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B978-3-437-45165-2.00005-3

10.1016/B978-3-437-45165-2.00005-3

978-3-437-45165-2

Unterscheidungsmerkmale von Tendinosen und Tendinitiden

Tab. 5.1
Tendinose Tendinitis
Schmerzen Intermittierender Belastungsschmerz (mechanischer Schmerz) Dauer-, Ruhe- bzw. Nachtschmerz (chemischer Schmerz)
Beschwerdezeit > 3 Mon. (chronisch) 1–2 Wo. (akut)
Sonstige klinische Zeichen Schwellung möglich, Druckdolenz Schwellung möglich, Druckdolenz
Temperatur Keine oder nur geringe Temperaturerhöhung Temperaturerhöhung
Behandlungsansatz Exzentrisches Krafttraining, Beseitigung der Auslöser Primär Entlastung, später Belastungssteigerung mit Ausrichtung der kollagenen Fasern, Beseitigung der Auslöser

Trainingsparameter bei Tendinosen

Tab. 5.2
Parameter Vorgaben
Intensität Mittel (Körpergewicht für die untere Extrem., sonst Hanteln)
Geschwindigkeit Langsam, Betonung auf exzentrische Phase (2/1/4)
Serienpause Kurz (ca. 60–90 Sek.)
Serien 3-mal 5 Wdh., 2-mal tgl.
Trainingsprogression Schmerzabhängig, z. B. mit Zusatzgewichten
Trainingsprozess 3 Mon.

Sport mit Knie- oder Hüftprothesen

Tab. 5.3
Nicht empfehlenswert Bedingt empfehlenswert Empfehlenswert
Fußball, Handball, Basketball, Wasserski, Karate, Hockey, Leichtathletik Joggen, Skifahren, Langlauf, Ballett, Aerobic, Volleyball, Tennis, Schlittschuhlaufen, Tanzen, Bergwandern, Rudern, Reiten Nordic Walking, Walking, Wandern, Aerobic (Low Impact), Gymnastik, Radfahren, Golf, Schwimmen (Kraulen), Kegeln, Tauchen, Segeln, Tischtennis

Sportverletzungen und Sportschäden

Bernd Bungartz

Katharina Brück

Frank Diemer

Jens Gräuling

Volker Sutor

  • 5.1

    Prävention von Sportverletzungen610

    • 5.1.1

      Passive Hilfsmittel610

    • 5.1.2

      Präventive Untersuchungen611

    • 5.1.3

      Trainingsanalyse und -planung612

  • 5.2

    Behandlung von Sportverletzungen614

    • 5.2.1

      Muskelkater616

    • 5.2.2

      Muskelkrämpfe616

    • 5.2.3

      Muskelkontusion617

    • 5.2.4

      Muskelfaserriss, Muskelriss618

    • 5.2.5

      Fasciitis plantaris619

    • 5.2.6

      Periostitis619

    • 5.2.7

      Runner‘s Knee620

    • 5.2.8

      Leistenprobleme621

    • 5.2.9

      Knorpelverletzungen622

    • 5.2.10

      Tendinosen und Tendinitiden623

  • 5.3

    Immobilisationsschäden626

  • 5.4

    Sport mit Endoprothesen627

Sportverletzungen und Sportschäden treten im Breiten- und im Leistungssport auf und sind somit ein Teilbereich der physiotherapeutischen Arbeit. Neben der Behandlung von Sportverletzungen und Sportschäden sind die Prävention sowie die Reduktion des Verletzungsrisikos die Hauptaufgaben des Physiotherapeuten.

Prävention von Sportverletzungen

SportverletzungenPräventionIn der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention werden verschiedene Maßnahmen angewandt, um die Verletzungshäufigkeit und Verletzungsstärke zu reduzieren sowie die Verletzungsfolgen zu minimieren.
  • Passive Hilfsmittel (z. B. zur Gelenkstabilisierung)

  • Präventive Untersuchungen

  • Trainingsplanung

Passive Hilfsmittel

Sportverletzungenpassive HilfsmittelHilfsmittelpassiveDie häufigsten passiven Hilfsmittel sind Schuhe, Orthesen, Einlagen und Tapeverbände. Auch die sportartspezifische Ausrüstung wird hierzu gezählt. Darunter fallen Helme, Mund- und Gesichtsschutz, Aufprallschutz für Gelenke (Ellenbogen, Knie, Wirbelsäule) sowie Schutzkleidung (z. B. beim Fechten, Eishockey, Football, Rennsport).
Schuhe
Schuhe können durch unterschiedliche Härtegrade, Dämpfungselemente und Schafthöhen verschiedene Auswirkungen haben. Bei richtiger Auswahl ist eine sekundärpräventive Wirkung nachgewiesen. Es ist individuell abzuklären, ob die Schuhversorgung auch als primärpräventive Maßnahme sinnvoll ist, denn die Gefahr von Verletzungen an anderen Gelenken kann sich erhöhen.
Einlagen
Verschiedene Varianten von Einlagen können Fußachsen- und Fußgewölbefehlstellungen und somit die gesamte Beinachse beeinflussen.
Tape
Durch TapeverbandTapes sollen unerwünschte und verletzungsträchtige Bewegungen reduziert werden, wie z. B. die Plantarflexion im OSG und die Inversion im USG. Der Wirkmechanismus wird einerseits mechanisch, andererseits propriozeptiv und lymphatisch erklärt. Zu primärpräventiven Wirkungen gibt es kein gesichertes Wissen. Teilweise wird durch Tapeverbände die Leistungsfähigkeit reduziert.
In der Sekundärprävention von Kapsel-Band-Verletzungen ist das Tragen eines Tapes sinnvoll. Es unterstützt die Ausheilung in optimaler Position, z. B. nach Inversionstrauma oder Verletzung der Ligg. collateralia des Kniegelenks. Das Tape muss in der Proliferationsphase permanent getragen werden, in der Remodellierungsphase nur bei sportlichen Belastungen (Wundheilungsphasen 4.1.1). Für diese (lange) Zeit bietet sich eine Orthese an, da sowohl die Kosten als auch der Tragekomfort und der Hautschutz besser sind.
Orthesen
OrtheseEs werden drei Arten von Orthesen unterschieden: weiche, semirigide und rigide Orthesen. Bezüglich primärpräventiver Effekte sind Orthesen sehr umstritten. In der Sekundärprävention werden semirigide oder rigide Orthesen benutzt, um einen bewegungslimitierenden und propriozeptiven Effekt zu erzielen.

Präventive Untersuchungen

Sportverletzungenpräventive UntersuchungPräventive Untersuchungen sollen helfen, anhand verschiedener Faktoren (z. B. sportartspezifische Belastungen) die Verletzungsanfälligkeit vorherzusagen. Nicht immer kann bei Abweichungen aus den Normbereichen eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit nachgewiesen werden. Größter Einflussfaktor ist die genetische Disposition.
Faktoren
  • Muskelkraft: Je nach Sportart ist entweder die Kraftausdauer, Maximalkraft oder Schnellkraft relevant.

  • Beweglichkeit: meist überschätzter Einflussfaktor. Es gibt nur wenig Evidenz zu der Frage, ob eine veränderte Beweglichkeit mit erhöhter Verletzungsgefahr einhergeht. Zu beachten sind ligamentäre und kapsuläre Instabilitäten, die bei Bedarf über externe Stabilisationshilfen unterstützt werden müssen.

