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B978-3-437-23144-5.00027-6

10.1016/B978-3-437-23144-5.00027-6

978-3-437-23144-5

Abb. 27.1

[L157]

Nomogramm nach der Quetelet-Formel: BMI = Gewicht [kg]/Größe [m]2Quetelet-FormelBody-Mass-Index (BMI)Quetelet-Formel

Abb. 27.2

Quelle: DuBois D, DuBois EF. A formula to estimate the approximate surface area if height and weight be known. Arch Intern Med 1916; 17: 863; Mosteller RD. Simplified calculation of body-surface area. N Engl J Med 1987; 317: 1 098–1 099 [F636]

Nomogramm zur Bestimmung der KOF von Erwachsenen nach der DuBois-FormelDuBois-Formel: KOF = Gewicht [kg]0,425 × Größe [cm]0,725 × 0,007184

Für Kinder wird häufig die Mosteller-Formel verwendet: KOF = (Größe [cm] × Gewicht [kg]/3.600)0,5

MRC-KraftgradeMRC-Kraftgrade

Quelle:Medical Research Council aids to the examination of the peripheral nervous system. Her Mayesty's Stationary Office, London 1976.[G204]

Tab. 27.1
Kraftgrad Klinisches Korrelat
5 Normale Kraft
4 Aktive Bewegung gegen Widerstand
3 Aktives Anheben des Gliedmaßenabschnitts gegen die Schwerkraft
2 Aktive Bewegung nur unter Aufhebung der Schwerkraft
1 Muskelkontraktionen sichtbar/tastbar, jedoch keine Bewegung
0 Keine Muskelaktivität

Karnofsky-IndexKarnofsky-Index (Karnofsky performance status, KPS)

Quelle:Karnofsky DA, Abelmann WH, Craver LF, Burchenal JM. The use of nitrogen mustards in the palliative treatment of carcinoma: with particular reference to bronchogenic carcinoma. Cancer 1948; 1: 634–656. [F607]

Tab. 27.1
Symptom/Funktionsbeschreibung Wert
Normal/keine Beschwerden/kein Hinweis auf Erkr. 100
Normale Aktivität/diskrete Krankheitssympt. 90
Normale Aktivität mit Anstrengung/Krankheitssympt. 80
Selbst versorgend/keine normale Aktivität/nicht arbeitsfähig 70
Weitgehend selbst versorgend mit gelegentlicher Unterstützung 60
Unterstützung im Alltag/häufige medizinische Intervention 50
Behindert/benötigt spezielle Pflege u. Unterstützung 40
Schwer behindert/Ind. zur Hospitalisation, aber nicht präfinal 30
Schwerst behindert/Ind. zur Hospitalisation/überlebt nur mit supportiver Ther. 20
Präfinal 10
Tod 0

Glasgow Coma Scale (GCS)Glasgow-Coma-Scale (GCS)

Quelle:Teasdale G, Jennett B. Assessment of coma and impaired conciousness. A practical scale. Lancet 1974; 304: 81–84. [F606]

Tab. 27.3
Neurologische Funktion Bewertung
Augen öffnen Spontan offen 4
Öffnen auf Ansprechen 3
Öffnen auf Schmerzreiz 2
Keine Reaktion 1
Verbale Reaktion Orientiert 5
Verwirrt, desorientiert 4
Unzusammenhängende Worte 3
Unverständliche Laute 2
Keine verbale Reaktion 1
Motorische Reaktion auf Schmerzreize Befolgt Aufforderung 6
Gezielte Schmerzabwehr 5
Ungezielte Schmerzabwehr 4
Auf Schmerzreiz Beugesynergien 3
Auf Schmerzreiz Strecksynergien 2
Auf Schmerzreiz keine Reaktion 1
Die Summe ergibt den Coma-Score, der eine standardisierte Einschätzung des Schweregrads ermöglicht: Score > 7: Leichtes Koma. Score 6–7: Mittelschweres Koma. Score < 6: Tiefes Koma (Angabe aller 3 Einzelwerte ist allerdings sinnvoll)

Glasgow Outcome Scale (GOS)Glasgow Outcome Scale (GOS)

Quelle:Jennett B, Bond M. Assessment of outcome after severe brain damage. Lancet 1975; 305: 480–484.

Tab. 27.4
Grad Klinisches Outcome
1 Tod infolge der Hirnschädigung
2 Apallisches Sy.
3 Schwere Behinderung: Bei Bewusstsein, aber deutlich behindert. Pat. ist auf tägliche Hilfe Dritter angewiesen
4 Mäßige Behinderung: Behindert, aber unabhängig. Pat. kann öffentliche Verkehrsmittel benutzen u. in gewohnter Umgebung arbeiten
5 Keine/minimale Behinderung: Rückkehr ins normale Leben

Body-Mass-Index (BMI)Body-Mass-Index (BMI)

Quelle:Keys A, Fidanza F, Karvonen MJ, Kimura N, Taylor HL. Indices of relative weight and obesity. J Chronic Dis 1972; 25: 329–343. [F608]

Tab. 27.5
BMI (kg/m2) Klassifikation
< 18,5 Untergewicht
18,5–24,9 Normalgewicht
≥ 25 Übergewicht
25–29,9 Prä-Adipositas
30–34,9 Adipositas Grad I
35–39,9 Adipositas Grad II
≥ 40 Adipositas Grad III

Barthel-IndexBarthel-Index

Quelle:Mahoney FI, Barthel DW. Functional Evaluation: the Barthel Index. Md State Med J 1965; 14: 61–65. Deutsche Version modifiziert nach „Hamburger Manual“ (www.dimdi.de) [F637]

Tab. 27.6
Leistung Ohne Hilfe Pkt. Mit Hilfe Pkt.
Essen/Trinken Komplett selbstständig 10 Selbstständig bei mundgerechter Vorbereitung 5
Erfüllt „5“ nicht 0
Baden Selbstständig inkl. Ein-/Aussteigen 5 0
Körperpflege Vor Ort selbstständig inkl. Zähneputzen, Rasieren, Kämmen 5 0
An-/Ausziehen Selbstständig bei Tageskleidung u. Schuhen 10 Oberkörper selbstständig 5
Erfüllt „5“ nicht 0
Stuhlkontrolle Komplett selbstständig 10 ≤ 1 ×/Wo. inkontinent oder Hilfe bei Abführmaßnahmen 5
> 1 ×/Wo. inkontinent 0
Harnkontrolle Komplett selbstständig 10 ≤ 1 ×/d inkontinent 5
> 1 ×/d inkontinent 0
Benutzung der Toilette Vor Ort komplett selbstständig 10 Benötigt vor Ort Hilfe 5
Weder Toilette noch Toilettenstuhl möglich 0
Bett-/Stuhltransfer Komplett selbstständig 15 Mit Laienhilfe 10
Mit geschulter Hilfe 5
Kein Transfer 0
Mobilität Selbstständig aufstehen, Gehstrecke ohne Gehwagen mind. 50 m 15 Selbstständig aufstehen, Gehstrecke mit Gehwagen mind. 50 m 10
Mit Hilfe aufstehen, im Wohnbereich mobil 5
Erfüllt „5“ nicht 0
Treppensteigen Ohne Hilfe ein Stockwerk auf u. ab 10 Mit Laienhilfe ein Stockwerk auf u. ab 5
Erfüllt „5“ nicht 0
Summe = 100: Selbstständig
Summe 60–95: Selbstständig mit minimaler Hilfe
Summe < 60: Abhängig

