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B978-3-437-22406-5.10005-0

10.1016/B978-3-437-22406-5.10005-0

978-3-437-22406-5

Stadieneinteilung der Lunatummalazie

Tab. 5.1
Stadium 1
  • Uncharakteristischer Schmerz

  • Kann im normalen Röntgenbild nicht nachgewiesen werden

  • Im MRT starke Abnahme der Signalintensität neben den signalreicheren gesunden Knochen

Stadium 2
  • Im Röntgenbild deutliche Verdichtung der Sklerosierung, das Mondbein zeigt einen Verlust der Trabekelstruktur

  • Die anderen Handwurzelknochen sind nicht betroffen

Stadium 3
  • Das Mondbein ist in seiner Größe und Struktur verändert

  • Die Handwurzelknochen verschieben sich

Stadium 4
  • Völliger Zusammenbruch des Mondbeins und Verschiebung der Handwurzelreihe

  • Nachfolgend Arthrose

Sportarten nach Prothesenimplantation

Tab. 5.2
Ungeeignet Bedingt geeignet Geeignet
  • Kampfsportarten

  • Rückschlagspiele

  • Sprungsportarten

  • Alpiner Skilauf

  • Golf

  • Bowling, Kegeln

  • Tennis im Doppelspiel

  • Tischtennis

  • Wandern

  • Walking

  • Skilanglauf

  • Radfahren

  • Schwimmen

  • Tanzen

  • Kartenspiel

Orthopädie

M. Frank Raible

Werner Konermann

  • 5.1

    Schulter 376

    • 5.1.1

      Arthroskopische Operationen376

    • 5.1.2

      Endoprothetik381

  • 5.2

    Ellenbogen382

    • 5.2.1

      Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen)382

    • 5.2.2

      Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen)382

    • 5.2.3

      Freie Gelenkkörper, arthroskopische OP383

    • 5.2.4

      Distale Bizepssehnenrefixation mit Fadenankersystem383

    • 5.2.5

      Kubitalarthrose, arthroskopische und offene OP383

    • 5.2.6

      Ellenbogenprothese383

  • 5.3

    Hand und Handgelenk 384

    • 5.3.1

      Handgelenkarthrose384

    • 5.3.2

      Rhizarthrose384

    • 5.3.3

      Lunatummalazie385

    • 5.3.4

      Heberden-/Bouchard-Arthrose385

    • 5.3.5

      Strecksehnenverletzung der Langfinger386

    • 5.3.6

      Beugesehnenverletzung der Langfinger387

    • 5.3.7

      Ruptur des ulnaren/radialen Seitenbands am Daumengrundgelenk387

    • 5.3.8

      Karpaltunnelsyndrom388

    • 5.3.9

      Dupuytrensche Kontraktur388

  • 5.4

    Hüftgelenk 388

    • 5.4.1

      Impingement am Hüftgelenk388

    • 5.4.2

      Suprakondyläre varisierende proximale Femurosteotomie388

    • 5.4.3

      Hüftkopfnekrose ARCO–5 389

    • 5.4.4

      Koxarthrose389

    • 5.4.5

      Beckenosteotomie nach Tönnis (dreidimensional)389

    • 5.4.6

      Endoprothetik390

  • 5.5

    Kniegelenk 391

    • 5.5.1

      Arthroskopische Operationen391

    • 5.5.2

      Kniegelenkarthrose397

    • 5.5.3

      Endoprothetik397

  • 5.6

    Sprunggelenk 398

    • 5.6.1

      Arthroskopische Operationen398

    • 5.6.2

      OSG-Prothese400

    • 5.6.3

      Arthrodese401

    • 5.6.4

      Amputation im Bereich der unteren Extremitäten401

  • 5.7

    Fuß 402

    • 5.7.1

      Hallux valgus – TMT-I-Arthrodese402

    • 5.7.2

      Rheumatische Vorfußkorrektur402

  • 5.8

    Wirbelsäule 403

    • 5.8.1

      HWS403

    • 5.8.2

      BWS und LWS404

DerOrthopädie Aufenthalt der operierten Pat. in der Akutklinik wird immer kürzer, im Schnitt werden die Pat. am 6.–7. d postop. in die AHB oder nach Hause entlassen.

Daher ist eine interdisziplinäre umfassende und auch kritische gegenseitige Information und Vernetzung elementar wichtig. Das Ergebnis einer OP und damit die Zufriedenheit des Pat. ist gleichermaßen sowohl von der OP als auch von der anschließenden Behandlung und Reha abhängig. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Operateuren und Reha-Ärzten muss im verstärkten Maß gelebt und weiter ausgebaut werden. Reha-Programme müssen interdisziplinär ständig abgestimmt werden und entsprechend der Belastungsgrenzen dem Pat. aufgezeigt werden.

Allgemeine Grundlagen

  • Medikamentöse Thromboembolieprophylaxe nach den Leitlinien der Fachgesellschaften.

  • Isometrische Übungen zur Thromboembolieprophylaxe.

  • Die Vorgaben des Operateurs müssen immer beachtet werden.

  • Röntgenkontrollen nach Vorgabe des Operateurs.

  • Kryotherapie ist i.d.R. je nach Hautbefund indiziert.

  • Wundkontrollen regelmäßig.

  • Gipskontrollen regelmäßig.

  • Medikamentöse analgetische und antiphlogistische Therapie.

Schulter

Schulter, OrthopädieOrthopädie:SchulterIm Gegensatz zu den im täglichen Leben axial erheblich belasteten großen Körpergelenken der unteren Extremität (Hüft- und Kniegelenke) spielen im Bereich des Schulter- und Ellenbogengelenks degenerative Affektionen der Knorpelstrukturen (Arthrose) nur eine untergeordnete Rolle.
Neben der gesamten konservativen Therapie haben hier auch die arthroskopischen und offenen Operationsverfahren zur Wiederherstellung einer schmerzfreien Funktionalität eine wesentliche Bedeutung.

Arthroskopische Operationen

Allgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Subakromialsyndrom – Impingement
SubakromialsyndromOperation
  • Z.B. endoskopische subakromiale Dekompression.

  • Z.B. endoskopische Kalkdepotausräumung.

  • Z.B. arthroskopisches Kapselrelease bei adhäsiver Kapsulitis.

Postoperatives Prozedere
  • Mobilisationsphase (1.–14. postop. Tag):

    • Freie Mobilisation zur Wiederherstellung der Beweglichkeit.

    • Alle Bewegungsrichtungen sind erlaubt

    • Skapulamobilisation, dann Koordinationstraining, v.a. skapulohumeraler Rhythmus und Skapulastabilisierung.

    • Aufschulung der Rotatoren und Adduktoren.

    • !

      Kein isoliertes Deltatraining (cave: Impingementmuskel).

  • Aufbauphase und Bewegungsphase (3.–8. postop. Wo.):

    • Automobilisation.

    • Forcierter Kraftaufbau erst nach Wiederherstellung der Beweglichkeit.

    • Rotatoren-/Adduktorentraining und intensive Skapulaarbeit.

    • Ziel: Freie Beweglichkeit in der 6.–8. Wo.

    • Sport ab 4. postop. Wo., schmerzgesteuert ohne Schulterbeteiligung.

  • Trainingsphase (ab 8. postop. Wo.):

    • Weiter aktiver Kraftaufbau der Rotatoren und Adduktoren.

    • Koordinationstraining, Verbesserung der propriozeptorischen Fähigkeiten.

    • Sport mit Schulterbeteiligung.

Belastung
Freie Mobilisation zur Wiederherstellung der Beweglichkeit, Kontakt- und Kampfsport nach 4 Wo. schmerzadaptiert möglich.
Aktivierte AC-Gelenks-Arthrose
AC-Gelenks-ArthroseOperation
  • Z.B. endoskopische Erweiterung des AC-Gelenks.

  • Z.B. offene OP nach Gurd/Mumford (Resektionsarthroplastik).

  • Z.B. offene OP nach Weaver/Dunn (Resektionsinterpositionsarthroplastik).

Postoperatives Prozedere
  • Immobilisationsphase (1.–14. postop. Tag):

    • Immobilisation im Gilchrist-Verband.

    • Nur passive, schmerzgesteuerte KG aus IRO-Stellung bis 0.

    • Abduktion zwischen 45 und 90.

    • Anteversion zwischen 45 und 90.

    • In dieser Phase täglich bis mind. 3 wöchentlich physiotherapeutische Behandlung.

  • Aufbauphase und Bewegungsphase (3.–8. postop. Wo.):

    • Übergang zu assistierter und aktiver Physiotherapie in den Einzelebenen.

    • Behutsamer Einsatz des hängenden Armes im Alltag.

    • Keine forcierte passive ARO und ABD.

    • Ab 7. Wo. Schulung der horizontalen Adduktion zu gegenseitigen Körperseite und Retroversion.

    • Bis zur 8. Wo. sollten passiv ca. 100–120 Abduktion und Anteversion erreicht sein, aktiv ca. 90.

    • Ab Anteversion und Abduktion > 120 Beginn mit Kombinationsbewegungen wie Abduktion und Außenrotation.

  • Trainingsphase (8.–12. postop. Wo.):

    • Aktiver Kraftaufbau mit Training der Rotatoren und Koordination

    • Außenrotation aus Abduktion bis 45 in der 8. postop. Wo.

    • Außenrotation aus Abduktion bis 90 in der 12. postop. Wo.

    • Bis zur 12. Wo. sollten in Anteversion passiv 120–150, aktiv bis 120 erreicht werden; in Abduktion passiv bis 120 und aktiv 90–120.

    • Sport ohne Schulterbeteiligung ab der 8. postop. Wo.

    • Nach 4. Mon. postop. Sport mit Schulterbeteiligung.

Belastung
12 Wo. keine Gewichte > 2 kg tragen, Kontakt- und Kampfsport nach 6 Monaten schmerzadaptiert möglich.
Verkalkung der Rotatorenmanschette
  • Rotatorenmanschette:VerkalkungSiehe oben, Subakromialsyndrom.

