionsflaschen, Drainagen und Urinableitungsbeutel gegen Herabfallen sichern (Leitungen nicht unterbrechen); ggf. Aufzug freihalten

  • Patienten während des Transportes beobachten, ggf. ansprechen, informieren

  • Aufnahme in das Krankenzimmer: ggf. Überwachungseinheiten anschließen, Infusionspumpen, Saugsysteme anschließen, mit Überwachungsrhythmus beginnen (anfangs kurze Intervalle, nach Stabilisation ggf. stündliche Intervalle)

  • Patienten Patientenüberwachung, postoperativeüberwachen:

    • Atmung: Frequenz, Rhythmus, Qualität, Hautfarbe (Zyanose), Sekret, BGA (Laboranforderung)

    • Herz-Kreislauf: Pulsfrequenz, -rhythmus, -qualität, Blutdruck, Schockindex, ZVD, Ödeme (peripher, Lunge)

    • Bewusstsein: Ansprechbarkeit, Orientierung, Reflexe

    • Körpertemperatur: rektale Messung (2 × tgl.; bis 38 °C normal → „Resorptionsfieber“)

    • Urinausscheidung: spätestens nach 8 h, ggf. stündlich Urin kontrollieren, Menge (Urimeter), Beimengungen, Farbe, spez. Gewicht, pH-Wert, ggf. 24-h-Sammelurin, harnpflichtige Substanzen bestimmen lassen

    • Schmerzen: Art, Intensität und Lokalisation des vom Patienten geäußerten Schmerzes einschätzen (Wundschmerz, Entzündungsschmerz, Phantomschmerz); geeignete Schmerzeinschätzungsskalen nutzen (Kap. 2.11)

    • Wundverband: Verfärbung (Blut, Sekret, Eiter), Ablösen, Durchnässen, Einschnüren, Pflasterallergie (1. Verbandswechsel 1.–3. postop. Tag: Arzt)

    • Sonden/Drainagen: Lage, Funktion, Sekretabfluss (Menge, Farbe, Konsistenz), Sogwirkung (Kap. 16.3.3)

    • Infusionen/Transfusionen: venöse Zugänge (Durchgängigkeit, Fixierung, Paravasat, Entzündungszeichen), Infusionsprogramm (Einlaufgeschwindigkeit, Infusionsabfolge), Verträglichkeit, Bilanzierung.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Nur ansprechbare und orientierte Patienten mit stabiler Kreislaufsituation übernehmen

  • Transport mit 2 Pflegenden durchführen (mind. eine dreijährig ausgebildete Pflegekraft).

Pflegeschwerpunkte

Psychische Betreuung
OperationNachsorgeDen Patienten durch Arzt über OP-Verlauf informieren lassen. Durch Information Angst vor Therapie- und Pflegemaßnahmen nehmen, Patienten aktiv an der Therapie beteiligen (präoperativ eingeübte Maßnahmen Kap. 16.2.1), Lebenswillen stärken (Familienbezug), gesprächsbereit sein, Ängste, Probleme des Patienten ernst nehmen – nicht bagatellisieren.
Prophylaxen
Sofort beginnen, Maßnahmen auf die Art der Operation und den Zustand des Patienten abstimmen (Absprache mit Arzt), für den Patienten geeignete Maßnahmen auswählen (Patienten beteiligen), alle notwendigen Prophylaxen berücksichtigen.
Ernährung
KostaufbauErnährungpostoperativeArt der Operation und Narkose berücksichtigen, Allgemeinzustand des Patienten beachten (Magen-, Darmatonie, Übelkeit), verordnete Diät einhalten, z. B. nachmittags/abends nach OP kleine Mengen Tee, langsamer Aufbau von leichter Kost, Steigerung bis Vollkost erst nach normalisierter Magen-, Darmfunktion. Nach kleinen Eingriffen Vollkost ab 1. postop. Tag anbieten, bei Komplikationen evtl. Sondenkost (Kap. 2.7.6). Hausinterne Kostaufbaupläne beachten.
Durst
Zeitpunkt der ersten postop. Flüssigkeitsaufnahme ist ärztliche Anordnung. Nach Eingriffen außerhalb der Bauchhöhle unter Vollnarkose beginnt die Flüssigkeitsaufnahme meist nach 6 h. Bei starker Mundtrockenheit und Durstgefühl, Lippen anfeuchten und Mund ausspülen (Kap. 2.3.6), ggf. Luftbefeuchter einsetzen.
Mobilisation
Mobilisationpostoperative2–3 h postop. beginnen, mögliche Maßnahmen mit dem Arzt absprechen, geplante Maßnahmen mit dem Patienten abstimmen, Patienten nicht überfordern, Maßnahmen gemäß der Fortschritte steigern, z. B. Bewegungsübungen im Bett (passiv, aktiv), Aufsitzübungen, Aufstehübungen, Gehübungen. Alle Gelenke in ihren Bewegungsebenen durchbewegen (Tab. 16.1).