Modified Rankin-ScaleModified Rankin-Scale (mRS)

Quelle:Rankin J. Cerebral vascular accidents in patients over the age of 60. Prognosis. Scottish Med J 1957; 2: 200–215; Bonita R, Beaglehole R. Modification of the Rankin scale: Recovery of motor function after stroke. Stroke 1988; 19: 1.497–1.500 [F609]

Tab. 27.7
Pkt. Outcome
0 Keine Sympt.
1 Trotz Sympt. keine signifikante Behinderung; kann alle Pflichten u. Aktivitäten ausführen
2 Leichte Behinderung; kann nicht mehr alle früheren Aktivitäten ausführen, ist aber in der Lage, die eigenen Angelegenheiten zu erledigen
3 Mäßige Behinderung; braucht etwas Hilfe, kann aber ohne Hilfe gehen
4 Mäßig schwere Behinderung; kann nicht ohne Hilfe gehen, braucht Hilfe bei den täglichen Verrichtungen
5 Schwere Behinderung; bettlägerig, inkontinent, braucht ständige Hilfe u. Überwachung
6 Tod

NIH Stroke Scale NIH Stroke Scale (NIHSS)

Quelle:Brott T, Adams HP Jr, Olinger CP et al. Measurements of acute cerebral infarction: a clinical examination scale. Stroke 1989; 20: 864–870. [F610]

Tab. 27.8
Skala/Item Abstufungen/Punktewert
1a Bewusstseinslage (Vigilanz) (0) Wach, unmittelbar antwortend
(1) Benommen, aber durch geringe Stimulation zum Befolgen von Aufforderungen, Antworten o. Reaktionen zu bewegen
(2) Stuporös, bedarf wiederholter Stimulation, um aufmerksam zu sein, o. ist somnolent u. bedarf starker o. schmerzhafter Stimulation zum Erzielen von Bewegungen (keine Stereotypien)
(3) Koma, antwortet nur mit motorischen o. vegetativen Reflexen o. reagiert gar nicht, ist schlaff u. ohne Reflexe
1b Orientierung Frage nach Mon. u. Alter (Anmerkung: Auch eindeutige nonverbale Antworten werden gewertet/Pat. darf schreiben):
(0) Beantwortet beide Fragen richtig
(1) Beantwortet eine Frage richtig
(2) Beantwortet keine Frage richtig
1c Befolgung von Aufforderungen Aufforderung, die Augen u. die nicht paretische Hand zu öffnen u. zu schließen:
(0) Führt beide Aufgaben richtig aus
(1) Führt eine Aufgabe richtig aus
(2) Führt keine Aufgabe richtig aus
2 Blickbewegungen (Okulomotorik) Aufforderung, dem Finger des Untersuchers zu folgen:
(0) Normal
(1) „Partielle Blickparese“. Dieser Punktwert wird vergeben, wenn die Blickrichtung von einem o. beiden Augen abnormal ist, jedoch keine forcierte Blickdeviation o. komplette Blickparese besteht
(2) Forcierte Blickdeviation o. komplette Blickparese, die durch Ausführen des okulozephalen Reflexes nicht überwunden werden kann
3 Gesichtsfeld Visuelle Gesten o. Finger zählen:
(0) Keine Einschränkung
(1) Partielle Hemianopsie (z. B. Quadrantenanopsie)
(2) Komplette Hemianopsie
(3) Bilaterale Hemianopsie (Blindheit o. kortikaler Blindheit)
4 Fazialisparese (0) Normale symmetrische Bewegungen
(1) Geringe Parese (abgeflachte Nasolabialfalte, Asymmetrie beim Lächeln)
(2) Partielle Parese (vollständige o. fast vollständige Parese des unteren Gesichts)
(3) Vollständige Parese einer o. zwei Seiten (fehlende Bewegungen oberer u. unterer Teil des Gesichts)
5 Motorik Arme (0) Kein Absinken (Extremität wird über 10 s in der 90°-[o. 45°-]Position gehalten) Re Arm
(1) Absinken (Extremität wird zunächst bei 90° [o. 45°] gehalten, sinkt aber vor Ablauf von 10 s ab; das Bett [o. eine andere Unterlage] wird nicht berührt)
(2) Anheben gegen Schwerkraft möglich (Extremität kann die 90°-[o. 45°-]Position nicht erreichen o. halten, sinkt auf das Bett ab, kann gegen Schwerkraft angehoben werden) Li Arm
(3) Kein (aktives) Anheben gegen die Schwerkraft (Extremität fällt)
(4) Keine Bewegung
Anmerkung: Amputation o. Gelenkversteifung angeben! Zählt 0 Punkte!
6 Motorik Beine (0) Kein Absinken (Bein bleibt über 5 s in der 30°-Position) Re Bein
(1) Absinken (Bein sinkt am Ende der 5-s-Periode, berührt das Bett jedoch nicht)
(2) Aktive Bewegung gegen die Schwerkraft (das Bein sinkt innerhalb von 5 s auf das Bett ab, kann aber gegen die Schwerkraft gehoben werden)
(3) Kein Anheben gegen die Schwerkraft (Bein fällt sofort auf das Bett) Li Bein
(4) Keine Bewegung
Anmerkung: Amputation o. Gelenkversteifung angeben! Zählt 0 Punkte!
7 Extremitätenataxie Finger-Nase-Versuch bzw. Knie-Hacke-Versuch:
(0) Fehlend
(1) In einer Extremität vorhanden
(2) In zwei Extremitäten vorhanden
Anmerkung: Wird bei Verständnisschwierigkeiten o. Plegie als fehlend gewertet!
Welche Extremität? Re Arm □ Li Arm □ Re Bein □ Li Bein □
8 Sensibilität (0) Normal; kein Sensibilitätsverlust
(1) Leichter bis mittelschwerer Sensibilitätsverlust; Pat. empfindet Nadelstiche auf der betroffenen Seite als wenig scharf o. stumpf o. es besteht ein Verlust des Oberflächenschmerzes für Nadelstiche, doch nimmt Pat. die Berührung wahr
(2) Schwerer bis vollständiger Sensibilitätsverlust; Pat. nimmt die Berührung von Gesicht, Arm u. Bein nicht wahr
9 Sprache (0) Keine Aphasie; normal
(1) Leichte bis mittelschwere Aphasie; deutliche Einschränkung der Wortflüssigkeit o. des Sprachverständnisses, keine relevante Einschränkung von Umfang o. Art des Ausdrucks.
(2) Schwere Aphasie, die gesamte Kommunikation findet über fragmentierte Ausdrucksformen statt: Der Zuhörer muss das Gesagte in großem Umfang interpretieren, nachfragen o. erraten. Der Umfang an Informationen, der ausgetauscht werden kann, ist begrenzt; der Zuhörer trägt im Wesentlichen die Kommunikation
(3) Stumm, globale Aphasie; keine verwertbare Sprachproduktion o. kein Sprachverständnis (auch bei Koma)
10 Dysarthrie (0) Normal
(1) Leicht bis mittelschwer; Pat. spricht zumindest einige Wörter verwaschen u. kann, schlimmstenfalls, nur mit Schwierigkeiten verstanden werden
(2) Schwer, die verwaschene Sprache des Pat. ist unverständlich u. beruht nicht auf einer Aphasie o. übersteigt das auf eine Aphasie zurückzuführende Maß o. Pat. ist stumm/anarthrisch
Anmerkung: Intubation o. andere mechanische Behinderungen angeben! Sie werden mit 0 Punkten bewertet!
11 Auslöschung u. Nichtbeachtung (Neglect) (0) Keine Abnormalität
(1) Visuelle, taktile, auditive o. personenbezogene Unaufmerksamkeit o. Auslöschung bei der Überprüfung von gleichzeitiger bilateraler Stimulation in einer der sensiblen Qualitäten
(2) Schwere halbseitige Unaufmerksamkeit o. halbseitige Unaufmerksamkeit in mehr als einer Qualität. Kein Erkennen der eigenen Hand o. Orientierung nur zu einer Seite des Raums
Anmerkung: Bei fehlender Beurteilbarkeit 0 Punkte

