© 2020 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-42676-6.50018-8

10.1016/B978-3-437-42676-6.50018-8

978-3-437-42676-6

Abfaltung des Embryos in der vierten Entwicklungswoche. [5]

Derivate der drei Keimblätter.

Tab. 1
Keimblatt Embryonale Struktur Gewebe- und Organabkömmlinge
Ektoderm Neuroektoderm Neuralrohr Zentrales Nervensystem (inkl. Retina, Epiphyse, Hypophysenhinterlappen), Axone der Motoneurone im peripheren Nervensystem
Neuralleiste Periphere Nerven, Nebennierenmark, Pigmentzellen, Sinneszellen der Haut, Hirnhäute, Schädelknochen, Lederhaut im Kopfbereich, Odontoblasten
Ektodermale Plakoden Riechepithel, Innenohr
Oberflächenektoderm Haut und Hautanhangsgebilde (Drüsen, Haare), Schleimhaut von Nasen- und Mundhöhle, Speicheldrüsen, Hypophysenvorderlappen, Adamantoblasten
Mesoderm Seitenplattenmesoderm Knochen und Bindegewebe von Extremitäten und Rumpfwand, glatte Eingeweidemuskulatur und -bindegewebe, Perikard, Epikard, Pleura, Peritoneum, Blutzellen, Lymphzellen und -gefäße, Herz, Milz, Nebennierenrinde
Intermediäres Mesoderm Nieren, Harnleiter, Keimdrüsen, Uterus, Vagina, Tubae uterinae
Paraxiales Mesoderm Schädelbasis, gesamtes Achsenskelett, Rippen, Skelettmuskulatur, Lederhaut, spinale Hirnhäute
Entoderm Epithel und Drüsen von Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Gallenblase, Pankreas, Harnblase, Prostata, Trachea und Lunge, Larynx, Pharynx, Schilddrüse und Nebenschilddrüse, Tonsillen, Thymus, Tuba auditiva, Mittelohr

Differenzierung und Faltung der Keimblätter

Die drei Keimblätter im Überblick

Die Zellen der drei im Rahmen der Gastrulation entstandenen Keimblätter sind pluripotent, aber dabei determiniert und es lässt sich eine ungefähre Zuordnung hinsichtlich der aus ihnen entstehenden Organe und Organsysteme treffen. Allerdings sind die einzelnen Gewebetypen dauerhaft als Induktoren und Rezeptoren miteinander verbunden, und es finden sich in jedem Organ Anteile von mindestens zwei, wenn nicht allen drei Keimblättern. Aus dem Entoderm, das durch die Faltungsvorgänge ins Innerste des Embryos verlagert wird, bilden sich die Epithelien des Verdauungs- und des Respirationstraktes. Das Mesoderm stellt die Ausgangssubstanz von Knochen, Muskeln und Haut, Urogenitalsystem sowie des Herzens und der Blutzellen dar. Aus dem Oberflächenektoderm entsteht die Epidermis mit ihren Anhangsgebilden, aus dem Neuroektoderm das zentrale und periphere Nervensystem. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über die Keimblattderivate.

Entwicklung der Keimscheibe zum Embryo

Die oben geschilderte Entwicklung und Differenzierung der Keimblätter ist begleitet von einer bemerkenswerten Formveränderung des Keimlings. Durch Faltungsvorgänge entlang der kranio-kaudalen Achse sowie innerhalb der Transversalebene wird aus der ovalen Keimscheibe ein Embryo mit einer schon andeutungsweise menschlichen Gestalt. Die Komplexität dieses Geschehens lässt sich am besten im Bild darstellen ( Abb. 1).

Zusammenfassung

  • Alle Organe und Organsysteme lassen sich einem der drei Keimblätter zuordnen, dessen Zellen hauptsächlich an ihrer Entstehung beteiligt sind.

  • Das Entoderm liefert die Epithelien des Respirations- und Verdauungstraktes.

  • Aus dem Mesoderm entstehen die Binde- und Stützgewebe, das Urogenitalsystem sowie das Blutkreislaufsystem einschließlich des Herzens.

  • Aus dem Ektoderm entwickeln sich die Haut und das Nervensystem.

  • Durch die Faltung der Keimscheibe in zwei Ebenen verändert der Embryo grundlegend seine Gestalt. Aus der Einbeziehung des Dottersacks entwickelt sich der Verdauungstrakt. Die Amnionhöhle wird ausgedehnt zur Fruchtblase.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen