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B978-3-437-42676-6.50013-9

10.1016/B978-3-437-42676-6.50013-9

978-3-437-42676-6

Zusammenfassung von ovariellem Zyklus, Befruchtung und Entwicklung des Embryos bis zur Implantation. [5]

Entwicklung der Morula zur Blastozyste, Implantation und Differenzierung von Trophoblast und Embryoblast. Schon bald lassen sich als die frühen Keimblätter Epiblast und Hypoblast unterscheiden. [8]

Befruchtung, Furchung und Implantation II

Vorbereitung der Implantation

Ummantelt von der Zona pellucida, die ein Anhaften an der Eileiterwand verhindert, den Keimling in seiner vorläufig runden Form bewahrt und ihn vor Reaktionen mit mütterlichen Makromolekülen schützt, finden innerhalb der ersten Entwicklungswoche mehrere mitotische Teilungen, sogenannte Zell-Furchungen statt. In dieser Zeit wandert der Keim vom Ort der Befruchtung in der Eileiterampulle bis in den Uterus, ohne zunächst an Masse zuzunehmen. Die aus der Zygote hervorgegangenen zwei Zellen werden als Blastomere bezeichnet. Sie teilen sich ihrerseits erneut, und auf das Vierzellstadium folgt nach weiteren Teilungen das Achtzellstadium. Etwa drei Tage nach der Befruchtung, ab einer Größe von 16 Zellen, spricht man von der Morula (Maulbeere) ( Abb. 3).
Die Synthese eigener mRNA mit anschließender Proteinbildung beginnt beim Menschen wahrscheinlich bereits im Zweizellstadium, bei einigen Tieren erst mit 8 oder 16 Zellen. Diese nutzen solange die Material- und Energiereserven von Oozyte und Spermium für ihre Entwicklung.
Innerhalb der Morula lässt sich bald eine innere kompakte Zellmasse von einer äußeren Zellschicht unterscheiden. Im weiteren Verlauf wird diese Teilung noch deutlicher: Die innen liegenden Blastomere behalten zunächst eine rundliche Form und bilden gemeinsam den Embryoblast, der der Ursprung aller Körperzellen des Embryos ist. Die äußeren Zellen verflachen zu einer Epithelzellschicht und werden zum Trophoblast, dem Ursprung des kindlichen Anteils der Plazenta und der Keimhüllen. Innerhalb der Morula bildet sich ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der Embryoblast und Trophoblast bis auf eine polare Verbindungsfläche voneinander löst. Ab diesem Stadium spricht man von der Blastozyste. Sie ist angekommen im Uterus und bereit zur Einnistung in das Endometrium.

Ungefähr die Hälfte aller befruchteten Eizellen, Zygoten, Morulae und Blastozysten gehen als früher Spontanabort verloren. Die betroffene Frau bemerkt möglicherweise eine etwas verspätete und verstärkte Regelblutung. Ursache für den Entwicklungsabbruch ist zumeist eine Chromosomenaberration. Eine zu geringe Hormonproduktion durch das Corpus luteum verhindert die Implantation des Keimlings.

Implantation

Wenn die Blastozyste am sechsten Tag das Uteruslumen erreicht hat, wandert sie noch eine Weile an der schleimhäutigen Wand entlang, ehe sie eine geeignete Stelle für die Implantation findet ( Abb. 4). Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Zona pellucida aufgelöst. Ernährt durch die Sekrete der Uterusdrüsen, kann der Keim nun an Größe zunehmen. Mit jener Seite, an der der Embryoblast innen anliegt, gräbt sich die Blastozyste in das Endometrium ein. Die Zellen des Trophoblasten verschmelzen dabei mit der mütterlichen Schleimhaut und es entsteht aus vielen Zellen ein Synzytium ohne klare Trennmembranen.
Im Weiteren unterscheidet man einen außen liegenden Synzytiotrophoblasten vom inneren Zytotrophoblasten, dessen deutlich begrenzten Zellen nach wie vor den Hohlraum in der Blastozyste, die Blastozystenhöhle, umschließen. Der Synzytiotrophoblast gräbt sich mit fingerförmigen Fortsätzen in das Epithel und Bindegewebe der hoch aufgebauten Uterusschleimhaut ein, sodass am Ende der ersten Entwicklungswoche der Keimling oberflächlich implantiert ist. Als Energie- und Baustofflieferant dienen ihm in diesem Stadium Nährstoffe aus dem enzymatisch aufgelösten mütterlichen Gewebe – der Keimling ernährt sich histotroph. Am Ende der zweiten Entwicklungswoche ist er vollständig in die Gebärmutterschleimhaut eingetaucht.