Kurtzke-Skala Kurtzke-Skala (Expanded Disability Status Scale, EDSS)

Quelle:Kurtzke JF. Rating neurologic impairment in multiple sclerosis: an expanded disability status scale (EDSS). Neurology 1983; 33: 1.444–1.452 [F611]

Tab. 27.9
Grad Behinderung
0 Normale neurol. Unters.:Grad 0 bei allen FS
1,0 Keine Behinderung, minimale Sympt.:Grad 1 in einem FS
1,5 Keine Behinderung, minimale Sympt.:Grad 1 in mehr als einem FS
2,0 Minimale Behinderung in einem FS:Grad 2 in einem FS, andere Grad 0 o. 1
2,5 Minimale Behinderung in zwei FS:Grad 2 in zwei FS, andere Grad 0 o. 1
3,0 Unbeschränkt gehfähig; mäßige Behinderung:
  • Grad 3 in einem FS, andere Grad 0 o. 1

  • Oder Grad 2 in drei o. vier FS, andere Grad 0 o. 1

3,5 Unbeschränkt gehfähig; mäßige Behinderung:
  • Grad 3 in einem FS u. Grad 2 in einem o. zwei FS; andere Grad 0 o. 1

  • Oder Grad 3 in zwei FS, andere Grad 0 o. 1

  • Oder Grad 2 in 5 FS, andere Grad 0 o. 1

4,0 Ohne Hilfe o. Pause für mind. 500 m gehfähig. Ist ca. 12 h am Tag auf, trotz relativ schwerer Behinderung:
  • Grad 4 in einem FS, übrige Grad 0 o. 1

  • Oder Komb. geringerer Grade, die die Grenzen der vorhergehenden Stufen überschreiten

4,5 Kann mind. 300 m ohne Hilfe o. Pause gehen. Ist die meiste Zeit des Tages auf; relativ schwere Behinderung. FS-Äquivalente wie bei EDSS 4,0
5,0 Kann mind. 200 m ohne Hilfe o. Pause gehen. Behinderung stark genug, um nicht mehr den ganzen Tag aktiv sein zu können, einschließlich ganztägige Arbeitsfähigkeit.
  • Entspricht Grad 5 in einem FS

  • Oder Komb. geringerer Grade, die die Grenzen der Stufe 4,5 überschreiten

5,5 Kann mind. 100 m ohne Hilfe o. Pause gehen; Behinderung stark genug, um nicht mehr den ganzen Tag aktiv sein zu können
6,0 Vorübergehende o. ständige einseitige Hilfe erforderlich, um mind. 100 m mit o. ohne Pause zu gehen. Übliche Äquivalente sind Grad 3+ in mehr als zwei FS
6,5 Ständige beiderseitige Hilfe erforderlich, um mind. 20 m ohne Pause zu gehen
7,0 Unfähig, 5 m trotz Hilfe zu gehen; im Wesentlichen auf Rollstuhl angewiesen; kann sich im Standardrollstuhl allein fortbewegen u. selbstständig transferieren; ist ca. 12 h am Tag auf u. im Rollstuhl
7,5 Unfähig, mehr als ein paar Schritte trotz Hilfe zu gehen; auf Rollstuhl angewiesen; benötigt möglicherweise Hilfe beim Ein- u. Aussteigen und Fortbewegen
8,0 Im Wesentlichen auf Bett o. Stuhl beschränkt, ist aber große Teile des Tags aus dem Bett; kann viele Verrichtungen selbstständig ausführen u. die Arme effektiv einsetzen
8,5 Im Wesentlichen für den Großteil des Tags auf das Bett beschränkt; kann einige Verrichtungen noch selbstständig ausführen u. die Arme teilweise effektiv einsetzen
9,0 Hilflos u. bettlägerig; kann sich mitteilen u. essen
9,5 Völlig hilflos u. bettlägerig; kann sich nicht effektiv mitteilen o. essen/schlucken
10,0 Tod durch MS

FS SehvermögenSehvermögen (Visus korrigiert)

[F611]

Tab. 27.10
Pkt. Sehvermögen
0 Normal
1 Mildes Skotom u./o. Visus des schwächeren Auges besser als 0,7 (20/30)
2 Schwächeres Auge mit ausgedehntem Skotom u./o. max. Visus von 0,7–0,3 (20/30–20/59)
3 Schwächeres Auge mit ausgedehntem Skotom o. mäßige Gesichtsfeldeinschränkung u./o. max. Visus von 0,3–0,2 (20/60–20/99)
4 Schwächeres Auge mit erheblichen Gesichtsfeldeinschränkungen u./o. max. Visus von 0,2–0,1 (20/100–10/200) oder Grad 3 u. max. Visus des stärkeren Auges von höchstens 0,3 (20/60)
5 Schwächeres Auge mit max. Visus von weniger als 0,1 (20/200) oder Grad 4 u. max. Visus des stärkeren Auges von höchstens 0,3 (20/60)
6 Schwächeres Auge mit max. Visus von weniger als 0,1 (20/200) u. max. Visus des stärkeren Auges von höchstens 0,3 (20/60)
9 Unbekannt
Bei Bestimmung des EDSS-Scores erfolgt folgende Korrektur:
FS Sehvermögen: 6 5 4 3 2 1
Korrigiert: 4 3 3 2 2 1

