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B978-3-437-26164-0.00018-4

10.1016/B978-3-437-26164-0.00018-4

978-3-437-26164-0

Überprüfung des Fundusstand Fundusstandes

[L138]

StillpositionenStillposition

[L231]

RasurGynäkologie Rasurschema bei abdominalen gynäkologischen Eingriffen und Mamma-OP

[L138]

Leitsymptome gynäkologischer SpottingRegelblutung, schmerzhafteRandsinusblutungPruritus vulvaePolymenorrhöPlacenta praeviaOligomenorrhöMyometritisMyomMetrorrhagieMenorrhagieJuckreiz, genitalerHypermenorrhöFluor genitalisEndometrioseEktopieDysmenorrhöBlutungSchwangerschaftBlutungvaginaleBlasenmoleAusflussErkrankungen

Tab. 18.1
Leitsymptom Definition Differenzialdiagnose
Ausfluss (Fluor genitalis) Ausfluss, der in Menge und Aussehen nicht dem physiologischen Vaginalsekret (klar, ohne Geruch, pH-Wert 3,5–4,5) entspricht
  • Klar, geruchsneutral bei Östrogenstimulation, Ektopie (Uterusschleimhaut am äußeren Muttermund), Polypen im Gebärmutterhals

  • Weiß-gelblich, cremig bei Infektion mit Candida albicans (Kap. 15.3.6)

  • Gelb-grünlich, schaumig bei Trichomoniasis, Gonorrhö (Tripper)

  • Grau-wässrig bei Mischinfektion

  • Braun, blutig, wässrig bei Malignom, z. B. Zervixkarzinom, Vaginalkarzinom

  • Glasig-farblos, geruchlos, schleimig-fadenziehend bei Ovulation

Genitaler Juckreiz (Pruritus vulvae) Juckreiz im Bereich der Vulva
  • Infektionen: Trichomonaden, Gonorrhö, Pilzinfektion

  • Parasitäre Erkrankungen: Filzlaus, Krätze (Scabies)

  • Vulvakarzinom

  • Atrophische Dystrophie

  • Diabetes mellitus

Schmerzhafte Regelblutung Starke, krampfartige Schmerzen im Unterleib unmittelbar vor und während der Periodenblutung
  • Ideopathische Dysmenorrhö

  • Evtl. gesteigerte Prostaglandinbildung

  • Myometritis (Entzündung der Gebärmuttermuskulatur)

  • Myom (gutartige Geschwulst der Gebärmuttermuskulatur)

  • Endometriose (außerhalb der Gebärmutter vorkommende, funktionstüchtige Gebärmutterschleimhaut, z. B. im Eierstock, Bauchhöhle, Gebärmutterwand)

Schmerzen im Unterleib Extragenitale Ursachen
  • Akutes Abdomen (Kap. 10.1.1)

  • Leistenhernie

  • Pyelonephritis/Nierenkolik

  • Zystitis

  • Appendizitis

Vaginale Blutung Zyklusunabhängig
Deutlich stärker als gewöhnlich
  • Zervixkarzinom

  • Sog. dysfunktionelle Blutungen (z. B. bei Hormonstörungen)

Kontaktblutung, Postkoitalblutung (nach Geschlechtsverkehr): schmerzlos, hellrot, geringe Menge, Verletzungsblutung
  • V. a. Ektopie

  • Vaginale Verletzungen

  • Zervixkarzinom

Zusatzblutung außerhalb der Periode (Metrorrhagie)
  • Gestörte Gelbkörperfunktion

  • Endometriumkarzinom

Zyklusabhängig
Zusatz- oder Schmierblutung, prä-/postmenstruell oder mittzyklisch (Spotting, Metrorrhagie)
  • Myom (Kap. 18.6)

  • Endometritis (Kap. 18.6)

  • Intrauterinpessar

  • Einnistungsblutung der Eizelle

Verstärkte Periodenblutung (Hypermenorrhö)
  • Myom

  • Intrauterinpessar

  • Chronische Entzündungen

  • Hormonelle Störungen

  • Endometriose

Verlängerte Blutung > 7 Tage (Menorrhagie)
  • Chronische Entzündungen

  • Hormonelle Störungen

Regelmäßig verkürzte Zyklen < 25 Tage (Polymenorrhö)
  • Anovulatorische Zyklen

  • Gelbkörperschwäche

Stark verlängerte Zyklen > 35 Tage (Oligomenorrhö)
  • Verlängerte Follikelreifungsphase

  • Anovulatorische Zyklen, z. B. in Pubertät/Klimakterium

In der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft besteht eine sekundäre Amenorrhoe, Blutung stets ein abklärungsbedürftiges Symptom
  • Extrauterin-Gravidität (EUG)

  • Abort (Fehlgeburt)

  • Placenta praevia (Verlagerung des Mutterkuchens vor den Muttermund)

  • Vorzeitige Plazentalösung

  • Randsinusblutung (Blutung aus Plazentagefäßen)

  • Blasenmole (bläschenförmige Umwandlung der Plazenta)

Diagnostische Methoden in der Gynäkologie und Ultraschalluntersuchung siehe SonografieStanzbiopsieSpekulumuntersuchungSonografiegynäkologischePapanicolaouPalpationMammografieKürettageKonisationKolposkopieKardiotokografie (CTG)GynäkologieDiagnostikGeburtshilfeDiagnostikGalaktografieEntenschnabelspekulumDouglaspunktionChorionzottenbiopsie, transzervikaleChoriongonadotropinBiopsieStanz-AmniozenteseAbstrichVaginalAbrasioÖstriolGeburtshilfeCTG (Kardiotokografie)

Tab. 18.2
Maßnahme Definition Aufgaben der Pflegenden
Inspektion
  • Visuelle Beurteilung von Abdomen, äußerem Genitale

  • Äußere Untersuchung der Brust: Größe, Ungleichheit, Hautveränderungen, Besonderheiten der Brustwarze

  • Patientin informieren, gleichzeitig bitten, ggf. die Harnblase zu entleeren

  • Intimpflege durchführen (lassen)

  • U. U. begleiten zu/während der Untersuchung

  • Auf den Untersuchungsstuhl steigen lassen, ggf. Hilfe anbieten

  • In Steinschnittlage lagern: Kniekehlen in Halterungen legen oder Füße auf Abstellfläche aufsetzen, Gesäß überragt knapp die Stuhlkante

  • Spekula (angewärmt aus Wärmeschrank)

  • Beim Verlassen des Stuhles behilflich sein

Spekulumuntersuchung Untersuchung mit einem sog. Entenschnabelspekulum oder einem zweiteiligen Spekulumset
  • Inspektion von Muttermund (Portio) und Scheidenwand

  • Ggf. Abstrichentnahme

Palpation
  • Bimanuelle Untersuchung (beidhändig) von vaginal und abdominal sowie zusätzlich rektal zur Beurteilung des Abdomens, inneren Genitales, Douglas-Raums und Rektums mittels Tastbefund (Überprüfung auf Größe, Lage, Form, Konsistenz, Beweglichkeit und Druckschmerzhaftigkeit)

  • Abtasten der Brustdrüsen und regionalen Lymphknoten (Schmerzen, Knoten, Absonderungen aus der Mamille?)

Kolposkopie Lupenbetrachtung von Portio und Vagina
Abstrich (bakteriologisch/zytologisch) Entnahme von Zellmaterial von Muttermund und Scheide mittels Watteträger. Ausstreichen auf Objektträger. Nativ oder nach Färbung (Papanicolaou) Beurteilung:
  • Zellveränderungen

  • Bakterien, Humane Papillomviren (HPV), Pilze

Blut-, Urinuntersuchung Information zur Gewinnung von Mittelstrahlurin
Sonografie Ultraschalluntersuchung
  • Transabdominal

  • Transvaginal (Schallkopf wird in die Scheide eingeführt)

  • Brust

  • Patientin rechtzeitig zu Blasenfüllung informieren

    • Transabdominal = Blase sollte gefüllt sein

    • Transvaginal = Blase sollte leer sein

  • Tücher zur Entfernung des Sonografiegels bereitlegen

Kürettage/Abrasio Entfernung der oberen Schicht der Gebärmutter- und Zervixschleimhaut zur histologischen Untersuchung
  • Durchführung in Vollnarkose

  • RR-Kontrolle bis Kreislauf stabil

  • Mobilisation nach 4–6 h

  • Spontanurin nach 4–6 h; bei liegender Tamponade → Wasser lassen erschwert

  • Tamponade nach 24 h entfernen

  • Information/Beratung zur selbstständigen Blutungskontrolle

  • Prävention: die nächsten Wochen nichts Schweres heben

Konisation Kegelförmige Gewebeentnahme an der Portio zur histologischen Untersuchung
Douglaspunktion Punktion des Douglasraums, z. B. bei V. a. intraabdominale Blutung, Tuboovarialabszess
  • Vor der Punktion: Darm und Blase entleeren

  • Nach der Punktion: Vitalzeichenkontrolle

Mammografie Radiologische Darstellung beider Mammae Patientin anmelden, u. U. begleiten
Stanzbiopsie bei Knoten in der Brust Punktion von Mammaknoten unter Ultraschallkontrolle zur histologischen Beurteilung
Galaktografie Darstellung der Milchgänge mittels Kontrastmittel
Diagnostische Methoden in der Geburtshilfe
Humanes Choriongonadotropin (β-HCG) Nachweis des Schwangerschaftshormons (im Blut frühestens 10–12 Tage nach Konzeption, im Urin ab dem 1. Tag nach Ausbleiben der Regelblutung), z. B. als Schwangerschaftstest oder bei Unregelmäßigkeiten während der Schwangerschaft (Kap. 18.5) Mittelstrahl-Morgenurin
Kardiotokografie (CTG) Simultane Aufzeichnung von fetaler Herzfrequenz und Uterusaktivität, z. B. bei Wehentätigkeit Lagerung meist in Rückenlage mit angewinkelten Beinen. bei Vena-cava-Kompressionssyndrom → Seitenlagerung
Diagnostische Methoden in der Geburtshilfe
Amniozentese Fruchtwasserentnahme durch Punktion (transabdominal unter Ultraschallkontrolle ab der 14. SSW), am besten zwischen 15–17. SSW
  • Nach der Untersuchung:

