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B978-3-437-22406-5.10006-2

10.1016/B978-3-437-22406-5.10006-2

978-3-437-22406-5

Unfallchirurgie

Frank M. Raible

Werner Konermann

  • 6.1

    Obere Extremität 409

    • 6.1.1

      Klavikulafrakturen409

    • 6.1.2

      Akromioklavikulargelenksprengung410

    • 6.1.3

      Subkapitale Humerusfraktur410

    • 6.1.4

      Abriss des Tuberculum majus/minus411

    • 6.1.5

      Humerusschaftfraktur412

    • 6.1.6

      Per-/Suprakondyläre Humerusfraktur412

    • 6.1.7

      Fraktur des Processus coronoideus413

    • 6.1.8

      Radiusköpfchenfraktur414

    • 6.1.9

      Radiusköpfchenresektion414

    • 6.1.10

      Olekranonfraktur414

    • 6.1.11

      Galeazzi-Fraktur415

    • 6.1.12

      Instabiles Radioulnargelenk415

    • 6.1.13

      Ulna- und Radiusschaftfraktur415

    • 6.1.14

      Monteggia-Fraktur416

    • 6.1.15

      Distale Radiusfraktur416

    • 6.1.16

      Handwurzelluxation/Handwurzelfraktur417

    • 6.1.17

      Skaphoidfraktur417

    • 6.1.18

      Mittelhandfraktur417

  • 6.2

    Hüftgelenk und Femur 418

    • 6.2.1

      Azetabulumfraktur418

    • 6.2.2

      Eingestauchte Schenkelhalsfraktur419

    • 6.2.3

      Mediale Schenkelhalsfraktur419

    • 6.2.4

      Laterale Schenkelhalsfraktur419

    • 6.2.5

      Pertrochantäre Femurfraktur420

    • 6.2.6

      Femurschaftfraktur420

    • 6.2.7

      Distale Femurfraktur421

  • 6.3

    Kniegelenk und Unterschenkel 421

    • 6.3.1

      Ruptur des Ligamentum patellae421

    • 6.3.2

      Ruptur der Quadrizepssehne422

    • 6.3.3

      Knorpelschaden der Patella422

    • 6.3.4

      Patellafraktur423

    • 6.3.5

      Isolierte mediale Seitenbandläsion424

    • 6.3.6

      Tibiakopffraktur424

    • 6.3.7

      Unterschenkelfraktur425

  • 6.4

    Sprunggelenk 427

    • 6.4.1

      OSG-Distorsion427

    • 6.4.2

      OSG-Fraktur427

    • 6.4.3

      Achillessehnenruptur428

    • 6.4.4

      Pilon-tibiale-Fraktur – intraartikuläre distale Tibiafraktur429

  • 6.5

    Fuß 430

    • 6.5.1

      Talushalsfraktur, Talusluxationsfraktur430

    • 6.5.2

      Kalkaneusfraktur430

    • 6.5.3

      Mittelfußfraktur431

  • 6.6

    Wirbelsäule 431

    • 6.6.1

      HWS: Wirbelfrakturen und diskoligamentäre Verletzung432

    • 6.6.2

      BWS: Wirbelfrakturen und diskoligamentäre Verletzung432

    • 6.6.3

      LWS: Wirbelfrakturen und diskoligamentäre Verletzung433

Allgemeine Grundlagen

  • MedikamentöseUnfallchirurgie Thromboembolieprophylaxe nach den Leitlinien der Fachgesellschaften.

  • Isometrische Übungen zur Thromboembolieprophylaxe.

  • Die Vorgaben des Operateurs müssen immer beachtet werden.

  • Röntgenkontrollen nach Vorgabe des Operateurs.

  • Kryotherapie ist i.d.R. je nach Hautbefund indiziert.

  • Wundkontrollen regelmäßig.

  • Gipskontrollen regelmäßig.

  • Medikamentöse analgetische und antiphlogistische Therapie.

Obere Extremität

Klavikulafrakturen

Konservative Nachbehandlung
  • KlavikulafrakturenRuhigstellung im Rucksackverband für 3 Wo.

  • Frühzeitige aktive Mobilisation der Finger-, Ellenbogen- und Schultergelenke.

  • Limitation der Abduktion bis 90 für 3 Wo., anschließend Bewegungs- und Belastungssteigerung bis zur Vollbelastung nach weiteren 3 Wo.

  • Frakturheilung i.d.R. 6 Wo.

Belastung
Keine Gewichte > 2 kg tragen für 6 Wo. Schwimmen, Tennis, Handball nach 3–6 Mon., Leichtathletik nach 3 Mon., davon nur Sportarten ohne Belastung für der Schulter.
Operative Nachbehandlung
Laterale und transligamentäre Frakturen
Gilchristbandage, ab dem 1. postop. Tag aktives Bewegen der Finger von Finger- und Ellenbogengelenke, isometrische Übungen für die Schultermuskulatur, ab dem 2. Tag aus dem Gilchristverband heraus Anteversion und Abduktion bis maximal 90, aktiv schmerzadaptiert. Metallentfernung nach 6–8 Wochen und anschließendem Übergang zur Vollbelastung und freier Bewegung.
Belastung
Keine Gewichte > 2 kg tragen für 6 Wo. Schwimmen, Tennis, Handball nach 3–6 Mon., Leichtathletik nach 3 Mon., davon nur Sportarten ohne Belastung für der Schulter.
Klavikulaschaftfrakturen
Funktionelle Nachbehandlung. Nach dem 1. postop. Tag Mobilisation von Finger- und Ellenbogengelenke aktiv, , isometrische Übungen für die Schultermuskulatur, nach dem 2. postop. Tag aktive Bewegung bis zur Schmerzgrenze in allen Bewegungsrichtungen ohne Bewegungslimitierung.
Belastung
Keine Gewichte > 2 kg tragen für 6 Wo. Schwimmen, Tennis, Handball nach 3–6 Mon., Leichtathletik nach 3 Mon., davon nur Sportarten ohne Belastung für der Schulter.

Akromioklavikulargelenksprengung

AkromioklavikulargelenksprengungAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Tossy I, Rockwood I
Rein funktionelle Therapie, frühzeitige Bewegung von Finger-, Ellenbogen- und Schultergelenken, bei starken Schmerzen für einige Tage Gilchristverband möglich.
Belastung
Keine Gewichte > 2 kg tragen für 6 Wo. Schwimmen, Tennis, Handball nach 3 Mon., Leichtathletik nach 3 Mon., davon nur Sportarten ohne Belastung für der Schulter.
Tossy II, Rockwood II
Ruhigstellung im Gilchristverband für 1–2 Wo. (kann für die Physiotherapie abgenommen werden) anschließend Abduktion und Anteversion der Schulter ab der 3. Wo. bis zur 6. Wo. nur bis 90, danach Freigabe der Bewegung.
Belastung
Keine Gewichte > 2 kg tragen für 6 Wo. Schwimmen, Tennis, Handball nach 3 Mon., Leichtathletik nach 3 Mon., davon nur Sportarten ohne Belastung für der Schulter.
Tossy III, Rockwood III–VI
Gilchristverband für 1–2 Wo. Nach dem 1. postop. Tag aktive Bewegung der Finger- und Ellenbogengelenke, isometrische Übungen für die Schultermuskulatur. Ab dem 2. postop. Tag Bewegungsübungen aus dem Gilchristverband heraus, Anteversion und Abduktion bis maximal 90. Cave: Keine Bewegung über 90, da sonst das Risiko eines Implantatbruchs besteht! Nach 6–8 Wo. ME, danach Übergang zur freien Bewegung und vollen Belastung.
Belastung
Keine Gewichte > 2 kg tragen für 6 Wo. Schwimmen, Tennis, Handball nach 3 Mon., Leichtathletik nach 3 Mon., davon nur Sportarten ohne Belastung für der Schulter.

