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B978-3-437-42107-5.50032-6

10.1016/B978-3-437-42107-5.50032-6

978-3-437-42107-5

Klinische Perkussion. [8]

Klinische Perkussion des Aszites. [8]

Test der fluktuierenden Welle. [8]

Klinische Auskultation von Darmgeräuschen. [8]

Pathologische Darmgeräusche und mögliche Erkrankungen.

Tab. 2
Geräusch Mögliche Erkrankung
Plätschernde, heftige Geräuschkaskaden Diarrhö
Lebhafte, verstärkte (Borborygmen-) Geräusche Gastroenteritis, Malabsorption oder Hungerzustand
Metallisch klingend (hochstehende, hochgestellte) Geräusche Mechanischer Ileus
Totenstille Paralytischer Ileus
Tympanitischer Klopfschall Meteorismus, Ileus
Dämpfung Bauchtumoren
Lageabhängige Schalldämpfung Freie Flüssigkeit im Bauchraum (Aszites, Blut)

Untersuchung des Abdomens II

Klinische Untersuchung (Fortsetzung)
Perkussion
Mithilfe der Perkussion lässt sich grundsätzlich die Größe einzelner Organe wie Leber, Milz oder Blase (Füllungszustand) bestimmen. Zudem dient die Erhebung des Klopfschalls auch als sensitive klinische Beurteilung von freier Flüssigkeit (Aszites, s. u.) in der Bauchhöhle (ab ca. 1 l Flüssigkeit). Grundsätzlich erzeugt die Perkussion über luftgefüllten Arealen einen tympanitischen Klopfschall, während der Schallcharakter bei soliden Organen (zur Größenfeststellung) eher gedämpft ist ( Abb. 5).
Aszites
Unter Aszites versteht man eine Ansammlung von freier Flüssigkeit im Bauchraum. Je nach Zusammensetzung (Zellzahl, Eiweißgehalt, spezifisches Gewicht) der Flüssigkeit unterscheidet man zwischen Transsudat (Peritoneum intakt), Exsudat (Peritoneum erkrankt), hämorrhagischem und chylösem Aszites.
Subjektive Beschwerden der Patienten sind ein vorangehender Meteorismus, diffuse abdominelle Schmerzen oder auch – bei ausgeprägtem Befund – eine Behinderung der Atmung durch einen Zwerchfellhochstand. Inspektorisch präsentiert sich neben der Zunahme des Bauchumfangs auch ein verstrichener Nabel. Mittels der Perkussion versucht man, das Symptom der wandernden Dämpfung zu provozieren. Diese Schallverschiebungen sind der klinische Beweis eines bestehenden Aszites, allerdings gelingt dieser Test erst ab einer Flüssigkeitsmenge von ca. 1 l. Es gibt zwei Untersuchungsmöglichkeiten;
  • Untersuchung in Rechtsseitenlage: Der Patient liegt zunächst auf dem Rücken, die Flüssigkeit entweicht in die Flanken (perkutorische Dämpfung), der Klopfschallcharakter über der ventralen Bauchwand ist tympanitisch. Nachdem die Grenze zwischen tympanitischem und gedämpftem Klopfschall markiert wurde, dreht sich der Patient auf die rechte Seite, wobei sich die intraabdominelle Flüssigkeit ebenfalls auf die rechte Flanke (Flankendämpfung rechts) verlagert ( Abb. 6). Die linke Flanke klingt bei der Perkussion tympanitisch.

  • Knie-Ellbogen-Lage: Dabei lässt sich die Schalldämpfung an der ventralen Bauchwand feststellen.

Palpatorisch kann ein orientierender erster Eindruck mit dem Test der fluktuierenden Welle (Undulationsphänomen, Abb. 7) gewonnen werden. Dafür wird eine Hand an die Flanke des Patienten gelegt und mit der anderen Hand kurz an die gegenüberliegende Flanke geklopft. Falls eine fluktuierende Welle an der aufliegenden Hand gespürt wird, könnte ein Aszites vorliegen.
Auskultation
Die Auskultation des Abdomens dient einerseits der Beurteilung der Darmgeräusche, andererseits kann damit auch der abdominelle Gefäßstatus (v. a. die Bauchaorta) beurteilt werden.
Darmgeräusche
Die Auskultation der Darmgeräusche erfolgt am liegenden Patienten und in allen vier Quadranten ( Abb. 8). Physiologischerweise treten dort überall pro Minute 5 – 30 hochfrequente Klick- und Gurgelgeräuscheauf. Die Frequenz ist abhängig von der Nahrungsaufnahme, der tageszeitabhängigen Peristaltik und der körperlichen Aktivität des Patienten.

Lassen Sie sich von einem erfahrenen Kliniker möglichst oft normale Darmgeräusche (Klick- und Gurgelgeräusche) erklären und zeigen. Nur so können Sie dann pathologische von physiologischen Darmgeräuschen unterscheiden.

Pathologische Geräusche können auf verschiedenste Erkrankungen hinweisen ( Tab. 2).
Gefäßgeräusche
Die Beurteilung von abdominellen Gefäßgeräuschen erfolgt ebenfalls am entspannt liegenden Patienten. Vorliegende Bauchaortenaneurysmen oder auch Nierenarterienstenosen lassen sich über der Medianlinie bzw. in der Periumbilikalregion gut auskultieren.

Zusammenfassung

  • Bei der Perkussion über luftgefüllten Arealen imponiert ein tympanitischer Klopfschall, bei der Perkussion von soliden Organen ist der Klopfschall eher gedämpft.

  • Für die perkutorische Bestimmung eines Aszites kann der Patient die Rechtsseitenlage oder die Knie-Ellbogen-Lage einnehmen.

  • Der Test der fluktuierenden Welle ist eine orientierende Untersuchung.

  • Die Auskultation der Darmgeräusche erfolgt über allen vier Quadranten.

  • Bei einem Bauchaortenaneurysma können über der Aorta abdominalis Strömungsgeräusche auskultiert werden.

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