Die Implantation der Blastozyste kann mit einer leichten Blutung einhergehen, bleibt aber für die Frau zumeist unbemerkt.

Nicht immer findet der Keim seinen Weg in den Uterus. Von einer ektopen Schwangerschaft spricht man, wenn sich die Blastozyste an einem anderen Ort als der Gebärmutterschleimhaut implantiert. Am häufigsten ist dabei die Eileiterschwangerschaft. Sie fällt auf durch Unterleibschmerzen und Blutungen, die zusätzlich zu den üblichen Schwangerschaftszeichen (positiver Schwangerschaftstest, Ausbleiben der Menstruationsblutung, morgendliche Übelkeit mit Erbrechen, Wachstum der Brustdrüsen etc.) auftreten. Infolge des embryonalen Wachstums kann es zur Eileiterruptur und zu schweren Blutungen kommen, die eine notfallmäßige Operation erforderlich machen. Üblicherweise erfolgt die Diagnostik mittels einer vaginalen Ultraschalluntersuchung. Therapeutisch kann das Zytostatikum (Zellwachstumshemmstoff) Methotrexat eingesetzt werden oder eine laparoskopische Operation erfolgen. Eine ektope Schwangerschaft kann auch die Cervix uteri, das Ovar oder die Bauchhöhle betreffen. Letztere kann lange unbemerkt bleiben, da der Abdominalraum viel Platz bietet. Es gibt einzelne Fallberichte, nach denen eine Bauchhöhlenschwangerschaft tatsächlich ausgetragen wurde. Üblicherweise aber stirbt die Frucht.

Möglichkeiten der Entwicklung: Potenz und Potenziale

Als Totipotenz bezeichnet man in der Embryologie die Fähigkeit von Zellen, sich zu jedem beliebigen menschlichen Zelltyp zu differenzieren. Diese Fähigkeit besitzt die Zygote bis zu ihrem Sechzehnzellstadium. Jede einzelne von ihnen wäre in der Lage, Ausgangspunkt für einen vollständigen Organismus zu sein. Spätere Zellstadien verlieren diese Eigenschaft, da ihr Differenzierungsgrad höher ist. So können sich die Zellen des Trophoblasten nur noch zu plazentaren Strukturen weiterentwickeln, während die Zellen des Embryoblasten sich zu allen menschlichen Körper- und Keimzellen differenzieren können. Man spricht hier von einer Pluripotenz: Vieles, aber nicht mehr alles ist möglich.

Zusammenfassung

  • Hormonell gesteuert kommt es zur Ruptur des sprungreifen Follikels und zur Freisetzung der Oozyte. Innerhalb eines Zeitfensters von 24 h nach der Ovulation ist die Eizelle befruchtungsfähig.

  • Mittels proteolytischer Enzyme bahnt sich das Spermium seinen Weg durch Hüllstrukturen der Eizelle (Akrosomenreaktion), ehe es mit Kopf und Schwanz in das Eizellplasma eintaucht. Weiblicher und männlicher Vorkern geben ihre DNA zur Rekombination frei. Danach erfolgt die erste mitotische Teilung.

  • Parallel zur Wanderung durch den Eileiter in den Uterus finden weitere Furchungen statt. Dabei werden folgende Stadien unterschieden: Befruchtung Zygote Zweizellstadium Vierzellstadium Achtzellstadium Morula Blastozyste.

  • Innerhalb der Blastozyste können bald der Embryoblast, als Ausgangsstruktur des neuen Lebewesens, und der Trophoblast, Ursprung der Plazenta und Eihäute, unterschieden werden.

  • Am Ende der ersten Entwicklungswoche beginnt die Implantation in das Endometrium mit Bildung eines Synzytiotrophoblasten und eines Zytotrophoblasten.

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