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B978-3-437-22474-4.00007-9

10.1016/B978-3-437-22474-4.00007-9

978-3-437-22474-4

Operative Therapie bei Achillessehnenruptur:OperationAchillessehnenruptur

[L106]

Mögliche Formen von TennisellenbogenJumper's KneeGolferellenbogenInsertionstendopathien

Tab. 7.1
Betroffene Muskulatur Insertion Bevorzugte Belastungen
M. supraspinatus (9.1.25) Tub. majus humeri Wurfsportarten, Tennis, Volleyball, Kanu
M. subscapularis Tub. minus humeri
Finger- und Handextensoren (Tennisellenbogen; 9.2.11) Epicondylus lat. humeri Wie bei M. supraspinatus, Rudern, Schießen
Finger- und Handflexoren (Golferellenbogen) Epicondylus med. humeri Wie bei M. supraspinatus, Golf, Kanu
OS-Adduktoren Os pubis Fußball, Leichtathletik
Ischiokrurale Muskulatur Os ischii, distale Ansätze Laufsportarten (Langstrecke, Sprint)
M. rectus femoris Spina iliaca ant. inf. Fußball
M. quadriceps femoris („Jumper's Knee“) Oberer und unterer Patellapol, Tuberositas tibiae Sprungsportarten, Basketball, Volleyball
M. triceps surae Tuber calcanei Alle lauf- und sprungbelastenden Sportarten
Plantarfaszie, M. flexor digitorum Tuber calcanei Alle lauf- und sprungbelastenden Sportarten
M. gluteus medius und minimus Trochanter major Alle lauf- und sprungbelastenden Sportarten

Freistellung im Schulsport (modifiziert nach der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e. V.) Spondylolyse:SchulsportbefreiungSpondylolyse:SchulsportbefreiungSpondylolyse:SchulsportbefreiungSpondylolisthesis:SchulsportbefreiungSpondylolisthesis:SchulsportbefreiungSpondylolisthesis:SchulsportbefreiungSpondylitis ankylosansSpondylitis ankylosansSpondylitis ankylosansSpondylitis:SchulsportbefreiungSpondylitis:SchulsportbefreiungSpondylitis:SchulsportbefreiungSkoliose:SchulsportbefreiungSkoliose:SchulsportbefreiungSkoliose:SchulsportbefreiungSchulterluxation:SchulsportbefreiungSchulterluxation:SchulsportbefreiungSchulterluxation:SchulsportbefreiungSchiefhals:SchulsportbefreiungSchiefhals:SchulsportbefreiungSchiefhals:SchulsportbefreiungPatella:Luxation, SchulsportbefreiungPatella:Luxation, SchulsportbefreiungPatella:Luxation, SchulsportbefreiungOsteochondrosis dissecans:SchulsportbefreiungOsteochondrosis dissecans:SchulsportbefreiungOsteochondrosis dissecans:SchulsportbefreiungHüftluxation:SchulsportbefreiungHüftluxation:SchulsportbefreiungHüftluxation:SchulsportbefreiungHüftdysplasie:SchulsportbefreiungHüftdysplasie:SchulsportbefreiungHüftdysplasie:SchulsportbefreiungHaltungsschwäche:SchulsportbefreiungHaltungsschwäche:SchulsportbefreiungHaltungsschwäche:SchulsportbefreiungEpiphyseolysis capitis femoris:SchulsportbefreiungEpiphyseolysis capitis femoris:SchulsportbefreiungEpiphyseolysis capitis femoris:SchulsportbefreiungArthritis:SchulsportbefreiungArthritis:SchulsportbefreiungArthritis:Schulsportbefreiung

Tab. 7.2
Erkrankung Vollfreistellung Umfang der Teilfreistellung Dauer
Schiefhals Postop. 3 Mon. Schnelle Rotationsbewegungen 3 Mon.
Thoraxdeformitäten (Trichter-, Kielbrust) Bei Beeinträchtigung des kardiopulmonalen Systems Auf Dauer
WK-Fehlbildungen Extreme axiale Belastungen Auf Dauer
Spondylolyse Extreme lumbale Hyperlordosierung2 Auf Dauer
Spondylolisthesis Bei akutem Gleiten bzw. neurol. Ausfällen 2–6 Mon. Lumbal hyperlordosierende Belastung Bis ca. 22. Lj.
Morbus Scheuermann
  • Florides Stadium

3–6 Mon. Stark oder dauernde kyphosierende, lordosierende oder axiale Belastung Für die Dauer des Wachstums
  • Bei Residuen nach Wachstumsabschluss

Abhängig vom Ausmaß der WK-Fehlbildungen Auf Dauer
Haltungsanomalien, -fehler, -schwächen (Rund-, Flach-, Hohlrücken)
Idiopathische Skoliose
  • ab 20°

Extreme axiale Belastungen Bis Wachstumsabschluss
  • > 40° bzw. Progredienz

Alle axialen Belastungen und Dauerbelastungen Auf Dauer
  • > 50° (bei evtl. Ind. zu OP)

Dauer der postop. NB Alle axialen Belastungen und Dauerbelastungen Auf Dauer
  • Postop.

1 J. postop. Individuell, kein Leistungssport, Kontaktsportarten, Springreiten, Bodenturnen Individuell
Spondylitis 3–6 Mon.
Habituelle Schulterluxation (nicht operiert) Abduktions- und Außenrotationsbewegungen (Wurf, Stoß) Bis zur erfolgreichen OP
BLD > 5cm Nach OP individuell Lange Laufbelastung, Sprung, Sprint Auf Dauer oder bis Korrektur
Coxa valga bzw. Hüftdysplasie Bei Subluxationsstellung lange Laufbelastung, Sprung und Sprint Auf Dauer
Kongenitale Hüftluxation Alle Belastungen außer Schwimmen und leichter Gymnastik Auf Dauer
Genua valga, vara, recurvata Nach OP 3–5 Wo. Nur bei starker Fehlbelastung: Lange Laufbelastung, Sprung, Sprint Auf Dauer oder bis zur Korrektur
Morbus Perthes Im Initialstadium 6 Wo. Alle Belastungen außer Schwimmen und Gymnastik im Sitzen∗∗ 1–3 J.
Epiphyseolysis capitis femoris Während der op. Primärbehandlung Wie bei Morbus Perthes Bis zum Wachstumsabschluss
Osteochondrosis dissecans (Knie, Hüfte, SG) 6 Wo. postop. Bis zur Konsolidierung alle Belastungen außer Schwimmen und Gymnastik im Sitzen Knie: ½–3 J. Hüfte: ½–2 J.
Morbus Sinding-Larsen, Morbus Schlatter Für die Dauer der Schmerzen Belastungsaufnahme in folgender Reihenfolge: Schwimmen, Gymnastik, Laufen, Spiele, Sprung 4–12 Wo.
Chondropathia patellae Bei Synovitis 2–4 Wo. Kraftbelastung in und aus der tiefen Kniebeuge, lange Laufbelastung 4 Wo.–2 J.
Habituelle Patellaluxation 1 Wo. nach Luxation Sprint, Sprung, Brustschwimmen, Spiele Bis zur operativen Korrektur
Arthritis
  • Bakteriell

2–6 Mon. Bei Defektheilung entsprechend der Lokalisation Auf Dauer
  • Rheumatoid

Für die Dauer des akuten Schubs Abhängig von der Lokalisation Auf Dauer
  • Symptomatisch

2–6 Wo.
Osteomyelitis Bis zur Ausheilung Abhängig von Lokalisation und strukturellen Veränderungen 3–6 Mon.
Morbus Bechterew Für die Dauer des akuten Schubs Alle Maximalkraft und statische Kraft-Ausdauer-Belastungen Über J., oft auf Dauer

betrifft nur Wettkampfsport (v. a. Sprungsportarten)