  • Anatomische Varianten:

    • Beinlängendifferenzen

    • Nicht zu beeinflussende Faktoren, deren Verletzungsrelevanz unterschiedlich ist (z. B. gehen BLD bei normaler sportlicher Belastung bis 1,5 cm, beim Leistungssportler nur bis 1 cm nicht mit erhöhter Inzidenz von Verletzungen einher)

    • !

      Vorsicht vor unnötigen Korrekturen, insbesondere bei Kindern

    • Torsionswinkel (Femur, Tibia, Humerus), CCD-Winkel

  • Fußdeformitäten: z. B. Senk-, Spreiz-, Plattfuß. Ausgleich über passive bzw. aktive Maßnahmen. Die Wirksamkeit ist unklar, kann aber bei Problemen der gesamten unteren Extremität einen Einfluss haben.

  • Internistische Untersuchung:

    • Kardiale Untersuchung (EKG, Belastungs-EKG)

    • Pulmonale Untersuchung (z. B. Spirometrie, Spiroergometrie, Peak-Flow)

    • Untersuchung des Immunsystems (Blutbild)

Sportartspezifische Testung
Sportverletzungensportartspezifische TestungSportartspezifische TestungDie sportartspezifische Testung verfolgt das Ziel, Breiten- und Leistungssportler adäquat auf ihre kommende Belastung vorzubereiten und den momentanen Leistungsstand zu erheben. Wenn verletzungsträchtige Belastungen wieder durchgeführt werden sollen, muss eine Freigabe anhand einer spezifischen Testung bestätigt werden. Die im Folgenden genannten Tests können durchgeführt werden, um eine Sportfreigabe zu erteilen. Werden die Zielwerte nicht erreicht, steigt das Verletzungsrisiko erheblich an. Die Tests beziehen sich auf alle Kontakt- und Ballsportarten, bei denen es häufig zu schnellkräftigen Belastungen kommt (z. B. Fußball, Handball, Volleyball, Basketball, Karate, Judo).
Beidbeiniger Weitsprung
WeitsprungDie Testbewegung ist ein beidbeiniger Sprung mit verschränkten Armen hinter dem Körper. Zum Aufwärmen sollen vier Sprünge mit 25, 50, 75 und 100 % der subjektiven max. Leistungsfähigkeit gemacht werden. Die Durchschnittsweite von drei max. Sprüngen wird im Verhältnis zur Körpergröße betrachtet. Der Normwert für Männer ist 100 % der Körpergröße, für Frauen 90 % der Körpergröße. Normwerte sollen max. um 10 % unterschritten werden. Erst dann darf das Training weiter gesteigert werden.
Einbeinsprungtest
EinbeinsprungtestDieser Test besteht aus vier Einzeltests, die gemeinsam oder einzeln durchgeführt werden können. Die Arme werden dabei hinter dem Körper verschränkt. Die Zeit wird mit einer Stoppuhr auf die Hundertstelsekunde genau gemessen. Alle Tests dürfen vorher geübt werden, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu erhöhen.
  • Einbeiniger Weitsprung

  • 6-Meter-Einbeinsprung auf Zeit

  • 3-mal einbeiniger Sprung auf Distanz

  • 3-mal einbeiniger Sprung auf Distanz, mit Kreuzen einer Linie

Gesunde weisen i. d. R. seitengleiche Werte auf. Pat. sollen im Seitenvergleich mit der betr. Extremität 80–90 % der Leistung der gesunden Seite erreichen. Dann dürfen sie ihre sportliche Betätigung wieder in vollem Umfang aufnehmen, sofern keine anderen medizinischen Gründe (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) dagegen sprechen.

Trainingsanalyse und -planung

TrainingsplanungTrainingsanalyseZur Trainingsanalyse und -planung werden folgende Faktoren gezählt:
  • Trainingsdauer

  • Trainingsintensität

  • Trainingsumfang

  • Trainingspausen/-frequenz

Tipps & Fallen

Neben Fremdeinwirkung (Gegnerkontakt) ist falsche Trainingsplanung eine der häufigsten Ursachen für Sportverletzungen. Zu intensive Trainingsreize führen ebenso zu erhöhter Anfälligkeit wie unzureichende Regenerationszeiten.

Wochen-, Monats- und Jahrespläne zu erstellen ist ratsam. Bei Leistungssportlern sollte die Trainingsplanung über mehrere Jahre erfolgen, um Anpassungen bradytrophen Gewebes zu berücksichtigen. Zur Trainingsplanung gehören auch die Auf- und Abwärmphase (Warm-up und Cool-down).
Warm-up
Warm-upVorbereitung auf jede sportliche Tätigkeit. Der Sportler wird physiologisch und psychologisch auf die kommende Belastung vorbereitet, um seine Leistungsfähigkeit zu steigern und die Verletzungsanfälligkeit zu reduzieren. Dabei ist zu berücksichtigen, welche Art der Belastung (Dauer, Intensität, koordinativer Anspruch, Beweglichkeit, Muskelkontraktionsform) später durchgeführt werden soll. So kann ein Aufwärmprogramm abhängig von der durchzuführenden Sportart sehr unterschiedlich aussehen.
Ziele
  • Herz-Kreislauf-Aktivierung, Vasodilatation der Gefäße

  • Vorbereitung der Muskulatur (Durchblutung ↑, Temperatur ↑, Reaktionsfähigkeit ↑)

  • Vorbereitung des Nervensystems (Nervenleitungsgeschwindigkeit steigern)

  • Aktivierung des humoralen Systems

  • Mentale Vorbereitung (z. B. Anpassung an die Sportstätte, Zuschauer), psychische Vorbereitung auf die bevorstehende Belastung bzw. den Leistungsdruck

Entspannungstechniken zur Fokussierung oder z. B. mentales Training (Motorisches Lernen 1.3.1) einsetzen. Dabei stellt der Athlet sich die durchzuführende Bewegung vor. Hierbei entstehen ähnliche kortikale Aktivitätsmuster wie bei der wirklichen körperlichen Durchführung.
Praktische Durchführung
  • Dauer ca. 15–30 Min.; bei schlechterem Trainingszustand kürzer, bei besserem Trainingszustand länger

  • Je früher das Training am Tag beginnt, desto intensiver sollte die Aufwärmphase sein.

  • Längere Aufwärmzeit bei kühleren Temperaturen, zunehmender Beanspruchung und in höherem Alter

Ablauf
  • Allgemeines Aufwärmen (Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems)

  • Beweglichkeit herstellen: Die Beweglichkeit sollte zunächst so weit hergestellt werden, wie sie für die Sportart benötigt wird; dies soll eher langsam bzw. statisch geschehen. Da aber statisches Dehnen die Leistungsfähigkeit (Sprungkraft, Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit) für ca. 20–30 Min. herabsetzt, unmittelbar vor der Belastung unbedingt dynamische, sportartspezifische Dehnungen (Belastungen im Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus) bzw. Sprung- und Antrittsübungen durchführen.

  • Spezielles Aufwärmen: sportartspezifisch, kurze Wettkampfsimulation (z. B. kurze Sprints in Wettkampfgeschwindigkeit). Diese Belastung kurz vor dem Wettkampf durchführen.

