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B978-3-437-22235-1.00010-3

10.1016/B978-3-437-22235-1.00010-3

978-3-437-22235-1

Referenzbereiche Galaktose-Belastungstest

Tab. 10.1
Galaktose-Konzentration (Serum): < 0,3 g/l
Galaktose-Ausscheidung (2-h-Sammelurin): < 2,5 g

Referenzbereich Laktose-Toleranztest

Tab. 10.2
Beurteilungskriterien Referenzbereich
H 2 -Atemtest < 20 ppm
Glukoseanstieg > 25 mg/dl
Abdominalbeschwerden keine

Referenzbereiche Xylose-Resorptionstest

Tab. 10.3
Erwachsene
  • 5-h-Sammelurin

> 16 % der verabreichten Dosis
  • Serum (nach 15 Min.)

> 10 mg/dl
  • Serum (nach 1 h)

> 30 mg/dl
  • Serum (nach 2 h)

> 30 mg/dl
Kinder < 30 kg, Serum (nach 1 h) > 20 mg/dl

Referenzbereich Pankreolauryl-Test

Tab. 10.4
Bewertungskriterium Referenzbereich
Prozentuales Ausscheidungsverhältnis Testtag/Kontrolltag (T/K) > 30 %

Referenzbereiche Sekretin-Pankreozymin-Sekretin-Pankreozymin-TestReferenzbereicheTest

Tab. 10.5
Bewertungskriterien
30 Min. nach Sekretin
Flüssigkeitssekretion > 67 ml/30 Min.
Bikarbonatkonzentration > 70 mmol/l
Bikarbonatsekretion > 65 mmol/30 Min.
30 Min. nach Cholezystokinin-Pankreozymin
Amylasesekretion > 24.000 U/30 Min.
Lipasesekretion > 30.000 U/Min.

Die Referenzbereiche haben orientierenden Charakter. Da sie methodenabhängig sind und auch die Durchführung der Tests nicht standardisiert ist, sollte jedes Labor eigene Referenzbereiche ermitteln.

Gastrointestinale Funktionstests

Birgid Neumeister

  • 10.1

    Leberfunktionstests194

    • 10.1.1

      Grundlagen194

    • 10.1.2

      Diagnosestrategie194

    • 10.1.3

      Galaktose-Belastungstest $$194

  • 10.2

    Dünndarmfunktionstests195

    • 10.2.1

      Grundlagen195

    • 10.2.2

      Diagnosestrategie195

    • 10.2.3

      Laktoseintoleranz und andere Kohlenhydratunverträglichkeiten $$195

    • 10.2.4

      Xylose-Resorptionstest $$197

  • 10.3

    Pankreasfunktionstests198

    • 10.3.1

      Grundlagen198

    • 10.3.2

      Diagnosestrategie198

    • 10.3.3

      Pankreolauryl-Test $$198

    • 10.3.4

      Sekretin-Pankreozymin-Test $$$199

  • 10.4

    Helicobacter pylori: 13C-Atemgastest $$201

Leberfunktionstests

Grundlagen

LeberfunktionstestsGastrointestinale FunktionstestsLeberDie Leber als Stoffwechselzentrum des Organismus weist eine große Anzahl von Partialfunktionen auf. Neben der Bestimmung von dir. Leberfunktionsparametern erlauben Funktionstests jeweils die Beurteilung einer oder mehrerer dieser Funktionsleistungen (Synthese, Biotransformation, Entgiftung). Eine LeberzellinsuffizienzLeberzellinsuff. (z. B. bei chron. Hepatitis, Leberzirrhose, toxischen Leberschäden) äußert sich in path. Werten der Basisparameter und Funktionstests.

Diagnosestrategie

BasisdiagnostikCHE (5.8), Albumin, Quick-Test (24.7.2), AT III (24.10.1), Gerinnungsfaktoren (24.9).
Weiterführende DiagnostikAmmoniak bei hepatischer Enzephalopathie (9.2.2), Galaktose-Belastungstest (10.1.3).

