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B978-3-437-42107-5.50074-0

10.1016/B978-3-437-42107-5.50074-0

978-3-437-42107-5

Narbenkeloid nach spritzerartiger Verbrühung. [29]

Nävuszellnävus. [11]

Leukoplakie der Mundschleimhaut. [29]

Basalzellkarzinom. [29]

Spinozelluläres Karzinom vom knotig ulzerierenden Typ. [11]

Malignes Melanom vom superfiziell spreitenden Typ. [29]

Charakteristika der ABCDE-Regel.

Tab. 1
A Asymmetrie Symmetrisch asymmetrisch
B Begrenzung Scharf unscharf, regelmäßig unregelmäßig
C Color (Farbe) Hell, braun, schwarz, mehrfarbig
D Durchmesser 5 mm > 5 mm
E Erhabenheit Erhaben nicht erhaben

Tumoren der Haut

Gutartige Tumoren

Gutartige (benigne) Tumoren der Haut können aus jeder Zellpopulation hervorgehen. Neben Neubildungen in der Epidermis können sich diese aus Dermis, Kutis und in Blutgefäßen (Angiome) entwickeln. Folgende Beispiele fallen bei der Inspektion häufig auf;
Keloide
Keloide sind überschießende Bindegewebsneubildungen nach Verletzungen, Verbrennungen oder Verbrühungen (Narbenkeloide). Das klinische Bild zeigt eine wulstartige, flächenhafte Verdickung der Haut mit intaktem Epithel ( Abb. 1). In Gelenkregionen können Keloide zu Strikturen mit Bewegungseinschränkung führen.
Nävuszellnävus
Der Nävuszellnävus (Muttermal) ist eine sehr häufige, angeborene oder erworbene lokale Ansammlung von Melanozyten in Epidermis oder Dermis. Klinisch imponiert ein gleichmäßig pigmentierter, runder bis ovaler, scharf begrenzter, allenfalls leicht erhabener Herd ( Abb. 2), welcher differenzialdiagnostisch (s. u.; ABCDE-Regel) von einem malignen Melanom abgegrenzt werden muss.

Präkanzerosen

Präkanzerosen sind potenzielle Vorstadien von bösartigen Hauttumoren. Man unterscheidet obligate Präkanzerosenmit einer hohen Entartungswahrscheinlichkeit von fakultativen Präkanzerosen, welche weniger häufig entarten.
Aktinische Keratose
Die aktinische Keratose ist eine intradermale Veränderung infolge dauerhaft sonnenexponierter Haut. Die Entartung zu einem spinozellulären Karzinom (Spinaliom) oder Basaliom ist möglich. Das klinische Bild imponiert als unregelmäßig geformte, scharf begrenzte, rötliche Herde mit starker Schuppung.
Lentigo maligna
Eine Lentigo maligna ist ein unscharf begrenzter, bizarr geformter, braunschwärzlicher Herd, der in Bereichen stark sonnenexponierter Hautareale auftreten kann. Die Gefahr besteht in einer Entartung in ein Lentigo-maligna-Melanom, das unberechenbar metastasieren kann.
Morbus Bowen
Dieses Carcinoma in situ ist häufig am Rumpf und im Gesicht lokalisiert. Klinisch fällt es als rundliche, scharf begrenzte, braun-rötliche Läsion auf, ähnlich den Hauterscheinungen einer Psoriasis. Allerdings tritt diese Läsion solitär auf und heilt i. d. R. nicht ab.
Leukoplakie
Die Leukoplakie zeigt sich klinisch als weiße, begrenzte Beläge im Bereich von Schleimhäuten. Besonders an der Wangenschleimhaut tritt dieser Herd als orale Leukoplakie auf. Im Gegensatzzur Candidose lassen sich diese Beläge nicht abwischen ( Abb. 3).

Bösartige Tumoren

Im Rahmen der dermatologischen Untersuchung sollte man auf die folgenden malignen Tumoren der Haut aufgrund ihrer potenziell letalen Verlaufsform besonders achten.
Basalzellkarzinom (Basaliom)
Das Basaliom ist ein von den Basalzellen der Epidermis ausgehender Tumor, der als semimaligne eingestuft wird. Dies bedeutet, dass er zwar infiltrierend und destruierend wächst, jedoch nicht metastasiert. Als Auslöser werden u. a. eine chronische Sonnenexposition, Arsenbelastung und genetische Faktoren angenommen. Bevorzugt finden sich Basaliome im Rumpfbereich und Gesicht, hier besonders an der Stirn und in den Augenwinkeln ( Abb. 4).
Spinozelluläres Karzinom (Spinaliom)
Das Spinaliom ist nach dem Basaliom mit ca. 25 – 30 Neuerkrankungen/Jahr/100 000 Einwohner in Deutschland der zweithäufigste maligne Hauttumor. Der Tumor wächst i. d. R. lokal infiltrierend bzw. destruierend und hat eine unterschiedlich starke Metastasierungspotenz. Prädisponierte Bereiche sind lichtexponierte Hautregionen. Das klinische Bild ( Abb. 5) ist abhängig von dem Differenzierungsgrad (verhornend, nicht verhornend), dem Wachstum und der Zerstörungspotenz (Ulzerationen). So können Spinaliome sowohl knotig als auch ulzerierend bzw. papillär wachsen.
Malignes Melanom
Das maligne Melanom (schwarzer Hauttumor) gilt als der bösartigste Tumor der Haut, da es frühzeitig sowohl lymphogen als auch hämatogen metastasiert. Bei einer steigenden Tendenz an Neuerkrankungen und einer häufig zu spät gestellten Diagnose ist es hier besonders wichtig, auf evtl. Warnsymptome zu reagieren. Suspekte Veränderungen, die u. U. ein malignes Melanom sein könnten, werden mithilfe der sog. ABCDE-Regel ( Tab. 1) genau untersucht und bei pathologischem klinischen Befund i. d. R. großzügig exzidiert.
Eine unregelmäßige Form, eine unscharfe Begrenzung zur Umgebung und ein Durchmesser von mehr als 6 mm sprechen ebenso wie ein plötzlich einsetzendes Wachstum und Pigmentveränderungen für das Vorliegen eines Melanoms. Die unterschiedlichen histologischen und klinischen Formen machen allerdings eine exakte Diagnose oft schwierig. Abbildung 6 zeigt das mit Abstand am häufigsten diagnostizierte Melanom.

Zusammenfassung

  • Die Verwendung der ABCDE-Regel ist das wichtigste klinische Mittel zur Beurteilung von Hauttumoren.

  • Die wichtigste Differenzialdiagnose zum Nävuszellnävus ist das maligne Melanom.

  • Das Leitsymptom der oralen Leukoplakie ist ein nicht abstreifbarer weißer Belag im Mundbereich.

  • Eine übertriebene Sonnenexposition ist u. a. die gemeinsame Grundlage von malignen Hautneoplasien.

  • Das maligne Melanom metastasiert frühzeitig lymphogen und hämatogen.

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