Cool-down
Cool-downAbschluss der Trainingseinheit bzw. des Wettkampfs, um die bei der Belastung angefallenen Abfallprodukte abzutransportieren und das Herz-Kreislauf-System vom Belastungszustand auf den Normalzustand zu bringen. Mentale Beruhigung nach einer Trainingseinheit. Kann passiv und/oder aktiv durchgeführt werden, wobei aktives Abwärmen eine höhere Effektivität zeigt.
Ziele
  • Quantitative und qualitative Verkürzung der Regenerationszeit durch verbesserten Laktatabtransport

  • Umschaltung von kataboler zu anaboler Stoffwechsellage

  • Herz-Kreislauf-System: Reduktion von Pulsfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz

Praktische Durchführung
Die zeitliche Dauer orientiert sich an der vorher durchgeführten Belastung. Je länger und laktazider eine Belastung war, desto länger soll abgewärmt werden. Pro Stunde Belastung ca. 5–10 Min. Cool-down einplanen.
Ablauf
  • Aktives Abwärmen (Lockerung, Beweglichkeit, Entspannung): Zur Lockerung gehören z. B. Auslaufen, Ausschwimmen, Ausfahren. Hierbei soll die gleiche Bewegungsform benutzt werden, die vorher durchgeführt wurde. Dehnungsübungen sollen direkt nach der Belastung, aber nur dann durchgeführt werden, wenn der Sportler einen persönlichen Vorteil darin sieht (psychovegetative Maßnahme). Nach intensiven, laktaziden Belastungen ca. 1 Std. kein statisches Dehnen durchführen, weil dadurch der Abtransport von Laktaten verringert wird. Die Dehnung führt zu einer Lumenverkleinerung der Blutgefäße mit anschließender Behinderung der Regeneration. Darüber hinaus ist sanftes, rhythmisches Dehnen mit großer Bewegungsamplitude möglich.

  • Passives Abwärmen: Hierzu gehören Maßnahmen der Physikalischen Therapie, z. B. Wärme-, Kälte-, Hydrotherapie (1.3.11, 1.3.12).

Behandlung von Sportverletzungen

Grundlagen der Belastungssteuerung
SportverletzungenBehandlungBelastungssteuerung, GrundlagenBei der Behandlung von Sportverletzungen wird die TrainingsbelastungTrainingsbelastung anhand verschiedener Parameter gesteuert. Man nimmt bei jedem Patienten eine bewusste Steuerung vor, um wirksame Reize zu setzen, Anpassungsreaktionen zu erkennen und die Belastung danach ausrichten zu können.
Reizintensität
ReizintensitätStärke eines einzelnen Belastungsreizes. Ziel ist es, (leicht) überschwellige Reize zu setzen, um Anpassungsreaktionen des Körpers zu erzielen. Die Reizintensität wird u. a. in Abhängigkeit von Alter, Konstitution und Trainingszustand des Pat. festgesetzt. Kontrollen der Reizintensität können z. B. über Pulsmessungen vor, während und nach der Belastung erfolgen.
Die Reizintensität wird meist in Prozent angegeben. Im Bereich Kraft gilt das Gewicht als 100 %, das nur einmal bewegt werden kann (Wiederholungsmaximum = 1).
Reizdauer
ReizdauerEinwirkzeit eines einzelnen Reizes, einer Reizserie bzw. einer Trainingseinheit. Man kann die Reizdauer auch für eine Woche, einen Monat oder ein Jahr bestimmen.
Beispiel: 15 Wiederholungen einer Kniebeuge mit einem Rhythmus von 2–0–2 (2 Sek. exzentrische Belastung – keine Pause am Umkehrpunkt – 2 Sek. konzentrische Belastung). Die Reizdauer dieser Serie beträgt 15-mal 4 Sek. = 60 Sek. Wird diese Übung in 3 Serien durchgeführt, beträgt die Reizdauer insgesamt 180 Sek.
Reizpause
ReizpausenZeit zwischen den einzelnen Reizen.
  • Lange Pausen führen zu einer kompletten Erholung (Puls erreicht Ausgangswert). Dies ist i. d. R. nach 3–5 Min. der Fall. Lange Pausen werden z. B. bei sehr intensiven Belastungen eingesetzt.

  • !

    Je höher die Intensität der Belastung, desto länger die Pause.

  • Kurze Pausen (ca. 10–180 Sek.) werden bei geringerer Belastungsintensität eingesetzt.

  • Aktive Pausengestaltung: Muskelgruppen, die während der Belastungsphase nicht beansprucht werden, können in der Pause aktiviert werden. Beim Laufen ist eine Temporeduzierung eine Form der aktiven Pause.

Reizdichte
ReizdichteVerhältnis Reizdauer : Reizpause bzw. Verhältnis Trainingstage : Regenerationstage.
  • !

    Bei hochintensivem Training kann durch längere Pausen die Reizdichte verringert werden.

Reizumfang
Dauer und Zahl der Reize pro Training.
Trainingshäufigkeit
TrainingshäufigkeitAnzahl der Trainingseinheiten pro Tag, Woche, Monat oder Jahr.

Tipps & Fallen

  • In der Therapie die Trainingshäufigkeit und den Reizumfang vor der Reizintensität steigern.

  • In der Regel wird immer nur ein Parameter der Belastungsgestaltung gesteigert. Vorsicht ist geboten, wenn zwei Parameter gleichzeitig erhöht werden (nur bei Pat. mit Sporterfahrung).

Orientierung an Wundheilungsphasen
WundheilungsphasenDie Behandlung orientiert sich i. d. R. an den Wundheilungsphasen (4.1.1). Die Maßnahmen in den einzelnen Phasen der Wundheilung werden im Folgenden kurz beschrieben.
Akutphase
SportverletzungenPhasenablaufIn der Akutphase wird das PECH-Schema (Pause – Eis – Compression – Hochlagerung) angewandt.

Tipps & Fallen

Direkt nach einer Verletzung wird Eis nur zur Schmerzlinderung appliziert. Etwaige Blutungen werden vom Körper innerhalb weniger Minuten automatisch gestoppt, bevor die Vasokonstriktion der primären Eiswirkung einsetzt.

In dieser Phase soll untersucht werden, ob schwerwiegende Begleitverletzungen vorliegen oder ob der Sportler direkt weiterspielen kann. Falls notwendig, fkt. Immobilisation in schmerzfreier Position durchführen.
Entzündungsphase
EntzündungsphaseWährend der Entzündungsphase steht die passive, schmerzlindernde Therapie im Vordergrund. Aktive Therapien erhöhen die Gefahr einer erneuten Verletzung und einer Störung der körpereigenen Wundheilung.
  • Physikalische Therapie (z. B. E-Therapie, Thermotherapie)

  • Mechanische Therapie (z. B. Oszillationen, Traktionen, Querfriktionen, Massagen), um eine Schmerzlinderung über den Gate-Control-Mechanismus zu erreichen

  • !

    Kraft-, Koordinations-, lokales Ausdauertraining und Beweglichkeitstraining sind am betr. Abschnitt nicht erlaubt.