FS Hirnstamm

[F611]

Tab. 27.11
Pkt. Befund
0 Normal
1 Abnorme Befunde ohne Behinderung
2 Mittelschwerer Nystagmus (ab 30° Blickwendung) oder anderweitige leichte Beeinträchtigung anderer HN
3 Schwerer Nystagmus (spontan) oder ausgeprägte Augenmotilitätsstör. (z. B. komplette INO) o. mittelschwere Funktionsstör. anderer HN
4 Ausgeprägte Dysarthrie oder schwere Funktionsstör. anderer HN
5 Unfähigkeit, zu schlucken oder zu sprechen
9 Unbekannt

FS PyramidenbahnPyramidenbahn (Kraft nach MRC-Skala)

[F611]

Tab. 27.12
Pkt. Befund
0 Normal
1 Abnorme Befunde ohne Behinderung (z. B. Babinski-Zeichen)
2 Minimale Behinderung (MRC 4 in 1–2 Muskelgruppen)
3 Leichte bis mittelschwere Para- o. Hemiparese (MRC 4–3) oder schwere Monoparese (MRC 2 o. weniger)
4 Ausgeprägte Para- o. Hemiparese (MRC 2) oder mittelschwere Tetraparese (MRC 3) oder Monoplegie
5 Para-, Hemiplegie o. ausgeprägte Tetraparese (MRC 2–1)
6 Tetraplegie
9 Unbekannt

FS KleinhirnKleinhirn

[F611]

Tab. 27.13
Pkt. Befund
0 Normal
1 Abnorme Befunde ohne Behinderung
2 Leichte Ataxie (benötigt keine Hilfe), erkennbarer Tremor
3 Mittelschwere Rumpf- o. Extremitätenataxie (benötigt Stock, Abstützen an Wänden etc.), Funktion zeitweise erschwert
4 Schwere generalisierte Ataxie (3–4 Extremitäten; benötigt Stützen o. Hilfsperson), Funktion konstant erschwert.
5 Durch Ataxie bedingte Unfähigkeit, koordinierte Bewegungen auszuführen
9 Unbekannt oder Grad 3 o. mehr im FS Pyramidenbahn

FS SensoriumSensorium

[F611]

Tab. 27.14
Pkt. Befund
0 Normal
1 Abschwächung des Vibrationsempfindens (5–7/8) o. der epikritischen Diskrimination (Zahlen- o. Figurenerkennen bei Zeichnen auf die Haut) o. des Temperaturempfindens an 1 o. 2 Extremitäten
2 Geringe Abschwächung des Berührungs-, Schmerz- o. Lageempfindens u./o. mäßige Abschwächung des Vibrationsempfindens (1–4/8) an 1 o. 2 Extremitäten oder Abschwächung des Vibrationsempfindens o. der epikritischen Diskrimination o. des Temperaturempfindens an 3 o. 4 Extremitäten allein
3 Mäßige Abschwächung des Berührungs-, Schmerz- o. Lageempfindens u./o. nahezu vollständiger Verlust des Vibrationsempfindens an 1 o. 2 Extremitäten oder geringe Abschwächung des Berührungs- o. Schmerzempfindens u./o. mäßige Verminderung in allen propriozeptiven Tests an 3 o. 4 Extremitäten
4 Ausgeprägte Abschwächung des Berührungs- o. Schmerzempfindens u./o. der Propriozeption in 1 o. 2 Extremitäten oder mäßige Abschwächung des Berührungs- o. Schmerzempfindens u./o. schwere Beeinträchtigung der Propriozeption an > 2 Extremitäten
5 Nahezu vollständiger Sensibilitätsverlust in 1 o. 2 Extremitäten oder mäßige Abschwächung des Berührungs- o. Schmerzempfindens u./o. Verlust der Propriozeption am größten Teil des Körpers unterhalb des Kopfs
6 Nahezu vollständiger Sensibilitätsverlust unterhalb des Kopfs
9 Unbekannt

FS Blasen-Blasenfunktion u. MastdarmfunktionMastdarmfunktion (jeweils schlechtere Funktion wird bewertet)

[F611]

Tab. 27.15
Pkt. Befund
0 Normal
1 Leichte Miktionsverzögerung, leichter imperativer Harndrang o. leichte Harnverhaltung
2 Mäßige Entleerungsverzögerung, mäßiger imperativer Harn- o. Stuhldrang, mäßige Harn- o. Stuhlverhaltung o. seltene Harninkontinenz
3 Häufige Harninkontinenz (≥ 1/d), intermittierend Selbstkatheterisierung, Bauchkompression zur Blasenentleerung o. Verwendung von Hilfsmitteln zur Stuhlentleerung
4 Nahezu konstante Verwendung eines Blasenkatheters zur Miktion bzw. von Hilfsmitteln zur Stuhlentleerung
5 Verlust der Blasenfunktion, Dauerkatheter erforderlich
6 Verlust der Blasen- u. Darmfunktion
9 Unbekannt
Bei Bestimmung des EDSS-Scores erfolgt folgende Korrektur:
FS Blasen-/Mastdarmfunktion: 6 5 4 3 2 1
Korrigiert 5 4 3 3 2 1

FS Zerebrale FunktionFunktion, zerebrale

[F611]

Tab. 27.16
Pkt. Befund
0 Normal
1 Ausschließlich Stimmungsschwankungen oder leichte Fatigue
2 Leichte kognitiv-mnestische Beeinträchtigung, mäßige/schwere Fatigue
3 Mittelschwere kognitiv-mnestische Beeinträchtigung: Auffälligkeiten im MMST
4 Ausgeprägte kognitiv-mnestische Beeinträchtigung; zu ein o. zwei Qualitäten (Person, Ort, Zeit) nicht orientiert
5 Dement, desorientiert
9 Unbekannt

Modifizierter Ashworth-Score (MAS)Ashworth-Score, modifizierter (MAS)

[F612] Quelle:Bohannon RW, Smith MB. Interrater reliability of a modified Ashworth scale of muscle spasticity. Physical Therapy 1987; 67: 206–207.

Tab. 27.17
Pkt. Befund
0 Normaler Muskeltonus
1 Leichte Tonuserhöhung, die an einem „catch and release“ (Muskelanspannung u. -entspannung) erkennbar wird o. an einem minimalen Widerstand am Ende des Bewegungsumfangs bei Beugung o. Streckung
1+ Leichte Tonuserhöhung, die an einem „catch“ (Muskelanspannung) erkennbar wird, gefolgt von einem minimalen Widerstand während des restlichen (weniger als die Hälfte) Bewegungsumfangs
2 Ausgeprägtere Tonuserhöhung über den größten Teil des Bewegungsumfangs; betroffene Körperteile lassen sich aber leicht bewegen
3 Deutliche Tonuserhöhung; passive Bewegung ist schwierig
4 Der betroffene Körperteil ist starr gebeugt o. gestreckt

UPDRS Teil III: Motorische Untersuchung Unified Parkinson Disease Rating Scale (UPDRS)Hoehn-und-Yahr-Stadien

Punktevergabe: 0: Normal. 1: Angedeutet vorhanden. 2: Leicht ausgeprägt. 3: Mäßig ausgeprägt. 4: Schwer ausgeprägt.