Subkapitale Humerusfraktur

Subkapitale HumerusfrakturHumerusfraktur:subkapitaleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie (stabile Fraktur, eingestaucht)
  • Gilchristverband für 2–3 Wo. Schmerzadaptierte geführte Pendelübungen aus dem Gilchristverband heraus. Geführte Bewegung bis ca. 60 Flexion und Abduktion.

  • Nach etwa 2 Wo. zunehmend aktiv assistierte Übungen in allen Ebenen.

  • Ein freies aktives Bewegungsausmaß sollte nach knöcherner Heilung (Röntgenverlaufskontrolle) erreicht sein.

  • Ca. 6 Wo. keine Rotation.

  • Bewegungsbad erst nach 3–4 Wo. empfohlen.

Belastung
Keine Belastung (Gewichte > 2 kg) bis zur knöchernen Heilung.
Operative Therapie
Bohrdrähte, Prevot-Nagelung
  • Vor Physiotherapie Rücksprache mit dem Operateur.

  • Gilchristverband postop. für insges. 14 d, tagsüber Lagerung des Arms in leichter Abduktion.

  • Geführte, schmerzadaptierte Pendelübungen unmittelbar postop. bis ca. Ende der 1. Wo., danach bis zur Schmerzgrenze aktiv assistierte Anteversion und Abduktion.

  • Für ca. 3 Wo. keine Rotation.

  • Nach 4–6 Wo. maximal Abduktion und Flexion bis 80.

  • Nach Metallentfernung (ca. 6 Wo.) freies Bewegungsausmaß aktiv und passiv.

Belastung
Keine Belastung (Gewicht > 2 kg) bis zur knöchernen Heilung.
Plattenosteosynthese (winkelstabil, PHILOS)
  • Postop. Anlage eines Gilchristverbands; sollte für 8–10 d getragen werden. Tagsüber ggf. Lagerung auf dem Abduktionskissen.

  • I.d.R. übungsstabile Frakturversorgung.

  • Ab dem 3. Tag schmerzadaptierte Mobilisation auf dem Schulterbewegungsstuhl, im Bewegungsausmaß steigernd.

  • Ab der 3.–4. Wo. aktiv assistierte Physiotherapie mit maximal 80 Flexion und Abduktion.

  • !

    Keine Außenrotation.

  • Nach knöcherner Heilung (Röntgenverlaufskontrolle) sollte das volle aktive Bewegungsausmaß erreicht sein.

  • Bewegungsbad erst nach Wundheilung.

Belastung
Keine Belastung (Gewicht > 2 kg) bis zur knöchernen Heilung.

Abriss des Tuberculum majus/minus

Tuberculum-majus-/minus-AbrissAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
  • Abduktionsorthese (z.B. Ultrasling 3) für 2 Wo.

  • Geführte Pendelübungen.

  • Geführte Anteversion und Abduktion bis 60.

  • !

    Keine Abduktion oder Innenrotation gegen Widerstand für 6 Wo.

  • Ab der 3. Wo. aktiv assistierte Bewegungsübungen in allen Ebenen.

  • Aktives Bewegungsausmaß nach 6 Wo.

Belastung
6 Wo. keine Gewichte tragen > 2 kg, für 3 Mon. kein Kontaktsport.
Verschraubung/Zuggurtung
  • Gilchristverband für 2 Wo.

  • Geführte Pendelübungen.

  • Ab der 2. postop. Wo. aktive Übung mit aktiv assistierter Flexion bis 80.

  • Ab der 6. postop. Wo. aktive Abduktion bzw. Innenrotation.

  • 6.Wo. postop. sollte das volle aktive Bewegungsausmaß erreicht sein.

Belastung
6 Wo. keine Gewichte tragen > 2 kg, für 3 Mon. kein Kontaktsport.

Humerusschaftfraktur

HumerusschaftfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
Physiotherapie mit 1 Wo. Gilchristverband. Nach Schwellungsrückgang 3–6 Wo. Oberarmgips mit Schulterkappe oder Brace, dabei intensives isometrisches Oberarmmuskeltraining, von Beginn an Fingerübungen.
Belastung
Keine Gewichte tragen bis zur knöchernen Heilung, Sportbeginn nach 3 Mon. empfohlen.
Plattenosteosynthese, Oberarmmarknagel
Sofort übungsstabil, aktiv assistierte Bewegungsübungen, Krankengymnastik mit Widerständen nach knöcherner Heilung. Keine Metallentfernung indiziert.
Belastung
Gewichte > 2 kg und Kraftbelastung nach knöcherner Heilung, Sportbeginn nach ca. 3 Mon.

Die operative Therapie mittels Bündelnagelung ist obsolet.

Per-/Suprakondyläre Humerusfraktur

Humerusfraktur:per-/suprakondyläreAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
I.d.R. operative Versorgung.
Perkutan oder offen mit K-Drähten bei Kindern
  • Bei Erwachsenen: 6–8 Wo. Oberarmgips, keine Übungen aus dem Gips heraus, da es sich um eine instabile Osteosynthese handelt. Metallentfernung nach 10–12 Wo.

  • Bei Kindern: 3–5 Wo. Gips, dann Beginn mit Eigenübungen und Metallentfernung der Kirschner-Drähte.

  • Generell postop. Beginn mit Finger- und Schulterübungen, Lymphdrainage ggf. im Bereich Schulter/Axilla. Gips hier nicht entfernen.

Belastung
Während der Gipsbehandlung keine Belastung. Nach knöcherner Heilung Beginn der Belastung, Sportbeginn nach 3–4 Mon.
Offen mit Platte/Schrauben, ggf. mit Olekranonosteotomie
  • Postop. Anlage eines Oberamgipses; übungsstabil (Rücksprache mit dem Operateur).

  • 3 Tage postop. geführte Physiotherapie aus dem Gips heraus.

  • Bewegungsstuhl obere Extremität.

  • Lymphdrainage aus dem Gips heraus.

  • Gipsabnahme nach ca. 4 Wochen, dann aktiv assistierte Physiotherapie.

  • Intensivierung nach 6 Wo.

  • Bewegungsbad nach 4 Wo.

Metallentfernung sollte nur bei störenden Schrauben oder Drähten nach 8–12 Mon. erfolgen. Plattenosteosynthesen sollten i.d.R. belassen werden.

Belastung
Keine Gewichte tragen bis zur knöchernen Heilung, Sportbeginn nach 3 Mon., Kontaktsport erst nach 6 Mon.
Therapie bei Ellenbogenluxation
Operativ instabil – Bandrefixation
  • EllenbogenluxationPostop. Anlage eines Oberamgipses.

  • 3 Tage postop. geführte Physiotherapie aus dem Gips heraus.

  • Achsgerechte Beuge- und Streckübungen.

  • Kein Varus- oder Valgusstress.

  • Bewegungsstuhl obere Extremität.

  • Lymphdrainage aus dem Gips heraus.

  • Aktiv assistierte Physiotherapie nach Gipsabnahme.

  • Intensivierung nach 6 Wo.

  • Bewegungsbad nach 4 Wo.

Belastung
Gewicht > 2 kg nach 3 Mon., Sportbeginn nach 3–4 Mon.
Operativ stabil oder partiell instabil
Krankengymnastik ab dem 3. Tag, geführte Bewegungen aus dem Gipsverband für 3 Wo., danach funktionell gipsfreie Nachbehandlung, Lymphdrainage.
Belastung
Gewicht > 2 kg nach 3 Mon., Sportbeginn nach 3–4 Mon.