    • 2 h Ruhe

    • Rh-negativen Schwangeren Rh-Prophylaxe verabreichen (Kap. 18.5.3)

  • Am Folgetag Ultraschalluntersuchung einplanen

  • Schwangere informieren: einige Tage körperliche Schonung, bei Fruchtwasserabgang sofort Klinik aufsuchen

Transzervikale Chorionzottenbiopsie Entnahme von kindlichem Gewebe aus der Plazenta in der 8.–12. SSW unter Ultraschallkontrolle
Östriol (E3) Beurteilung der Funktion der Plazenta: erniedrigt bei Mangelversorgung des Kindes
  • 24-h-Urin

  • Gleichzeitig Serumbestimmung am Ende der Sammelperiode

Medikamente in der Gynäkologie und WehenhemmerVerhütungsmittel siehe AntikonzeptivumVaginaltherapeutikumUteruskontraktionsmittelRhesusprophylaxe ProlaktinhemmerMedikamentGeburtshilfeGynäkologieMedikamenteAntimykotikumVaginaltherapieAntikonzeptivumhormonellesAntibiotikumVaginaltherapieGeburtshilfe

Tab. 18.3
Substanz Nebenwirkungen Hinweise/Pflege
Wehenhemmende Mittel (Kap. 18.5.2)
Fenoterol, z. B. Partusisten® Störungen der Blutdruckregulation, Tachykardie, Extrasystolen, Blutzucker-Erhöhung, Hypokaliämie, Unruhe, Muskeltremor, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Darmatonie, bei gleichzeitiger Gabe von Glukokortikoiden evtl. Lungenödem Beobachtung von Gesamtbefinden, Vitalzeichen/Atmung/Stuhlausscheidung, Bilanzierung nach Arztanordnung
Atosiban, z. B. Tractocile®
Uteruskontraktionsmittel
Dinoproston Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Durchfall, gelegentlich Fieber Vaginaltabletten, Anwendung findet unter geburtshilflicher Intensivüberwachung statt
Methylergometrin, z. B. Methergin® Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Blutdrucksteigerung Anwendung während der Nachgeburtsperiode und im Wochenbett
Oxytocin, z. B. Syntocinon®, Orasthin® Tachykardie Vitalzeichenkontrolle
Vaginaltherapeutika
Antibiotika, z. B. Tetracyclin (Mysteclin®) Schleimhautreizung, allergische Reaktionen Lokale Anwendung von Vaginalkugeln bzw. -ovula nach Anordnung
Antimykotika, z. B. Nystatin (Moronal®), Clotrimazol (Canesten®) Hautrötung, Brennen (Evtl.) Mitbehandlung Partner
Milchsäure, z. B. Tampovagan®, Eubiolac Verla® Lokal gut verträglich Wiederherstellung des sauren Milieus der Vagina
Prolaktinhemmer (Kap. 18.5.6)
Bromocriptin, z. B. Pravidel® Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen, Unruhe, Schlafstörungen Anwendung: Abstillen
Cabergolin, z. B. Dostinex®
Hormonelle Antikonzeptiva
Ovulationshemmer: Pille (Östrogen-Gestagen-Kombination), Minipille (Gestagene), Drei-Monats-Spritze (Gestagene) Übelkeit, Ödeme, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen, Neigung zu Thrombosen, Libidoverlust Wegen Thromboserisiko bei gleichzeitiger Pilleneinnahme nicht rauchen
Rhesusprophylaxe (Kap. 18.5.3)
Immunglobulin-Anti-D, z. B. Partobulin®, Rhesogam® Keine 48–72 h nach der Geburt i. m. Gabe. Hemmung bzw. Verhinderung der Antikörperbildung

Einteilung der hypertensiven PräeklampsiePfropfgestoseGestationshypertonieErkrankungen

Tab. 18.4
Gestationshypertonie Zwischen 20. SSW und 6 Wochen nach der Entbindung, ohne Proteinurie
Präeklampsie Hypertonus mit Proteinurie mit/ohne Ödeme → Eklampsie → HELLP-Syndrom
Chronischer Bluthochdruck Schwangerschaftsunabhängiger Bluthochdruck → Pfropfgestose

Uterusrückbildung und Veränderung der LochienWochenbettRückbildungRückbildung

[L138]

Tab. 18.5
Wochen nach Entbindung Lochien Uterusgröße
1. Woche Blutig
(Lochia rubra/cruenta)
Ende der 1. Woche Braun-rötlich
(Lochia fusca)
Ende der 2. Woche Dunkelgelb
(Lochia flava)
Ende der 3. Woche Grau-weiß
(Lochia alba)
Ca. 4–6 Wochen Versiegen der Lochien

WochenbettKomplikationen Rückbildungverlangsamte Puerperalfieber Nachblutung Lochialstau Fruchtwasserembolie EpisiotomieWundheilungsstörung Dammriss Blutungpostpartale Wochenbettkomplikationen

Tab. 18.6
Ursache Symptome Therapie/Pflege
Infektion im Wochenbett (Puerperalfieber)
  • Vorzeitiger Blasensprung

  • Verletzungen während der Geburt

  • Geburtshilfliche Operationen (Kap. 18.5.3)

  • Verzögerte Uterusrückbildung, Lochialstau

  • Großer Uterus

  • Temperatur ↑

  • Übel riechende Lochien

  • Kopfschmerzen

  • Kontraktionsmittel

  • Östrogene (schneller Wiederaufbau der Uterusschleimhaut)

  • Antibiotika

  • Bettruhe

Nachblutungen
  • Unvollständige Ausstoßung der Plazenta

  • Geburtsverletzungen

  • Rückbildungsstörungen des Uterus

  • Verstärkte vaginale Blutung

  • Schlaffer, weicher Uterus

  • Blutdruckabfall

  • Kontraktionsmittel

  • Kürettage (Tab. 18.2)

  • Versorgung von Geburtsverletzungen

  • Kühlelemente

  • Disseminierte intravasale Gerinnung (DIC)

  • Blutungen

  • Heparingabe, Gerinnungsfaktoren

Verzögerte Uterusrückbildung (verlangsamte Rückbildung der Gebärmutter)
  • Ungenügende Nachwehen

  • Überdehnung des Uterus (Riesenkind, Mehrlinge)

  • Klaffender Zervikalkanal

  • Hochstehender Uterus

  • Verstärkte und blutige Lochien

  • Kontraktionsmittel i. m. oder als Nasenspray

  • Regelmäßige Blasen- und Darmentleerung

  • Kühlelemente

  • Rückbildungsgymnastik

Lochialstau (ungenügender Wochenfluss)
  • Verschlossene Zervix nach Sectio caesarea

  • Verzögerte Uterusrückbildung

  • Immobilität der Wöchnerin

  • Verminderte Lochien

  • Hohes Fieber

  • Druckempfindlicher Uterus

  • Vergrößerter und weicher Uterus

  • Kontraktionsmittel

  • Mobilisation der Wöchnerin

Wundheilungsstörungen nach Episiotomie oder Dammriss
  • Lokale Infektion

  • Schwellung im Wundbereich

  • Schmerzen, Rötung, Überwärmung

  • Verhärtungen

  • Am 2.–3. pp. evtl. Fieber

  • Wundreinigung mit NaCl 0,9 %

  • Inzision bei großem Hämatom

  • Antibiotika nach Anordnung

  • Antiphlogistika (z. B. Voltaren® Supp.)

Thrombose und Embolie (Kap. 8.6.4, Kap. 9.5.5)

Gynäkologische Erkrankungen SchokoladenzysteOperationgynäkologischeMyomKarzinomgynäkologischesGynäkologieOperation

Tab. 18.7
Myom Karzinom Zyste
Definition Gutartiger, von der Uterusmuskulatur ausgehender Tumor Maligner Tumor, ausgehend von Schleimhaut, Uterusmuskulatur, Ovar, Tube, Brustdrüsengewebe Sackartige Geschwulst mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt
Symptome
  • Blutungsstörungen

  • Druckgefühl

  • Obstipation

  • Harnabflussstörung

  • U. U. akutes Abdomen bei gestielten Myomen (selten)

  • Uterus:

    • Blutungsstörungen

    • Schmerzen im mittleren Unterbauch

    • Gewichtsverlust

    • U. U. fleischwasserfarbener Fluor

  • Brustdrüse:

    • Orangenhaut (peau d'orange)

    • Retraktion der Brustwarze

    • Einseitige, meist derbe, nicht empfindliche Verhärtung (Knoten)

  • Oft lange symptomfrei

  • Zyklusstörungen

  • Zunahme des Bauchumfangs

  • Schmerzen der betroffenen Seite (z. B. bei Endometriose = „Schokoladenzyste“)

Diagnostik
  • Inspektion/Palpation

  • Sonografie

  • U. U. Laparoskopie

  • Inspektion/Palpation

  • Sonografie Ober- und Unterbauch

  • Zysto- und Rektoskopie

  • Röntgen-Thorax, Knochenszintigrafie, CT, Kernspintomografie (Metastasen?)

  • Mammografie

  • Inspektion/Palpation

  • Sonografie

  • U. U. Laparoskopie

Komplikationen Sarkomatöse Entartung (selten) Metastasierung Zystenruptur
Therapie
  • Meist abdominale, operative Entfernung des betroffenen Organs, bei Zysten u. U. Teilresektion

  • Bei Malignität u. U. Entfernung von Uterus, Tuben, Ovarien, Lymphknoten

  • Nach Entfernung der Ovarien evtl. hormonelle Substitution (nicht immer bei Malignomen → Tumorwachstum kann gefördert werden)

  • Bei Malignomen meist Nachbehandlung mit Chemo- bzw. Strahlentherapie

  • Chirurgische Eingriffe an der Brust

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und gynäkologische Erkrankungen

Christa Junginger

  • 18.1

    Leitsymptome600

  • 18.2

    Diagnostik602

  • 18.3

    Medikamente605

  • 18.4

    Pflege606

  • 18.5

    Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett607

    • 18.5.1

      Schwangerschaftsgestosen607

    • 18.5.2

      Regelwidrige Schwangerschaftsdauer611

    • 18.5.3

      Geburt613

    • 18.5.4

      Versorgung des Neugeborenen614

    • 18.5.5

      Wochenbettpflege616

    • 18.5.6

      Stillen619

    • 18.5.7

      Komplikationen im Wochenbett621

  • 18.6

    Gynäkologische Erkrankungen623

    • 18.6.1

      Entzündliche Erkrankungen623

    • 18.6.2

      Operative Eingriffe in der Gynäkologie626

Leitsymptome

Diagnostik

Gynäkologie

Medikamente

Pflege

Sitzbäder
Indikationen
  • Infektionen im SitzbadGenitalbereich

  • Förderung der Wundheilung, z. B. nach Episiotomie (Kap. 18.5.3).