Quelle:International Parkinson and Movement Disorder Society [W890]

Tab. 27.18
Pkt. Befund Wert
3.1 Sprache
Beurteilung der spontanen Sprachproduktion des Pat. u., falls nötig, Beginn eines Gesprächs, z. B. über Hobbys, Sport etc. Beurteilung von Umfang, Modulation u. Deutlichkeit, einschl. undeutlicher Artikulation, Palilalie u. Tachyphemie
0 Keine Sprachprobleme _____
1 Verlust von Modulation, Diktion o. Lautstärke, alle Wörter sind aber noch leicht zu verstehen
2 Verlust von Modulation, Diktion o. Lautstärke mit einigen unklaren Wörtern, aber insgesamt leicht verständlichen Sätzen
3 Sprache schwer zu verstehen, da einige, jedoch nicht die meisten Sätze schwer zu verstehen sind
4 Der Großteil des Gesprochenen ist schwer zu verstehen o. unverständlich
3.2 Gesichtsausdruck
Beobachtung des sitzenden Pat. für 10 s. Frequenz des Augenblinzelns, Gesichtsausdruck (maskenhaft), Verlust der mimischen Expression, spontanes Lächeln, offen stehender Mund?
0 Normaler Gesichtsausdruck _____
1 Minimaler maskenhafter Gesichtsausdruck, manifestiert sich nur durch die reduzierte Frequenz des Augenblinzelns
2 Zusätzlich zeigt sich ein maskenhafter Gesichtsausdruck auch im unteren Teil des Gesichts mit spärlichen Bewegungen im Mundbereich wie etwa weniger spontanes Lächeln; der Mund steht jedoch nicht offen
3 Maskenhafter Gesichtsausdruck mit zeitweise geöffnetem Mund, wenn nicht gesprochen wird
4 Maskenhafter Gesichtsausdruck mit überwiegend geöffnetem Mund, wenn nicht gesprochen wird
3.3 Rigor
Prüfung des Rigors bei langsamer passiver Bewegung der großen Gelenke am entspannten Pat. Zu Beginn Prüfung ohne Bahnungsmanöver. Prüfung der Extremitäten u. Nacken (jeweils gesonderte Bewertung). Falls kein Rigor vorhanden, Prüfung mit Bahnungsmanöver
0 Kein Rigor Nacken: _____
ROE1: _____
LOE: _____
RUE: _____
LUE: _____
1 Rigor lässt sich durch ein Bahnungsmanöver feststellen
2 Rigor ist ohne Bahnungsmanöver feststellbar, der volle Bewegungsumfang ist jedoch erhalten
3 Rigor ist ohne Bahnungsmanöver feststellbar, voller Bewegungsumfang wird nur durch Anstrengung erreicht
4 Rigor ist ohne Bahnungsmanöver feststellbar, ein voller Bewegungsumfang wird nicht erreicht
3.4 Fingertippen
Pat. soll Zeigefinger schnellstmöglich und mit der größten Amplitude 10 × gegen den Daumen führen (Aufgabe vorführen). Bewertung von Geschwindigkeit, Amplitude, Verzögerungen, Unterbrechungen, Amplitudendekrement (jede Seite gesondert)
0 Keine Probleme re: _____
li: _____
1 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) Regulärer Rhythmus ist gestört durch eine o. zwei Unterbrechungen o. Verzögerungen während des Fingertippens; b) angedeutete Verlangsamung; c) Amplitudendekrement kurz vor dem 10. Tippen
2 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) 3–5 Unterbrechungen beim Fingertippen; b) leichte Verlangsamung; c) Amplitudendekrement mitten in der Tippsequenz
3 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) > 5 Unterbrechungen beim Fingertippen o. mind. eine längere Pause („Einfrieren“) in der Ausführung; b) mäßige Verlangsamung; c) Amplitudendekrement bereits nach dem 1. Tippen
4 Pat. kann Aufgabe nicht o. nur schwerlich durchführen aufgrund von Verlangsamung, Unterbrechungen o. Dekrement
3.5 Handbewegungen
Pat. soll bei gebeugtem Arm Faust fest schließen, Hand dann 10 × mit größtmöglicher Amplitude und schnellstmöglich öffnen (Aufgabe vorführen). Bewertung von Geschwindigkeit, Amplitude, Verzögerungen, Unterbrechungen, Amplitudendekrement (jede Seite gesondert)
0 Keine Probleme re: _____
li: _____
1 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) Regulärer Rhythmus ist gestört durch eine o. zwei Unterbrechungen o. Bewegungsverzögerungen; b) angedeutete Verlangsamung; c) Amplitudendekrement zum Ende der Aufgabe
2 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) 3–5 Bewegungsunterbrechungen; b) leichte Verlangsamung; c) Amplitudendekrement mitten in der Durchführung
3 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) > 5 Bewegungsunterbrechungen o. mind. eine längere Pause („Einfrieren“) in der fortlaufenden Bewegung; b) mäßige Verlangsamung; c) Amplitudendekrement nach der 1. „Öffnen-und-Schließen“-Frequenz
4 Pat. kann Aufgabe nicht o. nur schwerlich durchführen aufgrund von Verlangsamung, Unterbrechungen o. Dekrement
3.6 Pronations-, Supinationsbewegungen der Hände
Pat. soll mit vor seinem Körper ausgestreckten Arm die Handfläche schnellstmöglich u. mit größtmöglicher Amplitude alternierend 10 × nach oben u. unten wenden (Aufgabe vorführen). Bewertung von Geschwindigkeit, Amplitude, Verzögerungen, Unterbrechungen, Amplitudendekrement (jede Seite gesondert)
0 Keine Probleme re: _____
li: _____
1 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) Regulärer Rhythmus gestört durch eine o. zwei Unterbrechungen o. Bewegungsverzögerungen; b) angedeutete Verlangsamung; c) Amplitudendekrement zum Ende der Aufgabe
2 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) 3–5 Bewegungsunterbrechungen; b) leichte Verlangsamung; c) Amplitudendekrement mitten in der Übung
3 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) > 5 Bewegungsunterbrechungen o. mind. eine längere Pause („Einfrieren“) in der fortlaufenden Bewegung; b) mäßige Verlangsamung; c) Amplitudendekrement nach der 1. „Supinations-Pronations-Sequenz“
4 Pat. kann Aufgabe nicht o. nur schwerlich durchführen aufgrund von Verlangsamung, Unterbrechungen o. Dekrement
3.7 Vorfußtippen
Pat. soll – auf einem Stuhl mit gerader Rückenlehne sitzend – die Ferse bequem auf den Boden stellen u. dann mit den Zehen 10 × mit größtmöglicher Amplitude u. schnellstmöglich auf den Boden tippen (Aufgabe vorführen). Bewertung von Geschwindigkeit, Amplitude, Verzögerungen, Unterbrechungen, Amplitudendekrement (jede Seite gesondert)
0 Keine Probleme re: _____
li: _____
1 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) Regulärer Rhythmus ist gestört durch eine o. zwei Unterbrechungen o. Verzögerungen der Tippbewegungen; b) angedeutete Verlangsamung; c) Amplitudendekrement kurz vor dem 10. Tippen
2 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) 3–5 Bewegungsunterbrechungen; b) leichte Verlangsamung; c) Amplitudendekrement mitten in der Übung
3 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) > 5 Bewegungsunterbrechungen o. mind. eine längere Pause („Einfrieren“) in der fortlaufenden Bewegung; b) mäßige Verlangsamung; c) Amplitudendekrement nach dem 1. Tippen
4 Pat. kann Aufgabe nicht o. nur schwerlich durchführen aufgrund von Verlangsamung, Unterbrechungen o. Dekrement
3.8 Beweglichkeit der Beine
Pat soll – auf Stuhl mit gerader Rückenlehne u. Armlehnen sitzend – Fuß in bequemer Position auf den Boden stellen u. ihn dann 10 × mit größtmöglicher Amplitude u. schnellstmöglich heben u. auf den Boden stampfen (Aufgabe vorführen). Bewertung von Geschwindigkeit, Amplitude, Verzögerungen, Unterbrechungen, Amplitudendekrement (jede Seite gesondert)
0 Keine Probleme re: _____
li: _____
