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B978-3-437-42107-5.50078-8

10.1016/B978-3-437-42107-5.50078-8

978-3-437-42107-5

Schema der Erstversorgung und Reanimation bei Neugeborenen. [28]

Omphalozele. [28]

Laparoschisis. [28]

Apgar-Index.

Tab. 9
Punkte\Kriterien 0 1 2
Atmung Apnoe Flach, unregelmäßig Kräftiges Schreien
Puls Kein Puls Puls < 100/Min. Puls > 100/Min.
Grundtonus Schlaff Mäßig Aktive Bewegung
Aussehen Zentrale Zyanose Zyanotische Extremitäten Rosige Haut
Reflexe beim Absaugen Keine Reaktion Grimassieren Kräftiges Schreien, Husten, Niesen

Reifezeichen bei Neugeborenen.

Tab. 10
  • Gewicht > 2 500 g, Länge > 48 cm

  • Feste Ohr- und Nasenknorpel

  • Schulterumfang > Kopfumfang

  • Lanugobehaarung nur noch an Schultern/Oberarmen

  • Subkutane Fettpolster

  • Guter Hautturgor

  • Nägel überragen Fingerkuppen

  • Die Hoden sind deszendiert bzw. die großen Labien bedecken die kleinen Labien

Wichtige Fehlbildungen und Behandlungsmöglichkeiten.

Tab. 11
Fehlbildungen/Geburtsschäden Behandlung
Meningomyelozele (Spina bifida) Operative Versorgung
Herzfehler Konservativ oder operativ, abhängig von Herzfehler
Hydrozephalus Drainage des Ventrikels
Hypo-, Epispadie Operative Versorgung
Omphalozele ( Abb. 6) Operative Versorgung
Ösophagusatresie Operative Versorgung
Laparoschisis ( Abb. 7) Operative Versorgung
Klumpfüße Redression mit Gips
Hüftgelenksdysplasie Konservativ oder operativ, je nach Schweregrad
Schlüsselbeinfraktur Operative Versorgung

Screening von Stoffwechseldefekten als Untersuchungsbestandteil der U2.

Tab. 12
Screeningtest Erkrankung
TSH-Test Hypothyreose
Guthrie-Test Phenylketonurie (PKU)
Albumin-Mekonium-Test Mukoviszidose (zystische Fibrose)
Galaktosekonzentration im Blut Galaktosämie
17-Hydroxyprogesteron-Konzentration im Blut Adrenogenitales Syndrom (AGS)
Biotinidaseaktivität in den Erythrozyten Biotinidasedefekt

Normwerte der Vitalzeichen bei Neugeborenen.

Tab. 13
Puls 80 – 180/Min.
Atmung 40 – 60/Min.
Blutdruck 80/40 mmHg
Temperatur und Orientierung entsprechen den Normwerten Erwachsener.

Pädiatrische Untersuchung IV

Die Untersuchung von Neugeborenen
Die Untersuchung eines Neugeborenen erfolgt i. d. R. in zwei Schritten. Eine grobe orientierende Untersuchung findet direkt nach der Geburt als sog. U1-Untersuchung statt. Zwischen dem 3. und 10. Lebenstag wird das Neugeborene im Rahmen der U2 und im Hinblick auf die Erkennung schwerer Erkrankungen untersucht.
U1 -Untersuchung
Die U1 ist die erste Untersuchung des Neugeborenen und erfolgt unmittelbar nach der Geburt. Die vordringlichste Maßnahme nach der Entbindung stellt die zweimalige Überprüfung (kurz nach Entbindung und nach 5 Min.) des Apgar-Schemas (Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflexe, Tab. 9) dar. Der Gesamtpunktwert wird jeweils dokumentiert. Gesunde Neugeborene weisen einen Wert zwischen 8 und 10 Gesamtpunkten auf. Ein Apgar-Wert zwischen 4 und 8 weist auf eine mittelschwere Funktionsstörung hin, bei Werten unter 4 ist von einer vitalen Bedrohung des Neugeborenen auszugehen, und dementsprechende Maßnahmen sind einzuleiten ( Abb. 5).
Danach werden Geburtsgewicht, Geburtsgröße und Kopfumfang bestimmt und in das Somatogramm eingetragen. Die klinischen Reifezeichen des Neugeborenen ( Tab. 10) ermöglichen eine Einschätzung des Reifegrads des Kindes (früh-, termin- oder spätgeboren) und sind für das weitere medizinische Prozedere (z. B. intensivmedizinische Versorgung bei unreifen Frühgeborenen) entscheidend.
Des Weiteren muss bei Neugeborenen auf Geburtsschäden und angeborene Fehlbildungen geachtet werden. Tabelle 11 zeigt die häufigsten Fehlbildungen bei Neugeborenen und ihre Behandlungsmaßnahmen. Werden Geburtsschäden und Fehlbildungen früh genug erkannt, ist in vielen Fällen noch eine Korrektur möglich.
U2-Untersuchung
Die U2-Untersuchung setzt als gründlicher Körpercheck auf die Feststellung evtl. akuter Erkrankungen des Kindes. Außerdem wird in diesem Rahmen auch ein Stoffwechselscreening aus entnommenem Fersenblut durchgeführt ( Tab. 12). Dieses dient zur Früherkennung der Phenylketonurie (PKU), Hypothyreose, des adrenogenitalen Syndroms (AGS), der Galaktosämie und Homocystinurie. Für die klinische Untersuchung sollte das Kind möglichst wach sein. Da das Kind zudem ausgezogenuntersucht wird, empfiehlt sich gegen eine rasche Auskühlung eine warme Untersuchungsdecke oder die Verwendung eines Heizstrahlers.
Vitalparameter
Entscheidend – und deshalb am Anfang jeder Untersuchung zu bestimmen – sind die Vitalparameter. Beim Neugeborenen finden sich andere Normwerte als beim Erwachsenen ( Tab. 13).

Zusammenfassung

  • Die U1-Untersuchung findet direkt nach der Entbindung statt.

  • Die U2-Untersuchung erfolgt zwischen dem 3. und 10. Tag nach der Geburt.

  • Das Neugeborene wird gleich nach der Geburt und fünf Min. danach mit dem Apgar-Schema untersucht; Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflexe.

  • Geburtsgewicht, -größe, Kopfumfang und Reifezeichen sind Bestandteil der U1.

  • Je früher Geburtsschäden und Fehlbildungen erkannt werden, desto besser ist die Prognose.

  • Wichtiger Bestandteil der U2 ist ein Screening auf Stoffwechselkrankheiten.

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