Fraktur des Processus coronoideus

Processus-coronoideus-FrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Verschraubung, Fadenumschlingung, Fadenanker
  • Geführte Bewegungen aus dem Gips heraus.

  • Belassen von 20 bis 30 Streckdefizit bis Wundheilung.

  • Anschließend geschlossener Oberarmgips.

  • Nach 3 Wo. geführte aktive Bewegungsübung.

  • Lymphdrainage.

Belastung
Gewicht > 2 kg nach 3 Mon., Sportbeginn nach 3–4 Mon.
Bohrdraht-Osteosynthese
  • 3–4 Wo. Gips zur Ruhigstellung.

  • Geführte Bewegungsübungen aus dem Gips heraus.

  • 20 bis 30 Streckdefizit belassen.

  • Nach 6 Wo. aktiv zunehmende Bewegungsübung.

  • Lymphdrainage.

Belastung
Gewicht > 2 kg nach 3 Mon., Sportbeginn nach 3–4 Mon.

Radiusköpfchenfraktur

RadiusköpfchenfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
  • Stabil: Physiotherapie 7–10 d im Gips, dann funktionelle Nachbehandlung.

  • Instabil: Physiotherapie nach 2–3 Wo. aus dem Gips heraus, geführte Bewegung ohne Pro- und Supination. Rö-Kontrolle, dann funktionelle Weiterbehandlung.

Belastung
Arbeitsbelastung erst nach 6. Wo.
Stabile Verschraubung oder Miniplatten
  • Geführte Bewegungsübungen aus dem Gips heraus.

  • Lymphdrainage.

Belastung
Arbeitsbelastung erst nach 6 Wo.

Radiusköpfchenresektion

RadiusköpfchenresektionAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Lymphdrainage.

  • Ab dem 3. postop. Tag Physiotherapie aus dem Gips heraus.

  • Geführte Bewegungen einschließlich Pro- und Supination.

  • Ab ca. 1 Wo. zunehmende aktive Bewegungsübungen.

  • !

    Kein Abstützen und Valgusstress für 6 Wo.

Olekranonfraktur

OlekranonfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Zuggurtung (einfache Fraktur)
In der Regel übungsstabile Physiotherapie. Sofort postop. in allen Bewegungsrichtungen üben. Nach ca. 3 Wo. Flexion bis 100.
Belastung
6 Wo. nicht belasten, anschließend schmerzadaptierte Aufbelastung.
Plattenosteosynthese (meist bei Mehrfragment- oder Trümmerfrakturen)
Physiotherapie nur nach Maßgabe des Operateurs. Eventuell geführte Bewegungen aus dem Gips heraus nach Abschluss der Wundheilung.

Galeazzi-Fraktur

Galeazzi-FrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Galeazzi-Fraktur: Radiusschaftfraktur mit Sprengung des distalen Radioulnargelenks.
  • Oberarmgips für 3 Wo.

  • Aktive Flexion und Extension des Ellenbogen- und Handgelenks aus dem Gips heraus.

  • Keine Pro- und Supination.

  • Keine Ulnar- und Radialduktion.

  • Bei Transfixation des Radioulnargelenks 6 Wo. Oberarmgips und Übungen der Fingergelenke.

Belastung
Keine Belastung bis zur knöchernen Heilung (ca. 6 Wo.). Sportbelastung nach 3 Mon.

Instabiles Radioulnargelenk

Radioulnargelenk, instabilesAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • 6 Wo. Oberarmgips.

  • Aktive Flexion und Extension des Ellenbogen- und Handgelenks aus dem Gips heraus.

  • Keine Pro- oder Supination.

  • Keine Ulnar- und Radialduktion.

  • Bei Transfixation des Radioulnargelenks 6 Wo. Oberarmgips und Übungen der Fingergelenke.

Belastung
Keine Belastung bis zur knöchernen Heilung (ca. 6 Wo.). Sportbelastung nach 3 Mon.

Ulna- und Radiusschaftfraktur

Ulna- und RadiusschaftfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Plattenosteosynthese. Nachbehandlung gipsfrei, sofort alle Bewegungsrichtungen beüben.
Belastung
Keine Belastung bis zur knöchernen Heilung (ca. 6 Wo.). Sportbelastung nach 3 Mon.

Monteggia-Fraktur

Monteggia-FrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Monteggia-Fraktur: Ulnafraktur mit Luxation des Radiusköpfchens.
  • Operativ stabile Plattenosteosynthese der Ulna.

  • Physiotherapie aus der Oberarmgipsschiene heraus.

  • Bewegungsübungen des Ellenbogens ohne Pro- und Supination, zunehmend auch aktiv assistiert.

  • Nach 2 Wo. gipsfrei und aktive Bewegungsübungen inkl. Pro- und Supination.

Belastung
Keine Belastung bis zur knöchernen Heilung (ca. 6 Wo.). Sportbelastung nach 3 Mon.

Distale Radiusfraktur

Radiusfraktur, distaleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Behandlung
  • Bei nicht dislozierten Frakturen Anlage einer dorsalen Unterarmgipsschiene. Nach Abschwellen (5–8 d) Gipswechsel in einen geschlossenen Gips. Gipsbehandlung insges. für 6 Wo.

  • Bei dislozierten Frakturen Reposition im Aushang und Anlage einer dorsalen Unterarmgipsschiene. Nach Abschwellen (5–8 d) Gipswechsel im Aushang in einen geschlossenen Gips. Gipsbehandlung insges. für 6 Wo.

  • Im Gips Fingerübungen, v.a. der Grundgelenke.

  • Nach Gipsabnahme Physiotherapie zur Mobilisation des Handgelenks.

Belastung
Für ca. 6 Wo. keine Gewichte tragen, dann rasche Belastungssteigerung, keine Sportbelastung für ca. 10 Wo.
Operative Therapie
Drahtosteosynthese direkt oder Kapandji-Technik
4–5 Wo. Gips. Entfernung der Drähte nach ca. 6 Wo. Nach Entfernung von Gips und Drähten sofort Gelenkmobilisation in allen Richtungen.
Belastung
Für ca. 6 Wo. keine Gewichte tragen, dann rasche Belastungssteigerung, keine Sportbelastung für ca. 10 Wo.
Plattenosteosynthese
  • Bei gipsfreier Behandlung für 2 Wo. keine Pro- oder Supination, ansonsten aktive Bewegungsübungen in allen Ebenen.

  • Bei Gipsbehandlung 3–4 Wo. Unterarmgips, alternativ ManuLoc-Orthese, danach intensive Physiotherapie in allen Ebenen.

  • Metallentfernung nach 8–12 Mon. (nicht zwingend).

Belastung
Für ca. 6 Wo. keine Gewichte tragen, dann rasche Belastungssteigerung, keine Sportbelastung für ca. 10 Wo.

Handwurzelluxation/Handwurzelfraktur

HandwurzelluxationHandwurzelfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Sog. skapholunäre Skapholunäre DissoziationDissoziation.
  • Konservativ und operativ nach Reposition und operativer Versorgung mit Kirschner-Drähten oder Schrauben.

  • 6 Wo. Unterarm-Navikulare-Gips, dann Metallentfernung und Beginn mit Physiotherapie.

  • Keine Übungen aus dem Gips heraus.

  • Postop. sofortige Beübung von Schulter- und Fingergelenken, v.a. Grundgelenke und Langfinger.

Belastung
Gewichttragen und Kraftbelastung erst nach 10 Wo., Sportbelastung nach 3 Mon.

