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B978-3-437-42107-5.50025-9

10.1016/B978-3-437-42107-5.50025-9

978-3-437-42107-5

Ödem am Unterschenkel. [37]

Hautverfärbungen bei einer pAVK. [38]

Lokalisation embolischer Arterienverschlüsse. [3]

Spontanes Kammerflimmern im Langzeit-EKG. [50]

Differenzialdiagnosen der Synkope.

Tab. 3
Ursache Erkrankungen Beispiele Leitbefunde
Kardiogen Asystolische oder bradykarde HRS AV-Block, SA-Block, Karotissinussyndrom, Sick-Sinus-Syndrom Oft bei KHK oder anderen kardialen Grunderkrankungen
Tachykarde HRS Ventrikuläre oder supraventrikuläre Tachykardie Dokumentierte Tachykardie während der Synkope
Myokardiale Dysfunktion Herzinfarkt Klinik einer myokardialen Schädigung
Obstruktion des ventrikulären Ausflusstrakts Aorten-, Pulmonalstenose, pulmonale Hypertonie Klinik der Grunderkrankungen
Kreislaufbedingt Vasovagal Emotional belastende Situationen Symptomatischer RR-Abfall bei Kipptischversuch
Orthostatische Dysregulation Schneller Positionswechsel vom Liegen zum Stehen Pathologischer Schellong-Test
Medikamentös Medikamentenanamnese
Neurovaskuläre Erkrankungen TIA, Apoplex, Subclaviansteal-Syndrom Neurologische Untersuchung
Neurologisch, psychiatrisch Migräne Typisch einseitige Kopfschmerzsymptomatik, evtl. vegetative Begleitsymptome
Psychogene Synkope Hysterischer Anfall, Affektkrampf Normaler neurologischer Befund
Epilepsie, Narkolepsie Typische Anfalls- und Begleitsymptomatik (Aura, Dämmerzustand)
Metabolisch Hypoglykämie Konzentrationsstörungen, Kaltschweißigkeit, Bewusstlosigkeit

Stadieneinteilung der pAVK nach Fontaine.

Tab. 4
Grad Schmerzfreie Gehstrecke
I Beschwerdefreiheit, asymptomatisch
II Ischämischer Belastungsschmerz
a) Gehstrecke 200 m
b) Gehstrecke < 200 m
III Ischämischer Ruheschmerz
IV Nekrose/Gangrän

Leitsymptome kardiovaskulärer Erkrankungen II

Periphere Ödeme

Ödeme beschreiben den Zustand einer schmerzlosen Schwellung, hervorgerufen durch eine Flüssigkeitsansammlung im interstitiellen Raum. Grundsätzlich gibt es viele Ursachen einer Ödembildung. Kardiovaskuläre Ödeme entwickeln sich zumeist in der Peripherie, genauer gesagt in der unteren Extremität infolge eines zu hohen hydrostatischen Drucks bei einer Rechtsherz- oder globalen Stauungsinsuffizienz. Klinisch lassen sich diese Ödeme feststellen, indem man nach Druck auf die Haut im Tibia- oder im Sakralbereich eine Hautdelle beobachten kann ( Abb. 2).

Nykturie

Unter einer Nykturie versteht man ein vermehrtes nächtliches Wasserlassen. Bei Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung ist dies ein Zeichen einer Herzinsuffizienz. Pathophysiologisch liegt die Bildung von Ödemen in der Peripherie zugrunde, welche sich tagsüber aufgrund der Volumenüberlastung des Körpers bei eingeschränkter Pumpfähigkeit des Herzens entwickeln. Nachts werden dann einerseits die Nieren besser durchblutet, andererseits werden aufgrund der horizontalen Lage des Körpers die eingelagerten Ödeme ausgeschwemmt und ausgeschieden, und es kommt zum Harndrang.

Synkope

Eine Synkope ist gekennzeichnet durch ein plötzliches, kurzzeitiges Aussetzen des Bewusstseins mit Verlust des Körpertonus. Nach der ECS (European Society of Cardiology) werden verschiedene Typen der Synkope unterschieden. Zu den reflexvermittelten Synkopen zählt z. B. die neurokardiogene (vasovagale) Synkope, bei der es durch Angst, Schmerz oder Stress zu einer Kaskade kommt, bei der die Sympathikusaktivität ab- und die Parasympathikusaktivität zunimmt. Folglich kommt es zum Abfall des Blutdrucks und zur Bradykardie und schließlich zur zerebralen Minderdurchblutung. Bei der orthostatischen Synkope ist plötzliches Aufstehen und Versagen des vasokonstriktorischen Reflexes der Kapazitätsgefäße die Ursache. Arrhythmogene Synkopen sind bedingt durch Tachy- oder Bradyarrhythmien. Auch bei Herz- und Lungenerkrankungen, wie z. B. der Aortenstenose, kann es zu Synkopen kommen. Selten ist die Ursache einer Synkope ein Steal-Syndrom. Zur Differenzialdiagnose der Synkope siehe Tab. 3.