  • Passive und aktive Mobilisation mit 90 Abduktion und Flexion bei fixierter Skapula.

  • Mobilisation Extension und Rotation schmerzadaptiert frei.

  • Schulterstuhl.

Belastung
Kontakt- und Kampfsport nach 3 Mon. empfohlen.
Riss in der Rotatorenmanschette
Konservative Therapie
  • Rotatorenmanschette:RissGilchristverband bis Schmerzrückgang ca. 1 Wo. (ggf. Abduktionskissen).

  • Aktive Finger- und Handübungen, Armbewegungsstuhl.

  • Nach Schmerzrückgang Skapulamobilisations- und Stabilisationsübungen.

  • Haltungsschulung, Mobilisation der HWS, Bewegungsbad.

  • Ab dem 3. d geführte zunehmend aktive Bewegungsübungen in allen Ebenen, Abduktion bis 90.

  • Ab der 3. Wo. freie Bewegung.

Belastung
6 Wo. keine Gewichte > 2 kg tragen.
Operative Rotatorenmanschettenrekonstruktion
Operation
  • Z.B. Supra-/Infraspinatus-Rekonstruktion mit subakromialer Dekompression.

  • Z.B. Subskapularis-Rekonstruktion.

Postoperatives Prozedere
  • Immobilisationsphase (1. postop. Tag – 4. postop. Wo.):

    • Immobilisation in Arm-Abduktions-Orthese, (Duschen mit Orthese erlaubt).

    • Passive Mobilisation mit Anteversion und Abduktion von 40–90.

    • Keine Außenrotation über 0.

    • Keine aktive ARO und ABD.

  • Aufbauphase (4.–6. postop. Wo.):

    • Abduktions-Orthese ggf. nachts weitertragen.

    • Passiv assistiert in den Einzelebenen zur Wiederherstellung von Ante- und Retroversion sowie Ab- und Adduktion.

  • Bewegungsphase (7.–12. postop. Wo.):

    • Aktiv in den Einzelebenen.

    • Übungen mit verk ürztem Hebelarm (gebeugter Ellenbogen).

    • Kombinierte Abduktions- und Außenrotationsübungen.

    • Nach Erreichen voller Beweglichkeit zunehmender Kraftaufbau und Koordinationstraining.

    • !

      Noch Sportverbot.

  • Trainingsphase (13.–16. postop. Wo.):

    • Weiterer aktiver Kraft- und Bewegungsaufbau.

    • Koordinationstraining.

    • Ziel: Aktive Abduktion und Anteversion > 120.

    • Sport ohne Schulterbeteiligung.

    • Erst nach 6 Mon. Freigabe für Sport mit Schulterbeteiligung.

Belastung
Bis 4. postop. Wo. passive Mobilisation mit Anteversion und Abduktion von 40–90, keine Außenrotation über 0. 4.–6. postop. Wo. passiv assistierte Bewegung in den Einzelebenen zur Wiederherstellung von Ante- und Retroversion sowie Ab- und Adduktion. Ab der 13. Wo. postop. Koordinationstraining und erst nach 6 Mon. Freigabe für Sport mit Schulterbeteiligung.
Schulterluxation

SchulterluxationDie Schulterluxation ist ein unfallchirurgischer Notfall, eine sofortige Reposition ist notwendig. Die Reposition sollte vorsichtig u.U. in Analgosedierung oder Narkose erfolgen.

Vordere Schulterluxation – Erstereignis – konservativ
  • Schulterluxation:vordere3 Wo. Ultrasling-ER-Bandage.

  • Finger- und Handübungen, Isometrie.

  • Skapulamobilisations- und Stabilisationsübungen.

  • Anschließend aktiv assistierte Bewegungsübung.

  • Für 6 Wo. keine Außenrotation und Retroversion.

Belastung
6 Wo. keine Gewichte > 2 kg tragen. Kontakt- und Kampfsport nach 3 Mon. empfohlen.
Vordere Schulterluxation – Rezidiv – konservativ
  • Max. 3 d Gilchristverband, schmerzadaptiert.

  • Finger- und Handübungen, Isometrie.

  • Skapulamobilisations- und Stabilisationsübungen.

  • Anschließend aktiv assistierte Bewegungsübung.

  • Für 6 Wo. keine Außenrotation und Retroversion.

Belastung
Dauerhaft sollten keine Gewichte > 10 kg getragen werden.
Bankart Repair-Schulterstabilisierung (arthroskopisch und offen)
  • Bankart Repair1.–2. postop. Wo.:

    • Abduktionskissen Tag und Nacht (kann zur Körperhygiene abgelegt werden).

    • Aktive Übungen Finger-, Hand- und Ellenbogengelenk, ggf. Lymphdrainage.

    • Isometrisches Training der Rotatorenmanschette.

    • Passive Mobilisation der Schulter Flexion 90, Außenrotation 0.

    • Koordinationsübungen, Aufrichtung Brustwirbelsäule, Schulterblattstabilisation/-mobilisation.

  • 3–6. postop. Wo.:

    • Abduktion/Flexion schmerzlimitiert aktiv bzw. aktiv-assistiv bis 90, Außenrotation bis 10.

    • Koordination Glenohumeralgelenk.

    • Humeruskopfstabilisation.

    • Aktivierung der Rotatorenmanschette im geschlossenen System.

    • Training der Schulterblattstabilisation und -mobilisation.

    • !

      Gegen Ende der 3. Wo. tagsüber abtrainieren des Abduktionskissens, dann Abduktionskissen nur noch zur Nacht.

  • Ab 7. postop. Wo.:

    • Mobilisation ohne Bewegungslimitierung.

    • Zunehmende Belastung (auch mit Gewichten).

    • Training der Rotatorenmanschette mit zunehmendem Widerstand (z.B. Theraband).

    • Wiederherstellung der freien Funktion nach ca. 4–6 Mon.

Belastung
1. und 2. postop. Wo. isometrisches Training der Rotatorenmanschette, Abduktionskissen Tag und Nacht, passive Mobilisation der Schulter Flexion 90, Außenrotation 0. Ab der 3.–6. postop. Wo. Humeruskopfstabilisation und Aktivierung der Rotatorenmanschette im geschlossenen System. Ab der 7. Wo. Training der Rotatorenmanschette mit zunehmendem Widerstand (Theraband). Sport frühestens ab der 12. postop. Wo.
Hintere Schulterluxation – Erstereignis – konservativ
  • Schulterluxation:hintere14 d Gilchristverband.

  • Finger- und Handübungen, Isometrie.

  • Skapulamobilisations- und Stabilisationsübungen.

  • Anschließend aktiv assistierte Bewegungsübung.

  • Für 6 Wo. keine forcierte Innenrotation.

  • Für 6 Wo. Flexion bis max. 90.

Belastung
6 Wo. keine Gewichte > 2 kg tragen, Kampf- und Kontaktsport nach 3 Mon.
Hintere Schulterluxation – Rezidiv – konservativ
  • Max. 3 d Gilchristverband, schmerzadaptiert.

  • Finger- und Handübungen, Isometrie.

  • Skapulamobilisations- und Stabilisationsübungen.

Belastung
Dauerhaft keine Gewichte > 5–10 kg tragen.
Hintere Schulterluxation – Rezidiv – Labrum-Kapselplastik (operativ)
  • Gilchristverband postop.

  • Lymphdrainage.

  • Finger- und Handübungen, Isometrie.

  • 1.Tag:

    • Ggf. Beginn mit Lymphdrainage.

    • Aktive Physiotherapie für Finger, Hand und Ellenbogen.

    • Unterarmumkehrbewegung.

    • Isometrie für den Oberarm.

    • Haltungsschulung.

  • 3. Woche: Abduktion 45 aktiv, Flexion 45 aktiv, keine Innenrotation.

  • 7. Woche:

    • Steigerung des Bewegungsausmaßes bis zur freien Beweglichkeit.

    • Physiotherapie mit Zentrierung und Stabilisierung des Oberarmkopfs.

  • 12. Woche:

    • Spezielle Schulung der sensomotorischen Fähigkeiten.

    • Überkopfaktivitäten erlaubt.

  • 7. Monat: Überkopfsportarten und Kontaktsportarten.

Belastung
6 Wo. keine Gewichte > 2 kg tragen, zyklische Sportarten (Radfahren und Joggen) nach 3 Mon., Überkopfsportarten wie Schwimmen, Tennis, Badminton nach 6 Mon. und Kontaktsportarten (Kampfsport, Hand- und Fußball sowie Squash) nach 9 Mon.

Endoprothetik

Allgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Prothese nach Arthrose (Kappenprothese, Hemiprothese, Totalprothese), Schulterprothese nach Fraktur
  • SchulterprothesePostop. Gilchristverband für 6 Wo.

  • Isometrische Übungen aus dem Gilchristverband heraus.

  • 1. bis 2. Woche: Assistives Bewegen:

    • Flexion/Extension 90–0–0.

    • Abduktion/Adduktion 75–0–0.

    • Außenrotation/Innenrotation 15–0–60.

  • 3. bis 6. Woche: Assistives Bewegen:

    • Flexion/Extension 120–0–0.

    • Abduktion/Adduktion 90–0–0.

    • Außenrotation/Innenrotation 30–0–60.

  • Ab 7. Woche: Aktives Bewegen:

    • Freies Bewegungsausmaß inkl. Kombinationsbewegungen.

    • Widerstandsübungen nur in Flexion, Abduktion und Außenrotation.

  • Ab 13. Woche: Widerstandsübungen im freien Bewegungsausmaß, v.a. in Innenrotation.

  • Bewegungsbad nach Wundheilung.

Belastung
Keine Belastung (Gewichte > 1 kg, keine Zug- und Druckkräfte) in den ersten 6 Wo., danach schmerzadaptierte Belastungssteigerung. Vollbelastung erst nach 3 Mon. Armbelastender Sport nach 6 Mon. (z.B. kein Squash, kein Handball, kein Leistungssport oder Kontaktsport).
Inverse Prothese
  • Postop. 30-Abduktionskissen für 6 Wo.

