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B978-3-437-42107-5.50071-5

10.1016/B978-3-437-42107-5.50071-5

978-3-437-42107-5

Atopisches Ekzem. [11]

Dennie-Morgan-Falte. [29]

Seborrhoisches Ekzem. [11]

Urtikaria und Angioödem. [11]

Morbilliformes Arzneimittelexanthem. [11]

Verschiedene Allergieformen nach Coombs und Gell.

Tab. 1
Typ I II III IV
Reaktionstyp Anaphylaktisch (Sofortreaktion) Zytotoxisch Immunkomplex Zellvermittelt (Spätreaktion)
Reaktionszeit Sek. bis Min. Einige Std. Min. bis Std. 12 – 72 Std.
Reaktionsvermittlung IgE IgG, IgM IgG, IgM, IgA T-Lymphozyten
Erkrankungen Anaphylaktischer Schock, Urtikaria, Angioödem, Asthmaanfall, Pollinosis, Nahrungsmittelallergie Agranulozytose, Thrombopenie, hämolytische Anämie Serumkrankheit, allergische Alveolitis, Vasculitis allergica Kontaktallergie, Transplantatabstoßung, Arzneimittelexantheme, allergische Kontaktdermatitis

Intoleranzreaktionen

Dermatitis/Ekzem

Die Dermatitis und das Ekzem sind als Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut in ihrem klinischen Erscheinungsbild grundsätzlich identisch, wobei sie oft in unterschiedlichem Kontext verwendet werden. Während als Ursache für Ekzeme endogene Faktoren, beispielsweise eine atopische Prädisposition, beschrieben werden, spricht man von einer Dermatitis bei exogener Ursache, z. B. durch toxische Stoffe. Andere Einteilungen sehen die Dermatitis als akute, das Ekzem als chronische Entzündungsform. Das klinische Bild zeigt eine oberflächliche Entzündung der Epidermis, die je nach Schwere des Verlaufs mit Blasen- und auch Nekrosenbildung einhergehen kann.

Toxische Kontaktdermatitis

Die hauttoxischen Stoffe schädigen die Haut an der Kontaktstelle. Es kommt zu einer schmerzhaften Rötung mit Schwellung und Bläschenbildung, in schweren Fällen sogar zu Hautnekrosen. Beispiele für hauttoxische Stoffe sind Laugen, Lösungsmittel und säurehaltige Mittel.

Allergische Kontaktdermatitis

Ungefähr 24–48 Std. nach Antigenkontakt (Typ-IV-Immunreaktion) kommt es bei sensibilisierten Menschen im Rahmen einer Spätreaktion zur Hautrötung, Schwellung und Ausbildung von Papeln. Im Ggs. zur toxischen Kontaktdermatitis können die gleichen Effloreszenzen durch hämatogene Verschleppung auch an anderen Körperstellen auftreten. Die häufigsten Allergene sind Metalle (Nickel, Chromat), Gummichemikalien, Konservierungs- und Duftstoffe bzw.
Medikamente (s. u.). Weitere pathophysiologische Aspekte und eine Einteilung der Überempfindlichkeitsreaktionen zeigt Tabelle 1.

Atopisches Ekzem (Neurodermitis)

Das atopische oder auch endogene Ekzem ist eine chronisch-rezidivierende Hauterkrankung, die sich bei einer genetischen Prädisposition v. a. im Kleinkindalter manifestiert. Leitsymptome sind ein starker Juckreiz, eine trockene Haut und Beugenekzeme ( Abb. 1). Weitere Merkmale sind die Vertiefung der Handlinie, infraorbital doppelte Lidfalten (Dennie-Morgan-Falte, Abb. 2) und eine Reduktion der lateralen Augenbrauen (Herthoge-Zeichen). Zu den gefürchteten Komplikationen zählen Superinfektionen mit Herpes-simplex-Viren (s. a. Eczema herpeticatum), Molluscum-contagiosum-Virus (Eczema molluscatum) und Staphylokokken (Impetigo).