Galaktose-Belastungstest $$

TestprinzipGalaktose-BelastungstestGalaktose wird bei intakter Leberfunktion zu Glukose metabolisiert. Unter definierter Galaktosebelastung werden lediglich 5 % unverändert i. U. ausgeschieden. Bewertungskriterien sind die erhöhte renale Ausscheidung bzw. erhöhte Serumwerte von Galaktose. Sie deuten auf eine Metabolisierungsstörung der Leber hin.
IndikationenLeberzellinsuffizienzGalaktose-BelastungstestLeberzellinsuff.
Testdurchführung
  • Voraussetzungen: Zum Testbeginn Pat. nüchtern lassen, körperliche Ruhe, Blasenentleerung bei Messung der Galaktoseausscheidung i. U.

  • Pat. 40 g Galaktose in 250 ml Tee oder Wasser gelöst innerhalb von 2 Min. trinken lassen

  • Nach 90 Min. venöse Blutentnahme zur Bestimmung der Galaktosekonz. i. S.

  • Alternativ oder ergänzend Messung der ausgeschiedenen Galaktosemenge im 2-h-Sammelurin. Am Ende der Sammelperiode Pat. Blase nochmals vollständig entleeren lassen. Sammelmenge dokumentieren

  • Modifikation: i. v. Bolusinjektion von 0,33 g Galaktose/kg KG innerhalb von 2 Min. Mehrmalige Blutentnahme zur Galaktose-Bestimmung i. S. und Berechnung des Eliminationskoeffizienten

Die orale Applikation der Galaktose ist das übliche Verfahren und einfacher in der Durchführung.

BestimmungsmethodeBestimmung der Galaktose i. S. und/oder i. U. erfolgt enzymatisch mithilfe von Galaktosedehydrogenase oder Galaktoseoxidase.
ReferenzbereicheTab. 10.1.
Bewertung erhöhter WerteHinweis auf Leberzellinsuff. Die Wertigkeit des Tests ist beschränkt: bei etwa 30 % der Pat. mit Leberzirrhose normale Werte (geringe Sensitivität), bei etwa 30 % Lebergesunder path. Werte (geringe Spezifität) → insb. für Verlaufsbeurteilung geeignet.
Störungen und BesonderheitenBei der kurzen Sammelzeit von 2 h kann der Fehler beim Sammeln des Urins groß sein.

Merke

  • Die Galaktose-Elimination korreliert nicht mit anderen Parametern für die Synthesefunktion.

  • Die Basisdiagnostik ist für die Bewertung der Syntheseleistung üblicherweise ausreichend.

Dünndarmfunktionstests

Grundlagen

Gastrointestinale FunktionstestsDünndarumDünndarmfunktionstestsDünndarmfunktionsstörungen (Maldigestion, spez. und globale Malabsorption) lassen sich am besten durch Funktionstests differenzieren. Wesentliche klin. Bedeutung bei CED, nach Dünndarmresektion, bei Sprue/Zöliakie, M. Whipple, Dermatitis herpetiformis, Zollinger-Ellison-Sy., Laktasemangel, Mukosaschädigung durch Pharmaka.

Diagnosestrategie

BasisdiagnostikFettausscheidung im Stuhl (15.2.3), Eisen, Ferritin (23.5.2), Vit. B, Folsäure (13.1.6), Blutbild (23.1.1), Quick-Test (24.7.2).
Weiterführende DiagnostikLaktose-Toleranztest (10.2.3) und seine Varianten (H2-Atemtest, 13CO2-Atemtest), Xylose-Resorptionstest (10.2.4), Vit.-B12-Resorptionstest (Schilling-Test, 13.1.5) bei V. a. Zöliakie und einheimische Sprue beim Erw. (22.5.31, 22.5.32).

Laktoseintoleranz und andere Kohlenhydratunverträglichkeiten $$

TestprinzipLaktoseintoleranz, DünndarmfunktionstestsKohlenhydratunverträglichkeitDisaccharidase(mangel)Disaccharidasen sind in der Bürstensaummembran der Dünndarmmukosa lokalisiert. Sie katalysieren die hydrolytische Spaltung von Disacchariden in Monosaccharide. Diese Monosaccharide werden aktiv resorbiert und führen zu einem Blutzuckeranstieg.
Bei einem Enzymmangel bleiben sowohl die Spaltung in Monosaccharide als auch der Blutzuckeranstieg aus. Die unverdauten Disaccharide führen zu einer osmotischen DiarrhöReised.DiarrhöosmotischeDiarrhö. Man unterscheidet zwischen prim. (genet. bedingtem) und sek. Enzymmangel infolge entzündlicher Darmerkr. Etwa 7–20 % der Bevölkerung haben eine Laktose-, ca. 15–25 % eine Fruktoseunverträglichkeit.