Proliferationsphase
ProliferationsphaseIn der Proliferationsphase, die bei unterschiedlichen Geweben unterschiedlich lange dauert, ist die Verringerung der mechanischen Belastung sinnvoll, da das neu gebildete Gewebe aus dem weniger stabilen Typ-III-Kollagen besteht. Krafttrainingsmethoden sind, bedingt durch die hohe mechanische Intensität, daher nicht zu empfehlen. Ausdauer- und Koordinationstraining soll aerob durchgeführt werden (MTT 2.23), die Beweglichkeit schmerz- und spannungsfrei verbessert werden. Dies kann mit angulären Bewegungen oder manualtherapeutischen Techniken (2.21) erfolgen.
Remodellierungsphase
RemodellierungsphaseIn der Remodellierungsphase kann aufgrund der zunehmenden Stabilität des Gewebes (Umbau von Typ-III-Kollagen zu Typ-I- bzw. Typ-II-Kollagen) die mechanische Belastung sukzessive gesteigert werden, wobei die komplette vorherige Belastbarkeit des Gewebes 1–2 Jahre lang reduziert sein kann (Turnover von kollagenen Fasern: 300–500 Tage). Einige Gewebe erhalten nie wieder ihre vormalige Stabilität bzw. Qualität (z. B. hyalines Knorpelgewebe).
Sportartspezifische Belastung muss erreicht werden (z. B. Sprünge, Würfe, Sprints, Schläge). Das Training sollte systematisch gesteigert werden, um eine erneute Verletzung zu verhindern. Für die untere Extremität ist ein methodischer Aufbau in der MTT (2.23) beschrieben.

Tipps & Fallen

Die Wundheilungsphasen können sich abhängig vom betr. Gewebe deutlich unterscheiden und daher nicht allgemeingültig angegeben werden. Individuelle Gewohnheiten wie Rauchen, hoher Fleischverzehr, schlechter AZ, genetische und andere Faktoren können die Wundheilungszeiten deutlich verändern.

Muskelkater

MuskelkaterSchmerzhafter Zustand der Muskulatur, meist nach ungewohnten exzentrischen Belastungen. Bezüglich der Ursache werden verschiedene Theorien diskutiert:
  • Traumatisierungstheorie: Verschiedene Strukturen des Muskels werden aufgrund der hohen mechanischen Kräfte zerstört (Mikrotraumatisierung mit Zerreißung der Z-Scheibe und/oder der Zellmembran).

  • Eine andere Theorie geht davon aus, dass eine durch Arachidonsäure getriggerte Kaskade, die eine entzündliche Reaktion durch Bildung von Prostaglandin E2, Leukotrien und anderen Substanzen startet, den Schmerz verursacht.

  • Des Weiteren wird diskutiert, ob die durch die Entzündung verursachte Schwellung den Schmerzauslöser darstellt. Je größer die Schwellung, desto höher ist die Muskelkaterintensität.

Symptome
Schmerzen oft erst 12–48 Std. nach Belastung. Beweglichkeits- und Kraftlimitierung, erhöhter Druck- und Dehnungsschmerz der betr. Muskulatur.
Ärztliche Therapie
Entzündungshemmende Medikamente und Nahrungsergänzungen.
Physiotherapie
Kurzfristig Trainingsbelastung vermindern, niederintensive Bewegungen (z. B. Walking, Schwimmen) durchführen. Durchblutungsfördernde Maßnahmen (Massage, Ultraschall) können subjektiv die Schmerzen verbessern.
  • !

    Stretching direkt nach der auslösenden Belastung zeigt keinen Effekt, kann aber den Muskelkater noch verstärken, vermutlich da die Zerreißung der Z-Scheibe noch verstärkt wird.

  • !

    Muskelkater ist keine problematische Pathologie, sondern ein kurzfristiges Zeichen von Belastung, die im Trainingsprozess durchaus erwünscht sein kann (Hypertrophietraining 2.23).

Muskelkrämpfe

MuskelkrämpfeUnwillkürliche starke und schmerzhafte Muskelkontraktion, die meist während einer sehr anstrengenden Belastung oder nachts nach der Belastung auftritt. Am häufigsten sind Waden- und OS-Muskulatur betroffen.
Auslösende Faktoren:
  • Hoher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust

  • Kompression der Füße bzw. Beine durch z. B. enge Schuhe

  • Zu hohe Belastungen bei unzureichendem Trainingszustand

  • Kälte

Symptome
Akut auftretende starke Spannungsschmerzen im Muskelverlauf, die sich durch Entlastung oder Dehnung der betr. Muskulatur lindern lassen.
Physiotherapie
Lokal durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Massage, Ultraschall oder E-Therapie können hilfreich sein.

Tipps & Fallen

Vorbeugend ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Treten gehäuft Muskelkrämpfe auf, die sich durch Flüssigkeits- bzw. Elektrolytzufuhr nicht beseitigen lassen, sollte ein Arzt konsultiert werden, um Kalzium- und Magnesiummangel, Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen auszuschließen.

Muskelkontusion

MuskelkontusionExzessives Trauma durch direkte stumpfe Gewalt von außen, ohne sichtbare Verletzungen. Kontusion (Prellung) des kontrahierten Muskels ergibt eine lokale oberflächliche Schädigung. Prellung des nicht kontrahierten Muskels ergibt eine lokale profunde Schädigung. Umschriebenes Ödem/Einblutung im betr. Gewebe (Hämatom).
Symptome
Unmittelbar auftretender Schmerz mit Leistungsverlust. Beweglichkeitseinschränkung, Kraftverlust, sofort oder verzögert sichtbares Hämatom. Bei sehr großer Schädigung kann ein akutes Kompartmentsyndrom entstehen (4.20.1).
Ärztliche Diagnostik
Lokale Palpation, Widerstandstests, Beweglichkeitstests, Ultraschall.
Ärztliche Therapie
Primär fkt. Immobilisation in schmerzfreier Position. Möglichst in der max. erreichbaren Dehnposition immobilisieren, um Anpassungen in angenäherter Position (Verkürzung durch funktionell ungünstige Narbenbildung) zu vermeiden.
Physikalische Maßnahmen zur Schwellungsreduktion: MLD (2.20), E-Therapie, Ultraschall (1.3.13).
Physiotherapie
  • Tapeverband in schmerzfreier Stellung des Muskels (nicht in zu starker Annäherung!)

  • Entlastung in der Entzündungsphase

  • Schmerzadaptierter Aufbau in der Proliferations- und Remodellierungsphase

  • Ultraschall, E-Therapie, Wärme- und Kältetherapie zur Schmerzlinderung und Resorptionssteigerung

Muskelfaserriss, Muskelriss

MuskelrissMuskelfaserrissExzessives Trauma in Dehnung oder Kompression mit Kontinuitätsunterbrechung in unterschiedlicher Ausprägung.
Einteilung
  • Grad 1: wenige Fasern zerrissen, minimaler Funktionsverlust

  • Grad 2: mehrere Fasern zerrissen, deutlicher Funktionsverlust

  • Grad 3: mehrere Fasern zerrissen, totaler Funktionsverlust

Symptome
Unmittelbar auftretender Schmerz mit Leistungsverlust. Beweglichkeitseinschränkung, Kraftverlust, sofort oder verzögert sichtbares Hämatom.
  • !

    Bei sehr großer Schädigung kann ein Kompartmentsyndrom (4.20.1) entstehen.