Skaphoidfraktur

SkaphoidfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
  • 6 Wo. Unterarm-Navikulare-Gips.

  • Im Gips Fingerübungen, v.a. der Grundgelenke.

  • Rö-Kontrolle nach 6 Wo. und je nach Befund weitere 2 Wo. Gips.

  • Nach knöcherner Heilung (6–8 Wo.) schmerzadaptierte Belastungssteigerung.

Belastung
Gewichttragen und Kraftbelastung erst nach 10 Wo., Sportbelastung nach 3 Mon.
Operative Versorgung (Herbert-Schraube)
  • Unterarm-Navikulare-Gips für 14 Tage.

  • Im Gips Fingerübungen, v.a. der Grundgelenke.

Belastung
Belastung nach knöcherner Heilung von 4–6 Wo., dann Belastungssteigerung. Gewichte tragen und Kraftbelastung erst nach 10 Wo., Sportbelastung nach ca. 3 Mon.

Mittelhandfraktur

MittelhandfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
  • Böhler-Gips für 4–5 Wo., dann Physiotherapie.

  • !

    In den ersten 3 Wo. wöchentliche Rö- und Gipskontrollen (Dislokationsgefahr, Rotationsfehler).

Belastung
Belastung nach knöcherner Heilung (6–8 Wo.), Sportbelastung nach ca. 10 Wo.
Operative Therapie
Plattenosteosynthese
I.d.R. übungsstabil, nach Wundheilung gipsfreie Nachbehandlung. Metallentfernung nach ca. 6 Mon., ggf. kann das Metall belassen werden.
Belastung
Belastung nach knöcherner Heilung, Sportbelastung nach 10 Wo.
Kirschner-Drähte/Einzelschrauben
I.d.R. nicht übungsstabil. Für 4–5 Wo. Böhler-Gips, dann Physiotherapie schmerzadaptiert. Metallentfernung von Kirschner-Drähten nach 6 Wo., Schrauben-ME im Einzelfall zu entscheiden.
Belastung
Belastung nach knöcherner Heilung, Sportbelastung nach 10 Wo.

Ausnahme Metacarpale-V-Fraktur: Konservativ und operativ nicht im Böhler-Gips, sondern in Zwei-Finger-Gipsschiene in Intrinsic-plus-Stellung. Intramedulläre Kirschnerdraht-Schienung bei subkapitaler Fraktur. Nach 14 d funktionell belastbar.

Hüftgelenk und Femur

Azetabulumfraktur

Unfallchirurgie:Hüftgelenk und FemurHüftgelenk:UnfallchirurgieFemur, UnfallchirurgieAzetabulumfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
Stufenbildung bis < 2 mm.
  • Mobilisation im 3-Punkte-Gang für 6 Wo.

  • 4-Punkte-Gang für weitere 6 Wo.

  • Röntgenverlaufskontrolle nach 4, 6 und 12 Wo.

Operative Therapie
Stufenbildung > 2 mm.
  • Mobilisation mit Fußsohlenkontakt bis Abschluss der 8. Wo.

  • Mobilisation 9.–12. Wo. im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung.

  • Belastungssteigerung 13.–16. Wo. im 4-Punkte-Gang.

Belastung
Keine Streckhebung für 8 Wo., sofort isometrisches Bein- und Beckenmuskeltraining. Freie Mobilisation frühestens ab der 16. postop. Wo.

Eingestauchte Schenkelhalsfraktur

Schenkelhalsfraktur:eingestauchteAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Röntgenverlaufskontrolle.

Belastung
Für 6 Wo. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Fußsohlenkontakt, danach Belastungssteigerung über den 3-Punkte- zum 4-Punkte-Gang. Nach 6 Wo. Teilbelastung halbes Körpergewicht, ab der 12. Wo. Vollbelastung.

Mediale Schenkelhalsfraktur

Schenkelhalsfraktur:medialeAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Verschraubung
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Keine Streckhebung für 6 Wo.

  • Röntgenverlaufskontrolle.

Belastung
Für 6 Wo. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Fußsohlenkontakt, danach Belastungssteigerung über den 3-Punkte- zum 4-Punkte-Gang. Nach 6 Wo. Teilbelastung halbes Körpergewicht, ab der 12. Wo. Vollbelastung.
Duokopfprothese
Mobilisation an 2 Gehstützen.
Belastung
Sofortige postop. Mobilisation, schmerzadaptiert mit Teilbelastung an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für 2 Wochen, anschließende rasche Belastungssteigerung im 4-Punkte-Gang. Abtrainieren der Unterarmgehstützen ab der 6. Wo.

Laterale Schenkelhalsfraktur

Schenkelhalsfraktur:lateraleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Versorgung mit DHS, Intertan, Classicnagel, PFN etc.
Mobilisation an 2 Gehstützen.
Belastung
Sofortige postop. Mobilisation, schmerzadaptiert an 2 Unterarmgehstützen mit Teilbelastung im 3-Punkte-Gang für 2 Wochen, anschließende rasche Belastungssteigerung im 4-Punkte-Gang. Abtrainieren der Unterarmgehstützen ab der 6. Wo.

Pertrochantäre Femurfraktur

Femurfraktur:pertrochantäreAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Versorgung mit Intertan, Classicnagel, PFN etc.
Mobilisation an 2 Gehstützen.
Belastung
Sofortige postop. Mobilisation, schmerzadaptiert an 2 Unterarmgehstützen mit Teilbelastung im 3-Punkte-Gang für 2 Wochen, je nach Frakturform ggf. längere Zeit der Entlastung, anschließende rasche Belastungssteigerung im 4-Punkte-Gang. Abtrainieren der Unterarmgehstützen ab der 6. Wo.

Femurschaftfraktur

FemurschaftfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Oberschenkelmarknagel mit statischer Verriegelung
  • Doppelrechtwinkellagerung für 2–3 d postop.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Speziell Kniegelenkbeugung trainieren.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für 2 Wo., danach Belastungssteigerung nach Rücksprache mit dem Operateur im 4-Punkte-Gang. Je nach Frakturform ggf. längere Zeit der Entlastung. Vollbelastung nach 6, 12 oder 16 Wo. Abtrainieren der Unterarmgehstützen ab der 6., 12. oder 16. Wo.
Oberschenkelmarknagel mit dynamischer Verriegelung/ohne Verriegelung
  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Speziell Kniegelenkbeugung trainieren.

Belastung
Mobilisation postop. an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 30 kg Teilbelastung, anschließend schmerzadaptierte Belastungssteigerung im 4-Punkte-Gang. Je nach Frakturform ggf. längere Zeit der Entlastung. Vollbelastung nach 6–12 Wo.
Offener Oberschenkelmarknagel (offene Reposition)
  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Speziell Kniegelenkbeugung trainieren.

Belastung
  • Bei anatomischer Stellung nach 3 Wo. Belastungssteigerung nach Röntgenverlaufskontrolle.

  • Bei Trümmerfrakturen postop. Belastung an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für insges. 6 Wo. Über den Vier-Punkte-Gang zur Vollbelastung. Belastungssteigerung erst ab der 6. Wo., Vollbelastung ab der 9. Wo. postop. Je nach Frakturform ggf. längere Entlastungsphase.

Unaufgebohrter Femurnagel (UFN)
  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Spezielle Kniegelenkbeugung trainieren.

Belastung
Postop. Belastung an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für insges. 6 Wo. Bei anatomischer Stellung nach 3 Wo. Belastungssteigerung nach Röntgenverlaufskontrolle im 4-Punkte-Gang für 3 Wo. Vollbelastung 9–12 Wo. postop. Je nach Frakturform ggf. längere Zeit der Entlastung.
Plattenosteosynthese
  • Fußmobilisation.

