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B978-3-437-42107-5.50053-3

10.1016/B978-3-437-42107-5.50053-3

978-3-437-42107-5

Jendrassik-Handgriff. [22]

Prüfung des Masseterreflexes. [22]

Untersuchung des Bizepssehnenreflexes. [8]

Untersuchung des Trizepssehnenreflexes. [8]

Untersuchung des Brachioradialisreflexes. [8]

Untersuchung des Trömner-Reflexes. [22]

Untersuchung des Adduktorenreflexes. [8]

Dokumentation der Reflexantwort.

Tab. 1
Grad Zeichen Reflexantwort
0 Reflex nicht auslösbar
1 Abgeschwächter Reflex, nur mit Bahnung auslösbar
2 Normale Reflexantwort
3 Lebhafter, gesteigerter Reflex, ohne Klonus
4 Erheblich gesteigerter Reflex, mit Klonus

Reflexe I

Reflexe sind unwillkürliche und gleich bleibend ablaufende motorische Reaktionen auf äußere Stimuli. Neben den Eigenreflexen gibt es die Fremdreflexe und die pathologischen Reflexe, also Reflexe, die beim gesunden Erwachsenen normalerweise nicht auslösbar sind.

Allgemeine Untersuchungstechnik
Die Untersuchung der Reflexe erfolgt durch einen gezielten Schlag mit dem Reflexhammer auf die jeweilige Muskelsehne. Der Test sollte hierbei mehrmals mit der gleichen Schlagintensität durchgeführt werden. Ein Seitenvergleich der Reflexe ist von großer Bedeutung, da die Reflexantwort individuell unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Eine Hilfe für die Reflextestung der unteren Extremität stellt der Jendrassik-Handgriff dar ( Abb. 1), der durch die Kontraktion anderer Muskelgruppen eine sog. Bahnung und damit eine gesteigerte Reflexantwort hervorruft. Um die Reflexantworten der oberen Extremität zu verstärken, soll der Patient seine Zähne fest zusammenbeißen.
Dokumentation
Die Reflexstärke wird nach dem Schema in Tabelle 1 dokumentiert.
Pathologische Befunde
Klonus
Als Klonus bezeichnet man eine anhaltende rhythmische Kontraktion der Muskulatur nach einmaliger Reflexaktivierung. Ursache eines unerschöpflichen Klonus ist eine Schädigung der Pyramidenbahnen. Beispiele für die Provokation von Kloni sind;
  • Patellarklonus: Der Untersucher umfasst die Patella des Patienten mit Daumen und Zeigefinger, zieht diese ruckartig nach distal und hält sie dort fixiert. Eine rhythmische Reflexantwort des M. quadriceps femoris zeigt das Vorliegen eines Klonus an.

  • Fußklonus: Der Untersucher umfasst den Fuß des Patienten, führt eine schnelle Dorsalflexion (Dehnung der Achillessehne) durch und hält den Fuß in dieser Stellung fixiert. Rhythmische Kontraktionen der Wadenmuskulatur weisen auf einen vorliegenden Klonus hin.

Verbreiterte Reflexzonen
Von einer Verbreiterung einer Reflexzone spricht man, wenn der Reflex weiter distal oder proximal des eigentlichen Reizpunktes ausgelöst werden kann. Die Verbreiterung ist als Reflexsteigerung zu werten und kann ebenfalls eine Schädigung der Pyramidenbahn anzeigen.

Eigenreflexe

Bei Muskeleigenreflexen sind Reizort und das Erfolgsorgan des Reflexes identisch. Beim Schlag auf die gespannte Sehne kommt es zu einer Dehnung der Muskelspindeln, die über einen Reflexboden im Rückenmark zu einer Muskelkontraktion desselben Muskels führt. Die Überprüfung der Reflexe erfolgt immer im Seitenvergleich.
Masseterreflex (Pons, Mittelhirn)
Der Untersucher legt seinen Zeigfinger auf die locker herabhängende Mandibula des Patienten und schlägt mit dem Reflexhammer leicht auf diesen Finger. Physiologischerweise kommt es zu einer Kontraktion des M. masseter und zum Kieferschluss ( Abb. 2).
Bizepssehnenreflex (BSR, Segment C5/6)
Der Ellbogen des Patienten ist gebeugt und leicht proniert. Der Untersucher legt seinen Daumen auf die Bizepssehne und beklopft diesen mit dem Reflexhammer. Als Reaktion erwartet man eine Kontraktion des M. biceps brachii ( Abb. 3).
Trizepssehnenreflex (TSR, Segment C6 – 8)
Die distale Sehne des M. triceps brachii wird kurz über dem Olekranon bei 90 gebeugtem Ellbogen beklopft. Es kommt zu einer Streckbewegung im Ellbogengelenk durch eine Kontraktion des M. triceps brachii ( Abb. 4).
Radiusperiostreflex oder Brachioradialisreflex (Segment C5/6)
Bei leicht angewinkeltem Unterarm wird die distale Radiusseite kurz oberhalb des Handgelenks am Sehnenansatz des M. brachioradialis beklopft. Der Unterarm reagiert mit einer leichten Kontraktion ( Abb. 5).
Trömner- und Knipsreflex (Segment C7 – Th1)
Die locker herabhängenden Fingerkuppen des Patienten werden schnell von volar aus angetippt. Es resultiert eine leichte Beugebewegung aller Finger ( Abb. 6).
Adduktorenreflex (Segment L2 – 4)
Bei leicht abduziertem Bein des Patienten beklopft der Untersucher den Epicondylus medialis femoris innenseitig. Es erfolgt eine Adduktionsbewegung des Beins ( Abb. 7).

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