∗∗

betrifft nur Wettkampfsport (Geräteturnen, Delphinschwimmen)

Sportmedizin und Orthopädie

Holger Schmitt

  • 7.1

    Sportverletzungen196

    • 7.1.1

      Definition, Epidemiologie und Ätiologie196

    • 7.1.2

      Auge, Ohr und Gesichtsschädel197

    • 7.1.3

      Wirbelsäule198

    • 7.1.4

      Obere Extremität199

    • 7.1.5

      Becken und Hüftgelenk200

    • 7.1.6

      Kniegelenk201

    • 7.1.7

      Sprunggelenke und Fuß201

    • 7.1.8

      Muskelverletzung (funktionell, strukturell)202

    • 7.1.9

      Sehnenrupturen203

  • 7.2

    Überlastungsschäden und Überlastungsfolgen207

    • 7.2.1

      Definition207

    • 7.2.2

      Tendopathien und Insertionstendopathien207

    • 7.2.3

      Knöcherne Stressreaktionen210

    • 7.2.4

      Muskelkater (Delayed Onset Muscle Soreness; DOMS)210

    • 7.2.5

      Funktionelles Kompartmentsyndrom211

  • 7.3

    Schulsport211

  • 7.4

    Sport mit Endoprothesen214

  • 7.5

    Behindertensport216

  • 7.6

    Doping216

Sportverletzungen

Definition, Epidemiologie und Ätiologie

Definition
Alle Verletzungen, die akut während des Sporttreibens (Wettkampf oder Training) auftreten.Sportverletzungen
Epidemiologie
In Deutschland ca. 40 Mio. Sporttreibende, davon ca. 26 Mio. im Deutschen Sportbund (DOSB) organisiert. Mitgliederstärkste Sportart Fußball, gefolgt von Turnen, Tennis, Schützen, Leichtathletik. Zunehmender Anteil von Fun- und Risikosportarten (Luftsportarten, Inlineskaten, Wakeboard u. a.).
  • Verletzungen nach Körperregionen: Etwa ⅔ untere Extremität, 20 % obere Extremität, 7–10 % Rumpf, 1,5–3 % Kopf, unterschiedlich je nach Sportart:

    • Rumpf: z. B. Speerwerfen, Gewichtheben, Schwimmen, Rudern.

    • Obere Extremität: z. B. Wurfsportarten, Reiten, Ringen, Kegeln, Rad fahren.

    • Untere Extremität: z. B. Leichtathletik, Schlagsportarten, Ballsportarten, Skilaufen, Tanzen.

  • Geschlechtsverteilung: Etwa ⅔ bis ¾ der Verletzten sind männlich.

  • Altersverteilung: > 40 % der Verletzten 20–30 J.

  • Diagnosen: Altersabhängig:

    • Kinder: > 40 % Frakturen (unvorsichtiges Verhalten, Bewegungsdrang, ungenügende Koordination, schwache Muskulatur).

    • Erw.: ca. 40 % Distorsionen, etwa 30 % Frakturen, Luxationen und Bandverletzungen, 10 % Kontusionen, 10 % Muskel- und Sehnenverletzungen.

Unfallursachen
Subjektive Unfallursachen: Ungenügende Vorbereitung (Unfall:Sportmangelhafte Technik, unzureichendes Aufwärmen, schlechte Kondition), unzureichende Regenerationsphasen (Überlastung, Übermüdung), Infekte und nicht ausgeheilte Verletzungen, Regelverstöße, Disziplinlosigkeit, unüberlegtes Handeln.
Objektive Unfallursachen: Ungenügende Sportausrüstung, Witterungsfaktoren, Fremdeinwirkung durch Unzulänglichkeit von Gegner oder Partner, Sportstätten, Sportgeräte, sportartspezifische Risiken.
Prophylaxe von Sportverletzungen: Frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Sportverletzungen bis zur kompletten Ausheilung. Planung regenerativer Phasen und Ausgleichssport. Geeignete Sportausrüstung, ausgewogene Ernährung, Steuerung der Belastungsintensität, insbes. bei Zeichen der Ermüdung und Überlastung, Ausheilen von lokalen oder allg. Körperinfekten, Verbesserung der Koordination.
Sofortmaßnahmen am Unfallort
Bei geschlossenen Verletzungen der Haltungs- und Bewegungsorgane:

PECH-Schema (nach Böhmer)

  • Pause: Abbruch PECH-Schemader sportlichen Tätigkeit, Untersuchung zur Schadensfeststellung.

  • Eis-„Wasser“: Sofortige Kühlung: Kompressionsverband mit Eiswasser oder kaltem Wasser anfeuchten, sofern keine offene Wunde besteht.

  • Compression: Druckverband mit mäßiger Spannung.

  • Hochlagerung des verletzten Körperabschnitts.

  • Evtl. Transport zur weiteren Diagn. (z. B. Rö, Sono).

Auge, Ohr und Gesichtsschädel

Auge

Verletzungen am häufigsten beim Squash, gefolgt von Eishockey, Tennis, Feldhockey, Boxen.

Ätiologie
Auge:SportverletzungVerletzungen der vorderen Augenabschnitte durch kleine elastische Hohlbälle und kleine, fast unelastische Vollbälle, der hinteren Augenabschnitte (müssen häufiger operativ versorgt werden) durch größere luftgefüllte Hohlbälle.
Klinik
Über 50 % Augenprellungen, mehr als 15 % Fremdkörperverletzungen, etwa 10 % Inf. oder Reizungen, Strahlen-, chemische und physikalische Einwirkungen, etwa 5 % Schnitt- und Spießungsverletzungen.
Therapie und Prophylaxe
Sofortige augenärztliche Konsultation. Prophylaxe durch Tragen von Gesichts- oder Augenschutz (insbes. Squash, Eishockey, Baseball, Badminton, Doppelspieler im Tennis).
Ohr
Ätiologie und Klinik
  • Äußeres Ohr:SportverletzungOhr: Ohrmuschelverletzungen bei Kampfsportarten; nichtbehandelte und rez. Othämatome führen zu Deformationen (Blumenkohl-, Ringer- oder BlumenkohlohrBoxerohr), selten Gehörgangsfrakturen.

  • Mittelohr: Traumatische Trommelfellperforation durch direkten Schlag; Felsenbeinlängsfraktur → Schallleitungsschwerhörigkeit. Cave: Otoliquorrhö.

  • Innenohr: Felsenbeinquerfraktur → sensoneurinale Schwerhörigkeit und Spontannystagmus möglich.

Therapie
  • Äußeres Ohr: Punktion bzw. Ausräumung der Hämatome.

  • Mittel- und Innenohr: Sofortige fachärztliche Untersuchung (HNO), weiterführende Diagn. (CT, MRT).

Gesichtsschädel
Formen
Zentrale oder laterale Mittelgesichtsfrakturen (insbes. bei Mannschafts- und Kampfsportarten).
Klinik und Diagnostik
  • Äußere Verletzungszeichen, Gesichtsschädel:SportverletzungHämatome, evtl. neurol. Ausfallserscheinungen, Reflexunterschiede.

  • Bei Verdacht Rö und CT (Nachweis einer Liquorfistel durch CT mit intrathekaler KM-Gabe).

Prophylaxe
Anzahl schwerwiegender Schädelverletzungen kann durch Tragen von Schutzhelmen (Rad fahren, Boxen, American Football) deutlich verringert werden.