Merke

DD Nahrungsmittelallergie, DAO-Mangel
Indikationen
  • V. a. prim. oder sek. Disaccharidase-Disaccharidase(mangel)Mangel (MaldigestionMaldigestion)

  • Blähungen, Durchfall und Flatulenz nach Verzehr von Milch, Milchprodukten, Obst, Trockenfrüchten oder Zuckeraustauschstoffen

Diagnostik
  • H2-Atemtest: H2-AtemtestDer nüchterne Pat. trinkt innerhalb von 5 Min. 50 g Laktose/25 g Fruktose/5–10 g Sorbit oder einen anderen zu testenden Zucker, gelöst in 200 ml Wasser. Über einen Zeitraum von 2–3 h wird in ½-stündl. Intervallen H2 in der Atemluft gemessen. Dieses H2 stammt aus im Dünndarm nicht hydrolysiertem Disaccharid, das nach seinem Übertritt in das Kolon durch die Dickdarmflora gespalten und als H2 in die Atemluft abgegeben wird. Kontrolle: Laktulose (im Dünndarm nicht spaltbar, führt normalerweise immer zu H2-Exhalation und identifiziert bei fehlender H2-Produktion die 10–15 % H2-Non-Producer in der Bevölkerung).

  • Glukosebestimmung im Kapillarblut: Kapillarblutentnahme zur Messung der Blutglukosekonz. zum Zeitpunkt 0 (Ausgangswert) sowie 15, 30, 45, 60, 90 und 120 Min. nach Disaccharidbelastung.

Merke

Während der Testdurchführung auf Intoleranzerscheinungen achten: Blähungen, Diarrhö, Abdominalschmerzen etc.
  • Molekularbiol. Analyse von Mutationen im Laktase-Gen oder Aldolase-B-Gen bei V. a. prim. Enzymmangel (EDTA-Blut).

ReferenzbereichTab. 10.2.
Bewertung erniedrigter Werte
  • Prim. Enzymmangel: kongenital (selten) oder erworben, genet. determiniert (häufig, physiol.: Laktasereduktion nach dem 5.–10. Lj.)

  • Sek. Enzymmangel: Folge intestinaler Mukosaschädigung bei Zöliakie/Sprue, M. Whipple, intestinalen Lymphomen, Zytostatikatherapie

  • Disaccharid-Malabsorption: bei Ulcus duodeni, Colitis ulcerosa, Enteritis Crohn, Zollinger-Ellison-Sy., Mukoviszidose

  • Monosaccharid-Malabsorption: Monosaccharid-Malabsorptionfür Glukose und Galaktose. Meist Glukosetransportstörung, Abklärung durch Glukosetoleranztest

Störungen und Besonderheiten
  • Methodische Störungen wie bei Glukosebestimmung (7.3)

  • Falsch niedriger Blutglukoseanstieg bei verzögerter Magenentleerung

  • Falsch neg. Ergebnisse bei Pat. mit path. Glukosetoleranz und manifestem Diab. mell.

Merke

  • Der Laktose-Toleranztest mit Nachweis des Glukoseanstiegs im Kapillarblut hat eine diagn. Sensitivität von 75 % (Spezifität 83 %).

  • Der H2-Atemtest hat eine Spezifität und Sensitivität von > 90 %.

Xylose-Resorptionstest $$

TestprinzipXylose-ResorptionstestAufgrund der stereochem. Ähnlichkeit von Xylose mit Glukose und Galaktose wird Xylose im oberen Jejunum absorbiert. Die Ausscheidung von Xylose erfolgt unverändert, größtenteils über die Niere. Verminderte Serumspiegel sowie verminderte renale Ausscheidung nach oraler Belastung (Bewertungskriterien) weisen damit auf eine verminderte Kohlenhydratresorption im oberen Jejunum hin.
IndikationenV. a. MalabsorptionXylose-ResorptionstestMalabsorptionssy. (Lokalisation oberer Dünndarm).
Testdurchführung
  • Vorbereitung: Entleerung der Harnblase, Urin verwerfen.

  • Nüchternen Pat. 25 g Xylose gelöst in 300 ml Wasser oder Tee trinken lassen (Kinder 15 g/qm KOF).

  • Nach 1 h und 2 h Pat. nochmals jeweils 250 ml Wasser trinken lassen (Kinder 5 g Xylose in 100–200 ml Wasser).