Tipps, Tricks und Fallen

  • Vor und nach jeder Mobilisation Vitalzeichen kontrollieren

  • Auf Verbände, Sonden, Drainagen, Infusionen usw. achten

  • Hilfestellung an den Bedürfnissen des Patienten ausrichten

  • Vor schmerzhaften Bewegungsübungen, z. B. nach Knie-TEP, Bedarfsmedikation anbieten

  • Schmerzen durch Positionierung mildern, z. B. nach Bauch-OP Knie anwinkeln, mit Kissen unterstützen (entlastet die Bauchmuskulatur).

Postoperative Wunddrainagen

Indikationen
WunddrainageDrainagepostoperativeAbleitung von Wundsekret, Blut, Eiter aus Wunden, Körperhöhlen; bessere Adaptation der Wundflächen durch Saugdrainagen, z. B. Redon®.
Drainagenpflege
  • DrainagePflegeAseptisches Vorgehen (Kap. 3.10.6)

  • Regelmäßig den freien Abfluss aller Drainagen überprüfen

  • Menge und Aussehen des Sekrets dokumentieren. Bei Auffälligkeiten Arzt informieren.

Geschlossene Drainage
  • DrainagegeschlossenePatientenposition beachten, Schläuche nicht abknicken, nicht durchhängen lassen

  • Zug auf das Ableitungssystem durch „Daraufliegen“ vermeiden

  • Auffangbeutel oder -flaschen immer unter Patientenniveau anbringen, Sekretreflux vorbeugen.

Vakuum-Drainage (Redon®-Drainage)
Arzt:
  • Redon®-DrainageErstversorgung intraoperativ: Drain mit Naht fixieren, Vakuumflasche anschließen

  • Drainage ziehen: Aseptisch vorgehen, Ableitung abklemmen, Haut- und Drain desinfizieren, Faden ziehen, Drain ziehen, auf Vollständigkeit kontrollieren, Verband anlegen.

Pflege:
  • Sog der Drainagen regelmäßig überprüfen, z. B. Redon-, Saug-Spül-, Bülau-Bülau-DrainageDrainage

  • Ggf. Vakuumflaschen nummerieren

  • Sekret kontrollieren: Menge, Farbe, Konsistenz

  • Sekretmenge dokumentieren, Flaschenaufkleber, evtl. stündlich.

Offene Drainage
  • DrainageoffeneOffenes Ableitungsrohr endet über dem Hautniveau, z. B. Penrose-DrainagePenrose-Drainage

  • Verband frühzeitig – bei ersten Zeichen von Durchfeuchtung – wechseln, saugfähige Materialien benutzen

  • Verband beobachten: Durchfeuchtung? Sekret fließt ins Verbandmaterial ab

  • Haut von peripher nach zentral desinfizieren (Kap. 3.10.7, Abb. 3.16)

  • Drainageschlauch desinfizieren

  • Haut mit Fettsalbe schützen, gut haftende Creme z. B. auf Wollfettbasis, oder alternativ Hautschutzplatten anwenden.