Wirbelsäule

Epidemiologie
1–3 % aller Sportverletzungen, ca. 5 % aller Sportschäden betreffen die WS.Wirbelsäule:Sportverletzung
Ätiologie
  • RM: Verletzungen mit RM-Läsion (Querschnittlähmung 18.6) durch Hochgeschwindigkeits- und Risikosportarten (Luftsportarten, Ski alpin, Motocross, Rad fahren, Reiten), am ehesten BWS und BWS:SportverletzungLWS betroffen. LWS:SportverletzungBadeunfälle häufig mit Halsmarkschädigung bei überwiegend jüngeren, männlichen Sporttreibenden. 8 % aller erworbenen Querschnittlähmungen durch Sport- und Badeunfälle.

  • HWS (10.5.3): Besonders gefährdet bei HWS:SportverletzungRingen (Überstreckung und Rotation), Judo, Eishockey.

  • BWS, LWS (10.5.4): Hochgeschwindigkeitssportarten (Rad fahren, Motocross, Ski alpin), Risikosportarten (z. B. Luftsportarten).

Sportempfehlungen bei Deformitäten der Wirbelsäule
Skoliose
Diagn. und Ther. 10.6.9.
  • Ursache klären (85 %Skoliose:Sportempfehlung idiopathisch), Suche nach weiteren Fehlbildungen.

  • Sportliche Belastbarkeit abhängig von Phase der körperlichen Entwicklung, dem bestehenden Ausgangswinkel (standardisierte WS-Ganzaufnahmen im Stand) und der zu erwartenden Progredienz. Empfehlungen des Arbeitskreises Skoliose der DGOOC:

    • 10–20° (nach Cobb): Alle Sportarten sind möglich, spezielle Empfehlungen nicht erforderlich, aktive Schulsportteilnahme empfohlen.

    • 21–40°: Alle Sportarten grundsätzlich möglich (keine Stoßbelastungen), aktive Schulsportteilnahme empfohlen, während Sportausübung keine Orthese.

    • > 41°: Wie bei Skoliosen von 21–40° evtl. kardiopulmonale Einschränkungen zu berücksichtigen.

  • Operierte Pat.: Generelle Empfehlung nicht möglich, Festlegung vom Operateur 1 J. postop. (Art des Instrumentariums, Länge der Spondylodese); nicht empfehlenswerte Sportarten: Kontaktsportarten, Bodenturnen, Springreiten, Trampolin, Leistungssport.

Erhöhter Anteil funktioneller Skoliosen bei Kaderuntersuchungen von Speerwerfern, Tennisspielern, Turnern, Schützen, Kanuten (Kanadier) und Footballspielern, allerdings bislang kein wissenschaftlicher Nachweis „skoliosefördernder“ Sportarten.

Hyperkyphose, Morbus Scheuermann
Diagn. und Ther. 10.6.6, 10.6.7.
  • Im floriden Stadium Sportverbot, Hyperkyphoseauch Morbus Scheuermann:SportempfehlungSchulsportbefreiung für meist 3–6 Mon.

  • Empfehlung sportlicher Betätigung nach Abschluss des Wachstums richtet sich nach dem Ausmaß der verbliebenen WK-Fehlbildung und der Belastungsfähigkeit der ventralen Abschnitte der WS.

  • !

    Sportliches Training bei Kindern korreliert mit größerem Kyphosewinkel.

Spondylolyse und Spondylolisthesis
Diagn. und Ther. 10.6.10.
  • Gehäuft bei Spondylolyse:SportempfehlungSpondylolisthesis:SportempfehlungSportarten, in denen Hyperextensions- und Rotationsbelastungen komb. auftreten (Speerwerfer 50 %, Stabhochspringer 39 %, Gewichtheber 30 %, Turner 3–30 %, Ringer 30 %, Turmspringer 29 %, Football 24 %).

  • Ursache: Anlagebedingt oder Stressfraktur (Interartikularportion) als Zeichen eines repetitiven Mikrotraumas.

  • Sportempfehlung:

    • Bei einseitiger Spondylolyse ohne klin. Symptomatik klin. und radiologische Kontrolle nach 1 J. ohne Einschränkung der Sportfähigkeit.

    • Bei beidseitiger Spondylolyse oder Spondylolisthesis mit und ohne klin. Symptomatik klin. und radiologische Kontrolle nach 6 Mon., Sporttauglichkeit vorübergehend eingeschränkt, Vermeidung hyperextendierender und rotatorischer Krafteinflüsse.

  • Wahrscheinlichkeit zunehmender Beschwerden steigt mit Ausmaß des Gleitprozesses, zunehmendem Inklinationswinkel des Sakrums, frühem Beginn der Symptome.

Obere Extremität

Ätiologie
Akute Verletzungen v. a. in Kontaktsportarten (American Football, Rugby, Eishockey, Handball), auch bei Stürzen (Rad fahren, Reiten, Inlineskaten). Frakturen am häufigsten an UA und Fingern, Luxationen am häufigsten an Schulter und Fingern.obere Extremität:Sportverletzung
Sportfähigkeit nach operativer Versorgung
Individuelle Abstimmung je nach Belastung in der Sportart erforderlich:
  • AC-Gelenk-Verletzung (9.1.3): 10–12 Wo.

  • Klavikulafraktur (9.1.5): 10–12 Wo.

  • Sternoklavikulargelenkluxation (9.1.7): 6–8 Wo.

  • Traumatische Schultergelenkluxation (9.1.16): 6 Mon.

  • Rotatorenmanschettenruptur (9.1.23): 10–12 Wo.

  • Humerusfraktur, proximal (9.2.1): 10–12 Wo.

  • Humerusschaftfraktur (9.2.3): 3–6 Mon.

  • Bizepssehnenruptur (9.2.4): 8–12 Wo.

  • Ellenbogengelenkfraktur (9.2.6): 3–4 Mon.

  • Ellenbogenluxation (9.2.7): 3–4 Mon.

  • Distale Radiusfraktur (9.2.21): 3–4 Mon.

  • Skaphoidfraktur (9.3.5): 3–4 Mon.

  • Bennett-, Rolando- und Winterstein-Fraktur (9.3.8): 10–12 Wo.

  • Mittelhand- und Fingerfrakturen (9.3.10): 8–12 Wo.

  • Skidaumen (9.3.11): 8–12 Wo.

  • Beugesehnenverletzung (9.3.17): 8–12 Wo.

  • Strecksehnenabrisse (9.3.17): 8–12 Wo.

Becken und Hüftgelenk

Epidemiologie
Häufig bei jugendlichen Sportlern und Lauf- bzw. Kontaktsportarten; bei Jugendlichen Epiphysen- und Apophysenverletzungen, bei Erw. schwerwiegende Becken- und Hüftverletzungen insbes. im Motorsport und bei Bergunfällen.Becken:SportverletzungHüftgelenk:Sportverletzung
Abrissfrakturen
Lokalisationen
  • Abrissfraktur:BeckenSpina iliaca ant. superior: M. tensor fasciae latae, M. sartorius.

  • Spina iliaca ant. inferior: M. rectus femoris („Sprinters Sprinters FractureFracture“).

  • Tuber ischiadicum: M. semitendinosus, M. semimembranosus, Caput longum m. bicipitis, M. adductor magnus.

  • Trochanter minor: M. iliopsoas.

Klinik
  • Lokal erheblicher DS, Schwellung und Hämatom.

  • Aktive Bewegung des betroffenen Muskels abgeschwächt oder unmöglich, lähmungsähnlicher Befund.

Diagnostik und Differenzialdiagnosen
  • Anamnese: Abrupter Abbruch der Lauf- oder Sprungbewegung, häufig Sturz.

  • Beckenübersicht.

  • !

    Ossifikationsvarianten, persistierende Apophysen, deshalb unbedingt Seitenvergleich.

  • DD: Muskelverletzungen, Sehnenriss, Tumoren.

Therapie
Konservative Therapie
  • Regelfall.

  • Lagerung und Teilbelastung im schmerzfreien Bereich.

  • Antiphlogistische (16.5.1) und muskelrelaxierende (16.5.6) Medikation.

