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B978-3-437-42107-5.50041-7

10.1016/B978-3-437-42107-5.50041-7

978-3-437-42107-5

Anatomie der weiblichen Geschlechtsorgane im Sagittalschnitt. [12]

Innere Genitalien der Frau. [12]

Ausgewählte Leitsymptome der pathologischen Mamillensekretion. [42]

Definitionen der Blutungsstörungen.

Tab. 2
Störungen in der Blutungsdauer
Menorrhagie Verlängerte Periodenblutung 6 Tage
Brachymenorrhö Verkürzte Periodenblutung 3 Tage
Störungen der Blutungsstärke
Hypermenorrhö 5 Vorlagen tägl.
Hypomenorrhö
Spotting 2 Vorlagen tägl.
Metrorrhagie
Störungen der Blutungshäufigkeit
Polymenorrhö Unregelmäßige oder regelmäßig verkürzte Zyklen Zyklus 25 Tage
Oligomenorrhö Stark verlängerte Zyklen Zyklus 35 Tage
Prim. Amenorrhö Ausbleiben der Menarche über das 16. Lj
Sek. Amenorrhö Keine Periodenblutung 3 Monate

Leitsymptome des Urogenitaltrakts II

Weiblicher Genitaltrakt

Der weibliche Genitaltrakt besteht aus den inneren Genitalien mit Ovarien, Tuben, Uterus und Vagina bzw. aus den äußeren Geschlechtsorganen kleine und große Labien und Klitoris. Die Bartholin-Drüsen sind sekretorische Drüsen, die in den Bereich medial der kleinen Labien münden und normalerweise nicht palpabel sind ( Abb. 5 und 6).

Zervikaler Fluor

Hierunter versteht man einen übermäßigen Ausfluss aus der Vagina. Obwohl in geringen Mengen (v. a. präovulatorisch) durchaus physiologisch, empfinden viele Patientinnen den Ausfluss, auch aufgrund der Begleiterscheinungen wie Juckreiz oder Brennen, als unangenehm. Die Patientinnen sollten im Hinblick auf mögliche Pathologien explizit nach Dauer und Menge, Farbe, Aussehen, Geruch sowie nach Schmerzen, Juckreiz und Brennen gefragt werden. Klarer, zyklusunabhängiger Fluor lenkt den Verdacht auf Zervixverletzungen. Gelblich-eitriger Fluor, evtl. mit Pruritus und Schmerzen, spricht für eine Infektion (Zervizitis, Adnexitis). Ein trüber, leicht blutig tingierter Fluor ist evtl. Hinweis auf ein intrazervikales Karzinom.

Unterbauchschmerzen

Schmerzen im unteren Abdomen können differenzialdiagnostisch neben gastrointestinalen und muskuloskeletalen auch gynäkologische Ursachen haben. So sind Entzündungen der Adnexe, aber auch Extrauteringravidität (EUG) oder rupturierte Ovarialzysten nicht selten die Ursache eines akuten Abdomens. Entscheidend für die diagnostischen Überlegungen sind neben der Vitalparametererhebung und der Untersuchung (Abwehrspannung bei akutem Abdomen) anamnestische Hinweise auf gynäkologische Vorerkrankungen (Ovarialzysten, Zyklusbeschwerden), evtl. Schwangerschaften oder Ausfluss (Infektion). Unterbauchschmerzen bei bereits bestehender Schwangerschaft können auf eine Plazentalösung, Infektion oder einen Abort hinweisen.

Dispareunie

Schmerzhafte Empfindungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr können anatomische, mechanische oder infektiöse Ursachen haben, aber auch Ausdruck psychischer oder partnerschaftlicher Probleme sein.

Vaginale Blutung

Blutungen, die nicht einer normalen Menstruationsblutung entsprechen, sind immer abklärungsbedürftig. So können z. B. Traumen (Vergewaltigung!), Entzündungen (Endometritis, Kolpitis), aber auch Neoplasien wie Vulva- oder Zervixkarzinome zugrunde liegen.

Akute Blutungen während der Schwangerschaft sind als Notfall anzusehen, da ggf. sowohl das Leben des Kindes als auch das der Mutter gefährdet sind.

Ovarielle Funktionsstörungen

Der normale Menstruationszyklus dauert vom ersten Tag der Menses bis zum Tag des Einsetzens der nächsten Menstruationsblutung. Die Zyklusdauer variiert hierbei um die 28 3 Tage. Tabelle 2 zeigt die Formen von Blutungsstörungen, unterteilt in Dauer, Stärke und Häufigkeit.
Dysmenorrhö
Unter einer Dysmenorrhö versteht man im Zusammenhang mit der Menstruation auftretende, krampfartige Unterbauchschmerzen, die evtl. von Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen begleitet sind. Die primäre Dysmenorrhö beginnt zeitnah zur Menarche, Auslöser sind Prostaglandine, die vermehrt im Endometrium gebildet und zur Menstruation freigesetzt werden. Die sekundäre Dysmenorrhö bezeichnet spät einsetzende Menstruationsschmerzen und kann neben organischen (z. B. chronische Entzündungen, Endometriose, Myome) auch funktionelle (bzw. psychosomatische) Ursachen haben.

Veränderungen der Brustdrüse

Knotige Veränderungen
Knotige Veränderungen in der Brust werden häufig von Patientinnen selbst getastet und bedürfen einer gründlichen Abklärung. Neben dem erstmals bemerkten Zeitpunkt sollten unbedingt auch Schmerzhaftigkeit und Begleitsymptomatik sowie mögliche Risikofaktoren für die Entwicklung eines Mammakarzinoms (genetische Disposition, frühe Menarche, späte Menopause, Nullipara) erfragt werden. Als Ursache für knotige Veränderungen kommen neben den malignen Ursachen auch Mastopathien, Fibroadenome oder Zysten infrage.
Mamillensekretion
Eine Mamillensekretion außerhalb der Schwangerschaft lässt sich bei einer zugrunde liegenden Hyperprolaktinämie beobachten. Ein blutig tingiertes Sekret ist äußerst karzinomverdächtig und muss weiter abgeklärt werden. Abbildung 7 zeigt drei Leit- und Begleitsymptome und deren weitere Abklärung.
Mastodynie
Schmerzen können prämenstruell aufgrund von hormonabhängigen Größenveränderungen des Brustdrüsengewebes (Mastopathie) zustande kommen. Bei gleichzeitigen Infektionssymptomen wie Fieber, Rötung und Schwellung ist eine Entzündung (Mastitis) wahrscheinlich.
Hautveränderungen
Auffällige Hautveränderungen können ebenfalls einen pathologischen Hintergrund haben. Einziehungen, Vorwölbungen und feinhöckrige Veränderungen (Orangen- oder Apfelsinen-Haut) sind tumorverdächtig, umschriebene Rötungen lassen an eine Entzündung denken.

Zusammenfassung

  • Trüber, leicht blutig tingierter Fluor ist evtl. Hinweis auf ein intrazervikales Karzinom.

  • Häufige gynäkologische Ursachen von abdominellen Schmerzen sind Entzündungen der Adnexe, Extrauteringravidität und rupturierte Ovarialzysten.

  • Blutungen, die nicht einer normalen Menstruationsblutung entsprechen, sind zwingend abklärungsbedürftig.

  • Unter Dysmenorrhö versteht man krampfartige Unterbauchschmerzen, evtl. mit Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen während der Menstruation.

  • Wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung eines Mammakarzinoms sind eine genetische Disposition, frühe Menarche, späte Menopause und Kinderlosigkeit.

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