  • 1. bis 4. Woche: Assistives Bewegen:

    • Flexion/Extension frei–0–0.

    • Abduktion/Adduktion 90–0–0.

    • Außenrotation/Innenrotation 40–0–60.

  • Ab 5. Woche: Aktives Bewegen:

    • Flexion/Extension frei–0–0.

    • Abduktion/Adduktion 90–0–0.

    • Außenrotation/Innenrotation frei–0–60.

    • Innenrotation gluteal, kein Schützengriff.

    • Kombinierte Abduktion/Außenrotation (Nackengriff).

  • Ab 7. Woche: Beginn Widerstandsübungen:

    • Freies Bewegungsausmaß inkl. Kombinationsbewegungen.

    • Noch keine Widerstandsübungen für vorderen Deltamuskel.

  • Ab 13. Woche: Widerstandsübung im freien Bewegungsausmaß.

  • Bewegungsbad nach Wundheilung.

Belastung
Keine Belastung (Gewichte > 1 kg, keine Zug- und Druckkräfte) in den ersten 6 Wo., danach schmerzadaptierte Belastungssteigerung. Vollbelastung nach ca. 6 Mon.

Ellenbogen

Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen)

TennisellenbogenOrthopädie:EllenbogenEpicondylitis humeri radialisEllenbogen:OrthopädieAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Bei der Behandlung der Epicondylitis humeri radialis ist es wichtig, frühzeitig die richtige Therapieform zu finden bzw. Therapieformen zu kombinieren:
  • Medikamentöse Therapie mit Antiphlogistika und Analgetika.

  • Krankengymnastik (Querfriktion und Dehnungsübungen).

  • Kältetherapie.

  • Lokale Kortison-Injektionen.

  • Bandagen.

Greifen diese Maßnahmen nicht, droht eine Chronifizierung der Epicondylitis humeri radialis und die Behandlung wird schwieriger und langwieriger. Weitere Therapieoptionen:
  • Akupunktur.

  • Laserbehandlung.

  • Extrakorporale Stoßwellentherapie.

  • Op. Therapie nach Hohmann und Wilhelm mit Ablösung und Denervierung des Sehnenansatzes.

Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen)

GolferellenbogenEpicondylitis humeri ulnarisAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Die Behandlung des Golferellenbogens sollte stufenweise erfolgen.
  • Frühes Stadium:

    • Medikamentöse Therapie mit Antiphlogistika und Analgetika.

    • Physiotherapie (Querfriktion und Dehnungsübungen).

    • Kältetherapie.

    • Lokale Kortison-Injektionen.

    • Bandagen.

  • Chronisches Stadium: Therapieverfahren wie frühes Stadium, zusätzlich ggf.:

    • Akupunktur.

    • Laserbehandlung.

    • Individuelle Therapie.

Freie Gelenkkörper, arthroskopische OP

Ellenbogen:freie GelenkkörperAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Schmerzadaptierte Belastungssteigerung nach Wundheilung.

  • 6 Wo. postop. Bewegungsübung gegen Widerstand.

Distale Bizepssehnenrefixation mit Fadenankersystem

Bizepssehnenrefixation, distaleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Für 3 Wochen:

    • Lagerung in Oberarmgipsschiene.

    • Nach Fadenzug Anlage eines neuen Oberarmgipses, Kunststoffverbands.

    • Kontrolle der Finger- und Schulterbeweglichkeit.

    • Statische Muskelarbeit.

    • Haltungsschulung.

  • Ab der 4. Woche:

    • Abnahme des Gips- oder Kunststoffverbands.

    • Ellenbogenflexion assistiv geführt, ohne Bewegungseinschränkung.

    • Ellenbogenextension aktiv bis zur Schmerzgrenze.

    • Pronation funktionell beüben ohne Bewegungseinschränkung.

    • Supination bis zur Schmerzgrenze.

  • Ab der 5. Woche:

    • Flexion und Extension im Ellenbogengelenk passiv und aktiv freigegeben.

    • Pronation und Supination aktiv und passiv ohne Bewegungseinschränkung.

  • Ab der 12. Woche: Typisches Krafttraining für den M. biceps humeri.

Kubitalarthrose, arthroskopische und offene OP

KubitalarthroseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Postop. Ellenbogengelenkbandage bis Wundheilung.

  • Schmerzadaptierte Belastungssteigerung.

  • 6 Wo. postop. Bewegungsübungen gegen Widerstand.

Ellenbogenprothese

EllenbogenprotheseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Postop. Oberarmgipsschiene in 90 Stellung bis Wundheilung empfohlen.

  • Ab dem 5. postop. Tag passive Bewegungsübungen mit Extension/Flexion aus der Schiene heraus bis max. Ext./Flex. 0–0–90.

  • Nach Wundheilung Belastungssteigerung schmerzadaptiert.

  • Ab der 3. postop. Wo. Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–110

  • Ab der 4. postop. Wo. zunehmende Flexionsbewegung kombiniert mit Supination/Pronation.

  • Ab der 6. postop. Wo. Bewegungsübung gegen Widerstand.

  • Ggf. manuelle Lymphdrainage.

  • Kein Heben von Gewichten > 5 kg.

  • Keine forcierten Bewegungen im Ellenbogengelenk.

  • Mit einer ambulanten Reha-Dauer von 3–6 Mon. ist zu rechnen.

Hand und Handgelenk

Handgelenkarthrose

Orthopädie:Hand und HandgelenkHandgelenkarthroseHandgelenk, OrthopädieHand, OrthopädieAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Allgemeine konservative Arthrosetherapie 5.4.4.
Konservative Therapie
  • Temporäre Ruhigstellung.

  • Kortison-Injektion.

  • Physiotherapie.

  • Elektrotherapie.

  • Systemisch wirkende schmerz- und entzündungslindernde Medikamente.

  • Lokal wirkende schmerz- und entzündungslindernde Salben.

Operative Therapie
  • Arthroskopie.

  • Arthroplastik.

  • Denervierung.

  • Ultima ratio: Arthrodese.

Rhizarthrose

RhizarthroseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
  • Wärmeapplikation.

  • Manualtherapie.

  • Infiltrationen, ggf. bildwandlergesteuert.

  • Temporäre Ruhigstellung.

  • Orthese.

Operative Therapie
  • Resektionsarthroplastik (Resektion des Os trapezium).

  • Selten: Implantation einer Endoprothese.

  • Nachbehandlung:

    • Postop. dorsale Gipsschiene für 6 Wo.

    • Nach Wundheilung bis Abnahme der Schiene passive Bewegungsübungen aus der Schiene heraus.

    • Ab der 6. postop. Wo. schmerzadaptierte Steigerung des Bewegungsumfangs und des Kraftaufbaus unter regelmäßigen klinischen Kontrollen.

    • Individuell angepasste Ergotherapie.

Lunatummalazie

LunatummalazieAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Therapie

Eine verbindliche Therapie für die Lunatummalazie gibt es nicht!

  • Stadium 1 und 2 (Tab. 5.1):

    • Rein konservative Therapie.

    • Ggf. Ruhigstellung für 6–10 Wo.

    • Beübung der Langfinger.

    • Entlastung der Hand.

    • Kein Tragen von Gegenständen.

    • Verlaufskontrolle durch MRT nach 12 Wo.

  • Stadium 3 und 4:

    • Operative Therapie: Radiusverkürzung, Transplantation eines gefäßgestielten Ulna-Anteils.

    • Ruhigstellung postop. für 6 Wo.

    • Hochlagerung.

    • Lymphdrainage.

    • Aktive Spitzgriffübungen ab der 3. postop. Wo.

    • Handgelenkmobilisation nach 4 Wo.

    • Volle Belastung nach 8 Wo.

Heberden-/Bouchard-Arthrose

Heberden-ArthroseBouchard-ArthroseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Allgemeine konservative Arthrosetherapie 5.4.4.
Bouchard-Arthrose: Fingermittelgelenkarthrose.
Heberden-Arthrose: Fingerendgelenkarthrose.
3 Behandlungsprinzipien:
  • Medikamentös.

  • Gezielte Injektionen in das Gelenk.

  • Operative Maßnahmen.

Operative Behandlung v.a., wenn sehr lange andauernde Beschwerden bestehen, die durch andere Maßnahmen nicht zu beseitigen sind.
Therapieoptionen:
  • Wärme- oder Kälteapplikation.

  • Manualtherapie.

  • Gezielte Infiltrationen, ggf. bildwandlergesteuert.

  • Ergotherapie.

  • Ernährungstherapie.

  • Magnetfeldtherapie.

  • Temporäre Ruhigstellung.

  • Operative Therapie: Arthrodese der Fingermittel- oder Fingerendgelenke.

Strecksehnenverletzung der Langfinger

Strecksehnenverletzung der LangfingerAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Zone 1 und 2 – konservative Therapie
  • Bei geschlossenen Weichteilen keine OP.

  • Stack-Schiene für 8 Wo.

  • Ggf. temporäre KD-Fixation im DIP.

  • MCP und PIP frei bewegen.

  • Nach Schiene Ergotherapie zur Funktionssteigerung.

Zone 3 und 4 – operative Therapie
  • Postop. Gipsschiene in Streckstellung aller Finger.

  • 2. Tag:

    • Stack-Schiene für 4 Wo.

    • MCP und PIP aktiv frei bewegen.

  • 4 .Woche:

    • Schiene ab.

    • Aktive Flexion und Extension.

  • 6. Woche: Ergotherapie zur Belastungssteigerung.

Zone 5 bis 7 – operative Therapie
  • Postop. Gipsschiene in 20 Handgelenkextension und Streckstellung aller Finger.

  • 2. Tag:

    • Reversed-Washington-Schiene bis 6. Wo.

    • Aktive Beugung bei passiver Extension.