  • Blutentnahme (Serum) 15 Min., 1 h und 2 h nach Applikation der Xylose (bei Kindern 1 h nach Applikation).

  • 5-h-Sammelurin asservieren. Urin mit 5 ml 10 % Thymol in Isopropanol stabilisieren. Am Ende der Sammelperiode Blase nochmals vollständig entleeren lassen.

BestimmungsmethodeBestimmung von Xylose erfolgt enzymatisch mithilfe von Xylose-NADP-1-oxidoreduktase, fotometrisch mit der 4-Bromanilin-Methode oder mittels HPLC.
ReferenzbereicheTab. 10.3.
BewertungBewertungskriterien sind die verminderte Ausscheidung von Xylose i. U. und erniedrigte Xylosekonz. i. S.
Erniedrigte Werte: MalabsorptionXylose-ResorptionstestMalabsorption (Zöliakie/Sprue, Amyloidose, Dünndarmresektion, intestinales Lymphom, M. Whipple, Zollinger-Ellison-Sy., Dermatitis herpetiformis, Mukosaschädigung durch Pharmaka, z. B. Neomycin).
Störungen und Besonderheiten
  • Falsch niedrige Serumkonz.: bei Erbrechen, verlangsamter Magenentleerung, bakt. Überbesiedlung des Dünndarms, Cholestase

  • Falsch niedrige Urinkonz.: bei einer Reihe von Medikamenten wie ASS, Digoxin, Digitoxin, Indometacin, Neomycin, Opiumalkaloiden, MAO-Inhibitoren. Sammelfehler, Niereninsuff., Cholestase

Merke

  • Zur weiteren Abklärung der Malabsorption bei pos. Xylose-Resorptionstest Dünndarmbiopsie.

  • Normales Testergebnis schließt Resorptionsstörung im distalen Dünndarm nicht aus (→ Vit.-B12-Resorptionstest, 13.1.5).

Pankreasfunktionstests

Grundlagen

PankreasfunktionstestsGastrointestinale FunktionstestsBauchspeicheldrüsePankreasfunktionstests dienen der Abklärung einer exokrinen Pankreasinsuff. bei chron. Pankreatitis, Pankreas-Ca, Pankreasteilresektion, Mukoviszidose.

Diagnosestrategie

BasisdiagnostikFettausscheidung im Stuhl, geringe Sensitivität, da Maldigestion erst bei 75–90 % Ausfall der exokrinen Pankreasfunktion auftritt, Pankreas-Elastase-1 im Stuhl (korreliert mit der Elastase-1-Sekretion in das Duodenum; 15.2.3).
Weiterführende DiagnostikPankreolauryl-Test (10.3.3), Sekretin-Pankreozymin-Test (10.3.4, hohe Sensitivität und Spezifität).

Pankreolauryl-Test $$

Pankreolauryl-TestIndir. Test: Aus einer verminderten Verdauungsleistung wird auf eine verminderte Pankreassekretion geschlossen.
TestprinzipPankreasspez. Hydrolasen des Pankreassekrets hydrolysieren die Testsubstanz Fluorescein-Dilaurinsäureester. Der dabei entstehende wasserlösliche Farbstoff wird resorbiert, z. T. in der Leber verstoffwechselt und renal ausgeschieden. Die im Sammelurin gemessene Fluorescein-Menge dient zur Beurteilung der Pankreasfunktion.
IndikationenV. a. PankreasinsuffizienzPankreolauryl-Testexokrine PankreasinsuffizienzexokrinePankreasinsuff. bei chron. Pankreatitis, chron. kalzifizierender Pankreatitis, Pankreas-Ca, Z. n. Pankreasteilresektion, Mukoviszidose.
Testdurchführung
  • 6:30 Uhr: Nüchternen Pat. 0,5 l Tee ohne Zucker trinken und um 7:00 Uhr zum Frühstück ein Brötchen mit 20 g Butter essen lassen. Während des Frühstücks schluckt er unzerkaut 2 Kps. mit insgesamt 0,5 mmol Fluorescein-Dilaurinsäureester und trinkt 1 Tasse Tee.

  • 7:00 Uhr: Beginn der Urinsammelperiode (vorher Blase entleeren und Urin verwerfen).

  • Bis 10:00 Uhr keine Nahrungsaufnahme.

