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B978-3-437-42107-5.50068-5

10.1016/B978-3-437-42107-5.50068-5

978-3-437-42107-5

Zeichen nach Lasgue und Bragard. [24]

Bursitis olecrani mit deutlicher Schwellung und Hautrötung über dem Olekranon. [41]

Typische Frakturdislokationen;

  • a)

    Achsenknickung; Dislocatio ad axim;

  • b)

    Seitenverschiebung; Dislocatio ad latus;

  • c)

    Verkürzung oder Verlängerung; Dislocatio ad longitudinem;

  • d)

    Verdrehung; Dislocatio ad peripheriam. [24]

OP-Indikationen bei lumbalen Bandscheibenvorfällen.

Tab. 4
Notfall-OP Konus-Kauda-Syndrom mit beidseitigen Parästhesien und motorischen Ausfällen in den Beinen und Blasenentleerungsstörung
Absolute OP-Indikation Akuter Nervenwurzelausfall (sensibel/motorisch), Nachlassen der Lähmung und beginnender Wurzeltod
Relative OP-Indikation Therapieresistente Schmerzen nach vierwöchiger konservativer Behandlung

Leitsymptome muskuloskeletaler Beschwerden II

Diskusprolaps/-protrusion (Fortsetzung)
Klinik
Der lumbale Bandscheibenvorfall betrifft meist die Segmente L 4/5 bzw. L 5/S 1. Der mediolaterale Austritt ist mit Abstand der häufigste Vorfall (ca. 90 ), gefolgt von dem lateralen und medialen Geschehen. Den Symptomen des Prolapses gehen meist regelmäßige Lumbalgieschmerzen über Jahre hinweg voraus. Bei einem akuten Vorfall verspüren die Patienten nach Dreh- und Hebebewegungen ischialgiforme Schmerzen, gepaart mit Parästhesien, Reflexabschwächung und z. T. motorischen Ausfällen.
Bei der gezielten klinischen Diagnostik ergeben sich wegweisende Befunde bei der Überprüfung folgender Phänomene ( Abb. 5);
  • Lasgue-Phänomen ( Abb. 5a, b): Der Patient muss in Rückenlage untersucht werden. Bei Anheben des im Knie extendierten Beins kommt es zu einem einschießenden Schmerz an der Hinterseite des Ober- und Unterschenkels im Verlauf des Ischiasnervs. Verspürt der Patient ab einem Winkel von 40 einen Schmerz, so ist der Lasgue bei 40 positiv.

  • Bragard-Zeichen ( Abb. 5c); Das im Knie gestreckte Bein wird kurz vor dem Auftreten des Lasgue-Zeichens im Sprunggelenk dorsalflektiert. Tritt ein Schmerz auf, wird dieses Zeichen als positiv gewertet.

Therapie
Der lumbale Bandscheibenvorfall wird zunächst konservativ mittels Ruhigstellung, physikalischer Therapie und medikamentös versorgt. OP-Indikationen werden in Tabelle 4 gezeigt.

Muskelschmerzen (Myalgien)

Der Muskelschmerz ist ein häufiges, jedoch sehr unspezifisches Symptom, das sowohl lokal als auch diffus imponieren kann. Ursächlich sind neben traumatischen Ereignissen (z. B. Prellungen) auch infektiöse, neurologische, alkoholtoxische oder vaskuläre Erkrankungen zu finden. Aber auch als organischer Gegenstand psychosomatischer Erkrankungen (z. B. Fibromyalgiesyndrom, Depression) bzw. bei Elektrolytstörungen (z. B. Magnesiummangel) lassen sich Myalgien beobachten.

Entzündungen

Entzündetes Gewebe zeichnet sich durch das Vorhandensein der klassischen Zeichen Calor, Rubor, Dolor, Tumor und Functio laesa aus. Als Ursachen kommen neben Infektionen auch angeborene metabolische Defekte, Traumen und Tumoren infrage.
Bursitis
Die Entzündung der synovialen Gleitlager ist häufig durch Gicht bzw. durch Mikrotraumatisierungen verursacht und imponiert ebenfalls durch die angesprochenen klassischen Entzündungszeichen ( Abb. 6). Im Akutzustand kann der Patient das entsprechende Gelenk nur eingeschränkt bewegen, außerdem ist palpatorisch eine Flüssigkeitsansammlung festzustellen. Der chronische Reizzustand entwickelt sich meist über viele akute Attacken und kann sekundär zu einer Rückbildung der Muskulatur mit Muskelschwäche führen.

Schwellungen

Schwellungen sind sehr offensichtliche Krankheitszeichen und fallen bei der Untersuchung besonders im Seitenvergleich auf. Palpatorisch lassen sich die folgenden Arten unterscheiden;
  • Knöcherne Vorwölbungen (Exostosen) treten meist an degenerativ veränderten, arthrotischen Gelenken wie beispielsweise an Schulter- oder Kniegelenk auf. Der Knochenanbau ist i. d. R. gut zu ertasten und nicht druckdolent.