Ärztliche Diagnostik
  • Palpation einer Delle oder Lücke

  • Widerstandstests: Muskelaktivität schmerzhaft und abgeschwächt

  • Schmerz bei Dehnung des Muskels

  • Ultraschall

Ärztliche Therapie
Nur große Muskelfaserrisse bzw. Muskelrisse müssen operativ versorgt werden; ansonsten konservative Therapie:
  • Abschwellende Salbenverbände

  • Entzündungshemmende Medikamente (NSAR)

  • Gerinnungshemmende/Gerinnsel auflösende Medikamente (Fibrinolytika), um das geronnene Blut besser abzutransportieren

  • Bei Bedarf Muskelrelaxanzien

Physiotherapie
Akutphase
PECH-Schema.
Entzündungsphase
  • Fkl. Immobilisation in schmerzfreier Position, nicht zu stark angenähert, mit Tape oder Orthese

  • Physikalische Maßnahmen zur Schmerz- und Schwellungsreduktion

Proliferationsphase
  • Schmerzfreie Mobilisation und Kontraktion

  • Koordinationstraining kann wieder schmerzfrei durchgeführt werden.

  • Ausdauertraining sollte alaktazid und schmerzfrei durchgeführt werden.

Remodellierungsphase
  • Beweglichkeitswiederherstellung

  • Dehnschmerz darf auftreten

  • Aktive Belastung langsam steigern

  • Wiederherstellung der Muskelmasse

Fasciitis plantaris

Fasciitis plantarisEntzündung bzw. Degeneration der Fascia plantaris. Erhöhtes Risiko bei Übergewicht, verringerter Beweglichkeit in die DE, exzessiven Phasen der Gewichtsbelastung und bei Vorfußläufern.
Symptome
  • Schmerzen plantar bzw. posterior am Fuß, bei Dehnung bzw. Druck verstärkt

  • Schmerzen in der Abdruckphase

Ärztliche Diagnostik
Dehnung der Fascia plantaris ruft typischen Schmerz hervor.
Ärztliche Therapie
Konservative Versorgung mit Einlagen, Tapes und wenn nötig Entzündungshemmung durch Tabletten bzw. Injektionen (NSAR, Lidocain, Kortison etc.).
Physiotherapie
Entzündungsphase
Entlastung (Tapeverband, Orthese, Einlage) ohne mechanische Therapie.
Proliferationsphase
Langsame Steigerung der Belastung mit Beseitigung der ursächlichen Faktoren bzw. Risikofaktoren.
Remodellierungsphase
  • Training der in die Fascia plantaris einstrahlenden Muskulatur (kurze Fußmuskeln und Wadenmuskulatur)

  • Bei Degeneration exzentrische Aktivierung der Fuß- bzw. Wadenmuskeln.

Klinischer Hinweis

Es verdichten sich Hinweise, dass degenerative Ursachen für die Schmerzen verantwortlich sind. Es kommt zu einem erfolglosen Heilungsversuch mit Einsprossung von Blutgefäßen und Nervenfasern in das betr. Gewebe. Diese verursachen vermehrt Schmerzen, ohne dass eine Entzündung vorliegt. Ziel des exzentrischen Trainings ist, die neu gebildeten Blutgefäße und Nervenfasern mechanisch oder durch ischämische Prozesse zu zerstören und einen neuen Heilungsprozess einzuleiten.

Periostitis

PeriostitisSynonym: Mediales SchienbeinkantensyndromSchienbeinkantensyndrommediales, Shin-Splint-SyndromShin-Splint-Syndrom
Knochenhautentzündung des Unterschenkels. Entzündung der Knochenhaut durch Erreger oder mechanische Überbelastung.
Ursachen
  • Zu schnelle Trainingsprogression

  • Laufbelastung auf ungewohnten, harten Bodenbelägen

  • Ungünstige Fußstabilisierung

  • Verstärkte Pro- oder Supinationsstellung

Besonders betroffen: Sportler, die oft Oberflächen, Schuhwerk oder Lauftechnik ändern oder intensiv auf harten Oberflächen trainieren.
Symptome
  • Schmerzhaftigkeit abhängig von der Wundheilungsphase. In der Entzündungsphase bestehen die stärksten Schmerzen, im Verlauf werden sie zu intermittierenden bzw. Belastungsschmerzen.

  • Hypertonus umgebender Muskulatur

  • Dehnschmerz der an betr. Knochenhaut ansetzenden Muskulatur, z. B. M. tibialis anterior

  • Schmerzen häufig am medialen US lokalisiert (laterales Schienbeinkantensyndrom 4.20.1)

Ärztliche Diagnostik
Schmerz bei Palpation bzw. Dehnung der an Knochenhaut ansetzenden Muskulatur.
Ärztliche Therapie
  • Vermeidung schmerzauslösender Belastung

  • Entzündungshemmende Therapie (z. B. NSAR, Lidocain) durch Tabletten, Verbände oder Injektionen

  • Ggf. Versorgung mit sensomotorischen Einlagen

Physiotherapie
Schmerzlinderung: Querfriktionen, rhythmische Dehnungen unterhalb der Schmerzgrenze, physikalische Therapie nach subjektivem Empfinden, z. B. Kälte- oder Wärmeapplikation.
Entzündungsphase
Keine mechanische Therapie.
Proliferationsphase
Schmerzfreier, langsamer Aufbau der an der Knochenhaut ansetzenden Muskulatur.
Remodellierungsphase
Komplette Wiederherstellung des Leistungsniveaus bei Beseitigung der ursächlichen Faktoren.

Runner's Knee

Tractus-iliotibialis-SyndromRunner’s KneeSynonym: Tractus-iliotibialis-Syndrom.
Friktion des Tractus iliotibialis auf der lat. Femurkondyle zwischen 30° u. 60° Knieflex. Bursa iliotibialis (darunterliegend) meist entzündet.
Ursachen
  • Meist zu schnelle Trainingsprogression

  • Hyperpronation des Fußes mit IR des Unterschenkels

  • Genu varum

Symptome
Schmerz im lat. Kniegelenksbereich meist bei Laufbelastung.
Ärztliche Diagnostik
Druck auf den Tractus iliotibialis bei ca. 30–60° Knieflex. verursacht vermehrten Schmerz.
Ärztliche Therapie
Entzündungshemmende Therapie (z. B. NSAR, Lidocain) durch Tabletten bzw. Injektionen.
Physiotherapie
Entzündungsphase
  • Reduktion der mechanischen Belastung

  • Schmerzbehandlung

Proliferationsphase
  • Langsame Steigerung der Belastung ohne Auslösung der Schmerzen

  • Beseitigung der ursächlichen Faktoren (Beinachsentraining im Stand, Fußstabilität z. B. „Kurzer Fuß nach Janda“)

  • Dehnung des M. tensor fasciae latae

  • Kräftigung der beinachsenstabilisierenden Muskulatur, v. a. der kleinen Glutäen

Remodellierungsphase
Wiederaufnahme der normalen sportl. Belastung mit langsamer Umfangssteigerung.

Leistenprobleme

LeistenproblemeSchmerzlokalisation ohne Diagnose. Leistenprobleme können eine Vielzahl von Ursachen haben:
  • Leistenhernie

  • Adduktorenpathologie (Tendinitis, Tendinose, Muskelverletzung)

  • Symphyseninstabilität

  • Femoroazetabuläres ImpingementfemoroazetabulärImpingement (4.5.8), mit oder ohne Labrumverletzung

Symptome
Die Schmerzen können, je nach Ursache, sehr unterschiedlich sein.
  • Schmerzen in der Leistengegend, die sich bis zum medialen oder anterioren OS ziehen können

  • Beweglichkeitseinschränkung in Hüftflex.