  • Muskeltonisierende KG in schmerzfreier Stellung.

  • Teilbelastung bis Körpergewichtsbelastung nach 2–3 Wo.

  • Sportliche Belastbarkeit nach 12 Wo., Wettkampfbelastbarkeit 1–2 Mon. danach.

Operative Therapie
  • Bei erheblicher Dislokation Refixation der Apophyse mit Zuggurtung oder Verschraubung.

  • Frühfunktionelle NB im schmerzfreien Bereich.

  • Teilbelastung bis zunehmende Körpergewichtsbelastung ca. 2–3 Wo. postop.

  • Sportliche Belastbarkeit nach 8–12 Wo., bei ausreichend Beweglichkeitszustand und muskulärem Trainingszustand der betroffenen Extremität. Wettkampffähigkeit ca. 1–2 Mon. danach.

Leistenschmerz des Sportlers
Ther. 7.2.2 bzw. 7.2.3.
Ätiologie
  • Leistenschmerz (Sportler)Insertionstendinose (am häufigsten).

  • Labrumläsion.

  • Koxarthrose.

  • Femuroazetabuläres Impingement (FAI).

  • Leistenhernien.

  • Spondylogene Ursachen.

  • SIG-Sy.

  • Psoas-Sy.

  • Bursitis iliopectinea.

  • Stressfrakturen.

  • Symphyseninstabilität.

  • Nervenkompressionssy.

  • Epi- und Apophysenlösungen.

  • Internistische Ursachen (Urologie, Gastroenterologie).

Diagnostik
Lokaler Druck- und Dehnungsschmerz (manualtherapeutische Untersuchung), ergänzende Rö-Diagn., evtl. MRT (bei V. a. Labrumläsion Arthro-MRT erforderlich).

Kniegelenk

Anamnese und Knie:SportverletzungUntersuchung 13.2.2.
Ätiologie
  • Je nach Sportart betreffen 15–30 % der Sportverletzungen das Kniegelenk.

  • Häufig bei Ballsportarten (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball), Ski alpin, Kampfsportarten (Ringen, Judo).

Sportfähigkeit nach Verletzungen
  • Seitenbandverletzung (Bandruptur:Sportfähigkeit 13.2.7): 4–8 Wo.

  • Kreuzbandruptur (13.2.8): kons. 6–12 Wo., operativ 9–12 Mon.

  • Meniskusverletzungen (13.2.10): 4–6 Wo.

  • Knorpelverletzungen (auch 13.2.16): Je nach OP bis zu 1 J. postop. (Microfracturing ca. 6 Mon., Knorpel-Knochen-Transplantation ca. 6 Mon., autologe Chondrozytentransplantation ca. 1 J.).

  • Verletzungen der Muskeln und Sehnen (13.2): 4–8 Wo., bei operativ versorgten Rupturen 10–12 Wo.

  • Frakturen: Patellafraktur (13.2.19) bzw. Tibiakopffraktur (13.2.32): 6–12 Mon.

  • Extraartikuläre Weichteilverletzungen: 3–4 Wo.

  • Epiphysenverletzungen (1.4.9): Je nach Versorgung und vorliegender Wachstumsstörung.

Sprunggelenke und Fuß

Ätiologie
Sprunggelenk:SportverletzungFuß:SportverletzungSprunggelenkverletzungen im Sport am häufigsten (bis zu 40 %), Sportarten mit hoher Verletzungsinzidenz: Bergwandern, Fußball, Basketball, Volleyball, Laufen, Squash.
Sportfähigkeit nach Verletzungen
  • Grundsatz: Beschwerdeabhängig.

  • Frakturen: Sprunggelenkfraktur (13.3.3), Kalkaneusfraktur (13.3.13), Talusfraktur (13.3.11): 3–6 Mon.

  • Kapsel-Band-Verletzungen: Außenbandruptur (13.3.5), Syndesmosenruptur (13.3.4): 2–4 Mon.

  • Sehnenverletzungen: Achillessehnenruptur:SportfähigkeitAchillessehnenruptur (7.1.9): 5–9 Mon.

  • Osteochondrosis dissecans: Talus (13.3.12): 6–12 Mon.

Muskelverletzung (funktionell, strukturell)

Definition
Folge einer plastischen Verformung der betroffenen Muskeln bzw. Muskelanteile. Muskelzerrung: Anatomische Struktur bleibt erhalten; Muskelfaserriss bzw. Muskelriss: Zunehmend makroskopisch erkennbare Kontinuitätsunterbrechung.Muskelverletzung
Ätiologie und Pathophysiologie
  • Kalte Witterung, unzureichende Aufwärmung vor der sportlichen Belastung. Neigung zu Muskelverhärtungen vor Muskelverhärtungder zur Verletzung führenden Aktivität.

  • Klassifikation nach Müller-Wohlfahrt et al.:

    • Funktionell:

      • 1. Überlastungsbedingte Typen: 1a ermüdungsbedingte Muskelverhärtung, 1b „Muskelkater“ (DOMS).

      • 2. Neuromuskuläre Typen: 2a neurogene Muskelverhärtung, 2b „MuskelzerrungMuskelzerrung“.

    • Strukturell:

      • 3. Partielle Rupturen: 3a MuskelfaserrissMuskelfaserriss, 3b Muskelbündelriss

      • 4. (Sub-)Totaler MuskelrissMuskelriss oder sehniger Aus-/Abriss.

Klinik und Diagnostik
  • Anamnese:

    • Funktionell: Eher rasch zunehmender, krampfartiger Schmerz.

    • Strukturell: Faserriss/Riss: Akut auftretender, stechender Schmerz. Schnelle Bewegungsabläufe nicht mehr möglich.

  • Klinik und Diagnostik:

    • Druck-, Dehn- und Anspannungsschmerz; Schonhaltung.

    • Zerrung: Evtl. spindelförmige, abgrenzbare Zone tastbar.

    • Faserriss: Evtl. äußerlich sichtbares Hämatom.

    • Teilruptur, komplette Ruptur: Äußerlich sichtbares Hämatom distal der Verletzung. Tastbare Delle (Frühstadium), partieller bis kompletter Funktionsverlust.

  • Sono mittels 5-MHz-Linear- oder Sektorscanner: Lokalisation und Ausdehnung eines Risses bzw. Hämatoms.

Therapie
Konservative Therapie bei Muskelzerrung und -faserriss
  • Sofortige (Min. sind wichtig!) Maßnahmen nach dem PECH-Schema (7.1.1).

  • 1.–3. Tag: Muskeltonus senken. Elektrother. (Elektrotherapie:MuskelverletzungGalvanisation, Iontophorese; 20.4.1), manuelle Lymphdrainage, funktionelle Verbände (Tape, elastische Binde; 3.1.6), abschwellende Salbenverbände (z. B. Exhirud®-Salbe, Voltaren Emulgel®), orale Antiphlogistika (z. B. NSAR:MuskelfaserrissDiclofenac 3 × 50 mg/d, Magenanamnese!), fibrinolytische Enzyme (Phlogenzym® 3 × 2 Drg./d über 2–3 Wo.), Muskelrelaxanzien (evtl. Infiltrationsther. z. B. Traumeel® und Meaverin®).

  • Injektionsbehandlung weiterhin umstritten, wissenschaftlicher Nachweis von Wachstumsfaktoren, PRP oder ACP in der Behandlung von Muskelverletzungen bislang nicht erbracht.

  • Ab 4. Tag: Interferenzstrom, Ultraschall, klassische Massage zur Lockerung der Muskulatur prox. und distal der verletzten Region möglich, leichte Querfriktion, nach 1 Wo. Stretching und passives Dehnen.