Vorgehen
  • Patientin informieren, Blasenentleerung empfehlen

  • Raum angenehm temperieren

  • Sitzwanne etwa zur Hälfte mit Wasser füllen (36–38 °C), evtl. Zusätze nach Indikation

  • Vorlagen, frische Wäsche und Handtücher bereitlegen

  • Patientin bei guten Kreislaufverhältnissen allein lassen (Klingel in erreichbare Nähe)

  • Dauer 10–20 min

  • Nach dem Bad: Sitzwanne desinfizieren.

Äußere Genitalspülung
Indikationen
Im Rahmen der Genitalspülungäußere Intimhygiene, wenn das Waschen, z. B. wegen Schmerzen oder erhöhter Infektionsgefahr, nicht angezeigt ist, etwa nach vaginalen Eingriffen, Operationen an der Vulva oder nach Geburten.
Vorgehen
  • Raum: Fenster schließen, Temperatur überprüfen, ggf. Sichtschutz anbringen

  • Patientin besonders vor der ersten Spülung genau instruieren/informieren

  • Spülkanne mit warmem Wasser füllen (ohne Zusatz)

  • Bettschutz einlegen

  • Unterkörper freimachen, flache Rückenlage, Beine spreizen und leicht anwinkeln

  • Vorlage entsorgen (Handschuhe)

  • Steckbecken unterschieben

  • Wasser von oben in dünnem Strahl fließen lassen (erfordert Übung), bis die Schleimhaut gereinigt ist, vorsichtig trocken tupfen

  • Beobachtung/Dokumentation: Schleimhaut, Lochien, Schmerzen, Episiotomie

  • Hilfe beim Anziehen (Slip, Vorlage), Bett in gewünschte Position bringen.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Zügige Durchführung, damit die Patientin nicht auskühlt

  • Hygienevorschriften beachten

  • Wöchnerinnen können die Spülung ab dem 1. Tag pp. nach Anleitung selbstständig auf der Toilette (Bidet) durchführen

  • Häufigkeit der Spülung: nach jedem Toilettengang sowie nach Wunsch.

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Schwangerschaftsgestosen

Definition

Durch die Schwangerschaft bedingte Erkrankungen. Unterteilt in Früh- und Spätgestosen.

Hyperemesis gravidarum

Definition

Häufiges, nicht stillbares ErbrechenSchwangerschaft Erbrechen zwischen der 6. und 16. Schwangerschaftswoche (SSW).

Mögliche Ursachen
  • Somatisch, z. B. hormonelle Umstellung, Blasenmole (Tab. 18.1), Mehrlingsschwangerschaft

  • Evtl. Verstärkung durch psychische Konflikte, z. B. Ablehnung der körperlichen Veränderungen, Angst vor Geburt oder künftiger Elternverantwortung, problematische häusliche Situation, Rollenkonflikte.

Symptome
Erbrechen 5–10 × tgl. (unabhängig von der Nahrungsaufnahme), Gewichtsabnahme, Exsikkose, brennender Durst (Wasserverlust), Hypotonie, Tachykardie, Temperaturanstieg (Durstfieber), Metabolische Azidose, K+-Mangel. In schweren Fällen: Oligurie, Ikterus.
Diagnostik
  • Anamnese

  • Labor:

    • Serum: Elektrolytkontrolle (K+ erniedrigt), Leber- und Nierenwerte, Ketonkörper, Gesamteiweiß, Blutzucker, Blutbild

    • Urin: Aceton, Eiweiß, Urobilinogen erhöht, Ketonkörper > 200 mg (Urinstix).

Therapie
  • Evtl. Nahrungskarenz, hochkalorische parenterale Ernährung, Elektrolytsubstitution i. v.

  • Selten Antiemetika (z. B. Vomex A®), Sedativa

  • Ggf. Psychotherapie.

Komplikationen
Veränderungen des Elektrolythaushalts, Wachstumsstillstand des Kindes.
Pflege
Im Vordergrund steht das Angebot einer angenehmen und vertrauensvollen Atmosphäre.
  • Überwachen der medikamentösen Therapie

  • Trinkmenge über den Tag in kleine Mengen einteilen

  • Körperpflege: Hilfe je nach Zustand der Patientin

  • Bewegung: anfangs körperliche Schonung, langsame Mobilisation (mit Arztabsprache)

  • Ernährung: Kostaufbau mit leichter Kost bzw. Wunschkost, fettarm, mehrere kleine Mahlzeiten, Speisen- und Getränkemenge langsam steigern, Räume nach den Mahlzeiten gut lüften; beobachten, welche Gerüche Übelkeit hervorrufen

  • Thromboseprophylaxe: Gymnastik im Bett und Thromboseprophylaxestrümpfe

  • Beschäftigung anbieten bzw. anregen, um die Patientin abzulenken.

Beobachten

  • Allgemeinbefinden

  • Blutdruck, Puls, Atmung, Temperatur, Hautturgor

  • Ein- und Ausfuhrbilanz (Kap. 2.7.3)

  • ZVK, Infusionen

  • Gewichtskontrolle 2 × wöchentlich.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Krankenhauseinweisung und psychische Probleme können verstärkend wirken

  • So weit möglich für ausreichende physische und psychische Entlastung sorgen

  • Keine Therapie bei leichtem morgendlichem Erbrechen.

Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie (SIH)

Definition

Ab einem Blutdruck von systolisch > 140 mmHg und diastolisch > 90 mmHg liegt in der Gravidität ein Bluthochdruck vor.

Es ist pathologisch, wenn der Blutdruck durch die Schwangerschaft um mehr als 30 mmHg systolisch und 15 mmHg diastolisch ansteigt.
Die Kombination von Ödemen, Proteinurie und Hypertonus → EPH-Gestose ist heute umstritten, da Ödeme auch bei gesunden Schwangeren auftreten. Bevorzugt spricht man von einer Gestose und gibt dazu die Leitsymptome der Schwangeren an.
Mögliche Ursachen
  • Genetische Veranlagung, hatte bereits die Mutter der Schwangeren eine schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, so ist das Risiko für die Tochter erhöht

  • Prädisponierende Faktoren sind Diabetes mellitus, Übergewicht, Mehrlingsschwangerschaften und Nierenerkrankungen

  • Schwangere, die jünger als 15 oder älter als 35 Jahre alt sind.

Symptome
Leichte Form
E: Edema (Ödeme): vorwiegend untere Extremitäten, evtl. Lidödeme → Gewichtszunahme während der letzten 3 Schwangerschaftsmonate um ≥ 500 g/Wo. bzw. ≥ 2 000 g/Monat
P: Proteinurie: Eiweißausscheidung ≥ 0,5 g/l/24 h
H: Hypertonie: systolisch ≥ 140 mmHg, diastolisch ≥ 90 mmHg.
Schwere Form (Präeklampsie Tab. 18.4)
E: Ödeme auch an den Präeklampsieoberen Extremitäten (Gewichtszunahme ≥ 1 000 g/Wo.)
P: Proteinurie ≥ 2 g/l/24 h, Oligurie: ≤ 400 ml/24 h
H: Hypertonie: systolisch ≥ 160 mmHg, diastolisch ≥ 110 mmHg.
Zusätzlich ZNS-Symptome: gesteigerte Reflexe, motorische Unruhe, Kopfschmerz, Sehstörungen, Oberbauchbeschwerden, Bewusstseinsstörung.
Sonderform der schweren Gestose: HELLP-Syndrom
H: Hämolyse
EL: HELLP-Syndrom erhöhte Leberenzyme (Transaminasen, γ-GT)
LP: erniedrigte Blutplättchenzahl (low platelet).
Leitsymptome: rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Zeichen einer drohenden Eklampsie: heftige Kopfschmerzen, Sehstörungen.
Diagnostik
  • Blutdruckkontrollen

  • CTG 3 × tgl. (Tab. 18.2)

  • Ödeme und Gewichtskontrolle 1 × tgl.

  • Labor

  • Eiweiß im 24-h-Urin.

Therapie
  • Strenge Bettruhe, Flüssigkeit nach Bedarf

  • Antihypertonika (Blutdruck wird langsam gesenkt), Heparinisierung, Magnesiumascorbat (z. B. Magnorbin®), u. U. Sedierung (z. B. mit Diazepam)

  • Evtl. Geburtseinleitung

  • Überwachung: nachstationär, Ultraschall, Doppler alle 10 Tage

  • HELLP-Syndrom: Intensivtherapie, ggf. rasche Beendigung der Schwangerschaft (Sectio caesarea oder Geburtseinleitung), ggf. Thrombozytenkonzentrat.

Komplikation: Eklampsie

Eklampsie Tonisch-klonische Krämpfe: rasch aufeinanderfolgende Zuckungen bei starker Kontraktion der Muskulatur; gestreckte, zitternde Extremitäten, Dauer: 50–60 s, Zyanose, Bewusstlosigkeit.

Verhalten bei einem eklamptischen Anfall

  • Ruhe bewahren

  • Arzt sofort verständigen

  • Atemwege freihalten (Kap. 22.4.1)

  • Gegenstände, an denen die Patientin sich verletzen kann, entfernen

  • Beruhigend auf Patientin einwirken

  • Anfallsprotokoll.

