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B978-3-437-42107-5.50035-1

10.1016/B978-3-437-42107-5.50035-1

978-3-437-42107-5

Ikterus bei Virushepatitis mit typischer Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute. [1]

Ursachen von Übelkeit und Erbrechen. [3]

Tab. 2
Vagale Reizung Triggerfaktoren ZNS-Einflüsse
Dehnung eines viszeralen Hohlorgans, z. B. durch Obstruktion Toxine und Stoffwechselprodukte (z. B. Alkohol, Hypoxie, Azidose) Hirndruck
Peritoneale Reizung (Peritonitis, Blutung) Medikamente (Opioide, Zytostatika) Migräne
Proximale Mukosairritation (virale, medikamentöse Gastroenteritis) Bestrahlung ZNS-Infektion (Enzephalitis, Meningitis)
Medikamente (mit cholinerger Wirkung) Alkoholisches Morgenerbrechen Psychogenes Erbrechen

Ursachen und klinische Charakteristika der Dysphagie.

Tab. 3
Ursache Charakteristika Mögliche Krankheitsbilder
Mechanisch-obstruktiv Auftreten v. a. bei Aufnahme fester Nahrung Kompression des Ösophagus von außen z. B. durch Tumoren
Langsam progredient fortschreitende Schluckbeschwerden Ösophaguskarzinom, peptische Stenosen
Gewichtsverlust, Kachexie Ösophaguskarzinom
Akut auftretende Schluckbeschwerden Infektion, Entzündung
Muskelschwäche, Paresen
Fieber, Lymphknotenschwellungen Infektion, Entzündung
Neuromuskuläre Störungen Auftreten bei Aufnahme fester und flüssiger Nahrung, Verschlucken bei Nahrungsaufnahme
Muskelschwäche, Paresen

Abdominelle Leitsymptome II

Übelkeit/Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen können durch eine Vielzahl von Auslösern hervorgerufen werden. So liegen neben infektiösen, toxischen, zentralvenösen und psychischen Ursachen auch reflektorische Reize zugrunde. Neben der Frequenz (akut, chronisch) und evtl. Auslösern ( Tab. 2) müssen auch die Qualität des Erbrochenen (gallig, blutig, fäkulent, unverdaute Nahrung, sauer) und Begleitsymptome (z. B. Drehschwindel bei vestibulärer Ursache, ZNS-Symptome bei zentralnervöser Ursache, Abdominalschmerzen oder begleitende Diarrhö bei abdominellen Ursachen) erfragt werden.
Hämatemesis
Darunter versteht man das Erbrechen größerer Mengen Blut, ein typisches Zeichen der oberen gastrointestinalen Blutung, d. h. einer Blutung proximal des Treitz-Bandes. Das erbrochene Blut kann entweder hellrot (kurze Verweildauer) oder kaffeesatzartig (durch eine Hämatinbildung nach Kontakt mit saurer Magensäure) sein. Hauptursache sind ernst zu nehmende und potenziell lebensbedrohliche Ulkusblutungen, Gastritiden und Ösophagitiden sowie Ösophagusvarizen.

DD Hämoptyse; Hier imponiert hellrotes, schaumiges Blut im abgehusteten Sputum. Auskultatorisch finden sich zudem meist feuchte RGs.

Dyspepsie

Unter dyspeptischen Beschwerden versteht man unspezifische, mit der Nahrungsaufnahme assoziierte Oberbauchbeschwerden, die sich als Sodbrennen bzw. als Druck- oder Krampfgefühl (teilweise mit Schluckauf/Übelkeit) oder Völlegefühl im Epigastrium lokalisieren lassen. Hauptsächlich verantwortlich sind neben dem gastroösophagealen Reflux auch ösophageale Motilitätsstörungen, Schleimhautentzündungen (Gastritis/Ulkuskrankheit) bzw. Genussmittel wie Alkohol und Kaffee sowie scharfe Speisen. Dyspeptische Beschwerden treten besonders im Liegen oder beim Bücken auf.