  • Sofortige Belastung, sofern dies schmerzfrei möglich ist, z. B. in Form von KG: Muskeltonisierung, Isometrie in Form einer Ganzkörperspannung z. B. nach Brunkow, Vojta (20.2.10); PNF (20.2.7). Trainingsther. mit leichten Laufbelastungen ab dem 5. Tag, schmerzfreier Belastungsaufbau.

Operative Therapie
  • Ind.: Muskelrisse von mehr als ⅓ des Querschnitts, erhebliche Diskontinuität, ausgedehntes Hämatom. Zu erwartender erheblicher Funktionsverlust → OP bei Leistungssportlern oder ambitionierten Freizeitsportlern v. a. an den unteren Extremitäten bei vertretbarer Nutzen-Risiko-Relation (Alter des Pat., Anspruchsdenken).

  • OP-Technik: Ausräumung des Hämatoms, Adaptation der rupturierten Enden mit durchgreifenden resorbierbaren Nähten.

  • NB: Ruhigstellung für mind. 1 Wo., dann dosierte Mobilisation unter Teilbelastung, Teilbelastung bis Körpergewichtsbelastung je nach Lokalisation bis zur 12. Wo., muskeltonisierende KG und ergänzende Ther. unmittelbar postop. (wie bei kons. Behandlung).

Muskeltonisierende KG auf Ganzkörperbasis ist auch bei Gipsruhigstellung möglich und sinnvoll.

Sportliche Belastung
Bei Schmerzfreiheit → Belastungssteigerung. Volle sportliche Belastung der betroffenen Gliedmaße bei Zerrung nach 2–4 Wo., bei Faserriss nach 4–6 Wo., bei Riss nach 12 Wo.
Spätkomplikationen
Zystenbildung, narbige Ausheilung mit Funktionsverlust; Myositis ossificans. Reruptur.

Sehnenrupturen

Definition
Komplette oder partielle Rupturen sowie Rupturen mit knöchernem Ausriss. Häufig bei Sprint- und Sprungbelastungen.Sehnenruptur
Ätiologie
  • Ausgelöst durch abrupte, unkontrollierte Belastungen oder direktes Trauma.

  • Meist deg. Vorschädigungen (Achillessehnenruptur: z. B. Haglund-Ferse mit chron. rez. Haglund-FerseTendionitis der Achillessehne, Bursitis subachillae).Achillodynie

  • !

    Lokale Inj. mit Glukokortikoiden erhöhen die Rupturgefahr.

Achillessehnenruptur
Epidemiologie
Häufigste subkutane Sehnenruptur in Deutschland ca. 5.000/J., M : F = ca. 4 : 1. Häufig 30.–50. Lj., Rupturstelle überwiegend 3–5 cm prox. des Achillessehnenansatzes. Bei Jugendlichen eher EntenschnabelfrakturAchillessehnenrupturEntenschnabelfraktur (knöcherner Ausriss am Kalkaneus).
Klinik
Schmerzhaft erhaltene Geh- und Stehfähigkeit ohne aktive Plantarextension.
Diagnostik
  • Anamnese: Hörbarer Knall, vermeintlicher Tritt gegen die Sehne, stechender Schmerz.

  • Untersuchung: Einbein-Zehenstand unmöglich, kraftlose Plantarextension noch möglich (M. plantaris, M. flexor digitorum longus). Tastbare Delle, pos. Thompson-Test: Kompression der Wade → keine Thompson-TestPlantarextension des Fußes.

  • Rö: Rückfuß in 2 Eb., Ausschluss eines knöchernen Ausrisses.

  • Sono: Sonografie:AchillessehnenrupturRupturnachweis in ca. 70 % der Fälle (Sono auch postop.: Kontrolle Gleitverhalten der Sehne).

Therapie
Grundsätze
  • Sofortmaßnahmen nach dem PECH-Schema (7.1.1).

  • Meist OP bei sportlich sehr aktiven Pat., kons. Behandlung bei Pat. mit Teil- und Totalrupturen, bei denen sich die Stumpfenden in 20° Plantarextension bis auf 5 mm annähern (Sono), weit prox. gelegene Rupturen.

  • Frische Achillessehnenrupturen werden (in Mitteleuropa) eher operativ versorgt (zahlreiche Methoden); beim Leistungssportler zwingende Ind. In angloamerikanischen Ländern eher kons. Verfahren.

Operative Therapie
Abb. 7.1.
  • Frische Ruptur (bis ca. 3 Wo.): OP durch End-zu-End-Sehnennaht (nach Kessler-Kirchmayr, Lange oder Bunell, 1.2.6); perkutane Nahttechniken (Ma und Griffith), die das Risiko der Wundheilungsstörung und Inf. reduzieren; wegen erhöhter KO keine prim. Durchflechtungsnaht mit der Plantaris-longus-Sehne.

  • Alte Ruptur mit verstärkter Retraktion der Stumpfenden: Meist plastisches Verfahren notwendig: Peroneus-brevis-, Umkipp-Peroneus-brevis-Plastik, Umkipp-PlastikGriffelschachtel- oder Z-GriffelschachtelplastikPlastik.

  • Knöcherner Ausriss: Verschraubung.

Nachbehandlungsvorschlag (konservativ und operativ)
  • Bis 5. Tag: OS-Liegeschale oder Orthese (30° Spitzfuß), Eis, leichte passiv geführte Bewegungsübungen aus der Schale (Flex./Ext./Pro./Sup.), PNF der Gegenseite (20.2.7), Mobilisation an UAGST unter Entlastung.

  • Bis 2. Wo.: Achillessehnenentlastungsschuh 24 h/d, 3 cm Absatz, Eis, passiv geführte Bewegungsübungen ohne Schuh, Volllast von Beginn an möglich, je nach Beschwerden anfänglich UAGST bis Gangbildstabilisierung.

  • 3.–4. Wo.: Fahrradergometer mit Schuh, Achillessehnenentlastungsschuh 2 cm.

  • 4.–6. Wo.: Achillessehnenentlastungsschuh 12 h/d, 1 cm Absatz, passiv geführte Bewegungsübungen ohne Schuh, Fahrradergometer mit Schuh, isometrische Übungen, Koordinationstraining (Kreisel, Minitrampolin) mit Schuh, Volllast.

  • Ab 8. Wo.: Silikonkissen im Konfektionsschuh, passiv geführte Bewegungsübungen ohne Schuh, leichte Muskeldehnung von prox., Forcieren der isometrischen Übungen, aktive dynamische Übungen, Isokinetik, Krafttraining, Fahrradfahren/Schwimmen ohne Einschränkung.

  • Ab 10. Wo.: Ferseneinlage 1 cm für 6 Mon. (z. B. Visko-Heel), Lauftraining in ebenem Gelände.

  • 13.–16. Wo.: Ferseneinlage 0,5 cm für 6 Mon., Sportfähigkeit.

Sportliche Belastung
  • Frühestens ab 4. Mon., aber nur bei normaler Beweglichkeit und Muskulatur.

  • Nach ca. 6 Mon. wettkampfmäßiges Training.

  • !

    Bei vorzeitiger sportlicher Belastung Rerupturen zu über 70 %.

Prognose
OP mit geringerer Rerupturrate (2–3 %) als kons. Ther. (2–8 %), allerdings Nachteile der operativen KO.
Quadrizepssehnenruptur
Epidemiologie
Bevorzugtes Alter ab dem 50. Lj., Ruptur der Sehne oder Abriss des oberen Patellapols.Quadrizepssehnenruptur
Ätiologie
Bagatellereignis, häufig unkontrollierte, abrupte Bewegung. Häufig bei Gewichthebern.
Klinik
Aktives Streckdefizit (gestrecktes Bein kann nicht von der Unterlage abgehoben werden), suprapatellare Delle (Frühstadium), später Hämatomschwellung, abnorme Patellaverschiebemöglichkeit v. a. nach distal.
Diagnostik
  • Rö: Kniegelenk in 2 Eb. → Patellatiefstand (4.1.9), z. B. mit Ausriss des oberen Patellapols.

