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B978-3-437-42107-5.50076-4

10.1016/B978-3-437-42107-5.50076-4

978-3-437-42107-5

Somatogramm für Mädchen bis 18 Jahre. [28]

Schematische Darstellung zur Entstehung charakteristischer Schädeldeformierungen. [28]

Traktionsversuch. [28]

Tabaksbeutelgesäß. [28]

Altersdefinitionen für Kinder.

Tab. 3
Neugeborene 1 – 28 Tage
Säuglinge 1 Monat-1 Jahr
Kleinkinder 1 – 4 Jahre
Vorschulkinder 5 – 6 Jahre
Schulkinder 6 – 14 Jahre
Jugendliche 14 – 18 Jahre
Adoleszenten Ab 18 Jahren

Zeitpunkt der Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U10.

Tab. 4
U1 Sofort nach der Geburt
U2 3.-10. Lebenstag
U3 4.-6. Lebenswoche
U4 3.-4. Lebensmonat
U5 6.-7. Lebensmonat
U6 10.-12. Lebensmonat
U7 21.-24. Lebensmonat
U8 43.-48. Lebensmonat
U9 60.-64. Lebensmonat
U10 12.-13. Lebensjahr

Vitalparameter bei Kindern im Wachstumsverlauf.

Tab. 5
Puls Blutdruck Atemfrequenz
Neugeborene 80 – 180/Min. 80/40 mmHg 40 – 60/Min.
Säuglinge 80 – 170/Min. 90/65 mmHg 20 – 40/Min.
Vorschulkinder 60 – 140/Min. 95/55 mmHg 20 – 40/Min.
Schulkinder 60 – 120/Min. 100/60 mmHg 15 – 30/Min.

Pädiatrische Untersuchung II

Klinische Untersuchung
Die pädiatrische Untersuchung hängt grundsätzlich von dem Alter und dem Entwicklungsstand der Kinder ab. Tabelle 3 definiert die unterschiedlichen Altersklassen.
Wichtige Untersuchungstermine stellen die sog. Us, die gesetzlich geregelten und kostenfreien Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, dar. Inhalt und Ziele sind ein Dokumentieren der körperlichen und geistigen Entwicklung des Kindes und damit eine Früherkennung von neurologischen, metabolischen, orthopädischen oder geistigen Störungen. Tabelle 4 zeigt den zeitliche Rahmen, in welchem U1-U10 durchgeführt werden (U1 und U2 s. a. S. 150 f.).
Wichtige und einfach zu bestimmende Parameter zur Beurteilung der Entwicklung eines Kindes sind Größe, Gewicht und Kopfumfang. Diese Parameter sollten bei jedem Arztbesuch gemessen und in die Perzentilenkurve (Somatogramm, Abb. 1) eingetragen werden.

Für den Gewichtsverlauf gibt es folgende Faustregeln; Neugeborene verlieren in den ersten Tagen bis zu 10 ihres Gewichts und erreichen erst ab dem 10. Lebenstag wieder das Geburtsgewicht. Nach ca. sechs Monaten hat sich das Geburtsgewicht etwa verdoppelt, nach einem Jahr etwa verdreifacht.

Allgemeiner Eindruck
Die körperliche Untersuchung von Kindern beginnt in aller Regel mit einer Inspektiondes entkleideten Kindes. Die Untersuchungsposition richtet sich in den meisten Fällen nach der Kooperation des Kindes und erfordert vom Untersucher Flexibilität. Bei der Inspektion werden sowohl die Entwicklung (Größe und Gewicht) als auch die Hautfarbe (rosig, blass, zyanotisch, ikterisch), Aufmerksamkeit, Vigilanz und körperliche Fehlbildungen erfasst.
Vitalparameter
Es empfiehlt sich, routinemäßig und als Grundlage die Vitalparameter Puls, Atmung, Blutdruck, Temperatur und Orientierung zu messen und zu dokumentieren. Hierbei ist zu beachten, dass zu breite Blutdruckmanschetten falsch niedrige, zu schmale Manschetten hingegen falsch hohe Blutdruckwerte liefern. Die Manschettenbreite sollte also dem Alter des Kindes entsprechen, d. h. ca. 2/3 des Oberarms sollten bedeckt sein. Tabelle 5 zeigt die altersentsprechenden Normwerte für Blutdruck, Atmung und Puls.
Kopf/Hals
Zuerst wird der Schädel des Kindes auf Asymmetrie bzw. Schädelverformungen inspiziert ( Abb. 2) und der Kopfumfang gemessen. Darauf nimmt der Untersucher den Kopf in beide Hände und tastet die Schädelnähte und Fontanellen ab. Die hintere Fontanelle sollte bis zum 5. Monat verschlossen sein, die vordere schließt sich physiologischerweise bis zum 18. Monat. Harte Vorwölbungen und Pulsationen können Hinweis auf einen erhöhten Hirndruck sein, eingesunkene Fontanellen werden bei dehydrierten Kindern beobachtet. Der Parietalknochen wird auf weiche Stellen abgetastet; diese können Hinweis auf eine rachitische Kraniotabes sein. Die Durchführung des Traktionsversuchs ( Abb. 3) erfasst eine potenzielle motorische Entwicklungsstörung. Beim Hochziehen an den Armen sollte das Kind mit gut einem halben Lj den Kopf bei erhobenem Rumpf halten können. Lymphknoten können generalisiert oder lokal vergrößert sein. Es sollte nuchal, zervikal, retroaurikulär, inguinal, supraklavikulär und axillär nach vergrößerten, druckschmerzhaften und verschieblichen Lymphknoten gesucht werden.
Hautturgor und Muskeltonus
Mit dem Hautturgor und Muskeltonus achtet man auf Parameter, die Rückschlüsseauf den Ernährungszustand des Kindes erlauben. Diesen prüft man mit dem Hautfaltentest (Bilden und Loslassen einer Hautfalte) am Oberschenkel des Kindes. Bei unterernährten und frühgeborenen Kindern finden sich Tabaksbeutelfalten ( Abb. 4) und Runzeln, die sich erst langsam wieder zurückbilden. Bewegungsanomalien und ein vermehrter oder verminderter Muskeltonus werden dokumentiert und im Verlauf beurteilt.

Zusammenfassung

  • Die U-Untersuchungen sind gesetzlich geregelte, kostenfreie Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.

  • Wichtige und immer zu bestimmende Entwicklungsparameter sind Gewicht, Größe und Kopfumfang.

  • Der Eintrag der Untersuchungsergebnisse in Perzentilenkurven ist obligat.

  • Die Vitalparameter unterliegen bzgl. des Alters unterschiedlichen Normwerten.

  • Der Ernährungszustand des Kindes wird klinisch mit dem sog. Hautfaltentest überprüft.

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