Pflege
Im Vordergrund stehen das Schaffen einer angenehmen, ruhigen und freundlichen Atmosphäre sowie eine umfassende, engmaschige Krankenbeobachtung.
  • Regelmäßig, mind. stdl. nach der Patientin sehen

  • Aufklärung über Symptome, bei deren Auftreten sich die Patientin sofort melden soll, Klingel in greifbarer Nähe:

    • Übelkeit, Oberbauchbeschwerden

    • Ohrensausen, Kopfschmerzen, Sehstörung

    • Tonisch-klonische Krämpfe (Bettnachbarinnen informieren).

Unterstützung in den Lebensbereichen
  • Mobilisation:

    • Strenge Bettruhe, vermehrte Linksseitenlage

    • Atemgymnastik

  • Bei Sedierung: alle Prophylaxen (Kap. 2) durchführen

  • Körperpflege nach Zustand/Befinden, Wünsche berücksichtigen

  • Ernährung: eiweiß- und vitaminreich, Flüssigkeitszufuhr von 1,5–2 l/Tag ist erlaubt

  • Gesprächsmöglichkeit anbieten

  • Beschäftigung: anregen bzw. soweit machbar ermöglichen

  • Partner/Bezugsperson in die Pflege einbeziehen.

Beobachten

  • Medikamentöse Therapie überwachen, evtl. ZVD

  • Bilanzierung, Gewicht, bei Beinödemen Umfang messen

  • Tgl. 24-h-Sammelurin (Eiweiß, Glukose, Azeton, spezifisches Gewicht)

  • RR, Puls, Atmung, BZ

  • Allgemeinbefinden, Zeichen einer drohenden Eklampsie

  • 3 × tgl. CTG-Kontrolle (Tab. 18.2).

Tipps, Tricks und Fallen

  • Notfalltablett vorhalten: Sedativa, Magnesiumascorbat (z. B. Magnorbin®), Antihypertensiva, Verabreichung nach Anordnung

  • Engmaschige Beobachtung und Pflege können Komplikationen vermeiden

  • Psychische Begleitung: Patientin hat Angst vor möglichen Komplikationen und ist auch außerhalb der Besuche auf Zuwendung angewiesen. Mit Partner/Familie wird aus Rücksichtnahme oft nicht offen über Ängste gesprochen, die Geburt kann ein tödliches Risiko bergen!

  • Medikamentengabe nach Anordnung, Verabreichungszeiten streng einhalten.

Regelwidrige Schwangerschaftsdauer

SchwangerschaftDauer, regelwidrige

Definition

Als FrühgeburtFrühgeburt wird jedes vor Abschluss der 36. SSW geborene Kind bezeichnet, einschließlich der Totgeborenen mit einem Gewicht von > 500 g.

Risikofaktoren bei bestehender Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaften

  • Uterine Blutungen

  • Placenta praevia

  • Gestosen (Kap. 18.5.1), insbesondere SIH

  • Harnwegs- und vaginale Infekte

  • Gestationsdiabetes

  • Hydramnion.

Ursachen
  • Zervixinsuffizienz

  • Vorzeitige Wehen

  • Plazentainsuffizienz.

Diagnostik einer drohenden Frühgeburt
  • Anamnese und gynäkologische Untersuchung (Konsistenz, Länge der Zervix; Muttermundweite)

  • Ultraschall, CTG

  • Kontrolle Fruchtwasserabgang: klare nicht nach Urin riechende Flüssigkeit in Unterwäsche oder Vorlagen. Säure-Basen-Test: pH-Wert bei Verlust von Fruchtwasser 7,0–7,5.

Therapie
Je nach Reifegrad des Kindes/Schwangerschaftsdauer:
  • Klinikeinweisung, strenge Bettruhe, u. U. Zerklage (Umschlingung des Zerklage Gebärmutterhalses mit nicht resorbierbarem Nahtmaterial)

  • Tokolyse (medikamentöse Wehenhemmung, Tab. 18.3)

    • Fenoterol (z. B. Partusisten®) am besten als Bolus-Infusion

    • Orale Gabe von Fenoterol in Terminnähe oder bei stabilem klinischen Befund

    • Zusätzlich u. U. Sedativa, Isoptin®, Magnesium.

Komplikationen
  • Amnioninfektion

  • Fetale Hypoxie (mit intrauterinem Mekoniumabgang).

Pflege
Richtet sich im Besonderen nach dem psychischen Befinden der Schwangeren aufgrund der Klinikeinweisung, aber auch nach ihren Sorgen und Ängsten um ihr Kind.
Psychosoziale Betreuung
  • Nicht gemeinsam mit Frauen nach Fehl-/Frühgeburt in ein Zimmer legen

  • Aufnahmegespräch/Pflegeanamnese nach der ärztlichen Erstversorgung und in ruhiger Umgebung führen. Der Schwangeren Zeit lassen, sie nicht durch Fragen unter Druck FrühgeburtBetreuung, psychosoziale setzen

  • Bezugspflege einrichten, für Fragen gesprächsbereit sein, Ängste und Befürchtungen ernst nehmen (Verbalisierung und gemeinsame Suche nach Klärung kann zur Entlastung beitragen)

  • Auf Wunsch den Partner einbeziehen, dabei das Verständnis für Situation und Befindlichkeit der Schwangeren bei Bedarf fördern.

Unterstützung in den Lebensbereichen
  • Körperpflege: Hilfe nach Bedarf/Fähigkeiten der Schwangeren, z. B. wenn sie Angst hat, wegen körperlicher Anstrengung eine Frühgeburt auszulösen, Haarwäsche im Bett anbieten

  • Bei der Körperpflege keine Manipulation der Brustwarzen (wehenfördernd)

  • Lagerung: nach Anordnung leichte Kopftieflage bzw. Hochstellen des Fußendes (→ Druckentlastung des Muttermundes)

  • Prophylaxen: Dekubitus, Thrombose (Gerinnungsneigung in der Schwangerschaft erhöht), Obstipation (Pressen vermeiden, Gegenanzeigen), Pneumonie (insbesondere unter der Tokolyse)

  • Infektionsprophylaxe: sorgfältige Intimpflege, nach jeder Ausscheidung äußere Genitalspülung (Kap. 18.4), da Infektionsrisiko v. a. durch Pilze besteht; täglich Temperatur messen

  • Konsequente Information über alle Maßnahmen

  • Pflege des Venenzugangs

  • Überwachung der Medikation.

Beobachten

  • Medikation: bei i. v.-Medikation angeordnete Tropfgeschwindigkeit über Infusomat steuern, keine Unterbrechung bei Infusionswechsel, bei Umstellversuch auf orale Medikation erste Dosis 8 h vor Absetzen der i. v.-Gabe

  • Engmaschige Überwachung bei i. v.-Tokolyse, da Wehenhemmer zu RR-Abfall, Herzfrequenzanstieg, Herzrhythmusstörungen, Ödemen, Unruhe und Tremor an den Händen führen

  • EKG, BZ, Elektrolyte: vor Therapiebeginn, dann 1 × wöchentlich

  • BZ: 2 × tgl., je nach Ergebnis häufiger

  • Atmung: Frequenz, auf beginnende Atemnot achten, Trachealrasseln, Zyanose (v. a. bei gleichzeitiger Kortisongabe)

  • Ausscheidung: Bilanzierung darf nicht positiv sein; Verdauung: Obstipationsrisiko

  • Psyche: Stimmungsschwankungen ernst nehmen

  • Tgl. CTG-Kontrolle.

Tipps, Tricks und Fallen

  • Bei Atemstörung sofort Arzt verständigen

  • Einige Laxanzien können zu einer Hyperämie im Unterleib führen und eine Frühgeburt auslösen. Geeignet sind z. B. Laxopol mild®, Agarol®.

Geburt

Die normale GeburtGeburt GeburtTermin, errechneter beginnt nach 268 Tagen ab der Konzeption bzw. 282 Tagen ab dem 1. Tag der Regelblutung. Lediglich 4 % der Kinder kommen am berechneten Termin zur Welt, 26 % der Kinder werden 7 Tage um den Termin herum, 66 % der Kinder 21 Tage um den errechneten Termin herum geboren.
Normaler Geburtsverlauf
Der normale GeburtVerlauf Geburtsverlauf unterteilt sich in 3 Phasen:
  • 1.

    Eröffnungsphase: Eröffnungsphase beginnt mit regelmäßiger Wehentätigkeit (Dauer 8–12 h bei Erstgebärenden, ca. 4 h bei Mehrgebärenden). Zum Ende der Eröffnungsperiode springt bei zwei Drittel der Geburten die Fruchtblase: rechtzeitiger Blasensprung

  • 2.

    Austreibungsperiode Austreibungsperiode: dauert von der vollständigen Eröffnung des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes; bei Erstgebärenden 1–24 h, bei Mehrgebärenden 20–30 min

  • 3.

    Nachgeburtsphase: Nachgeburtsphase beginnt nach der Geburt des Kindes und endet mit der vollständigen Ausstoßung der Plazenta.

Um Verletzungen des Damms und des Darmes zu verringern, führt die Hebamme den sog. Dammschutz durch. Evtl. ist zusätzlich ein Dammschnitt siehe EpisiotomieDammschnitt (Episiotomie) Episiotomieerforderlich.
Die Erstversorgung des gesunden Neugeborenen erfolgt durch die Hebamme (Kap. 18.5.4).
Geburtshilfliche Operationen
Vaginal-operative Entbindung
GeburtOperation, geburtshilfliche Z. B. Entbindungvaginal-operative Vakuumextraktion (Vakuumextraktion Saugglockenentbindung Saugglockenentbindung), Forzeps-Entbindung (Forzeps-Entbindung Zangenentbindung) Zangenentbindung und die Manualhilfe bei Beckenendlage.
Indikationen
  • Geburtsstillstand in der Austreibungsperiode

  • Sauerstoffmangel des Kindes.