  • Sono: Kontinuitätsunterbrechung, Hämatom.

Therapie
Sofortmaßnahmen nach dem PECH-Schema (7.1.1).
Operative Therapie
  • Sehnenruptur: End-zu-End-Naht (Durchflechtungsnähte), Rahmennaht als Sicherungsnaht bei Sehnenruptur mit z. B. 0er-PDS.

  • Knöcherner Abriss am oberen Patellapol: Parallel angeordnete Drahtcerclage um das Polfragment oder Knochenanker (z. B. Mitek).

Nachbehandlung
  • Sehnenruptur:

    • Orthese für 6 Wo., Teillast für 6 Wo., Patellamobilisation und muskeltonisierende KG bereits unmittelbar postop.

    • Beginn frühfunktioneller NB 2 Wo. postop. (0–0–60 bis Anfang 3. Woche, dann 2 Wochen 0–0–90, dann frei)

    • Ab der 5. Woche Volllast erlaubt.

    • Sportliche Belastung nach 4–6 Mon., aber nur bei normaler Beweglichkeit und Muskulatur.

  • Knöcherner Abriss:

    • Bei sicher liegender Drahtcerclage frühfunktionelle Behandlung → Patellamobilisation.

    • Teilbelastung mit gestrecktem Bein ab dem 3. Tag.

    • Aktives Strecken und Beugen ohne peripheren Widerstand bis zur 6. Wo.

    • Steigerung von Belastung und Beweglichkeit bis zur 8. Wo.

    • Sportliche Belastung nach ca. 4 Mon., aber nur bei normaler Beweglichkeit und Muskulatur.

Patellasehnenruptur
Epidemiologie
Überwiegend bei Pat. im 30.–50. Lj. Gleicher Unfallmechanismus und gleiche Rupturformen wie bei der Quadrizepssehnenruptur zzgl. des knöchernen Ausrisses der Tuberositas tibiae.Patellasehnenruptur
Klinik
Aktives Streckdefizit, infrapatellare Delle, Patellahochstand, abnorme Patellaverschieblichkeit nach proximal.
Diagnostik
  • Rö: Patellahochstand (4.1.9), knöcherne Ausrisse.

  • Sono: Kontinuitätsunterbrechung, Hämatom.

Therapie
Erstversorgung nach dem PECH-Schema (7.1.1).
Operative Therapie
  • Interligamentäre Ruptur: End-zu-End-Naht mit 0er-PDS (1.2.6), zusätzliche Sicherung durch Drahtcerclage (Tuberositas tibiae und Patella, ovalär angelegt) oder nichtresorbierbare Rahmennaht.

  • Knöcherne Abrisse: Am oberen Patellapol Drahtcerclage wie oben, Knochenanker oder Schraubenfixation des Polfragments.

  • Tuberositasabriss: Schraubenfixation oder Zuggurtung.

Nachbehandlung
  • Wie Quadrizepssehnenruptur. Entfernung der Drahtcerclage 10–12 Wo. postop.

  • Sportfähigkeit: Frühestens 4 Mon. postop. bzw. nach Trauma, aber nur bei normaler Beweglichkeit und Muskulatur.

Überlastungsschäden und Überlastungsfolgen

Definition

Fehlbeanspruchung als Folge eines Missverhältnisses zwischen der individuell möglichen Belastbarkeit des Binde- und Stützgewebes und der tatsächlichen Belastung durch Training und Wettkampf. Chron. einwirkende Mikrotraumen auf Stütz- und Bindegewebe → reversible Funktionsbehinderungen. Ohne adäquate Behandlung → irreversible Störungen = Überlastungsschaden.ÜberlastungsschädenÜberlastungsfolgen

Tendopathien und Insertionstendopathien

Definition
Reaktive, schmerzhafte Entzündungsreaktion der Sehne bzw. Sehneninsertion, häufig mit deg. Veränderungen dieser Gewebebereiche.TendopathieInsertionstendopathie
Einteilung
Klinik und Diagnostik
  • Anamnese: Erste Sehnenschmerzen häufig am Tag nach extremen bzw. ungewohnten sportlichen Belastungen, bei schlechtem Trainingszustand, grippalem Infekt, ungewohntem Bodenbelag, neuem Tennisschläger u. a. Begleitumständen.

  • Anlaufschmerzen, die unter Belastung verschwinden, dann anhaltende Schmerzen unter Belastung.

  • Lokaler Druck- und Dehnungsschmerz, Schmerzen bei Belastung gegen Widerstand, Verhärtung und Verkürzung der Erfolgsmuskulatur.

Therapie
  • Sportkarenz, solange die Beschwerdesymptomatik andauert (z. T. 3–6 Mon.).

  • Akutstadium (3–4 Tage):

    • Entlastung bzw. Teilbelastung im schmerzfreien Bereich, ggf. funktionelle Verbände, lokal Eis, Elektrother. (Galvanisation; Iontophorese 20.4.2).

    • Antiphlogistische Verbände (z. B. Diphlogont®) und Medikation (Diclofenac 3 × 50 mg/d über 2–3 d → Magenanamnese! Phlogenzym® 3 × 2 Drg./d über 3–6 Wo.).

  • Postakutes Stadium:

    • Muskeltonisierende KG, Elektrother. (Interferenzstrom; Ultraschall 20.5.3), Eis, Massage, aktives Stretching (Nutzung der detonisierenden Wirkung der Antagonisten), ggf. ergänzt durch 2–3 Inj. mit Traumeel® und Carbostesin® im Bereich des Sehnenansatzes.

    • !

      Keine Kortikoidinj. → Gefahr der Ruptur (nicht bei Insertionstendopathie im Bereich der oberen Extremitäten, des Schultergürtels und der WS).

  • Inj.-Behandlung weiterhin umstritten, wissenschaftlicher Nachweis von Wachstumsfaktoren, PRP oder ACP in der Behandlung von Muskelverletzungen bislang nicht erbracht.

  • Bei erfolgloser Ther. operative Entlastung des Sehnenansatzes, Entfernung deg., narbiger Sehnenveränderungen.

  • Sportliche Belastbarkeit:

    • Bei Schmerzfreiheit.

    • Statisch orientiertes Muskelaufbautraining (Einbeziehung der rumpfstabilisierenden Muskulatur als Voraussetzung einer optimierten Bewegungskontrolle und Muskeltonisierung), kontrollierte Bewegungen, Vermeidung von in die muskuläre Ermüdung führenden Belastungen, ausreichende Trainingspausen (z. B. jeden 3. Tag bzw. 2. Tag Training, in jedem Fall: Tägliche Stabilisationsgymnastik).

    • !

      Selbst bei Schmerzfreiheit ist das Risiko der erneuten Überlastung groß wegen Muskeldefizits. Pathol. Reaktion i. d. R. erst am Tag nach einem Training bei dynamisch exzentrischer Beanspruchung der betroffenen Wadenmuskulatur, das nachgebende Verhalten dieser Muskulatur muss gewahrt werden.

Komplikationen
Chronifizierung, Ossifikation im Bereich der Sehne, Tendinosis Tendinosis calcareacalcarea und des Sehnenansatzes (Spornbildung).
Paratenonitis
Definition
ParatenonitisEntzündung des Sehnengleitgewebes, Begleiterkr. einer Tendopathie, häufigste Lokalisation: Hand- und Fingerextensoren, Achillessehne (Paratendinitis).
Klinik und Diagnostik
  • Anamnese: Wie Tendopathie und Insertionstendopathie.

  • Druckschmerzhafte Schwellung, Anspannungs- und Dehnungsschmerz, schmerzhafte Krepitation beim Bewegen (Fibrineinlagerung – „Schneeballknirschen“), Verkürzung der SchneeballknirschenErfolgsmuskulatur.

