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B978-3-437-42107-5.50069-7

10.1016/B978-3-437-42107-5.50069-7

978-3-437-42107-5

Aufbau und Schichtung der Haut. [27]

Primäre und sekundäre Hauteffloreszenzen; 1. Makula, 2. Papula, 3. Urtika, 4. Vesikula, 5. Pustula, 6. Squama, 7. Rhagade, 8. Ulkus. [11, 29]

Bestandteile der Haut und ihre Funktion.

Tab. 1
Hautschicht Stratum Funktion
Epidermis Corneum Mechanische, chemische Schutzbarriere
Lucidum Stoßdämpfung, Verschiebefunktion
Granulosum Beteiligt an Keratinbildung
Spinosum Erhalt der Stabilität, Elastizität
Basale Verbindung der Epidermis zur Kutis
Dermis (Kutis/Korium) Papillare Wärmeaustausch, Sinnesorgan
Reticulare Für mechanische Festigkeit verantwortlich
Subkutis Ursprung der Haarfollikel und Schweißdrüsen

Beschreibung verschiedener Hauteffloreszenzen.

Tab. 2
Merkmale Beispiele
Größe Erbsengroß, münzgroß
Form Rund, anulär (ringförmig), streifenförmig, eckig
Farbe Weiß, gelb, rot, rötlich, blau, bläulich
Begrenzung Scharf, unscharf, diffus
Ausdehnung Regionär, unilateral, zirkumskript, segmental
Anordnung Disseminiert, konfluierend, herpetiform, gruppiert

Grundlagen der Dermatologie

Mit ca. 1,5–2 m2 Oberfläche ist die Haut das größte Organ des Körpers. Neben der Umkleidung der inneren Organe stellt dieses Organ eine Permeabilitätsbarriere für potenziell pathogene Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten), Schadstoffe oder Strahlung (UVA/UVB) dar. Aber auch mit der Regulierung der Körpertemperatur über den Wasserhaushalt und als Synthese- (z. B. von Vitamin D) bzw. Speicherorgan (z. B. Fett) trägt die Haut zur Homöostaseerhaltung des Körpers bei.

Morphologie

Die Haut besteht aus drei Schichten ( Abb. 1): der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis/Kutis) und der Unterhaut (Subkutis). Die Epidermis ist ein mehrschichtiges, verhorntes und nicht vaskularisiertes Plattenepithel mit fünf Schichten. Alle essenziellen Nährstoffe erhält sie aus der gut durchbluteten Dermis, deren Bestandteile u. a. auch Haarfollikel, Talgdrüsen, Bindegewebe und Tastkörperchen zur Sinneswahrnehmung sind. Die Subkutis führt als tiefste Hautschicht die blutversorgenden Gefäße und besteht zudem aus Unterhautfettgewebe, Schweißdrüsen und Nervenfasern ( Tab. 1). Als reizaufnehmende Bestandteile des Sinnesorgans enthält die Haut verschiedene Rezeptoren wie Mechano-(zur Tastwahrnehmung), Nozi-(zur Schmerzwahrnehmung) und Thermozeptoren (zur Temperaturwahrnehmung).

Effloreszenzen

Für eine systematische Diagnostik von Hautkrankheiten müssen die pathologischen Hauterscheinungen nach morphologischen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Als primäre Effloreszenzen werden frische Einzelerscheinungen einer Hauterkrankung bezeichnet, sekundäre Effloreszenzen entstehen im weiteren Verlauf aus schon vorbestehenden Hautpathologien. Abbildung 2 zeigt die verschiedenen primären und sekundären Effloreszenzen und deren Aussehen.
Primäre Effloreszenzen
  • Makula (Fleck); farblich veränderter Fleck aufgrund von Pigment- oder Gefäßveränderungen ohne Konsistenzänderung

  • Papula (Knötchen, Papel), Nodus (Knoten); kleine, umschriebene Verdickung der Haut durch Zunahme der Zellzahl. Eine flächenhafte Ausbreitung mehrerer Papeln nennt man Plaque. Größere Herde werden als Knoten (Nodus) bezeichnet.

  • Vesikula (Bläschen), Bulla (Blase); kleiner oder großer (Bulla), mit seröser Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in oder unter der Haut

  • Pustula (Pustel); eitergefüllter Hohlraum auf oder unter der Haut

  • Urtika (Quaddel); meist flüchtige, juckende, unscharf begrenzte, flache Erhabenheit

Sekundäre Effloreszenzen
  • Erosio (Abschürfung); oberflächlicher Substanzdefekt, der narbenlos verheilt

  • Excoriatio (Exkoriation); Substanzverlust bis in die Dermis, der meist narbenlos abheilt

  • Ulkus (Geschwulst, Geschwür); tiefer, bis in die Subkutis reichender Substanzdefekt der Haut, der unter Narbenbildung abheilt

  • Crusta (Kruste); angetrocknetes, meist auf Erosionen befindliches Sekret unterschiedlicher Färbung

  • Atrophie; Gewebeschwund ohne vorherigen Substanzdefekt

Eine Beschreibung nach bestimmten Merkmalen ist die Grundlage einer klinisch-dermatologischen Diagnostik ( Tab. 2).

Effloreszenzen

Entzündungszeichen der Haut
Die fünf Kardinalzeichen für eine Entzündung der Haut und deren Anhangsgebilde sind:
  • Rubor; Rötung der Haut durch eine Vasodilatation

  • Calor; Überwärmung aufgrund der Hyperämie

  • Dolor; Schmerz (manchmal auch Juckreiz) als Folge der Reizung von Nozizeptoren

  • Tumor; Schwellung als Folge von Flüssigkeitsaustritt (Exsudation) und Infiltration

  • Functio laesa; Funktionsminderung der Haut und entsprechender Körperteile

Zusammenfassung

  • Die Aufgaben der Haut sind der Schutz gegen Umwelt und externe Krankheitserreger, Wärmeregulierung, Synthese und Speicherung metabolischer Stoffe.

  • Zur Sinneswahrnehmung enthält die Haut viele Rezeptoren unterschiedlicher Qualitäten.

  • Primäre Effloreszenzen sind frische Einzelerscheinungen einer Hauterkrankung.

  • Sekundäre Effloreszenzen entstehen im weiteren Verlauf aus schon vorbestehenden Hautpathologien.

  • Die klassischen Entzündungszeichen der Haut sind Calor, Rubor, Dolor, Tumor und Functio laesa.

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