Seborrhoisches Ekzem

Bei dieser chronisch-rezidivierenden Entzündung der Epidermis, besonders in den talgdrüsenreichen Arealen, lassen sich zwei Formen unterscheiden. Die Erwachsenenform imponiert durch relativ scharf begrenzte, erythematöse Herde mit gelblich-fettiger, manchmal auch feiner Schuppung am behaarten Kopf, im Stirn- und Augenbrauen- sowie Wangenbereich ( Abb. 3). Sie wird gehäuft bei Alkoholikern, psychiatrischen Patienten (potenziell durch Neuroleptika induziert), aber auch bei HIV-positiven Patienten diagnostiziert. Die relativ häufige Säuglingsform beginnt i. d. R. in den ersten Lebenswochen. Die Herdemit gelblicher, fest anhaftender Schuppung befallen häufig die Mittellinie des Gesichts. Bei ausgeprägtem Befall dehnen sich diese Herde auf Rumpf und Intertrigines aus. Der Großteil der seborrhoischen Säuglingsdermatitiden bildet sich spontan zurück.

Urtikaria (Quaddel-/Nesselsucht)

Das blitzartige Auftreten von stecknadelkopf- bis handtellergroßen, hellrosafarbenen, juckenden Hauterhebungen, sog. Quaddeln, nennt man Urtikaria ( Abb. 4). Zusammen mit dem Angioödem ist diese häufig Ausdruck einer auf die Haut beschränkten Überempfindlichkeitsreaktion. Ursache ist die Freisetzung von vasoaktiven Entzündungsmediatoren wie Histamin und Prostaglandin, die eine Ödembildung in der Epidermis nach sich zieht. Der Genuss bestimmter Nahrungs- oder auch die Einnahme bestimmter Arzneimittel (s. u.) können Grund für die Entwicklung einer allergischen Urtikaria sein. Zu den exogenen Triggerfaktoren zählen zudem mechanische Reize, Wärme, Kälte und Schweiß. Als endogene Ursachen fungieren Infektionen oder chronische Entzündungsherde.

Arzneimittelreaktionen

Allergische Hautreaktionen sind nach Ansetzen eines Medikaments häufig zu beobachten. Im Fachjargon auch als Rash bezeichnet, sind die sich entwickelnden Effloreszenzen als häufige Nebenwirkung, v. a. nach Antibiotikaeinnahme (Penicillin) bekannt. Aber auch Salizylate, Sulfonamide, Barbiturate und Jodpräparate zählen zu den typischen Auslösern. Die Medikamenteneinnahme ist deshalb bereits in der Anamnese zu erfragen. Das Auftreten der allergischen Reaktion nach Medikamenteneinnahme variiert zwischen Sekundenund mehreren Wochen, manchmal sogar erst nach Absetzen eines Medikaments. Das klinische Bild ist äußerst vielfältig. So kann es beispielsweise zu anaphylaktischen Reaktionen (potenziell jedes Medikament), fotosensitiven Reaktionen (Tetrazykline), Exanthemen (Salizylate, Antibiotika, Abb. 5), Erythemen (Sulfonamide, Barbiturate), Urtikaria (Antibiotika, i. v. Anästhetika) oder zu einem angioneurotischen Ödem (ACE-Hemmer) kommen. Anaphylaktische Arzneimittelreaktionen sind aufgrund einer unvorhersehbaren Atemwegsverlegung potenziell lebensbedrohliche Situationen! Schnelles Diagnostizieren und Therapieren ist deshalb erforderlich.

Zusammenfassung

  • Bei einer toxischen Kontaktdermatitis schädigen Toxine die Haut direkt an der Kontaktstelle.

  • Bei der allergischen Kontaktdermatitis können die Hauteffloreszenzen durch hämatogene Verschleppung auch an anderen Körperstellen auftreten.

  • Die Leitsymptome des atopischen Ekzems sind starker Juckreiz, eine trockene Haut und Beugenekzeme.

  • Exogene Triggerfaktoren der Urtikaria sind Nahrungs- und Arzneimittel, mechanische und physikalische Reize.

  • Endogene Triggerfaktoren der Urtikaria sind Infektionen und chronische Entzündungen.

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