  • Speziell Kniegelenkbeugung trainieren.

Belastung
Bei anatomischer Stellung 3 Wo. postop. Belastungssteigerung nach Röntgenverlaufskontrolle. Ab der 12. postop. Woche nach Röntgenverlaufskontrolle Vollbelastung ohne Gehstützen schmerzadaptiert. Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 6 Wo. mit 20 kg Teilbelastung, dann Belastungssteigerung im 4-Punkte-Gang für weitere 6 Wo. Je nach Frakturform ggf. längere Zeit der Entlastung.

Distale Femurfraktur

Femurfraktur:distaleAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Bei fehlender medialer Abstützung keine Streckhebung.

  • Speziell Kniegelenkbeugung trainieren, Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–90.

Belastung
Bei anatomischer Stellung 3 Wo. postop. Belastungssteigerung nach Röntgenverlaufskontrolle. Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit 20 kg Teilbelastung für insges. 6 Wo., Belastungssteigerung im 4-Punkte-Gang für 3 Wo., ab der 9. Wo. Belastungssteigerung bis hin zur Vollbelastung. Je nach Frakturform ggf. längere Zeit der Entlastung.

Kniegelenk und Unterschenkel

Ruptur des Ligamentum patellae

Unterschenkel, UnfallchirurgieUnfallchirurgie:UnterschenkelUnfallchirurgie:KniegelenkLigamentum-patellae-RupturKniegelenk:UnfallchirurgieAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Versorgung mit Zerklage/Naht
  • Postop. Anlage einer dorsalen Oberschenkelschiene in Streckstellung.

  • Nach 2 Wo. Wechsel auf DonJoy 4Titude Schiene, Ext./Flex. 0–0–60.

  • Ab der 3. Wo. Motorschiene mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60; zunehmend aktiv auch bis 60 Flexion für insges. 6 Wo.

  • Streckhebung erst nach 3 Wo.

  • Nach 8 Wochen intensives dynamisches Quadrizepstraining und forcierte Kniegelenkmobilisation.

Belastung
6 Wo. Teilbelastung mit 20 kg an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang. Mobilisation mit DonJoy 4Titude Schiene ab der 3. postop. Wo. mit dem Bewegungsumfang 0–0–60, nach 6 Wo. 0–0–90. Ab der 7. Wo. Mobilisationssteigerung schmerzadaptiert bis hin zur Vollbelastung. Steigerung des Bewegungsumfangs schmerzadaptiert.

Ruptur der Quadrizepssehne

QuadrizepssehnenrupturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Versorgung mit Zerklage/Naht
  • Postop. Anlage einer dorsalen Oberschenkelschiene in Streckstellung.

  • Nach 2 Wo. Wechsel auf DonJoy 4Titude Schiene, Ext./Flex. 0–0–60.

  • Motorschiene mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60; zunehmend aktiv auch bis 60 Flexion für insges. 6 Wo.

  • Streckhebung erst nach 3 Wo.

  • Nach 8 Wo. intensives dynamisches Quadrizepstraining und forcierte Kniegelenkmobilisation.

Belastung
6 Wo. Teilbelastung mit 20 kg an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang. Mobilisation mit DonJoy 4Titude Schiene nach Wundheilung mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60, nach 6 Wo. Ext./Flex. 0–0–90. Ab der 7. Wo. Mobilisationssteigerung schmerzadaptiert bis hin zur Vollbelastung. Steigerung des Bewegungsumfangs schmerzadaptiert.

Knorpelschaden der Patella

Patella, KnorpelschadenAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.

Prinzip bei allen Knorpelschäden: Viel Bewegung, wenig Belastung!

Arthroskopie mit Knorpelglättung
  • Motorschiene mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60 ab dem 1. d.

  • Flexion aktiv bis 60.

  • Steigerung ab der 2. Wo. bis 90 Flexion.

  • Keine Streckhebung für insges. 3 Wo.

Belastung
Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit 20 kg Teilbelastung für insges. 2 Wo., danach schmerzadaptierte Belastungssteigerung bis hin zur Vollbelastung.
Knorpelrefixation
  • Passive Bewegung auf der Motorschiene (CPM).

  • Aktive Physiotherapie erst nach 12 Wo., vorher passiv.

  • Motorschiene:

    • Ab dem 1. d postop. bis 3 Wo. Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–30.

    • 3.–6. Wo. postop. Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60.

    • 7.–12. Wo. postop. Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–90.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Fußsohlenkontakt für insges. 12 Wo. Motorschienenbehandlung nach o.g. Schema. Belastungssteigerung ab der 12. Woche mit Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit 20 kg Teilbelastung im 3-Punkte-Gang, anschließend rasche Steigerung mit Mobilisation in den 4-Punkte-Gang bis hin zur Vollbelastung.

Patellafraktur

PatellafrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
Fraktur, Fissur, Querbruch
Passive Bewegung auf der Motorschiene (CPM).
Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen in Mecron-Schiene in Streckstellung im 4-Punkte-Gang für 4 Wo., anschließend Steigerung bis hin zur Vollbelastung (i.d.R. nach 6 Wo.). Motorschienenbehandlung mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60 bis zu Ext./Flex. 0–0–90. Streckhebung und zunehmende Belastung erst nach 3 Wo.
Längsfraktur
  • Passive Bewegung auf der Motorschiene (CPM).

  • Aktiv assistierte Physiotherapie.

  • Volle Belastbarkeit innerhalb von 3 Wo.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen in Mecron-Schiene in Streckstellung im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung, anschließend Steigerung bis hin zur Vollbelastung (i.d.R. nach 3 Wo.). Motorschienenbehandlung mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60 bis zu Ext./Flex. 0–0–90. Streckhebung sofort möglich.
Operative Therapie
Zuggurtung, Schraubenosteosynsthese
  • Passive Bewegung auf der Motorschiene.

  • Mobilisation in Mecron-Schiene.

  • Vollbelastung i.d.R. nach 6 Wo.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen in Mecron-Schiene in Streckstellung im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung, anschließend schmerzadaptierte Steigerung bis hin zur Vollbelastung (i.d.R. nach 6 Wo.). Motorschienenbehandlung mit dem Bewegungsumfang Ext./Flex. 0–0–60 bis zu Ext./Flex. 0–0–90. Streckhebung ab der 3. Wo. möglich.

Isolierte mediale Seitenbandläsion

Kniegelenk:Seitenbandläsion, isolierte medialeAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Therapie
  • Passive Bewegung auf der Motorschiene (CPM) (Bewegungsumfang für 4 Wo. Ext./Flex. 0–20–60, für 2 Wo. Ext./Flex. 0–0–90).

  • Mobilisation mit DonJoy 4Titude Schiene mit dem Bewegungsumfang von 0–20–60 für 4 Wo.

  • Mobilisation mit DonJoy 4Titude Schiene mit dem Bewegungsumfang von 0–0–90 für 2 Wo.

  • Bewegungsfreigabe ohne DonJoy 4Titude Schiene ab der 7. Wo.

  • Kräftigung des M. vastus medialis.

  • Kräftigung der Adduktoren.

Belastung
In Orthese (DonJoy 4Titude Schiene) sofortige Teilbelastung bis zur Hälfte des Körpergewichtes an 2 Unterarmgehstützen. Belastungssteigerung auf Vollbelastung nach 2 Wo., schmerzadaptiert.
Konservative Therapie
  • Passive Bewegung auf der Motorschiene (CPM) (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–20–60 für 4 Wo., 0–0–90 für 2 Wo.).

  • Mobilisation mit DonJoy 4Titude Schiene s.o.

  • Kräftigung des M. vastus medialis.