Transabdominale Entbindung
Sectio caesarea Sectio Entbindungtransabdominale caesarea = Schnittentbindung, Kaiserschnitt.
Indikationen
Kaiserschnitt Sekundär, wenn die Geburt aufgrund kindlicher oder mütterlicher Gefährdung rasch beendet werden muss, oder als geplanter (primärer) Kaiserschnitt, z. B. bei Beckenendlage.
Pflege bei operativer Entbindung
Präoperative Pflege
Neben den allgemeinen Richtlinien der präoperativen Maßnahmen (Kap. 16.2) gibt es folgende Besonderheiten:
  • CTG-Dauerüberwachung

  • Rasur nach hausinterner Leitlinie

  • Patientin, wenn möglich auf die linke Seite lagern (Vermeidung des Vena-Cava-Kompressionssyndroms)

  • Bei drohender Frühgeburt oder zu erwartenden Komplikationen Information der nächstliegenden Kinderklinik, Benachrichtigung Kinderarzt, Vorbereitung Verlegungspapiere, Transportorganisation

  • Absaugung für das Kind bereithalten

  • Narkosebeginn bei Vollnarkosen, nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, um die Narkosezeit für das Kind so kurz wie möglich zu halten.

Postoperative Pflege
Neben den allgemeinen Richtlinien der postoperativen Maßnahmen (Kap. 16.3) gelten nach Sectio caesarea folgende Besonderheiten:
  • Kontrollen:

    • Fundus: mind. alle 2 h

    • Lochien (Kap. 18.5.5)

    • Urin: Menge? Farbe?

    • Labor 12–18 h postop.: Elektrolyte, BB, BSG, Gesamteiweiß

  • Medikamentöse Therapie:

    • Schmerzen: z. B. 2 Amp. Tramal®, 1 Amp. Psyquil® auf 500 ml Infusionslösung

    • Uteruskontraktion: 500 ml Glukose 5 % + Kontraktionsmittel, z. B. 8 Amp. Syntometrin® (= 10 IE Oxytocin® + 4 mg Methergin®) über 12 h als Infusion

    • Rh-Prophylaxe bei Rh-negativer Frau mit Rh-positivem Kind (Tab. 18.3)

  • Kind baldmöglichst anlegen (Kap. 18.5.6)

  • Sandsack auf die Operationswunde

  • Intimpflege: Spülungen (Kap. 18.4).

Versorgung des Neugeborenen

Die Neugeborenenperiode Neugeborenenperiode erstreckt sich vom Zeitpunkt des Abnabelns bis zum 28. Lebenstag.
  • Kind in warme Tücher hüllen, danach Zeit zum ersten Saugen an der Brust geben

  • Abnabeln bei gutem Befinden des Kindes und erst wenn die Nabelschnur nicht mehr pulsiert

  • Kind nur absaugen bei grünem Fruchtwasser oder bei pathologischem Auskultationsbefund. Bestimmung des Vitalstatus/APGAR-Score nach 1, 5 und 10 APGAR-Score min pp. Für jedes Kriterium gibt es 0, 1 oder 2 Punkte.

    • A: Aussehen/Hautfarbe

    • P: Puls/Herzfrequenz

    • G: Grimassieren/Mimik; weint das Kind, wehrt es sich beim Absaugen?

    • A: Aktivität/Muskeltonus

    • R: Respiration/Atmung

    • (1-Minuten-Wert wichtig, da eine zu geringe Punktzahl zu sofortigen Maßnahmen zwingt)

  • Bewertung:

    • 9–10 Punkte: optimal lebensfähig

    • 5–8 Punkte: reduzierter Allgemeinzustand, das Kind ist gefährdet

    • < 5 Punkte: mittlere bis schwere Einschränkung der Vitalfunktionen, es besteht akute Lebensgefahr

  • Klinische Zustands- und Reifebeurteilung des Kindes bei Frühgeborenen oder unklarer Schwangerschaftsdauer (Reifezeichenbestimmung)

  • Orale Vitamin-K-Gabe (Prophylaxe von Vitamin-K-Gabe Gerinnungsstörungen)

  • Untersuchung durch den Geburtshelfer (U1 = 1. Vorsorgeuntersuchung Neugeborenes Vorsorgeuntersuchung).

Ab 2. Lebenstag
  • Abnahme Fersenblut zur Feststellung möglicher Stoffwechselstörungen (Guthrie-Test) sowie einer Guthrie-Test Schilddrüsenunterfunktion (TSH-Test)

  • Screening auf Herzfehler

  • Hörscreening

  • U2 TSH-Test durch den Pädiater (3.–10. Lebenstag).

Beobachten des Neugeborenen

  • Geburtsgeschwulst Geburtsgeschwulst des Kopfes (Gewebeflüssigkeit, Blut) bildet sich innerhalb einiger Stunden/Tage zurück, wenn nicht: Arzt verständigen

  • Brustdrüsen:Brustdrüsenschwellung können geschwollen sein und Flüssigkeit absondern (physiologisch). Keine Manipulation, da schmerzhaft

  • Nabel: Infektionszeichen? Schwellung? Eiter? Leichte Rötung ohne Begleitsymptome ist harmlos

  • Hautfarbe: u. U. leichter Ikterus, bildet sich nach 2–3 Tagen zurück

  • Atmung: Bauchatmung, zu Anfang u. U. oberflächlich, arrhythmisch

  • ErnährungNeugeborenes Ernährung: Trinkverhalten, Verträglichkeit, Trinkmenge bei Flaschennahrung dokumentieren. Bei Auftreten von akutem Erbrechen/Durchfall in den ersten Lebenstagen nicht direkt Sonde legen, an Galaktosämie Galaktosämie (MilchunverträglichkeitNeugeborenes Milchunverträglichkeit) denken, Arzt informieren

  • GewichtsverlustNeugeborenes Gewichtskontrolle in der Klinik tgl.: physiologische Abnahme bis zu 10 % während der ersten 2–5 Tage; am 10.–14. Tag ist das Geburtsgewicht wieder erreicht

  • Urin: bis zu 6–10 Miktionen tgl., insgesamt ca. 20–100 ml/24 h; erstmals spätestens nach 24 h

  • Stuhlgang/Mekonium:Mekonium muss spätestens nach 24–36 h erfolgen, ansonsten Arzt verständigen. Aussehen: anfangs schwarz, zäh; später je nach Ernährung grünlich-gelber, weicher Stuhl

  • Temperatur:KörpertemperaturNeugeborenes Schwankungen während der ersten Tage; zur Messung Kind auf den Rücken legen, mit einer Hand, z. B. der rechten unter dem linken Bein des Kindes hindurch den rechten Oberschenkel umfassen und beide Beine nach oben heben, mit der freien Hand das Thermometer einführen und festhalten, bis die Messung beendet ist

  • SchlafNeugeborenes Schlaf: 18–20 h tgl.

Pflege
  • NeugeborenesPflege Wickeln nach PflegeNeugeborenes jeder Mahlzeit, mind. 5 × tgl., bei Wundsein häufiger; Säuglinge, die nach der Mahlzeit zum Spucken neigen, vorher wickeln

  • Gesäß und Genitalregion mit lauwarmem Wasser reinigen, Eincremen nur bei Wundsein → intakte Haut benötigt keine Creme

  • Ganzwaschung bei Bedarf, 2–3 × wöchentlich ist völlig ausreichend, Baden (Wasser: ca. 37 °C) nach Abheilung der Nabelwunde bzw. nachdem die Käseschmiere eingezogen ist, ohne oder mit sehr wenig Badezusatz

  • Nabelschnurrest mit sterilem Tupfer umwickeln, 1 × tgl. erneuern, Mumifizierung beobachten, auf Entzündungszeichen achten

  • Kleidung: warm, jedoch nicht zu dick, damit kein Wärmestau entsteht (eine Überwärmung des Kindes wird als ein Risikofaktor für den plötzlichen Säuglingstod angenommen), aus Baumwollmaterial. Zur Vorbeugung einer Hüftluxation wird in manchen Kliniken breit gewickelt.

Rachitis-Prophylaxe
Vit. D3 (Rachitis-Prophylaxe Cholecalciferol) 500 IE/Tag als Tablette (z. B. Vigantoletten®) oder in Tropfenform, 1–2 Tr. (1 Tr. = 400 IE) Oleovit D3-Tropfen®/Tag (am besten mit der Nahrung verabreichen), Frühgeborene erhalten 1 000 IE/Tag.

Wochenbettpflege

WochenbettPflege Dauer des PflegeWöchnerin Wochenbettes: 6–8 Wochen nach Ausstoßung der vollständigen Plazenta. Gilt als beendet, wenn Rückbildungsvorgänge und Wundheilung abgeschlossen sind.
Zweck
Heilung der Geburtswunden, Beginn/Aufrechterhaltung der Laktation (Milchfluss), Laktation Rückbildung aller durch die Schwangerschaft hervorgerufenen Veränderungen.
Betreuung der Wöchnerin
  • Bis ca. 2 h pp. durch die Hebamme

  • Bei Übernahme auf die Wochenstation folgende Informationen einholen:

    • Erstgebärende? Mehrgebärende?

    • Zustand: Psyche (Kap. 18.5.7), Vitalwerte, Blutung, evtl. stattgefundene Blasenentleerung

    • Anästhesie? Wenn ja, welche? Verabreichte Medikamente?

    • Episiotomie?

    • Befinden und Geschlecht des Kindes (ggf. Aufenthaltsort), Stillwunsch?

  • Körperpflege: bei stabilen Kreislaufverhältnissen duschen erlaubt

    • Brustpflege: Handtuch und Waschlappen nur für Brust benutzen

    • Intimpflege: 3–4 × tgl. sowie nach jeder Ausscheidung von Urin/Stuhl äußere Genitalspülung (Kap. 18.4), danach Händereinigung

    • Vorlagenwechsel durch die Pflegenden (im Bett) sollte immer in Verbindung mit der Intimpflege durchgeführt werden: Information, Intimsphäre wahren, Handschuhe anziehen. Slip von der Wöchnerin ausziehen lassen, Vorlage entfernen. Vorlage und Handschuhe in Abwurfbehälter, neue Handschuhe überstreifen. Äußere Genitalspülung durchführen (Kap. 18.4), frische Vorlage einlegen. Slip anziehen, Handschuhe ausziehen, entsorgen

    • Vorlagenwechsel durch die Wöchnerin: Hände waschen, Vorlage entfernen und Vorlage in Hygienebeutel entsorgen. Intimtoilette auf dem Bidet. Neue Vorlage einlegen, Einmalslip anziehen. Hände gründlich mit Seife und Wasser waschen, Händedesinfektion. Ausreichend Vorlagen und Einmalslips zur Verfügung stellen. Wöchnerin darf keine Tampons verwenden → Gefahr des Lochialstaus

  • Ernährung: eiweiß-, vitamin- und schlackenreich, Kaloriengehalt auf Körpergewicht und Stillen abstimmen; reichlich Getränke. Hinweis auf Verzicht von Alkohol, Nikotin, starkem Kaffee/Schwarztee, blähenden Speisen, Fruchtsäften.

