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B978-3-437-42107-5.50065-X

10.1016/B978-3-437-42107-5.50065-X

978-3-437-42107-5

Typisch tastbare, manchmal auch sichtbare Delle bei einer Achillessehnenruptur. [24]

Oberer und unterer Fersensporn. [24]

Neutral-Null-Methode bei der Untersuchung des Fußes. [24]

Thompson-Test. [41]

Auffälligkeiten an Zehen und Fuß.

Tab. 2
Hallux valgus Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach lateral, meist aufgrund zu engen Schuhwerks
Hallux varus Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach medial
Hammerzehen/Krallenzehen Hyperextension im Grundgelenk mit Flexion im Zehenmittelgelenk. Meist ist die zweite Zehe betroffen.
Pes planus (Plattfuß) Abgeflachtes Fußlängsgewölbe. Die Sohle nähert sich dem Boden und berührt diesen manchmal.
Pes valgus (Knickfuß) Valgusstellung der Ferse mit Abflachung des medialen Fußgewölbes
Pes equinus (Spitzfuß) Fixierte Plantarflexion mit Fersenhochstand. Eine Dorsalextension ist nicht möglich.
Pes transversoplanus (Spreizfuß) Verbreiterung des Vorfußes durch ein Auseinanderweichen der Mittelfußknochen
Pes adductus (Sichelfuß) Adduktionsstellung des Mittelfußes und der Zehen
Pes equinovarus (Klumpfuß) Spitz-Hohl- und Sichelfuß bei Supinationsstellung (Pes equinus, excavatus, adductus, varus)
Pes cavus (Hohlfuß) Steilstellung und Pronation des Fußes
Klavus (Hühnerauge) Schmerzhafte Verdickung der Haut infolge einer Druckschädigung; häufiges Auftreten an Knochenvorsprüngen
Kallus (Schwielen) Bereich stark verdickter Haut, welcher sich an Druckstellen entwickelt; normalerweise schmerzfrei
Dornwarze (Verruca vulgaris) Eine gewöhnliche Warze der Haut im Fußsohlenbereich. Die Hautlinien sind durch die Warze unterbrochen.

Untersuchung der unteren Extremität III

Sprunggelenk/Achillessehne

Inspektion
Der Sprunggelenkbereich wird auf Deformitäten, Achsenfehlstellungen und Schwellungen inspiziert. Bei Bandverletzungen schwillt meist der gesamte Knöchelbereich innerhalb kurzer Zeit an. Hämatome können auf eine knöcherne Beteiligung hinweisen.
Palpation
Die Palpation wird am liegenden oder halbsitzenden Patienten durchgeführt. Zunächst orientiert man sich an den Malleoli medialis und lateralis. Oberes und unteres Sprunggelenk werden sodann mit beiden Daumen nach möglichen Schwellungen, nach Teigigkeit und Druckschmerzhaftigkeit abgetastet. Ein lokalisierter Druckschmerz deutet auf ligamentäre Läsionen hin. An der Dorsalseite wird die Achillessehne auf Konturveränderungen, Knötchen und Konsistenz palpiert. Bei einer traumatischen Sehnenruptur ergibt sich eine Stufenbildung (Delle) in diesem Bereich ( Abb. 10), eine Achillodynie imponiert durch eine verdickte Sehne ( Abb. 11).
Funktionsprüfung
Basisuntersuchung
Der Patient liegt entspannt in Rückenlage. Das obere (OSG, Tibiotalargelenk) und untere (USG, Subtalargelenk) Sprunggelenk werden bei leicht gebeugtem Knie geprüft. Bei der isolierten Überprüfung des OSG fixiert der Untersucher den hinteren Teil des Fußes, während der Patient den Fuß nach dorsal beugt (Dorsalflexion) und nach plantar streckt (Plantarflexion) ( Abb. 12).
Spezielle Untersuchungen
Thompson-Test
Eine Ruptur der Achillessehne kann neben einer direkten Gewalteinwirkung (Schlag, Tritt) auch aufgrund degenerativer Prozesse entstehen. Der Patient verspürt hier meist einen plötzlichen, peitschenartigen Schmerz und kann dann aktiv keine Plantarflexion mehr durchführen. Der Patient kniet bei diesem Test auf der Liege (oder liegt in Bauchlage), seine Füße reichen über die Untersuchungsliege hinaus. Der Untersucher versucht nun, über eine manuelle Kompression der Waden eine Plantarflexion zu erzeugen. Ist dies nicht möglich, so liegt eine Läsion der Achillessehne vor ( Abb. 13).
Zehenstand
Dieser Test dient der Diagnostik von Tendopathien bzw. der Bestätigung einer Ruptur der Achillessehne. Der Patient soll einen Zehenstand ausführen. Dabei wird die Kontur der Waden und der Achillessehne beurteilt. Gibt der Patient Schmerzen im Kalkaneusbereich an, so ist dies als Zeichen einer Ansatzendopathie zu werten. Kann der Patient den Zehenstand nicht ausführen, so spricht dies für eine Sehnenruptur.