  • Kräftigung der Adduktoren.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im Drei-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für insges. 4 Wo., Belastungssteigerung auf Vollbelastung nach 6 Wo. Bewegungsausmaß Ext./Flex. 0–20–60 für 4 Wo. bis hin zu Ext./Flex. 0–0–90 bis zum Ende der 6. Wo.

Tibiakopffraktur

TibiakopffrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
Möglich bei Gelenkstufe < 2 mm.
  • Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–70 bis 0–0–90).

  • Mobilisation mit DonJoy 4Titude Schiene mit dem Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–90 für 6 Wo.

  • Kräftigung des M. quadriceps.

  • Kräftigung der Adduktoren.

OperativeTherapie
Plattenosteosynthese
Bei Gelenkstufe > 2 mm.
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–70 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis zur Schmerzgrenze. Bei Übungsstabilität ist eine aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 2 Wo. im 3-Punkte-Gang, dann im 4-Punkte-Gang für 4 Wo. Streckhebung erst ab 4. Wo.
Zugschraube bei Spaltbruch
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–60 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis Ext./Flex. 0–0–60. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 6 Wo. mit Fußsohlenkontakt, dann im 3-Punkte-Gang für 4 Wochen, anschließend im 4-Punkte-Gang für 2 Wo. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich. Vollbelastung ab der 12. Wo. Abtrainieren der Unterarmgehstützen nach 12 Wo. Streckhebung erst ab 8. Wo.
Spongiosaunterfütterung bei Impressionsfrakturen
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–60 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis 0–0–60. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 6 Wo. mit Fußsohlenkontakt, dann im 3-Punkte-Gang für 6 Wo., anschließend im 4-Punkte-Gang für 4 Wo. Vollbelastung ab der 16. Wo. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich. Streckhebung erst ab 12. Wo.
Kortikospongiöser Block bei Impressionsfraktur
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–60 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis 0–0–60. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 6 Wo. mit Fußsohlenkontakt, dann im 3-Punkte-Gang für 6 Wo., anschließend im 4-Punkte-Gang für 4 Wo. Vollbelastung ab der 16. Wo. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich. Streckhebung erst ab 12. Wo.

Unterschenkelfraktur

UnterschenkelfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.

I.d.R. sind alle operativen Versorgungen übungsstabil. Kontrakturprophylaxe am Kniegelenk und Sprunggelenk sollte sofort postop. stattfinden.

Marknagel – dynamische oder statische Verriegelung
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–70 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene, Bewegungsumfang schmerzadaptiert. Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für 2 Wo. Zunehmende schmerzadaptierte Belastungssteigerung nach Wundheilung bis zur 6. Wo.
Unaufgebohrter Tibianagel
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–70 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene, Bewegungsausmaß schmerzadaptiert. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für 6 Wo. Dynamisierung 6 Wo. postop. und zunehmende schmerzadaptierte Belastungssteigerung. Vollbelastung 3 Wo. nach Dynamisierung.
Plattenosteosynthese ohne Trümmerzone
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–60 bis 0–0–90).
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis 0–0–60. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 6 Wo. mit Fußsohlenkontakt, dann im 3-Punkte-Gang für 4 Wo., anschließend im 4-Punkte-Gang für 2 Wo. Vollbelastung ab der 12. Wo. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich.
Plattenosteosynthese mit Trümmerzone oder Defekt, Spongiosaplastik
Passive Bewegung auf der Motorschiene.
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis Schmerzgrenze (Ext./Flex. 0–0–30 bis 0–0–60). Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen für 8 Wo. mit Fußsohlenkontakt, dann im 3-Punkte-Gang für 6 Wo., anschließend im 4-Punkte-Gang für 2 Wo. Vollbelastung ab der 16. Wo. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich.
Fixateur externe ohne Trümmerzone oder Defekt
Passive Bewegung auf der Motorschiene.
Belastung
Postop. Mobilisation ab dem 2.–3. d auf der Motorschiene bis Schmerzgrenze (Ext./Flex. 0–0–30 bis 0–0–60). Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang mit 20 kg Teilbelastung für insges. 6 Wo., je nach Kallusbildung nach 4–6 Wo. dynamisieren und wöchentlich 10 kg Belastungssteigerung. Vollbelastung ab der 16. Woche. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich.
Fixateur externe mit Trümmerzone oder Defekt (je nach Wundheilung)
Passive Bewegung auf der Motorschiene (Bewegungsumfang von Ext./Flex. 0–0–30 bis 0–0–60).
Belastung
Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Fußsohlenkontakt für 12 Wo., regelmäßige Rö-Kontrolle. Je nach Kallusbildung Mobilisation im 4-Punkte-Gang mit langsamer Belastungssteigerung bis hin zur Vollbelastung für 6 Wo. Bei Übungsstabilität aktiv assistierte Flexions-Extensions-Bewegung möglich.

Sprunggelenk

OSG-Distorsion

Unfallchirurgie:SprunggelenkSprunggelenk:UnfallchirurgieOSG-DistorsionAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
  • Physiotherapie mit abschwellenden Maßnahmen.

  • Anleitung zum Oberschenkelmuskeltraining in der Sprunggelenkorthese.

  • Eigenreflexschulung.

Belastung
Mobilisation mit Sprunggelenkorthese für 6 Wo. Tag und Nacht. Pronatorentraining in der Orthese. Nach Entfernung der Orthese intensives Pronatorentraining. Vollbelastung schmerzabhängig spätestens nach 3 Wo.

OSG-Fraktur

OSG-FrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Isolierte Außenknöchelfraktur Typ Weber A/B (ohne Syndesmosenbeteiligung)
  • Außenknöchelfraktur:Typ Weber A/BAktive Physiotherapie aus Gips oder Orthese (z.B. VACOped Stiefel) nur Extension/Flexion.

  • Anleitung zum Oberschenkelmuskeltraining.

  • Lymphdrainage.

  • Isometrie.

Belastung
Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Gehgips oder Orthese; im 3-Punkte-Gang und 20 kg Teilbelastung für 3 Wo., dann 3 Wo. im 4-Punkte-Gang. 6 Wo. keine Pro- und Supinationsübungen.
Isolierte Außenknöchelfraktur Typ Weber B/C (mit Syndesmosenbeteiligung, Maisonneuve-Fraktur)
  • Aktive Physiotherapie aus Gips ab dem 2.–3. d.

  • Orthese (z.B. VACOped Stiefel) für 6 Wo. postop.

  • Anleitung zum Oberschenkelmuskeltraining.

  • Lymphdrainage.

Belastung
6 Wo. keine Pro- und Supination.
  • Stellschraube: Mobilisation mit kompletter Entlastung des betroffenen Beins für 6 Wo., dann op. Entfernung der Stellschraube. Anschließend schmerzadaptierte Vollbelastung.

  • Syndesmosenhaken: Mobilisation postop. im 3-Punkte-Gang für 6 Wo., danach Vollbelastung.

Bimalleoläre Luxationsfraktur oder Frakturen mit zusätzlichem Volkmann-Dreieck
  • Bimalleoläre Luxationsfraktur6 Wo. Gipsbehandlung oder Orthesenbehandlung (z.B. VACOped Stiefel).

  • Bei Volkmann-Dreieck keine KG aus dem Gips heraus.

Belastung
Mobilisation an Unterarmgehstützen mit Entlastung für 6 Wo, anschließend 3-Punkte-Gang für 4 Wo., dann schmerzadaptierter Übergang in die Vollbelastung.

Achillessehnenruptur

AchillessehnenrupturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
  • Postop. Unterschenkelgips in 30 Plantarflexion.