Therapie
  • Tendopathie und Insertionstendopathie 7.2.2.

  • (Para-)Tendinitis Achillessehne: Kons. Ther. mind. 6 Mon., nur bei Erfolglosigkeit OP: Exzision eines verdickten Peritendineums, Lösung von Verwachsungen.

MTSS = Medial Tibial Stress Syndrome
Ätiologie
MTSSMedial Tibial Stress SyndromeMuskelverhärtung im Gefolge von Laufbelastung auf ungewohnten, harten Bodenbelägen, zu abrupter Übergang auf Laufbelastung mit Spikes, ungünstige Fußstabilisierung und verstärkte Pro- und Supinationsstellung.
Therapie
  • Reduktion der sportlichen Belastung (prinzipiell nur im schmerzfreien Bereich), keine Ausdauerbelastung.

  • Lokale und systemische antiphlogistische Maßnahmen, Elektrother., Wechselbäder.

  • Einlagenversorgung im Sportschuh.

  • Konditionserhaltung durch Aquajogging, Schwimmen und Radfahren.

  • Sportliche Belastbarkeit: Im ermüdungsfreien Bereich sofort möglich.

  • OP: Bei Kompartmentsy. (7.2.5).

Knöcherne Stressreaktionen

Definition
„Materialermüdung“ des Knochens. Beispiel eines prim. Sportschadens. Lokalisationen: Tibia, Fibula, Os naviculare, Mittelfuß, Kalkaneus, Sesambeine.Stressreaktionen, knöcherne
Ätiologie
  • Extreme Ausdauer- (Laufen, Gehen, Marschieren) und Sprungbelastungen mit exzessiver, dynamisch-exzentrischer Muskelkontraktion (Tiefsprünge, Reaktivsprünge) mit verstärkter, unkontrollierter Muskelbeanspruchung.

  • Voraussetzung: Häufige, gleichartige submaximale Belastung bei zu geringer Regenerationsphase.

  • Risikofaktoren: BLD, Menstruationsstörungen, Essstörungen, geringe Knochendichte.

Klinik
  • I. d. R. verzögert registrierter zunehmender Belastungsschmerz, der im Anfangsstadium in Ruhe verschwindet, später auch Ruheschmerz.

  • Lokal begrenzter Druck- und Belastungsschmerz, evtl. Weichteilschwellung.

Diagnostik
  • Anamnese: Sportart? Belastung? Menstruationsstörung? Essgewohnheit?

  • Rö in 2 Eb.

    • 1.–2. Wo. unauffällig.

    • Nach 2–4 Wo. evtl. Fissur, vermehrte Sklerosierung.

  • Knochenszintigramm: Bei negativem Rö-Befund und andauernden Beschwerden (Vorteil: Hohe Sensitivität, Nachteil: Geringe Spezifität, Strahlenbelastung).

  • MRT:Stressreaktion, knöcherneMRT: Bei negativem Rö-Befund und andauernden Beschwerden (Vorteil: Hohe Sensitivität und Spezifität, Nachteil: Hohe Kosten), Stadieneinteilung:knöcherne StressreaktionEinteilung nach Arendt:

    • Arendt-EinteilungGrad I: Periostales Ödem (Fettunterdrückung, T2-gewichtet).

    • Grad II: Periostales und Marködem (T2-Wichtung).

    • Grad III: Markraumödem in T1- und T2-Wichtung nachweisbar.

    • Grad IV: Fraktur sichtbar.

Therapie
  • Grad I und II (= Stressreaktion): kons., Trainingspause.

  • Grad III und IV: Trainingspause über 6–8 Wo., bei Tibiavorderkante 3–4 Mon., Os naviculare evtl. Zugschraube, Schenkelhalsfraktur meist OP.

Muskelkater (Delayed Onset Muscle Soreness; DOMS)

7.1.8 Delayed Onset Muscle Soreness
Definition
MuskelkaterVorübergehende belastungsabhängige Muskelschmerzen aufgrund von Muskulatur:MikrotraumatisierungMikrotraumen von Muskelfasern, die ca. 8–24 h nach Überbeanspruchung auftreten. I. d. R. spontanes Verschwinden innerhalb von Tagen.
Diagnostik
Druck- und Dehnungsschmerz der betroffenen Muskulatur, Muskelverhärtung.
Therapie
Bewegungsther. (langsame kontrollierte Bewegungen), Lockerungs- und Dehnungsgymnastik, durchblutungsfördernde Maßnahmen (warme Bäder, Sauna, Lockerungsmassage, Schwimmen).

Funktionelles Kompartmentsyndrom

Definition
Kompartmentsy. Kompartmentsyndrom:funktionelles= Zustand eines erhöhten Gewebedrucks innerhalb eines geschlossenen osteofibrösen Raums; traumatisch (13.2.35) oder funktionell nach Muskelbelastung (akut, chronisch). Am häufigsten US betroffen, Sportarten: Laufen und Sportgehen.
Klinik und Diagnostik
  • Harte Muskelloge, persistierender Schmerz, typische Anamnese.

  • Rö, intrakompartmentale Druckmessung.

Differenzialdiagnosen
Stressfrakturen, Muskelkater, Tenosynovitis, Periostitis, Claudicatio intermittens, Claudicatio spinalis, Phlebothrombose, Thrombophlebitis, komplexes regionales Schmerzsyndrom, Nervenläsion, Infekte, Tumor, Baker-Zyste.
Therapie
  • Akut: Ruhe, keine Hochlagerung, Antiphlogistika, operative Dekompression bei Druckwerten > 40 mmHg.

  • Chronisch: Primär kons., bei Persistenz Fasziotomie (60–100 % beschwerdefrei).

Schulsport

Schulsportunfälle sind BGlich versichert (21.1.3, 22.3.1).

Schulsportbefreiung
  • Orientiert sich am Schulsport:BefreiungAusmaß der Erkr.Schulsport:Unfälle und an den damit verbundenen Funktionsstörungen, der notwendigen Entlastungen und einer möglichst schnellen und risikolosen Wiedererlangung uneingeschränkter Belastbarkeit (Tab. 7.2).

  • Generell ist Vollbefreiung nur bei teilweiser oder vollständiger Entlastung entsprechender Gliedmaßenabschnitte erforderlich.

  • Möglichst frühzeitige Teilsportbefreiung, sofern die damit verbundenen Belastungen die Ther. und Reha nicht behindern. Häufig ist eine Sportrehabilitation vor der Schulsportfähigkeit sinnvoll.

  • Attest für Schulsportbefreiung: Ärztliche Stellungnahme auf Attest:SchulsportbefreiungAntrag der Schule bzw. des Erziehungsberechtigten; diese sollte enthalten:

    • Dauer.

    • Umfang (Voll- oder Teilfreistellung).

    • Verbotene Belastungen bzw. erwünschte Belastung bei Teilfreistellung.

Sport mit Endoprothesen

Definition
Sportartempfehlungen bei Prothesen des Hüft- und Kniegelenks, erarbeitet von der Sektion Reha und Behindertensport der DGSP (www.dgsp.de).Sport:EndoprothesenEndoprothesen:Sport
Grundsätze
  • Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

  • Leistungs- und Wettkampfsport ist in allen Fällen, bei denen das prothetisch versorgte Gelenk am Bewegungsablauf beteiligt ist, kontraindiziert.

Kontraindikationen
  • Sportliche Aktivität bei TEP-Trägern kontraindiziert bei:

    • Gelenkinf.

    • Instabilität.

    • Revisionsendoprothese.

    • Muskelinsuffizienz.

  • Relative KI, d. h. kein generelles Sportverbot (wenig belastende Bewegungsformen sind erlaubt): Übergewicht > 10 % nach Broca.