  • 10:00 Uhr: Pat. erhält 1 l Tee, den er ≤ 2 h trinken soll. Danach normale Nahrungsaufnahme.

  • 17:00 Uhr: Ende der Urinsammelperiode (Blase nochmals vollständig entleeren lassen).

  • Nach mind. 1 d Pause wird der Test unter gleichen Bedingungen, aber mit 2 Kps. 0,5 mmol Fluorescein-Natriumsalz anstelle von Fluorescein-Dilaurinsäureester durchgeführt.

BestimmungsmethodeFotometrische Messung von Fluorescein in beiden 10-h-Sammelurinen und Berechnung des prozentualen Ausscheidungsverhältnisses T/K für Fluorescein am Testtag (T) und am Kontrolltag (K).
ReferenzbereichTab. 10.4.
Bewertung erniedrigter Werte
  • Exokrine Pankreasinsuff.: bei Pankreasinsuffizienzexokrinechron. Pankreatitis, chron. kalzifizierender Pankreatitis, Pankreas-Ca, Z. n. Pankreasteilresektion, Mukoviszidose

  • Graubereich: 20–30 % → Test wiederholen. Falls erneut < 30 %, liegt Pankreasinsuff. vor

Störungen und Besonderheiten
  • Falsch pos. Test (niedrige Werte): unvollständiges Urinsammeln, unvollständige Einnahme des Frühstücks und der Kapseln

  • Falsch neg. Test (hohe Werte): während des Tests Pankreasenzym-Substitution als Therapie (3 d vor Testbeginn absetzen)

Merke

  • Die diagn. Sensitivität des Tests für die exokrine Pankreasinsuff. ist mit 75 % gering.

  • Bewertung im Zusammenhang mit Elastase-1 im Stuhl sowie Sonografie, CT und ERCP (insb. bei Abklärung der Ursache für die Pankreasinsuff.).

Sekretin-Pankreozymin-Test $$$

Sekretin-Pankreozymin-TestDir. Test: Parameter der Pankreassekretion werden unmittelbar erfasst.
TestprinzipDer Sekretin-Pankreozymin-Test prüft die Sekretionsleistung des exokrinen Pankreas unter Stimulationsbedingungen. Sekretin stimuliert physiologisch die Sekretion von Flüssigkeit und Bikarbonat. Cholezystokinin-Pankreozymin stimuliert die Sekretion von Enzymen bzw. Zymogenen (Lipase, Amylase, Trypsin, Chymotrypsin). Beide Substanzen werden im Test entweder in einer zweizeitigen oder einer kontinuierlichen einzeitigen Stimulation eingesetzt. Bewertungskriterium: Stimulierbarkeit der Sekretionsleistung durch Messung der Sekretionsprodukte.
IndikationenV. a. exokrine PankreasinsuffizienzSekretin-Pankreozymin-TestPankreasinsuff. bei chron. Pankreatitis, chron. kalzifizierender Pankreatitis, Pankreas-Ca, Z. n. Pankreasteilresektion.
Testdurchführung
  • Voraussetzungen: Pat. nüchtern lassen. Anlage einer doppelläufigen Duodenalsonde (Pat. in Rechtsseitenlage). Dabei Magen- und Duodenalsekret absaugen und verwerfen. Lage der Sonde mit Rö kontrollieren. Pankreasenzym-Substitution 3 d vor Testdurchführung absetzen.

  • KI: Cholelithiasis und Choledocholithiasis → nach Gabe von Cholezystokinin-Pankreozymin Gefahr der Mobilisierung von Gallensteinen.

  • Durchführung (zweizeitige Stimulierung):

    • Ohne Stimulation: Duodenalsekret über 15 Min. absaugen und sammeln (Eiskühlung).

    • Stimulation mit Sekretin: 1 klin. E. Sekretin/kg KG i. v. Duodenalsekret in 2 Perioden zu je 15 Min. absaugen und Sekret unter Eiskühlung asservieren.

    • Anschließend Stimulation mit Cholezystokinin-Pankreozymin: 1 IE Cholezystokinin-Pankreozymin/kg KG i. v. Erneut Duodenalsekret in 2 Perioden zu je 15 Min. unter Eiskühlung sammeln.