1 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) Regulärer Rhythmus ist gestört durch eine o. zwei Unterbrechungen o. Bewegungsverzögerungen; b) angedeutete Verlangsamung; c) Amplitudendekrement zum Ende der Aufgabe
2 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) 3–5 Bewegungsunterbrechungen; b) leichte Verlangsamung; c) Amplitudendekrement mitten in der Übung
3 Mind. eine der folgenden Schwierigkeiten: a) > 5 Bewegungsunterbrechungen o. mind. eine längere Pause („Einfrieren“) in der fortlaufenden Bewegung; b) mäßige Verlangsamung; c) Amplitudendekrement nach dem 1. Aufstampfen
4 Pat. kann Aufgabe nicht o. nur schwerlich durchführen aufgrund von Verlangsamung, Unterbrechungen o. Dekrement
3.9 Aufstehen vom Stuhl
Pat. soll versuchen, von einem Stuhl mit gerader Rückenlehne u. Armlehnen mit vor der Brust verschränkten Armen aufzustehen, zunächst aus Grundhaltung (Rücken an Rückenlehne), dann von der Stuhlkante aus. Gelingt beides nicht, mit Aufstützen, zuletzt mit Hilfe. Nachdem Pat. aufgestanden ist: Bewertung der Körperhaltung nach Item 3.13.
0 Keine Schwierigkeiten. Pat. kann schnell u. ohne Verzögerung aufstehen _____
1 Das Aufstehen erfolgt langsamer als normal o. es wird mehr als 1 Versuch dazu benötigt; o. eine Bewegung zum Stuhlrand ist erforderlich, um aufstehen zu können. Benutzung der Armlehnen ist jedoch nicht nötig
2 Pat. drückt sich mithilfe der Armlehnen ohne Schwierigkeiten hoch
3 Pat. drückt sich hoch, aber neigt zum Zurückfallen; o. er muss es mehrmals unter Benutzung der Armlehnen versuchen; Aufstehen ist jedoch ohne fremde Hilfe möglich
4 Pat. kann nicht ohne Hilfe aufstehen
3.10 Gehen/Gangbild
Pat. soll mind. 10 m vom Untersucher weggehen, sich dann umdrehen u. wieder auf den Untersucher zugehen. Beurteilung verschiedener Gangeigenschaften, z. B. Schrittamplitude, -geschwindigkeit, Mitschwingen der Arme
0 Keine Probleme _____
1 Pat. geht ohne Hilfe mit leichter Gangstör.
2 Pat. geht ohne Hilfe, jedoch mit erheblicher Gangstör.
3 Pat. benötigt eine Gehhilfe für sicheres Gehen (Gehstock, Gehwagen), ist aber in der Lage, ohne fremde Hilfe zu gehen
4 Pat. kann gar nicht gehen o. nur mit fremder Hilfe
3.11 Blockaden beim Gehen („Freezing“)
Während der Untersuchung zu Item 3.10 Beurteilung von „Blockaden-beim-Gehen“-Episoden, z. B. Starthemmung, Trippelschritte, insbes. beim Umdrehen u. am Ende der Prüfung
0 Keine Blockaden beim Gehen _____
1 Eine Blockade beim Gehen tritt entweder beim Starten, Umdrehen o. Gehen durch den Türeingang auf u. zeigt sich als nur 1 Bewegungsunterbrechung bei einer dieser Bewegungsabläufe; danach werden fortlaufende fließende Bewegungen ohne Blockade beim Geradeausgehen ausgeführt
2 Eine Blockade beim Gehen tritt beim Starten, Umdrehen o. Gehen durch den Türeingang auf, hierbei kommt es zu mehr als 1 Bewegungsunterbrechung bei diesen Bewegungsabläufen, danach werden fortlaufende fließende Bewegungen ohne Blockaden beim Geradeausgehen ausgeführt
3 Eine Blockade tritt einmal beim Geradeausgehen auf
4 Eine Blockade tritt mehrfach beim Geradeausgehen auf
3.12 Posturale Stabilität
Überprüfung der Reaktion auf ein plötzliches Verlagern des Körpers durch schnelles kräftiges Ziehen an den Schultern des Pat. nach hinten
0 Keine Probleme: Pat. fängt sich nach 1 o. 2 Schritten _____
1 3–5 Schritte, Pat. fängt sich jedoch ohne Hilfe auf
2 > 5 Schritte, Pat. fängt sich jedoch ohne Hilfe auf
3 Sicherer Stand, posturale Antwort ist jedoch nicht vorhanden; Pat. fällt, wenn er nicht vom Untersucher aufgefangen wird
4 Sehr instabil; Pat. neigt dazu, das Gleichgewicht spontan bzw. auf ein leichtes Ziehen an den Schultern zu verlieren
3.13 Körperhaltung
Beobachtung am aufrecht stehenden Pat., beim Gehen u. während der Untersuchung zu Item 3.12. Bewertung der schlechtesten Körperhaltung. Beobachtung von Flexion u. Seitneigung
0 Keine Probleme _____
1 Nicht ganz aufrechte Haltung; Körperhaltung könnte jedoch für eine ältere Person normal sein
2 Eindeutige Flexion, Skoliose o. Seitneigung, aber Pat. kann die Haltung auf Aufforderung korrigieren
3 Gebückte Haltung, Skoliose o. Seitneigung, die vom Pat. willentlich zu einer aufrechten Haltung nicht korrigiert werden kann
4 Flexion, Skoliose o. Seitneigung mit ausgeprägter Haltungsstör.
3.14 Globale Spontanität der Bewegung (Bradykinesie des Körpers)
Komb. aller Beobachtungen von Langsamkeit, geringer Amplitude, allg. Bewegungsarmut, einschl. Reduktion von Körpergestik u. Überkreuzen der Beine. Beurteilung aufgrund des Gesamteindrucks
0 Keine Probleme _____
1 Angedeutete globale Verlangsamung u. Verarmung von Spontanbewegungen
2 Leichte globale Verlangsamung u. Verarmung von Spontanbewegungen
3 Mäßige globale Verlangsamung u. Verarmung von Spontanbewegungen
4 Schwere globale Verlangsamung u. Verarmung von Spontanbewegungen
3.15 Haltetremor der Hände
Pat. soll Arme vor dem Körper ausstrecken. Beobachtung dieser Haltung für 10 s
0 Kein Tremor re: _____
li: _____
1 Tremor ist vorhanden, Amplitude ist aber < 1 cm
2 Tremor mit einer Amplitude > 1 cm, aber < 3 cm
3 Tremor mit einer Amplitude von mind. 3 cm, aber < 10 cm
4 Tremor mit einer Amplitude von mind. 10 cm
3.16 Bewegungstremor der Hände
Beurteilung des Tremors beim Finger-Nase-Versuch. Bewertung der größten Tremoramplitude
0 Kein Tremor re: _____
li: _____
1 Tremor ist vorhanden, Amplitude aber < 1 cm
2 Tremor mit einer Amplitude > 1 cm, aber < 3 cm
3 Tremor mit einer Amplitude von mind. 3 cm, aber < 10 cm
4 Tremor mit einer Amplitude von mind. 10 cm
3.17 Amplitude des Ruhetremors
Bewertung der max. Tremoramplitude während der gesamten Unters., außerdem Pat. 10 s ohne weitere Anweisungen ruhig auf einem Stuhl sitzen lassen, Hände auf den Armlehnen, Füße bequem am Boden stehend. Bewertung als Endwert: Max. Amplitude, die gesehen wurde (gesondert für alle 4 Extremitäten, Lippen/Kiefer)
Bewertung der Extremitäten ROE1: _____
LOE: _____
RUE: _____
LUE: _____
Lippen/Kiefer: _____
0 Kein Tremor
1 Max. Amplitude < 1 cm
2 Max. Amplitude 1–3 cm
3 Max. Amplitude 3–10 cm
4 Max. Amplitude < 10 cm
Bewertung der Lippen/des Kiefers
0 Kein Tremor
1 Max. Amplitude < 1 cm
2 Max. Amplitude 1–2 cm
3 Max. Amplitude 2–3 cm
4 Max. Amplitude > 3 cm
3.18 Konstanz der Ruhetremors
Bewertung der Konstanz des Ruhetremors während der Unters.
0 Kein Tremor _____
1 Ruhetremor ist bei < 25 % der gesamten Unters.-Zeit vorhanden
2 Ruhetremor ist bei 26–50 % der gesamten Unters.-Zeit vorhanden
3 Ruhetremor ist bei 51–75 % der gesamten Unters.-Zeit vorhanden
4 Ruhetremor ist bei > 75 % der gesamten Unters.-Zeit vorhanden
Einfluss der Dyskinesien
A. Traten Dyskinesien (Chorea o. Dystonie) während der Untersuchung auf? □ Nein□ Ja
B. Falls ja, hatten diese Bewegungen Einfluss auf die Bewertung □ Nein□ Ja
Stadien nach Hoehn u. Yahr
0 Asymptomatisch _____
1 Nur einseitige Beteiligung
2 Bds. Beteiligung ohne Gleichgewichtsstör.
3 Leichte bis mäßig ausgeprägte bds. Beteiligung: Gewisse Haltungsinstabilität, jedoch körperl. unabhängig; braucht Unterstützung zum Ausgleich beim Zugtest
4 Starke Behinderung; kann aber noch ohne Hilfe gehen o. stehen
5 Ohne fremde Hilfe auf Rollstuhl angewiesen o. bettlägerig