Halboffene Drainage
DrainagehalboffeneAus dem Verband ragender Drainageschlauch ist an einem Ableitungssystem mit Beutel angeschlossen. Beutelwechsel mit Handschuhen, Drain abklemmen, Konnektionsstelle desinfizieren, neuen Beutel anschließen, Klemme lösen. Bei Verwendung von Klebebeuteln keine fettenden Pflegemittel benutzen, ggf. Hautschutzplatte.
Wunddrainagenwechsel
Beispiel: Redon®-Drainage
  • Immer unter aseptischen DrainageWechselBedingungen wechseln

  • Nur bei höchstem Füllstand oder erschöpftem Vakuum wechseln

  • Neue Vakuumflasche auf Beschädigungen prüfen und Vakuum kontrollieren

  • Drainageschlauch nah an der Flasche abklemmen

  • Schlauchende desinfizieren (Sprühdesinfektion, z. B. mit Dibromol®)

  • Alte Vakuumflasche abnehmen

  • Sofort neue Vakuumflasche aufstecken

  • Neue Flasche öffnen

  • Drainageschlauch langsam öffnen, „frischer“ Sog kann schmerzhaft sein

  • Sekretabfluss beobachten

  • Sekretmenge, (-geruch), -farbe, -konsistenz prüfen und dokumentieren.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Vakuumflaschen mit Luer-Lock-Ansatz wählen: keine Kontamination der Umgebung mit Blut und Wundsekret beim Abziehen des Drainageschlauchs

  • Vakuumflaschen nicht auf den Boden abstellen

  • Plastikflaschen sind leichter und unzerbrechlich, sie können vom Patienten am Körper getragen werden, ggf. spezielle Tragevorrichtung benutzen

  • Wundsekret aus offenen und halboffenen Systemen ist als infektiös zu behandeln

  • Vakuumflasche (Einmalartikel) mit Inhalt entsorgen

  • Sekret aus geschlossenen Systemen gilt als nicht kontaminiert, z. B. geeignet für bakteriologische Untersuchungen.

Postoperative Komplikationen

Übersicht: Häufige postoperative Verwirrtheitpostoperative Schockpostoperativer SchmerzpostoperativerObstipationpostoperative MagenAtonie Kollapspostoperativer Hypoxiepostoperative Hypertoniepostoperative Hustenpostoperativer Harnverhaltenpostoperatives Erbrechenpostoperatives DarmAtonie Ateminsuffizienzpostoperative Komplikationen

Tab. 16.2
Symptome Ursachen Pflegerische Maßnahmen
Übelkeit/Erbrechen Narkosenachwirkung, Magenatonie
  • Hilfestellung beim Erbrechen (Aspirationsgefahr)

  • OP-Wunde stützen/halten (Gegendruck erzeugen lassen)

  • Antiemetikum, z. B. Paspertin® (nach ärztl. Anordnung)

  • Atemübungen zum Abatmen der Narkosegase

Hypotonie, Kollaps Volumenmangel (Blutung, Schock, Asystolie)
  • Ggf. Schocklage (Kap. 22.4.2)

  • Ggf. Reanimation einleiten (Kap. 22.4.1)

  • Arzt informieren

  • Ggf. Schocktherapie vorbereiten (Kap. 22.4.2)

  • Infusionen vorbereiten (Kap. 3.3)

Hypertonie Herzinfarkt
  • Oberkörper hochlagern (KI beachten)

  • O2-Gabe nach Anordnung

  • Arzt informieren

Ateminsuffizienz, Atemdepression Narkoseüberhang, Relaxanzienüberhang, Morphiumüberdosierung
  • Patienten ansprechen, wecken

  • RR, Puls und Atmung permanent überwachen (ggf. Monitoring)

  • Ggf. Guedel-Tubus, Sauerstoff nach Anordnung (Kap. 22.4.1)

  • Arzt informieren

  • Ggf. Reintubation (Arzt), Beatmen

  • Ggf. auf die Intensivstation verlegen

Hypoxie Schonatmung (schmerzbedingt)
  • Ggf. Lage ändern (Kap. 2.2.5)

  • O2 nach Anordnung verabreichen

  • Patienten zur Kooperation motivieren (Zusammenhänge erklären)

  • Arzt informieren

Schmerzen Wundschmerz, Hämatome, Infektion
  • Ggf. Position ändern

  • Ggf. physikalische Maßnahmen anwenden, z. B. Wärme, Kälte (Arztverordnung)