Dysphagie

Dabei handelt es sich um eine Schluckstörung. Sie kommt als Leitsymptom für Erkrankungen des Ösophagus vor. Die Patienten berichten, dass ihnen etwas im Halse stecken bleibt oder dass sie etwas nicht hinunterschlucken können. Unterscheiden muss man zwischen einer mechanischen bzw.entzündlichen Obstruktion und neuromuskulären Störungen ( Tab. 3).
Von der Dysphagie muss das Globusgefühl (Globus pharyngis) abgegrenzt werden. Dieses imponiert als chronisches Druck-, Kloßoder Trockenheitsgefühl im Hals und hat neben seltenen organischen (z. B. Struma) vorwiegend psychogene Ursachen.

Gewichtsverlust

Das Gewicht und der Ernährungszustand des Patienten sind unspezifische Indikatoren für dessen Gesundheit. Für spätere Vergleiche sollte deshalb, v. a. bei langfristiger Betreuung des Patienten (z. B. als Allgemeinarzt), bei Jeder routinemäßigen Untersuchung der Gewichtsstatus des Patienten erhoben werden. Ursache eines Gewichtsverlusts können Malabsorptionssyndrome, Stoffwechselstörungen, maligne Neoplasien oder auch Infektionen sein. Ein massiver Gewichtsverlust bzw. eine Gewichtszunahme innerhalb von Stunden ist fast ausschließlich auf Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts zurückzuführen.

Gewichtsverlust über 10 des KG innerhalb von sechs Monaten ohne bewusste Diät zählt neben Fieber, Müdigkeit und Nachtschweiß zu den B-Symptomen und ist tumorverdächtig.

Meteorismus

Hierunter versteht man Blähungen, die vom Patienten oft als Völlegefühl, Blähbauch oder schmerzhafte Krämpfe empfunden werden. Ursache können Nahrungsmittel (z. B. ballaststoffreiche Lebensmittel), Medikamente bzw. Motilitätsstörungen des Darms sein.

Flatulenz

Der Begriff beschreibt den Abgang von Darmgasen, für den neben Nahrungsmitteln (Hülsenfrüchte) auch Entzündungen oder neurogene Funktionsstörungen verantwortlich sein können. Der Begriff des falschen Freundes ist definiert als Flatulenz mit ungewolltem Stuhlabgang und ist u. U. ein Hinweis auf das Vorliegen eines kolorektalen Karzinoms.

Stuhlunregelmäßigkeiten

Stuhlunregelmäßigkeiten gelten als Hinweis für zahlreiche gastrointestinale Grundleiden, z. B. für Infektionen, Malabsorptionen, metabolische Erkrankungen (Hyperthyreose), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa), Obstruktionen aller Art (mechanisch, karzinomatös) oder auch für ernährungsbedingte, medikamenteninduzierte bzw. psychosomatisch ausgelöste Erkrankungen.

Stuhlunregelmäßigkeiten müssen als sehr subjektives Symptom des Patienten immer möglichst genau anamnestiziert und somit objektiviert werden. Jede Stuhlveränderung wie Diarrhö, Obstipation, blutiger oder schleimiger Stuhl kann Hinweis auf ein kolorektales Karzinom sein und muss weiter abgeklärt werden!

Diarrhö
Der normale Stuhlgang des Erwachsenen schwankt sowohl in puncto Frequenz (zwischen 3 x/Tag und 3 x/Woche) als auch in der Konsistenz (zwischen kaum geformt und hart). Als Diarrhö bezeichnet man entweder zu häufige Stuhlentleerungen, d. h. 3 x/Tag oder zu flüssigen Stuhlgang (ungeformt bis wässrig). Der Patient muss also nach Auftreten, Dauer, Entleerungsfrequenzen, Farbe, Form und evtl. Blut- oder Schleimauflagerungen gefragt werden. Zudem sollten entzündungsassoziierte Faktoren (Fieber, Gliederschmerzen), Medikamenteneinnahme (z. B. Antibiotika pseudomembranöse Kolitis) und Auslandsaufenthalte (z. B. virale Durchfallerkrankungen) abgeklärt werden.
Obstipation
Stuhlentleerungen von weniger als 3 x/Woche in Kombination mit exzessivem Aufwand oder Schmerzen werden als Obstipation definiert. Die Ursachen umfassen harmlose funktionelle Störungen, falsche Ernährungsgewohnheiten (zu faserarme Kost), neurogene Motilitätsstörungen (z. B. M. Hirschsprung) bis zu malignen Erkrankungen.
Steatorrhö
Unverdaute Nahrungsanteile und Fettbeimengungen im Stuhl sind eine Sonderform der Diarrhö und werden als Fettstühle bezeichnet. Die medizinische Definition beschreibt dies mit einer Ausscheidung von mehr als 7 g Fett im Stuhl. Ursachen können eine Insuffizienz des exokrinen Pankreas, M. Crohn oder auch Maldigestions- und Malabsorptionssyndrome sein.