    • Passive Mobilisierung von Handgelenk und Fingergelenken.

  • 3. Woche: Beginn aktive Extension ohne Belastung.

  • 6.Woche:

    • Schiene ab.

    • Ergotherapie zur Belastungssteigerung.

  • AU endet mit der 10.–12. Wo.

Beugesehnenverletzung der Langfinger

Beugesehnenverletzung der LangfingerAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Zone 1 bis 5 – operative Therapie
  • Postop. dorsale Gipsschiene in Beugestellung von Handgelenk und Finger.

  • 2. Tag:

    • Washington-Schiene (40 Handgelenkflexion, 40 MCP-Flexion, Streckung in PIP und DIP) bis 7. Wo.

    • Aktive Streckung und passive Beugung.

    • Passive Mobilisation im Handgelenk bis 0–20–90.

    • Passive Mobilisation im MCP, PIP und DIP in Beugestellung.

    • !

      Keine gleichzeitige Streckung aller Finger.

  • 4. Woche:

    • Schiene auf 0 Handgelenkflexion und 40 MCP, 0 PIP und DIP umstellen.

    • Gummizügel.

    • Aktive Flexion und Extension ohne Belastung.

  • 7. Woche:

    • Schiene ab.

    • Aktive Extensions- und Flexionsübungen.

  • 8. Woche: Ergotherapie zur Belastungssteigerung.

  • AU endet nach 10 bis 12 Wochen.

Ruptur des ulnaren/radialen Seitenbands am Daumengrundgelenk

Seitenbandruptur DaumengrundgelenkAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Therapie
  • Ruhigstellung für 6 Wochen.

  • 21.–28. Tag:

    • Gips ab.

    • Anlage Daumenorthese (Endgelenk frei beweglich).

    • Physiotherapie 3/Wo.

    • Eigenständige Übungen.

  • 7.Woche:

    • Physiotherapie 3/Wo.

    • Eigenständige Übungen

    • Ergotherapie 4/Wo.

    • Abschluss nach Ablauf der 8. Wo.

Karpaltunnelsyndrom

KarpaltunnelsyndromAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Postop. Kompressionsverband und dorsale Unterarmgipsschiene für 5 d, nach wenigen Tagen aktive Bewegungsübungen mit Streckung der Finger und Beugung bis zum vollständigen Faustschluss. Die Gipsschiene kann bei ambulanten und stationären Pat. vor der OP angefertigt werden.

Dupuytrensche Kontraktur

Dupuytren'sche KontrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Dorsale Gipsschiene für 14 d, bei kleineren Eingriffen Kompressionsverband.

  • Ab dem 2. postop. Tag aktive Bewegungsübungen zunächst aus der Schiene heraus mit Beugung und Streckung im Handgelenk, sowie Streckung der Finger.

  • Bei ungestörter Wundheilung nach 1 Wo. zunehmend auch Beugung der Finger bis zum vollständigen Faustschluss.

  • Verordnung einer Quengelschiene bei Kapsulotomie und verbliebenem Streckdefizit.

  • Vollbelastung bei abgeschlossener Wundheilung nach 4 Wo.

Hüftgelenk

Impingement am Hüftgelenk

Orthopädie:HüftgelenkHüftgelenk:OrthopädieHüftgelenk:ImpingementAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Eine Labrumläsion führt zu einschießenden Leistenschmerzen, die oftmals lange fehlgedeutet werden. Weitere Beschwerden:
  • Stechender Schmerz im Gelenk.

  • Eingeschränkte Beweglichkeit.

  • Positiver Schmerzprovokationstest.

Konservative Therapie
  • Physikalische Therapie.

  • Injektionen.

  • Antiphlogistika und Analgetika.

Operative Therapie
  • Hüftarthroskopie mit Resektion oder Refixation des verletzten Labrumanteils.

  • Offset-Korrektur.

Belastung
Postop. Mobilisation des Pat. an zwei Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 4–6 Wo., anschließend schmerzadaptierte Vollbelastung.

Suprakondyläre varisierende proximale Femurosteotomie

Femurosteotomie, suprakondyläre varisierende proximaleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Mobilisation ab dem 1. postop. Tag an zwei Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit Teilbelastung 15–20 kg Physiotherapie.

  • Teilbelastung für 6 Wo.

  • Ab der 7. Woche:

    • Schmerzadaptierte Belastungssteigerung.

    • Rö-Kontrolle nach 6 Wo. (wenn die Osteotomie noch einsehbar ist, sollte ein schrittweiser Belastungsaufbau über 2–4 Wo. eingehalten werden).

    • Sofortige Vollbelastung kann erlaubt werden, wenn die Osteotomie radiologisch vollständig durchbaut ist.

    • Keine Torsionskräfte.

  • Manuelle Lymphdrainage täglich.

  • Elektrotherapie zur Muskelstimulation des M. vastus medialis.

  • Die Arbeitsfähigkeit ist nach 12 Wo. erreicht.

Hüftkopfnekrose ARCO 0–5

HüftkopfnekroseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Mit einer Anbohrung der Nekrosezone kann durch die Dekompression eine Schmerzreduktion erreicht werden.
Belastung
Postop. Mobilisation des Pat. an zwei Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 4–6 Wo., anschließend schmerzadaptierte Vollbelastung.

Koxarthrose

KoxarthroseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.

Allgemeine konservative Arthrosetherapie

  • Antiphlogistika.

  • Analgetika.

  • Physikalische Maßnahmen mit Wärmebehandlung.

  • Physiotherapie.

  • Steigerung der Beweglichkeit unter Kraft.

  • Gezielte Injektionen, ggf. bildwandler- oder ultraschallgesteuert.

  • Injektionen mit z.B. Hyaluronsäure.

  • Orthopädische Hilfsmittel (Pufferabsätze, Handstock).

  • Orthesen.

  • Elektrotherapie.

  • Temporäre Ruhigstellung.

  • Schuhzurichtungen (Einlagenversorgung).

Bei therapieresistenter ambulanter, konservativer Behandlung und entsprechenden klinischen und röntgenologischen Veränderungen, ist eine operative Intervention (Umstellungsosteotomie, Beckenosteotomie, Hüft-TEP) indiziert.

Beckenosteotomie nach Tönnis (dreidimensional)

Beckenosteotomie nach TönnisLagerung
Bett schräg, zur Seite gekippt (OP-Seite entlastet) für 2–3 d.
Behandlung postop.
  • 1. Tag: Atemtherapie, Thromboseprophylaxe, Isometrie.

  • 2./3. Tag: Assistives Bewegen in Flexion, vorsichtiges Bewegen in Abduktion, keine Rotation, Mobilisation an die Bettkante.

  • 3./4. Tag: Gangschule im 3-Punktegang für 10–12 Wo.

  • 16. Tag: Entlassung in die AHB.

  • Belastungssteigerung erst nach Rö-Kontrolle (nach 3 Mon.).

Belastung
Mobilisation im 3-Punkte-Gang für 12 Wo., dann im 4-Punkte-Gang für 4 Wo. Anschließend Abtrainieren der Unterarmgehstützen. Keine Adduktion, keine Flexion über 90, keine Rotation bei endgradiger Flexion und keine Außenrotation. Sport frühestens ab 6 Mon.

Endoprothetik

Hüftgelenk:EndoprothethikAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Kappenprothese, Kurzschaftprothese
  • Hüftgelenk:KurzschaftprotheseHüftgelenk:KappenprothesePhysiotherapie.

  • Orthopädische Hilfsmittel, Toilettensitzerhöhung, Greifzange, ggf. Arthrodeskissen.

Belastung
Postop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 2 Wo., anschließend rascher Übergang in den 4-Punkte-Gang. Bewegungsbad nach Wundheilung empfohlen. Nach 6 Wo. kann mit dem Abtrainieren der Unterarmgehstützen begonnen werden.
Totalendoprothese
  • Hüftgelenk:TotalendoprothesePostop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 2 Wo.

  • Übergang in den 4-Punkte-Gang für 4 Wo.

  • Bewegungsbad nach Wundheilung.

Belastung
Postoperative Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 2 Wo., anschließend 4 Wo. im 4-Punkte-Gang unter weitgehender Vollbelastung. Sportarten nach Prothesenimplantation Tab. 5.2.
Prothesenwechsel
  • Hüftgelenk:ProthesenwechselPhysiotherapie.

  • Orthopädische Hilfsmittel, Toilettensitzerhöhung, Greifzange, ggf. Arthrodesekissen.

Belastung
Postop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 6 Wo., anschließend rascher Übergang in den 4-Punkte-Gang. Bei ausgedehnter Spongiosaplastik und/oder bei aufwendigen Rekonstruktionen 3-Punkte-Gang für 12 Wo. Bewegungsbad nach Wundheilung empfohlen. Nach 12 Wo. kann mit dem Abtrainieren der Unterarmgehstützen begonnen werden.
Girdlestone-Situation
  • Hüftgelenk:Girdlestone-SituationNach op. Ausbau des Hüftgelenks ggf. Anlage einer Extension oder Lagerung in einer Schaumstoffschiene.

  • 1. Tag:

    • Spitzfußprophylaxe, Patellamobilisation.

    • Nach Abnahme der Extension vorsichtige Bewegungsübungen in der Hüfte mit kurzem Hebel in Flexion, Extension und Abduktion, Mobilisation des Kniegelenks, evtl. Bewegungsschiene, da hier häufig Einschränkungen vorliegen, Aktivierung über die betroffene Seite mit der möglichen Teilbelastung im Gehwagen.

  • 5. Tag: Steigerung der Belastung, zunehmende aktive Bewegungsübungen, Stabilisation des Beins sehr schwierig.

  • 11. Tag: Ausmessen der Beinverkürzung und Anfertigung eines Schuhausgleichs.