  • Schmerzen bei Widerstandstests (Flex., Add.)

  • Häufig über längere Zeit bestehende rezidivierende Leistungseinschränkung

Ärztliche Diagnostik
  • Ultraschall, Röntgen, MRT

  • Funktionsuntersuchung mit verschiedenen Spezialtests:

    • FABAR-Test: Flex./Abd./AR des Beins, indem der Fuß auf das kontralat. Knie gelegt wird

    • ASLR (Active Straight Leg Raise) mit und ohne Gurt

    • Fitzgerald-Test: Zirkumduktionsbewegung des Beins aus ca. 60° Flex./Abd./AR. in die max. Flex. mit Umkehrung der Bewegung in die Add./IR

Ärztliche Therapie
  • Bei Leistenhernie: operative Versorgung

  • Bei Adduktorenpathologie:

    • Muskelverletzung (5.2.4), Tendinitis: entzündungshemmende Medikamente

    • Tendinose: Lokalanästhetikum, Schmerzmedikamente

  • Bei Symphyseninstabilität: konservative Vorgehensweise: Gurt, Training der lokalen Stabilisatoren (M. transversus abdominis, 2.18); operative Versorgung nur in seltenen Fällen indiziert

  • Bei femoroazetabulärem Impingement (konservativ):

    • Schmerzfreie Aktivitäten über mind. 4–8 Wo.

    • Keine endgradige Gelenkmobilisation, keine Dehnungen, evtl. Labrummanipulation

    • Evtl. TB

  • !

    Tritt keine Schmerzreduktion ein, wird eine operative Versorgung empfohlen.

  • Bei femoroazetabulärem Impingement (operativ):

    • Arthroskopie oder Arthrotomie mit azetabulärer und femoraler osteochondraler Plastik, kann mit Labrumresektion oder -refixation kombiniert werden

    • In schweren Fällen (mit starker Arthrose) wird eine Hüftprothese implantiert.

Knorpelverletzungen

KnorpelverletzungenKnorpelverletzungen werden durch übermäßige Kompressions- und/oder Scherkräfte in Kombination mit hohen Geschwindigkeiten, wie sie bei sportlichen Aktivitäten vorkommen, ausgelöst. Dementsprechend sind häufig jüngere, aktive Menschen betroffen. Knorpelverletzungen treten selten isoliert auf, sondern meist in Kombination mit ligamentären Schäden oder Luxationen (z. B. Patellaluxation).
Einteilung
  • Oberflächliche Matrixdefekte heilen konservativ komplett aus, wenn sie eine geringere Ausdehnung als 3–5 mm haben.

  • Unblutige Knorpelverletzungen reichen nicht bis zum subchondralen Knochen und zeigen keine oder eine nur minimale Heilungsreaktion.

  • Blutige Knorpelverletzungen reichen bis zum subchondralen Knochen, z. B. osteochondrale Fraktur, heilen mit einem minderwertigen Faserknorpel. Die Proliferationsphase dauert ca. 3 Mon., die Remodellierungsphase ca. 1 Jahr.

Symptome
  • Schwellung oder Einblutung, Erwärmung

  • Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit

  • Blockierungsgefühl oder Geräusche (insbes. bei osteochondralen Frakturen)

  • Meist lokaler Schmerz im Gelenk ohne Ausstrahlung, Schmerzverstärkung bei isometrischer Anspannung möglich (in Abhängigkeit von der Lokalisation des Schadens)

  • !

    Häufig bleiben Knorpelverletzungen schmerzfrei.

Ärztliche Diagnostik
Rö. (osteochondrale Fraktur), MRT, mit und ohne Kontrastmittel.
Ärztliche Therapie
Konservativ
Konservative Behandlung bei:
  • kleinen oberflächlichen Matrixdefekten (< 3–5 mm2),

  • guter Schulterung des Defekts (saubere, stabile Wundränder),

  • geringer Achsenabweichung,

  • fehlenden ligamentären oder muskulären Insuffizienzen.

Operativ
  • Refixation bei osteochondralen Frakturen

  • Vaskuläre Techniken (z. B. Mikrofrakturierung, Pridie-Bohrung): Induktion einer Entzündung durch Verletzen des subchondralen Knochens. In der Folge bildet sich (minderwertiger) Faserknorpel.

  • Avaskuläre Techniken (z. B. autologe Chondrozytentransplantation): Einbringung kultivierter Knorpelzellen mit und ohne Trägermaterialien in den verletzten Bereich

  • Umstellungen: Achsenkorrekturen stellen häufig eine Grundvoraussetzung für vaskuläre und avaskuläre Techniken dar.

  • Lavage und Gelenkdébridement

Physiotherapie
  • !

    Die PT-Nachbehandlung ist für ein gutes Ergebnis nach einem akuten Knorpelschaden essenziell.

  • Mobilisation schmerzabhängig steigern. Vorsicht bei Gelenken, die auch bei passiver Gelenkbewegung vermehrt belastet werden (z. B. starke Flex. beim patellofemoralen Gelenk).

    • Ist die genaue Lokalisation des Schadens bekannt, können bestimmte Bewegungsbereiche zu Beginn der Therapie limitiert werden.

    • Passive Bewegungsschiene, i. d. R. für 4–8 Std. tgl.

    • Aktive Automobilisationen (zunächst unbelastet, später belastet) regelmäßig und mit vielen Wiederholungen durchführen, z. B. 3-mal 500 Wdh.

  • In der Proliferationsphase hauptsächlich aerobe Ausdauermethoden, nach dem 3. Mon. vermehrt anaerobe Ausdauer trainieren

  • In der Proliferationsphase lokale Gelenkstabilität herstellen, z. B. Quadrizepstraining beim Kniegelenk, kleine Glutäen am Hüftgelenk

  • Posturale Kontrolle und langsame Bewegungsmuster anbahnen. Schnelles Lauftraining und Sprungformen erst nach dem 3. Mon.

  • !

    Krafttraining ist innerhalb der Proliferationsphase nicht zu empfehlen und wird erst nach dem 3. Mon. in das Trainingsprogramm integriert.

Tipps & Fallen

Eine sofortige Vollbelastung kann unter Umständen das OP-Ergebnis gefährden. In Abhängigkeit von der Größe des Schadens und der OP-Methode wird ca. 6–8 Wo. Teilbelastung empfohlen.

Tendinosen und Tendinitiden

In der Praxis werden Tendinosen und Tendinitiden voneinander abgegrenzt und grundsätzlich unterschiedlich behandelt.
  • TendinoseDie Tendinose ist eine degenerative Sehnenerkrankung, bei der es zu einem unzureichenden Heilungsversuch gekommen ist. Dabei wachsen Blutgefäße und Nerven in die betr. Struktur ein und können später Schmerzen verursachen.

  • TendinitisDie Tendinitis ist eine entzündliche Sehnenerkrankung, bei der es durch eine mechanische Überbelastung zu Schmerzen kommt. Die klinische Unterscheidung erfolgt anhand bestimmter Merkmale (Tab. 5.1).

