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B978-3-437-42107-5.50073-9

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978-3-437-42107-5

Himbeerzunge und eitrige Stippchen auf beiden Tonsillen. [38]

Erysipel. [11]

Kalkspritzerartiges Enanthem (Koplik-Flecken) bei Masernerkrankung. [28]

Herpes simplex labialis. [11]

Sternenhimmel bei Windpocken. [28]

Herpes zoster. [29]

Infektionen der Haut

Die folgende Doppelseite beschreibt in Kürze häufig auftretende und ausgewählte Infektionen der Haut. Hierbei wird sowohl auf eine mögliche bakterielle, virale als auch mykotische Genese eingegangen. Für weitere Hautinfektionen als auch detailliertere Beschreibungen sei auf das BASICS Dermatologie verwiesen.

Bakterielle Infektionen

Scharlach (Scarlatina)

Scharlach ist eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Erkrankung und wird durch -hämolysierende Streptokokken der Gruppe A ausgelöst. Nach einer kurzen Inkubationszeit und plötzlich einsetzendem Fieber (bis 40 C) mit schwerer Angina tonsillaris entwickelt sich zunächst im Thoraxbereich und in den Ellenbeugen ein kleinfleckiges Exanthem, das sich dann über den gesamten Körper ausbreitet. Charakteristisch ist im weiteren Verlauf eine Wangenrötung bei ausgespartem, blassem Munddreieck, eine dunkelrote Zunge (Himbeerzunge, Abb. 1) und das Pastia-Zeichen (schmale Hauthämorrhagien in den Ellbogenfalten).

Erysipel (Wundrose)

Ein Erysipel ist eine lokale Streptokokkeninfektion der tiefen Hautschichten mit teils heftig ausgeprägten Allgemeinsymptomen wie Fieber (bis 40 C) und Schüttelfrost. Haupterreger sind ß-hämolysierende Streptokokken, die über kleinste Eintrittspforten Epidermis und Dermis befallen und eine Entzündungsreaktion (Calor, Rubor, Dolor, Tumor, Functio laesa) auslösen. Das Erysipel breitet sich flächenhaft und scharf begrenzt mit zungenförmigen Ausläufern aus ( Abb. 2). Je nach Schweregrad können sich Blasen, Hämorrhagien oder Nekrosen entwickeln. Häufige Lokalisationsorte sind der Unterschenkel (Eintrittspforte sind Zehenzwischenräume) und das Gesicht.

Virale Infektionen

Masern

Die Masernerkrankung zählt zu den Kinderkrankheiten, gilt als hoch kontagiös und wird via Tröpfcheninfektion (Masernvirus) übertragen. Nach einer ca. 10- bis 14-tägigen Inkubationszeit treten im Prodromalstadium neben trockenem Husten, Rhinitis, Konjunktivitis und Fieber die pathognomonischen Koplik-Flecken, ein kalkspritzerartiges Enanthem an der Wangenschleimhaut, auf ( Abb. 3). Im anschließenden Exanthemstadium entwickelt sich ein hellrotes, makulopapulöses (= morbilliform), konfluierendes Exanthem mit Beginn hinter den Ohren bzw. im Gesicht und einer generalisierten Ausbreitung.

Herpes simplex (Fieberbläschen)

Die Herpes-simplex-Viren verursachen infektiöse und kontagiöse Erkrankungen mit einem Befall der Haut und Schleimhäute. Neben dem HSV Typ 1, welcher als Erreger von Infektionen der Haut und Schleimhäute im Gesichtsbereich gilt (Herpes labialis), ist das HSV Typ 2 für die Hauterscheinungen im Genitalbereich verantwortlich (Herpes genitalis). Während die Primärinfektion meist im frühen Kindesalter (Gingivostomatitis herpetica, Ekzema herpeticatum, aber auch Herpessepsis) auftritt, zeigen sich Sekundärmanifestationen bei der klinischen Untersuchung v. a. durch polyzyklisch gruppierte Bläschen (herpetiforme Bläschen, Abb. 4) auf geröteter Haut. Auslöser der Reinfektionen sind u. a. Stress, UV-Bestrahlung oder Menstruation. Aus den Bläschen entwickeln sich Pusteln, die schließlich eintrocknen und i. d. R. verkrusten. Platzen sie auf, so entleert sich deren hochinfektiöser Inhalt und kann über Tröpfchen und direkten Kontakt übertragen werden.

