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B978-3-437-42107-5.50040-5

10.1016/B978-3-437-42107-5.50040-5

978-3-437-42107-5

Gynäkomastie [38]

Condylomata acuminata bei Infektion mit HPV. [11]

Genitaler Primäraffekt bei Syphilis Stadium I. [11]

Eitriger, dickflüssiger Ausfluss, Bonjour-Tropfen bei einer Gonorrhö. [11]

Ursachen der Impotentia coeundi.

Tab. 1
Ursache Erkrankung Häufigkeit
Vaskulär Arteriosklerose, Diabetes mellitus, Priapismus, Thrombose 60
Neurogen Poliomyelitis, multiple Sklerose, Rückenmarkstraumen, Tabes dorsalis 10
Psychogen Angst, Stress, Leistungsdruck, Depression 15
Traumatisch Beckenfraktur 5
Endokrin Hypophysenvorderlappeninsuffizienz, Hypogonadismus 5
Pharmakologisch Östrogene, Alkohol, Antidepressiva, Antihypertensiva, Nikotin, Barbiturate 5

Leitsymptome des Urogenitaltrakts I

Männlicher Genitaltrakt

Schmerzen

Schmerzen im Genitalbereich können im Allgemeinen gut abgegrenzt werden und sind Zeichen von Entzündungen, mechanischen Obstruktionen oder Neoplasien.
Hoden/Nebenhoden
Bei Schmerzen im Bereich der Hoden und Nebenhoden können akut auftretende, als vernichtend beschriebene und ausstrahlende Schmerzen sowohl Infektionen (z. B. Orchitis, Epididymitis) als auch der Folge von Traumen (z. B. Hodentorsion) zugeordnet werden. Bei Infektionen treten zusätzlich Begleitsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf. Hydro- und Varikozelen und Tumoren verursachen eher dumpfe, ziehende Schmerzen.
Prostata
Schmerzen im Bereich der Prostata können neben einer Ausstrahlung in die Harnröhre auch als dumpfes Druckgefühl im Dammbereich bzw. während der Defäkation auftreten. Differenzialdiagnostisch kommen neben der akuten oder chronischen Infektion der Prostata (Prostatitis) auch eine benigne Prostatahyperplasie (BPH) sowie Malignome (Prostatakarzinome) infrage.
Penis
Schmerzen im Bereich des Penis sind zumeist entzündlicher Genese. Als Ursache kommen i. d. R. bakterielle Infektionen (Balanoposthitis, Kavernitis) infrage. Schmerzen während der Erektion sind u. a. auf Penisdeviationen oder -frakturen zurückzuführen.

Schwellungen des Hodens

Bei Schwellungen im Bereich des Hodens kommen differenzialdiagnostisch mehrere Ursachen infrage;
  • Skrotalhernie; Vorfall von Darminhalt in den Hodensack, der nach kranial nicht abgrenzbar ist; evtl. auskultierbare Darmgeräusche

  • Hydrozele; vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Tunica vaginalis testis; prall-elastisches, nicht berührungsempfindliches Skrotum; der Hoden kann nicht getastet werden

  • Varikozele; variköse Erweiterung des venösen Plexus pampiniformis, der sich im Stehen füllt und im Liegen entleert

  • Spermatozele; schmerzlose, fluktuierende Schwellung kraniodorsal des Hodens; der Hoden ist deutlich abgrenzbar

  • Hodentorsion; akute, starke Schmerzen mit meist einseitiger Schwellung; besonders häufig im Kindesalter

  • Hodentumor; schmerzlose, langsam wachsende Raumforderung des Hodens

Gynäkomastie

Die ein- oder beidseitige Vergrößerung des Brustdrüsenkörpers beim Mann ( Abb. 1) kann bei Neugeborenen oder in der Pubertät physiologisch aufgrund eines Anstiegs der Steroidhormone vorkommen. Pathologische Ursachen können sowohl hormoneller (z. B. bei Hyperprolaktinämie, Prolaktin produzierende Tumoren) als auch medikamentöser Genese (z. B. Antiandrogene, Antihypertensiva, Diuretika, Neuroleptika, Tuberkulostatika) sein. Bei knotigen oder verhärteten Veränderungen besteht auch die Möglichkeit eines Mammakarzinoms. Die Gynäkomastie muss von einer Lipomastie bei übergewichtigen Personen abgegrenzt werden.

Priapismus

Unter einem Priapismus versteht man eine nicht lustbetonte, über mehrere Stunden anhaltende Erektion. Zu beobachten ist dieser urologische Notfall bei Leukämien, Sichelzellanämien und Thrombosen. Aber auch eine Therapie mit Immunsuppressiva oder Kortikoiden bzw. ein Alkoholabusus können die Entstehung fördern.

Hautläsionen am Genitale

Hautveränderungen am Genitale können in unterschiedlichster Form auftreten und warzenförmig, ulzerös oder plaqueartig imponieren. Häufigster Grund sind sexuell übertragbare Infektionen (Lues, Gonorrhö, HSV, HPV; Abb. 2 und 3), v. a. bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, häufig wechselnden Geschlechtspartnern sowie Risikopersonen (z. B. Prostituierte, Homosexuelle).

Ausfluss

Ausfluss aus der Urethra lässt sofort an eine i. d. R. sexuell übertragene Infektion (Urethritis) denken. Als häufige Erreger sind Gonokokken ( Abb. 4), aber auch Chlamydien oder Mykoplasmen zu nennen. Begleitsymptome sind Dysurie und Pollakisurie. Wichtig ist eine genaue Sexualanamnese mit Kontakten zu evtl. Risikopersonen.

Funktionelle Störungen

Funktionelle Störungen des männlichen Geschlechtsorgans lassen sich in Infertilität und erektile Dysfunktionen unterteilen. Während der Mann bei Vorliegen einer Infertilität (Impotentia generandi), meist aufgrund organischer Ursachen, nicht fähig ist, Kinder zu zeugen, reicht bei der erektilen Dysfunktion (Impotentia coeundi) die Erektion für die Durchführung des Geschlechtsakts nicht aus. Die Ursachen sind vielfältig und nur etwa in 15 psychogener Genese ( Tab. 1). Zu bedenken ist, dass sowohl die Libido als auch die Potenz im Alter physiologischerweise abnehmen und dass einige Medikamente die erektile Funktion negativ beeinflussen.

Zusammenfassung

  • Akute Schmerzen im Skrotum weisen auf eine Infektion oder ein Trauma hin.

  • Bei der Hydrozele kann der Hoden nicht palpiert werden.

  • Bei der Spermatozele kann der Hoden gut getastet werden.

  • Hautläsionen und Ausfluss sind typische Hinweise auf infektiöse Erkrankungen des Genitales.

  • Bei der Infertilität ist der Mann zeugungsunfähig.

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