1

LOE: Linke obere Extremität. LUE: Linke untere Extremität. ROE: Rechte obere Extremität. RUE: Rechte untere Extremität

MGFA-KlassifikationMyasthenia gravis (MG)MGFA-KlassifikationMGFA-Klassifikation

Quelle:Jaretzki A, Barohn RJ, Ernstoff RM, et al. Myasthenia gravis: recommendations for clinical research standards. Task force of the medical scientific advisory board of the Myasthenia Gravis Foundation of America. Neurology 2000; 55: 16–23 [F613]

Tab. 27.19
Klasse Befund
I Okuläre Myasthenie, beschränkt auf äußere Augenmuskeln u. ggf. den Lidschluss
II Leicht- bis mäßiggradige generalisierte Myasthenie mit Einbeziehung anderer Muskelgruppen, ggf. einschließlich der Augenmuskeln
IIa Betonung der Extremitäten u./o. Gliedergürtel, geringe Beteiligung oropharyngealer Muskelgruppen
IIb Bes. Beteiligung oropharyngealer u./o. der Atemmuskulatur, geringe o. gleichartige Beteiligung der Extremitäten o. rumpfnahen Muskelgruppen
III Mäßiggradige generalisierte Myasthenie
IIIa Betonung der Extremitäten u./o. Gliedergürtel, geringe Beteiligung oropharyngealer Muskelgruppen
IIIb Bes. Beteiligung oropharyngealer u./o. der Atemmuskulatur; geringe o. gleichartige Beteiligung der Extremitäten o. rumpfnahen Muskelgruppen
IV Schwere generalisierte Myasthenie
IVa Betonung der Extremitäten u./o. Gliedergürtel, geringe Beteiligung oropharyngealer Muskelgruppen
IVb Bes. Beteiligung oropharyngealer u./o. der Atemmuskulatur, geringe o. gleichartige Beteiligung der Extremitäten o. rumpfnahen Muskelgruppen
V Intubationsbedürftigkeit mit u. ohne Beatmung, abgesehen von einer postop. Nachbehandlung; Notwendigkeit einer Nasensonde ohne Intubationsbedürftigkeit entspricht der Klasse IVb

Besinger-Score Besinger-Score

Quelle:Besinger UA, Toyka KV, Heininger K et al. Long-term correlation of clinical course and acetylcholine receptor antibody in patients with myasthenia gravis. Ann NY Acad Sci 1981; 377: 812–815. [F614]