  • Ergüsse; Meist durch Synovialflüssigkeit bedingte Schwellungen, die sich ab einem bestimmten Volumen an der Haut abzeichnen. Charakteristisch für Ergüsse ist ein sulzig-teigiger Aspekt bei der Palpation. Zudem lässt sich durch den Untersucher Fluktuation der Flüssigkeit in ein anderes Kompartiment erzielen. Beispiel hierfür ist das Zeichen der tanzenden Patella bei Vorliegen eines Kniegelenksergusses.

  • Weichteilschwellungen; Schwellungen ohne feststellbare Ansammlung von Flüssigkeit können auch von Weichteilgewebe ausgehen. Infrage kommen neben den Sehnen und Sehnenscheiden auch Bursae oder Zysten. Zugrunde liegt meist eine Ödembildung oder eine zelluläre Infiltration in das jeweiligen Gewebe. Die Baker-Zyste in der Kniekehle ist die wohl bekannteste zystische Weichteilschwellung.

Luxationen

Als Luxation wird eine komplette Zusammenhangstrennung und somit Fehlstellung der Gelenkkörper bezeichnet. Die klassischen Symptome sind neben den meist heftigen Schmerzen eine Fehlstellung der luxierten Gelenkkörper sowie eine deutliche Bewegungseinschränkung. Die häufigsten Luxationen betreffen Schulter-, Ellbogen- und Sprunggelenk. Bei Fehlstellungen ohne Zusammenhangstrennung der Gelenkkörper spricht man von Subluxationen. Luxationen, die mit zunehmender Häufigkeit und Leichtigkeit auftreten, werden als habituelle Luxationen bezeichnet.

Frakturen

Die Entstehung von Knochenbrüchen ist im Wesentlichen abhängig von der Art (Stärke, Richtung) der Gewalteinwirkung auf den Knochen und von der Knochenstruktur. In der Regel liegt eine traumatische Ursache zugrunde. Von einer pathologischen Fraktur spricht man, wenn die Knochenstruktur z. B. durch Knochenmetastasen oder Osteoporose schon vorgeschädigt ist. Tritt eine Fraktur als Resultat einer häufigen Belastung eines Knochens auf, so wird der Terminus Ermüdungsfraktur verwendet. Für die Beurteilung ist die Kenntnis der sicheren und unsicheren Frakturzeichen unbedingt notwendig. Klinisch sichere Frakturzeichen sind eine abnorme Beweglichkeit, Achsenfehlstellungen, offene Knochenbrüche, der röntgenologische Nachweis und Krepitationen. Fallen bei der Untersuchung sichere Frakturzeichen auf, ist eine Röntgenaufnahme in jedem Fall indiziert. Abbildung 7 zeigt die unterschiedlichen Dislokationsmöglichkeiten bei Frakturen.

Gelenkzerrungen (Distorsionen)

Gelenkzerrungen sind die Folge einer plötzlichen Dehnung über die physiologischen Bewegungsgrenzen eines Gelenks hinaus. Die Zugbelastung der Kapselbandstrukturen kann zu Überdehnungen, aber auch zu Zerreißungen des Bandapparats führen, was sich klinisch durch einen umschriebenen Druckschmerz, eine Hämatombildung und abnorme Beweglichkeit äußert. Die häufigste Gelenkdistorsion ist das Supinationstrauma des Sprunggelenks.

Zusammenfassung

  • Arthralgien sind Gelenkschmerzen ohne Flüssigkeitsexsudation und Schwellung.

  • Charakteristikum von Arthritiden ist eine sichtbare Schwellung in Verbindung mit Entzündungszeichen.

  • Die rheumatoide Arthritis im Spätstadium imponiert durch eine totale Gelenkdestruktion. Im Fingerbereich kommt es zu einer Ulnardeviation und Schwanenhalsdeformitäten.

  • Die Gicht manifestiert sich häufig erstmalig durch einen akuten, sehr schmerzhaften Anfall, der sich aus vollster Gesundheit heraus ereignet – Hauptlokalisation ist das Großzehengrundgelenk.

  • Ein Großteil der Rückenschmerzen basiert auf einer Überlastung der Rückenmuskulatur infolge von Fehlhaltungen.

  • Ein positives Lasgue-Zeichen beweist einen Nervendehnungsschmerz.

  • Die initiale Therapie eines Bandscheibenvorfalls ist konservativ, es sei denn, der Patient präsentiert eine Querschnittssymptomatik.

  • Muskelschmerzen sind ein häufiges, aber oft unspezifisches Symptom.

  • Klassische Symptome der Luxation sind Schmerzen, Fehlstellung der luxierten Gelenkkörper sowie deutliche Bewegungseinschränkung.

  • Sichere Frakturzeichen sind eine abnorme Beweglichkeit, Achsenfehlstellung, offene Knochenbrüche, der röntgenologische Nachweis und Krepitationen.

  • Die häufigste Gelenkzerrung ist das Supinationstrauma.

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