Wundheilung
  • WochenbettWundheilung Versorgung WundheilungWochenbett des Dammschnitts: bei Schmerzen Analgetika (z. B. Voltaren®) nach Anordnung. Beobachten auf Entzündungszeichen oder verzögerte Wundheilung

  • Lochien kontrollieren (Tab. 18.5): Geruch süßlich-fad.

Tipps, Tricks und Fallen

  • LochienLochien sind infektiös, bei Kontakt Handschuhe tragen, kontaminierte Wäsche unverzüglich wechseln

  • Kontamination der Brust mit Lochien vermeiden (Mastitisgefahr!), Anleitung der Wöchnerin: vor jedem Kontakt die Hände desinfizieren

  • Bei Kontrolle des Fundusstandes (Tab. 18.5, Abb. 18.1) auf leere Harnblase achten

  • Präzise Beobachtung/Dokumentation – auch der Lochien – bei akuter Veränderung (z. B. der Menge) Arzt informieren (evtl. Nachblutung)

  • Verabreichen von Bedarfsmedikamenten nur nach Arztrücksprache.

Beobachten der Wöchnerin

  • Stimmungslage: Bei anhaltender depressiver Verstimmung ist eine Puerperalpsychose Puerperalpsychose oder postpartale Depression auszuschließen (Kap. 18.5.7). Baby-Blues → Frauen fühlen sich oft am 2.–3. Tag nach der Geburt und bei beginnendem Milcheinschuss sehr labil und sind weinerlich

  • Vitalzeichen: RR 2 × tgl. (meist Hypotonus), Temp. 2 × tgl.; bei Wöchnerinnen wird ab 37,1 °C von subfebriler Temperatur, ab 38,0 °C von Fieber gesprochen. Schon subfebrile Temperaturen können auf eine Infektion hinweisen

  • Ausscheidung: Urin, Stuhl, Lochien (Menge, Farbe, Geruch)

  • Mobilität

  • Fundusstand: Kontrolle 1 × tgl. (Tab. 18.5, Abb. 18.1).

Rückbildungsvorgänge (Involution)
  • Involution RückbildungFundusstand WochenbettRückbildung beurteilen (Abb. 18.1): nach der Geburt in Nabelhöhe, sinkt pro Tag um eine Fingerbreite; am 5. Wochenbetttag: zwischen Nabel und Symphyse, am 10. Wochenbetttag: in Symphysenhöhe, nach 6 Wochen: vollständige Rückbildung (Tab. 18.5)

  • Wochenbettwehen: Schmerzlinderung nach Anordnung, z. B. Paracetamol

  • Auf Blasenentleerung ab der 6. h pp. achten, da während der ersten Tage mit erhöhter Harnmenge (ca. 300 ml/h) und vermindertem Blasentonus zu rechnen ist

  • Eine Obstipation während der Schwangerschaft kann auch im Wochenbett fortbestehen. Wöchnerin informieren (reichlich trinken, körperliche Bewegung); Kolonmassage; evtl. milde Abführmittel (z. B. 1–2 Essl. Agarol®), ggf. Glyzerinzäpfchen oder Mikroklisma nach Arztanordnung

  • Mobilisation: ca. 2–4 MobilisationWochenbett h nach der Entbindung Wöchnerin bei gutem Befinden und stabilem Kreislauf kurz aufstehen lassen; Möglichkeit zur Blasenentleerung im Sitzen geben (Toilette, ggf. Toilettenstuhl), in dieser Zeit das Bett richten. Ab dem 1. Tag pp. 1–2 × tgl. Atem- und Kreislaufübungen. Wochenbett-/Rückbildungsgymnastik ab 2. Tag pp., soll mehrere Monate ausgeübt werden.

Rooming-in

Definition

Gemeinsame räumliche Unterbringung von Mutter und Kind.

Rooming-in fördert die Mutter-Kind-Beziehung (Bonding) und erhöht die Pflegekompetenz der Mutter/Eltern, weil die Wöchnerin die Versorgung ihres Babys weitgehend selbst übernimmt, wozu eine gute Begleitung und Anleitung durch die Pflegenden nötig ist.

Stillen

Stillberatung und -anleitung
StillenSaugreflex ist WochenbettStillen bereits 20–30 min nach der Geburt vorhanden → Neugeborenes bereits im Kreißsaal anlegen. Bei Unsicherheit und Schwierigkeiten kann die Einbeziehung einer Stillberaterin hilfreich sein.
Unterstützung der Mutter
  • Aufklären UnterstützungStillen über Physiologie der Laktation: Laktation Milcheinschuss i. d. Milcheinschuss R. am 2.–4. Tag pp., kann schmerzhaft sein und zur Abflachung der Brustwarze führen; Temperaturanstieg bis 38,0 °C für max. 2 Tage ist während des Milcheinschusses normal

  • Unterstützende Maßnahmen in der Zeit des Milcheinschusses:

    • Trinkmenge 2–3 l/Tag

    • Häufiges Anlegen des Kindes

    • Lokal feuchte Wärme

    • Leichte Brustmassage.

Hilfe beim Anlegen und Stillen
Ruhige Atmosphäre, Kind soll wach sein, Mund des Kindes muss Brustwarze und Warzenhof vollständig umschließen, bequeme Haltung (individuell stehend, liegend oder sitzend Abb. 18.2). Mit C-Griff die Brust stützen und darauf achten, dass das Neugeborene frei über die Nase atmen kann
  • Das Kind anlegen, wenn es sich mit Hungerzeichen meldet (Ad-libitum-Stillen)

  • feeding on demand Stilldauer: je Brust bis max. 20 min, individuelle Bedürfnisse des Kindes und der Mutter berücksichtigen (z. B. Einschlafrituale, Schmerzen)

  • Reihenfolge des Anlegens hängt davon ab, inwieweit die Brust leer getrunken wurde, wird eine Brust dauerhaft nicht geleert → Gefahr des Milchstaus.

Nach dem Stillen
  • Vakuum vorsichtig durch Einschieben eines Fingers in den Mundwinkel lösen

  • Säugling auf die rechte Seite legen (erleichtert Magenentleerung); zum Schlafen jedoch in Rückenlage bringen (in Bauchlage erhöhtes Risiko für plötzlichen Kindstod)

  • Milchreste und Speichel des Kindes an der Luft trocknen lassen, Brust nicht sofort bedecken.

Gewichtskontrolle

Gesunde Babys werden bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt gewogen. Häufigeres Wiegen nur, wenn es nach den Mahlzeiten längere Zeit weint und unruhig ist oder ungenügend zunimmt → sog. Stillprobe Stillprobe: Wiegen des Kindes mit gleicher Bekleidung vor und nach der Mahlzeit, nicht zwischendurch wickeln! Normal ist eine durchschnittliche Zunahme von 25 g tgl., ggf. Stillberaterin hinzuziehen.

Brustpflege
  • 1 × tgl. mit klarem Wasser vorsichtig abwaschen, nicht einseifen oder abbürsten

  • StillenBrustpflege Im Krankenhaus vor dem Anlegen Hände desinfizieren, zu Hause Hände waschen.

Maßnahmen bei Stillproblemen
  • Wundsein der Brustwarze: Stilldauer verkürzen, Kind häufiger anlegen, leichte Massage; evtl. Stillhilfsmittel wie Stillhütchen verwenden

  • Milchstau: häufig Milchstau stillen, falls die Brust zum Anlegen zu voll oder zu schmerzhaft ist, etwas Milch ausstreichen, ggf. lokal Wärme applizieren

  • Ungenügende Milchproduktion: Säugling zur Anregung der Milchproduktion in kürzeren Abständen und jeweils an beiden Seiten anlegen (Zufüttern lässt die Milchbildung oft weiter absinken). Milchbildungstee anbieten

  • Mastitis (Kap. 18.5.7).

Stillhindernisse
  • Der Mutter

    • StillenHindernis Schwere Infektionserkrankungen, z. B. Tuberkulose und HIV-Infektion

    • Chronische Erkrankung, z. B. Cystische Fibrose

    • Chemotherapie

  • Des Kindes

    • Gravierende Fehlbildungen im Mund-, Nasen- oder Rachenraum

    • Trinkschwäche bei unreifen Kindern

    • Erkrankung im Galaktosestoffwechsel, z. B. Galaktosämie.

Maßnahmen bei Stillhindernissen
  • Bei relativen Stillhindernissen, wenn z. B. das Kind noch zu schwach ist, kann die Frau ihre Milch abpumpen, um sie z. B. einzufrieren und zu gegebener Zeit weiterstillen zu können; oder die Milch bei Mastitis verwerfen

  • Abstillen nur, wenn das Stillhindernis unüberwindbar ist

  • Stillberaterin einbeziehen.

Abstillen
Möchte oder darf eine Frau nicht stillen, wird i. d. R. nach der Geburt abgestillt.Abstillen
  • StillenAbstillen Die Wöchnerin erhält nach der Geburt einmalig 1 mg Cabergolin (Dostinex®)

  • Zusätzlich die Brust kühlen und straff sitzenden Still-BH tragen

  • Natürliche Mittel anbieten, z. B. 4–5 Tassen Salbei- oder Pfefferminztee tgl.

Komplikationen im Wochenbett

Mastitis puerperalis

Definition

Brustdrüsenentzündung der Wöchnerin: häufigste Wochenbettkomplikation, entweder durch Behinderung des Milchflusses (Milchstau) oder Infektion (Erreger zu 90 % Staphylokokkus aureus).

Symptome
WochenbettKomplikationen
  • Schmerzhafte Schwellung, Rötung und Überwärmung des entzündeten Brustareals

  • Fieber (bis 40 °C), Schüttelfrost, schweres Krankheitsgefühl

  • Verhärtung (Infiltrat) bis hin zum Abszess

  • Axilläre Lymphknotenschwellung.

