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B978-3-437-42107-5.50023-5

10.1016/B978-3-437-42107-5.50023-5

978-3-437-42107-5

Auskultationsmerkmale der Trikuspidalklappeninsuffizienz und der Trikuspidalklappenstenose. [9]

Auskultationsmerkmale des Vorhofseptumdefekts. [3]

Auskultationsmerkmale bei Ventrikelseptumdefekt. [3]

Auskultationsbefund bei persistieren dem Ductus arteriosus Botalli. [3]

Morphologie der Fallot-Tetralogie. [41]

Auskultationsbefund bei Fallot-Tetralogie. [3]

Auskultationsbefunde II

Trikuspidalklappenfehler

Erworbene Trikuspidalklappenfehler sind im Vergleich zu Vitien des linken Herzens wesentlich seltener.

Trikuspidalklappeninsuffizienz

Eine Trikuspidalklappeninsuffizienz kann sich als Folge einer Dilatation oder Druckbelastung des rechten Ventrikels oder infolge einer infektiösen Endokarditis nach i. v. Drogenabusus entwickeln. Auskultatorisch findet sich ein inspiratorisch stärker werdendes, hochfrequentes, holosystolisches Geräusch mit p. m. im 4.–5. ICR links.

Trikuspidalklappenstenose

Eine Trikuspidalklappenstenose ist fast immer die Folge einer rheumatischen Erkrankung. Klinisch imponieren – ebenso wie bei einer Trikuspidalklappeninsuffizienz – Zeichen einer rechtsseitigen Einflussbehinderung. Bei der Auskultation ist ein mittelfrequentes Diastolikum mit p. m. am linken Sternalrand zu eruieren, dessen Lautstärke bei Inspiration zunimmt ( Abb. 6).

Andere Herzerkrankungen

Vorhofseptumdefekt (ASD)

Ein Vorhofseptumdefekt (Atrioseptaldefekt) ist eine angeborene Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof. Klinisch bleiben die Patienten oft Jahrzehnte lang asymptomatisch und klagen später über eingeschränkte Belastbarkeit, Belastungsdyspnoe und vermehrt bronchopulmonale Defekte. Auskultatorisch charakteristisch ist ein spindelförmiges, raues Systolikum mit p. m. im 2./3. ICR parasternal links mit einem weit gespaltenen, atemunabhängigen 2. HT ( Abb. 7).

Ventrikelseptumdefekt (VSD)

Der VSD ist der häufigste angeborene Herzfehler – es handelt sich um die Verbindung zwischen rechter und linker Herzkammer. Bei kleinem VSD sind die Patienten i. d. R. beschwerdefrei. Bei größerem VSD zeigen sich Belastungsdyspnoe und rezidivierende pulmonale Defekte. Auskultatorisch zeigt sich bei kleinem und mittlerem VSD (Volumen < 30 ) mit Links-rechts-Shunt ein hochfrequentes, holosystolisches sog. Pressstrahlgeräusch mit p. m. über dem 3. – 4. ICR parasternal links.
Ein großer VSD (Vol. > 50 ) ist wegen des geringen Druckgradienten häufig schwer zu hören. Hier imponiert ein paukender 2. HT ( Abb. 8).

Persistierender Ductus Botalli (PDA)

Durch ausbleibenden Verschluss des Ductus arteriosus kommt es zum Links-rechts-Shunt während der Systole und Diastole. Das Blut fließt also aus der Aorta in die A. pulmonalis mit Folge der Volumenbelastung von Lungenkreislauf und linkem Herzen. Auskultatorisch ist ein kontinuierliches, systolisch-diastolisches Maschinengeräusch mit p. m. über dem 2. ICR parasternal links zu hören ( Abb. 9). Dieses Geräusch verschwindet bei Zunahme des Schweregrads.

Fallot-Tetralogie

Hierbei handelt es sich um einen Herzfehler mit vier Komponenten; ASD, VSD mit reitender Aorta, Rechtsherzhypertrophie und Pulmonalstenose ( Abb. 10).
Klinisch finden sich eine zentrale Zyanose, Minderwuchs, Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel und eine vermehrte konjunktivale Zeichnung (als Zeichen der hypoxiebedingten Polyglobulie).
Auskultatorisch ist ein raues, lautes, systolisches Austreibungsgeräusch mit p. m. über dem 2. ICR parasternal links zu hören ( Abb. 11). In schweren Fällen fallen Aorten- und Pulmonalklappenschlusston zusammen, sodass eine Spaltung dieser Herztöne nicht wahrgenommen werden kann.

Perikarditis

Bei der Herzbeutelentzündung entwickeln sich häufig ein Perikarderguss mit der Gefahr einer Herzbeuteltamponade und eine Entzündung der angrenzenden Herzschichten. Die Patienten klagen bei akutem Verlauf v. a. über einen retrosternalen und linksthorakalen stechenden Schmerz, der sich bei Bewegung oder tiefer Atmung verstärkt und von vegetativen Symptomen wie Fieber oder Tachykardie begleitet ist. Auskultatorisch ist ein schabendes Reibegeräusch in Systole und Diastole mit p. m. über Erb für die fibrinöse Perikarditis charakteristisch. Bei exsudativer und konstriktiver Perikarditis ist der Befund nicht immer zu hören.

Perikardtamponade

Als Perikardtamponade wird eine hämodynamisch wirksame Kompression der Vorhöfe und des rechten Ventrikels aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung zwischen Perikard und Myokard bezeichnet. Die diastolische Füllung wird hierdurch behindert, das Blut staut sich zurück, und die Auswurfleistungdes Herzens nimmt ab. Klinisch zeigen sich neben einer reaktiven Tachykardie die Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz, nämlich ein Blutaufstau der Jugularvenen, sowie Oberbauchschmerzen. Es imponierte ein Pulsus paradoxus, d. h. Schlagvolumen und damit Pulsstärke schwanken atemunabhängig.

Zusammenfassung

  • Trikuspidalklappeninsuffizienz: hochfrequentes, holosystolisches Geräusch mit p. m. im 4./5. ICR parasternal links.

  • Trikuspidalklappenstenose: mittelfrequentes Diastolikum mit p. m. am linken Sternalrand.

  • ASD: spindelförmiges, raues Systolikum mit p. m. im 2./3. ICR parasternal links mit einem weit gespal tenen, atemunabhängigen 2. HT.

  • Kleiner VSD: lautes, hochfrequentes, holosystolisches Geräusch, welches am linken Sternalrand als sog. Pressstrahlgeräusch auskultierbar ist.

  • PDA: kontinuierliches, systolisch-diastolisches Maschinengeräusch mit p. m. über dem 2. ICR parasternal links.

  • Fallot-Tetralogie: raues, lautes, systolisches Austreibungsgeräusch mit p. m. über dem 2. ICR parasternal links.

  • Fibrinöse Perikarditis: diastolisch und systolisch schabendes Reibegeräusch mit p. m. über Erb.

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