Ärztliche Diagnostik
Doppler-Sonografie.
Ärztliche Therapie
  • Tendinose: orale Antiphilogistika, Lokalanästhetikum

  • Tendinitis: Kortisoninjektion (bis zu 3-mal), entzündungshemmende Medikamente (Kortikosteroide und NSAR)

Physiotherapie bei Tendinosen
Üblicherweise werden Übungen in zwei Varianten ausgeführt, die die betr. Struktur exzentrisch belasten, z. B. für die Achillessehne Wadenheber (Plantarflexion) mit gestrecktem und gebeugtem Kniegelenk.
Während der Übungsausführung darf der typische Belastungsschmerz auftreten, soll aber den Wert 5 auf der Visuellen Analogskala (VAS) nicht überschreiten. Eine leichte Verschlechterung der Symptomatik ist in den ersten zwei Trainingswochen, insbes. direkt nach dem Training, zu erwarten. Am nächsten Morgen sollte der Schmerz wieder abgeklungen sein.
Werden häufig Belastungen mit hoher Geschwindigkeit und Intensität stabilisiert (z. B. Volley-, Basket- oder Fußball), sollte die Geschwindigkeit der Bewegungen im Trainingsprogramm kontinuierlich gesteigert werden. Übungen auswählen, die die für die Sportart spezifische Belastung so realistisch wie möglich simulieren. Trainingsparameter Tab. 5.2.
Supraspinatussehnentendinose
  • SupraspinatussehnentendinoseAR am Seilzug (Arm in ca. 30–40° Abd. mit einem Kissen unterlagert)

  • AR aus SL auf der gesunden Seite mit einer Kurzhantel; hier auch evtl. Unterlagerung in 30–40° Abd.

  • Abd.-Bewegung in der Skapulaebene mit gestrecktem Arm (Daumen zeigt nach oben)

Bizepssehnentendinose
BizepssehnentendinoseBizeps-Curls: Ellenbogenbeugung aus unterschiedlichen Vordehnungspositionen mit der Kurz-/Langhantel oder am Seilzug.
Tennisellenbogen
  • TennisellenbogenDE des Handgelenks mit Kurzhantel oder Thera-Band

  • Variationen:

    • Ellenbogengelenk in Flex. oder Ext.

    • Mit oder ohne Überhang des Handgelenks

Golferellenbogen
  • GolferellenbogenPalmarflex. des Handgelenks mit Kurzhantel oder Thera-Band

  • Variationen:

    • Ellenbogengelenk in Flex. oder Ext.

    • Mit oder ohne Überhang des Handgelenks

Patellarsehnentendinose
  • PatellaspitzensyndromKniestreckung am Gerät oder mit Seilzug bzw. Thera-Band

  • Kniebeugen mit vertikalem Oberkörper, mit Stöcken oder Wand als Gleichgewichtshilfe

  • Wall-Squat: Kniebeuge, Rücken an Wand

Achillessehnentendinose
  • AchillessehnentendinosePlantarflex. aus dem Sitz mit Gewicht auf den Knien, ein- bzw. beidbeinig

  • Wadenheber (Plantarflex.) im Stand, ein- oder beidbeinig

  • Wadenheber (Plantarflex.) mit Ferse im Überhang, z. B. an einer Treppe oder einem Stepper, ein- oder beidbeinig

  • Variationen:

    • Zusatzgewichte

    • Mit gebeugtem Knie

Physiotherapie bei Tendinitis
Entzündungsphase
  • Mechanische Entlastung, bis der Ruhe- bzw. Dauerschmerz nachlässt: Tape, Schiene, Bandage, Fersenerhöhung etc.

  • Schmerzlindernde Therapien (z. B. Eis, Ultraschall, E-Therapie, Oszillationen)

Proliferationsphase
  • Schmerzfreie Bewegungen, anfangs eher konzentrisch, später auch exzentrisch

  • Ursächliche Faktoren beseitigen, z. B.:

    • Fehlstellungen behandeln (Fuß, Knie) z. B. mit „Kurzem Fuß nach Janda“, Beinachse stabilisieren, auch auf labilen Unterstützungsflächen

    • sportartspezifische Bewegungen verfeinern, z. B. Schlagtechnik verbessern

Remodellierungsphase
  • Krafttraining, auch exzentrisch. Übungen wie bei Tendinosen (s. o.)

  • Ausdauertraining mit langsamer Steigerung der Belastung

Immobilisationsschäden

ImmobilisationsschädenNach Sportverletzungen ist meist eine Ruhigstellung des betr. Gebiets notwendig. Eine längere Immobilisation führt jedoch zu einer verminderten Belastbarkeit des Gewebes bzw. zu Gewebeschäden. Die Dauer der Ruhigstellung sowie der Zeitpunkt der Wiederaufnahme von Bewegungs- und Belastungsreizen richten sich i. d. R. nach dem am schlechtesten heilenden Gewebe. Im Folgenden werden die Effekte der Ruhigstellung für die verschiedenen Gewebe beschrieben.
Knochen
Für den Knochenerhalt ist eine ständige Deformation des Gewebes durch Belastung unerlässlich. Unterschreitet die Deformation des Knochens dauerhaft einen Wert von 0,01 % seiner Ausgangsstruktur, kommt es zum Verlust von Gewebemasse mit erhöhter Frakturgefahr. Ein reduzierter Knochenmineralgehalt wird als OsteopenieOsteopenie (1–2,5 Standardabweichungen unter dem Durchschnitt) oder als OsteoporoseOsteoporose (> 2,5 Standardabweichungen unter dem Durchschnitt) bezeichnet.
Immobilisationsschäden am Knochen sind weitestgehend reversibel. Nachgewiesen positive Effekte haben insbesondere Krafttraining, Sportspiele, Turnen und Sprünge. Keinen Effekt oder gar eine negative Wirkung haben Schwimmen, Rad fahren oder kein Training.
Sehnen
Schon kurze Perioden verminderter Belastung (ca. 3 Tage) führen zu einer Reduktion der Kollagensynthese.
  • Quantitative Folgen: Der Querschnitt nimmt ab.

  • Qualitative Folgen: reduzierte max. Belastbarkeit (Sehne und Insertion), geringere Steifigkeit mit größerer Deformation bei Belastung und weniger Energiespeicherung