  • Schmerztherapie (Kap. 2.11.4)

Brettharter Bauch, Abwehrspannung, Schocksymptomatik Blutungen in die Bauchhöhle, Organperforationen, z. B. Magen, Darm, Gallenblase
  • Patienten ggf. in Schocklage bringen

  • Sofort Arzt informieren

  • Wunde, Sonden, Drainagen kontrollieren

  • Ggf. venösen Zugang legen (lassen)

  • Ggf. operative Revision (Arzt)

Husten Reizung der Trachea durch Tubus, Sekretansammlung
  • Pneumonieprophylaxe (Kap. 2.4.3)

  • Husten unterstützen (aufrichten, Druck auf Wunde)

  • Antitussiva (Arztanordnung)

  • Ggf. oral oder nasal absaugen

Harnverhalt Reflektorisch durch Narkose
  • 6–8 h postop. Patienten zum Wasserlassen anhalten, ggf. vor das Bett stellen

  • Sphinkterentspannung, z. B. Blase beklopfen, Wasser plätschern lassen

  • Medikamente nach Verordnung

  • Ggf. Einmalkatheterisieren (Kap. 3.6.1)

Fehlen von Darmgeräuschen und Flatulenz; Obstipation Darmatonie
  • Mobilisation intensivieren, ggf. Bauch-/Darmmassage durchführen

  • Bei Meteorismus ggf. trockene Wärme (Kap. 3.9.3), Darmrohr, ggf. Tee, z. B. Kümmel, Fenchel, Anis (Arztanordnung)

  • Medikamentöse Entblähung (Arztanordnung)

  • Mildes Laxans oral, z. B. Agiolax® (Arztanordnung)

  • Ggf. Klistier, Einlauf (Kap. 2.8.4)

  • Ggf. Magensonde legen (Kap. 3.6.3)

Fieber, Schmerzen und Infektionszeichen an der Wunde Wundinfektion
  • Arzt informieren

  • 3 × tgl. Temperatur kontrollieren

  • Pflege bei Fieber (Kap. 2.6.3)

  • Bei Schüttelfrost aerobe und anaerobe Blutkultur abnehmen lassen

Auf Anordnung:
  • Wundabstrich nehmen (Erregernachweis, Resistenz)

  • Antibiotikatherapie verabreichen

  • Ggf. Teilfäden entfernen oder Wunde öffnen (Arzt)

  • Wunde spülen

Nahtdehiszenz, Platzbauch Wundheilungsstörung durch Vorerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), reduzierten Allgemeinzustand; Wundinfektion
  • Sofort Arzt informieren (Notfall)

  • Sofortige operative Revision (z. B. Verschluss mit Plattennaht)

  • Hilfestellung beim Husten (Gegendruck)

  • Pressen beim Abführen vermeiden, für weichen Stuhl sorgen, z. B. Laxanzien (Arztanordnung)

Verwirrtheit; zeitliche, örtliche Desorientiertheit Hypoxie, Hypotonie, Elektrolytverschiebungen, Hyper-/Hypoglykämie, Schmerzen, Fieber, Angst (Stress)
  • Arzt informieren

  • Zuwendung intensivieren

  • Kontakt mit vertrauten Personen herstellen

  • Kausaltherapie (Arzt)

  • Psychopharmaka-Therapie einleiten (Arztanordnung)

  • Gesetzliche Vorschriften beachten (Fixierung, Betreuungsgesetz Kap. 1.9)

  • An Alkoholentzugsdelir denken

Agitierte Verwirrtheit mit Tachykardie und Hypertonie Alkoholentzug bei Abhängigkeit
  • Arzt informieren

  • Kreislauf überwachen (ggf. Monitoring)

  • Medikamentöse Therapie: Distraneurin, Sedativa, Herzunterstützung auf Anordnung

  • Ggf. Infusionstherapie (Kap. 3.3.2)