Diagnose
Klinische Symptome; Labor: BB, BSG; Leukozyten- und Keimzahlbestimmung in der Muttermilch; Mammasonografie bei V. a. Abszess.
Therapie
  • Bei anhaltendem Fieber über 24–36 h Antibiotikagabe

  • Bei Abszessbildung Wärme statt Kälte

  • Nach Einschmelzung des Abszesses → Inzision

  • Entzündungshemmende Medikamente, z. B. Diclofenac (Voltaren®).

Pflege
  • Ruhigstellen der Brust (fester BH)

  • Brust kühlen (Quarkumschläge oder Kühlelemente)

  • Bei fortgeschrittener Mastitis kann es (vorübergehend) erforderlich sein, die Milch abzupumpen und zu verwerfen (Staphylokokken in der Milch führen zu gastrointestinalen Symptomen beim Kind)

  • Bei beginnender Einschmelzung Wärme (Rotlicht) zur Abszessreifung

  • Flüssigkeitsbeschränkung (sekundäres Abstillen) 1 000–1 500 ml/Tag; ggf. Pfefferminz- und Salbeitee

  • Fiebersenkende Mittel nach Arztanordnung.

Prophylaktische Maßnahmen
  • Vor dem Anlegen im Krankenhaus: Händedesinfektion, zu Hause: Hände waschen

  • Keine Kontamination der Brust mit Lochialsekret

  • Korrekte Stilltechnik (Kap. 18.5.6)

  • Bei empfindlichen Brustwarzen/Rhagaden → Stillhütchen benutzen

  • Milchstau vermeiden, indem die Brust immer leer getrunken wird

  • Brustwarzen mit Muttermilch bestreichen und an der Luft trocknen lassen.

Psychische Störungen im Wochenbett
Auftreten WochenbettPsychose psychischer Probleme oft schon in der Schwangerschaft, gehäuft innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Geburt. Ursachen noch weitgehend ungeklärt, vermutet werden u. a. verringerte Östrogen-, Progesteron- und Tryptophan-Serumspiegel nach der Geburt.
Risikofaktoren: z. B. labile Persönlichkeitsstruktur, Schwangerschaftskonflikte.
Postpartales Stimmungstief (Maternity- oder Baby-Blues)
  • Maternity-Blues Beginn: Baby-Blues innerhalb 6 Wochen nach der Geburt, Häufigkeitsgipfel: 2.–4. Tag

  • Symptome: z. B. Angst, milde Depression, Weinerlichkeit und das Gefühl, das Kind nicht gut versorgen zu können

  • Therapie: Patientin über Normalität der depressiven Stimmungslage im Wochenbett aufklären, medikamentöse Therapie nicht notwendig.

Puerperalpsychose (Postpartale Psychose)
  • Puerperalpsychose Beginn: Psychosepostpartale innerhalb des 1. Monats nach der Geburt

  • Symptome: Depression (Kap. 20.7.2), starke Stimmungsschwankungen (evtl. Suizidrisiko), Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Agitiertheit

  • Therapie: psychiatrische Behandlung, Psychotherapie, ggf. soziale Unterstützung und stationäre Behandlung.

Postpartale Depression
  • Beginn: 6 Depressionpostpartale Wochen bis 1 Jahr nach der Geburt

  • Symptome: z. B. starkes Weinen, Schlafstörungen, außergewöhnliche Müdigkeit, Inkompetenzgefühle, zwiespältige Emotionen zum Kind mit wechselnder Zuneigung oder Ablehnung, Schuldgefühle, inneres Leeregefühl.

Weitere Wochenbettkomplikationen Tab. 18.6

Gynäkologische Erkrankungen

Entzündliche Erkrankungen

Pflegeinterventionen
  • Applikation angeordneter Medikamente

  • Patientin zu Hygienemaßnahmen informieren und anleiten

  • Sexualpartner einbeziehen, wird u. U. mitbehandelt.

Vulvitis

Definition

Entzündung des äußeren Genitale durch Bakterien, Pilze, Viren, Trichomonaden.

Ursachen
Mechanische oder chemische Irritationen, Östrogenmangel, Diabetes mellitus.
Symptome
Rötung, Schwellung, Brennen, Juckreiz, Schmerzen.
Diagnostik
Inspektion, Nativpräparat (Tab. 18.2).
Therapie
Lokalbehandlung: Salben, Vaginalovula/Suppositorien, Therapie der Grunderkrankung (Tab. 18.3).
Pflege
  • Patientin aufklären: keine beengende Kleidung tragen (mechanische Reizung der Vulva); keine Vorlagen mit Plastikfolie verwenden (feuchte Kammer)

  • Ggf. in die Intimpflege einweisen

  • Bei Pruritus (Juckreiz) Sitzbäder mit Kamille oder Eichenrindenextrakt (Kap. 18.4); lokal Kompressenauflage mit kühlender Salbe nach Verordnung.

Kolpitis

Definition

Entzündung der Vagina durch Bakterien, Pilze, Trichomonaden, Chlamydien.

Ursache
Oft Veränderung der physiologischen Vaginalflora, z. B. durch Östrogenmangel, Antibiotikatherapie, Scheidenspülungen.
Symptome
Rötung, Fluor, unangenehmer Geruch, Juckreiz, brennender Schmerz, u. U. sekundäre Vulvitis.
Diagnostik
Inspektion, Nativpräparat (Tab. 18.2), Erregernachweis.
Therapie
Lokaltherapeutika, Therapie der Grunderkrankung (Tab. 18.3).
Pflege
  • Patientin zum hygienischen Umgang mit Vorlagen/Wäsche anleiten

  • Bei Gabe von Vaginalzäpfchen zur Nacht: Patientin soll möglichst nicht mehr aufstehen und darum zuvor an die Blasenentleerung denken.

Endometritis, Myometritis, Zervizitis
MyometritisEndometritis

Definition

Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, des Muskelgewebes, des Muttermundes meist während des Wochenbettes (Tab. 18.6).

Symptome
Zervizitis Blutungsstörungen, leichter Unterbauchschmerz, Temperaturerhöhung bis 38 °C.
Diagnostik
Palpation, Labor (BSG, Leukozyten, CRP, Urinstatus), Sonografie.
Therapie
Körperliche Schonung, lokale Kälteanwendung, Spasmolytika, Antibiotika.
Pflege
  • Hygienischen Umgang mit Vorlagen/Wäsche beachten

  • Beobachtung von Ausfluss und Temperatur

  • Pflege bei Fieber (Kap. 2.6.3).

Salpingitis, Adnexitis
Salpingitis

Definition

Entzündung der Eileiter, der Uterusanhänge (Tuben, Ovarien).

Ursache
Adnexitis Meist aus den unteren Abschnitten des Genitales aufsteigende Infektionen. Chronische Adnexitiden resultieren oft aus Reizungen einer narbig ausgeheilten Adnexitis.
Symptome
Hohes Fieber, starke Unterleibschmerzen, Abwehrspannung im Unterbauch, postmenstruell einsetzende Schmerzen.
Diagnostik
  • Inspektion von Vagina und Zervix

  • Nativpräparat (Tab. 18.2)

  • Palpation

  • Labor: BB, BSG, CRP, β-HCG; Urinstatus und -kultur; Erregerbestimmung

  • Sonografie, ggf. Laparoskopie.

Therapie
Bettruhe, Analgetika, Antiphlogistika, Antibiotika.
Pflege
  • Auf strenge Bettruhe während der akuten Entzündungsphase achten

  • Temperaturkontrolle und Pflege bei Fieber (Kap. 2.6.3)

  • Ausfluss beobachten

  • Durchführung notwendiger Prophylaxen bei Bettruhe.

Operative Eingriffe in der Gynäkologie

Überblick über gynäkologische Erkrankungen, die u. U. eine OP erfordern (Tab. 18.7)
Abdominale Eingriffe
  • Abdominale Hysterektomie (Hysterektomie Gebärmutterentfernung Gebärmutterentfernung), abdominale Adnexektomie (Eierstockentfernung Adnektomie Eierstockentfernung), Resektion von Zysten

  • Laparoskopie (Bauchspiegelung): Zur Diagnostik und/oder zur Durchführung von operativen Eingriffen („Minimal-invasive Chirurgie“, MIC).

Vaginale Eingriffe
  • Vaginale Hysterektomie

  • Kürretage, KürettageAbrasio: Gewinnung bzw. AbrasioEntfernung von Gewebe aus dem Uterus; Indikation: Fehlgeburt, Schwangerschaftsunterbrechung, pathologischer Muttermund-Abstrich

  • Deszensus-OP: Descensus-OP Indikation bei Uterussenkung mit und ohne Urininkontinenz, schwere Stressinkontinenz auch bei nur geringer Senkung, Totalvorfall des Uterus (selten)

  • Konisation/Probeexzision:Konisation Indikation bei Verdacht auf malignen Prozess an der Zervix zur histologischen Untersuchung.

Pflege bei gynäkologischen Operationen
Präoperative Pflege (Kap. 16.2)
  • Größe, Gewicht, Vitalzeichen dokumentieren

  • Routineuntersuchungen

  • Postoperative Fähigkeiten einüben: Atemgymnastik: Brustatmung bei Genital-OP und Abhusten ohne Schmerzprovokation (Kap. 2.4); Aufstehen aus dem Bett

  • Körperpflege mit besonderer Beachtung des Nabels

  • Darmreinigung: am Vortag nach hausinternen Leitlinien

  • Rasur nach Schema (Abb. 18.3)

  • Kostabbau: Beachtung klinikspezifischer Richtlinien, Flüssigkeitskarenz ab 22:00 Uhr

  • Am OP-Tag: Operationshemd, Einmalslip und ggf. Vorlagen bereitlegen

  • Thromboseprophylaxe (medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe = MTS, ggf. Low-dose-Heparinisierung).