  • Absolute KI: Leistungs- und Wettkampfsport.

Sportfähigkeit bei TEP-Patienten
Allgemeine Voraussetzungen
  • Keine prothesenbedingte Ruhe- und/oder Belastungsschmerzen.

  • Stabile Herz-Kreislauf-Verhältnisse (Belastungs-EKG bei Pat. > 40 J. erforderlich).

  • OP mindestens 6 Mon. zurückliegend (reizlose Narbenverhältnisse, keine Entzündungszeichen).

  • Funktionelles Gangbild (kein Hinken, keine Gehhilfen, problemloses Treppensteigen, keine Achsfehlstellung, keine signifikanten BLD).

  • Radiologisch keine Zeichen von Lockerung, Osteoporose, Varusposition.

  • Stabilisierung der glutealen Muskulatur (Muskelfunktionswerte 4–5, neg. Trendelenburg-Zeichen, keine Duchenne-Zeichen).

  • Angemessenes Bewegungsausmaß des Gelenks (Extension bis 0° möglich, keine Kontraktur).

Individuelle Voraussetzungen
  • Alter, Körpergewicht, kardiovaskuläre Erkr.

  • Prothesendesign, Implantattechnik.

  • Sportliche Vorerfahrung.

  • Psychische Sportfähigkeit (Ehrgeiz, sportliche Ambition, Vernunft, Risikobewusstsein).

Ziel der Beratung

Individuell richtiger Mittelweg zwischen gelenkstabilisierendem Bewegungsreiz und schädigender Überlastung.

Kontraindizierte Bewegungsabläufe
Gefahr der Implantatlockerung, Luxationsgefahr.
  • Abrupte Rotationsbewegungen.

  • Extensive Adduktion (Scheren, Kreuzen der Beine).

  • Belastungsspitzen (Sprünge, Ballspiele).

Sport nach Hüft-TEP
Besonders geeignete Sportarten
  • Schwimmen: Gut Sportfähigkeit:HüftendoprotheseHüftendoprothese:Sportfähigkeittemperiertes Wasser, Vermeidung von kräftigem Beinschlag beim Brustschwimmen. Beste Disziplin: Kraulschwimmen, Rückenschwimmen.

  • Rad fahren: Sturzgefahr auf freier Strecke, deshalb Heimtrainer empfehlenswert, Damenrad ohne Querstange.

  • Gymnastik: Stets geeignet, sofern das Ziel der Gymnastik nicht die Beweglichkeitsverbesserung, sondern die Erhaltung und Verbesserung der muskulären Leistungsfähigkeit ist. Keine extremen Bewegungen des operierten Gelenks!

  • Rudern: Übermäßige Hüft- und Kniebeugung vermeiden.

  • Paddeln, Wandern, Walking ohne Probleme möglich.

  • Skilanglauf (Diagonalschritt).

Bedingt geeignete Sportarten
  • Dauerlauf: Nur bei guter Lauftechnik, weichem Boden, Stöße dämpfendem Laufschuh, sofern zeitlich begrenzt und ohne Muskelermüdung.

  • Golf: Problemlos bei guter Spieltechnik, d. h. kontrollierter Torsionsbelastung im LWS- und Hüftbereich, unterstützt durch Schuhe ohne Spikes.

  • Tischtennis.

  • Kegeln.

Wenig geeignete Sportarten
Sportarten mit Belastungen im Schnelligkeits-Ausdauer-Bereich, notwendigen Richtungswechseln, Kampfsportarten, Sprungdisziplinen, Ballspiele (Ausnahme Prellball, Schlagball), Rückschlagspiele (Tennis nur dann sinnvoll, wenn z. B. in kontrollierter Form von der Grundlinie gespielt wird), alpiner Skilauf, Reiten.
Sport nach Knie-TEP
  • Sportliche Belastung wesentlich problematischer als nach Hüft-TEP.Knieendoprothese:Sportfähigkeit

  • Sportfähigkeit:KnieprotheseEmpfehlenswerte Sportarten:

    • Schwimmen (Aquajogging).

    • Radfahren.

    • Wandern.

    • Stabilisierende Gymnastikformen.

Behindertensport

Ziel
Sport als Mittel zur Reha Behinderter und chronisch Kranker. Deutscher Behinderten-Sportverband (DBS) über 640.000 Mitglieder (2014).Behindertensport
Behinderungsgruppen
  • Mentale Behinderung:GruppenBehinderung: Lernbehinderung, Down-Sy., ICP, geistige Behinderung.

  • Sinnesbehinderung: Sehschädigung, Blindheit, Gehörlosigkeit, Querschnitt.

  • Motorische Behinderung: Amputation, Dysmelie, Poliomyelitis, Querschnitt.

  • Chronische Erkr.: Asthma, KHK, ICP, Osteoporose, bösartige Erkr., MS, Z. n. Transplantation, Morbus Bechterew u. a.

Wettkampfbereich
  • Gruppen von Sportarten:

    • Wie bei Nichtbehinderten: z. B. Leichtathletik, Schwimmen.

    • Mit Regelanpassung: z. B. Rollstuhltennis, Sitzvolleyball.

    • Neue Sportarten: z. B. Goalball (Torball für Blinde mit Glocke im Ball), Rollstuhlslalom.

  • Schadensklassen (Entwicklung der Klassifizierung im Fluss).

Beurteilung der Sporttauglichkeit
  • Abhängig von KO, Verlauf und Prognose der Behinderung, sportartspezifische Risiken, individuelle Beratung.

  • Informationen im Internet: www.dbs-npc.de

Doping

Definition
  • Als Doping gilt:Doping

    • Die Existenz eines verbotenen Wirkstoffs im Körper eines Sportlers.

    • Der Nachweis der Verwendung eines verbotenen Wirkstoffs aus dem Urin.

    • Der Nachweis des Einsatzes einer verbotenen Methode.

  • Neufassung des Arzneimittelgesetzes (11. September 1998) § 6a: „Es ist verboten, Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden.“

  • Definition (31. Januar 2001) der Medizinischen Kommission des IOC:

    • Doping widerspricht der Ethik sowohl im Sport als auch in der Medizin.

    • Doping besteht aus der Verabreichung von Wirkstoffen, die verbotenen Gruppen pharmakologischer Wirkstoffe angehören, und/oder dem Einsatz verbotener Methoden.

Wirkstoffe und Methoden, die zu allen Zeiten verboten sind (in und außerhalb von Wettkämpfen)
  • S0 Nicht zugelassene Substanzen.

  • S1 Anabole Substanzen.

  • S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren und verwandte Substanzen.

  • S3 Beta-2-Agonisten.

  • S4 Hormone und Stoffwechselmodulatoren.

  • S5 Diuretika und andere Maskierungsmittel.

  • M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen.

  • M2 Chemische und physikalische Manipulation.

  • M3 Gendoping.

Im Wettkampf verbotene Substanzen
  • S6 Stimulanzien.

  • S7 Narkotika.

  • S8 Cannabinoide.

  • S9 Glukokortikoide.

Bei bestimmten Sportarten verbotene Wirkstoffe
  • P1 Alkohol.

  • P2 Betablocker.

Kontrollen
  • Wettkampfkontrollen entsprechen den Regeln der einzelnen Fachverbände.

  • Jeder sportmedizinisch tätige Arzt sollte eine aktuelle Liste verbotener bzw. erlaubter Substanzen besitzen. Wichtig für Orthopäden: Die nichtsystemisch verabreichte Gabe von Glukokortikosteroiden ist erlaubt (keine TUE oder DOU erforderlich). Vorsicht: Infusion ab 50 ml meldepflichtig.

  • Liste der verbotenen Substanzen wird jährlich überarbeitet (Formulare und Information über www.nada-bonn.de).

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