Kniegelenk

Arthroskopische Operationen

Orthopädie:KniegelenkKniegelenk:OrthopädieAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Meniskusriss
Meniskusteilentfernung
MeniskusteilentfernungMeniskusrissPostop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen im 4-Punkte-Gang für 2 Wo.
Meniskusnaht
  • Meniskusnaht1. Tag: Spannungsübung und Gangschulung ohne Belastung.

  • 2. Tag: Motorschiene 0–0–60, Gehschule unter Teilbelastung von 10 kg, Treppensteigen, isometrisches Quadrizepstraining.

  • 11. Tag: Fortführung der Motorschiene 0–0–60, wenn ambulant möglich, passiv assistiv geführte Physiotherapie in schmerzfreiem Intervall, weiter Teilbelastung 10 kg.

  • 4. Woche: Aufbelastung auf vollen Kraftgrad lediglich in Streckung.

  • 7. Woche: Steigerung der Vollbelastung in Beugung, freie Beweglichkeit wird angestrebt, intensive Koordinationsschulung und Stabilisation, isokinetisches Muskelaufbautraining.

  • 12. Woche: Ergometertraining unter physiotherapeutischer Aufsicht im schmerzfreien Bereich ohne größere Belastung im Rahmen der physikalischen Behandlung möglich, Fahrradfahren ohne größere Belastung (Hometrainer), Schwimmen erlaubt. Beginn leichter sportlicher Betätigung mit geringer Kniebelastung.

  • Ab 6. postop. Mon. Steigerung sportlicher Aktivität mit Kniebelastung (Fußball, Squash, Tennis).

Ruptur des vorderen Kreuzbands
  • Kreuzband, vorderes, RupturWundkontrollen am 4. und 7. postop. Tag.

  • Exzision der Fäden am 10. postop. Tag.

  • Postop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen.

  • Belastung: Sohlenkontakt an Gehstöcken für 14 d, ab der 3. Wo. Teilbelastung mit 20 kg im 3-Punkte-Gang.

  • Bewegungsverbesserung.

  • Lymphdrainage.

  • Bewegungsbad nach Wundheilung.

  • Kraftaufbau im geschlossenen System.

  • Knieorthese mit Ext./Flex. 0–0–90 bis Ende der 4. Wo., danach Bewegungsfreigabe.

  • Schiene insges. 3 Mon.

  • 3. postop. Woche:

    • Ergometer.

    • Beinpresse möglich, aber forcierte Extension vermeiden zur Schonung der Sehnenentnahmestelle.

    • Kein Kampf- oder Hallensport für insges. 1 J.

    • Bei Muskelatrophie ggf. Unterstützung durch Kniebandage oder Sportorthese sinnvoll.

  • Ab dem 2. Monat: Schwerpunkt auf Koordinationstraining legen.

Belastung
Postop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen mit Sohlenkontakt für 2 Wo., 2 Wo. im 3-Punkte-Gang, dann Belastungssteigerung. Kräftigung der gesamten Oberschenkelmuskulatur. Orthese für 12 Wo.
Ruptur des hinteren Kreuzbands
Kreuzband, hinteres, RupturZiel
Ein dorsales Zurückfallen der Tibia muss während der initialen Einheilungsphase (3 Mon.) konsequent verhindert werden (DonJoy 4Titude Schiene).

Prinzipiell gilt: Stabilität geht vor Mobilisation.

  • Postop. Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen mit Fußsohlenkontakt für 2 Wo., dann 3-Punkte-Gang für 4 Wo., anschließend 4-Punkte-Gang für 4 Wo.

  • Bewegungsumfang in der 1. und 2. Wo. Ext./Flex. 0–0–20, in der 3. und 4. Wo. Ext./Flex. 0–0–40, in der 5. und 6. Wo. Ext./Flex. 0–0–60.

  • Mobilisation 0–0–90 bis zur 10. Wo., dann zunehmend aktive Knieextension.

  • Lymphdrainage.

  • Bewegungsbad nach Wundheilung.

  • Aktive Beuge- und Streckübungen.

  • Kräftigung der Quadrizepsmuskulatur.

  • Keine Aufschulung der ischiocruralen Muskulatur.

  • Kräftigung der Adduktoren.

  • Freigabe des Bewegungsausmaßes ab der 12. postop. Wo.

  • Training der Schutzreflexe (Propriozeption) auf instabilen Brettern, Kreiseln, Rollbrettern und durch Zuwerfen eines Balls im Einsteinband zur Wiedererlangung des Bewegungsgefühls.

  • Koordinations- und Propriozeptorentraining, Aquawalking.

  • Intensivierung des Ausdauer- und Kraftausdauertrainings.

  • Laufprogramm ab dem 6. Mon. postop. bei guter Quadrizepsmuskulatur.

Belastung
Eine stationäre Reha sollte erst ab der 10. Wo. erfolgen. In der 1. bis 6. Wo. postop. sollte die DonJoy 4Titude Schiene Tag und Nacht getragen werden. Eine Mobilisation fängt mit Teilbelastung an 2 Unterarmgehstützen an: In der 1. und 2. Wo. 10 kg, in der 3. und 4. Wo. 20 kg. In der 5. und 6. Woche erfolgt eine Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit dem halben Körpergewicht als Teilbelastung.
Osteochondrosis dissecans
Konservative Therapie
Osteochondrosis dissecans:KniegelenkGute Erfolgsaussichten bei jungen Pat. mit offenen Wachstumsfugen und einem frühen Krankheitsstadium. Eine Dissekatlösung darf noch nicht stattgefunden haben.
Die Therapie sieht Folgendes vor:
  • Sportkarenz.

  • Entlastung des betroffenen Beins für 6–18 Wo.

  • Regelmäßige MRT-Verlaufskontrollen zur Therapiebeurteilung.

  • Physiotherapie.

Operative Therapie
Mittel der Wahl bei fortgeschrittener Osteochondrosis dissecans. Eine absolute Operationsindikation besteht bei Lösung des Dissekats.

Die Lösung des Dissekats stellt den Maximalschaden für das Kniegelenk dar. Zum einen hinterlässt das Dissekat an seinem ursprünglichen Ort einen Defekt im Knorpelverbund, zum anderen schädigt das Dissekat als freier Gelenkkörper den noch intakten Kniegelenkknorpel. Daher sollte eine operative Therapie möglichst in einem Stadium vor der Dissekatlösung erfolgen.

Operative Möglichkeit 1: Das Dissekat ist nicht gelöst, die Knorpeloberfläche intakt
In diesem Fall werden retrograd Anbohrungen des OD-Bezirkes mit einem dünnen Bohrer (2 mm) vorgenommen. Ziel ist es, die Sklerosezone zu durchbrechen, um eine Revitalisierung des OD-Bezirks herbeizuführen
Belastung
Postop. Teilbelastung mit Sohlenkontakt an zwei Unterarmgehstützen für insges. 6 Wo.
Operative Möglichkeit 2: Das Dissekat ist aus dem Knorpelverbund teilgelöst oder vollständig gelöst, aber intakt
Mit verschiedenen Befestigungssystemen (Schrauben, Stifte, Bolzen etc.) wird das Dissekat refixiert. Hierfür wird das Mausbett zunächst angefrischt, damit ein späteres Einwachsen möglich wird.
Belastung
Postop. Entlastung an zwei Unterarmgehstützen von wenigstens 6 Wo. Die Schrauben können nach dem Einwachsen des Dissekats in einer 2. OP wieder entfernt werden.
Operative Möglichkeit 3: Das Dissekat hat sich gelöst, eignet sich aber nicht mehr zur Refixation
In diesem Fall besteht die Therapie darin, die vorliegende Defektzone im Gelenkknorpel möglichst gut wieder zu verschließen. Verschiedene Verfahren stehen hierfür zur Verfügung:
  • Mikrofrakturierung: Über kleine Mikrofrakturierungen mit einem Spezialinstrument bis in die Tiefe des gesunden Knochens treten Stammzellen aus, die zum Wachstum von Faserknorpelgewebe führen und den Defekt verschließen.

  • Mosaikplastik/Knorpel-/Knochentransplantation: Aus einem unbelasteten Kniegelenkanteil werden Knorpelknochenzylinder entnommen und in das Mausbett in einer Verklemmungstechnik (Pressfit) eingeschlagen.

  • Knorpelzelltransplantation: In einem 1. operativen Schritt wird eine geringe Menge hyaliner Knorpel arthroskopisch entnommen, im Labor angezüchtet, auf ein Trägermedium gegeben und in einem 2. Schritt zur Füllung des Defekts in das Kniegelenk transplantiert.

Behandlung und Belastung
  • Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Sohlenkontakt für 6 Wo.

  • Mobilisation in DonJoy 4Titude Schiene mit Ext./Flex. 0–0–30 für 2 Wo.

  • Dann Mobilisation in DonJoy 4Titude Schiene mit Ext./Flex. 0–0–60 für 2 Wo.

  • Dann Mobilisation in DonJoy 4Titude Schiene mit Ext./Flex. 0–0–90 für 2 Wo.

  • Abtrainieren der Unterarmgehstützen ab der 7. postop. Wo.

Plica mediopatellaris (Shelf-Syndrom)
Operative Therapie (Arthroskopie)
  • Shelf-SyndromPlica mediopatellarisResektion der Plica mediopatellaris.

  • Kniegelenk:freier GelenkkörperMobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 4-Punkte-Gang für 2 Wo.

Freier Gelenkkörper
Operative Therapie (Arthroskopie)
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 4-Punkt-Gang für 2 Wo.
Arthrose, Chondromalazie
Kniegelenk:Chondromalazie Kniegelenk:Arthrose

Prinzip bei allen Knorpelschäden: Viel Bewegung, wenig Belastung.

Arthroskopie mit Knorpelglättung
  • Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 4-Punkte-Gang für 2 Wo.

  • Motorschiene schmerzadaptierte Flexion.

  • Keine Streckhebung für insges. 3 Wo.

Knorpelrefixation bei traumatischer Knorpelablösung
  • Aktive Physiotherapie erst nach 7 Wo.

  • Motorschiene mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–90 ab dem 3. d postop. bis 3 Wo.