  • Frühzeitig z.B. VACOped Stiefel.

  • Streckhebung des Beines

  • Zehenbewegungen.

  • Ggf. Lymphdrainage.

  • Absatzerhöhung bds. von 1 cm für J. empfohlen.

Belastung
  • 1.–5. postop. Wo. VACOped Stiefel in 30 Plantarflexion mit Sohlenkontakt.

  • 6. postop. Wo. VACOped Stiefel in 15 Plantarflexion mit Körpergewicht.

  • 7. postop. Wo. VACOped Stiefel in 15 Plantarflexion mit Vollbelastung.

  • 8. postop. Wo. VACOped Stiefel mit 10 Dorsal-/Plantarflexion mit Vollbelastung.

Nach 6 Wo. Physiotherapie mit langsamem Kraftaufbau. Widerstandstraining nach 12 Wo. Zehenspitzstand, Hackenstand nach 12 Wo. Mäßiges Sporttraining nach 8–10 Wo. (Radfahren, Aquajogging), belastende Sportarten (Handball, Fußball, Tennis, Springen, Joggen) frühestens nach 6 Mon.
Operative Therapie (perkutane/offene Naht)
  • Postop. Unterschenkelgips in 30 Plantarflexion.

  • Frühzeitig z.B. VACOped Stiefel.

  • Streckhebung des Beines

  • Zehenbewegungen.

  • Ggf. Lymphdrainage.

  • Absatzerhöhung bds. von 1 cm für J. empfohlen.

Belastung
  • 1. postop. Wo. VACOped Stiefel in 30 Plantarflexion mit Sohlenkontakt.

  • 2.–5. postop. Wo. VACOped Stiefel in 30 Plantarflexion mit Vollbelastung.

  • 6.und 7. postop. Wo. VACOped Stiefel in 15 Plantarflexion mit Vollbelastung.

  • 8.postop. Wo. VACOped Stiefel mit 10 Dorsal-/Plantarflexion mit Vollbelastung.

Nach 6 Wo. Physiotherapie mit langsamem Kraftaufbau. Widerstandstraining nach 12 Wo. Zehenspitzstand, Hackenstand nach 12 Wo. Mäßiges Sporttraining nach 8–10 Wo. (Radfahren, Aquajogging), belastende Sportarten (Handball, Fußball, Tennis, Springen, Joggen) frühestens nach 6 Mon.
Operative Therapie (Achillessehnenrekonstruktion)
  • Postop. Unterschenkelgips in 30 Plantarflexion.

  • Frühzeitig z.B. VACOped Stiefel.

  • Streckhebung des Beines

  • Zehenbewegungen.

  • Ggf. Lymphdrainage.

  • Absatzerhöhung bds. von 1 cm für 6–9 Mon. empfohlen.

Belastung
  • 1.–3. postop. Wo. VACOped Stiefel in 30 Plantarflexion mit Sohlenkontakt.

  • 4.–6. postop. Wo. VACOped Stiefel in 15 Plantarflexion mit Körpergewicht.

  • 7.–9. postop. Wo. VACOped Stiefel in 0 Stellung mit Vollbelastung.

Nach 8 Wo. Physiotherapie mit langsamem Kraftaufbau. Widerstandstraining nach 12 Wo. Zehenspitzstand, Hackenstand nach 12 Wo. Mäßiges Sporttraining nach 12–16 Wo. (Radfahren, Aquajogging), belastende Sportarten (Handball, Fußball, Tennis, Springen, Joggen) frühestens nach 9–12 Mon.

Pilon-tibiale-Fraktur – intraartikuläre distale Tibiafraktur

Tibiafraktur, intraartikuläre distalePilon-tibiale-FrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Operative Therapie
  • Physiotherapie sofort postoperativ.

  • Ab dem 1. d Zehen beüben.

  • Ab dem 2. und 3. d Extension/Flexion, abhängig von Stabilität und Schwellungszustand.

  • Nach 6 Wo. funktionelle Nachbehandlung.

  • Lymphdrainage.

Belastung
  • Pilonplatte: Postop. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Abrollen der betroffenen Extremität für 6 Wo., danach nach Rücksprache mit Operateur ggf. Teilbelastung möglich, Vollbelastung nach 12 Wo.

  • Platte mit Spongiosaplastik: Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Abrollen der betroffenen Extremität für 9–12 Wo. Ggf. in Gipsbehandlung oder mit Unterschenkelorthese. Anschließend innerhalb von 2–4 Wo. zunehmende Belastungssteigerung. Schmerzadaptierte Vollbelastung ab der 16. Wo.

  • Platte mit kortikospongiösem Block: Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Abrollen der betroffenen Extremität für 12–16 Wo., anschließend Belastungssteigerung schmerzadaptiert bis hin zur Vollbelastung.

  • Temporäre Arthrodese mit Spongiosaplastik:

    • Mobilisation postop. an 2 Unterarmgehstützen mit Entlastung für 6 Wo.

    • Anschließend eventuell 1 Wo. stationäre Behandlung zur Entfernung des temporären Fixateur externe.

    • Gipsanlage oder Orthese und Physiotherapie.

    • Extension/Flexion aus dem Gips heraus.

    • Unterschenkel-Gipsschiene oder Orthese (z.B. VACOped Stiefel) bis zur 9. postop. Wo.

    • Abrollen der betroffenen Extremität bis zur 12. Wo., danach Belastungssteigerung bis hin zur Vollbelastung ab der 16. Wo.

Fuß

Talushalsfraktur, Talusluxationsfraktur

Unfallchirurgie:FußTalusluxationsfrakturTalushalsfrakturFuß:UnfallchirurgieAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
Belastung
6 Wo. Gips oder Unterschenkelorthese (z.B. VACOped Stiefel), Abrollen im Gips mit 10–15 kg Teilbelastung, isometrische Übungen, Zehen- und Kniegelenktraining. Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen im 3-Punkte-Gang für mind. 6 Wo., anschließend VACOped Stiefel für weitere 10 Wo. 24 h/d, bei Talusfraktur 16 Wo. Entlastung, danach schmerzadaptierte Belastungssteigerung.
Operative Therapie
Bei Luxationsfrakturen i.d.R. keine Übungsstabilität, dann nur Übungen mit anliegendem Gips. Im Gips isometrische Übungen, Zehen- und Kniegelenkstraining, Lymphdrainage oberhalb des Gipses. Bewegungsbad nach Gipsentfernung. Orthesenbehandlung alternativ statt Gips möglich.
Belastung
6 Wo. Gips, Mobilisation an 2 Unterarmgehstützen mit Abrollen der entsprechenden Extremität, dann 6 Wo. im 3-Punkte-Gang, je nach Rö-Befund Belastungssteigerung. Vollbelastung ab der 12. Wo.

Kalkaneusfraktur

KalkaneusfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
Lymphdrainage, Isometrie Knie- und Oberschenkelübungen.
Belastung
12 Wo. Fersen-Entlastungsschuh. Mäßiges Sporttraining nach 4 Mon. (Radfahren, Aquajogging), belastende Sportarten (Handball, Fußball, Tennis, Springen, Joggen) frühestens nach 6 Mon.
Operative Therapie
Bis Wundheilung bei unsicheren Pat. Lymphdrainage ohne Gips. Gehübungen mit Gips, nur Dorsal- und Plantarflexion üben, keine Supination oder Pronation, Isometrie, Oberschenkel- und Knieübungen. Schmerzadaptierte Belastungssteigerung in einer Fersen-Entlastungsorthese in Abhängigkeit des Rö-Bilds für 12 Wo.
Belastung
12 Wo. Fersen-Entlastungsschuh. Mäßiges Sporttraining nach 4 Mon. (Radfahren, Aquajogging), belastende Sportarten (Handball, Fußball, Tennis, Springen, Joggen) frühestens nach 6 Mon.

