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B978-3-437-42107-5.50062-4

10.1016/B978-3-437-42107-5.50062-4

978-3-437-42107-5

Bajonett-Fehlstellung. [24]

Spitzgriff zur Prüfung der intrinsischen Fingermuskulatur. [24]

Neutral-Null-Methode am Handgelenk. [24]

Globale Beweglichkeitsmessung an Daumen und Langfingern. [24]

Palmare karpale Sehnenscheiden – beachte die Durchgangsstelle des N. medianus. [26]

Dupuytren-Kontraktur. [24]

Froment-Zeichen. [24]

Bewegungsprüfung von Daumengelenk und Fingergelenken.

Tab. 1
Gelenkbewegung NN-Normwerte Untersuchung
MCP Flexion/Extension 90 – 0 – 45 Beugen und Strecken der Finger im MCP
MCP Abduktion/Adduktion 30 – 0 – 30 Abspreizen der Finger
PIP Flexion/Extension 100 – 0 – 0 Beugen und Strecken im PIP
DIP Flexion/Extension 80 – 0 – 10 Beugen und Strecken im DIP
Daumengrundgelenk Flexion/Extension 50 – 0 – 10 Beugen und Strecken des Daumengrundgelenks
Daumensattelgelenk Abduktion/Adduktion 40 – 0 – 30 Abspreizen und Anziehen des Daumens

Untersuchung der oberen Extremität III

Handgelenk und Hand

Inspektion/Palpation
Eine gründliche Inspektion der Hände kann sowohl Hinweise auf lokale Veränderungen als auch auf systemische Erkrankungen geben. Neben der Begutachtung von Haut, Fingernägeln und Muskelrelief wird auf mögliche Achsenfehlstellungen infolge von Frakturen untersucht. So ist beispielsweise bei einer Radiusextensionsfraktur oder auch der angeborenen Madelung-Deformität typischerweise eine Bajonett-Stellung der Hand zu erkennen ( Abb. 14). Aber auch chronisch-entzündliche Prozesse wie z. B. die rheumatoide Arthritis können zu einer Fehlstellung der Finger und Hände führen.
Funktionsprüfung
Basisuntersuchung
Für eine erste Orientierung bittet man den Patienten, aktiv einen Faustschluss zu machen und dann die Faust wieder zu öffnen. Zudem werden typische Alltagsbewegungen überprüft, indem der Patient eine Nadel (Spitzgriff, Abb. 15), einen Stab (Stabgriff) oder seinen Schlüssel (Schlüsselgriff) in die Hand nimmt. Eine Rotationsbewegung im Handgelenk und ein Abspreizen (Spreizgriff) der Finger dienen als weitere orientierende Untersuchungen. Falls der Patient hier Probleme hat, d. h. diese Bewegungen nicht ausführen kann oder Bewegungseinschränkungen sichtbar sind, werden die einzelnen Gelenke durchbewegt und die jeweilige Beweglichkeit beurteilt.
Handgelenk
Das Handgelenk ist ein Nussgelenk und erlaubt somit Bewegungen in zwei Ebenen, nämlich eine Flexion/Extension und eine Radial-/Ulnarabduktion ( Abb. 16).
Daumengelenk/Fingergelenke
Die Fingergelenke MCP, PIP und DIP werden unter Fixierung der vorangestellten Gelenke durch den Untersucher in Flexion, Extension, Abduktion und Adduktion geprüft ( Abb. 17, Tab. 1).
Spezielle Untersuchungen
Rheumatoide Arthritis (s. S. 128)
Karpaltunnelsyndrom (CTS)
Das Karpaltunnelsyndrom entwickelt sich aufgrund einer Kompression des N. medianus im Bereich des Retinaculum flexorum ( Abb. 18). Die Patienten verspüren v. a. in der Nacht Schmerzen und Parästhesien im Bereich der Phalangen D1 – D3. Außerdem führt eine Minderbelastung der Thenarmuskulatur zu einer sichtbaren Atrophie. Folgende klinische Untersuchungen helfen differenzialdiagnostisch weiter;
  • Hoffmann-Tinel-Zeichen: Mit den Fingern bzw. dem Reflexhammer wird der Karpaltunnel bei Extension im Handgelenk beklopft. Verspürt der Patient Schmerzen im volaren Handbereich, spricht dies für das Vorliegen eines CTS.

  • Flaschenzeichen: Der Patient soll mit Daumen und Zeigefinger der betroffenen Hand eine Flasche umgreifen. Ist dies nicht möglich, so kann man ebenfalls ein CTS vermuten.

  • Phalen-Test: Dabei flektiert der Untersucher das betroffene Handgelenk maximal. Verspürt der Patient nach ca. einer Min. elektrisierende Schmerzen in der Hand, so spricht dies für eine Läsion des N. medianus.

Dupuytren-Kontraktur
Die Dupuytren-Kontraktur ist Folge einer Fibrosierung der Palmaraponeurose mit Entstehung einer Beugekontraktur besonders im Ring- und kleinen Finger. Die geschrumpfte, mit der Haut fest verwachsene Palmarfaszie lässt sich als derber, harter Strang ertasten ( Abb. 19).
Tendovaginitis de Quervain
Bei der Überprüfung des Finkelstein-Zeichens flektiert der Patient seinen Daumen in die volare Handfläche, umschließt diesen mit den anderen Fingern zu einer Faust und abduziert das Handgelenk ulnarwärts. Das Zeichen ist als positiv zu werten, wenn es in der Sehnenscheide des Daumens bei der Abduktion zu Schmerzen kommt.
Ulnarisläsion
Von einer Läsion des N. ulnaris ist auszugehen, wenn das Froment-Zeichen positiv ist. Hier kann der Patient einen dünnen Gegenstand nicht oder nur schwer ( Abb. 20) zwischen Daumen und Zeigefinger halten.

Zusammenfassung

  • Ein aktives Ausführen von Spitzgriff, Stabgriff und Schlüsselgriff dient dem orientierenden Überblick über die Funktion der Handmuskeln.

  • Eine symmetrische Schwellung der MCP und PIP ist ein klinischer Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis.

  • Eine asymmetrische Schwellung der DIP ist ein Hinweis auf eine Arthrose.

  • Die klinische Diagnose des Karpaltunnelsyndroms (CTS) erfolgt über den Hoffmann-Tinel-Test, das Phalen-Zeichen und den Flaschengriff.

  • Die Dupuytren-Kontraktur betrifft v. a. den Ringfinger und den kleinen Finger.

  • Das Froment-Zeichen ist ein klinischer Funktionstest des N. ulnaris.

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