Entfernung von Nahtmaterial

Verbände und Verbandswechsel Kap. 3.10
Fäden entfernen
Das Entfernen der Fäden Fäden ziehen Nahtmaterialentfernen ChirurgieFäden entfernen orientiert sich an der jeweiligen Nahttechnik (Abb. 16.2).
Material
Sterile anatomische Pinzette, sterile(s) Schere/Fadenmesser/11er Skalpell, Hände- und Hautdesinfektionsmittel, sterile Kompressen (1–2 Stück), Pflasterstreifen, z. B. hautverträgliches Seidenpflaster, ggf. Schnellverband, z. B. Mepore® Pro steril Pflaster, evtl. Sprühverband, Abwurfschale.
Vorbereiten
  • Aseptisch vorgehen

  • Zeitpunkt und Umfang des Fädenziehens, (Fadenteilentfernung, z. B. jeder zweite Faden), legt der Arzt fest

  • Patienten über Vorgehen und evtl. „Zwicken“ informieren

  • Verband entfernen

  • Wunde desinfizieren.

Durchführen
  • Mit einer anatomischen Pinzette Fadenende hochziehen

  • An der Hauteintrittsstelle, unterhalb des Knotens einen Faden durchtrennen

  • Faden vorsichtig herausziehen

  • Auf steriler Kompresse abstreifen und auf Vollständigkeit prüfen: 3 Enden?

  • Den Vorgang wiederholen, bis alle Fäden entfernt sind

  • Wunde erneut desinfizieren

  • Schnellverband aufkleben.

Besonderheiten
Intrakutane Naht (Arzt)
  • NahtintrakutaneBesteht aus einem Faden, Befestigung durch Kunststoffverschluss

  • Knoten oder Verschlussplombe am Ende des Fadens abschneiden

  • Anfang des Fadens mit Pinzette fassen, durch Drehen der Pinzette aufwickeln.

Fortlaufende Naht
  • NahtfortlaufendeDem Fadenverlauf folgend, jeweils an der Einstichstelle den Faden mit der Pinzette etwas aus dem Stichkanal herausziehen, im Hautniveau abschneiden

  • Faden an der zurückliegenden Austrittsstelle fassen und herausziehen

  • Vorgang wiederholen, bis Faden vollständig entfernt ist.

Donati-Naht
  • Donati-NahtNahtDonati Faden unterhalb des Knotens durchtrennen (Abb. 16.2)

  • Faden auf der gegenüberliegenden Wundseite wundnah ein zweites Mal durchtrennen

  • Knoten mit Pinzette fassen und „oberen“ Faden ziehen

  • Faden auf der gegenüberliegenden Seite mit Pinzette fassen und „unteren“ Faden ziehen.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Grundsätzlich darf kein Fadenteil, der außerhalb der Haut lag, durch den Stichkanal gezogen werden

  • Bei Schwierigkeiten, z. B. eingewachsene Fäden, Arzt hinzuziehen.

Klammern entfernen
Material
ChirurgieKlammern entfernenSterile Klammerzange, Hände- und Hautdesinfektionsmittel, sterile Kompressen (2–3 Stück), Pflasterstreifen, z. B. hautverträgliches Seidenpflaster, ggf. Schnellverband, z. B. Mepore® Pro steril Pflaster, evtl. Sprühverband, Abwurfschale.
Durchführen
  • Vorbereiten wie beim Faden ziehen

  • Klammerzange unter die Klammer schieben

  • Zange schließen (Klammer wird auseinandergedrückt und aus der Haut gezogen)

  • Klammer mit der Zange abheben

  • Auf steriler Kompresse abstreifen

  • Den Vorgang wiederholen, bis alle Klammern entfernt sind

  • Wunde erneut desinfizieren

  • Kompresse auflegen und fixieren (Pflasterstreifen) oder Schnellverband aufkleben.

Literaturhinweise

Mühlen and Keller, 2013

M. Mühlen C. Keller Pflege konkret Chirurgie Orthopädie Urologie 2013 Elsevier München

Protz and Timm H., 2014

K. Protz J.H. Timm Moderne Wundversorgung 2014 Elsevier München

Websites

Linksammlung relevanter Pflegestandards, 2015

Linksammlung relevanter Pflegestandards: www.fortbildung-pflege.com/Pflegestandards.htm (letzter Zugriff 17.6.2015)

Robert Koch-Institut,

Robert Koch-Institut www.rki.de

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