Windpocken (Varizellen)

Die Windpockenerkrankung ist verursacht durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV) und präsentiert sich nach einer kurzen Prodromalphase als schubweise verlaufendes, stark juckendes Exanthem am Körperstamm, einschließlich Kopfhaut und Mundschleimhaut. Handteller und Fußsohlen bleiben ausgespart. Typisch ist ein Nebeneinander der Hauteffloreszenzen unterschiedlichen Alters (Makula, Papel, Vesikel, Verkrustung), ein Symptom, das auch als Sternenhimmel bezeichnet wird ( Abb. 5). Nach Verschorfung fallen die Krusten nach ein bis zwei Wochen i. d. R. ohne Narbenbildung ab.

Herpes zoster

Der Herpes zoster ist ein Lokalrezidiv der Infektion mit VZV. Er geht mit einer halbseitigen streifenförmigen Hautveränderung einher, die fast immer auf ein Dermatom begrenzt ist, und wird deshalb im Volksmund auch Gürtelrose genannt. Es finden sich gruppierte Bläschen auf einer erythematösen Haut mit pustulöser Umwandlung, anschließender Verkrustung und Narbenbildung ( Abb. 6). Besonders schwere Verläufe sind bei einer Beteiligung der Augen (Zoster ophthalmicus) oder der Ohren (Zoster oticus) bzw. auch bei immunsupprimierten Patienten (z. B. bei Tumoren, HIV-Infektion) zu beobachten.

Röteln (Rubeola)

Diese hochkontagiöse Viruserkrankung imponiert als blassrotes, kleinherdigmakulopapulöses, nicht konfluierendes Exanthem, das sich – über das Gesicht und die Ohren – am gesamten Körper ausbreitet. Begleitet ist es von leicht eingeschränktem Allgemeinbefinden (Lymphknotenschwellung, Arthralgien). In ca. 50 der Fälle verläuft die Erkrankung sogar asymptomatisch, ein entscheidendes differenzialdiagnostisches Kriterium gegenüber der Masernerkrankung.

Hautmykosen (Dermatomykosen)

Pilzerkrankungen gehören zu den häufigen Erkrankungen der Haut und sollten deshalb immer bei asymmetrischen, scharf begrenzten, rundlichen Hautbefunden in Erwägung gezogen werden. Hautpathogene Pilze sind neben den Dermatophyten auch Hefepilze (z. B. Candida albicans) und Schimmelpilze (Sporotrichien, Kryptokokken); diese werden auch als D-H-S-Gruppe bezeichnet. Während Dermatophyten lediglich oberflächliche Mykosen auslösen, können Hefepilze und Schimmelpilze tiefe und systemische Formen hervorrufen. Da Pilze ein Bestandteil der normalen Hautflora sind, können immunsystemschwächende Faktoren wie akute (z. B. grippaler Infekt) oder chronische Infektionen und Medikamente das Auftreten von Dermatomykosen begünstigen.

Zusammenfassung

  • Charakteristische klinische Befunde bei Scharlach sind die Himbeerzunge und das Pastia-Zeichen.

  • Das Erysipel breitet sich flächenhaft aus, ist scharf begrenzt und hat zungenförmige Ausläufer.

  • Koplik-Flecken sind ein pathognomischer Befund bei Masern.

  • Der Herpes zoster ist eine Blickdiagnose, da fast immer auf ein Dermatom begrenzt.

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