Blut im Stuhl

Blutverluste über den Stuhl können entweder makroskopisch sichtbar als Teerstuhl (Meläna) bzw. frische Blutauflagerungen (Hämatochezie) oder aber auch makroskopisch unsichtbar (okkulte Blutung) vorkommen. Ursachen für diesen Blutverlust sind Schleimhaut- oder Gefäßschäden, die allerdings mittels der klinischen Untersuchung nicht topografisch zugeordnet werden können.
Okkulte Blutungen
Diese sind makroskopisch und somit klinisch nicht sichtbar, können aber hämodynamisch relevante Auswirkungen (Hb-Abfall) haben. Mittels Teststreifen (Hämoccult) können sie nachgewiesen werden. Ursachen sind Ulkusblutungen, Karzinome oder entzündliche Erkrankungen (Divertikulitis, M. Crohn).
Meläna (Teerstuhl)
Unter Meläna versteht man schwarze, teerartige, klebrige Stühle, die durch metabolische Zersetzung, meist im Magen, zustande kommen. Dafür müssen mind. 50 ml Blut fünf bis acht Std. im Gastrointestinaltrakt verweilen, was für eine Blutung im oberen GI-Trakt spricht. Auch Eisen-, Kohleoder Bismutpräparate sowie Spinat oder Blaubeeren können schwarze Stühle verursachen.
Hämatochezie
Der rektale Abgang von frischem, rotem Blut wird als Hämatochezie bezeichnet und spricht v. a. für eine Blutung im unteren GI-Trakt. In ca. 50 der Fälle liegt die Blutungsquelle im Anorektalbereich. Dem Stuhl aufgelagertes Blut spricht eher für blutende Hämorrhoiden, während mit Stuhl vermischtes Blut für eine proximalere Blutungsquelle (z. B. Kolon) spricht.

Blut im Stuhl muss stets abgeklärt werden (Hämoccult, Koloskopie), da sich hinter jeder rektalen Blutung ein Karzinom verbergen kann.

Ikterus

Ikterus beschreibt eine Gelbfärbung ( Abb. 3) von Haut, Schleimhäuten und Organen durch eine verminderte Ausscheidung von Bilirubin und somit eine Zunahme des Bilirubinspiegels im Blut. Zugrunde liegt ein Missverhältnis zwischen Anfall von Bilirubin (prähepatisch), der Aufnahme und Verstoffwechselung in der Leber (intrahepatisch) und der Ausscheidung (posthepatisch) über das Gallensystem. Die häufigsten Ursachen sind neben der akuten Hepatitis der Verschlussikterus durch Gallensteine oder Tumoren.

Zusammenfassung

  • Bei Erbrechen kann v. a. die Qualität des Erbrochenen (gallig, blutig, fäkulent, unverdaute Nahrung, sauer) differenzialdiagnostisch weiterhelfen.

  • Die Dysphagie ist ein Leitsymptom bei Erkrankungen des Ösophagus.

  • Massive Gewichtsab- bzw. -zunahme innerhalb kurzer Zeit ist fast ausschließlich auf Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts zurückzuführen.

  • Als Diarrhö bezeichnet man entweder zu häufige Stuhlentleerungen (d. h. 3 x/Tag) oder zu flüssigen Stuhlgang (ungeformt bis wässrig).

  • Makroskopischer Blutverlust über den Stuhl kann als Teerstuhl (Meläna) oder frische Blutauflagerungen (Hämatochezie) auftreten.

  • Die häufigsten Ursachen eines Ikterus sind der Verschluss durch Gallensteine oder Tumoren bzw. die akute Hepatitis.

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