Mittelfußfraktur

MittelfußfrakturAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Konservative Therapie
6 Wo. Gips oder Orthese (VACOpedes Schuh). Im Gips Isometrie, Zehen- und Kniegelenkübungen, Lymphdrainage.
Belastung
Nach 6 Wo. stufenweise schmerzadaptierte Belastungssteigerung und Muskeltraining.
Operative Therapie (Kirschner-Drähte/Verschraubung)
I.d.R. postop. keine Übungsstabilität.
Belastung
  • Operation Mittelfuß: Mobilisation postop. an 2 Unterarmgehstützen mit Entlastung des entsprechenden Fußes für 6 Wo., dann Metallentfernung. Anschließend Belastungssteigerung, Vollbelastung mit angepassten Schuheinlagen nach ca. 8 Wo.

  • Operation Vorfuß: Vorfußentlastungsschuh, Extensions- und Flexionsübungen. Belastung an 2 Unterarmgehstützen bei unsicherem Gangbild, ansonsten ohne Unterarmgehstützen mit Entlastung im Vorfußentlastungsschuh. Ggf. sofort schmerzabhängige Belastungssteigerung auf Vollbelastung.

Wirbelsäule

Wirbelsäule:Unfallchirurgie Unfallchirurgie:Wirbelsäule

  • Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

  • Axiales Drehen mit gestrecktem Bein (En-bloc-Mobilisation zur Körperpflege).

Nach Wirbelfraktur:BWSWirbelfrakturen und diskoligamentären Verletzungen an HWS, BWS oder LWS ist bei Entlassung aus der Akutklinik nach Hause oder in die Reha-Klinik ein Liegendtransport notwendig.

HWS: Wirbelfrakturen und diskoligamentäre Verletzung

Wirbelfraktur:HWSHWS, Wirbelfraktur/diskoligamentäre VerletzungDiskoligamentäre Verletzung:HWSAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Stabile Frakturen
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Mobilisation mit hartem Halskragen.

  • 6 Wo. nach Trauma Intensivierung der Physiotherapie.

Belastung
  • Rückengerechtes Verhalten erlernen. 8 Wo. ist das Tragen von Lasten > 2 kg verboten, bis zum 9. Mon. Tragebelastung > 5 kg vermeiden.

  • Sport: Nach 3 Mon. bis Ende des 6. Mon. nur Ergometerfahrrad mit aufrechtem Sitzen, Rückenschwimmen, Muskeltraining. 9 Mon. kein Joggen, Skifahren, Kontaktsport, Fußball, Squash, Tennis, Reiten.

Instabile Frakturen
Operation mit Fixateur interne, Halo-Fixateur, Fusion der Wirbelkörper.
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • En-bloc-Mobilisation zur Körperpflege.

  • Keine Rotation für 6 Wo.

Belastung
  • Rückengerechtes Verhalten erlernen. 8 Wo. ist das Tragen von Lasten > 2 kg verboten, bis zum 9. Mon. Tragebelastung > 5 kg vermeiden.

  • Sport: Nach 3 Mon. bis Ende des 6. Mon. nur Ergometerfahrrad mit aufrechtem Sitzen, Rückenschwimmen, Muskeltraining. 9 Mon. kein Joggen, Skifahren, Kontaktsport, Fußball, Squash, Tennis, Reiten.

BWS: Wirbelfrakturen und diskoligamentäre Verletzung

Wirbelfraktur:BWSDiskoligamentäre Verletzung:BWSBWS, Wirbelfraktur/diskoligamentäre VerletzungAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Stabile Frakturen
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Sofortige Geh- und Stehmobilisation über Bauchlage.

  • Mobilisation mit Rumpfstützkorsett für 3 Mon.

  • Insges. 6 Wo. kurzzeitig aufrechter Kantensitz.

  • 6 Wo. nach Trauma Intensivierung der Physiotherapie.

Belastung
  • Rückengerechtes Verhalten erlernen. 8 Wo. ist das Tragen von Lasten > 2 kg verboten, bis zum 6. Mon. Tragebelastung > 5 kg vermeiden.

  • Sport: Nach 3 Mon. bis Ende des 6. Mon. nur Ergometerfahrrad mit aufrechtem Sitzen, Rückenschwimmen, Muskeltraining. 6 Mon. kein Joggen, Skifahren, Kontaktsport, Fußball, Squash, Tennis, Reiten.

Instabile Frakturen
Operation mit Fixateur interne, Fusion der Wirbelkörper.
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • En-bloc-Mobilisation zur Körperpflege.

  • Mobilisation über Bauchlage zum Stand.

  • Insges. 6 Wo. kurzzeitig aufrechter Kantensitz.

  • Keine Rotation für 6 Wo.

Belastung
  • Rückengerechtes Verhalten erlernen. 8 Wo. ist das Tragen von Lasten > 2 kg verboten, bis zum 6. Mon. Tragebelastung > 5 kg vermeiden.

  • Sport: Nach 3 Mon. bis Ende des 6. Mon. nur Ergometerfahrrad mit aufrechtem Sitzen, Rückenschwimmen, Muskeltraining. 6 Mon. kein Joggen, Skifahren, Kontaktsport, Fußball, Squash, Tennis, Reiten.

LWS: Wirbelfrakturen und diskoligamentäre Verletzung

Wirbelfraktur:LWSLWS, Wirbelfraktur/diskoligamentäre VerletzungDiskoligamentäre Verletzung:LWSAllgemeine Grundlagen siehe zu Beginn des Kapitels.
Stabile Frakturen
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • Mobilisation mit Rumpfstützkorsett für 3 Mon.

  • Insges. 6 Wo. kurzzeitig aufrechter Kantensitz.

  • 6 Wo. nach Trauma Intensivierung der Physiotherapie.

Belastung
  • Rückengerechtes Verhalten erlernen. 8 Wo. ist das Tragen von Lasten > 2 kg verboten, bis zum 6. Mon. Tragebelastung > 5 kg vermeiden.

  • Sport: Nach 3 Mon. bis Ende des 6. Mon. nur Ergometerfahrrad mit aufrechtem Sitzen, Rückenschwimmen, Muskeltraining. 6 Mon. kein Joggen, Skifahren, Kontaktsport, Fußball, Squash, Tennis, Reiten.

Instabile Frakturen
Operation mit Fixateur interne, Fusion der Wirbelkörper.
  • Sofortiges Gesäßmuskeltraining.

  • Schmerzabhängig einige Tage Bettruhe.

  • Mobilisation an 2 Gehstützen.

  • En-bloc-Mobilisation zur Körperpflege.

  • Mobilisation über Bauchlage zum Stand.

  • Insges. 6 Wo. kurzzeitig aufrechter Kantensitz.

  • Keine Rotation für 6 Wo.

Belastung
  • Rückengerechtes Verhalten erlernen. 8 Wo. ist das Tragen von Lasten > 2 kg verboten, bis zum 6. Mon. Tragebelastung > 5 kg vermeiden.

  • Sport: Nach 3 Mon. bis Ende des 6. Mon. nur Ergometerfahrrad mit aufrechtem Sitzen, Rückenschwimmen, Muskeltraining. 6 Mon. kein Joggen, Skifahren, Kontaktsport, Fußball, Squash, Tennis, Reiten.

Anmerkung

Die Therapieempfehlungen basieren u.a. auf den Behandlungspfaden in den Kliniken für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel und der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie des Klinikums Kassel, Chefarzt Herr Dr. M. Raible.

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