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B978-3-437-42107-5.50061-2

10.1016/B978-3-437-42107-5.50061-2

978-3-437-42107-5

Cubitus valgus. [24]

Neutral-Null-Methode am Ellbogen. [24]

Valgus-Stress-Test. [24]

Varus-Stress-Test. [24]

Nerven in Beziehung zum Humerus und Ellbogengelenk. [46]

Tinel-Test. [24]

Cozen-Test. [24]

Untersuchung der oberen Extremität II

Ellbogengelenk

Das Ellbogengelenk wird vom Oberarmknochen (Humerus) und den beiden Knochen des Unterarms, dem Radius und der Ulna, gebildet. Diese drei Knochen bilden das Humeroulnargelenk (Articulatio humeroulnaris), das Humeroradialgelenk (Articulatio humeroradialis) und das proximale Radioulnargelenk (Articulatio radioulnaris proximalis). Umfasst werden die drei Gelenke von einer großen, mit Synovialflüssigkeit gefüllten Gelenkkapsel.
Inspektion
Bei der Inspektion von ventral ist auf eine axiale Fehlstellung zu achten. Als physiologisch gilt bei ausgestrecktem Arm eine leichte Valgusstellung, die bei Männern bis zu 10, bei Frauen bis zu 20 betragen kann. Auffällige Abweichungen der Achsstellung werden als Cubitus valgus ( Abb. 7) bzw. als Cubitus varus bezeichnet. Hinweise auf eine eventuelle Luxation oder Fraktur geben Schonhaltungen, Schwellungen und lokale Schmerzen. Eine evtl. vorhandene Gelenkschwellung erkennt man am besten, wenn man das Ellbogengelenk von dorsal betrachtet.

Merkhilfe für einen Cubitus varus; W(V)arum passt etwas durch meine zusammengelegten/-gestellten Arme/Beine?

Palpation
Zuerst wird versucht, bekannte anatomische Strukturen wie den Epicondylus medialis und lateralis bzw. die Aponeurosen der Unterarmstrecker und -beuger gelenknah zu ertasten. Schwellungen oder ein Erguss über dem Olekranon weisen auf eine Bursitis hin. Differenzialdiagnostisch kommen hier als Ursache neben einem Trauma auch eine Gichtarthritis oder eine rheumatoide Arthritis infrage. Ist die Schwellung fluktuierend und in den Zwischenräumen von Epikondylen und Olekranon tastbar, so ist das Gelenk in Mitleidenschaft gezogen. Eine umschriebene Druckschmerzhaftigkeit ist Anzeichen für eine Luxation bzw. Fraktur und muss apparativ mittels Röntgen abgeklärt werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch eine gründliche Prüfung des DMS-Status (Durchblutung, Motorik, Sensibilität) der distalen Anteile, also des Unterarms und der Hand. Damit lassen sich Durchblutungsstörungen und Nervenverletzungen nach Traumen feststellen. Schließlich können an den Extensorenseiten der Unterarme evtl. Rheumaknoten als harte, nicht druckschmerzhafte, subkutane Gewebeverdichtungen ertastet werden.
Funktionsprüfung
Basisuntersuchung
Im Rahmen der Bewegungsprüfung des Ellbogengelenks lassen sich die Flexion/Extension sowie die Pronation/Supination prüfen ( Abb. 8).
Spezielle Untersuchungen
Neben der Basisuntersuchung sollten die Gelenkstabilität überprüft und nach Epikondylitiszeichen und Engpasssyndromen gesucht werden.
Gelenkstabilität
Die Gelenkstabilität kann durch die Verletzung der Kollateralbänder bzw. durch knöcherne Defizite beeinträchtigt sein. Sie wird mit dem Varus-Valgus-Stress-Test überprüft ( Abb. 9 und 10), indem der Oberarm fixiert und bei Ab-(Valgus) oder Adduzieren (Varus) auf eine vermehrte Aufklappbarkeit geachtet wird.
Engpasssyndrome
Mit dem Tinel-Test kann man den N. ulnaris auf eine evtl. Einklemmung in Bereich des Ellbogens überprüfen ( Abb. 11). Hier wird der rechtwinklig gebeugte Arm von hinten mit dem Reflexhammer beklopft und auf seitendifferente Schmerzangaben und Dysästhesien an der ulnaren Handkante als bestätigendes Zeichen geachtet ( Abb. 12).
Epicondylitis lateralis humeri (Tennisellbogen)
Der Tennisellbogen ist die Folge von wiederholter Extension des Handgelenks oder häufigen Pronation-/Supinationsbewegungen des Unterarms. Der Patient hat einen vermehrten Druckschmerz am Epicondylus lateralis und an den benachbarten Handextensoren. Auch eine aktive Extension im Handgelenk gegen Widerstand ist sehr schmerzhaft. Dies kann mit dem Cozen-Test überprüft werden ( Abb. 13).
Epicondylitis medialis humeri (Golferellbogen)
Der Druckschmerz ist am medialen Epikondylus lokalisiert, und es werden Schmerzen bei der Handgelenkflexion (umgekehrter Cozen-Test) bzw. bei der Streckung des supinierten/flektierten Ellbogengelenks angegeben.

Zusammenfassung

  • Am Ellbogengelenk sind Humerus, Ulna und Radius beteiligt.

  • Eine leichte Valgusstellung des Ellbogengelenks bis 20 bei Extension ist physiologisch.

  • Die Gelenkstabilität wird mit dem Varus-Valgus-Stress-Test überprüft.

  • Nach Traumen im Ellbogengelenk müssen Durchblutung, Motorik und Sensibilität am distalen Unterarm im Verlauf untersucht werden.

  • Der Tennisellbogen ist eine Entzündung des lateralen Epikondylus.

  • Der Golferellbogen ist eine Entzündung des medialen Epikondylus.

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