    • Modifikation: Bei der einzeitigen Stimulation werden im Vergleich zur zweizeitigen nahezu gleiche untere, aber höhere obere Referenzbereichsgrenzen gefunden. Eine endgültige Standardisierung sowohl der zwei- als auch der einzeitigen Stimulation steht noch aus.

Bestimmungsmethode
  • Versand erfolgt eisgekühlt zur Messung von Sekretvolumen, Bikarbonatkonz., Bikarbonat-, Amylase- und Lipasesekretion.

  • !

    Als weitere Enzyme des exokrinen Pankreas können ergänzend Trypsin und Chymotrypsin bestimmt werden.

ReferenzbereicheTab. 10.5.
BewertungPankreasinsuffizienzSekretin-Pankreozymin-TestDer Sekretin-Pankreozymin-Test ist das empfindlichste Verfahren zur Prüfung der exokrinen Pankreasfunktion. Der erhebliche Aufwand steht einer breiten Anwendung im Wege.
Erniedrigte Werte: exokrine Pankreasinsuffizienz. Die Enzymsekretion fällt bei exokriner Pankreasinsuff. früher ab als die Bikarbonatsekretion. Das Ausmaß der Erniedrigung erlaubt die Abschätzung des Schweregrads. Dabei alle Parameter bewerten:
  • Leicht: Volumen und Bikarbonat normal, Enzyme teilweise ↓.

  • Mittel: Volumen und Bikarbonat niedrig normal, alle Enzyme ↓.

  • Schwer: alle Parameter ↓.

  • !

    Eine Aussage über die Ursache der Pankreasinsuff. ist nicht möglich.

Störungen und Besonderheiten
  • Falsch niedrige Werte: unvollständiges Sammeln des Sekrets, Rückfluss von Duodenalsaft in den Magen, Zufluss von Magensäure (Verdünnungseffekt bei Konzentrationsmessungen, Verminderung von Bikarbonat)

  • Falsch hohe Werte: Zufluss von Magensäure (Flüssigkeitssekretion). Während des Tests Pankreasenzym-Substitution als Therapie (3 d vor Testbeginn absetzen)

Merke

  • Sammeln von 15-Min.-Portionen und Notieren der Volumina → Überblick über die Dauer der Stimulation und die Vollständigkeit der Sekretgewinnung. Bei möglichen Störungen während des Tests (Rückfluss von Duodenalsaft in den Magen, Zufluss von Magensäure, Zufluss von bikarbonathaltiger Galle) bleibt der Test somit z. T. auswertbar. Die Messung der Basissekretion erlaubt einen Überblick über die Stimulation.

  • Bewertung im Zusammenhang mit Stuhlfett, Elastase-1 im Stuhl sowie Sonografie, CT und ERCP (insb. bei Abklärung der Ursache).

Helicobacter pylori: 13C-Atemgastest $$

Gastrointestinale FunktionstestsHelicobacter13C-Atemgastest, H.-pylori-NachweisHelicobacter (H.) Helicobacter pyloriAtemgastestpylori ist einer der wenigen Keime, die sich an das Leben in der Magenschleimhaut angepasst haben. Durch das Enzym Urease an seiner Oberfläche produziert es AmmoniakAmmoniak, welches das stark saure Milieu des Magensafts neutralisiert. Der Befall der Magenschleimhaut mit H. pylori gilt weltweit als häufigste bakt. Inf. Wegen der Folgewirkungen – der Keim wird für ca. 80 % der Magengeschwüre verantwortlich gemacht – haben Diagnostik und Therapie große klin. Bedeutung.
Indikationen
  • Magendrücken, Blähungen, Sodbrennen

  • Chron.-atrophische Gastritis

  • Peptisches Ulcus ventriculi

  • Ulcus duodeni

  • Gastroduodenale Refluxkrankheit

  • Neoplastische Erkr. des Magens

UntersuchungsmaterialAtemluft in gerätespez. Gefäßen.
Nachweismethode
  • Testprinzip: Der Pat. trinkt eine Lsg. von Harnstoff, der mit dem stabilen Isotop 13C markiert ist. Durch die Spaltung des Harnstoffs mittels Ureaseaktivität entsteht 13CO2, dessen Anstieg in der Atemluft gemessen werden kann.

  • 13C-Messung: mittels isotopenselektiver IR-Spektroskopie oder Massenspektrometrie.

BewertungDer Atemgastest ist sensitiv und weitgehend spezifisch, da andere ureasebildende Bakterien im Magen selten vorkommen.

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