Tab. 27.20
0 Pkt. (ohne Sympt.) 1 Pkt. (geringe Sympt.) 2 Pkt. (mäßige Sympt.) 3 Pkt. (starke Sympt.)
Extremitäten- u. Rumpfmuskulatur
Armvorhalten (90° stehend) > 240 s (alternativ: > 180 s) 91–240 s (alternativ: 61–180 s) 10–90 s (alternativ: 10–60 s) < 10 s
Beinvorhalten (45° Rückenlage) > 120 s (alternativ: > 100 s o. > 45 s) 31–120 s (alternativ: 31–100 s o. 31–45 s) 0–30 s (alternativ: 6–30 s) Nicht möglich (alternativ: < 6 s)
Kopfheben (45° Rückenlage) > 120 s (alternativ: > 90 s) 31–120 s (alternativ: 31–90 s) 0–30 s (alternativ: 6–30 s) Nicht möglich (alternativ: < 6 s)
Vitalkapazität (max. Exspiration nach max. Inspiration)
  • Männlich

> 4 l 2,5–4 l 1,5–2,5 l < 1,5 l
  • Weiblich

> 3 l 2–3 l 1,2–2 l < 1,2 l
Treppensteigen: 10 Standardstufen ohne Hände (fakultativ, wird selten bestimmt) Bis 6 s 7–10 s 11–30 s Nicht möglich
Vigorimetertest: Dekrement nach 10 max. Faustschlüssen (fakultativ, wird selten bestimmt) 0–15 % 16–20 % 21–75 % > 75 %
Fazio-pharyngeale Muskulatur
Gesichtsmuskulatur Normal Schwäche im Lidschlusstest (o. bei „i“, „o“) Lidschluss inkomplett („i“, „o“ deutlich eingeschränkt) Amimie
Kauen Normal Kauschwäche (Ermüdung während des Essens) Zerkleinerte Kost Magensonde
Schlucken Normal Erschwert (Ermüdung bei Essen u. Trinken) Inkompletter Gaumenschluss (häufiges Verschlucken, nasale Sprache) Magensonde
Okuläre Symptome
Doppelbilder > 60 s 11–60 s 1–10 s Spontan
Ptose > 60 s 11–60 s 1–10 s Spontan
Auswertung: Gesamtpunktzahl dividiert durch Anzahl der durchgeführten Tests (0 = keine myasthene Symptomatik; 3 = schwerste myasthene Symptomatik) o. Angabe der EinzelpunktwerteVerlaufsbeurteilung anhand der Score-Änderung: ± 0,3: Unverändert. ± 0,3–1: Relevante Änderung. ± > 1: Wesentliche Änderung

Skalen und Scores

Achim Berthele

  • 27.1

    Allgemeine Skalen und Scores822

    • 27.1.1

      MRC-Kraftgrade822

    • 27.1.2

      Karnofsky-Index (Karnofsky performance status, KPS)822

    • 27.1.3

      Glasgow Coma Scale (GCS)823

    • 27.1.4

      Glasgow Outcome Scale (GOS)824

    • 27.1.5

      Body-Mass-Index (BMI)824

    • 27.1.6

      Körperoberfläche (KOF)826

  • 27.2

    Zerebrovaskuläre Erkrankungen827

    • 27.2.1

      Barthel-Index827

    • 27.2.2

      Modified Rankin-Scale (mRS)828

    • 27.2.3

      NIH Stroke Scale (NIHSS)828

  • 27.3

    Multiple Sklerose831

    • 27.3.1

      Kurtzke-Skala (Expanded Disability Status Scale, EDSS)831

    • 27.3.2

      Funktionelle Systeme (FS)832

  • 27.4

    Bewegungsstörungen835

    • 27.4.1

      Modifizierter Ashworth-Score (MAS)835

    • 27.4.2

      Unified Parkinson Disease Rating Scale (UPDRS)836

  • 27.5

    Myasthenie843

    • 27.5.1

      MGFA-Klassifikation843

    • 27.5.2

      Besinger-Score844

Allgemeine Skalen und Scores

MRC-Kraftgrade

Einteilung der groben Kraft (Tab. 27.1).

Karnofsky-Index (Karnofsky performance status, KPS)

Einschätzung der Behinderung bei (onkologischen) Pat. (Tab. 27.2)

Glasgow Coma Scale (GCS)

Beurteilung der Bewusstseinslage (Tab. 27.3).

Glasgow Outcome Scale (GOS)

Outcome nach schweren Hirnschädigungen (unabhängig von der Genese; Tab. 27.4).

Body-Mass-Index (BMI)

Bestimmung der Adipositas (Tab. 27.5, Abb. 27.1).

Körperoberfläche (KOF)

Bestimmung der KOF anhand von Körpergröße u. Gewicht (Abb. 27.2).

Zerebrovaskuläre Erkrankungen

Barthel-Index

ErkrankungzerebrovaskuläreGraduierung der Selbstständigkeit nach Schlaganfall (Tab. 27.6).

Modified Rankin-Scale (mRS)

Skalierung des Outcomes nach Schlaganfällen (Tab. 27.7).

NIH Stroke Scale (NIHSS)

Graduierung des Defizits bei Schlaganfall (Tab. 27.8).

Multiple Sklerose

Kurtzke-Skala (Expanded Disability Status Scale, EDSS)

Sklerose, multiple (MS)Beurteilung der Behinderung bei MS (Tab. 27.9).
  • EDSS < 4: Unbeschränkte Gehfähigkeit; EDSS-Score abhängig von FS-Scores

  • EDSS 4,0–5,0: EDSS-Score abhängig von Gehstrecke u. FS-Scores

  • EDSS > 5: Score abhängig von Gehfähigkeit und Hilfsmitteln

Funktionelle Systeme (FS)

System, funktionelles (FS)SchweregradbestimmungZu den FS Sehvermögen Tab. 27.10, Hirnstamm Tab. 27.11, Pyramidenbahn Tab. 27.12, Kleinhirn Tab. 27.13, Sensorium Tab. 27.14, Blasen- u. Mastdarmfunktion Tab. 27.15, zerebrale Funktion Tab. 27.16.

Bewegungsstörungen

Modifizierter Ashworth-Score (MAS)

Tab. 27.17. Bewegungsstörung

Unified Parkinson Disease Rating Scale (UPDRS)

Beurteilungsskala für Morbus Parkinson (Tab. 27.18); Teil III (motorische Unters.).
Teil I, II (Erfahrungen des täglichen Lebens), Teil IV (motorische Komplikationen) und detaillierte Instruktionen zur Durchführung unter www.movementdisorders.org/MDS/Education/Rating-Scales/Rating-Scales-By-Disorder.htm.

Myasthenie

MGFA-Klassifikation

MyasthenieMGFA-KlassifikationSchweregrad der Myasthenie (Tab. 27.19).

Besinger-Score

MyasthenieBesinger-ScoreBeurteilung myasthener Sympt. (Tab. 27.20).

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