Exzentrische und konzentrische Kontraktionen der Muskel-Sehnen-Einheit stellen einen positiven Wachstumsreiz dar. Die Adaptionsfähigkeit der Sehne nach einer Immobilisationsperiode ist jedoch begrenzt und dauert, bedingt durch die reduzierte Stoffwechsellage, länger als beim zugehörigen Muskel.
Knorpel
Ein Immobilisationsschaden ist bereits nach 4–6 Wo. nachzuweisen und betrifft insbesondere die Grundsubstanzmoleküle in der Matrix. Nach einer Querschnittslähmung z. B. verringert sich die Knorpeldicke innerhalb von 6 Mon. um ca. 11 % (gemessen am tibiofemoralen Knorpel). Kurzfristige TB-Perioden von ca. 6 Wo. haben einen Dickenverlust von 2,9–6,6 % zur Folge (gemessen am tibiofemoralen Knorpel bei Pat. mit Weber-B-/-C-Fraktur).
Ein Dickenverlust durch Immobilisation ist weitestgehend reversibel, eine vollständige Wiederherstellung aber unwahrscheinlich. Die mechanischen Folgen der Dickenabnahme sind nur unzureichend erforscht. Es wird eine größere Deformation des Knorpels mit einer erhöhten Gefahr eines Traumas angenommen.
Muskel
ImmobilisationsatrophieEine Immobilisationsatrophie ist schon nach wenigen Tagen nachzuweisen und kann innerhalb einer Woche bis zu 30 % des ursprünglichen Querschnitts betragen. Die einzelnen Myofibrillen sind schlechter im Muskelverlauf integriert. Dies bedeutet, dass die Myofibrillen nicht in der ursprünglichen Ausrichtung vorliegen, sondern eher unregelmäßig angeordnet sind oder nekrotisieren. Typ-I-Fasern atrophieren i. d. R. stärker als Typ-II-Fasern. Die histologischen Veränderungen gehen mit einem Kraftverlust und einer reduzierten Willküraktivität einher.
Neben verminderten Bewegungsreizen können posttraumatisch bzw. postoperativ insbes. neurophysiologische Hemmungsmechanismen aus dem betr. Gelenk für eine schnelle Atrophie verantwortlich gemacht werden. So kommt es z. B. durch einen Erguss im Kniegelenk zu einer verminderten Aktivierung des M. quadrizeps.
In postoperativen Immobilisationsperioden kann eine Atrophie durch elektrische Muskelstimulation verhindert werden, z. B. durch einen niederfrequenten Impulsstrom ca. 20 Min./tgl. Außerdem kann versucht werden, die Atrophie mittels Irradiation (2.32) bzw. statischer Muskelaktivität der betr. Muskulatur zu begrenzen.
Meniskus
Es existieren nur wenige Daten über Immobilisationsschäden von Menisken. Eine eingeschränkte anguläre Mobilität führt bei heilenden Menisken zu einer reduzierten und schlechter ausgerichteten Kollagenstruktur in Kombination mit einer geringeren Belastbarkeit. Eine reduzierte Gewichtsbelastung führte im Tierversuch zu einer Verminderung der Reißfestigkeit.
Viele Th. berichten nach einer Immobilisation von einer eingeschränkten Gleitbewegung der Menisken auf dem Tibiaplateau.
Diskus
Der derzeitige Forschungsstand lässt keine eindeutigen Rückschlüsse bezüglich des Einflusses einer Immobilisation auf Disken zu. Verminderte Bewegungsreize reduzieren die Matrixsynthese und damit die Wasserbindung im Diskus. Diese führt zu einer stärkeren Belastung der festen Bestandteile des Gewebes mit einer höheren Degenerationsgefahr. Studien belegen, dass sich die Wasserbindung durch intensives Training steigern lässt. Der Discus intervertebralis scheint somit ein allen anderen Bindegeweben ähnliches Reaktionsmuster zu besitzen.

Sport mit Endoprothesen

Sportmit EndoprothesenEndoprothesenSportSport mit Endoprothesen wird sehr kontrovers diskutiert. Zu den meisten Prothesen gibt es diesbezüglich keine Untersuchungen. Bei Personen, die Sport treiben, sind die Lockerungszahlen bei Hüftendoprothesen geringer und die allg. Gesundheit besser. Eine mechanische Belastungsgrenze ist sicherlich gegeben, kann aber nicht pauschal festgelegt werden. Zu große Passivität und Schonung kann Bewegungsmangelerkrankungen verursachen, die meist wesentlich größere gesundheitliche Probleme verursachen als eine frühe aseptische Lockerung.
Belastungsprinzipien
Faktoren, die bei der Sportausübung beachtet werden müssen, sind:
Gelenkbelastung (Muskelaktivität, Bodenreaktionskräfte)
  • Je höher die Belastung, desto höher der Abrieb. Gewichtsbelastende Sportarten (Walking, Joggen) müssen keine höheren Kompressionskräfte verursachen als nicht belastende Sportarten (Schwimmen), da neben den Bodenreaktionskräften auch die Intensität der Muskelaktivierung für die Kompression verantwortlich ist.

  • Bei Hüft-TEP kann eine unzureichende Verankerung des Schafts im Femur zu vermehrter Mikromotion führen, die zu einer verfrühten Lockerung beitragen kann. Bei nicht zementierten Prothesen sollte die knöcherne Einheilung abgewartet werden (6–12 Wo.), bevor sportliche Belastungen empfohlen werden. Dann kann Bewegung die Knochenqualität positiv beeinflussen.

Intensität des Sports
Muskelaktivierung und Zahl der Bewegungszyklen bestimmen den Abrieb bzw. die Mikromotion. Zu viel Bewegung kann einen früheren Abrieb und eine frühere Lockerung erzeugen. Was genau zu viel ist, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Übermotivierte Pat. sollten jedoch auf die möglichen negativen Folgen hingewiesen und ggf. in ihrer Aktivität gebremst werden.
Art der Prothese (Materialien, Verankerung)
  • Verschiedene Materialien verursachen unterschiedlichen Abrieb.

  • Durch Bewegung der Gelenkpartner gegeneinander können Abriebpartikel entstehen, die eine permanente Entzündungsreaktion hervorrufen.

Empfehlungen Sport mit Knie- oder Hüftprothesen
In Tab. 5.3 sind empfehlenswerte und zu meidende Sportarten aufgelistet.
Sport mit Schulterprothesen
Die Kompressionskräfte sind im Schultergelenk niedriger als in der Hüfte, wobei v. a. die Bodenreaktionskräfte fehlen. Langzeitergebnisse über die Haltbarkeit bzw. Sporttauglichkeit von Schulterprothesen fehlen. Low-Impact-Sportarten können bei ausreichender Beweglichkeit, Koordination und Kraft wieder durchgeführt werden. High-Impact-Sportarten, besonders mit möglichem Gegnerkontakt (z. B. Handball), sollten gemieden werden, um Komplikationen zu vermeiden.
Sport mit anderen Prothesen
Zu Prothesen an Ellenbogen, Sprunggelenk oder Großzehengrundgelenk gibt es keine Langzeitergebnisse, weder bezüglich der Haltbarkeit noch bezüglich der Auswirkungen des Sports. Daher lassen sich hierzu keine Hinweise geben. Es ist wahrscheinlich, dass zu viele zyklische Bewegungen (z. B. Rad fahren) die Haltbarkeit reduzieren.

Literatur

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T. Baechle R. Earle Essentials of Strength Training and Conditioning 2nd ed. National Strength and Conditioning Association 2000 Human Kinetics Champaign, Illinois

Bant et al., 2011

H. Bant H.J. Haas M. Ophey M. Steverding Sportphysiotherapie 2011 Thieme Stuttgart

Diemer and Sutor, 2006

F. Diemer V. Sutor Praxis der Medizinischen Trainingstherapie 2006 Thieme Stuttgart

Fröhlich et al., 2003

M. Fröhlich D. Schmidtbleicher E. Emrich Belastungssteuerung im Muskelaufbautraining Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 53 2003 79

Matthijs et al., 2006

O. Matthijs D. von Paridon-Edauw D. Winkel Manuelle Therapie der peripheren Gelenke Bd. 3 2006 Elsevier/Urban & Fischer München

Wondrasch and Aldrian, 2013

B. Wondrasch S. Aldrian Konservative Therapie für Sportler mit Knorpelschaden Sportphysio 1 2013 16 20

Zimmermann, 2002

K. Zimmermann Gesundheitsorientiertes Muskelkrafttraining 2. A. 2002 Hofmann Schorndorf

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