  • Belastungssteigerung ab der 12. Wo.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Fußsohlenkontakt für insges. 12 Wo. Motorschienenbehandlung nach o.g. Schema. Belastungssteigerung ab der 12. Wo. mit Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit 20 kg Teilbelastung im 3-Punkte-Gang, anschließend rasche Steigerung mit Mobilisation in den 4-Punkte-Gang bis hin zur Vollbelastung.
Mikrofrakturierung und autologe Chondrozytentransplantation (ACT)
Kniegelenk:MikrofrakturierungKniegelenk:autologe ChondrozytentransplantationSiehe Osteochondrosis dissecans, operative Möglichkeit 3.
Tibiaumstellungsosteotomie in Open-Wedge-Technik
  • TibiaumstellungsosteotomieOP-Tag: Elastischer Bindeverband, Gangschulung ohne Belastung.

  • 1. Tag: Kompressionsstrumpf, Motorschiene Ext./Flex. 0–0–60, Gangschulung mit Sohlenkontakt an zwei Unterarmgehstützen für 6 Wo., isometrische Spannungsübungen und Quadrizepstraining, aktiv achsgerechte (rotationsneutrale, ggf. assistierte) Bewegungsübungen ohne seitlichen Widerstand.

  • 2. Tag: Motorschiene Ext./Flex. 0–0–90, Lymphdrainage, Treppensteigen.

  • 5. Tag: Rö-Kontrolle, Steigerung des Bewegungsausmaßes bis zur 6. Wo. auf Ext./Flex. 0–0–130.

  • 7. Wo: Zunehmende Belastung nach Schmerz und Körpergefühl. Freie Bewegung und volle Belastung möglich, aktive Bewegungsübung, Krafttraining, ggf. an Geräten, Koordinations- und Reflexschulung (wichtig!), Metallentfernung nach ca. 2 J. Der volle Effekt einer Tibiaosteotomie tritt häufig erst nach 3–5 Mon. postop. ein. Im Allgemeinen ist ein Beinlängenausgleich und eine Schuhranderhöhung nicht erforderlich. Nach Aufnahme der Belastung können übergangsweise Schmerzen in Hüfte und Sprunggelenk auftreten.

Varisierende Osteotomie am distalen Femur
  • Osteotomie, varisierende am distalen FemurPostop. Anlage eines Kompressionsverbands.

  • Mobilisation ab dem 1. postop. Tag an 2 Unterarmgehstützen unter Teilbelastung mit 15–20 kg Körpergewicht.

  • Teilbelastung für 6 Wo.

  • Keine Limitierung des Bewegungsumfangs.

  • Ab der 7. postop. Wo. schmerzadaptierte Belastungssteigerung, wobei der Belastungsaufbau vom Maß der knöchernen Konsolidierung auf den Röntgenbildern 6 Wo. postop. abhängig gemacht wird.

  • Wenn die Osteotomie noch einsehbar ist, oder keine optimale Stabilität der Osteosynthese bestand, sollte ein schrittweiser Belastungsaufbau über 2–4 Wo. eingehalten werden.

  • Keine Torsionskräfte auf das operierte Bein bringen.

  • Aktive und passive Beübung des operierten Beines.

  • Lymphdrainage.

  • Elektrotherapie zur Muskelstimulation (EMS-Gerät) speziell für den M. vastus medialis.

Doppelosteotomie
  • DoppelosteotomieMobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit 15 kg Teilbelastung ab dem 1. postop. Tag.

  • Lymphdrainage.

  • Keine Limitierung des Bewegungsumfangs.

  • Radiologische Verlaufskontrollen.

  • Ganzbeinaufnahme im Stand postop. zur Dokumentation der mechanischen Traglinie.

  • Belastungssteigung ab der 7. postop. Wo.

Unhappy triad
Unhappy triadBehandlung postop.
  • 1.Tag: Gangschule im 3-Punkte-Gang (für 2–3 Wo.).

  • Nach 1–8 Wo. erneute OP und ggf. Kreuzbandplastik.

Belastung
Mobilisation im 3-Punkte-Gang für 3 Wo. Ab der 3. postop. Wo. Freigabe der Belastung. Ggf. Folgeeingriff nach 8 Wo.
Patellaluxation, OP nach Roux oder Elmslie
Patellaluxation, OP nach Roux oder Elmslie(Versetzung der Tuberositas tibia).
Behandlung postop.
  • 1. Tag: Atemtherapie, assistives Bewegen, Flexion nicht über 60 für 3 Wo. Flexion bis 90 4.–6. Wo.

  • 2. Tag. Mobilisation an die Bettkante, Gangschule im 3-Punkte-Gang (6 Wo.).

  • 3.Tag: Treppe steigen.

Keine Quadrizepsspannung gegen die Schwere (im offenen System) für ca. 6 Wo.

Belastung
Mobilisation im 3-Punkte-Gang für 6 Wo. Dann 4-Punkte-Gang für 2 Wo. Ab der 9. postop. Wo. Freigabe der Belastung. Flexion nicht über 60 für 4 Wo. und 90 in der 5.–6. Wo. forcieren. Ab der 6. Wo. freie Flexion
Laterales Release
Release, lateralesLaterales ReleaseBehandlung postop.
1. Tag: Isometrie, insbes. für den Vastus medialis mit Mobilisation in Flexion bis max. 90. Mobilisation an die Bettkante, Gangschule im 4-Punkte-Gang.
Belastung
Mobilisation im 4-Punkte-Gang für 2 Wo., dann schmerzadaptierte Belastungssteigerung.
Bakerzystenexstirpation
BakerzystenexstirpationBehandlung postop.
  • 1. Tag: Atemtherapie, Isometrie.

  • 2. Tag: Assistives Bewegen in Flexion und Extension, ohne die endgradige Extension und Flexion zu forcieren (Wunde!), Mobilisation an die Bettkante, Gangschule im 3-Punkte-Gang.

  • 4./5. Tag: Gangschule im 4-Punkte-Gang, Treppe steigen.

Belastung
Mobilisation im 3-Punkte-Gang für 1 Wo., dann schmerzadaptierte Belastungssteigerung und Mobilisation im 4-Punkte-Gang für 1 weitere Wo. Anschließend kann mit dem Abtrainieren der Gehstützen begonnen werden. Sport frühestens nach 6 Wo. postop.

Kniegelenkarthrose

KniegelenkarthroseDie Behandlung der Kniegelenkarthrose erfolgt in Abhängigkeit von den Ursachen, vom Alter sowie vom Schweregrad der Arthrose und wird individuell entschieden.
Therapiemöglichkeiten:
  • Konservative Behandlung: Physiotherapie, Muskelkräftigung, Muskeldehnung, Koordinationsschulung, Thermotherapie, Hydrobalneotherapie, Elektrotherapie, Infiltration (ggf. Hyaluronsäure), Gehstock, Unterarmgehstütze, Pufferabsätze. Allgemeine konservative Arthrosetherapie 5.4.4.

  • Arthroskopie.

  • Umstellungsoperation (Korrektur eines O- oder X-Beins).

  • Implantation einer Gelenkprothese (Schlittenprothese, Oberflächenprothese, semigekoppelte Prothese, gekoppelte Prothese).

Endoprothetik

Kniegelenk:EndoprothetikAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Unikondyläre Schlittenprothese, bikondyläre Oberflächenersatzprothese, teilgekoppelte (semiconstrained) und gekoppelte (constrained) Knieprothese
  • Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 2 Wo.

  • 4-Punkte-Gang für 4 Wo.

  • Motorschiene bis zu einer Flexion von 90.

  • Abtrainieren der Unterarmgehstützen 6 Wo. postop.

Sportempfehlungen s.u.
Prothesenwechsel
  • Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 6 Wo.

  • 4-Punkte-Gang 7.–12. Wo.

  • Motorschiene bis zu einer Flexion von 90.

  • Abtrainieren der Unterarmgehstützen 12 Wo. postop.

Sportempfehlungen bei Knieprothese

Bei einer Knieprothese empfiehlt es sich, auf stark kniebelastende Sportarten zu verzichten.Knieprothese, Sportempfehlungen

Günstige Sportarten sind (s.a. Tab. 5.2):

  • Schwimmen mit Kraulbeinschlägen.

  • Radfahren.

  • Wandern.

  • Walking.

  • Skilanglauf.

  • Rudern.

  • Paddeln.

  • Leichtes Krafttraining (unter fachlicher Anleitung).

  • Schach.

Sportarten, bei denen es zu stauchenden oder verdrehenden Belastungen auf das Kniegelenk kommt, sind nicht zu empfehlen:

  • Rückschlagspiele.

  • Alpinskilauf.

  • Reitsport.

Sprunggelenk

Arthroskopische Operationen

Sprunggelenk:OrthopädieOrthopädie:SprunggelenkAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Allgemeine Nachbehandlung nach arthroskopischer OP
Sprunggelenk:Nachbehandlung arthoskopische OPMobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 2 Wo.
Belastung
Postop. Teilbelastung an zwei Unterarmgehstützen für insges. 2 Wo. bis zum Abschluss der Wundheilung. Anschließend schmerzadaptierte Vollbelastung.
Osteochondrosis dissecans
Konservative Therapie
Osteochondrosis dissecans:SprunggelenkGute Erfolgsaussichten bei jungen Pat. mit offenen Wachstumsfugen und einem frühen Krankheitsstadium. Eine Dissekatlösung darf noch nicht stattgefunden haben.
Die Therapie sieht Folgendes vor:
  • Sportkarenz.

  • Entlastung des betroffenen Beins für 6–18 Wo.

  • Regelmäßige MRT-Verlaufskontrollen zur Therapiebeurteilung.

  • Physiotherapie.