Fuß

Inspektion
Zunächst soll der Patient ein paar Schritte gehen. Die Schrittfolge ist normalerweise gleichmäßig und seitengleich. Hierbei lassen sich meist schon Schwellungen, Deformitäten ( Tab. 2), Achsenfehlstellungen (Pes valgus, Pes varus) oder Veränderungen des Fußgewölbes sehen. Für die genauere Inspektion der Achsenstellung wird die Fersenstellung des Patienten von hinten beurteilt. Als Pes valgus wird eine Valgusstellung der Ferse von über 6 bezeichnet, beim Pes varus beträgt die Fersenstellung unter 0.

Es darf nicht vergessen werden, die Füße und insbesondere die Fersen auf das Verschwielungsmuster, Verhornungen, Hühneraugen, Narben und Muskelatrophien zu inspizieren. Besonders bei älteren Menschen mit Polyneuropathie lassen sich offene Stellen finden, von denen der Patient noch nichts weiß.

Palpation
Zehen, Vorfuß, Mittelfußknochenbereich und Fersenbereich werden auf Schwellungen, lokale Schmerzen und Deformitäten untersucht. Eine Temperaturerhöhung kann auf eine Infektion hinweisen. Der Fersensporn lässt sich im Ansatzbereich der Plantaraponeurose ertasten, der Patient gibt hier i. d. R. einen Druckschmerz an. Bei einem bestehenden Tarsaltunnelsyndrom verspürt der Patient einen Druckschmerz unterhalb des Malleolus medialis.
Funktionsprüfung
Basisuntersuchung
Das Großzehengrundgelenk wird in allen Ebenen bewegt. Zu achten ist auf Einschränkungen bei der Flexion/Extension im Metatarsal-Phalangeal-Gelenk (MTP, NN 70 – 0 – 45), ebenso bei der Abduktion/Adduktion (NN 0–0–15) und bei der Flexion im Interphalangealgelenk (IP, NN 90 – 0 – 0). Der Bewegungsumfang der weiteren Zehengrundgelenke beträgt in Flexion/Extension nach NN 80 – 0 – 40.
Spezielle Untersuchungen
Zeichen für eine rheumatoide Arthritis
Alle Zehengrundgelenke werden auf Druckschmerzhaftigkeit palpiert. Ein symmetrisches Schmerzverteilungsmuster sowie ein Vorfußkompressionsschmerz, analog zum Gaenslen-Zeichen der Fingergrundgelenke – dem Schmerz bei Zusammendrücken ähnlich wie beim Händedruck – sind frühe Zeichen für eine RA.
Zeichen für eine Arthritis urica (Gichtanfall)
Ein akut geschwollenes Großzehengrundgelenk kann ein Hinweis auf einen akuten Gichtanfall sein. Dieses Gelenk ist bei einem Anfall primär befallen, wobei auch andere Gelenke (z. B. Sprung-, Kniegelenk) betroffen sein können.

Zusammenfassung

  • Auch im Fußbereich muss auf Deformitäten, Achsenfehlstellungen, Schwellungen, Schmerzen und Temperaturauffälligkeiten geachtet werden.

  • Eine Ruptur der Achillessehne imponiert durch eine Stufenbildung (Delle) und eine Plantarflexion des Fußes. Der Zehenstand ist dem Patienten nicht mehr möglich.

  • Ein Hallux valgus, ein Abweichen der Großzehe nach lateral, entsteht meist aufgrund zu engen Schuhwerks.

  • Der Klumpfuß (Pes equinovarus) ist eine Kombination aus Spitz-, Hohl-, Sichelfuß und Supinationsstellung.

  • Eine monartikuläre Schwellung des Großzehengrundgelenks ist Hinweis auf einen akuten Gichtanfall.

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