Claudicatio intermittens

Als Claudicatio intermittens werden belastungsabhängige, ischämische Muskelschmerzen der unteren Extremität bezeichnet, welche Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) nach einer bestimmten Gehstrecke zum Stehenbleiben zwingen. Sehr treffend ist dieses Phänomen durch den Begriff der Schaufensterkrankheit beschrieben. Die Patienten bleiben oft stehen, um sich von den belastungsabhängigen Schmerzen zu erholen, und versuchen häufig, dies z. B. mit einem Blick in ein Schaufenster zu überspielen. Die Angabe der schmerzfreien Gehstrecke nutzt man diagnostisch im sog. Gehtest für die Stadieneinteilung der pAVK nach Fontaine ( Tab. 4). Während das Stadium I keine Beschwerden verursacht, kommt es im Stadium II zur Claudicatio intermittens. Stadium III zeichnet sich durch Schmerzen in Ruhe aus. Im Stadium IV kommt es dann zu ischämischen Nekrosen. Es zeigen sich auffällige fleckig-livide Hautverfärbungen ( Abb. 3).

Akuter embolischer Verschluss

Ein akuter embolischer Verschluss entsteht zu 80 aufgrund einer Verschleppung eines Thrombus bei Vorhofflimmern bzw. durch eine Ablösung von thrombotischem Material aus arteriellen Aneurysmen. Die charakteristischen Symptome werden im englischen Sprachraum als 6P beschrieben und sollten bei Anamnese und klinischer Untersuchung nicht fehlen:
  • Pain blitzartiger, starker Schmerz

  • Pallor Blässe

  • Paresthesia gefühllose Extremität

  • Paralysis Bewegungsverlust

  • Prostration Schock

  • Pulselessness Pulslosigkeit

Die hauptsächliche Lokalisation der akuten peripheren Verschlüsse zeigt Abbildung 4. Besonders betroffen ist die A. femoralis, gefolgt von der A. iliaca und der A. poplitea.

Plötzlicher Herztod

Beim plötzlichen Herztod kommt es bei dem Betroffenen unerwartet zum Tode. Ursächlich ist in 90 der Fälle Kammerflimmern ( Abb. 5) oder -flattern. Die restlichen Fälle werden durch einen bradykarden Herzstillstand ausgelöst.
Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod sind eine KHK, eine überlebte Reanimation nach Kammerflimmern bei einem Myokardinfarkt, hypertrophe oder dilatative Kardiomyopathien mit ventrikulären Arrhythmien, entzündliche Herzerkrankungen, angeborene oder erworbene Herzfehler, Fehlbildungen des Reizleitungssystems oder Repolarisationsstörungen des Herzens (z. B. ein Long-QT-Syndrom). Meist betrifft der plötzliche Herztod allerdings Menschen, die bisher kardial unauffällig waren.
Präventiv kann der plötzliche Herztod insoweit verhindert werden, als dass die Bevölkerung in den Wiederbelebungsmaßnahmen gut geschult ist. Die Vermeidung von Risikofaktoren der KHK zählt ebenso zu den Präventionsmaßnahmen des plötzlichen Herztods.

Zusammenfassung

  • Periphere Ödeme lassen an eine Herzinsuffizienz denken.

  • Durch Druck auf die Tibiakante bleibt bei Ödemen eine Hautdelle bestehen.

  • Die Nykturie ist Folge der nächtlichen Ausschwemmung von im Gewebe eingelagerter Flüssigkeit.

  • Die häufigsten kardial verursachten Synkopen sind mit Herzrhythmusstörungen assoziiert.

  • Die Claudicatio ist das Leitsymptom der peripheren arteriellen Verschluss krankheit.

  • Die 6P des akuten arteriellen Verschlusses; Pain, Pallor, Paresthesia, Paralysis, Prostration, Pulselessness.

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