Operative Therapie
Mittel der Wahl bei fortgeschrittener Osteochondrosis dissecans. Eine absolute Operationsindikation besteht bei Lösung des Dissekats.
Operative Möglichkeit 1: Das Dissekat ist nicht gelöst, die Knorpeloberfläche intakt
In diesem Fall werden retrograd Anbohrungen des OD-Bezirks mit einem dünnen Bohrer (2 mm) vorgenommen. Ziel ist es, die Sklerosezone zu durchbrechen, um eine Revitalisierung des OD-Bezirks herbeizuführen.
Belastung
Postop. Teilbelastung mit Sohlenkontakt an zwei Unterarmgehstützen für 6 Wo.
Operative Möglichkeit 2: Das Dissekat ist aus dem Knorpelverbund teilgelöst oder vollständig gelöst, aber intakt
Mit verschiedenen Refixationssystemen (Schrauben, Stifte, Bolzen etc.) wird das Dissekat refixiert. Hierfür wird das Mausbett zunächst angefrischt, damit ein späteres Einwachsen möglich wird.
Belastung
Postop. Entlastung an zwei Unterarmgehstützen von wenigstens 6 Wo. Die Schrauben können nach Einwachsen des Dissekats in einer 2. OP entfernt werden.
Operative Möglichkeit 3: Das Dissekat hat sich gelöst, eignet sich nicht zur Refixation
In diesem Fall besteht die Therapie darin, die vorliegende Defektzone im Gelenkknorpel möglichst gut wieder zu verschließen. Verschiedene Verfahren stehen hierfür zur Verfügung:
  • Mikrofrakturierung: Über kleine Mikrofrakturierungen mit einem Spezialinstrument bis in die Tiefe des gesunden Knochens treten Stammzellen aus, die zum Wachstum von Faserknorpelgewebe führen und den Defekt verschließen.

  • Mosaikplastik/Knorpel-/Knochentransplantation: Aus einem unbelasteten Kniegelenkanteil werden Knorpelknochenzylinder entnommen und in das Mausbett in einer Verklemmungstechnik (Pressfit) eingeschlagen.

  • Knorpelzelltransplantation: In einem 1. operativen Schritt wird eine geringe Menge hyaliner Knorpel arthroskopisch entnommen, im Labor angezüchtet, auf ein Trägermedium gegeben und in einem 2. Schritt zur Füllung des Defekts in das Kniegelenk transplantiert.

Behandlung und Belastung
  • Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Entlastung für 6 Wo.

  • Anschließend 3-Punkte-Gang für 2 Wo.

  • Dann 4-Punkte-Gang für 2 Wo.

  • Übergang zur Vollbelastung und Abtrainieren der Unterarmgehstützen ab der 10. postop. Wo.

  • Isometrische Übungen zur Thromboembolieprophylaxe.

Sprunggelenkarthrose
SprunggelenkarthroseBehandlung erfolgt in Abhängigkeit von den Ursachen, vom Alter sowie vom Schweregrad der Arthrose und muss individuell entschieden werden.
  • Konservative Therapie: Physiotherapie, Muskelkräftigung, Muskeldehnung, Koordinationsschulung, Thermotherapie, Hydrobalneotherapie, Elektrotherapie, Injektion (ggf. Hyaluronsäure), Gehstock oder Unterarmgehstütze, Pufferabsätze. Allgemeine konservative Arthrosetherapie 5.4.4.

  • Arthroskopie.

  • Implantation einer Gelenkprothese 5.6.2.

  • Arthrodese 5.6.3.

OSG-Prothese

Sprunggelenk:EndoprothetikOSG-ProtheseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Frühphase (1. postop. Tag bis 6. Wo.):

    • Postop. Immobilisation mit Unterschenkelgipsschiene.

    • Bis zur 6. postop. Wo. Mobilisation unter Entlastung an 2 Unterarmgehstützen.

    • Lymphdrainage.

    • Ziel: Komplikationslose Wundheilung, solide Fixierung mit der Endoprothese im Knochen, knöchernes Einwachsen.

    • Dorsalextension möglich. Plantarflexion verboten.

    • Keine Pro- und Supinationsbewegung.

    • Am 11. postop. Tag Abnahme der Unterschenkelgipsschiene und Anlage eines VACOped-Stiefels.

    • Insges. 6 Wo. postop. Lymphdrainage.

    • Mobilisation mit VACOped-Stiefel unter Vollbelastung.

  • Rehabilitationsphase (7.–10. postop. Wo.):

    • Nach dem Ablauf von 6 Wo. erfolgt eine stationäre Reha-Phase.

    • Hier Ergotherapie als Gangschulung.

    • Abtrainieren der Orthese und Schulung der neuromuskulären Muster.

    • Weiter Lymphdrainage.

    • Physiotherapie und manuelle Therapie.

    • Triggerpunktbehandlung.

    • Aufdehnen des M. triceps surae.

    • Elektrotherapie.

    • Schwellstrom zur Kontraktionsförderung.

    • Verbesserung der Koordination.

    • Ökonomisierung und allgemeine Verbesserung des Empfindens.

    • Leistungssteigung, ggf. Laufbandtraining.

    • Physiotherapie im Wasser.

  • Belastungsphase (ab 11. postop. Wo.):

    • Ab der 11. postop. Wo. Vollbelastung ohne Orthese.

    • Koordinationstraining.

Belastung
Postop. Immobilisation in Unterschenkelgipsschiene bis zur sicheren Wundheilung, anschließend Mobilisation im VACOped-Stiefel mit Vollbelastung. Keine
Plantarflexion sowie Pro- und Supinationsbewegung bis insges. zur 10. postop. Wo.
Regelmäßige Lymphdrainage sowie Gangschulung, ggf. Elektrotherapie und Schwellstrom zur Kontraktionsförderung. Laufbandbelastung ab der 8. postop. Wo. im Rahmen der Reha-Phase. Sportliche Belastung: Spazieren gehen.

Pat. mit einer OSG-Prothese zeigen nach AHB bei kurzfristigen Nachuntersuchungen überwiegend gute Ergebnisse und sehr gute funktionelle Ergebnisse. Die meisten Pat. sind sehr zufrieden.

Sportempfehlungen bei OSG-Prothese

Bei einer OSG-Prothese empfiehlt es sich, auf stark sprunggelenkbelastende Sportarten zu verzichten.OSG-Prothese:Sportempfehlungen

Günstige Sportarten sind:

  • Schwimmen mit Kraulbeinschlägen.

  • Radfahren.

  • Spazierengehen.

  • Walking.

  • Skilanglauf.

  • Golf.

Von Sportarten, bei denen es zu stauchenden oder verdrehenden Belastungen auf das OSG kommt, ist abzuraten:

  • Rückschlagspiele.

  • Alpinskilaufen.

  • Reitsport.

Arthrodese

Sprunggelenk:ArthrodeseAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Postop. Immobilisation in Unterschenkelliegegips für 6 Wo.

  • Dann weitere Immobilisation für 6 Wo. im VACOped-Stiefel.

  • Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Entlastung für 12 Wo.

  • Manuelle Lymphdrainage.

  • Anschließend Fußsohlenkontakt 13. und 14. Wo.

  • Dann Mobilisation im 3-Punkte-Gang 15. und 16. Wo.

  • Dann 4-Punkte-Gang mit Vollbelastung 17. und 18. Wo.

  • Lymphdrainage, Hochlagerung.

  • Gehtraining und Bewegungstherapie.

  • Abtrainieren der Unterarmgehstützen 18 Wo. postop.

Belastung
Postop. Ruhigstellung im Gips und VACOped-Stiefel und Entlastung für 12 Wo. Anschließend Mobilisation mit Fußsohlenkontakt des operierten Beins für insges. 2 Wo., dann Mobilisation im 3-Punkte-Gang für 2 Wo. Anschließend schmerzadaptierte Mobilisation im 4-Punkte-Gang mit raschem Übergang auf Vollbelastung ab der 17. Wo. postop.
Geeignete Sportarten: Spazierengehen.

Amputation im Bereich der unteren Extremitäten

Oberschenkelamputation, Knieexartikulation, Unterschenkelamputation
UnterschenkelamputationOberschenkelamputationKnieexartikulationAmputation im Bereich der unteren ExtremitätenLagerung in flacher Rückenlage, Pat. erhält einen Kompressionsverband, der konisch gewickelt wird. Der Stumpf soll in Mittelstellung gelagert werden.

Wichtig: Vermeidung einer Beugekontraktur.

Ab der 2. Wo. postop. bei geschlossenen Wundverhältnissen zeitweilig Bauchlage erwünscht und Kräftigung des Stumpfes, v.a. in Extension und Abduktion als Prothesenvorbereitung. Prothesentraining im Gehbarren und Gehwagen, Einüben von Alltagsfunktionen.

Fuß

Orthopädie:Fuß Fuß:Orthopädie

Für jegliche OP gilt bis zur Wundheilung: Hochlegen der Extremität.

Hallux valgus – TMT-I-Arthrodese

TMT-I-ArthrodeseHallux valgusAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Mobilisation mit Vorfußentlastungsschuh.

  • Evtl. Höhenanpassung der Gegenseite.

  • Isometrie, ggf. Lymphdrainage.

  • Physiotherapie.

  • Redressionsverband.

  • Hallux-valgus-Schiene.

Belastung
  • Resektionsarthroplastik (Hohmann-OP):

    • Nach Abschluss der Wundheilung rasche schmerzadaptierte Aufbelastung.

    • Steigerung auf Vollbelastung nach Metallentfernung.

  • Nach Umstellungsosteotomie oder Arthrodese (z.B. Chevron-Osteotomie, TMT-1-Arthrodese):

    • Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Vorfußentlastungsschuh für insges. 6 Wo.

    • Hallux-valgus-Nachtlagerungsschiene für 3 Mon. oder Toe Alignment Splint (TAS) bei gleichzeitiger OP an D2–D5.

    • Schmerzadaptierte Vollbelastung.

Rheumatische Vorfußkorrektur

OP nach Hueter-Mayo D1 und Hoffmann/Tillmann D2–D5.
  • Beibehaltung der postop. Gipslagerungsschale nach Wundverhältnissen bis zum 7. postop. Tag, Hochlagerung der betroffenen Extremität.