Postoperative Pflege (Kap. 16.3)
  • Prophylaktische Maßnahmen

    • Thrombose: MTS, Bewegungsübungen, Heparingabe nach Anordnung

    • Pneumonie: Oberkörper-Hochlagerung, Atemübungen entsprechend der OP, Wundpresse mit den Händen beim Abhusten

  • Urin: Kontrolle und Pflege des suprapubischen oder transurethralen Katheters (bei OP im Bauchraum), Spontanurin sollte innerhalb 6 h nach Katheterentfernung erfolgen

  • Stuhl: bei OP im Bauchraum meist bis 2 Tage postop. keine Ausscheidung, Darmmobilisierung nach Arztanordnung mit Laxanzien bzw. nach Leitlinie, auf das Abgehen von Gasen am 3. Tag achten, u. U. Darmrohr nach Anordnung

  • Kostaufbau ist abhängig von Stuhlausscheidung: am 1. postop. Tag Tee, Zwieback, Suppe; 2. Tag leichte Kost; ab 3. Tag Vollkost

  • Frühmobilisation: ab OP-Tag bei guter Kreislaufsituation, Belastung schrittweise steigern

  • Bei Mamma ablatio Lagerung des Arms in Abduktionsstellung, damit wenig Druck und keine feuchte Kammer zwischen Arm und Brustwand entsteht

  • Wundversorgung bei vaginaler OP: Entfernung der Tamponade nach max. 24 h, tgl. Genitalspülung (Kap. 18.4), ausreichend Vorlagen zur Verfügung stellen

  • Körperpflege: am OP-Tag Mundpflege 3–5 × während Nahrungskarenz bis Tee erlaubt ist (i. d. R. 6 h nach OP); Teilkörperpflege im Bett oder Waschbecken, langsam steigern.

Beobachten

  • Vitalzeichen über 24 h engmaschig, danach Puls und RR nach Bedarf, Temperatur 1 × tgl.

  • Wundgebiet (Blutung, Rötung, Schwellung, Schmerzen); Drainagen

  • Vorlagen (Blutung: Menge, Farbe, Geruch)

  • Anzeichen von Pneumonie, Thrombose, Dekubitus (Kap. 2.2.11).

Tipps, Tricks und Fallen

  • Gynäkologische Operationen betreffen immer die Intimsphäre der Frau. In manchen Fällen, z. B. bei onkologischen Erkrankungen, bedürfen die Patientinnen guter psychologischer Begleitung, hier bei Bedarf Psychoonkologischen Dienst einbinden

  • Ggf. Information/Betreuung des Partners (nur mit Einverständnis der Patientin, sonst Verstoß gegen die Schweigepflicht)

  • Thrombosen und Embolien (Beckenvene, Lunge) sind postop. Risiken, erste Anzeichen unbedingt dem Arzt mitteilen (Kap. 9.5.5)

  • Genitalspülungen (Kap. 18.4) nach abdominalen oder vaginalen Eingriffen z. B. mit Kamillenextrakt.

Operationen an der Brust
Die häufigste Ursache für eine Brustoperation ist Brustoperationein Brustkrebs Mammakarzinom (Mammakarzinom Brustkrebs).
Symptome des Mammakarzinoms
Tastbarer Knoten, vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle, Orangenhaut-Phänomen, Sekretion aus der Brustwarze, Einziehung der Haut.
Diagnostik
  • Anamnese

  • Klinische Untersuchungen: Palpation, Inspektion, Stanzbiopsie

  • Blutchemische Untersuchungen: BSG, Hormonbestimmung (Östradiol, Gonadotropine bei fraglichem Menopausenstatus), Tumormarker

  • Apparative Untersuchungen: Röntgen-Thorax, Mammografie, Sonografie, Knochenszintigramm, evtl. Galaktografie (röntgenografische Darstellung der Milchgänge), evtl. Magnetresonanzmammografie.

  • Hormonrezeptoranalyse des Tumorgewebes.

Therapie
Bei Brustkrebs muss immer eine operative Therapie erfolgen. Anschließend wird je nach histologischem Befund eine Strahlentherapie, Chemotherapie und/oder Hormontherapie durchgeführt.
Operative Therapie
  • Brusterhaltende Verfahren

    • Tumorektomie: Der Tumorektomie Tumor wird mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt

    • Segmentresektion: Tumorentfernung Segmentresektion mit ausreichendem Sicherheitssaum

    • Quadrantektomie: Quadrantektomie Keilförmiges Segment der Brustdrüse wird entfernt

    • Axilladissektion: Lymphknoten der Axilladissektion Achselhöhle werden entfernt

    • Sentinel-Lymphknoten (Wächter-Lymphknoten): der erste Lymphknoten der Axilla wird nach vorheriger Markierung entfernt, ist dieser tumorfrei, kann auf die komplette Ausräumung der axillären Lymphknoten verzichtet werden

  • Ablative Brustoperationablative Verfahren

    • Modifizierte radikale Mastektomie: Entfernung von Mastektomie Brustdrüse mit Achsellymphknoten

    • Mastektomie: Entfernung von Brustdrüse mit Hautmantel und Brustmuskeln.

Pflege
Präoperative Pflege
  • Rasur (Abb. 18.3): Brust und Achselhöhle

  • Psychische Betreuung: Gesprächsbereitschaft, Verständnis und Mitgefühl; baldmöglichst Breast Care Nurse einbeziehen.

Postoperative Pflege
  • Beobachten

    • Lymphstau im Arm der operierten Seite

    • Armumfang messen

    • Hautoberfläche, -farbe und -turgor

  • Lagerung: betroffenen Arm in Abduktionsstellung leicht erhöht lagern

  • Mobilisation

    • Frühmobilisation

    • Aktive und passive Bewegungsübungen (passiv bis zum 2.–3. postop. Tag). Ab 3. postop. Tag aktive Bewegungsübungen; behutsame kontinuierliche Steigerung

  • Körperpflege: Unterstützung der Patientin beim Waschen und Kleiden nach individuellem Bedarf

  • Prophylaxen

    • Lymphödem: Frühmobilisation (Kap. 2.2.6, Kap. 16.3)

    • Narbenkontraktur: Gymnastische Übungen

    • Kontraktur: Bewegungsübungen zum Erhalt der Beweglichkeit im op-seitigen Schultergelenk bis zur Schmerzgrenze (Kap. 2.2.9)

  • Verbandswechsel: 2–3 Redondrainagen, nach Anordnung am 2.–4. postop. Tag entfernen, axilläre Redon-Drainage am 5. oder 6. Tag

  • Fadenentfernung (Einzelfäden oder Intrakutanfaden) i. d. R. zwischen dem 7.–11. postop. Tag

  • Epithesenversorgung Epithesenversorgung in gemeinsamer Absprache mit der Sanitätsfachberaterin; zunächst Erstprothese aus leichtem Textilgewebe.

Beobachten

  • Vitalzeichen über 24 h

  • Schmerzen

  • Wundgebiet (Blutung, Rötung, Schwellung)

  • Anzeichen eines Lymphödems: Spannungsgefühl und Schwellung des Arms (Armumfang messen), Parästhesien (Missempfindung wie z. B. kribbeln).

Tipps, Tricks und Fallen

  • Ernährung: ballaststoffreiche Mischkost; viel Trinken unterstützt die Fließgeschwindigkeit des Blutes und Lymphstroms

  • Epithesen sind rezeptpflichtig und werden von der Krankenkasse bezahlt, entsprechende BHs können 1–2 × jährlich bezuschusst werden

  • Psychische Unterstützung: der Verlust einer Brust ist ein außerordentlich belastendes und krisenhaftes Ereignis

  • Achtsamkeit beim 1. Verbandswechsel: die Patientin sieht erstmalig ihr verändertes Äußeres

  • Gymnastische Übungen sollen nach der Entlassung fortgeführt werden

  • Information über Nachbehandlung und Anschlussheilverfahren

  • Auf Wunsch Kontaktvermittlung zu Selbsthilfegruppen.

Entlassungsberatung
  • Falls noch nicht erfolgt: Kontakt zu einem Sanitätshaus (Epithesenberatung)

  • Ausgabe von Informationsmaterial und Kontaktadressen regionaler Selbsthilfegruppen.

Literaturhinweise

AMWF,

AMWF (Hrsg.): S3-Leitlinie „Brustentzündungen in der Stillzeit: Therapie“ Registernummer 015–071 Stand: 28.02.2013, gültig bis 28.02.2018.

Both and Frischknecht, 2007

D. Both K. Frischknecht Stillen kompakt. Atlas zur Diagnostik und Therapie in der Stillberatung 2007 Elsevier, Urban & Fischer Verlag München

Fesenfeld, 01/2007

A. Fesenfeld Brustverlust – was können wir tun? Die Schwester/Der Pfleger 01/2007 8 12

Goerke and Junginger, 2014

K. Goerke C. Junginger Pflege konkret. Gynäkologie und Geburtshilfe 5. Aufl. 2014 Elsevier, Urban & Fischer Verlag München

Harder, 2014

U. Harder Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause 4. Aufl. 2014 Hippokrates Stuttgart

Schaefer et al., 2011

C. Schaefer Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit 8. Aufl. 2011 Elsevier, Urban & Fischer Verlag München

Schmid-Büchi et al.

S. Schmid-Büchi Die Erfahrung, an Brustkrebs zu erkranken, und wie die betroffenen Frauen ihr Leben wieder unter Kontrolle bringen. Pflege 6/2005 345 352

Websites

Arbeitsgemeinschaft,

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e. V., www.afs-stillen.de

Brustkrebs Deutschland e

Brustkrebs Deutschland e. V., www.brustkrebsdeutschland.de; mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V., www.mamazone.de; Verein Brustkrebs Info e. V., www.brustkrebs-info.de

Frauenselbsthilfe nach Krebs e

Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V., www.frauenselbsthilfe.de

Initiative peripartale psychische Erkrankungen

Initiative peripartale psychische Erkrankungen: www.schatten-und-licht.de

Initiative Regenbogen Glücklose Schwangerschaft e

Initiative Regenbogen Glücklose Schwangerschaft e. V., www.initiative-regenbogen.de; www.verein-regenbogen.ch; www.schmetterlingskinder.de

La Leche,

La Leche Liga Deutschland e. V., www.lalecheliga.de

Marcé Gesellschaft,

Marcé Gesellschaft für Peripartale Psychische Erkrankungen e. V., www.marce-gesellschaft.de

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