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B978-3-437-42107-5.50054-5

10.1016/B978-3-437-42107-5.50054-5

978-3-437-42107-5

Untersuchung des Patellarsehnenreflexes. [8]

Untersuchung des Tibialis-posterior-Reflexes. [8]

Untersuchung des Achillessehnenreflexes. [8]

Untersuchung des Bauchhautreflexes. [8]

Auslösen des Babinski-Reflexes. [8]

Auslösen des Oppenheim-Reflexes. [8]

Reflexe II

Eigenreflexe (Fortsetzung)

Patellarsehnenreflex (PSR, Segment L3/4)
Der Untersucher beklopft die Sehne des M. quadriceps femoris unterhalb der Patella. Als Reaktion sieht man eine Streckung im Kniegelenk ( Abb. 8).
Tibialis-posterior-Reflex (TPR, Segment L5)
Die Sehne des M. tibialis posterior unter dem Malleolus lateralis wird beklopft. Es erfolgt eine Adduktions-Supinations-Bewegung ( Abb. 9).
Achillessehnenreflex (ASR, Segment S1/2)
Der liegende Patient beugt sein Knie leicht und legt den Fuß auf den anderen Unterschenkel. Der Untersucher dehnt die Achillessehne vor und beklopft diese kurz über dem Kalkaneus. Ist eine Plantarflexion als physiologische Antwort nur schwer auslösbar, so kann der Reflex auch beim knienden Patienten überprüft werden ( Abb. 10).

Fremdreflexe

Fremdreflexe bezeichnet man auch als polysynaptische Reflexe, d. h. Reizort und Erfolgsorgan sind nicht identisch. Außerdem ist die Reflexantwort erschöpfbar, d. h. sie nimmt bei mehrmaliger Prüfung hintereinander ab.
Bauchhautreflex (Segment Th6 – 12)
Die Bauchhaut wird in vier Segmente eingeteilt und nacheinander mit einem spitzen Gegenstand von lateral nach medial bestrichen ( Abb. 11). Als Reaktion sollte eine Kontraktion der Bauchhaut sichtbar sein. Dieser Reflex ist bei adipösen Patienten meist nicht auslösbar. Ist er einseitig ausgefallen, muss an eine ipsilaterale spinale oder kontralaterale zerebrale Läsion gedacht werden. Ein beidseitiger Ausfall ist u. a. ein Frühsymptom der multiplen Sklerose (MS).
Kremasterreflex (Segment L1/2)
Der Kremasterreflex wird überprüft, indem von proximal nach distal über die Oberschenkelinnenseite gestrichen wird. Normalerweise hebt sich der ipsilaterale Hoden aufgrund der Kontraktion des M. cremaster.
Analreflex (Segment S3 – 5)
Man bestreicht die perianale Haut und kann physiologischerweise eine Kontraktion des M. sphincter ani externus beobachten. Ein Ausbleiben dieses Reflexes ist u. a. ein Hinweis auf ein Konus-Kauda-Syndrom, das unmittelbar operativ versorgt werden muss.

Pathologische Reflexe

Pathologische sind ebenfalls polysynaptische Reflexe und bei gesunden Personen – außer bei Neugeborenen – normalerweise nicht auslösbar. Das Auftreten dieser pathologischen Reflexe lässt auf eine Schädigung der Pyramidenbahnen oder des 1. Motoneurons (Kortex) schließen. Man spricht auch von Pyramidenbahnzeichen.
Babinski-Reflex
Der Untersucher bestreicht den lateralen Fußsohlenrand des Patienten mit einem kantigen oder spitzen Gegenstand. Ein positives Babinski-Zeichen ist die Dorsalflexion der Großzehe und eine Abspreizung der Zehenglieder 2.–5. ( Abb. 12).
Der pathologische Befund der folgenden Reflexe ist dem des Babinski-Reflexes gleichzusetzen. Es ändern sich für den Untersucher lediglich die Reizstellen;
  • Oppenheim-Reflex: Bestreichen der Tibiakante mit Zeigefinger und Daumen von proximal nach distal ( Abb. 13)

  • Gordon-Reflex: Der Untersucher knetet die Wadenmuskulatur des Patienten

  • Chaddock-Reflex: Bestreichen der Haut am dorsalen lateralen Fußrand

  • Strümpell-Reflex: Beugen des Kniegelenks gegen Widerstand

Zusammenfassung

  • Die Untersuchung der Reflexe erfordert einen geübten, gezielten Schlag auf die jeweilige Muskelsehne.

  • Der Jendrassik-Handgriff dient der unteren, Zähne zusammenbeißen der oberen Reflexbahnung.

  • Das Auftreten von Kloni und verbreiterte Reflexzonen sind Zeichen einer zentralen Störung.

  • Monosynaptischer Eigenreflex; Reizort und Erfolgsorgan sind identisch.

  • Polysynaptischer Fremdreflex; Reizort und Erfolgsorgan sind unterschiedlich.

  • Fremdreflexe sind erschöpfbar.

  • Pathologische Reflexe sind bei gesunden Erwachsenen nicht auslösbar.

  • Pyramidenbahnzeichen sind der Babinski-, Oppenheim-, Gordon-, Chaddock- und Strümpell-Reflex.

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