  • Anfertigung von Lagerungsschalen aus konventionellem Weißgips am Vortag der OP bei allen Hand-, Fuß- und Ellenbogen-OPs bei Rheumapatienten.

Belastung
Ab 3. postop. Tag Mobilisation unter Entlastung, ggf. Gehwagen, Achselgehstöcke. Isometrische Beübung. Bei einwandfreier Wundheilung ab dem 7. postop. Tag Mobilisation im Vorfußentlastungsschuh unter voller Belastung. Vorfußentlastungsschuh bis zum 21. postop. Tag, danach Mobilisation in den Konfektionsschuh mit neu anzufertigenden Senk-/Spreizfußeinlagen aus weichem Material und zurückversetzter Pelotte.

Wirbelsäule

HWS

Wirbelsäule:OrthopädieOrthopädie:WirbelsäuleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie bei Bandscheibenvorfall
  • Bandscheibenvorfall:HWSHeiße Rolle, Fango.

  • Massage.

  • Physiotherapie.

  • Rückenschule.

  • Schulung des statischen Gleichgewichts.

  • CT-gesteuerte Infiltrationen.

Nukleotomie
  • Nukleotomie:HWSBei intraforaminalen Vorfällen oder therapieresistenten Schmerzen.

  • Weicher Halskragen bis Wundheilung.

  • Physiotherapie.

  • Rückenschule.

  • Schmerzadaptierte Mobilisation.

  • Stand- und Gangschulung.

  • Treppensteigen.

  • Ggf. MRT-Kontrolle.

Bandscheibenprothese
  • Bandscheibenprothese:HWSAm OP-Tag:

    • Postop. kann ein weicher Halskragen angelegt werden. Tragen der Halskrawatte für mind. 6 Wo. nach OP Tag und Nacht.

    • Postop. neurologische Untersuchung, bei neurologischen Auffälligkeiten sofort CT.

  • 1. Tag:

    • Physiotherapie.: Freie Mobilisation, aktive Physiotherapie, Haltungsschulung, schmerzadaptierte Mobilisation in den Sitz und aus dem Bett.

    • Rückenschule.

  • Ab 3. Tag:

    • Physiotherapie: Gangschulung Treppe, aktive Physiotherapie, Gangschulung und Atemtherapie, Haltungsschulung.

    • Kräftigung der Muskulatur aus verschiedenen Ausgangsstellungen.

    • Bei knöcherner Wundverheilung Abtrainieren der Halskrawatte und weitere Verlaufskontrolle.

    • Treppensteigen.

Unisegmentale Fusion
  • Unisegmentale Fusion:HWSAm OP-Tag:

    • Postop. Anlegen einer verstärkten Schanzkrawatte, Tragen der Halskrawatte für mind. 6 Wo. Tag und Nacht.

    • Am OP-Tag postop. neurologische Untersuchung, bei neurologischen Auffälligkeiten sofort CT.

  • 1. Tag:

    • Physiotherapie: Freie Mobilisation, aktive Physiotherapie, Haltungsschulung, schmerzadaptierte Mobilisation in den Sitz und aus dem Bett, Drehung im Block, Atemtherapie.

    • Stand und Gang abhängig vom Befund mit Gehwagen, Rollator oder frei.

  • 3. Tag: Gangschulung Treppe, aktive Physiotherapie, Gangschulung und Atemtherapie.

  • 5. Tag:

    • Aktive Physiotherapie.

    • Haltungsschulung.

    • Kräftigung der Muskulatur aus verschiedenen Ausgangsstellungen.

  • 6.Woche:

    • Bei knöcherner Wundverheilung Abtrainieren der Halskrawatte und weitere Verlaufskontrolle.

    • AHB nach 8 Wo.

    • Eine Implantatentfernung ist bei regelrechter Lage nicht erforderlich.

BWS und LWS

Fraktur BWS/LWSAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie bei Fraktur
  • Wirbelsäule:Fraktur BWS/LWS1.Tag: Schmerzfreie Lagerung im Bett, Beginn der rationalen Schmerztherapie, stabilisierende und muskelkräftigende Physiotherapie der Wirbelsäule in axialer Haltung, Atemtraining, En-bloc-Mobilisation, wirbelsäulengerechtes Aufstehen aus dem Bett, Gangschulung nach Befund, Treppensteigen, Anlage einer Rumpf-Stütz-Orthese für mind. 6 Wo.!

  • 3. Tag: Therapieschwimmen (kein Brustschwimmen, keine Physiotherapie in Bauchlage im Wasser).

  • 5.Tag: Rö-Kontrolle, Physiotherapie weiter, Sitztraining.

  • 2.–4. Woche: Physiotherapie weiter.

  • 5. Woche: Physiotherapie weiter. Beginn mit Rumpfbeugung und aller weiteren bisher ausgelassenen Wirbelsäulenbewegungen.

  • 6. Woche: Physiotherapie mit aufsteigender Belastung bis zur Vollbelastung und Alltagsbelastung.

  • 10. Woche: Abschluss der Behandlung, Wiedereingliederung ins Berufsleben.

Unisegmentale Fusion bei BWS-Fraktur
  • Unisegmentale Fusion:BWS1. Tag:

    • Schmerzadaptierte Mobilisation aus dem Bett.

    • Ggf. Anlage eines Rumpf-Stütz-Korsetts für 6 Wo.

    • Atemgymnastik und Physiotherapie zur Wirbelsäulenstabilisation.

    • Stand- und Gangschulung.

    • Treppensteigen.

    • Neurologische Kontrolluntersuchung.

    • Vorbereitung auf die ventrale Stabilisierung.

    • Intensive Atemgymnastik bei thorakalen Eingriffen nach ventraler Stabilisierung.

  • 3. Tag:

    • Therapieschwimmen (kein Brustschwimmen oder keine Physiotherapie in Bauchlage im Wasser).

    • Gangschule, auch Treppe.

  • 5. Tag:

    • Physiotherapie Wirbelsäulenstabilisation.

    • Funktionelle Physiotherapie in allen Bewegungsrichtungen möglich.

  • 6. Woche: AHB zur vollen Mobilisation und Kräftigung der Wirbelsäule beginnend mit berufsadaptierten Nachbehandlungen.

Dorsale multisegmentale Fusion bei Frakturen
  • Dorsale multisegmentale Fusion bei Wirbelsäulenfrakturen1. Tag:

    • Schmerzadaptierte Mobilisation aus dem Bett.

    • Anlage eines Rumpf-Stütz-Korsetts für 6 Wo.

    • Atemgymnastik und Physiotherapie zur Wirbelsäulenstabilisation.

    • Stand- und Gangschulung.

    • Treppensteigen.

    • Ggf. Vorbereitung auf die ventrale Stabilisierung.

    • Mildes Abführen bei lumbalen Eingriffen.

  • 3. Tag:

    • Therapieschwimmen (kein Brustschwimmen oder keine Physiotherapie in Bauchlage im Wasser).

    • Gangschule, auch Treppe.

  • 5. Tag:

    • Physiotherapie Wirbelsäulenstabilisation.

    • Funktionelle Physiotherapie in allen Bewegungsrichtungen möglich.

  • 6. Woche: AHB zur vollen Mobilisation und Kräftigung der Wirbelsäule beginnend mit berufsadaptierten Nachbehandlungen.

Dorsale multisegmentale und dorsoventrale Fusion
  • Dorsale multisegmentale und dorsoventrale Fusion bei Wirbelsäulenfraktur1. Tag:

    • Schmerzadaptierte Mobilisation aus dem Bett.

    • Anlage eines Rumpf-Stütz-Korsetts für 6 Wo.

    • Atemgymnastik und Physiotherapie zur Wirbelsäulenstabilisation.

    • Stand- und Gangschulung.

    • Treppensteigen.

    • Ggf. Vorbereitung auf die ventrale Stabilisierung.

    • Mildes Abführen bei lumbalen Eingriffen.

  • 3. Tag:

    • Therapieschwimmen (kein Brustschwimmen oder keine Physiotherapie in Bauchlage im Wasser).

    • Gangschule, auch Treppe.

  • 5. Tag:

    • Physiotherapie Wirbelsäulenstabilisation.

    • Funktionelle Physiotherapie in allen Bewegungsrichtungen möglich.

  • 6. Woche:

    • Abnahme des Korsetts.

    • AHB zur vollen Mobilisation und Kräftigung der Wirbelsäule beginnend mit berufsadaptierten Nachbehandlungen.

Nukleotomie
  • Nukleotomie:BWS/LWSPhysiotherapie.

  • Schmerzadaptierte Mobilisation.

  • Bandscheibenprothese:BWS/LWSLumbacross-Bandage für 6 Wo.

  • Stand- und Gangschulung.

  • Treppensteigen.

  • Ggf. MRT-Kontrolle.

  • Wiedereingliederungsmaßnahmen ins Berufsleben und Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit ab 6. Wo. postop.

Bandscheibenprothese
  • Lumbacross-Bandage für 6 Wo.

  • Schmerzadaptierte Mobilisation aus dem Bett.

  • Atemgymnastik und Physiotherapie zur Wirbelsäulenstabilisation.

  • Stand- und Gangschulung.

  • Treppensteigen.

  • Ab dem 3. Tag Therapieschwimmen (kein Brustschwimmen oder keine Physiotherapie in Bauchlage im Wasser).

  • Physiotherapie Wirbelsäulenstabilisation.

  • Funktionelle Physiotherapie in allen Bewegungsrichtungen ab 5. Wo. möglich.

  • AHB zur vollen Mobilisation und Kräftigung der Wirbelsäule beginnend mit berufsadaptierten Nachbehandlungen ab 10. Wo.

Anmerkung

Die Therapieempfehlungen basieren u.a. auf den Behandlungspfaden in den Kliniken für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel und der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie des Klinikums Kassel, Chefarzt Herr Dr. M. Raible.

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